Der Vater Carl August Delitsch war Pfarrer, die Mutter Louise eine Tochter des Gendarmerie-Kommissars Leopold Gustavvon der Mosel (Obermosel).
Otto Delitsch besuchte das Gymnasium inAnnaberg und studierte seit 1839 evangelische Theologie an derUniversität Leipzig. Ab 1842 arbeitete er als Hauslehrer. Ostern 1850 wurde er als Lehrer für Religion und Realien an derRealschule in Leipzig angestellt.
Otto Delitsch widmete sich bald intensiv geographischen Studien und fertigte auf Anregung des DirektorsJohann Karl Christoph Vogel ab 1855 unvollständige Atlanten und Karten auf Wachstuch undWachspapier zum Ergänzen durch die Schüler.
1866 habilitierte Otto Delitsch an der Universität Leipzig in Geographie.[1] 1874 wurde er dort zum außerordentlichen Professor ernannt. Er wurde Nachfolger vonOscar Ferdinand Peschel Sein Nachfolger wurde dannFerdinand von Richthofen.
Otto Delitsch wurde im Ehrengrab der Universität Leipzig in der V. Abteilung desNeuen Johannisfriedhofs beerdigt.
Ihm zu Ehren wurde 1907 inWildenthal im Erzgebirge ein Gedenkstein gegenüber dem ehemaligen Hotel „Am Auersberg“ (Hotel Drechsler) errichtet. 1860 war er als erster Sommergast dorthin gekommen. Seine Aufsätze über das Erzgebirge förderten den weiteren Reise- und Wanderverkehr des Erzgebirges wesentlich.[2]
1869 gründete Delitsch die ZeitschriftAus allen Weltteilen, die er bis 1878 selbst leitete.
Weitere Veröffentlichungen zu geographischen und religiinsdidaktischen Themen waren
Zur Geschichte der sächsischen Landkarten (Programm 1858)
Geographie für Schule und Haus. J. C. Hinrichs’sche Buchhandlung, Leipzig 1866, in der Nachfolge vonChristian Gottfried Daniel Stein zusammen mit Karl Theodor Wagner. 27. Auflage des Wagnerschen Werks, 6. Auflage der Neubearbeitung, 1866. (digital.slub-dresden.de).
Westindien und die Südpolarländer geographisch und statistisch bearbeitet, Leipzig: Hinrichs, 1871.
Beiträge zur Methodik des geographischen Unterrichts. 2. Aufl., Leipzig 1878.
Deutschlands Oberflächenform. Breslau 1880.
Bibelausgaben
Illustrirte Pracht-Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments, nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luther’s. Mit zahlreichen Illustrationen und mit erklärenden Anmerkungen von Otto Delitsch. Erster Band:Die geschichtlichen Bücher des Alten Testaments. Zweiter Band. Erste Abtheilung:Die Lehrbücher und die Propheten des Alten Testaments. Zweiter Band. Zweite Abtheilung:Die Apokryphen des Alten Testaments. Dritter Band:Die Bücher des Neuen Testaments. 3 Teile in 1 Band, Verlag der Englischen Kunst-Anstalt von A. H. Payne, Leipzig/Dresden [1862].
Illustrirte Familien-Bibel nach der deutschen Uebers. Martin Luther’s. Mit erklärenden Anm. von Otto Delitsch. Payne, Reudnitz bei Leipzig [1886].
Illustrirte Familien-Bibel nach der dt. Uebers. Martin Luther’s. Mit erklärenden Anm. von Otto Delitsch. [Neue, 3. Aufl.] Payne, Reudnitz bei Leipzig [1887–88].
Joachim Krause:Otto Delitsch – Ein Leipziger Geograf auf Reisen. Beiträge zu Leben und Werk mit zahlreichen Landschaftsdarstellungen aus seinen „Skizzenbüchern“. Sax-Verlag, Beucha 2021,ISBN 978-3-86729-275-7.