Osserain-Rivareyte liegt ca. 40 km südöstlich vonBayonne im historischen LandstrichBasse-Soule (baskischPettarra) der historischen RegionSoule im französischen Teil desBaskenlands an der Grenze zu den historischen ProvinzenNieder-Navarra undBéarn.
Umgeben wird Osserain-Rivareyte von den Nachbargemeinden:
Osserain-Rivareyte liegt im Einzugsgebiet des FlussesAdour. DerSaison, ein Nebenfluss desGave d’Oloron, durchquert das Gebiet der Gemeinde zusammen mit seinem Nebenfluss, demLauhirasse, und dessen Zuflüssen, dem Ruisseau de Lassombières und dem Ruisseau de Berd.[2]
Osserain-Rivareyte liegt zu beiden Seiten des Saisons, der die natürliche Grenze der Soule zum Béarn darstellt. Diese strategische Lage bestimmte auch die Geschichte der Doppelgemeinde. Die mautpflichtige Brücke über den Fluss in Osserain war die verkehrsreichste Verbindung zwischen den historischen Provinzen. Der französische KönigLudwig XI. und der König vonAragón,Johann II., trafen sich hier am 12. April 1462. Fünfzig Jahre später zerstörteJohann III. vonNavarra die Brücke, um einen Einfall spanischer Truppen zu verhindern. Die Geschichte der beiden ehemaligen Gemeinden in den folgenden Jahrhunderten bleibt unbekannt. Bei der Neuordnung der Territorien in derFranzösischen Revolution gehörten sie zunächst zum Kanton Domezain. Am 5. August 1842 haben sich die Gemeinden schließlich zur Gemeinde Osserain-Rivareyte zusammengeschlossen.[3]
Nach einem Höchststand der Einwohnerzahl von rund 500 nach dem Zusammenschluss der beiden ehemaligen Gemeinden Osserain und Rivareyte im Jahre 1842 reduzierte sich die Zahl bei kurzen Erholungsphasen bis zur Jahrtausendwende auf ein Niveau von rund 220 Einwohnern.
Jahr
1962
1968
1975
1982
1990
1999
2006
2009
2023
Einwohner
283
256
255
260
266
221
229
241
235
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Bis 1836 nur Einwohner von Osserain, ab 1841 von Osserain-Rivareyte Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz Quellen:EHESS/Cassini bis 1999,[7]INSEE ab 2006[9][10]
Pfarrkirche von Osserain, gewidmetMaria Magdalena. Ein Hochwasser des Gave d’Oloron im Juni 1856 überschwemmte die frühere Pfarrkirche, genannt ‚Kapelle von Hôpital‘ nach dem gleichnamigen Ortsteil l’Hôpital direkt am Ufer des Saisons. Der Gemeinderat beschloss, eine neue Kirche im Zentrum der Gemeinde zu bauen, um besser vor Überschwemmungen gewappnet zu sein. Aufgrund der Instabilität des Untergrunds wurde der Neubau zwischen 1857 und 1859 auf einem Pfahlwerk errichtet, das von einer Betonschicht gehalten wird. Der französische KaiserNapoleon III. wurde auf die Naturkatastrophe aufmerksam und schenkte der Pfarrgemeinde dasAltarretabel, das heute noch die Pfarrkirche schmückt. Die Epoche erklärt denneugotischen Stil des Gebäudes mit dem spitzenHelm desGlockenturms über dem Eingangsvorbau und denSpitzbogenformen. DaseinschiffigeLanghaus wird von zwei Seitenkapellen flankiert.[11][12] Die Kirche besitzt ein Gemälde, das einMarienbildnis mit Jesuskind darstellt. In der Szene präsentiert Maria ihren Sohn ihrer VerwandtenElisabet, die ihrerseits mit ihrem Sohn,Johannes dem Täufer, gezeigt wird. Dieser zeigt mit dem Finger auf Jesus als Zeichen, dass er in ihm den angekündigten Gottessohn erkennt. Dieikonografischen Elemente der Taube als Symbol desHeiligen Geistes und desLamms Gottes werden ebenfalls im Bild illustriert.[13] Mit dem Neubau der Kirche wurde diese mitGlasfenster bestückt. Eines der Fenster stelltEduard den Bekenner in einem neugotischen Dekor dar, zu erkennen an seiner Krone und amZepter desKönigreichs England. Seine große Verehrung gerade bei kleinen Leuten wegen seiner Großzügigkeit und Barmherzigkeit führte wohl zu der Entscheidung, die Kirche mit seinem Bild zu schmücken. Ein Motiv mit dem heiligen Eduard ist ansonsten selten in der Region anzutreffen.[14] Ein anderes Glasfenster zeigt ein Bild der heiligenVictoria von Rom mit einerMärtyrerpalme und einem Schwert, die Waffe, mit der sie enthauptet wurde. Im Zuge derMarienerscheinungen in Lourdes entwickelte sich im 19. Jahrhundert eine stärkere Besinnung auf weibliche Heilige. Dies mag ein Grund für die Wahl für ein Bildnis der heiligen Viktoria zu sein.[15]
AbteiSaint-Elix. Sie wurde imMittelalter gegründet als eine der ersten Zwischenstationen im Baskenland fürPilger auf demJakobsweg nachSantiago de Compostela. Die Abtei bestand außerdem aus einemHospital und einemPriorat. Die Aufgaben bestanden darin, die Pilger zu empfangen, ihnen eine Unterkunft zu bieten und sie oft auch in ihren letzten Lebensstunden zu begleiten, da viele aufgrund der Mühen der Wallfahrt zu Tode kamen. Rund um die Abtei entwickelte sich das Viertel l’Hôpital aufgrund der schützenden Wirkung und des Wohlstands, der von dem Priorat ausging. Vermutlich handelt es sich bei dem heutigen Abteigebäude um einen Neubau aus dem Jahre 1835 als Folge einer Beschädigung des früheren Baus während der Französischen Revolution.[16][17]
Schloss von Osserain. Es hat das charakteristische Aussehen eines Anwesens des 17. Jahrhunderts, obwohl es bereits seit dem 14. Jahrhundert erwähnt wurde. Dies lässt den Schluss zu, dass das Schloss während derHugenottenkriege zerstört worden war und anschließend restauriert, wenn nicht neu gebaut wurde. Über dieGrundherren von Osserain ist vor dem 17. Jahrhundert wenig bekannt. Das Schloss gehörte zumindest eine Zeit lang einem Zweig der angesehenen Familie Gassion. Es war zu keiner Zeit leerstehend und wurde im Laufe der Zeit mit Pferdeställen,Meiereien, Weinfeldern und Mühlen ausgestattet.[18]
Die Landwirtschaft mit dem Schwerpunkt auf Ackerbau und Viehzucht ist traditionell einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Gemeinde.[3] Osserain-Rivareyte liegt in den ZonenAOC desOssau-Iraty, eines traditionell hergestellten Osserain-Rivareyte Schnittkäses aus Schafmilch, sowie der Schweinerasse und des Schinkens „Kintoa“.[19]
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Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[20] Gesamt = 28
Antoine Janin, geboren am 16. September 1775 inChambéry (Département Savoie), gestorben am 15. Mai 1861 in Osserain-Rivareyte, war französischer Offizier. Er nahm u. a. anNapoleonsRusslandfeldzug 1812 teil. InMoskau war er in diesem Zusammenhang Mitglied der Kommission zur Beurteilung der Brände in der Stadt. Nach seiner Rückkehr wurde er zum Baron des Kaiserreichs (Baron de l’Empire) ernannt. Er zog sich in Osserain-Rivareyte aus dem militärischen Dienst zurück und wurde Bürgermeister der Gemeinde.
↑Ma commune : Osserain-Rivareyte. Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne, abgerufen am 24. Oktober 2017 (französisch).
↑abOsserain-Rivareyte. visites.aquitaine.fr, archiviert vom Original am 24. Oktober 2017; abgerufen am 24. Oktober 2017 (französisch).Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr
↑Abbaye Saint-Elix. visites.aquitaine.fr, archiviert vom Original am 24. Oktober 2017; abgerufen am 24. Oktober 2017 (französisch).Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr
↑Château d’Osserain. visites.aquitaine.fr, archiviert vom Original am 24. Oktober 2017; abgerufen am 24. Oktober 2017 (französisch).Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr