| Osram Licht AG | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | DE000LED4000 |
| Gründung | 1. Juli 1919 inBerlin[1] Eintragung der Marke Osram 1906 |
| Sitz | München,Deutschland |
| Branche | Halbleiterhersteller /Photonik |
DieOsram Licht AG ist ein deutsches Technologieunternehmen mit Sitz inMünchen und heute Teil derAms-Osram-Gruppe. Das Unternehmen war historisch führend im Bereich derGlühlampen und ist aktuell tätig in den BereichenHalbleiter undLeuchtmittel. Das Geschäft mit LED-, Halogen- und Energiesparlampen zur Allgemeinbeleuchtung wurde im April 2016 unter dem NamenLedvance an ein chinesisches Konsortium verkauft, das aus demInvestor IDG Capital, dem LED-VerpackungsherstellerMLS undYiwu bestand.[2]
Der übrige Konzern, mit der Halbleiter- und Automotive-Sparte, wurde im Jahr 2020 vom österreichischen UnternehmenAms übernommen, das seither alsAms-OSRAM firmiert.

Zu den am schnellsten wachsenden Bereichen der Elektroindustrie vor demErsten Weltkrieg gehörte dieGlühlampenherstellung. Zu dieser Entwicklung trug die seit 1905 produzierte Glühlampe mit einemGlühfaden ausWolfram bei, für deren VertriebCarl Auer von Welsbach den Phantasienamen Osram kreierte. DiesesKofferwort ausOsmium (OS) und Wolfram (RAM) verwies auf die beiden wegen ihres hohen Schmelzpunktes von über 3000 bzw. 3400 Grad Celsius für Glühfäden verwendeten Metalle. Am 10. März 1906 meldete dieDeutsche Gasglühlicht-Anstalt dasWarenzeichen Osram für die Waren „Elektrische Glüh- und Bogenlichtlampen“ beim damaligenKaiserlichen Patentamt inBerlin an; am 17. April 1906 wurde es unter der Nummer 86.924 in die Warenzeichenrolle des Patentamtes aufgenommen.
Unabhängig von der Entwicklung in Deutschland gründete dieÖsterreichische Gasglühlicht-Elektrizitätsgesellschaft, die ebenfalls zur kommerziellen Verwertung der Auer-Patente entstanden war, in Wien-Atzgersdorf in einer aufgelassenenBandweberei im Jahr 1904 dieOsmium-Licht-Unternehmung, Patente Dr. Carl Freiherr Auer von Welsbach. Im Jahr 1906 gelangte dieses Unternehmen in den Einflussbereich desUS-amerikanischen KonzernsWestinghouse Electric. An der umgewandeltenWestinghouse Metallfaden Glühlampenfabrik Gs.m.b.H warenGeorge Westinghouse, Mitarbeiter Auers und österreichische Industrielle beteiligt. Bis zumErsten Weltkrieg hatte das Unternehmen etwa 1.800 Beschäftigte.



Im Jahr 1921 stieß Westinghouse seine Produktionsgesellschaften in Europa ab. Auch das Werk in Atzgersdorf, das in der ZwischenzeitVertex Elektrowerk Ges.m.b.H. hieß, ging in den Besitz des niederländischenPhilips-Konzerns und Osrams über. Osram gründete in Österreich noch eine eigene Vertriebsniederlassung, die 1931 alle Anteile an Vertex erwarb und zurOsram Österreichische Glühlampenfabrik Ges.m.b.H. umbenannt wurde.[3]
DieDeutsche Gasglühlicht AG gliederte im Oktober 1918 ihr Glühlampengeschäft in dieOsramwerke G.m.b.H. mit Sitz imBerliner OrtsteilFriedrichshain (seit den 1990er Jahren „Oberbaum City“) aus. Nach dem Verlust der Auslandsmärkte durch den Ersten Weltkrieg erschien es den drei führenden deutschen GlühlampenherstellernAEG,Siemens & Halske (S & H) undDeutsche Gasglühlicht sinnvoll, die gemeinsamen Interessen zu bündeln. Ziel war die Stärkung gegenüber der ausländischen Konkurrenz durch Firmen wiePhilips undGeneral Electric sowie die Rückgewinnung von verlorengegangenen Marktanteilen. Erleichtert wurde der Entschluss durch die Tatsache, dass bereits im Jahr 1911 die Lampenformen und -typen vereinheitlicht worden waren. Am 5. Februar 1920 wurden S & H zusammen mit der AEGKommanditisten der Osramwerke und übertrugen ihre Glühlampenfertigung in die neueKommanditgesellschaftOsram GmbH & Co.KG. Gründungsdatum und Beginn des ersten Geschäftsjahres wurden rückwirkend auf den 1. Juli 1919 festgesetzt.[4]
In den Staaten, in denen Osram die Nutzung des eigenen Namens aufgrund desVersailler Vertrags untersagt war, wurden die MarkenAEG undWOTAN benutzt.[5.1]
Im Jahr 1924 gründete Osram zusammen mit anderen Glühlampenherstellern dasPhoebuskartell, welches die Lebensdauer der Glühlampen künstlich und unter Strafandrohung auf 1000 Stunden begrenzte.[6]Da es sich bei dem Kartell auch um einGebietskartell handelte, konnte Osram nicht nur den Umsatz künstlich erhöhen, sondern auch seine Glühlampen aufgrund der Konkurrenzbeschränkung zu weitaus höheren Preisen verkaufen.Neben dem Stammwerk inBerlin-Friedrichshain besaß Osram die beiden Werke von S & H und der AEG in derCharlottenburgerHelmholtzstraße (Werk S; Siemens) sowie in derMoabiterSickingenstraße (Werk A; AEG).ImBezirk Spandau ließ der Konzern bis 1927 ein Glaswerk an derNonnendammallee (Ortsteil Siemensstadt) errichten. Hier werden seitdem aus den Rohstoffen Sand und Quarz alle benötigten Glaskörper für die Glühlampen hergestellt. Die Glashütte arbeitete ganzjährig ohne Unterbrechungen und war mit acht Brennöfen ausgestattet. In der Hochzeit der Glühlampenproduktion waren hier mehrere Tausend Mitarbeiter beschäftigt.[7]Bereits in den 1930er Jahren zählte Osram zu den weltweit größten Herstellern von Leuchtmitteln. Der Marktanteil belief sich in Deutschland auf gut 70 %. Im Osram-Glühlampenwerk A (früherAEG) in Berlin-Moabit wurden ab 1920 dieVerstärkerröhren fürTelefunken hergestellt; der Standort ging 1939 komplett anTelefunken. In Österreich fiel der Personalstand in der Zwischenkriegszeit ständig und betrug im Jahr 1930 nur mehr 500 Mitarbeiter.[3]
Im Zuge der Machtergreifung der Nationalsozialisten mussten der Architekt der Osram-GründungWilliam Meinhardt und die weiteren jüdischen Vorstandsmitglieder die Geschäftsführung verlassen. Unter seinem Nachfolger, Geheimrat Hermann Schlüpmann, gewannenNSDAP-nahe Organisationen wie dieDAF größeren Einfluss über die Arbeiterschaft.[8.1] Im März 1933 beteiligte sich Osram mit 40.000 Reichsmark an einemgeheimen Fonds deutscher Großindustrieller, um den Wahlkampf der NSDAP zu unterstützen.[9]
1941 wurde das Kartell aufgelöst und 1942 folgten Prozesse gegen seine Mitglieder wegen illegaler Preisabsprachen und unlauteren Wettbewerbs.[6][10]
Teile der Produktion der Glaskolben wurden später nachWeißwasser/Oberlausitz (Werk W) verlagert.Die „Lampenstadt“, das Stammwerk Friedrichshain, wurde zum Osram-Werk D (Drahtwerk) und war bis 1945 Firmensitz. Osram eröffnete 1935 zusätzlich eine Fertigung in der ehemaligen Fabrik derBergmann Electricitäts-Werke an derSeestraße imWedding (Werk B; Bergmann). Wegen der anhaltenden Bombardierungen Berlins im Zweiten Weltkrieg wurde die Fertigung von als kriegswichtig eingestuften Produkten ab 1942 teilweise in ostdeutsche Städte verlagert.[11.1] So kam z. B. die Produktion vonMolybdän undWolframvorprodukten nachPlauen. Nach Absprache zwischen Osram und derSS wurden am Standort zweiKZ-Außenlager eingerichtet, um die Fabriken mit Häftlingen, die dafür unter anderem ausAuschwitz deportiert wurden, alsZwangsarbeiter zu versorgen.[12.1] ImKZ-Außenlager Leitmeritz sollten im Rahmen des GeheimprojektsRichard unterirdische Produktionsräume fürOsram entstehen, die aber bis zum Kriegsende nicht mehr zum Einsatz kamen.[13.1]
InBerlin-Friedrichshain setzteOsram in der Kriegszeit Zwangsarbeiterinnen und Kriegsgefangene in der Produktion ein.[14][15]
Zur Erschließung der Auslandsmärkte wurden zahlreiche Verkaufsstützpunkte in Form von Gesellschaften unter Beteiligung von Auslandskapital gegründet. So gab es zu dieser Zeit schon Verkaufsniederlassungen inShanghai undRio de Janeiro. Die führende Stellung auf dem Weltmarkt hieltOsram nicht zuletzt durch intensiven Erfahrungsaustausch mit Herstellern auf internationaler Ebene aufrecht.

Nach 1945 wurden die Osram-Werke inOst-Berlin undWeißwasser/O.L. auf Anordnung derSowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) enteignet und teilsdemontiert. Das ehemalige Osram-„Drahtwerk“ in Berlin-Friedrichshain ging 1949 inVolkseigentum über. Es entstand derVEB Berliner Glühlampenwerk „Rosa Luxemburg“, der 1969 mit anderenLeuchtmittel-Produzenten zumDDR-Kombinat „Narva“ zusammengeschlossen wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren am Standort Friedrichshain über 5000 Menschen beschäftigt. Nach derDeutschen Wiedervereinigung wurde dort die Glühlampenproduktion 1992 eingestellt und der Gebäudekomplex in die Denkmaldatenbank aufgenommen. Das ehemaligeNarva-Gelände wird seit 1999 unter dem Namen „Oberbaum City“ vermarktet.
Osram konnte nach 1945 in Großbritannien nicht unter eigenem Namen auftreten, weil dieser 1945 „enteignet“ worden war. Die Lampen wurden seit 1967[5.2] unter dem MarkennamenWotan vertrieben. Dieser Name wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts vonSiemens & Halske alsKofferwort ausWolfram (WO) undTantal (TAN) verwendet.[5.3]In der DDR wurden die Lampen ursprünglich in Verpackungen mit dem weiß-orangefarbenenOsram-Design und dem NamenBerliner Glühlampenwerk vertrieben, ab 1963 unter der MarkeNARVA.Wegen der Enteignung nach demZweiten Weltkrieg verlegte derOsram-Konzern im Jahr 1954 seinen Firmensitz vonBerlin nachMünchen.
1956 wurde Osram aus steuerlichen Gründen in eineGmbH umgewandelt und inOsram GmbH Berlin/München umbenannt. Zu diesem Zeitpunkt besaßen Siemens 43 %, die AEG 36 % und dieInternational General Electric Company 21 % der Anteile.
Das Werk in Wien, das durch Bomben stark beschädigt worden war, wurde aus demOsram-Konzern herausgelöst und derUSIA unterstellt. 1958 wurde das Unternehmen unter dem alten NamenOsram Österreichische Glühlampenfabrik GmbH vonAEG,Siemens undGeneral Electric neu gegründet. Seit 1988 besteht die Produktion inAtzgersdorf nicht mehr.[11]Auf den sogenanntenOsram-Gründen entstand eine Wohnhausanlage.[16]1976 verkaufte dieAEG ihre Anteile anSiemens. Ab 1978 warOsram vollständig im Besitz vonSiemens[3] und wurde ab 1989 als Bereich mit eigener Rechtsform geführt. Ebenfalls 1989 folgte in einem Joint-Venture mitMitsubishi der Eintritt in den japanischen Markt. Ab 2008 war dieOsram GmbH Teil des Unternehmenssegments „Industry“ derSiemens AG.
Am 1. Januar 1999 gründeten dieSiemens Semiconductor Division (seit 1. April 1999Infineon Technologies AG) und Osram das Joint-VentureOsram Opto Semiconductors GmbH & Co. OHG mit Hauptsitz inRegensburg. Osram Opto Semiconductors wurde eine 100-prozentige Tochter derOsram GmbH, nachdem diese im August 2001 alle Anteile vonInfineon übernommen hatte.
Um 2005 begann im Spandauer Glaswerk ein drastischer Stellenabbau. Im Jahr 2017 waren dort noch etwa 800 Menschen tätig. Die Konzernleitung reagierte auf den technischen Wandel, normale Lampenglaskolben – also die ohneQuarzglas – wurden gar nicht mehr hergestellt, dafür entstandenXenon-Leuchten für Autoscheinwerfer. Unter Berücksichtigung der Ersatzteilversorgung werden diese noch einige Jahre nachgefragt werden. Die letzte Entwicklung geht jedoch zuLED-bestückten Scheinwerfern.[7]
InRegensburg besteht eine Osram-Filiale, die zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Produktion von Lichtchips für Autoscheinwerfer aufnahm.In Berlin-Spandau soll aus der ehemaligen Glashütte ein Entwicklungszentrum für Technologien zumAutonomen Fahren entstehen. Die Fertigung von Xenon-Lampen soll so lange wie möglich beibehalten werden. Der Betriebsratsvorsitzende formulierte das Ziel der Berliner Osram-Mitarbeiter so:[7] „Die letzte Xenon-Lampe, die auf der Welt gefertigt wird, soll aus Berlin kommen, weil wir es besser und billiger können werden als andere.“
Siemens wollte Osram ursprünglich im Herbst 2011 an die Börse bringen. Allerdings wurde der Börsengang „in Anbetracht des hochvolatilen Umfeldes an den Kapitalmärkten und möglicher Wirkungen auf das Branchenumfeld“ zunächst verschoben.[17] Im November 2012 wurde beschlossen, Osram über eine Abspaltung an die Börse zu bringen.[18]Im Rahmen derAbspaltung erhielten Siemens-Aktionäre für jeweils 10 Siemens-Aktien eine Aktie derOsram Licht AG ins Depot gebucht.[19]Siemens hielt bis 2017 einen Anteil von 17 Prozent am Unternehmen.[20][21] Die Aktie des Unternehmens wurde am 23. September 2013 in denMDAX derFrankfurter Wertpapierbörse aufgenommen, musste diesen jedoch zum 22. März 2021 verlassen und wurde anschließend bis zum 30. Juni 2021 imSDAX notiert.[22]
Im Geschäftsjahr 2014 investierte Osram nach eigenen Angaben 6,4 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung, davon 75 Prozent für die Entwicklung des LED-Geschäfts.[23]Osram erzielte im Geschäftsjahr 2016 (1. Oktober 2015 bis 30. September 2016) mit rund 24.600 Beschäftigten weltweit einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro[24] und war somit nachPhilips Lighting der zweitgrößte Leuchtmittelhersteller.[25] Im November 2015 hatte Vorstandschef Berlien einen Strategiewechsel verkündet, der zum Kurseinbruch und Herabstufungen durch Analysten führte.[26]
Im April 2015 wurde bekannt gegeben, dass Osram sein Geschäft mit Privatkunden, also die SparteGlühlampen undLED-Lampen für Allgemeinbeleuchtung mit gut einem Drittel der Mitarbeiter, abspalten werde.[27] Im Zuge desCarve-Outs wurde auch das Glühlampen-Symbol aus dem Logo vonOsram entfernt.
Anfang 2016 gab die Firmenleitung bekannt, dass der Name des neuen UnternehmensLedvance lauten werde. Er setzt sich aus den zwei Wörtern „LED“ (für das Kerngeschäft Licht) und „Advance“ für Fortschritt zusammen und soll den Umbruch der LED-Technologie widerspiegeln, bzw. den Wechsel von traditionellen Lampen hin zu LED-Lampen und integrierten LED-Leuchten. Seit Juli 2016 tritt Ledvance als rechtlich eigenständiges Unternehmen unter demCEO Jes Munk Hansen auf und darf den MarkennamenOsram für seine Produkte weiterhin nutzen.[28][29][30]Neuer Eigentümer des abgespaltenen Geschäftsbereichs ist ein chinesisches Konsortium, bestehend aus dem strategischen InvestorIDG, dem chinesischen Licht-UnternehmenMLS und dem FinanzinvestorYiwu. Der Kaufpreis lag bei über 400 Millionen Euro.[31][32]
Das Portfolio von Ledvance besteht aus traditionellenLeuchtmitteln,LED-Lampen,Over-the-Counter (OTC)-Leuchten sowie Lichtlösungen aus den BereichenSmart Home undSmart Building.[33] Mittlerweile hatten alle relevanten Behörden zugestimmt. Im Zusammenhang mit dem Unternehmensverkauf wurde auch ein Vertrag über den Kauf vonOsram LED-Chips im Wert von 300 Millionen Euro geschlossen.[34]
2019 verkaufteOsram seine amerikanische ServicesparteSylvania Lighting Solutions anWesco International[35]
Anfang Juli 2019 genehmigten der Vorstand und Aufsichtsrat eine Übernahme von Osram durch die US-FinanzinvestorenBain Capital undCarlyle in Höhe von rund 3,4 Milliarden US-Dollar. Der Übernahme hätte bis Ende September 2019 von 70 % der Eigentümer der Osram-Anteile zugestimmt werden müssen.[36] Wenige Tage später legte der österreichische SensorherstellerAMS ein höheres Übernahmeangebot vor.[37] Der Osram-Vorstand lehnte es jedoch ab, woraufhin das Gebot zurückgezogen wurde.[38][39] Nach einem nachgebesserten Angebot gelang die Übernahme.[40]Die EU genehmigte Anfang Juli 2020 die Osram-Übernahme durch AMS ohne Auflagen.[41] Anfang März 2021 wurde der Zusammenschluss von ams und Osram vollzogen mit dem Abschluss einesBeherrschungs- undGewinnabführungsvertrag.[42] Seit 2022 firmiert das Unternehmen unter dem gemeinsamen Namenams OSRAM.[43]
Osram hat mehr als 15.000 erteilte und angemeldete Patente.[44]Es wandelte sich in den letzten Jahren vom Beleuchtungshersteller zumPhotonikunternehmen. Zusätzlich zur Beleuchtung konzentrierte sich Osram verstärkt auf die Bereiche Sensorik, Visualisierung und Behandlung durch Licht. Anwendungsbeispiele reichen vonVirtual Reality überAutonomes Fahren oder Entwicklungen rund um dasSmartphone bis hin zu vernetzten intelligenten Beleuchtungslösungen in Gebäuden oder zumAnbau von Pflanzen in Innenräumen. Im Geschäftsjahr 2020 erfolgte die Aufteilung von Osram in drei Geschäftsbereiche:Opto Semiconductors, Automotive und Digital.[45]
Der Geschäftsbereich produziertoptische Halbleiter, die wichtige Elemente in der Beleuchtungs-, Visualisierungs- undSensortechnik sind.Opto Semiconductors bietet eine breite Palette vonLEDs in den Leistungsklassen Low-Power, Mid-Power, High-Power und Ultra-High-Power für Allgemeinbeleuchtung, Automobil-, Verbraucher-, Industrieanwendungen sowie Infrarot-, Laser- und optische Sensoren. Zu den wichtigsten Märkten für die Komponenten gehören die Automobilbranche, Smartphones,Wearables, Allgemeinbeleuchtung, Pflanzenbeleuchtung, Industriebeleuchtung und Projektion.[45]
Der BereichAM entwickelt, produziert und vertreibt Lampen, Lichtmodule und Sensorik im Erstausrüstergeschäft an Fahrzeughersteller und deren Zulieferer sowie im Ersatzteilgeschäft. Dazu gehören sowohl Produkte auf Basis traditioneller Beleuchtungstechnologien, als auch LED-basierte Lösungen. Das auf LED- und Laser-Technologie basierende Automotive-System- oder Modul-Erstausrüstergeschäft wird dabei vom TochterunternehmenOSRAM Continental betrieben.OSRAM Continental ist auf die Digitalisierung im Automobilbereich ausgerichtet; zum Produktportfolio gehören unter anderem kundenspezifische Systemlösungen, die neueste Licht- und Elektroniktechnologien kombinieren.
Bis zum Beginn des Geschäftsjahres 2019 bildete der BereichAutomotive zusammen mit weiteren Geschäftsfeldern den GeschäftsbereichSpecialty Lighting. Im Zuge einer Organisationsänderung und der damit einhergehenden Umbenennung in Automotive wurden diese weiteren Geschäftsfelder dem BereichDigital zugeordnet.[45]
Mit Beginn des Geschäftsjahres 2019 wurden im BereichDigital folgende Geschäftsaktivitäten von Osram gebündelt:
Der Geschäftsbereich Digital wurde inzwischen veräußert. Im Juni 2021 wurde das Nordamerika-Geschäft anAcuity Brands abgegeben.[48] Im Juni 2022 wurde das Europa- und Asien-Geschäft anInventronics verkauft.[49]
Der ehemalige GeschäftsbereichLighting Solutions wurde mit Beginn des abgelaufenen Geschäftsjahres 2019 aufgelöst. Das Lichtlösungsgeschäft vonTraxon wurde dem neuen GeschäftsbereichDigital zugeordnet. Das europäische Leuchtengeschäft (Siteco) wurde 2019 an den Investor (Stern Stewart & Co) veräußert.[50]
Über die WerkeSchwabmünchen, Berlin undBruntál vertreibtOsram auch Vorerzeugnisse für den Lichtmarkt und weitere Industriezweige in den BereichenRefraktärmetalle, Chemieprodukte,Leuchtstoffe sowie Glas und Quarz.[51]

Osram engagiert sich gesellschaftlich in vielfältiger Form: Von Geld- und Sachspenden, Unterstützung und Sponsoring von Kultur-, Sozial- und Bildungsveranstaltungen oder Institutionen bis hin zur Mitgliedschaft in Organisationen und Vereinen. Im Jahr 2019 wurden dafür 3,3 Mio. € ausgegeben.[52] Im Rahmen der Zusammenarbeit mit demVatikan wurden vonOsram verschiedene Beleuchtungsprojekte betrieben. Im Jahr 2019 wurde die Innenbeleuchtung desPetersdoms im Vatikan mit 780 Spezialleuchten mit rund 100.000 Leuchtdioden vonOsram gesponsert. Durch die neue Beleuchtung der 190 Meter langen Kirche mit 22.000 Quadratmetern Grundfläche sind auch hochauflösende Fernsehübertragungen mit 4K oder 8K möglich.[53] Zu den vatikanischen Projekten von Osram gehört auch die Beleuchtung derSixtinischen Kapelle. Diese wurde in 2014 im Rahmen des EU-FörderprojektesLED4ART zur Etablierung der LED-Beleuchtung im Kunst- und Museumsbereich implementiert.[54]Osram war Sponsor und Lieferant von Lichttechnik fürEurovision Song Contest in den Jahren 2015–2019.[55] Seit 1966 engagiert sich Osram mit einer eigenen Galerie am Firmenhauptsitz München im kulturellen Bereich. 2001 begann der Aufbau einer Sammlung zur Förderung junger Kunst. Anlässlich seines Firmenjubiläums im Jahr 2006 präsentierte das Unternehmen mit „Seven Screens“ eine LED-Plattform für digitale Kunstprojekte im öffentlichen Raum.[56] Das Engagement firmiert seit 2006 unter dem NamenOsram Art Projects. Seit 2013 ist Osram der Sponsor der Deutschen Kinemathek, dem Museum für Film und Fernsehen in Berlin.[57] Auch wird seit 2013 das Engagement mit dem Kunstpreis „LIO – The Osram Light Art Award“ fortgeführt.[58]