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Osnabrück

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WappenDeutschlandkarte
Osnabrück
Deutschlandkarte, Position der Stadt Osnabrück hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten:52° 17′ N,8° 3′ O52.2788888888898.043055555555664Koordinaten:52° 17′ N,8° 3′ O
Bundesland:Niedersachsen
Höhe:64 m ü. NHN
Fläche:119,8 km²
Einwohner:166.057 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte:1386 Einwohner je km²
Postleitzahlen:49074–49090
Vorwahlen:0541, 05402, 05406, 05407
Kfz-Kennzeichen:OS
Gemeindeschlüssel:03 4 04 000
LOCODE:DE OSN
NUTS:DE944
Stadtgliederung:23Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Natruper-Tor-Wall 2
49076 Osnabrück
Website:www.osnabrueck.de
Oberbürgermeisterin:Katharina Pötter[2] (CDU)
Lage der Stadt Osnabrück in Niedersachsen
Karte
Karte
Blick in Richtung Osten über die OsnabrückerInnenstadt
Blick auf den Süden der Stadt mit der 103 m hohenKatharinenkirche
Osnabrücker Rathaus desWestfälischen Friedens

Osnabrück ([ˌʔɔsnaˈbʁʏk,westfälischOssenbrügge (osnabrückische Mundart: [ˌʔɔsn̩ˈbrʏɣə]),lateinischOsnabruga) ist eineGroßstadt inNiedersachsen und Sitz desLandkreises Osnabrück. Diekreisfreie Stadt ist einOberzentrum Niedersachsens und Mittelpunkt desOsnabrücker Landes.[3] Mit rund 166.000 Einwohnern ist sie nachHannover,Braunschweig undOldenburg dieviertgrößte Stadt Niedersachsens. Die ca. 28.000 Studenten vonUniversität undHochschule machen etwa 17 % der Gesamtbevölkerung aus.[4]

Die Stadt entstand imFrühmittelalter um denBischofssitz des 780 gegründetenBistums Osnabrück, der an einem Knotenpunkt alter Handelsstraßen lag. ImSpätmittelalter und derFrühen Neuzeit war OsnabrückHansestadt, genauer eine Prinzipalstadt des westfälischen Quartiers derHanse. Bekannt wurde Osnabrück, gemeinsam mit dem ca. 50 km entferntenMünster, auch als Ort der Aushandlung und Unterzeichnung desWestfälischen Friedens von 1648.[5] Laut eigener Aussage gilt in Osnabrück noch heute im Rahmen desFriedensgedankens derLeitsatz „Frieden als Aufgabe – dem Frieden verpflichtet“, der das kulturelle und politische Leben in der Stadt bestimme.[6] Dies soll auch durch denSloganOsnabrück – Die Friedensstadt verdeutlicht werden, der z. B. imCorporate Design der Stadt Osnabrück verwendet wird.

Osnabrück liegt auch heute im Schnittpunkt wichtigereuropäischer Wirtschaftsachsen. Dadurch entwickelte sich die Stadt zu einemLogistikzentrum. Zudem hat sich eine bedeutende Auto-, Metall- und Papierindustrie angesiedelt.[7]

Im Jahr 2023 stand Osnabrück auf Platz 50 dergrößten Städte Deutschlands.

Geografie

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Geografische Lage

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Die Stadt liegt im südwestlichenNiedersachsen an der Grenze zuNordrhein-Westfalen, in das Osnabrück mit dem teilweise umgebendenLandkreis Osnabrück hineinreicht. Dieser Teil Niedersachsens wird an drei Seiten von Nordrhein-Westfalen umschlossen, wobei Osnabrück nur an seiner Westseite direkt an Nordrhein-Westfalen grenzt. Osnabrück und der Landkreis Osnabrück bilden zusammen die RegionOsnabrücker Land, diese ist aus dem historischenHochstift Osnabrück entsprungen.Zur benachbarten westfälischen Region desTecklenburger Landes besteht eine enge Beziehung sowohl wegen der Nähe als auch in historischem Zusammenhang. So ist Osnabrück das wichtigste Oberzentrum für das Osnabrücker und Tecklenburger Land und für weitere Bereiche im Umfeld.

Osnabrück liegt im Schnittpunkt wichtiger europäischer Wirtschaftsachsen in Nord-Süd- und Ost-Westrelation. Sie werden im Autobahnnetz und im Schienennetz sichtbar. Durch die Verkehrserschließung entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden Logistikzentrum im nordwesteuropäischen Raum.

Benachbarte Großstädte sind im Uhrzeigersinn von NordenOldenburg,Bremen,Hannover,Bielefeld,Dortmund,Münster undEnschede (Niederlande).

Teile der Stadt gehören zumNatur- und Geopark TERRA.vita, der sie fast vollständig umschließt. DasOsnabrücker Hügelland, das im Norden durch dasWiehengebirge und im Süden durch denTeutoburger Wald begrenzt wird, prägt mit seinen Ausläufern die Stadt unmittelbar, da sich dort viele Erhebungen befinden. Die höchste ist derPiesberg mit 188 Metern, der für seinen ehemaligenSteinkohleabbau und das Industriemuseum bekannt ist. Die Höhenlage amNeumarkt (Innenstadt) beträgt 64 m überNormalnull, der tiefste Punkt liegt am FlussHase inPye bei 54 Metern über demMeeresspiegel. Die Stadtgrenze ist 79,5 km lang.[8]

Allgemeiner liegt Osnabrück imNiedersächsischen Bergland, das sich von derNorddeutschen Tiefebene abgrenzt. Sie beginnt nördlich des Wiehengebirges mit derDümmer-Geestniederung. Das Osnabrücker Nordland ist geprägt vonEndmoränen und ausgedehntenMoorlandschaften sowieGeest. Südlich des Teutoburger Waldes befindet sich ebenfalls ein Teil der Norddeutschen Tiefebene, dieWestfälische Bucht.

Geografischer Mittelpunkt der Stadt

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Der geografische Mittelpunkt der Stadt am Herrenteichswall

Dergeografische Mittelpunkt der Stadt liegt auf demBreitengrad 52°16′39″ Nord,Längengrad 8°02′51″ Ost.An der Stelle auf demHerrenteichswall wurde 2016 eine rote Kugel auf einem Betonsockel errichtet. Direkt neben dem Punkt verläuft die Hase mit dem Haseuferweg. Am Mittelpunkt überquert der Conrad-Bäumer-Weg die Hase und führt zum nahenGymnasium Carolinum und demOsnabrücker Dom. An der Brücke weist eine Tafel auf den Mittelpunkt hin.[9][10]

Geologie

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Erdbeben

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Durch die südlich der Stadt verlaufendenOsning-Störungszone sind in Osnabrück Erdbeben möglich, jedoch sehr selten. Im weiteren Umland gab es die historischen Erdbeben von Bielefeld (1612) sowie am 3. September 1770 inAlfhausen.

Durch den Bergbau in Ibbenbüren gab es in den letzten Jahrzehnten drei Beben mit einer Stärke von mehr als 4 auf derRichterskala, welche auch in Osnabrück gespürt werden konnten: 13. Juli 1981, 16. Mai 1991 und am 6. Januar 2003.[11]

Endlagersuche

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Schon bei der 1. Etappe derEndlagersuche in Deutschland wurden große Teile von Osnabrück als untauglich für einAtomares Endlager eingestuft. Zwar sind in Osnabrück sowohlTonsteinschichten undSalzablagerungen zu finden, jedoch sind diese zu geringmächtig oder durch die zahlreichen geologischen Störungen desOsnabrücker Berglandes ungeeignet. Zudem sind in und um Osnabrück zahlreicheAltbergbaustandorte zu finden, in welchen sowohl Steinkohle als auch verschiedene Erze gefördert wurden. Lediglich ein kleiner Teil von Hellern könnte in der zweiten Etappe möglicherweise genauer betrachtet werden.[12]

Gewässer

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Fließgewässer

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Die Hase an der Vitischanze

Das Hauptgewässer in Osnabrück ist dieHase samt den NebenflüssenBelmer Bach,Nette undDüte. Die Hase ist nach wasserwirtschaftlicher Bedeutung ein Gewässer 2. Ordnung und innerhalb Osnabrücks nicht schiffbar. Sie erreicht Osnabrück von Osten aus RichtungMelle inVoxtrup. Im BereichFledder mündet der rechte Nebenfluss Belmer Bach in die Hase, der vom namensgebendenBelm kommt. Kurz daraufspaltet sich die Hase für rund zwei Kilometer in zwei getrennte Flussarme, dieKlöckner Hase und dieNeue Hase. Diese bilden somit praktisch eine Insel, auf der bis 1989 dasStahlwerk Osnabrück stand und heute das Gewerbegebiet Hasepark liegt. Nachdem die Innenstadt durchflossen ist, nimmt sie im StadtteilHafen den rechten Nebenfluss Nette auf. Die im Osnabrücker Bergland entspringende Nette fließt aus nordöstlicher Richtung durch den StadtteilHaste, ehe sie nachUnterdükerung des Stichkanals bei den PapierwerkenKämmerer in die Hase mündet. Danach fließt die Hase weiter bis zur nordwestlichen Stadtgrenze beiEversburg. Bezugnehmend auf den Fluss wird die Stadt Osnabrück auch gelegentlich alsHasestadt bezeichnet.

Siehe auch:Öwer de Hase

Die Düte fließt aus südlicher Richtung durch die StadtteileSutthausen,Hellern undAtter, um hier nach derDütebrücke amAttersee das Osnabrücker Stadtgebiet zu verlassen und das benachbarteLotte zu erreichen. Weiter nördlich mündet sie zwischenWallenhorst undWersen in die Hase.

Starke Regenfälle durch dasTief Cathleen führten im August 2010 zu erhöhten Wasserständen der Fließgewässer Osnabrücks. In einigen Stadtteilen und den angrenzenden Gemeinden kam es zu Überschwemmungen, was die Ausrufung desKatastrophenalarms zur Folge hatte.

Seen

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Blick über den Rubbenbruchsee

Die beiden größten Seen Osnabrücks sind derRubbenbruchsee und derAttersee. Während der Rubbenbruchsee vorwiegend von Spaziergängern und Joggern zur Naherholung genutzt wird, bietet der Attersee ein ausgeprägtes Camping- und Freizeitgelände und ist der einzige Badesee im Stadtgebiet. Beide sind künstlich geschaffene Baggerseen.

KleinereStillgewässer finden sich im gesamten Stadtgebiet, Beispiele sind der Pappel- und der Wüstensee im StadtteilWüste. Oft erfüllen sie die Funktion einesRegenrückhaltebeckens.

Wasserstraßen

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Im Flusstal der Hase verläuft parallel zu ihr derStichkanal Osnabrück, eine 14,5 km lange künstlicheBundeswasserstraße, die denMittellandkanal bei Bramsche mit dem Hafen imgleichnamigen Stadtteil von Osnabrück verbindet. Der eigentliche Kanal als Bundeswasserstraße ist 13,0 km lang und endet im oberen Vorhafen der Schleuse Haste, die verbleibende Reststrecke wird zum Stadthafen Osnabrück gezählt. Weiter nördlich am Kanal befinden sich der Ölhafen sowie der Piesberger Hafen.

Stadtgliederung

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Das Osnabrücker Stadtgebiet erstreckt sich über 119,8 km². Offiziell leben in Osnabrück 164.748 Menschen, das einer Bevölkerungsdichte von 1375,2 Einwohnern pro km² entspricht.

Das Stadtgebiet Osnabrücks ist in 23Stadtteile unterteilt, die fortlaufend nummeriert sind. Ihre Namen entspringen meist historisch überlieferten Bezeichnungen oder der geographischen Lage. Teilweise wurden auch mehrere frühereOrtschaften zu einem Stadtteil vereinigt. Jeder Stadtteil gliedert sich weiter inStatistische Bezirke, von denen jeder mit einer dreistelligen Nummer bezeichnet wird.[13] Eine noch kleinräumigere Gliederung besteht mit der statistischen Unterteilung inBaublöcke.

Osnabrücker Stadtteile mit amtlichen Nummern

Die 23 Stadtteile mit ihren amtlichen Nummern(Stand: 31. Dezember 2017):

Stadtteil-
nummer
StadtteilnameFläche
(km²)
EinwohnerEW/km²
01Innenstadt1,719.5615.590
02Weststadt3,189.6263.030
03Westerberg4,9310.1082.050
04Eversburg2,988.5782.880
05Hafen4,062.678660
06Sonnenhügel3,199.3712.950
07Haste7,956.757850
08Dodesheide4,4910.1082.260
09Gartlage1,443.7292.590
10Schinkel2,3314.4106.180
11Widukindland2,764.9651.810
12Schinkel-Ost2,923.5361.220
13Fledder3,752.594690
14Schölerberg3,6414.6724.030
15Kalkhügel3,026.2982.090
16Wüste2,7314.9345.470
17Sutthausen4,424.7011.060
18Hellern12,147.034580
19Atter10,674.306400
20Pye7,512.975400
21Darum/Gretesch/Lüstringen14,348.114570
22Voxtrup10,917.183.0660
23Nahne4,752.268480
Gesamt119,80164.3741.410

Die einzelnen Stadtteile haben im Laufe der Zeit einen eigenen Charakter entwickelt. Während sich beispielsweise in der Innenstadt, dem Hafen und imFledder primär der Einzelhandel, Gewerbe und Industrie angesiedelt haben, stellen Hellern oder das Widukindland klassische Wohngebiete mit großem Anteil an Ein-Familien-Haushalten dar. Westlich der Innenstadt ist das Wohngebiet dichter besiedelt und vonAltbauten und Mietwohnungen geprägt. Während sich im Bereich Westerberg einebürgerliche Klientel angesiedelt hat, bewohnen die Wüste und die Weststadt Studenten sowie jüngere Familien und Einzelhaushalte. An den Stadtgrenzen hingegen ist das Gebiet teilweise ländlich geprägt, Schinkel und Schinkel-Ost sowie Eversburg wurden durch ihre Geschichte als Arbeiterviertel beeinflusst.

Flächennutzung

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Die 119,80 km² große Stadt Osnabrück teilt sich in folgende Flächennutzungen auf(Stand 31. Dezember 2016):[14]

NutzungsartFläche in km²
Bodenfläche insgesamt119,80
Siedlungsfläche45,30
Verkehrsfläche14,63
Landwirtschaft37,29
Wald19,14
Unland0,30
Gewässerfläche1,80

Nachbargemeinden

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Osnabrück befindet sich an der Grenze zuNordrhein-Westfalen. Der Großteil der Nachbargemeinden befindet sich im niedersächsischenLandkreis Osnabrück, die GemeindeLotte liegt im nordrhein-westfälischenTecklenburger Land (Kreis Steinfurt). Osnabrück weist als Wirtschafts- und Dienstleistungszentrum einen relativ hohenPendlersaldo auf; über 59 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten pendeln zur Arbeit in die Stadt.[15] DerBallungsraum Osnabrück hat rund 281.000 Einwohner.[16]

Wappen Gemeinde Wallenhorst
Wallenhorst
8 km
Wappen Gemeinde Belm
Belm
6 km
Wappen der Gemeinde Lotte
Lotte
9 km
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigtWappen der Gemeinde Bissendorf
Bissendorf
9 km
Wappen der Gemeinde Hasbergen
Hasbergen
8 km
Wappen der Stadt Georgsmarienhütte
Georgsmarienhütte
8 km

Entfernungsangaben beziehen sich auf die Luftlinie von Ortsmittelpunkt zu Ortsmittelpunkt.

Wetter und Klima

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Osnabrück
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
90
 
4
0
 
 
62
 
5
0
 
 
73
 
9
2
 
 
47
 
14
4
 
 
62
 
18
8
 
 
70
 
21
11
 
 
77
 
23
13
 
 
83
 
23
13
 
 
71
 
19
10
 
 
75
 
14
7
 
 
79
 
8
3
 
 
84
 
5
0
_Temperatur (°C)  _Niederschlag (mm)
Quelle:[17]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Osnabrück
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Mittl. Temperatur (°C)2,02,45,49,013,415,918,117,714,110,15,82,69,7
Mittl. Tagesmax. (°C)4,35,19,113,718,120,723,122,818,713,88,44,613,6
Rekordmaximum (°C)14,717,324,430,331,735,336,937,231,226,220,215,737,2
Mittl. Tagesmin. (°C)−0,4−0,42,14,48,311,113,313,110,36,93,40,46,1
Rekordminimum (°C)−20,4−21,4−13,8−5,4−1,60,65,94,71,6−5,7−11,2−17,3−21,4
Niederschlag (mm)89,761,772,946,961,569,676,982,771,375,178,684,3Σ871,2
Sonnenstunden (h/d)1,512,573,515,476,586,346,586,154,593,351,701,174,1
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
4,3
−0,4
5,1
−0,4
9,1
2,1
13,7
4,4
18,1
8,3
20,7
11,1
23,1
13,3
22,8
13,1
18,7
10,3
13,8
6,9
8,4
3,4
4,6
0,4
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Quelle:[17]
Klimadiagramm von Osnabrück, 1981 bis 2010[18]

Osnabrück liegt in dergemäßigten Klimazone. Auf den 1900 Hektar Waldfläche innerhalb des Stadtgebiets herrscht daherLaubmischwald vor.[19]

Bestimmend sind West- und Nordwestwinde, die im Sommer kühles und im Winter mildes regnerisches Wetter mit sich bringen. Die Wetterlage ist eher unbeständig. DieJahresdurchschnittstemperatur beträgt 9,4 °C im langjährigen Mittel, wobei der Januar mit 1,8 °C der kälteste, der Juli mit durchschnittlich 17,6 °C der wärmste Monat ist. Die Winter sind etwas milder als in Ost- oder Süddeutschland, die Sommer aber entsprechend kühler, wobei nicht nur Sommergewitter, sondern auch lang anhaltende Regenperioden vorkommen können.

Osnabrück hat jährlich mit 856 mm relativ vielNiederschlag und liegt über dem Bundesdurchschnitt.[20] Dabei halten sich Winter- und Sommerregen die Waage. Insgesamt verteilt sich der Niederschlag auf durchschnittlich 122 Regentage im Jahr.[21]

Wetterstationen:

Stadtbild

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Blick von der Rathaustreppe
Schloss (Hauptsitz der Universität) mit Katharinenkirche
Alter Stadtbefestigungsturm Bürgergehorsam
Iduna-Hochhaus

Das Bild derInnenstadt ist von Kirchen (Turmhöhen bis zu 103,5 Meter:St. Katharinen) geprägt. Im nördlichen Teil der Innenstadt, zwischen derKathedraleDom St. Peter undHeger Tor, erstreckt sich diehistorische Altstadt mit demRathaus des Westfälischen Friedens. Hier finden sich viele Gebäude desKlassizismus wie dasHaus Tenge aus dem Jahr 1813/1814. In der Altstadt finden sich zudem Gebäude desRokoko sowie Häuser aus der Zeit, als in der Stadt noch inFachwerkbauweise gebaut wurde. Zu den Fachwerkhäusern gehört das 1690 erbauteHotel Walhalla.

Der dreieckige Marktplatz mit dem Rathaus des westfälischen Friedens und der KircheSt. Marien ist mittelalterlich geprägt. Zudem konnten in Osnabrück um die 150 romanische und gotischeSteinwerke nachgewiesen werden, von denen viele gut erhalten sind. Das sind mehr als in jeder anderen Stadt Deutschlands, Osnabrück wird daher auch dieHauptstadt der Steinwerke genannt. Besonders zu nennen ist derLedenhof, ein Steinwerk mitPalas gegenüber dem ehemalsfürstbischöflichen Barockschloss. Am Domhof befindet sich dasTheater Osnabrück, einJugendstil-Gebäude von 1909. Im Jugendstil ausgemalt ist dieLutherkirche in der Südstadt. Sie wurde als Tochterkirche der spätgotischen HallenkircheSt. Katharinen, der mit 103,5 m höchsten Kirche der Stadt, gebaut. Von historischer Bedeutung ist das ehemaligeDominikanerkloster, dessen Kirche heute als Kunsthalle genutzt wird.

DieFußgängerzone im mittleren Teil der Innenstadt schließt an dieAltstadt an und bildet die Haupteinkaufsstraße (Große Straße und vorderer Teil der Johannisstraße). Neben wenigen Gebäuden, die den Krieg überstanden haben, dominieren hier moderne Zweckbauten.

Zwischen der Alt- und Neustadt (südliche Innenstadt) befindet sich derNeumarkt. Früher ein zentraler Marktplatz der Stadt, wird er heute von einer vierspurigen Straße durchschnitten und dient als Verkehrsknotenpunkt und Haupt-Busbahnhof. Fußgänger konnten zwischen 1964 und 2001 den Neumarkt nicht ebenerdig überqueren, sondern mussten durch einen unterirdischen Fußgängertunnel gehen. Dieser als Neumarktpassage betitelte Tunnel wurde angelegt, um die Stadtautogerecht zu gestalten. Nachdem ab dem Jahr 2001 wieder übertägiges Queren des Platzes möglich war, sank die Bedeutung des Tunnels, sodass er 2012 geschlossen und 2014–16 abgerissen sowie verfüllt wurde.

Nördlich des Neumarkts, im Bereich Wittekindstraße und Berliner Platz, haben sich Unternehmen des Dienstleistungs- und Finanzsektors mit moderner Baustruktur und gläsernen Fassaden angesiedelt. Die Neustadt bietet besonders im Bereich um die ehemalige StiftskircheSt. Johann noch alte Bausubstanz. Auf dem früheren Kirchhof von St. Johann steht die denkmalgeschützteAbluftsäule, die eine unterirdische Toilettenanlage be- und entlüftet. Südlich des Platzes steht das ehemaligeNeustädter Rathaus.

Die Innenstadt wird von einem nierenförmigen Stadtring umschlossen, der den Autoverkehr aufnimmt. Von diesem so genanntenWall gehen sternförmig die Haupt-,Ein- und Ausfallstraßen der Stadt ab. Sieben Türme, eineWallanlage und zwei Mauern säumen den Stadtring, der ein Überbleibsel der altenStadtbefestigungen ist.

Hauptartikel:Innenstadt (Osnabrück)

Der heutige Wall umfasst, gegen den Uhrzeigersinn, den Hasetor-, Natruper-Tor-, Heger-Tor-, Schloss-, Johannistor- und Petersburgerwall sowie den Konrad-Adenauer-, Goethe- und Erich-Maria-Remarque-Ring. Eine Kombination Altem mit Neuem stellt die Vitischanze dar, in der moderne Architektur auf eine alte Stadtbefestigung gesetzt wurde. Hier war bis 2007 ein Teil der Spielbank untergebracht. Zwischenzeitlich wurde das Gebäude vom Studiengang Industrial Design der Hochschule Osnabrück genutzt. Das höchste Bauwerk ist dasIduna-Hochhaus aus der ersten Hälfte der 1970er Jahre mit 20 Stockwerken.

Bis nah an den Stadtkern reichen rundum Grün- und Waldflächen, die auch als Naherholungsgebiete dienen. Dieses Konzept der „grünen Finger“ entstand in den 1920er Jahren durch den damaligen Stadtbaurat Lehmann, der sich damit durchsetzte, dass Wald- und Naherholungsbereiche von außen als grüne Lunge bis hinein an den Stadtkern erhalten blieben. Auch bei der jetzigen Flächennutzungsplanung werden zusätzlich unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes die grünen Finger weiter berücksichtigt. Osnabrück ist die größte Stadt Deutschlands, die inmitten eines Naturparks liegt, demNatur- und Geopark TERRA.vita.

Zwischen dem Schloss und dem Ledenhof befand sich von 1977 bis 2023 einer der wenigen gestalteten Plätze Osnabrücks. Er war über einer Tiefgarage und entstand aus einem Wettbewerb der Architekten Helge und Margret Bofinger. Der Platz bestand aus rotbraunen Ziegelsteinen mit verspielten Kreiselementen im Stil der Postmoderne aus versetzten Höhensprüngen, Wasseranlagen, Bepflanzungen und einem Kiosk. 2023 wurde die Gestaltung abgerissen für eine ebene Fläche aus Asphalt.

Geschichte

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Hauptartikel:Chronik der Stadt Osnabrück

Vorgeschichte

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Jungsteinzeit

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Kupferhort von Lüstringen

Im Bereich der heutigen Sandforter Straße im StadtteilVoxtrup verlief etwa von der Jungsteinzeit bis zum Mittelalter eineAltstraße, die dem Handel diente und dort dieHase durch eineFurt kreuzte. In der näheren Umgebung der Furt liegen mehrere jungsteinzeitlicheGroßsteingräber, wie dieGretescher Steine, dieSundermannsteine und dieTeufelssteine sowie weitere Grabstätten. 2016 wurde in dem Gebiet der rund 5000 Jahre alteKupferhort von Lüstringen gefunden. Auch an anderen Orten im heutigen Stadtgebiet finden sich Spuren menschlicher Aktivität aus der Jungsteinzeit.[22][23]

Antike

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Römische Gesichtsmaske aus Kalkriese

Das heutige Osnabrücker Land lag in der Antike inGermania magna, also dem Einfluss- und Siedlungsgebiet derGermanen nördlich desRömischen Reichs. Lange Zeit versuchten die Römer, ihren Einflussbereich nach Norden auszudehnen. Die Auseinandersetzungen mit den Germanen fanden um 9 n. Chr. ihren Höhepunkt in derVarusschlacht, in der dercheruskische FeldherrArminius mit germanischen Kämpfern dreirömische Legionen unter dem Befehl vonPublius Quinctilius Varus vernichtete. Die Schlacht selbst oder ein mit ihr in Verbindung stehendes Kampfereignis fand vermutlich in derFundregion Kalkriese nördlich von Osnabrück statt. Insbesondere die 1990 in Kalkriese gefundene römischeHelmmaske wurde zum Symbol der Varusschlacht im Raum Osnabrück.

Mittelalter

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Bistumsgründung

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Zur Zeit derSachsenkriegeKarls des Großen wurden ersteBistümer im Sachsenland gegründet, so auch dasBistum Osnabrück an der Hase. 783 besiegte Karl in derSchlacht an der Hase bei Osnabrück den SachsenherzogWidukind, in der Folge wurden die Sachsenchristianisiert und ihr Gebiet fortan durch die Franken beherrscht. Um 785 wurde die erste Kirche am Ort des Bischofssitzes der Osnabrücker Diözese geweiht, sie war eine erste Vorgängerin des heutigenDoms St. Peter. 804 soll Karl der Große auch die BistumsschuleCarolinum gegründet haben, die Urkunde, die dies belegen soll, gilt aber als Fälschung aus dem 11. Jahrhundert.[24]

Entstehung der Stadt

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Nach der Teilung des Fränkischen Reiches durch denVertrag von Verdun 843 gehörte dasStammesherzogtum Sachsen und damit Osnabrück zumOstfrankenreich. Der Ortsname wird erstmals 851 alsOsnabrugga imGauThrecwiti erwähnt; er bezeichnete einen Übergang über die Hase, das Vorderglied geht wahrscheinlich auf einen früheren Namen des Flusses, rekonstruiert als*Ausana oder*Ausena, zurück.[25] Der Siedlungskern um den Bischofssitz herum wurde mit Wällen und Wassergräben alsDomburg ausgebaut, innerhalb derer auch die heutigen PlätzeDomhof undGroße Domsfreiheit lagen. Trotz der Befestigung wurde Osnabrück um 880 durchNormannen überfallen und die Domburg samt Kirche zerstört. Um 900 wurde der Missionsstützpunkt wieder aufgebaut. Ungefähr zur gleichen Zeit erhielt das Bistum dasMarktrecht. Der Markt fand zunächst innerhalb der Domburg statt, da der Platz dort jedoch bald nicht mehr ausreichte, wurde westlich außerhalb der Befestigung auf einer inselartigen Sandkuppe derMarktplatz angelegt. Dort entstand die Vorgängerkirche der heutigenMarienkirche. Damit auch der Marktbereich gegenüber der Umgebung abgegrenzt und vor Angreifern geschützt war, wurde die Stadtbefestigung im11. Jahrhundert erweitert, sie umfasste dann den Bereich zwischen dem heutigen Straßenzug Krahnstraße–Bierstraße–Lohstraße im Westen und der Hase im Osten.[26] 1011 wurde südlich außerhalb der Stadtmauern dieJohanniskirche als Kirche für die dort ansässigen Bauernhöfe gegründet.

Stadtgebiet ab dem 12. Jahrhundert. Noch zu erkennen die Befestigung der altenBinnenburg entlang Lohstraße/Krahnstraße mit dem Dom im Zentrum.

Nach einem Brand in der Domkirche um 1100, die dadurch stark beschädigt worden war, wurde der Sitz derOsnabrücker Bischöfe in dasSchloss Iburg verlegt. Ab dem 12. Jahrhundert baute man den Dom nach und nach bis zu seiner heutigen Größe und Gestaltung aus. Durch das Wachstum der Bevölkerung wurde der Platz innerhalb der Stadtmauern erneut knapp und auch vor der Befestigung siedelten sich Menschen an. Diese organisierten sich in Gruppierungen, aus denen dieLaischaften hervorgingen. Der Bereich innerhalb der Stadtbefestigung wurde zu dieser Zeit alsBinnenburg, der außerhalb alsButenburg bezeichnet (vgl.niederdeutschbinnen =drinnen,buten =draußen). Im 12. Jahrhundert wurde die Stadtbefestigung erneut vergrößert, auf die Ausmaße des heute alsAltstadt bekannten Gebietes innerhalb der Straßen Hasemauer, Bocksmauer, Rolandsmauer und Neuer Graben sowie der Hase.[27]

Verleihung des Stadtrechts, Entstehung des Hochstifts

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Hochstift Osnabrück (rot umrandet)

1171 erhielt Osnabrück in einer Urkunde vonFriedrich I. „Barbarossa“, Kaiser desHeiligen Römischen Reiches, das Gerichts- und somit auch dasStadtrecht.[28] Als Folge dessen entstand als erstesRathaus der Stadt der Vorgängerbau des sogenanntenAlten Rathauses auf der Südseite des Marktplatzes, an der Stelle der heutigenStadtbibliothek.[29] Den Gerichten des Bistums Osnabrück, wie z. B. demGogericht, das vor dem Dom abgehalten wurde, stand der sächsische HerzogHeinrich der Löwe vor. Möglicherweise geht dasLöwenpudeldenkmal vor dem Dom auf diese Gerichte zurück. Nachdem Heinrich dem Löwen die Herrschaft über das Herzogtum Sachsen mit derGelnhäuser Urkunde von 1180 entzogen worden war, ging dieVogtei und die Gerichtsbarkeit in der Diözese Osnabrück an dieGrafen von Tecklenburg. Da dies zu Machtstreitigkeiten zwischen den Tecklenburger Grafen und den Osnabrücker Bischöfen führte, sprach KönigHeinrich (VII.) 1225 die Gerichtsbarkeit dem Osnabrücker Bischof zu. 1236 trat der Graf von Tecklenburg, nach einer Auseinandersetzung mit demErzbistum Köln, auch dieVogtei, also die weltliche Herrschaft über die Diözese Osnabrück, an den Bischof ab. Dadurch entstand dasHochstift Osnabrück, auchFürstbistum Osnabrück genannt. Das Gebiet des Hochstifts entsprach weitgehend der Ausdehnung des heutigenOsnabrücker Landes, ihm gehörte jedoch noch dasAmt Reckenberg als Exklave an.[30]

Weitere Entwicklungen des 13. Jahrhunderts

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Anfang des 13. Jahrhunderts wurde derBucksturm als Wachturm an derStadtmauer errichtet. Im Turm war das Städtische Gefängnis untergebracht. Aus dieser Zeit stammt auch das ursprünglicheHeger Tor, eine aus Turm, Tor,Bastion,Zwinger und Durchfahrt bestehende Wehranlage. Für das später an dieser Stelle errichteteWaterloo-Tor hat sich im Volksmund der NameHeger Tor bis heute gehalten. Der Bau der heute gotischen Pfarr- und MarktkircheSt. Marien begann ebenfalls im 13. Jahrhundert und war 1430/40 abgeschlossen. Auch die Johanniskirche erhielt einen Neubau, der 1293geweiht wurde. Um die Kirche herum hatte sich, unabhängig von derAltstadt, ein eigener Ort entwickelt, der folglichNeustadt genannt wurde. Der Ort war ebenfalls durch eine Stadtmauer befestigt, die an jene der Altstadt angrenzte und etwa entlang der heutigen Straßen Schloßwall, Johannistorwall, Petersburger Wall, Pottgraben und Kollegienwall verlief.

Um sich gegenseitig vor möglichen Repressalien durch die Bischöfe als Landesherren zu schützen, gründete Osnabrück 1246 mit den anderen westfälischen StädtenCoesfeld,Herford,Minden undMünster denLadbergener Städtebund. 1265 erhielt neben der Alt- auch die Neustadt vom Bischof das Recht, eigene Gerichte abzuhalten, das Marktrecht erhielt sie jedoch nie. Im Jahr 1268 trat Osnabrück demWerner Städtebund mitDortmund,Lippstadt, Münster undSoest bei. 1287 wurde in der Neustadt, auf dem heutigenNeumarkt, einAugustinerkloster angesiedelt.[31]

Vereinigung von Alt- und Neustadt

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Da sich die beiden parallel entstandenen Städte immer weiter annäherten und auch die Neustädter den Markt in der Altstadt nutzen mussten, wurde am 3. August 1306 die Vereinigung beschlossen. Die Befestigung am Neuen Graben, die die beiden Städte trennte, wurde abgerissen und die Verwaltung unter einen gemeinsamenMagistrat gestellt, der im Alten Rathaus tagte und jährlich am ersten Werktag nach Neujahr von den Bürgern gewählt wurde. Das Rechtsverhältnis zwischen Alt- und Neustadt sowie die Befugnisse des Magistrats wurden in der ersten Osnabrücker Stadtverfassung, derSate, 1348 festgelegt. In ihrer Tradition wird noch heute derHandgiftentag gefeiert. Die Neustadt durfte lautSate einzelne Verwaltungsaufgaben, wie dieniedere Gerichtsbarkeit, den Wegebau und eine eigene Finanzverwaltung, selbstständig durchführen und behielt dafür einen eigenen Rat. Deshalb wurde auch in der Neustadt ein eigenes Rathaus, das Neustädter Rathaus, südlich der Johanniskirche gebaut.[31]

Um 1350 wütete in Osnabrück derSchwarze Tod. Da, wie auch andernorts,Juden alsSündenböcke der Epidemie ausgemacht wurden, wurde die jüdische Bevölkerung der Stadt inPestpogromen dezimiert. Auch die Neuansiedlung in Osnabrück war Juden in der Folgezeit nur eingeschränkt möglich.

Siehe auch:Geschichte der Juden in Osnabrück#13. bis 15. Jahrhundert

Landwehr

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Reste des Landwehrwalls im Bereich Haste

Um die städtischeFeldmark, also die Teile des Stadtgebietes, die außerhalb der Stadtbefestigung lagen, vor Feinden, Viehdieben und Räubern zu schützen, wurde zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert eineLandwehr errichtet. Diese lag einige Kilometer vor den Stadtmauern und bildete einen Ring von rund 18 Kilometern Länge.[32] Im Westen, Süden und Osten bestand die Landwehr aus je zwei bis drei parallelen Wällen und Gräben, im Südosten und Norden erfüllten teilweise die Flussläufe der Hase und der Nette die Funktion der Landwehr. An den Stellen, an denen Straßen die Landwehr kreuzten, befanden sichWarttürme, z. B. der Heger Turm (Rheiner Landstraße) und der Wulfter Turm (Sutthauser Straße). Auch die Wasserburg inEversburg war Teil der Landwehr.

Handel im Spätmittelalter

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Die Handelsherren aus Osnabrück handelten mitBremen undHamburg seit dem Ende des 13. Jahrhunderts sowie mitFriesland (überOldenburg), den Niederlanden (überNordhorn),Lübeck sowieLondon. Osnabrücker Kaufleute beteiligten sich auch bei der Gründung des KontorsPeterhof inNowgorod. Die Beziehungen beruhten zunächst ausschließlich auf demTauschhandel und wurden durch die Kaufleute selbst organisiert. Zunehmend wurde der Handel jedoch durch die Städte organisiert, die sich in einzelnen Bündnissen zusammenschlossen. Diewestfälischen Städtebünde aus dem 13. Jahrhundert, an denen auch Osnabrück beteiligt war (siehe oben), können als Vorläufer derStädtehanse angesehen werden. Osnabrück schloss sich der Hanse 1412 durch die erstmalige Teilnahme an einemHansetag an und profitierte von der Mitgliedschaft in der handelspolitischen Großmacht. Osnabrück gehörte als Hauptort (Prinzipalstadt) zum westfälischen Quartier der Hanse.

Zu einem bedeutenden Osnabrücker Handelsgut entwickelte sichLeinen. Maße und Qualität aller Leingewebe, die in der Stadt gehandelt werden sollten, mussten ab 1404 durch dieLegge geprüft und mit dem Leggestempel in Form des Osnabrücker Rades versehen werden. Die hohe Qualität des Osnabrücker Leinen machten den Leggestempel der Stadt zu einem überregionalenGütesiegel. Mit dem Osnabrücker Siegel versehenes Leinen erzielte am Markt höhere Preise, sodass auch die Leinenhändler aus anderen Städten ihre Ware bei der Osnabrücker Legge prüfen ließen und das Siegel oft gefälscht wurde. Die Stadt wurde dadurch zu einem international bedeutsamen Handelsort für Leingewebe.

Zwischen 1450 und 1452 wurde Osnabrück vorübergehend vom Handel der Hanse ausgeschlossen, da die Stadtvertreter den Hansetagen zuvor mehrmals unentschuldigt ferngeblieben waren. Als der Handel mit den Niederlanden und England nachließ, da diese zunehmend unabhängig von der Hanse agierten, wurden neue Absatzgebiete in Süddeutschland und in Norditalien erschlossen.[33]

Bürgeraufstand 1488

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Von 1477 bis 1504 war Ertwin Ertman (1430–1505) Bürgermeister der Stadt. In seiner Zeit entstand zwischen 1487 und 1512 dasspätgotischeRathaus Osnabrück. Der ab 1482 amtierende BischofKonrad IV. von Rietberg verstrickte die Stadt inFehden, was ihn und die Stadtbürger finanziell belastete. Einzelne Bürger unter der Leitung des armen Schneidermeisters Johann Lenethun waren darüber so unzufrieden, dass sie im Geheimen weitere Bürger gegen den Stadtrat und den Bischof aufwiegelten. Am 28. August 1488 eskalierte die Situation, als die Bürger sich bewaffneten und zusammen mit der Stadtwache den Marktplatz besetzten, dasKloster Gertrudenberg plünderten und die Zäune um die bischöflichen Besitztümer abbrannten. Anschließend zwangen sie Bürgermeister Ertman, ihre Forderungen umzusetzen. Dieser trat darüber in Verhandlungen mit dem Bischof, was die Lage im Laufe der nächsten Monate beruhigte. Lenethun versuchte vergeblich, den Aufstand neu anzuzetteln. Der Rat nutzte eine Gelegenheit, ihn zu ergreifen, und ließ ihn am 15. Juni 1489 auf dem Marktplatz durch Enthauptung hinrichten.[34]

1500 bis 1648

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Seit derReichsreform und der Schaffung vonReichskreisen im Jahre 1500 gehörte das Hochstift Osnabrück zumNiederrheinisch-Westfälischen Reichskreis.

Erneuter Bürgeraufstand 1525

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1525 kam es erneut zu einem Bürgeraufstand, der von denGilden ausging und sich vor allem gegen dasDomkapitel richtete. Die 20 Forderungen, die die Gildemeister aufstellten, waren verschiedenster Natur. Die Bürger mit ihren Anführern Johann von Oberg und Johann Ertman (Sohn von Ertwin Ertman) versammelten sich am 29. Mai vor dem Rathaus. Zwar stand die Stadtwache, anders als noch 1488, auf der Seite des Rates, konnte jedoch nicht die folgenden Plünderungen und Gewalttaten gegen Geistliche verhindern. Erst als der Bischof,Erich von Braunschweig-Grubenhagen, mit schweren Waffen und Söldnern den Aufstand niederschlagen wollte, stoppten die Gewalttaten. Ertman wurde im Bucksturm festgesetzt, während von Oberg aus der Stadt flüchten konnte. Die Stadt musste 6000 Gulden als Strafzahlung entrichten, Ertman wurden 500 Gulden auferlegt.[35]

Reformation

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Nach demReichstag zu Worms im Jahre 1521 hielt der AugustinermönchGerhard Hecker, der den ReformatorMartin Luther persönlich kannte, die ersten evangelischen Predigten Westfalens imKloster am Neumarkt. KaiserKarl V. sendete 1528 einen Brief nach Osnabrück, in dem er mahnte, der bisherigen (katholischen) Glaubenslehre treu zu bleiben. Der in Osnabrück tätige ReformatorAdolf Clarenbach wurde vom Rat aus der Stadt vertrieben und später in Köln inhaftiert und hingerichtet, da er nicht von seinen Ansichten abrücken wollte. Auch der DomkaplanJohannes Pollius musste die Stadt verlassen.

Anfang 1529 kam eine Epidemie, der sogenannteEnglische Schweiß, nach Osnabrück und forderte viele Opfer. Im April 1530 wurde bei einemStadtbrand ein großer Teil der Altstadt vernichtet. Etliche Gebäude, die der Brand verschont hatte, wurden im Juli 1530 durch einen heftigen Sturm zerstört. Auch die Obst- und Getreideernte wurde dabei teilweise vernichtet, was hohe Lebensmittelpreise zur Folge hatte. Diese Katastrophen wurden von den Menschen als Gottesstrafen gedeutet; von den einen dafür, dass sich die Protestanten von der alten Glaubenslehre abgewandt haben, von den anderen dafür, dass die Anhänger der alten Lehre an ihren überholten Ansichten festhalten.

Ab 1532 predigte Dietrich Buthmann in Osnabrück die evangelische Lehre und konnte einen größeren Anhang hinter sich versammeln. Er verteidigte seine Ansichten öffentlich gegen einen katholischen Geistlichen, der ihm inhaltlich nichts entgegenzusetzen hatte. Die Gunst der Bürger machte Buthmann zum Priester an der Marktkirche St. Marien, und auch an der Katharinen- und Johanniskirche wurden von da an evangelische Prediger beschäftigt. Nach dem Tod von Bischof Erich 1532 wurdeFranz von Waldeck zu seinem Nachfolger gewählt, der dem reformatorischen Streben in der Stadt wiederum ein vorübergehendes Ende bereitete und protestantische Prediger aus der Stadt vertrieb. Hecker durfte bleiben, starb jedoch 1536.

Reformator Hermann Bonnus

Der Bischof, der vor seinem Amtsantritt gelobt hatte, die alte Glaubenslehre zu schützen, und noch 1535 die protestantischeTäuferherrschaft in Münster gewaltsam beendete, war jedoch kein überzeugter Gegner der Reformation, sondern handelte wahrscheinlich eher aus politischen Motiven. Ab 1542 sympathisierte er mit dem proreformatorischenSchmalkaldischen Bund. Im selben Jahr genehmigte er dem Osnabrücker Rat, die Reformation durchzuführen, und übereignete der Stadt dasAugustiner-,Barfüßer- undDominikanerkloster. Der Rat bat den ausQuakenbrück stammenden LübeckerSuperintendentenHermann Bonnus nach Osnabrück, der im Januar 1543 eintraf und eine erste evangelische Kirchenordnung für die Stadt verfasste. An St. Marien und St. Katharinen wurden nun auch offiziell evangelische Pfarrer angestellt. Johannes Pollius kehrte nach Osnabrück zurück und wurde Stadtsuperintendent. Nachdem Bonnus auch für das Hochstift eine neue Kirchenordnung verfasst hatte, kehrte er nach Lübeck zurück und starb dort 1548.

Obwohl die Reformation in Osnabrück vergleichsweise behutsam umgesetzt wurde (es wurden beispielsweise dieBeichte und die traditionelle Priesterkleidung beibehalten), gab es auch Kritik aus der Bevölkerung, vor allem an der Auflösung der Klöster und dem Umgang mit den Ordensbrüdern. Nach derZerschlagung des Schmalkaldischen Bundes 1547 und dem Erlass desAugsburger Interim 1548 durch Karl V. musste die Stadt die Klöster schließlich an den Bischof zurückgeben. Trotz der imAugsburger Religionsfrieden 1555 getroffenen RegelungCuius regio, eius religio, die es dem Landesherrscher, in diesem Fall einem katholischen Bischof, erlaubte, die Konfession seiner Untertanen festzulegen, konnte sich eine Rückkehr zum alten Glauben in der Osnabrücker Bevölkerung nicht durchsetzen.[36][37][38]

Katastrophenjahre ab 1575

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1575 brach erneut diePest in Osnabrück aus und tötete innerhalb von zweieinhalb Jahren mehrere tausend Menschen. An die Pest schloss sich einePockenepidemie an. Eine starke Missernte im Jahr 1579 löste 1580 eine Hungersnot aus. Diesen Ereignissen fielen rund 75 % der damaligen Stadtbevölkerung zum Opfer, die noch aus weniger als 10.000 Menschen bestanden hatte.

Siehe auch:Einwohnerentwicklung von Osnabrück

Auch in den folgenden Jahrzehnten wütete mehrmals die Pest in der Stadt, so in den Jahren 1597–1599 und 1609. Am 11. März 1613 wurden große Teile der Stadt durch einen Brand zerstört, neben hunderten Häusern auch das Dominikanerkloster, die Marienkirche und die Stadtwaage. Parallel dazu herrschten wirtschaftliche Schwierigkeiten, was auch an dem langsamen Niedergang der Hanse ablesbar ist (1606 wurde der OsnabrückerJohann Domann zum letztenSyndikus der Hanse bestellt). Weil dadurch die Zahl der Armen stieg, kaufte der Stadtrat 1619 denTecklenburger Hof in der Großen Gildewart und richtete dort ein Armen- und Waisenhaus ein.[39]

Hexenverfolgung

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In derFrühen Neuzeit wurden in Osnabrück vermeintliche Hexen und Zaubererverfolgt, in Prozessen verurteilt, gefoltert und hingerichtet. Da für die Katastrophen der Jahre ab 1575 auch Hexen verantwortlich gemacht wurden, gelten die folgenden Jahre als Schwerpunkte der Hexenverfolgungen in Osnabrück. Allein in der Regierungszeit des Bürgermeisters Hammacher (1565–1588) wurden 163 Frauen als Hexen hingerichtet, die meisten verbrannt. Unter dem Bürgermeister Pelster fanden gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges zwischen 1636 und 1639 mehr als 40 Frauen als Hexen den Tod. Insgesamt wurden 276 Frauen und zwei Männer in Hexenprozessen wegen Zauberei hingerichtet. Der Einsatz des evangelischen Pfarrers von St. Marien und StadtsuperintendentenGerhard Grave gegen die vom evangelisch dominierten Stadtrat durchgeführten Hexenprozesse hatte seine spätere Vertreibung aus der Stadt zur Folge.[40] Die Hexenverfolgungen endeten im Zuge der aufkommendenAufklärung. Am 25. September 2012 sprach der Rat der Stadt Osnabrück eine symbolische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse aus.[41]

Dreißigjähriger Krieg

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Im Vorfeld des Ausbruchs desDreißigjährigen Krieges wurden Westfalen und das Hochstift Osnabrück bereits durch Kriegshandlungen desNiederländischen Unabhängigkeitskrieges gegen die Spanier beeinträchtigt. So wurden ab 1590 mehrmals Orte des Hochstifts von durchziehenden Truppen überfallen und ausgeplündert, Osnabrück selbst hielt jedoch Stand.[42]

Bischof und Gegenreformator Franz Wilhelm von Wartenberg

Nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges rüstete Osnabrück seine Befestigungen weiter auf und stellte eigene Soldaten zur Verteidigung der Stadt ein. Vor allem durch Diplomatie und Geldzahlungen schaffte es Osnabrück in den ersten Kriegsjahren, Drohungen und Besatzungen der Kriegsparteien abzuwenden und somit offiziell neutral zu bleiben. Dies hatte jedoch den Nachteil, dass um 1624 ein Ersuchen der Stadt an den Kaiser, den Titel „Freie Reichsstadt“ führen zu dürfen, abgelehnt wurde. Innerhalb der Stadt wuchsen Konflikte des protestantischen Rates und Bürgertums mit dem Domkapitel und dem amtierenden BischofFranz Wilhelm von Wartenberg, der auf der Seite derKatholischen Liga stand. Nachdem die katholischen Truppen die protestantischen Dänen unter KönigChristian IV. stark zurückdrängen konnten, war die Neutralität aufgrund der katholischen Übermacht nicht mehr aufrechtzuerhalten, weshalb sich Osnabrück 1628 kampflos einnehmen ließ. Die Stadt musste anschließend Besatzungstruppen aufnehmen und versorgen, was die Bürger schwer belastete.[43]

Der Bischof nutzte die veränderten Machtverhältnisse, um Osnabrück zurekatholisieren: er ließ die Klöster wiederaufleben und die evangelischen Prediger mussten ihre Posten und die Stadt verlassen. Die evangelische Ratsschule, die im Nachgang der Reformation als Gegenpol zur katholischen Domschule (Carolinum) gegründet worden war, musste schließen. Kinder durften ausschließlich katholisch getauft werden. Da größere Erfolge bei der Rekatholisierung der Stadtbevölkerung allerdings ausblieben, ließ der Bischof südlich der Stadt die ZitadellenfestungPetersburg errichten, um die Bürger besser überwachen zu können. Bei den Ratswahlen Anfang 1629 intervenierte Franz Wilhelm und sorgte durch Strafandrohung für die Wahl eines mehrheitlich katholischen Stadtrates. Die alten Ratsherren mussten, da sie sich weigerten, die Konfession zu wechseln, ebenfalls die Stadt verlassen. Im gleichen Jahr gründete er im vormaligenAugustinerkloster am Neumarkt eineJesuitenuniversität, die 1632 eröffnet wurde.[44]

Stadtansicht aus der Vogelperspektive, Blickrichtung West.Wenzel Hollar 1633[45]

Mit dem Kriegseintritt der protestantischen Schweden unterGustav II. Adolf und ihrem Siegbei Breitenfeld 1631 änderte sich die Kriegslage. Schwedische Truppen unter Befehl vonGeorg von Braunschweig-Lüneburg besetzten 1633 kurzzeitig das Stift Osnabrück, was die nun offiziell katholische Stadt und ihre Besatzer in den Alarmzustand versetzte. Nach derSchlacht bei Hessisch Oldendorf zog die geschlagene kaiserliche Armee vonGraf von Bronckhorst-Gronsfeld nach Osnabrück und verlangte Einlass, um sich neu gruppieren zu können, der ihr durch den Bischof auch gewährt wurde. Wenig später kam erneut die Schwedische Armee unterDodo von Knyphausen und begann den Angriff auf die Stadt. Nach rund zweiwöchiger Belagerung, der die Stadtmauern standhielten, stimmten die zahlenmäßig unterlegenen Besatzer Verhandlungen zu. Am 12. September verließ die Führungsriege die Stadt, Teile der Besatzungstruppen zogen sich auf die Petersburg zurück und die Stadt wurde durch die Schweden eingenommen. Die kaiserlichen Soldaten auf der Petersburg wurden noch einige Wochen belagert und beschossen und kapitulierten schließlich, da sie keine Hilfe von außerhalb erhielten. Die Schweden zogen ab, nachdem die Stadt ihre finanziellen Forderungen erbrachte, ließen aber auch eine Besatzung zurück.[46]

In der Folgezeit wurden die kirchlichen und politischen Verhältnisse aus der Zeit vor der Rekatholisierung weitgehend wiederhergestellt. Als schwedischer Administrator des Hochstifts wurdeGustav Gustavson eingesetzt, Bischof Franz Wilhelm hatte sich nach Köln abgesetzt. Die Jesuitenuniversität wurde wieder aufgelöst. Die kaiserlichen Truppen konnten bis 1636 das Stift Osnabrück zurückerobern, ließen von einem Versuch der Rückeroberung der Stadt jedoch ab. Abgesehen von der fortwährenden Besatzung blieb Osnabrück für den Rest des Krieges vom Kriegsgeschehen weitgehend unberührt.

Westfälischer Friede

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Ansicht Osnabrücks zur Zeit der Friedensverhandlungen, Blickrichtung West.Matthäus Merian 1647

Wohl aufgrund der vergleichsweise geringen Zerstörungen wurden Münster und Osnabrück 1641 in denHamburger Präliminarien zu den Kongressorten für Friedensverhandlungen bestimmt. Für den Zeitraum der Verhandlungen wurden die beiden Städte und ein sie verbindender Korridor zu neutralem Gebiet erklärt. Dies führte dazu, dass die schwedische Garnison Osnabrück bis zum Verhandlungsbeginn 1643 verlassen musste. DieGesandten der katholischen Seite residierten in Münster, die protestantischen in Osnabrück. Die Friedensverhandlungen fanden auch im Osnabrücker Rathaus statt. Die Anwesenheit der Gesandten brachte es unter anderem mit sich, dass in der Stadt erstmals eine Straßenreinigung eingeführt wurde. Ein erneuter Versuch der Erlangung derReichsunmittelbarkeit scheiterte, stattdessen erreichte man 1647 die Erlaubnis zur Schleifung der Petersburg, die zeitnah umgesetzt wurde.

Im August 1648 konnte derFriedensvertrag von Osnabrück(Pacis Osnabrugensis, IPO) verabschiedet werden, der den Friedensschluss zwischen dem deutschen Kaiser und Schweden beinhaltete. Nachdem derWestfälische Friede am 24. Oktober 1648 in Münster unterzeichnet worden war, wurde er einen Tag später von der Osnabrücker Rathaustreppe den Menschen verkündet.[47][48]

  • Friedensvertrag von Osnabrück, Kopie von 1649
    Friedensvertrag von Osnabrück, Kopie von 1649
  • Verkündung des Westfälischen Friedens von der Treppe des Osnabrücker Rathauses am 25. Oktober 1648
    Verkündung des Westfälischen Friedens von der Treppe des Osnabrücker Rathauses am 25. Oktober 1648
  • Friedenssaal im Osnabrücker Rathaus
    Friedenssaal im Osnabrücker Rathaus

1648 bis 1800

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Fürstbischöfe mit wechselnder Konfession

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Nach dem Friedensschluss von 1648 wurde zur Klärung der kirchlichen und weltlichen Verhältnisse das Jahr 1624 als „Normaljahr“ festgelegt. Da in diesem Jahr das Hochstift Osnabrück weder klar katholisch, noch klar protestantisch war, wurde auf demNürnberger Exekutionstag 1650 die sogenannte „Immerwährende Kapitulation“(Capitulatio Perpetua Osnabrugensis)als Sonderregelung beschlossen. Demnach wechselten sich von nun an katholische und evangelischeFürstbischöfe mit der Herrschaft über das Hochstift ab (alternative Sukzession). Die katholischen Bischöfe wurden dabei wie bisher vom Domkapitel gewählt, die evangelischen Landesherren kamen aus demHerzogtum Braunschweig-Lüneburg. Die Konfessionszugehörigkeit der Untertanen blieb davon unberührt. Das Hochstift Osnabrück wurde damit der erste konfessionell-paritätische Staat auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands.[37][38][49]

Schloss Osnabrück als Fürstbischöfliche Residenz

Mit dem Tod Bischof Franz Wilhelms 1661 wurdeErnst August I. von Braunschweig-Lüneburg, jüngster Sohn von Georg von Braunschweig-Lüneburg, zum neuen Fürstbischof. Er residierte zunächst, wie seine Vorgänger, imIburger Schloss. Da dieses jedoch seinen Ansprüchen an Komfort und Sicherheit nicht gerecht wurde, beschloss er seinen Umzug nach Osnabrück. In der Stadt fand sich ebenfalls kein repräsentatives Gebäude, sodass Ernst August ein Grundstück am Neuen Graben erwarb und dort ab 1667 dasSchloss Osnabrück im Stil desBarock als neue Residenz errichten ließ. Noch vor der endgültigen Fertigstellung des Schlosses samt seiner Nebengebäude und seines Gartens verließ Ernst August mit seiner Familie die Stadt 1679 wieder, um die Nachfolge imFürstentum Calenberg anzutreten.[50]

Am 29. Mai 1669 nahm Osnabrück als eine von neun Städten am letztenHansetag in Lübeck teil, wobei der Städtebund zwar nicht offiziell aufgelöst wurde, danach aber auch nicht mehr in Erscheinung trat. Ernst Augusts katholischer Nachfolger als Fürstbischof,Karl III. Joseph von Lothringen, bewohnte ebenfalls das Osnabrücker Schloss. Er ließ 1714 die ersteChaussee des Hochstifts nach Bad Iburg anlegen (die heutigeBundesstraße 51), schaffte es aber in der kurzen Amtszeit (1698–1715) vor seinem Tod trotz guter Kontakte in seine GeburtsstadtWien nicht, die Politik der Stadt nachhaltig zugunsten der Katholiken zu prägen.[51]

Als zweiter evangelischer Fürstbischof des Hochstifts wurde 1715Ernst August II. von Hannover, jüngster Sohn Ernst Augusts I., gewählt. Er ließ das Schloss weiter ausbauen und versuchte, nach der Theorie desMerkantilismus, die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt durch den Bau neuer Produktionsstätten zu fördern. 1727 gab er den Bau einesLustschlosses vor den Toren der Stadt in Auftrag, das den NamenAugustenburg tragen sollte. Hieran erinnert die heutigeAugustenburger Straße im StadtteilWeststadt. Am 22. Juni 1727 starb der amtierendebritische KönigGeorg I., der Bruder von Ernst August II., auf der Reise von England nach Hannover im Osnabrücker Schloss.[52]

Nachfolger von Ernst August II. wurde 1728Clemens August von Bayern, der gleichzeitigErzbischof von Köln war und viele weitere Hochstifte regierte. Da er hauptsächlich inBonn residierte, bildeteFerdinand von Kerssenbrock seinen Vertreter vor Ort, der auf der Eversburg wohnte.[53]

Ende 1715 erhielt der Organist, Kapellmeister und KomponistPaul Ignaz Liechtenauer eine Anstellung am Dom zu Osnabrück, die er bis zu seinem Tod 1756 behielt.

Siebenjähriger Krieg

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Karte von Osnabrück (um 1780)

In Clemens Augusts Amtszeit fiel der Beginn desSiebenjährigen Krieges. Im Verlauf des Krieges musste Osnabrück mehrmals Truppen beider Kriegsparteien beherbergen und bewirten sowie hohe Geldzahlungen leisten und hatte unter Plünderungen der Soldaten zu leiden, was mit der Zeit zu hoher Verschuldung und Verarmung der Stadt und ihrer Bewohner führte. Als nachteilig für die Stadt stellte sich dabei die Tatsache heraus, dass ein katholischer Fürstbischof eine nach wie vor mehrheitlich evangelisch geprägte Bevölkerung regierte, weshalb beide Kriegsparteien sie als feindlich betrachteten. Außerdem hätte sich die Stadtbevölkerung deutlich schlechter gegen Angriffe und Belagerungen zur Wehr setzen können als noch im Dreißigjährigen Krieg, da die Stadtbefestigung nach dem Friedensschluss von 1648 nicht mehr gepflegt worden und teils verfallen war. Die Stadttore wurden deshalb bei heranziehenden Truppen nicht mehr geschlossen und die Stadt konnte stets kampflos besetzt werden. Im Vorfeld derSchlacht bei Minden sammelte im Juli 1759 HerzogFerdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel, Oberbefehlshaber der alliierten hannoverschen, britischen und preußischen Truppen, seine Verbände in und um Osnabrück. Erst nach dem Tod Clemens Augusts im Februar 1761 stand Osnabrück offiziell auf der Seite der Alliierten, wurde danach bis zum Kriegsende 1763 aber noch dreimal von französischen Truppen überfallen.[54]

Die Verdienste Justus Mösers

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Justus Möser 1777

Zum Nachfolger Clemens Augusts und damit zum letzten Fürstbischof von Osnabrück wurde im Februar 1764 der erst sechs Monate alteFriedrich August, Herzog von York und Albany, zweiter Sohn des britischen KönigsGeorg III., gewählt. Da ein so junges Kind freilich noch keine Amtsgeschäfte führen kann, beauftragte Georg III. zwei Mitglieder der AdelsgeschlechterVon Lenthe undVon dem Bussche mit der Vertretung seines Sohnes und stellte ihnen den erfahrenen Osnabrücker JuristenJustus Möser (1720–1794) zur Seite. Da sich die beidenGeheimräte mit der Regierung des Hochstifts nicht auskannten, führtede facto Möser die meisten Amtsgeschäfte. Trotz seiner guten Kontakte zum englischen Hof wurde Möser die Regierung jedoch nicht offiziell übertragen, da er nicht adelig war.[55]

Neben verschiedenen Ämtern betätigte sich Möser als Historiker und Schriftsteller und veröffentlichte 1768 dieOsnabrückische Geschichte, eine erste Abfassung über die Geschichte und Rechtsbeschaffenheit der Stadt und des Hochstifts. Außerdem gab er ab 1766 dieOsnabrückischen Intelligenz-Blätter heraus, eine wöchentlich erscheinende Zeitung mit behördlichen und privaten Anzeigen sowie einem von Möser selbst verfassten Aufsatzteil, in dem er u. a. Regionales über Wirtschaft, Politik, Kultur und das Alltagsleben der damaligen Menschen schrieb. Zu den Lesern zählteJohann Wolfgang von Goethe. Eine Sammlung der Aufsätze erschien 1774 unter dem NamenPatriotische Phantasien.[56]

1783 übernahm offiziell Friedrich August die Regierung des Hochstifts, setzte jedoch einenGeheimen Rat zur Führung der Amtsgeschäfte ein, dem Möser alsGeheimer Justizrat angehörte.[57] In diese Zeit fällt der Bau derFürstbischöflichen Kanzlei neben dem Dom als Regierungsgebäude. Der Leinenhandel der Stadt, der seit dem Beginn der Frühen Neuzeit unter nachlassender Qualität und schlechter Wirtschaftslage gelitten hatte, lebte aufgrund einer Verschärfung derLeggeregeln und der Erschließung der neu gegründetenVereinigten Staaten als neuem Absatzmarkt wieder auf. Dabei wurde sich auch an Empfehlungen aus Mösers Aufsätzen orientiert. Der wirtschaftliche Aufschwung, der auch andere Wirtschaftsbereiche umfasste, bescherte der Stadt zum Ende des 18. Jahrhunderts bescheidenen Reichtum.[58] Indirekt profitierte man dabei im Rahmen des sogenannten „Dreieckshandels“ vomatlantischen Sklavenhandel.[59]

1800 bis 1945

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Mit derSäkularisation kirchlicher Besitztümer durch denReichsdeputationshauptschluss von 1803 und dem Übergang des Hochstifts zumFürstentum Osnabrück kam auch die Stadt an dasKurfürstentum Hannover, wurde jedoch 1803 von französischen Truppen besetzt. Im Jahr 1805 wurde das letzte Mal städtisches Kupferkleingeld (1 Heller, 1-, 1½-, 2- und 3-Pfennigstücke) geprägt.[60] 1806 gehörte Osnabrück für kurze Zeit zuPreußen. 1807 kam die Stadt an das vom französischen KaiserNapoleon geschaffeneKönigreich Westphalen und am 10. Dezember 1810 zumKaiserreich Frankreich. Als eines von vierHanseatischen Departements war Osnabrück von 1811 bis 1813 der Sitz desDepartement der Oberen Ems, in dem alle vorher trennenden Landesgrenzen aufgehoben wurden und das bis ca. 30 km nach Süden sowie bis über 50 km nach Norden, Westen und Osten reichte. Nach der Abdankung Napoleon Bonapartes im Frühjahr 1814 fiel der überwiegende Teil des Ober-Ems-Departements an das im Zuge desWiener Kongresses im Oktober 1814 geschaffeneKönigreich Hannover. Danach setzte eine „Entwestfalisierung“ in Osnabrück und Umland ein (sieheGeschichte Westfalens). Die westfälische Prägung Osnabrücks ist jedoch immer noch an dem von der einheimischen Bevölkerung gesprochenenStandarddeutsch, an der Architektur in und um Osnabrück sowie der regionalen Küche (sieheWestfälische Küche) deutlich zu erkennen. Etwa 400 Osnabrücker Soldaten nahmen am 18. Juni 1815 an derSchlacht bei Waterloo teil, die NapoleonsHerrschaft der Hundert Tage beendete. Zu Ehren dieser Krieger stiftete Gerhard Friedrich von Gülich das 1817 errichteteWaterloo-Tor amHeger Tor, einTriumphtor mit der Inschrift: „Den Osnabrückischen Kriegern die bei Waterloo den 18. Juni 1815 deutschen Muth bewiesen widmet dieses Denkmal G. F. v. Gülich D.R.D.“ (sic).

1843 wurde das sogenannteFestungsgebot aufgehoben, das es zuvor verboten hatte, außerhalb der Osnabrücker Stadtbefestigung Gebäude zu errichten. Die Stadtmauern als Mittel zur Verteidigung gegenüber Angreifern waren aufgrund der Entwicklung modernerFeuerwaffen nutzlos geworden und wurdengeschleift. Im Zuge des Bevölkerungswachstums und derIndustrialisierung führte dies in den kommenden Jahrzehnten zu einer starken räumlichen Ausdehnung der Stadt in alle Richtungen.[61] Entlang der ehemaligen Befestigung wurde einBoulevard angelegt, die heute alsWallring bezeichneteRingstraße um die Innenstadt. Von den Stadtmauern sind lediglich Reste vorhanden, darunter mehrere Wehrtürme und derHerrenteichswall.

Mit der Eröffnung derHannoverschen Westbahn am 21. November 1855 in Richtung Hannover und am 19. Juni 1856 in Richtung Rheine wurde Osnabrück an das Netz der Eisenbahn angeschlossen. An dieser Bahnstrecke lag mit demHannoverschen Bahnhof der erste Personen- und Güterbahnhof der Stadt, welcher als Baudenkmal noch heute erhalten ist. Mit der Inbetriebnahme derHamburg-Venloer Bahn am 1. September in Richtung Münster und am 15. Mai 1873 in Richtung Hemelingen wurde mit demBremer Bahnhof amKlushügel ein weiterer Bahnhof eingerichtet. Der Abstand der Bahnhöfe untereinander verkomplizierte den Umstieg, sowie der Bau derOldenburger Südbahn und desHaller Willem brachten die beiden Bahnhöfe an ihre Kapazitätsgrenzen. 1895 wurde durchKaiser Wilhelm II. der neueCentralbahnhof alsTurmbahnhof am Kreuzungspunkt der Bahnstrecken eingeweiht.[62]

1860 wurde dieOsnabrücker Aktien-Bierbrauerei am Westerberg gegründet, die bis 1987 Getränke produzierte und 1992 abgerissen wurde. Anfang der 1870er Jahre nahm dasOsnabrücker Stahlwerk seinen Betrieb auf, welches bis 1989 existierte.

Als Folge desDeutschen Krieges 1866 ging das Königreich Hannover und damit auch Osnabrück in der preußischenProvinz Hannover auf. Von 1880 bis zum Ende desDeutschen Kaiserreiches 1918 erhielt Osnabrück Repräsentation imPreußischen Herrenhaus durch den jeweiligen Oberbürgermeister. Als erstes öffentliches Badehaus in Osnabrück wurde 1883 dasPottgrabenbad eröffnet. Nach der Schließung des Schwimmbads 1998 wurde es zur Diskothek Alando umgebaut. Die Stadt wurde 1885 zu einemStadtkreis im neu gegründetenRegierungsbezirk Osnabrück und ist bis heuteKreisstadt des ebenfalls 1885 geschaffenenLandkreises Osnabrück. Osnabrück war Sitz des Regierungsbezirks, der 1978 imRegierungsbezirk Weser-Ems aufging.[63]

Aus den beiden FreizeitmannschaftenAntipodia Osnabrück undMinerva Osnabrück wurde am 17. April 1899 derFC 1899 Osnabrück gegründet, aus dem später derVfL Osnabrück hervorging, welcher der größte und bedeutendste Sportverein für die gesamte Region ist. Im selben Jahr wurde dasVereinshaus am Kollegienwall eröffnet, das heute auch alsAlte Stadthalle bekannt ist und im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört wurde. 1905 wurde dieOsnabrücker Synagoge in der Rolandstraße gebaut. 1906 nahm dieStraßenbahn mit anfangs zwei Linien ihren Betrieb auf. 1916 lief das erste Schiff vomMittellandkanal kommend über denStichkanal Osnabrück in den neu gebauten Stadthafen ein, damit war Osnabrück auch an dasWasserstraßennetz angeschlossen.

1930 richtete Osnabrück den 22.Niedersachsentag desNiedersächsischen Heimatbundes aus.[64] Der KaufmannHerbert Eklöh eröffnete am Jürgensort 6/8 in der Osnabrücker Innenstadt im Jahr 1938 den ersten SB-Supermarkt in Deutschland.

  • Osnabrücker Pfenning von 1805, Wertseite
    Osnabrücker Pfenning von 1805, Wertseite
  • Osnabrücker Pfenning von 1805, Wappenseite
    Osnabrücker Pfenning von 1805, Wappenseite
  • Das 1813/14 erbaute Haus Tenge
    Das 1813/14 erbauteHaus Tenge
  • Waterloo-Tor (Stahlstich von 1850)
    Waterloo-Tor (Stahlstich von 1850)
  • Osnabrücker Vereinshaus, Ansichtskarte von 1899
    Osnabrücker Vereinshaus, Ansichtskarte von 1899
  • Gruß aus Osnabrück – Ansichtskarte von 1900
    Gruß aus Osnabrück – Ansichtskarte von 1900

Nationalsozialismus

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„Osnabrücker Judenpranger“ an der Georgstraße als antisemitische Propaganda, September 1934

Eine Ortsgruppe derNSDAP bestand schon seit Mitte der 1920er Jahre. Den ersten Sitz im Stadtrat konnte sie 1928 mitOtto Marxer besetzten. Von 1932 bis 1945 war die Partei in derVilla Schlikker am Heger-Tor-Wall ansässig. Das Gebäude war der NSDAP von dem vorherigen Besitzer zur Verfügung gestellt worden. Offiziell hieß das Gebäude zu dieser Zeit „Adolf-Hitler-Haus“, wurde im Volksmund jedoch „Braunes Haus“ genannt. Nach derMachtergreifung der NSDAP im Januar 1933 hielt auch in Osnabrück vermehrt derNationalsozialismus Einzug, was mit einer antijüdischen Haltung einherging und zur Verfolgung der Osnabrücker Juden führte.

Hauptartikel:Geschichte der Juden in Osnabrück#1933 bis 1945

Am Abend derLandtagswahl in Preußen am 5. März 1933 wurde durch die Nationalsozialisten auf demNeumarkt eine Verbrennung von Flaggen durchgeführt. Die verbrannten Flaggen, welche aus dem Schinkel und Sonnenhügel hergeholt wurden, stammten von der demokratischen Linken und galten als Symbole der Weimarer Republik.[65]

Am 11. März besetzte die OsnabrückerSS kurzzeitig das Gewerkschaftshaus am Kollegienwall. Bei der Besetzung wurde eine Tafel mit der Beschriftung „SS–Heim“ über dem Eingang angebracht. Kurz darauf wurde das Gebäude der Polizei übergeben, jedoch einige Tage später erneut durch die SS besetzt, als SPD-Mitglieder die Hakenkreuzfahne auf dem Dach entfernten und in die Hase warfen. Am 2. Mai 1933 wurde, wie auch an anderen Orten im Deutschen Reich, das Gewerkschaftshaus endgültig besetzt und die Gewerkschaftsfunktionäre inSchutzhaft genommen. Auch die Osnabrücker SozialdemokratinAlwine Wellmann wurde verhaftet. Einer der anwesenden SS-Männer war der spätere KriegsverbrecherGustav Sorge.

DerChefredakteur der sozialdemokratisch geprägten Osnabrücker TageszeitungFreie Presse, Josef Burgdorf, wurde am 1. April 1933 durch dieSA verhaftet, misshandelt und mit Schlägen und Tritten durch die Große Straße getrieben. Während diesesSpießrutenlaufs musste er ein Schild mit der Aufschrift: „Ich bin Ilex“ tragen. Unter demPseudonym Ilex (Stechpalme) hatte er vor derMachtergreifung Zeitungsartikel veröffentlicht, welche gegen die NSDAP gerichtet waren.[66] Burgdorf war ab 1933 Leiter der antifaschistischen Untergrundbewegung "Gruppe Burgdorf". Er wurde wiederholt verhaftet und von November 1939 bis April 1942 im KZ Sachsenhausen eingesperrt.[67]

Das 1910 in der Osnabrücker Innenstadt (Große Straße 34) eröffneteKaufhaus Alsberg war in der Bevölkerung sehr geschätzt – auch für die Mode derGoldenen Zwanziger Jahre. Da die InhaberJuden waren, wurden Kundinnen und Kunden auf Veranlassung der NSDAP ab 1933 drangsaliert und das Geschäft so in den Ruin getrieben. 1935 wurden die Warenbestände verkauft und das Geschäft seitdem als ModehausLengermann und Trieschmann betrieben. Alle Osnabrücker Geschäfte mit jüdischen Eigentümern, wie Blank, Heymann oder das ModegeschäftSamson David imHaus Tenge, mussten im Rahmen derArisierung geschlossen oder verkauft werden.[68] Kunden, die noch zum Einkauf kamen, wurden durch öffentlichen Aushang angeprangert. Den sogenannten „Judenpranger“ betrieb federführend der Uhrmacher und NSDAP-Ortsgruppenleiter Erwin Kolkmeyer neben seinem Juweliergeschäft an der Georgstraße.[69]

Die lokale Abteilung derGeheimen Staatspolizei war zeitweise im Osnabrücker Schloss ansässig. Im sogenanntenGestapokeller unter dem Schloss wurden Personen inhaftiert und teilweise gefoltert. Während derNovemberpogrome 1938 wurde dieSynagoge in der Rolandstraße in Brand gesetzt und noch am selben Tag der Abriss verfügt.

Am 13. Dezember 1941 fand die erste Deportation von Osnabrücker Juden statt, in der 34 Juden aus der Stadt und 477 weitere aus der Region nach Riga deportiert wurden. Vorher waren sie in der Turnhalle derPottgrabenschule zusammengetrieben und am Güterbahnhof in Waggons verladen wurden. Die zweite Deportation wurde im Juli 1942 insKZ Theresienstadt durchgeführt. Die dritte der Osnabrücker Deportationen erfolgte am 1. März 1943 direkt insKZ Auschwitz-Birkenau.[70] Mit diesem Transport wurde auch das letzteJudenhaus in der Kommenderiestraße 11 aufgelöst.[71]

Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg

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Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg: Hochbunker am Osnabrücker Hauptbahnhof

Während desZweiten Weltkrieges verursachten die 79Luftangriffe auf Osnabrück schwere Schäden. Osnabrück war dabei ein „beliebtes“ Ziel britischer Bomberverbände, da es von Großbritannien aus schnell zu erreichen war und zudem auf der Rückflugroute von weiter im Landesinneren gelegenen Zielen lag. Das Stadtgebiet wurde zu mehr als 65 Prozent zerstört; die mittelalterliche Altstadt war mit 94 Prozent am stärksten betroffen. Einige derLuftschutzbunker, die in jenen Tagen angelegt wurden, stehen bis heute.[72] Von mehreren über das Stadtgebiet verteiltenFlakstellungen aus wurde versucht, die feindlichen Bomberverbände abzuwehren, die Stellungen befanden sich z. B. auf dem Westerberg und in der Gartlage.[73]

Der erste Angriff mit Sprengbomben erfolgte am 23. Juni 1940 auf das Klöckner-Stahlwerk im Fledder. Während zunächst hauptsächlich militärische und industrielle Ziele wie Fabriken und derHauptbahnhof angegriffen wurden, wurde das Bombardement ab 1942 im Rahmen derArea Bombing Directive zunehmend auch auf die Wohngebiete ausgedehnt. Der Palmsonntag am 25. März 1945 ging alsQualmarum (abgeleitet vonPalmarum) in die Geschichte der Stadt ein, als die4. und8. britischen Bombergruppe am Vormittag den 79. und letzten Luftangriff auf die Stadt flogen. Bei diesem Luftangriff, der zu den schwersten auf die Stadt geflogenen zählt, wurden 178 Personen getötet.[74]

Kriegsende 1945

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Letzte unter Befehl stehende Verbände derWehrmacht hatten sich bis zum 3. April in Richtung Belm abgesetzt. Auch die Führungsriege der örtlichen NSDAP, darunter der OberbürgermeisterErich Gaertner, NSDAP-KreisleiterFritz Wehmeier und der vorherige KreisleiterWilhelm Münzer, verließ fluchtartig die Stadt und überließ sie ihrem Schicksal. Am Stadtrand ermordete einer der drei die Bäuerin Anna Daumeyer, welche bezichtigt wurde, eineweiße Flagge gehisst zu haben. DiesesEndphaseverbrechen wurde nie geahndet.[75]

In Eile zur Verteidigung der Stadt aufgestellteVolkssturmverbände und Polizei lösten sich durch Flucht der Volkssturmmänner auf oder wurden nach Hause geschickt. Die Magazine desHeeresverpflegungsamtes am Hafen und die verlassenen Kasernen wurden von Osnabrückern und Zwangsarbeitern geplündert. Bei der Plünderung einer Schnapsfabrik soll sich eine Explosion mit rund 30 Todesopfern ereignet haben.[76] Viele Menschen suchten in Erwartung von Kämpfen um die Stadt Luftschutzbunker auf.

Am Morgen des 4. April 1945 besetzten britische und kanadische Truppen Osnabrück.[77] Der Einmarsch der alliierten Soldaten erfolgte aus Richtung Westen. Sie wurden von einzelnen deutschenHeckenschützen beschossen. Schon ab dem 2. April hatten einige alliierte Verbände die Stadt nördlich umfahren.

Briten und Kanadier machten rund 450 Kriegsgefangene. In den folgenden Tagen durchsuchten sie die Wohnungen der Stadtbewohner, beschlagnahmten Waffen und bestimmte Gebrauchsgegenstände wie Fotoapparate. Räumpanzer schufen Schneisen durch die Schuttberge, damit nachrückende Kräfte die Stadt durchqueren konnten. Um weitere Plünderungen unter den Zivilpersonen und denDisplaced Persons zu verhindern, wurde eine nächtlicheAusgangssperre verhängt.[78]

  • Stolperstein für Anna Daumeyer
    Stolperstein für Anna Daumeyer
  • 3. April 1945: Ein britischer Konvoi überquert die sogenannte Römerbrücke in Eversburg
    3. April 1945: Ein britischer Konvoi überquert die sogenannteRömerbrücke inEversburg
  • Britische Soldaten der 1st Special Service Brigade am 4. April 1945 in Osnabrück
    Britische Soldaten der 1st Special Service Brigade am 4. April 1945 in Osnabrück

Seit 1945

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Besatzungszeit und Britische Garnison

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Die als Scarborough Barracks genutzte Caprivi-Kaserne, heute Teil der Hochschule Osnabrück
Hauptartikel:Osnabrück Garrison

Nach derKapitulation sah derBakker-Schut-Plan eine Annexion der Stadt durch die Niederlande vor; diese unterblieb jedoch aufgrund des Widerstandes der Besatzungsmächte USA und Großbritannien. Unmittelbar nach Kriegsende wurden Besatzungstruppen derBritischen Rheinarmee in Osnabrück stationiert. In den Folgejahren wurde der Standort der Garnison Osnabrück immer weiter ausgebaut. Zwischenzeitlich beherbergte Osnabrück die größte britische Garnison außerhalb desVereinigten Königreiches – Britische Soldaten und ihre Familienangehörigen gehörten für die Osnabrücker jahrzehntelang zum gewohnten Stadtbild. Am19. Juni 1989 und28. Juni 1996 kam es zu Terroranschlägen der irischen UntergrundorganisationIRA auf die britischen Quebec Barracks im Osnabrücker Stadtteil Eversburg, bei denen erheblicher Sachschaden entstand.[79] 2005 beschloss das britische Verteidigungsministerium im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen die vollständige Auflösung der OsnabrückerGarnison. Der Abzug wurde in den Folgejahren schrittweise umgesetzt. Am 31. März 2009 verließ der letzte britische Standortkommandeur, Colonel Mark Cuthbert-Brown, Osnabrück.[80]

Wiederaufbau und jüngere Vergangenheit

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Nach Kriegsende wurden große Teile der zerstörten Altstadt wiederaufgebaut. Zum 300. Jahrestag der Verkündung des Westfälischen Friedens wurde 1948 das zerstörteRathaus am historischenMarktplatz wiedereröffnet. Das wiederaufgebauteStadttheater am Domhof wurde 1950 eingeweiht. Der 33. Niedersachsentag desNiedersächsischen Heimatbundes fand 1951 in Osnabrück statt. Zehntausende Menschen zogen aus diesem Anlass durch die Innenstadt.[64] Osnabrück richtete auch 1962 den Niedersachsentag aus.[81] 1954 wurde die MehrzweckhalleHalle Gartlage eröffnet, die bis heute ein bedeutender Veranstaltungsort der Stadt ist.

Wie in ganz Deutschland setzte in Osnabrück in der Nachkriegszeit dieMassenmotorisierung ein. Schon vor der Fertigstellung der Autobahnen führten mit derBundesstraße 51 und derBundesstraße 68 zwei wichtige Nord-Süd-Verbindungen durch Osnabrück. Durch die Massenmotorisierung wurde der Autoverkehr maßgebend für die Stadtplanung. Um die Stadtautogerecht zu gestalten, erfolgten viele Neubauten von im Krieg zerstörten Gebäuden außerhalb der historischen Altstadt nicht in den ursprünglichen Grundstücksgrenzen oder bestehende Gebäude wurden abgerissen, sodass breitere Straßenquerschnitte ermöglicht wurden. Beispiele hierfür sind die Dielingerstraße und der Straßenzug Neuer Graben–Neumarkt–Wittekindstraße.[82] Das Konzeptautogerechte Stadt wirkte noch lange nach, beispielsweise wurde im Jahr 1991 eine Industriehalle am Petersburger Wall abgerissen, um dort eine Straße verbreitern zu können.[83]

Im April 1959 wurde derFlugplatz in der Atterheide eröffnet. Im Mai 1959 eröffnete in einem vorherigen Café an der Herrenteichsstraße direkt amHaarmannsbrunnen derOcambo-Club, die ersteDiskothek der Stadt und eine der ersten in Deutschland.[84] Osnabrück stellte 1960 den Betrieb seiner Straßenbahn ein. Das OsnabrückerO-Bus-Netz wurde 1968 eingestellt. DerÖffentliche Personennahverkehr wurde gänzlich auf denStadtbus-Verkehr mit Dieselomnibussen umgestellt.[85] Am 5. Mai 1968 (Europatag) erfolgte die Verleihung derEhrenfahne des Europarates an die Stadt Osnabrück.[86] Am 14. November 1968 erhielt die Stadt durch die Freigabe derBundesautobahn 1 Anschluss an das Bundesautobahnnetz.[87] 1971 wurde Osnabrück Hochschulstandort, als durch Zusammenlegung zweier staatlicher Ingenieurakademien dieFachhochschule Osnabrück (heute:Hochschule Osnabrück) entstand. 1972 gemeindete Osnabrück im Rahmen einerGebietsreform mehrere umliegende Gemeinden ein, siehe auchGebietsreform in Niedersachsen#Osnabrück-Gesetz. Im gleichen Jahr begann die Einrichtung derFußgängerzone in der Innenstadt.[82] DieUniversität Osnabrück nahm 1974 den Lehrbetrieb auf und hat ihren Sitz im Osnabrücker Schloss. 1977 verlor Osnabrück seinen Status als Sitz einer Bezirksregierung, als aufgrund der Gebietsreform derRegierungsbezirk Weser-Ems mit Sitz inOldenburg geschaffen wurde. In Osnabrück verblieb lediglich eine Außenstelle der Bezirksregierung, bis alle Regierungsbezirke des Landes Niedersachsen zum 1. Januar 2005 aufgelöst wurden.

1979 wurde die neueStadthalle Osnabrück, heuteOsnabrückHalle, im Schlossgarten eröffnet. 1980 feierten die Stadt und das Bistum ihr 1200-jähriges Bestehen. Im selben Jahr schloss sich Osnabrück dem StädtebundNeue Hanse an. Am 16. November 1980besuchte PapstJohannes Paul II. Osnabrück und zelebrierte im Sportstadion an der Illoshöhe vor 140.000 Menschen einen Gottesdienst.[88] 1990 wurde Osnabrück erneut vom Europarat ausgezeichnet, dieses Mal mit derEhrenplakette.[86] Die 1990 gegründeteDeutsche Bundesstiftung Umwelt hat ihren Sitz in Osnabrück und bezog 1995 ihren neuen Verwaltungsbau An der Bornau.

Das vom ArchitektenDaniel Libeskind entworfeneFelix-Nussbaum-Haus eröffnete 1998. Das Museum enthält über 180 Werke vonFelix Nussbaum und ist damit die umfassendste Sammlung des Osnabrücker Künstlers. Die 350-Jahr-Feier von 1998 anlässlich der Verkündung des Westfälischen Friedens führte zahlreiche Monarchen und Staatsoberhäupter zum Besuch in die Stadt. Osnabrück feierte 1999 den 100. Geburtstag des KünstlersFriedrich Vordemberge-Gildewart mit zwei Ausstellungen. 2000 wurde Osnabrück externer Standort der WeltausstellungExpo 2000. Seit April 2002 ist dasSteinwerkLedenhof Sitz derDeutschen Stiftung Friedensforschung. Ab dem 25. November 2005 wurde Osnabrück und die umliegenden Regionen mehrere Tage vomMünsterländer Schneechaos heimgesucht, wobei es in der Stadt zu extremem Schneefall und teilweiser Unterbrechung der Stromversorgung kam.[89]

2006 war Osnabrück Gastgeber des 26.Hansetages der Neuzeit.[90] Im Jahr 2008 war Osnabrück Ausrichter des97. Deutschen Katholikentages, zu dem mehrere zehntausend Gläubige die Stadt besuchten. Seit 2015 ist das Rathaus Osnabrück als eine derStätten des Westfälischen Friedens mit demEuropäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. Vom 30. Mai bis 2. Juni 2019 fand in Osnabrück das 6.Deutsche Musikfest statt.

Am 3. Dezember 2024 beschloss der Rat mit der Annahme eines Haushaltssicherungskonzeptes den Austritt aus demStädtebund Die Hanse, da den Mitgliedsbeiträgen und weiteren Kosten nur geringe Erträge aus dem Tourismusmarketing gegenüberstünden.[91]

Eingemeindungen

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FolgendeGemeinden wurden nach Osnabrück eingemeindet:

Durch seine Tallage und die geographische Nähe zuNordrhein-Westfalen wurden in Osnabrück vergleichsweise wenige Orte eingemeindet. So wurden beispielsweise die GemeindenBelm (hinter dem Schinkelberg),Wallenhorst, Büren (inzwischen in die GemeindeLotte eingemeindet),Hasbergen undGeorgsmarienhütte nicht eingemeindet. Die nördlich gelegenen OrteHollage,Lechtingen undRulle wurden (statt von Osnabrück) von Wallenhorst eingemeindet.

Einwohnerentwicklung

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Siehe auch:Einwohnerentwicklung von Osnabrück
Einwohnerentwicklung von Osnabrück von 1871 bis 2018

Osnabrück zählte im 11. Jahrhundert rund 1.500 und im 13. Jahrhundert rund 3.000 Einwohner.[93] Mitte des 16. Jahrhunderts hatte die Stadt ca. 7.000 Einwohner. 1575 starben etwa 75 Prozent der Einwohner Osnabrücks an derPest. Wegen der folgenden Epidemien, Feuersbrünste, Hungersnöte und Kriege dauerte es über 200 Jahre, bis wieder die Bevölkerungszahl vor Ausbruch der Pest von 1575 erreicht wurde. Mit derIndustrialisierung verfünffachte sich die Einwohnerzahl von über 10.000 im Jahre 1817 auf mehr als 50.000 im Jahre 1900. Großen Einfluss darauf hatte der Bau der beiden über Osnabrück führenden Eisenbahnstrecken zwischenLöhne und Rheine (1855) bzw.Münster und Bremen (1873), der viele Arbeitskräfte schaffte. Die Bevölkerung verdoppelte sich bis Ende 1939 auf über 100.000, wodurch Osnabrück in diesem Jahr erstmals zurGroßstadt wurde. Nachdem die Bevölkerungszahlen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zurückgingen, wurde Osnabrück 1948 wieder Großstadt und hat diesen Status bis heute ununterbrochen beibehalten. Durch Eingemeindungen wurde Ende 1972 die Marke von 150.000 Einwohnern überschritten, unter die Osnabrück seitdem nicht mehr gefallen ist. 1995 erreichte die Einwohnerzahl mit 168.618 ihren historischen Höchststand. Am 31. Dezember 2006 betrug dieAmtliche Einwohnerzahl für Osnabrück nach Fortschreibung desNiedersächsischen Landesamtes für Statistik (seit 2014:LSN) 164.020 und war auch 2010 nahezu auf dieser Höhe. BeimZensus 2011 wurde nur die Zahl von 154.513 festgestellt. Bis 2015 stieg die Einwohnerzahl auf 162.403, Ende 2019 lag sie bei 165.251 Einwohnern.

Religion

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Siehe auch:Liste von Sakralbauten in Osnabrück

Christentum

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Dom St. Peter
Kirche St. Marien
Blick auf den Turm von
St. Katharinen
Die ehemalige Stiftskirche
St. Johann
Die Lutherkirche

Osnabrück wurde 804 Sitz einesBistums. Das zuständigeArchidiakonat war die Dompropstei. Seit 1521 wurden in Osnabrück lutherische Predigten gehalten. Nachdem 1543 in der Stadt Osnabrück die Reformation nachlutherischem Bekenntnis eingeführt worden war,[94] verblieben den Katholiken derDom St. Peter und die KircheSt. Johann, während den LutheranernSt. Katharinen undSt. Marien als Pfarrkirchen dienten.Zusätzlich zu Teilen des Stadtgebietes gehörten zu jedem der vier Kirchspiele Bauerschaften außerhalb der Stadtgrenzen. Zum Domkirchspiel zähltenHaste undSchinkel, zu St. Johann gehörtenDüstrup,Harderberg (bis auf den zu St. Marien zählenden Erbkötterhof Buddemeyer),Hettlich,Hickingen,Holzhausen,Malbergen,Nahne undVoxtrup. Zu St. Katharinen gehörig warenHörne (bis auf den zu St. Marien zählenden Vollerbenhof Meyer zu Hörne),Ohrbeck undWestrup, während St. Marien die Einwohner der BauerschaftenAtter,Gaste,Hasbergen undHellern angehörten.[95] Diese Kirchspielseinteilung blieb bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bestehen.

Der Dom bildete das Herz desHochstifts Osnabrück, das bis 1803 einGeistliches Territorium innerhalb desHeiligen Römischen Reichs Deutscher Nation blieb. Die katholischen Bewohner unterstanden dem Hochstift, für die protestantischen Bewohner übte der Rat der Stadt die Kirchenverwaltung aus, indem er einKonsistorium einrichtete. 1803 kam das Hochstift Osnabrück anHannover, anschließend anFrankreich und 1813 zumKönigreich Hannover. Dieses bildete 1815 für die protestantische Kirchenverwaltung insgesamt fünf Konsistorialbezirke, darunter ein lutherisches Konsistorium in Osnabrück und ein paritätisch (lutherisch und reformiert) besetztes Konsistorium inAurich. Die Konsistorialbezirke wurden inSuperintendenturen beziehungsweiseKirchenkreise eingeteilt. Osnabrück wurde Sitz eines Kirchenkreises. 1903 wurde der Konsistorialbezirk Osnabrück aufgelöst, als alle lutherischen Gemeinden der inzwischen zu Preußen gehörigenProvinz Hannover dem Landeskonsistorium in Hannover (Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers) unterstellt wurden. Osnabrück wurde später jedoch wieder Sitz einesSprengels, der sich ebenfalls in Kirchenkreise gliedert.

Heute gehören die ev.-lutherischen Gemeinden der Stadt, sofern es sich nicht umFreikirchen handelt, zu den Kirchenkreisen Osnabrück (Innenstadt und die meisten Stadtteile) oder Kirchenkreis Melle-Georgsmarienhütte im Stadtteil Osnabrück-Sutthausen innerhalb desSprengels Osnabrück der Landeskirche Hannovers.

Einereformierte Bewegung ist in Osnabrück seit 1788 nachweisbar. Die Gläubigen waren der benachbartenGrafschaft Tecklenburg angeschlossen. Die vermehrte Zuwanderung reformierter Gemeindeglieder im 19. Jahrhundert führte 1889 zur Gründung einer reformierten Gemeinde in Osnabrück, die dem Konsistorium in Aurich unterstand. Die Gemeinde konnte 1893 dieBergkirche bauen. Sie war der erste Kirchenbau Osnabrücks nach der Reformation. 1926 entstand die Friedenskirche und in den 1960er Jahren wurden drei weitere reformierte Kirchen gebaut, dieGnadenkirche (1960), die Atterkirche (1962) und dieErlöserkirche (1966). Im Zuge einer Gemeindereform wurden die drei letztgenannten Kirchen im Dezember 2007 an die Evangelische Stiftung verkauft. Die Friedenskirche fungiert seitdem alsJugendkirche, während die Bergkirche für den sonstigen Gemeindealltag genutzt wird.[96] Die reformierte Gemeinde Osnabrück gehört heute zum Synodalverband Emsland/Osnabrück, dem VII. Synodalverband innerhalb der Evangelisch-reformierten Kirche.

Da der Dom und die ehemalige Stiftskirche St. Johann auch nach derReformation katholisch geblieben sind und Osnabrück bis 1803 Hauptstadt des Hochstifts Osnabrück war, lebten in der Stadt stets auchKatholiken. Ihr Anteil betrug etwa ein Drittel. Das um 780 errichteteBistum Osnabrück war in den Wirren der Reformation stark verkleinert worden.

1824, nach Auflösung desHochstifts Osnabrück, wurde die Stadt 1824 Sitz des neu umschriebenenBistums Osnabrück. Dieses umfasste danach den Westteil des damaligenKönigreichs Hannover mit demEmsland, derGrafschaft Bentheim undOstfriesland. 1841 erhielt es dieJurisdiktion derNordischen Mission Skandinaviens und 1868 der Norddeutschen Mission mitBremen,Hamburg,Schleswig-Holstein undMecklenburg. Formell wurden die deutschen Gebiete 1929 dem Bistum Osnabrück angegliedert. Es war damit das flächengrößte Bistum Deutschlands. Bis 1995 gehörte es zurKirchenprovinz Köln, dann wurde es dem neuenErzbistum Hamburg zugeordnet. Die Pfarreien und Gemeindeverbünde der Stadt Osnabrück gehören heute zum Dekanat Osnabrück-Stadt. Dieses umfasst auch die Gemeinde (Hasbergen), die nicht zur Stadt Osnabrück gehört.

Zum Brauchtum der Osnabrücker Katholiken gehört seit 1852 dieTelgter Wallfahrt, die nach ihrer Teilnehmerzahl die zweitgrößte in Deutschland ist. Die 1899 vollendeteHerz-Jesu-Kirche war der erste Neubau einer römisch-katholischen Kirche nach der Reformation. Am 16. November 1980 besuchte Papst Johannes Paul II. Osnabrück.

Vom 21. bis 25. Mai 2008 fand in Osnabrück der97. Deutsche Katholikentag mit 60.000 Teilnehmern statt. Bereits 1901 hatte der 48. Deutsche Katholikentag in Osnabrück stattgefunden.

Freikirchen in Osnabrück.

  • Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) – Die Anfänge der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde gehen auf das Jahr 1928 zurück. Zur eigentlichen Gemeindegründung kam es allerdings erst 1948. Dabei spielte der Flüchtlingszustrom aus den ehemals deutschen Ostgebieten eine große Rolle.
  • Andreas-Gemeinde Osnabrück (Mülheimer Verband) – Die Andreas-Gemeinde bestand vor 1997 unter dem NamenChristliche Gemeinschaft Osnabrück. Die ersten Anfänge reichen in die Zeit vor demErsten Weltkrieg zurück; die Gemeinde feierte ihre Gottesdienste zunächst einige Jahrzehnte als Hausversammlung, seit den 1950er Jahren in eigenen Gemeinderäumen. Die Gemeindearbeit intensivierte sich und wuchs seit der Einstellung eines hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiters im Jahr 1984. Zu ihrem Umzug in den Hauswörmannsweg 90 gab sich die Christliche Gemeinschaft Osnabrück den NamenAndreas-Gemeinde.
  • Christus-Centrum Osnabrück der Freien Christengemeinde (Pfingstgemeinde des BfP)
  • Lebensquelle – Die 2001 in Schinkel gegründete Pfingstgemeinde (BfP) feiert ihre Gottesdienste seit 2003 in einer ausgebauten Fabrikhalle und gründete vier weitere Ortsgemeinden in der Region. Lokale Bekanntheit erreichte sie Ende 2012 durch die Kontroverse um den Grundstückskauf am alten Güterbahnhof für ein neues Gemeindezentrum, durch den sich die lokale Kulturszene bedroht sieht, darunter mehrere Künstlerateliers, dasTheater am Güterbahnhof[97][98] und Vertreter eines Homosexuellenverbands.[99]
  • Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK)
  • Siebenten-Tags-Adventisten
  • Evangelisch-methodistische Kirche (EmK)
  • Freie evangelische Gemeinde – Die 2015 gegründete Gemeinde gehört zumBund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland und feiert ihre Gottesdienste in der reformierten Friedenskirche.[100]
  • Freikirche FIT-Gemeinde fürs Leben
  • Freikirchehomezone
  • Serbisch-orthodoxe Gemeinde des Heiligen Georgius
  • Russisch-orthodoxe Gemeinde
  • Griechisch-orthodoxe Gemeinde von Antiochien (Rum-Orthodox) der Heiligen Mutter Gottes Maria
  • Altkatholische Kirche

Die meisten christlichen Kirchen arbeiten in der ACKOS (Arbeitsgemeinschaft der christl. Kirchen in Osnabrück) zusammen und gestalten Themengespräche zu Glaubensfragen und den alljährlichen großen ökumenischen Gottesdienst zumOsnabrücker Friedenstag am 25. Oktober. Zur 350-Jahr-Feier desWestfälischen Friedens veranstalteten die Kirchen einenÖkumenischen Kirchentag, der auch überregional Beachtung fand.

Außerdem sind in Osnabrück dieKirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), dieNeuapostolische Kirche, dieApostolische Gemeinschaft, diekatholisch-apostolische Gemeinde und dieZeugen Jehovas vertreten.

Panorama von Osnabrück mit den Kirchen der Innenstadt. Von links nach rechts:St. Katharinen,St. Marien,Dom St. Peter,Herz-Jesu Kirche,St. Johann undLutherkirche

Bahaitum

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Seit 1972 leben Bahá'í Gläubige in Osnabrück und treffen sich regelmäßig bei sich zu Hause zu Andachten, interreligiösen Versammlungen sowie zu den Bahá'í Feiertagen. Die Bahá'í Gemeinde ist Mitglied im Runden Tisch der Religionen und im Religions for Peace in Osnabrück.[101]

Buddhismus

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Buddhisten haben im Buddhistischen Zentrum derKarma Kagyü-Linie eine Anlaufstelle (tibetischer Buddhismus).Für Praktiker des Zen gibt es das Zen-Dôjô (Soto-Tradition) oder auch den Zen-Kreis Osnabrück (Rinzai-Tradition).Die Gruppe 'Weg der Achtsamkeit’ praktiziert den Buddhismus nach Thich Nhât Hanh.

Islam

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Die meistenMuslime sindtürkischer Herkunft; auch Araber und Kurden bilden einen beträchtlichen Teil. Die 2011 erbauteBasharat-Moschee (bascharat = Gutes Omen) derAhmadiyya Muslim Jamaat war der erste muslimische Sakralbau in Osnabrück. Mittlerweile bestehen in der Stadt 12 weitereMoscheen und Gebetsräume.[102]

Judentum

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Hauptartikel:Geschichte der Juden in Osnabrück

DieAlte Synagoge wurde 1906 fertiggestellt. Die Synagoge war in der so genanntenReichspogromnacht am 9. November 1938 in Brand gesteckt worden; ihren Abriss verfügte OberbürgermeisterErich Gaertner am selben Tag.

Der im 19. Jahrhundert angelegtejüdische Friedhof wurde schon im Oktober 1927 von Schülerngeschändet. Im November 1938 wurden mehrere jüdische Geschäfte geplündert, Wohnungen jüdischer Familien verwüstet und der jüdische Friedhof geschändet. Schon Anfang 1938 wurden so genannteJudenhäuser errichtet. Am 12. Dezember 1941 verließ der ersteDeportationszug mit 190 noch verbliebenen Juden die Stadt. Kurz vor der Plünderung umfasste diejüdische Gemeinde Osnabrück etwa 500 Mitglieder, darunter die Familie vonFelix Nussbaum.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten noch fünf Juden in Osnabrück. 1969 wurde dieneue Synagoge in derWeststadt eröffnet. Bis 1991 hatten etwa 90 Juden ihren Wohnsitz in Osnabrück. Nach dem Zuzug vonKontingentflüchtlingen aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion umfasste die jüdische Gemeinde 2005 etwa 1544 Mitglieder. Am Anbau des 1893 bis 1896 errichteten Gebäudes der früherenBezirksregierung Osnabrück befinden sich seit 1978 Gedenktafeln zur Erinnerung an die Alte Synagoge und deren Zerstörung. Hier wurden jedes Jahr am9. November zum Gedenken an dieReichspogromnacht Kränze niedergelegt und dasKaddisch gebetet. 1986 wurde der jüdische Friedhof erneut geschändet. 2004 wurde neben dem früheren Standort der Alten Synagoge auf den Grundmauern der jüdischen Schule ein neues Mahnmal errichtet. Der Abschnitt der Rolandstraße, an dem die Synagoge stand, trägt heute den NamenAlte Synagogenstraße.

  • Alte Synagoge (1906–1938)
    Alte Synagoge (1906–1938)
  • Neue Synagoge von 1969 mit Erweiterungsbau von 2008/2010
    Neue Synagoge von 1969 mit Erweiterungsbau von 2008/2010
  • Gedenktafel Alte Synagoge von 1978
    Gedenktafel Alte Synagoge von 1978
  • Mahnmal Alte Synagoge von 2004
    Mahnmal Alte Synagoge von 2004

Konfessionsstatistik

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Im Jahre 1812 waren gut 60 % der Einwohner lutherisch, während knapp 40 % dem katholischen Glauben angehörten. Abgesehen von der Neustadt, in der die Katholiken über eine Mehrheit verfügten, waren alle anderen Teile der Innenstadt mehrheitlich lutherisch:

Konfessionsverteilung in der Stadt Osnabrück 1812[103]
LutheranerReformierteKatholikenJuden
LaischaftEinwohnerzahlAnzahlAnteilAnzahlAnteilAnzahlAnteilAnzahlAnteil
Markt und Haselaischaft2.0621.19758,05 %452,18 %81039,28 %100,48 %
Butenburg2.1051.60376,15 %401,90 %45721,71 %50,24 %
Neustadt2.9561.41247,77 %331,12 %1.50650,95 %50,17 %
Johannislaischaft2.1061.34163,68 %231,09 %74135,19 %10,05 %
Gesamt9.2295.55360,17 %1411,53 %3.51438,08 %210,23 %

Am Ende des 19. Jahrhunderts waren knapp zwei Drittel der Stadtbevölkerung evangelisch, während etwas mehr als ein Drittel katholisch war. Seitdem wuchs der Anteil der Katholiken bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs auf knapp 38 % an, während der der Protestanten auf etwa 56 % sank.

[104]ProtestantenKatholikenSonstige
Christen
JudenSonstige bzw.
Konfessionslose
JahrEinwohnerzahlAnzahlAnteilAnzahlAnteilAnzahlAnteilAnzahlAnteilAnzahlAnteil
189039.92925.74064,46 %13.62834,13 %N/A4231,06 %1380,35 %
190051.57333.05164,09 %17.84434,60 %N/AN/A6781,31 %
191065.95741.76963,33 %23.52035,66 %N/AN/A6681,01 %
192589.07954.39761,07 %32.82836,85 %970,11 %4540,51 %1.3031,46 %
193394.27756.91960,37 %35.43837,59 %200,02 %4030,43 %1.4971,59 %
193997.91855.09956,27 %36.93437,72 %4240,43 %1220,12 %5.3395,45 %

Infolge der umfangreichen Eingemeindungen von 1970/1972 sowie bedingt durch die demographischen Veränderungen seit dem Zweiten Weltkrieg waren im Jahr 2011 58.430 Einwohner Osnabrücks katholisch (38,3 %), 51.800 evangelisch (34,0 %) und 2.980 orthodox (2,0 %). 5.740 Einwohner (3,8 %) gehörten einer sonstigen und 32.310 (21,2 %) keiner öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft an.[105] Nach einer Berechnung aus den Zensuszahlen für die Personen mit Migrationshintergrund lag der Bevölkerungsanteil der Muslime in Osnabrück 2011 bei 5,3 Prozent (rund 8.200 Personen).[106]

Nach der städtischen Statistik waren 2015 33,4 % der Einwohner Osnabrücks katholisch und 30,8 % evangelisch. 35,8 % gehörten keiner der beiden großen christlichen Konfessionen an.[107]Zum 31. Dezember 2018 gehören 48.341 (28,6 %) Personen zur evangelischen Konfession und 53.275 (31,5 %) zur katholischen. 67.226 (40,0 %) haben keine Angaben gemacht oder gehören zu sonstigen Religionsgemeinschaften.[108] Ende Dezember 2024 waren nach Recherchen der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland 25,8 % der Einwohner der Stadtrömisch-katholisch, 23,1 %evangelisch und 51,1 % warenkonfessionslos oder gehörten einer sonstigenGlaubensgemeinschaft an.[109]

In Osnabrück ist die Zahl der Kirchenaustritte gestiegen. Bis Mitte Dezember 2023 waren es bereits 2842 (fast 2 % der Gesamtbevölkerung), im gesamten Jahr 2022 waren es 2524 (zirka 1,5 % der Gesamtbevölkerung).[110] 2021 gab es 1500 Kirchenaustritte (1 % der Gesamtbevölkerung).[111]

Politik

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Geschichte

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An der Spitze der Stadt Osnabrück stand schon seit dem 14. Jahrhundert ein Rat, der sich aus einemAlten Rat und einemsitzenden Rat aufteilte. Dem Rat stand einBürgermeister vor. Gegenüber demBischof konnte sich die Stadt schon sehr früh verschiedene Freiheiten erwerben, doch reichte es nie zur vollständigenReichsfreiheit. Nach vorübergehender Zugehörigkeit zuFrankreich, in der dieMairieverfassung galt, standen in hannoverischer Zeit ein Verwaltungs- und ein Justizbürgermeister an der Spitze der Stadt. 1851 wurde die hannoversche Städteordnung eingeführt. Danach gab es einen Bürgermeister, der meist den Titel Oberbürgermeister erhielt. Während derZeit des Nationalsozialismus wurde dieser von derNSDAP eingesetzt, es blieb allerdingsErich Gaertner.

Seit 1946 wird der Oberbürgermeister nach den jeweiligen Regeln des niedersächsischenKommunalrechts gewählt – zunächst ehrenamtlich nach dem Modell der zweigleisigen Norddeutschen Ratsverfassung, seit 1997 eingleisig als hauptamtliche Verwaltungsspitze (vgl. dazu ausführlich:Eingleisigkeit,Gemeindeordnungen in Deutschland). Als erster hauptamtlicher Oberbürgermeister amtierte von 1997 bis 2006 der SPD-PolitikerHans-Jürgen Fip, der zuvor schon sechs Jahre als ehrenamtlicher Oberbürgermeister tätig gewesen war. Seit der Kommunalwahl 2006 warBoris Pistorius, ebenfalls SPD, Oberbürgermeister.[112] Am 19. Februar 2013 wurde Pistorius als neuer niedersächsischer Innenminister vereidigt. Bei der Neuwahl am 22. September 2013 erreichte kein Kandidat die absolute Mehrheit. Zur Stichwahl am 6. Oktober 2013 kandidierten Birgit Bornemann (SPD) aus Osnabrück undWolfgang Griesert (CDU) aus Krefeld. Griesert gewann die Wahl mit 54,85 % der abgegebenen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 41,77 %.[113] Nachdem Griesert zur Wahl 2021 nicht mehr angetreten war, wurde in einer Stichwahl am 26. September 2021 die CDU-PolitikerinKatharina Pötter zur Nachfolgerin gewählt.[114] Ihr Amt trat sie am 1. November an.[115]

Im Jahr 2019 wurde der erste kommunaleBürgerentscheid in Osnabrück durchgeführt. Eine Initiative hatte sich für die Neugründung einerkommunalen Wohnungsbaugesellschaft in Osnabrück eingesetzt und im Rahmen einesBürgerbegehrens rund 13.500 Unterschriften gesammelt.[116] Dadurch wurde ein Bürgerentscheid zu diesem Thema erwirkt, der am 26. Mai, dem Wahltag derEuropawahl 2019, durchgeführt wurde. Von den 74.802 Abstimmenden (56,6 % Beteiligung) stimmten 76,44 % für „Ja“ und 23,56 % für „Nein“, womit das Anliegen Erfolg hatte.[117] Die Gründung der Gesellschaft unter dem NamenWohnen in Osnabrück GmbH (WiO) wurde am 7. Juli 2020 schließlich einstimmig vom Rat bestätigt und am 8. Juli 2020 durchgeführt.[118]

Rat

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Seit 2001 besteht der Rat der Stadt Osnabrück aus 50 Mitgliedern. Stimmberechtigt ist außerdem die oder der hauptamtliche und gesondert gewählte Oberbürgermeister(in). Der Stadtrat wird alle fünf Jahre von den Bürgern gewählt, zuletzt bei denKommunalwahlen am 12. September 2021.

Stadtratswahl Osnabrück 12.09.2021
Amtliches Endergebnis[119]; Wahlbeteiligung: 53,35 % (2016: 51,23 %)
 %
30
20
10
0
29,21
25,64
23,34
6,40
4,63
3,50
1,92
1,62
1,42
1,25
1,07
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2016[120]
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
  −8
−10
−12
+11,06
−11,95
−1,55
+0,47
−0,12
−0,20
+1,92
+1,62
+1,42
−0,57
−2,10
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
f Bund Osnabrücker Bürger
Sitzverteilung im Rat der Stadt Osnabrück seit 2021
2
1
12
14
1
3
1
13
2
1
12 14 13 
Insgesamt 50 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften2021[119]2016[120]2011[121]2006[122]2001
ProzentSitzeProzentSitzeProzentSitzeProzentSitzeProzentSitze
GrüneBündnis 90/Die Grünen29,211418,15920,911112,11610,275
CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands25,641337,591935,171838,411943,0123
SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands23,341224,891329,881534,731831,6717
FDPFreie Demokratische Partei6,4035,9334,6129,96510,895
LinkeDie Linke4,6324,7623,432[Anm. 1] 2,541[Anm. 2] 1,140
BOBBund Osnabrücker Bürger3,5023,702
AfDAlternative für Deutschland1,921
Die PARTEIDie PARTEI1,621
VoltVolt Deutschland1,421
UWGUnabhängige Wählergemeinschaft Osnabrück-Stadt1,2511,8212,9012,2611,80
dieBasisBasisdemokratische Partei Deutschland0,700
PiratenPiratenpartei Deutschland1,8812,031
BIGBündnis für Innovation und Gerechtigkeit0,530[Anm. 3] 0,840
DMDDemokratische Mitte Deutschlands0,530
ödpÖkologisch-Demokratische Partei0,2200,680
DKPDeutsche Kommunistische Partei0,380
EBEinzelbewerber0,3700,2300,160
Gesamt5050505050
Wahlbeteiligung in Prozent53,3551,2345,8647,1250,34
  1. 2006 als Osnabrücker LINKE WählerInnengemeinschaft (OsL)
  2. 2001 alsPartei des Demokratischen Sozialismus (PDS)
  3. 2011 alsMuslimisch-Demokratische Union (MDU)

Ergebnisse der Kommunalwahlen in Osnabrück

Bürgermeister

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Maire des Kantons Osnabrück (Stadt)

Justizbürgermeister von Osnabrück 1814–1852

  • 1814–1833: August Eberhard Stüve
  • 1833–1841: Arnold Heinrich Kemper
  • 1841–1852: Wilhelm Stüve

Verwaltungsbürgermeister von Osnabrück 1814–1848

Bürgermeister beziehungsweise Oberbürgermeister von Osnabrück seit 1852

Katharina Pötter, amtierende Oberbürgermeisterin von OsnabrückUnterschrift von Katharina Pötter

Oberstadtdirektoren von Osnabrück 1945–1997 (zweigleisige Kommunalverfassung)

  • 1946–1953: Willi Vollbrecht
  • 1953–1960:Walter Wegner
  • 1960–1972: Joachim Fischer
  • 1972–1983: Raimund Wimmer
  • 1983–1995: Dierk Meyer-Pries
  • 1995–1997: Jörg Haverkämper (nach seinem Rücktritt führte bis zum Amtsantritt des ersten hauptamtlichen Oberbürgermeisters Fip vorübergehend Stadtdirektor Karl-Josef Leyendecker die Amtsgeschäfte)

Bürgerforen

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Osnabrück ist nicht inStadtbezirke mit eigenenStadtbezirksräten unterteilt. DieOrtsräte der Anfang der 1970er Jahreeingemeindeten Ortsteile wurden nach einem Ratsbeschluss im Jahr 1999 aufgelöst.[123] Stattdessen wurden unterhalb der Ebene des Stadtrates 14 Bürgerforen eingerichtet, umBürgerbeteiligung auf Stadtbezirksebene zu ermöglichen.[124] Bis zu vier Stadtteile sind zu einem Bezirk zusammengelegt, wobei sich die Bezirksgrenzen an den Zuständigkeitsbereichen der alten Ortsräte orientieren und dadurch teils erheblich von den heutigen Stadtteilgrenzen abweichen.[125] Die Foren werden mindestens halbjährlich abwechselnd in digitaler und Präsenzform abgehalten und entsprechen dem Charakter einerBürgerversammlung. Sie dienen einerseits Rat und Stadtverwaltung als Medium zur Bürgerinformation, andererseits interessierten Bürgern und Bürgervereinen als Plattform zur Diskussion und zum Einbringen von Themen aus dem jeweiligen Stadtteil/Bezirk in die stadtpolitische Debatte. Dazu können vonseiten der Bürger Tagesordnungspunkte angemeldet werden, deren Annahme oder Ablehnung jedoch der Stadtverwaltung vorbehalten ist.Direktdemokratische Entscheidungsgewalt wie bei einerGemeindeversammlung besteht nicht. Die Sitzungen werden von dem Oberbürgermeister/der Oberbürgermeisterin oder einem Stellvertreter geleitet, außerdem nehmen Mitglieder des Rates an den Foren teil.[126]

Wappen

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Das Osnabrücker Wappen-Rad

DasWappen der Stadt Osnabrück zeigt in Silber ein sechsspeichiges stehendes schwarzes Rad.[127] Die Stadtflagge ist weiß mit schwarzen Randstreifen, belegt mit dem Rad. DieStadtfarben sind Schwarz und Silber.[127]

Das Rad als Münzzeichen desHochstifts Osnabrück ist schon seit dem 13. Jahrhundert in den Siegeln nachzuweisen, im Laufe der Geschichte wurde es in unterschiedlichen Formen abgebildet: Anfangs hatte es acht Speichen und war rot; seit 1496 ist es in schwarzer Farbe überliefert. Eine weitere Darstellung zeigt ein sechsspeichiges 'bewegtes’ Rad, das zwei Speichen parallel zum Boden abbildet (waagerecht, im Gegensatz zum stehenden Rad, bei dem zwei Speichen eine vertikale Linie bilden), das vom weltlichen Handel wie der Leinenherstellung zu Zeiten der mittelalterlichen Hanse benutzt wurde. Später wurde es erneut auch rot dargestellt. Das Rad des Bistums ist heute rot, das der Stadt schwarz, jeweils auf Silbergrund.

Das Rad wird als Teil desWagens Gottes (currus Dei) gedeutet, ein Zeichen der Kirche und des Evangeliums im Laufe der Zeit.Im 13. Jahrhundert war im Wappen neben dem Rad auch der Heilige Petrus als Patron des Domes abgebildet. Später wurde nur noch das Rad gezeigt.

Städtepartnerschaften

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Tafel der Osnabrücker Städtepartnerschaften

Osnabrück unterhältStädtepartnerschaften und -freundschaften mit mehreren Städten. Als einmalig in Deutschland gilt der wechselseitige Austausch von offiziellenStädtebotschaftern mit den ausländischen Partnerstädten. Junge Frauen und Männer arbeiten für ein Jahr in derStadtverwaltung der Partnerstadt. Dabei erledigen sie Aufgaben, die im Rahmen der jeweiligen Städtepartnerschaft anfallen.

Städtepartnerschaften

Städtefreundschaften

Klimaschutz

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Seit 2012 verfügt Osnabrück über einenMasterplan 100 % Klimaschutz, der darlegen soll, wie bis 2050 die CO2-Emissionen in der Stadt um 95 % und der Energieverbrauch um 50 % reduziert werden können (Bezugsjahr 1990). Die Stadt erhielt dafür als sogenannteMasterplan-Kommune Fördermittel vom Bund.[130] Dabei kooperiert Osnabrück im Rahmen einer „Masterplan-Region“ mit den LandkreisenOsnabrück undSteinfurt sowie der StadtRheine.[131]

Ein symbolischerKlimanotstand, wie in vielen anderen Gemeinden 2019 geschehen, wurde in Osnabrück bisher nicht ausgerufen. Im November 2019 wurde jedoch die Mitteilungsvorlage VO/2019/4559 beschlossen, nach der der Rat Auswirkungen auf das Klima bei relevanten Entscheidungen stärker berücksichtigen wird. Dabei sollen Lösungen bevorzugt werden, die sich positiv auf den Klimaschutz auswirken.[132]

Nachdem im Jahr 2021 ein Bürgerbündnis mehr als 4200 Unterschriften für einenEinwohnerantrag gesammelt hatte, musste sich der Stadtrat mit der Frage befassen, wie die Stadt bis 2030Klimaneutralität erreichen kann.[133] In seiner Sitzung am 15. März 2022 wurde eine entsprechende Vorlage beschlossen, laut derer „der Rat Klimaneutralität soweit wie möglich bis 2030 an[strebt]“. Demnach soll die Stadtverwaltung bis 2030 und die städtischen Tochtergesellschaften bis 2035 klimaneutral werden. Die Klimaneutralität der gesamten Stadt muss bis spätestens 2040 erreicht sein. Mit der Vorlage wurde die Verwaltung beauftragt, einen Aktionsplan zu erarbeiten, der konkrete Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele anführt. Zur Finanzierung sollen Fördergelder beantragt werden.[134][135]

Landespolitik

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Die Stadt Osnabrück ist in die beiden LandtagswahlkreiseOsnabrück-Ost undOsnabrück-West eingeteilt. Direkt gewählter Abgeordneter im Wahlkreis Osnabrück-Ost istFrank Henning (SPD), im Wahlkreis Osnabrück-West wurde bei derLandtagswahl 2022Boris Pistorius (SPD) gewählt. Mit dessen Ernennung zum Bundesverteidigungsminister rückte im Januar 2023Daniela Behrens nach.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Bauwerke

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DerLedenhof
mit Steinwerk (links), Palas (Mitte) und Treppenturm (rechts)
Waterloo-Tor am Heger Tor
Nackte Mühle an derNette

DasOsnabrücker Rathaus ist dasWahrzeichen der Stadt. Es wurde 1512 nach 25-jähriger Bauzeit im spätgotischen Stil fertiggestellt. In diesem Rathaus wurde 1648, neben demMünsteraner Rathaus, derWestfälische Friede ausgehandelt. Im Friedenssaal hängen heute 42 Porträtgemälde von den Herrschern sowie europäischen Gesandten aus jener Zeit. In der Schatzkammer ist eine Nachbildung der Friedensurkunde von 1648 zu sehen.

DasOsnabrücker Schloss imBarockstil stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Es war die Residenz des protestantischen FürstbischofsErnst August I. von Braunschweig-Lüneburg und seiner FrauSophie von der Pfalz. Das Schloss wurde im Zweiten Weltkrieg bis auf die Außenmauern zerstört und nach Kriegsende wieder aufgebaut. Es diente ab 1953 als Pädagogische Hochschule und ist seit 1974 Sitz derUniversität Osnabrück. Der südlich gelegene Schlosspark ist Versailles nachempfunden und wurde zwischen 1966 und 1969 wieder hergestellt.

DerBucksturm wurde Anfang des 13. Jahrhunderts als Wachturm an derStadtmauer errichtet. ImMittelalter war im Turm das StädtischeGefängnis untergebracht. Zusätzlich kam während derHexenverfolgung im 16. und 17. Jahrhundert die Funktion einerFolterkammer hinzu.

Das heutigeHeger Tor erinnert in seinem Erscheinungsbild an eine Wehranlage. Die ursprüngliche Wehranlage, bestehend aus Turm, Tor, Bastion, Zwinger und Durchfahrt, wurde um 1815 weitgehend abgerissen. An dieser Stelle wurde 1817 dasWaterloo-Tor errichtet, also zwei Jahre nach dem weitestgehenden Abriss der eigentlichen Wehranlagen. Es erinnert an die Osnabrücker Krieger derKing’s German Legion, die in derSchlacht bei Waterloo kämpften.[136] Gestiftet wurde das Tor durch Gerhard Friedrich von Gülich, der Johann Christian Sieckmann mit dem Entwurf des Tores beauftragte. Es trägt die Inschrift „Den Osnabrückischen Kriegern, die bei Waterloo den 18. Juni 1815 deutschen Muth bewiesen, widmet dieses Denkmal G. F. v. Gülich D.R.D.R.“. Auf dem Tor befindet sich eineAussichtsplattform, von der aus man über die Dächer derAltstadt blickt. Die Plattform ist über Rampen und Treppen zu erreichen. Der Platz um das Waterloo-Tor wird heute dennoch als Heger Tor bezeichnet, da es den Eingang aus der Altstadt in dieHeger Laischaft bezeichnet.

Die KircheSt. Marien war im Gegensatz zum Dom die Kirche der Bürger. Aufgrund von Bestattungen, die um 800 stattfanden, wird davon ausgegangen, dass sich an heutiger Stelle bereits ein Vorgängerbau aus Holz befand. Dies ist jedoch nicht belegt. Im 10./11. Jahrhundert entstand ein einschiffiger Saalbau mit Turm, der bereits im 13. Jahrhundert um die beiden Seitenschiffe erweitert wurde. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts kamen Chor und Chorgewölbe dazu. Seit dem 13. Jahrhundert wurde sie im Stil einer gotischen Hallenkirche umgebaut. Auch heute noch ist dieses Aussehen prägend für den Osnabrücker Marktplatz, da die Kirche eine architektonische Einheit mit dem Rathaus und der Stadtwaage bildet. Im Innern befinden sich unter anderem das Triumphkreuz aus dem 13. Jahrhundert und der Hauptaltar, der von 1510 bis 1515 inAntwerpen gefertigt wurde. Im Chorumgang sind Grabsteine in den Boden eingelassen, auch der Grabstein vonJustus Möser, einem bedeutenden Osnabrücker Staatsmann und Juristen. Den 79 Meter hohen Turm kann man über 190 Stufen besteigen und erhält einen Blick über Osnabrück. Die im Zweiten Weltkrieg völlig zerstörte kupferne Turmspitze wurde Anfang der 1960er-Jahre wieder aufgebaut.

DerDom St. Peter wurde 785 an der heutigen Stelle geweiht. Der heutige Bau entstand von 1218 bis 1277. Die Kathedralkirche wurde im spätromanischen Stil erbaut. Ursprünglich verfügte der Dom über Zwillingstürme, jedoch wurde der Nordwestturm im 15. Jahrhundert durch einen dickeren gotischen Turm ersetzt. Im Innern finden sich unter anderem ein bronzenes Taufbecken von 1225 und ein großesTriumphkreuz, entstanden gegen Ende des 12. Jahrhunderts. Es zählt mit seiner Höhe von fast sechs Metern und dem Korpus von 3,80 Meter Länge zu den größten seiner Art in Europa. In Domnähe lebte von 1210 bis 1233 der ausGroningen stammende Einsiedler und später heiliggesprocheneReiner von Osnabrück. Vor dem Dom steht das Standbild desLöwenpudels.

Zu den im Mittelalter gegründeten Klöstern gehören dasKloster Gertrudenberg sowie dasDominikanerkloster zum heiligen Kreuz. Sie wurden 1803 im Zuge desReichsdeputationshauptschlussesaufgehoben und die bis heute erhaltenen Gebäude anderen Zwecken zugeführt.

Die Bauzeit desPernickelturmes ist unbekannt. Er wird in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erstmals erwähnt und diente als Wachturm und zum Schutz der Pernickelmühle, wie man an den Schießscharten erkennen kann. Der Turm wird seit dem 19. Jahrhundert als Wohngebäude genutzt, weshalb sein Inneres nicht mehr dem Ursprung entspricht. Die Pernickelmühle wurde 1891 zerstört und kurz darauf am anderen Ufer derHase wiederaufgebaut.

Ein weiterer Turm der historischen Stadtbefestigung ist der Anfang des 16. Jahrhunderts errichteteBürgergehorsam.

Die Bauepoche desKlassizismus wurde mit der 1785 mit der Fertigstellung derFürstbischöflichen Kanzlei begonnen. Bauwerke des Klassizismus sind auch das Wohn- und GeschäftshausHaus Tenge sowie das GebäudeGroße Straße 43.

Kirchen

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Ehemalige Bauwerke in Osnabrück sind die FestungPetersburg sowie dasAlte Rathaus, das 1836 abgerissen wurde.

Siehe auch:Liste der höchsten Bauwerke in Osnabrück

Kunst im öffentlichen Raum

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Hauptartikel:Kunst im öffentlichen Raum in Osnabrück

Eines der bekanntesten Denkmäler Osnabrücks ist derHaarmannsbrunnen am Herrenteichswall. Der Stahlwerksdirektor und SenatorAugust Haarmann stiftete 1909 den Brunnen, um dem Bergmannsberuf ein Denkmal zu setzen. Die Brunnenanlage mit der leicht überlebensgroßen Bronzeskulptur eines Bergarbeiters wird in Osnabrück häufig fälschlich mit dem Grubenunglück amPiesberg von 1893 in Zusammenhang gebracht, bei dem mehrere Bergleute bei einem Wassereinbruch während desSteinkohlenabbaus am Piesberg ums Leben kamen.

DasEbert-Erzberger-Rathenau-Mahnmal am Herrenteichswall erinnert an die drei bedeutenden Politiker der Weimarer Republik. Die abstrakt gestaltete Denkmalskulptur symbolisiert die Demokratie und ist wahrscheinlich das einzige Denkmal in Deutschland, das diese drei Persönlichkeiten würdigt. 1928, bei der Errichtung des Denkmals, kam es zu Protesten der politischen Rechten, und bereits am 15. Mai 1933 wurde die Skulptur von SA-Mitgliedern entfernt. Erst Anfang der 1980er Jahre wurde sie durch die Stadt wieder aufgebaut. Eine Inschriftenrolle, die ein mutiger Bürger beim Abriss des Denkmals heimlich sicherte, wurde bei der Wiederherstellung in die Skulptur integriert.

DasEhrenmal auf dem Straßburger Platz nach dem Entwurf des Stadtbaumeisters Emil Hackländer (1830–1902) ist dem Gedächtnis der Gefallenen desDeutsch-Französischen Kriegs 1870/1871 aus dem Fürstentum Osnabrück gewidmet. Es wurde 1880 auf dem Neumarkt errichtet und 1928 auf den Straßburger Platz im Stadtteil Westerberg versetzt. Die allegorischeGermania-Skulptur wurde im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen. Mit der Skulptur „Die schützendeTorsion“ nach einem Entwurf von Schülerinnen desRatsgymnasiums setzt es nun der deutsch-französischen Freundschaft ein Denkmal.

Grünflächen und Naherholung

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Grünflächen und Parks

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  • DerSchlossgarten wurde im 17. Jahrhundert angelegt und maßgeblich vonSophie von der Pfalz gestaltet. Heute stellt er einen beliebten Treffpunkt in der Innenstadt dar.
  • Der älteste öffentliche Park der Stadt Osnabrück ist der Bürgerpark auf dem Gertrudenberg nordöstlich der Altstadt mit einem wertvollen alten Baumbestand. Durch die Beschilderung der Bäume hat der Bürgerpark den Charakter einesArboretums.[137]
  • Seit 1984 betreibt die Universität Osnabrück in einem alten Steinbruch auf dem Westerberg den 5,6 ha großenBotanischen Garten Osnabrück.[138]
  • Im Südwesten des Stadtteils Eversburg bzw. an der Grenze zwischen Atter und Westerberg befindet sich ein großes Naherholungsgebiet mit demRubbenbruchsee.
  • Der ehemalige ZechenstandortPiesberg wird seit der Stilllegung der dortigen Mülldeponie in 2005 schrittweise zu einem Kultur- und Landschaftspark ausgebaut.
  • Entlang der FließgewässerHase,Nette undDüte befinden sich Grünflächen, die zur Naherholung genutzt werden. Der Hasepark auf dem früheren Klöckner-Gelände östlich des Hauptbahnhofs ist hier zu nennen.[139] Am Flusslauf der Hase besteht innerhalb der Stadtgrenzen ein System von Uferwegen für den Fuß- und Radverkehr.
  • An der Hase in der Innenstadt liegt außerdem derHerrenteichswall, ein erhaltenes Teilstück der historischen Stadtmauer, mit einer denkmalgeschützten Winterlinden-Allee.
  • Schlossgarten
    Schlossgarten
  • Botanischer Garten
    Botanischer Garten
  • Bürgerpark
    Bürgerpark
  • Naherholungsgebiet Rubbenbruch mit gleichnamigem See
    NaherholungsgebietRubbenbruch mit gleichnamigem See
  • Kultur- und Landschaftspark Piesberg mit Steinbruch
    Kultur- und Landschaftspark Piesberg mit Steinbruch

Zoologischer Garten

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Tiere im Osnabrücker Zoo

Im Stadtteil Schölerberg befindet sich derZoo Osnabrück. Dieser wurde 1936 alsHeimattiergarten eröffnet. Angelegt ist der Zoo im Waldgebiet am gleichnamigen Berg Schölerberg.

Historische Friedhöfe

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Morgenstimmung auf dem Johannisfriedhof
Statue auf dem Hasefriedhof

Historische Friedhöfe sind derJohannisfriedhof und derHasefriedhof. Beide Friedhöfe entstanden 1808 und wurden damals aus hygienischen Gründen außerhalb der Stadt angesiedelt; der Hasefriedhof vor dem Hasetor und der Johannisfriedhof an der Iburger Straße. Ein Erlass von KönigJérôme Bonaparte verbot ab 1808 innerstädtische Bestattungen.

Ein Rundgang über die ältesten Abteilungen zeigt, dass es sich bei den Bestattungen überwiegend um Mitglieder reicher, alteingesessener Familien handelt, die entlang der Mauern bestattet wurden. Im Innenbereich fanden die gesellschaftlich schlechter Gestellten ihre letzte Ruhe.

Ein für das frühe 19. Jahrhundert typisches Symbol zeigt die älteste Pforte des Hasefriedhofs: zwei kindliche Gestalten auf den Torpfeilern, Genien als Sinnbild von Tod und Schlaf.Des Weiteren hervorzuheben ist die florale Ausgestaltung der Steine – als tiefgründiges Symbol, beispielsweise Mohnkapseln als Sinnbild für den ewigen Schlaf, Wein als Blut Christi. Die letzte Beerdigung fand 1995 statt.

Sowohl der Hase- wie auch der Großteil des Johannisfriedhofs wurden mittlerweile als Friedhöfe entwidmet und stehen als Grünflächen zur Verfügung. Die historischen Gräber und Anlagen stehen weiterhin unter Denkmalschutz und sollen erhalten werden.

Naturdenkmäler

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Hauptartikel:Liste der Naturdenkmale in Osnabrück

Theater

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Theater am Domhof

Osnabrück verfügt über mehrere Theater.

  • DasTheater Osnabrück hat die Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater und Theater für Kinder und Jugendliche. Hauptspielstätte ist dasTheater am Domhof, daneben existiert das kleinereemma-theater an der Lotter Straße.
  • DieProbebühne ist Osnabrücks erstes Amateurtheater mit eigener Spielstätte in derKomtureikirche
  • Daserste unordentliche Zimmertheater befindet sich in einem Innenhof in der Lohstraße
  • DasFigurentheater Osnabrück befindet sich in der „Alten Fuhrhalterei“ in der Altstadt.
  • DerTheaterverein Ostsensibles führt englischsprachiges Theater auf.[140]
  • DieTheaterpädagogische Werkstatt bietet Präventionsprogramme für Kinder und Jugendliche an.

Orchester

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Chöre

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  • Bach-Chor Osnabrück e. V.
  • Carolinum cantat
  • Ensemble Romantik
  • Frauenchor Viva la Musica e. V.
  • Johannis-Chor e. V.
  • Marienkantorei Osnabrück
  • Original Osnabrücker Windjammer-Shantychor
  • Osnabrücker Domchor
  • Osnabrücker Jugendchor e. V.
  • Vokalconsort Osnabrück e. V.

Musikclubs

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  • Alando Palais
  • Bastard Club
  • Blue Note
  • Brücks
  • Hyde Park
  • Kleine Freiheit
  • Kubik Club
  • Neo Club
  • Rosenhof
  • Sonnendeck
  • Virage Discothek
  • Gleis 3 (ehem. Works)
  • Aiconi Bar & Club (ehem. Carls)
  • Darknet Club

Der von 1959 bis 1969 bestehendeOcambo-Club gilt als erste deutsche Diskothek.

Kulturzentren

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Die Lagerhalle bei Nacht
  • Lagerhalle Osnabrück
  • Selbstverwaltetes ZentrumSubstAnZ[142] an der Frankenstraße
  • OsnabrückHalle (ehemals „Stadthalle Osnabrück“)
  • Freiraum Petersburg e. V., auch alsKulturschutzgebiet bekannt, betreibt ein freies Kulturzentrum am ehemaligen Güterbahnhof. Mittlerweile verfügt der Verein auch über Räumlichkeiten auf dem Gelände der ehemaligen Winkelhausen-Kaserne am Hafen.[143]

Neben der oben genannten Kulturstätten gibt es in Osnabrück mehrere städtische Jugend- und Gemeinschaftszentren in verschiedenen Stadtteilen, darunter dasHaus der Jugend in der Innenstadt, die Gemeinschaftszentren am Ziegenbrink und an der Lerchenstraße, die JugendzentrenOstbunker undWestwerk sowie dasHeinz-Fitschen-Haus.

Museen

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Hauptartikel:Liste der Museen in Osnabrück

ZumMuseumsquartier Osnabrück (MQ4) am Heger-Tor-Wall/Lotter Straße gehören:

Weitere:

  • Felix-Nussbaum-Haus
    Felix-Nussbaum-Haus
  • Kulturgeschichtliches Museum
    Kulturgeschichtliches Museum
  • Kunsthalle Osnabrück, ehem. Dominikanerkirche
    Kunsthalle Osnabrück, ehem. Dominikanerkirche
  • Historische Dampfmaschine im Museum Industriekultur
    Historische Dampfmaschine im Museum Industriekultur

Kinos

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  • Cinema Arthouse –Multiplex-Kino mit fünf Leinwänden
  • Hall of Fame Osnabrück (ehemalsCinestar-Filmpalast undUFA-Palast) – Multiplex-Kino mit sieben Leinwänden
  • Filmtheater Hasetor – Filmkunst- undProgrammkino mit einer Leinwand

Filmvorführungen finden regelmäßig auch im Kino in der Lagerhalle sowie durch die Initiative Uni-Film in einem Hörsaal der Universität statt.

Stolpersteine als Erinnerung für Gewerkschafter und Sozialdemokraten im Kollegienwall 14/14a[147]

Stolpersteine

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Hauptartikel:Liste der Stolpersteine in Osnabrück

Im Dezember 2006 beschloss der Rat der Stadt Osnabrück, die Idee des Kölner KünstlersGunter Demnig zu übernehmen,Stolpersteine zu verlegen. Sie sollen an die Opfer dernationalsozialistischen Diktatur erinnern und werden vor deren ehemaligen Wohn- oder Arbeitsstätten verlegt. Dieses Projekt wird seit dem 15. November 2007 umgesetzt und bis zum November 2017 wurden bislang 284 Stolpersteine verlegt.[148]

Regelmäßige Veranstaltungen

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Maiwoche in Osnabrück (hier auf dem Domplatz)
Nussknacker auf dem Weihnachtsmarkt
Krahnstraße im Advent
  • Januar:Handgiftentag
  • Februar:Osnabrücker Mahlzeit, dasGrünkohlessen der Herren des Verkehrsvereins Osnabrück (seit 1954)
  • Samstag vor Rosenmontag:Ossensamstag (großer Karnevalsumzug mit etwa 100.000 Besuchern).
  • Vor Ostern: Frühjahrsjahrmarkt an derHalle Gartlage
  • Vor Ostern:Osnabrücker Kammermusiktage
  • April:European Media Art Festival[149]
  • April–Mai: Osnabrück-Börse und Großtauschtag für Briefmarken und Münzen (OsnabrückHalle)
  • Mai:Maiwoche und Hasestraßenfest in der Innenstadt
  • Mai: Gay in May – lesbisch-schwule Kulturtage
  • Mai und September: jeweils an einem der ersten Wochenenden großer Nachtflohmarkt (Samstagabend bis Sonntagnachmittag) in der Innenstadt
  • Sommer: Kulturnächte, Osnabrücker Volks-, Schützen- und Heimatfest
  • Juni: Lange Nacht der Ateliers[150]
  • Juni: Afrika-Festival (alle zwei Jahre)[151]
  • Ende Juni, Anfang Juli: Internationales Motorrad-Grasbahnrennen auf der Nahner Waldbahn in Osnabrück-Nahne
  • Juli: Johannisstraßenfest
  • Juni–August: OsnabrückerSommer in der Stadt – Städtisches Sommerkulturprogramm
  • August: immer am ersten Samstag:Die Goldenen Säge – Das Osnabrücker Straßenmusikfest
  • August: DasSchlossgarten Open Air (zweitägiges Musikfestival mit nationalen Größen der Pop- und Rockmusik) findet seit 2015 jährlich an einem Augustwochenende im Schlossgarten statt.
  • Ende August: Weinfest
  • Ende August: Folk im Viertel - Altstadtfest im Heger-Tor-Viertel[152]
  • Ende August/Anfang September: Lichterfest an der Hase seit 2007 alle zwei Jahre
  • Ende August/Anfang September: Osnabrücker Kulturnacht[153]
  • Anfang September: Theaterfestival des ersten unordentlichen Zimmertheaters[154]
  • September:Morgenland Festival Osnabrück[155]
  • September: Festival der Kulturen (zweiwöchig, biennal)[156]
  • September: Jobmesse Osnabrück (jährlich seit 2004)
  • September: Immobilienmesse Osnabrück (jährlich)
  • September: Bergfest amPiesberg (Piesberger Gesellschaftshaus, Museum für feldspurige Industriebahnen Osnabrück-Piesberg e. V.,Museum für Industriekultur) undOsnabrück unter Dampf am Zechenbahnhof Piesberg (Dampflokfest der Osnabrücker Dampflokfreunde e. V.), jährlich im Wechsel
  • September: Osnabrücker Erlebniswochen 60+[157]
  • September: Jüdisches Kulturfestival[158]
  • September–Oktober:inter.kult – Wochen der Kulturen alle zwei Jahre[159]
  • Oktober:Unabhängiges FilmFest Osnabrück
  • Oktober:Steckenpferdreiten undKlingendes Rathaus (Friedensfest und Brauchtum)
  • Ende Oktober/Anfang November: Herbstjahrmarkt an der Halle Gartlage
  • November: Osnabrücker Kabarettfestival
  • November:Festival des Neuen Japanischen Films, alle zwei Jahre
  • Dezember:Weihnachtsmarkt[160] undIllumination vieler Häuser der Altstadt
  • Dezember: Osnabrück-Börse und Großtauschtag für Briefmarken und Münzen (OsnabrückHalle)[161]
  • Osnabrücker Friedensgespräche mehrmals im Jahr[162]

Landschaftsverband Osnabrücker Land

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Um kulturelle Belange kümmert sich unter anderem derLandschaftsverband Osnabrücker Land, ein eingetragener Verein unter Trägerschaft des Landkreises und der kreisfreien Stadt Osnabrück.

Wirtschaft

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Steinbruch amPiesberg mit der GemeindeWallenhorst und dem Osnabrücker StadtteilPye

Im Jahre 2016 erbrachte Osnabrück einBruttoinlandsprodukt von 7,955 Milliarden € und belegte damit Platz 45 in derRangliste der deutschen Städte nach Wirtschaftsleistung. Das BIP pro Kopf lag im selben Jahr bei 48.732 € (Niedersachsen: 34.812 €, Deutschland 38.180 €). In der Stadt gab es 2016 ca. 126.500 erwerbstätige Personen.[163] Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2018 bei 6,4 % und damit über dem Niedersächsischen Durchschnitt von 5,0 %.[164]

Osnabrück ist Oberzentrum für das südwestliche Niedersachsen und Teile des angrenzenden Westfalen. Viele Menschen aus den Umlandgemeinden arbeiten in der Stadt und nutzen sie als Einkaufs- und Erlebniszentrum.Die Osnabrücker Wirtschaft ist seit dem Beginn der Industriellen Revolution in Deutschland vor allem industriell geprägt. Durch die günstige Verkehrslage im Schnittpunkt wichtiger europäischer Straßen-, Schienen- und Wasserwege entwickelten sich in Osnabrück aber auch ein sehr starkes Transportgewerbe und zahlreiche Dienstleistungsunternehmen, die überregionale Bekanntheit erlangten.

ImZukunftsatlas 2016 belegte die kreisfreie Stadt Osnabrück Platz 140 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Orten mit „Zukunftschancen“.[165] In der Ausgabe von 2019 lag sie auf Platz 63 von 401.[166]

Stahl- und Metallindustrie

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Verwaltung der KME in Osnabrück

Vor allem die Ansiedlungen desEisen- und Stahlwerks zu Osnabrück im Jahr 1868 und derGeorgsmarienhütte südlich der Stadt im selben Zeitraum haben das Bild Osnabrücks als Stahlstandort über Jahrzehnte geprägt.Nach dem im Zuge derStahlkrise erfolgten Niedergang des Osnabrücker Stahlwerks im Jahr 1989 besteht noch die Georgsmarienhütte als Edelbaustahlproduzent weiter.

Nördlich der Innenstadt in derGartlage siedelte sich 1873 dieDraht- und Stiftfabrik Witte und Kämper an, welche 1890 inOsnabrücker Kupfer- und Drahtwerke AG (OKD) umfirmiert wurde. Heute trägt das Werk den NamenKME SE und ist ein Hersteller von Produkten aus Kupfer und Kupferlegierungen. Der BereichKME Special Products & Solutions wurde im Jahr 2022 ausgegliedert und 2023 incunova umbenannt.[167]

Papierindustrie

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Das Papierwerk Felix Schoeller im Stadtteil Gretesch

Die Stadt und das Umland von Osnabrück sind einer der deutschen Schwerpunkte der Papierherstellung und -verarbeitung.Schon vor Jahrhunderten siedelten sichPapiermühlen an der Hase und ihren Nebenflüssen an, aus denen sich die PapierfabrikenKämmerer imHafen sowie dieFelix Schoeller Gruppe inGretesch entwickelten. Das Papierwerk Kämmerer wurde 1976 vom finnischen UnternehmenAhlstrom übernommen. Seit 2016 firmiert es wieder unter dem Namen Kämmerer.[168]

Im Umland von Osnabrück sind zudem große Papierverarbeiter wie dieTapetenfabrik Rasch und der HaushaltswarenherstellerDuni in Bramsche, oder Fislage in Hörstel ansässig.

Automobilindustrie

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Durch das ehemalige UnternehmenKarmann ist Osnabrück als Herstellungsort zahlreicherCabriomodelle bekannt. Nach der Insolvenz im Jahr 2009 wurden große Teile des Unternehmens alsVolkswagen Osnabrück in denVW-Konzern eingegliedert. Neben der Komplettfertigung von VW-Modellreihen übernahm das Werk in den letzten Jahren vermehrt einzelne Produktionsschritte wie Lackierung oder Endmontage für verschiedene VW-Konzernmarken.

Teilweise unabhängig, teilweise in Abhängigkeit zum VW-Werk existiert in und um Osnabrück zudem eine erheblicheZulieferindustrie sowie auf Automobillogistik,Fahrzeugbau, Automobilhandel und Fahrzeugteilehandel spezialisierte Unternehmen.

Konversion

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In den letzten Jahren wurden viele ursprünglich industriell oder militärisch genutzte Flächen in Osnabrück in einenKonversionsprozess überführt. Dadurch wurde zwar einerseits die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt gefährdet, da die vorherigen Nutzer der Flächen teils erhebliche Wirtschaftsfaktoren darstellten. Andererseits verspricht die Konversion dieser Gebiete lukrative Entwicklungsmöglichkeiten, da sie als stadtnahe Wohn- oder Gewerbegebiete genutzt werden können.

DieBundeswehr verfügte über mehrere Standorte in Osnabrück, die allesamt bis 1997 aufgegeben worden sind (sieheListe ehemaliger Bundeswehr-Liegenschaften#O). Nachnutzungen der Bundeswehr-Kasernen finden sich z. B. im StadtteilWesterberg (Erweiterung der Universität und Hochschule Osnabrück) und im StadtteilKalkhügel (Wohngebiet und Behördenzentrum). Durch den Abzug derbritischen Truppen und die Schließung derGarnison Osnabrück bis ins Jahr 2009 wurden weitere Kasernenflächen frei. Teilweise befinden sie sich gerade in einem Konversionsprozess (z. B. Kaserne am Limberg inDodesheide und Kaserne an der Landwehrstraße inAtter, größtes Neubaugebiet Osnabrücks seit dem Zweiten Weltkrieg) oder dieser Prozess ist bereits weitgehend abgeschlossen wie beim heutigen Wissenschaftspark im Stadtteil Westerberg.

Ein Beispiel für ein industrielles Konversionsgebiet in Osnabrück ist das Gelände des 1989 geschlossenenKlöckner-Stahlwerks im StadtteilFledder (heute stadtnahes Gewerbegebiet „Hasepark“). Auf dem Gelände des unmittelbar südlich davon gelegenen ehemaligen Güterbahnhofs mit Ringlokschuppen ist nach jahrelangem Stillstand die Entwicklung eines neuen Stadtviertels geplant.

Unternehmen

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Zu den bedeutendsten Unternehmen mit ihren Hauptsitzen in Osnabrück zählen in alphabetischer Reihenfolge:

Medien

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Tageszeitung

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In Osnabrück erscheint dieNeue Osnabrücker Zeitung (werktäglich als gedruckteTageszeitung sowie online alsnoz). Sie ging 1967 aus der Fusion des 1884 gegründetenOsnabrücker Tageblatts und derNeuen Tagespost hervor. Osnabrück ist damit einEinzeitungskreis.

Onlinemedien

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Ausschließlich online erscheint seit 2013 dieHasepost.[169] Das VorgängerprojektLoewenpudel.de war das erste regionale Onlineportal in Osnabrück und startete 1996.[170] Seit Januar 2019 gibt es den OSKURIER mit deutsch-niederländischem Redaktionsteam.[171] Darüber hinaus gibt es die Onlinemedienosna.live sowie seit Januar 2021 die alsNon-Profit-Projekt angelegteOsnabrücker Rundschau.

Wochen- und Monatspresse

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Zweimal wöchentlich (zunächst mittwochs und sonntags, mittlerweile mittwochs und samstags) verlegt das Unternehmen Neue Osnabrücker Zeitung dieGratiszeitungOsnabrücker Nachrichten. Außerdem erscheinen monatlich dieAnzeigenblätterThe New Insider,Eulenspiegel,Mosquito Magazin sowie dieStraßenzeitungAbseits. Hinzu kommen Stadtteilzeitungen, darunter Non-Profit-Projekte wieWüstenwind (seit 2023 nur noch online) und gewerbliche Angebote wieStadtteil Kurier oderNette Nachrichten.

Bis Januar 2014 erschien zudem sonntags das AnzeigenblattOsnabrücker Sonntagszeitung. Von April 1978 bis November 2023 gab es monatlich dieStadtillustrierteStadtblatt, die politisch imlinksalternativen Spektrum verwurzelt war[172] und zeitweise halbjährlich auch den Gastronomie- und RestaurantführerStadtblatt-live sowie das StudierendenmagazinStadtblatt Campus (zum Start von Sommer- und Wintersemester) herausgab. Von 2012 bis 2019 erschien zudem das MagazinOsnabrücker Wissen, ein Medienprojekt der Hochschule Osnabrück.

Rundfunk/Fernsehen

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Die Lokalradiosender in Osnabrück sindRadio Osnabrück undOsradio 104,8. Bei Letzterem handelt es sich um einenBürgerrundfunk, in dem jeder Sendungen veröffentlichen kann. Darüber hinaus gab es bis Ende 2018 regionale Studios der Radiosenderffn,Hitradio Antenne undRadio 21.

Ferner ist die Stadt Sitz eines Regionalstudios desNDR, das Beiträge für die Hörfunkwellen und das Fernsehprogramm produziert. Ausgestrahlt werden diese Sendungen vomRundfunksender Schleptruper Egge inBramsche. Der Sendebetrieb des lokalen FernsehsendersOS1.TV, der zum Unternehmen Neue Osnabrücker Zeitung gehörte, wurde zum Jahresende 2015 eingestellt.

Telekommunikation

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Der einzige Fernmeldeturm in Osnabrück ist derSchinkelturm, ein 1977 fertiggestellter Fernmeldeturm derDFMG, auf dem sich diverse Sender befinden. Etwa 5 Kilometer nördlich von Osnabrück befindet sich derRundfunksender Schleptruper Egge desNorddeutschen Rundfunks auf dem Gebiet der StadtBramsche und etwa 10 Kilometer südlich von Osnabrück derFernmeldeturm Grafensundern der DFMG auf dem Gebiet der GemeindeHagen a.T.W. Ein ehemaliger Rundfunksender in Osnabrück war derSender Osnabrück-Ziegenbrink.

Verkehr

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Osnabrücker Ortseingangsschild

In Osnabrück schneiden sich wichtige europäische Verkehrsachsen für den Straßen- undSchienenverkehr, weshalb der Stadt eine bedeutende Rolle als Umstiegsort für Reisende und Umschlagort für Güter zukommt.

Modal Split

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DerModal Split beschreibt die Anteile bei der Auswahl der Verkehrsmittel für den Personenverkehr in der Stadt Osnabrück.

Seit 2013 nimmt Osnabrück am ForschungsprojektMobilität in Städten – SrV derTechnischen Universität Dresden teil, im Rahmen dessen in regelmäßigen Abständen bundesweit vergleichbare Daten zum Mobilitätsverhalten produziert werden. Diese Daten ergaben in den Jahren 2013, 2018 und 2023 für Osnabrück folgenden Modal Split:

Verkehrsmittelzu FußFahrradÖPNVKfzJahr
Anteil27 %28 %8 %37 %2023[173]
Anteil22 %24 %9 %45 %2018[174]
Anteil24 %20 %8 %48 %2013[175]

Daten zum Modal Split für die Jahre 2008 und 2010 gehen auf andere Erhebungen zurück:

Verkehrsmittelzu FußFahrradÖPNVKfzJahr
Anteil19 %12 %16 %53 %2010[176]
Anteil19 %11 %15 %55 %2008[176]

Kraftverkehr

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Autobahnen

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Die Bundesautobahn 30 in der Nähe der Ausfahrt Osnabrück-Nahne

Durch Osnabrück führen mehrereAutobahnen: Im Nordwesten dieA 1 „Hansalinie“PuttgardenSaarbrücken, im Süden dieA 30Bad OeynhausenBad Bentheim und im Osten dieA 33 Osnabrück–Bad Wünnenberg. Die A 30 kreuzt im Südwesten, imAutobahnkreuz Lotte/Osnabrück die A 1 und im Südosten, imAutobahnkreuz Osnabrück-Süd die A 33.

Auf den Autobahnen rund um Osnabrück werden momentan mehrere Bauprojekte durchgeführt oder sind geplant. Im Stadtteil Atter wird das bedeutende VerkehrsbauwerkDütebrücke, über das die Autobahn 1 den Fluss Düte und dieBahnstrecke Löhne–Rheine überquert, bis 2021[veraltet] neu gebaut. Außerdem wird das Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück umgebaut und erneuert.

Die Bundesautobahn 30 soll nach demBundesverkehrswegeplan 2030 zwischen demLotter Kreuz und dem Autobahnkreuz Osnabrück-Süd von vier auf sechs Fahrstreifen ausgebaut werden, um die Kapazität in diesem Abschnitt zu erhöhen.Die Bundesautobahn 33, bei der 2019 der südliche Lückenschluss zwischenHalle (Westf.) undBorgholzhausen erfolgt ist, soll laut Bundesverkehrswegeplan in den nächsten Jahren bis zur Bundesautobahn 1 verlängert werden, um auch die nördliche Lücke im Autobahnnetz zu schließen.Bei Wallenhorst soll ein neues Autobahndreieck entstehen, dadurch wäre der Osnabrücker Autobahnring vollendet.

Die Planungshoheit für die niedersächsischen Autobahnabschnitte im Bereich Osnabrück lag bis 2020 bei derNiedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr – Geschäftsbereich Osnabrück, ging jedoch am 1. Januar 2021 an dieAutobahngesellschaft des Bundes – Niederlassung Westfalen, Außenstelle Osnabrück über.

Anschlussstellen der Autobahnen in Osnabrück
Anschlussstellen der Autobahnen im Stadtgebiet und Nahbereich um Osnabrück mit Nummer:

Bundesautobahn 1

Bundesautobahn 30

Bundesautobahn 33

  • Osnabrück-Widukindland (6)
  • Osnabrück-Lüstringen (7)
  • Osnabrück-Fledder (8)
  • Kreuz Osnabrück-Süd (9)
  • Harderberg (10)

Bundesstraßen

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Straßenkreuzung der B 68 am Hasetor

Durch die Stadt führen dieBundesstraßenB 68,B 51 und dieB 65.

Die Bundesstraße 68, welche über den westlichen Osnabrücker Wallring und denRosenplatz verläuft, bildet hier eine starke Unfallquelle und soll mit Fertigstellung der Bundesautobahn 33 Nord auf eine Landesstraße zurückgestuft werden, um den Lkw-Verkehr durch die Stadt zu verringern.

An der nördlichen Stadtgrenze zur Nachbargemeinde Belm wurde eine Ortsumfahrung der Bundesstraßen 51 und 65 um den Ortskern angelegt. Diese Bundesstraßen gehen dort in die Bundesautobahn 33 über.

Weitere Straßen und Straßennetz

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Innerhalb des Stadtringes (Wall, sieheoben undInnenstadt) sind einige Bereiche alsFußgängerzone ausgewiesen.

DerNeumarkt ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt, da hier der Straßenzug Große Straße / Johannisstraße als zentrale Einkaufsstraße Osnabrücks eine große Hauptstraße kreuzt und die Stadtbusse den Platz alsZentrale Umstiegshaltestelle anfahren. Das Straßennetz in Osnabrück umfasst ca. 820 km, wovon 760 km durch die Stadt unterhalten werden. 31 km umfassen Bundesautobahnen, 12 km Bundesstraßen, Landesstraßen 15 km und Kreisstraßen 65 km.[8]

Radverkehr

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Radfahrstreifen am Rosenplatz
Beginn des Radschnellwegs nach Belm an der Liebigstraße

An den meisten Hauptverkehrsstraßen Osnabrücks existierenRadfahrstreifen auf Fahrbahnniveau oder Radwege auf Höhe des Gehweges. Sie sind jedoch insbesondere an Engstellen oft schmal und führen zwischen den Autospuren hindurch oder direkt an parkenden Autos vorbei, was eine hohe Gefahr für Konflikte mit dem fahrenden und ruhenden Kfz-Verkehr birgt. An mehreren Kreuzungen, wie beispielsweise der Ecke Johannistorwall/Kommenderiestraße, gab es in den vergangenen Jahren vermehrt zum Teil tödlich verlaufendeAbbiegeunfälle.[177]

Auch als Reaktion auf die häufigen Unfälle sind jedoch seit einigen Jahren Verbesserungen des Radwegenetzes an Straßen erkennbar. So wurden insbesondere im Innenstadtbereich vielerorts indirekte Linksabbiegespuren für Radfahrer angelegt und durch Markierungen wird ermöglicht, dass sich Radfahrer beim Warten an Kreuzungen vor dem Kfz-Verkehr positionieren können. Die oben genannte Kreuzung wurde mittlerweile so umgebaut, dass Konflikte beim Abbiegen nicht mehr auftreten können.[177] An zentralen Punkten werden Radabstellanlagen gebaut, in der Erdgeschossebene des Parkhauses am Hauptbahnhof wurde am 1. April 2023 eine neueRadstation eröffnet. Mit rund 2300 überdachten Fahrradstellplätzen war diese zum Zeitpunkt der Eröffnung das zweitgrößte Fahrradparkhaus in Deutschland nach derAnlage im benachbarten Münster.[178] Außerdem wurden Modellprojekte wie eingeschützter Radfahrstreifen (protected bike lane) am Heger-Tor-Wall und die Radschnellwegverbindung nach Belm verwirklicht.[179][180]

Der nationale und europäische RadfernwegD7 /EV3 „Pilgerroute“ quert Osnabrück von Norden nach Süden.

Schienenverkehr

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Der Hauptbahnhof Osnabrück wurde 1895 erbaut

Für die Zugverbindungen von und nach Osnabrück im Fern- und Nahverkehr, siehe

Hauptartikel:Osnabrück Hauptbahnhof

Osnabrück istBahnknoten mit einem Hauptbahnhof. Dieser besteht aus einem Personenbahnhof in der seltenen Bauform einesTurmbahnhofes sowie einemRangierbahnhof. Im Hauptbahnhof kreuzen sich die BahnstreckenRuhrgebiet–Hamburg undLöhne–Rheine (Teilstrecke der Magistrale Hannover–Amsterdam). Außerdem zweigen in Osnabrück zwei Nebenstrecken ab: DerHaller Willem in Richtung Südosten nach Bielefeld und dieBahnstrecke Osnabrück–Oldenburg in Richtung Norden. Von letzterer zweigt inHesepe dieBahnstrecke Hesepe–Delmenhorst ab. Ferner gibt es dieTecklenburger Nordbahn (Osnabrück–Mettingen–Recke–Rheine) mit Güter- und Museumszügen, für die im NahverkehrsplanSPNV Westfalen-Lippe aufgrund einer guten Wirtschaftlichkeit die Wiederinbetriebnahme als moderne Regionalbahn von Osnabrück nach Recke im 30-Minuten-Takt vorgesehen ist.

Der Hauptbahnhof ist seit 2000 Heimatbahnhof derNordWestBahn. Weitere Personenbahnhöfe im Stadtgebiet sindOsnabrück Altstadt (bis Ende 2009Osnabrück Hasetor[181]) mit Zugverkehr in Richtung Bramsche, Oldenburg, Wilhelmshaven, Vechta, Bremen, Rheine, Bad Bentheim, Bünde, Bielefeld, Hannover und Braunschweig sowieOsnabrück-Sutthausen mit Zugverkehr in Richtung Halle (Westf) – Bielefeld. Die BahnhöfeOsnabrück-Eversburg,Osnabrück-Lüstringen undOsnabrück West (Osnabrück Hannoverscher Bahnhof) werden nicht mehr bedient.

Bahnhofsfest auf dem Zechenbahnhof Piesberg

Der VereinOsnabrücker Dampflokfreunde e. V. bietet Museumsbahnfahrten vomPiesberg (Zechenbahnhof) aus an. Die Fahrten in Richtung Osnabrück Hbf erfolgen entweder über die Strecke Löhne–Rheine (via Hp. Altstadt) oder über die Hafenbahn (via Hp. „Ostbahnhof“ Höhe Römereschstraße).[182]

Die Stadt Osnabrück ließ 1996 eine Machbarkeitsstudie von der Verkehrsconsult Karlsruhe erstellen mit dem Titel „Stadtbahn für die Region Osnabrück“, worin aufgezeigt wird, wie aus den Bahnstrecken innerstädtische Streckenausfädelungen nach demKarlsruher Modell als Stadtbahn betrieben werden können.

Nach der Stadt ist einIntercity-Express benannt.

In Osnabrück wurde 1906 die innerstädtische Straßenbahn mit zwei Linien eröffnet. In den 1920er Jahren kam eine dritte Linie hinzu. Die Osnabrücker Straßenbahn wurde bis 1960 betrieben.

Zwischen derSutthauser Straße und derIburger Straße ist der Bau eines zusätzlichen HaltepunktesOsnabrückRosenplatz für den Haller Willem geplant. Im Zuge einer möglichen Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn ist der Neubau eines Haltepunktes an der BuswendeEversburg-Büren angedacht.

Siehe auch:Nahverkehr in Osnabrück

Busverkehr

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Plusbus: Ein Bus mit Anhänger in Osnabrück
Hauptartikel:Nahverkehr in Osnabrück

DenStraßenpersonennahverkehr im Stadtbereich bedienen heute neunStadtbus-Grundlinien und 5Metrobuslinien derStadtwerke Osnabrück AG und eng damit verknüpftRegionalbusse derWeser-Ems Bus GmbH und weiterer Unternehmen. Bis in die 1960er Jahre war das Bild durch andere Verkehrsträger geprägt: Von 1906 bis 1960 verkehrtenStraßenbahnen. 1949 wurde die erste Linie desOberleitungsbus Osnabrück in Betrieb genommen; das Obusnetz ersetzte bis 1968 die stillgelegte Straßenbahn. Anschließend wurden die dieselbetriebenen Busse zum einzigen Verkehrsträger im Stadtgebiet. Wichtigster zentraler Umsteigeknoten neben dem Hauptbahnhof ist der Neumarkt.

E-Bus in der Ladestation am Endpunkt der Linie M1

Es gibt bisher keinenVerkehrsverbund mit SPNV-Integration; mit Busfahrscheinen derVerkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) können daher keine Züge benutzt werden. Ausnahme ist die BahnlinieHaller Willem nach Bielefeld, hier gilt ein besondererVOS-Plus-Tarif. In Richtung Münsterland und Tecklenburger Land wird derWestfalentarif angewendet – diese Bahnfahrkarten sind auch im Stadtbusnetz Osnabrück gültig.

Des Weiteren gibt es für die Eisenbahnstrecken in Osnabrück seit 2013 zusätzlich denNiedersachsentarif. Das zugehörige Niedersachsen-Ticket gilt im Nahverkehr in Stadt und Landkreis Osnabrück.

Überregionale Reisebusse halten neben dem Hauptbahnhof, in der Eisenbahnstraße. Hier fahren vor allem Linien nach Polen, Ländern im ehemaligen Jugoslawien oder auch der ehemaligen Sowjetunion. Ein weiteres Ziel ist Berlin, welches mehrmals täglich angesteuert wird. Seit der Liberalisierung desFernbusverkehrs in Deutschland im Jahr 2013 bestehen auch Fernbuslinien zu anderen Zielen innerhalb Deutschlands.

Wanderwege

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Start- bzw. Zielpunkt des Hünenwegs in der Nähe des Osnabrücker Rathauses

Osnabrück ist Start- bzw. Zielpunkt mehrerer Fernwanderwege, die vomWiehengebirgsverband Weser-Ems betreut werden, und zwar

Luftverkehr

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Bild des ehemaligen Hangars im Osnabrücker Hafen

In Osnabrück befindet sich der Flugplatz Osnabrück-Atterheide. Als nächster Verkehrsflughafen befindet sich der Flughafen Münster/Osnabrück in Greven.Einstmals existierte in der Netter Heide (Stadtteil Hafen) der erste Osnabrücker Flugplatz. Dieser 1911 eingerichtete Flugplatz musste 1934 der neuen Winkelhausenkaserne weichen. Nur der 1914 errichtete Hangar blieb als Relikt des Flugplatzes bestehen. Dieser Hangar ist der älteste noch erhaltene Hangar in Deutschland.

Flughafen Münster/Osnabrück (FMO)

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Der nächste Verkehrsflughafen, ca. 30 km entfernt, ist derFlughafen Münster/Osnabrück. Mehrmals täglich gibt es Verbindungen zu den innerdeutschen FlughäfenFrankfurt undMünchen. Innerhalb Europas werden Ziele rund um das Mittelmeer, die Kanaren, die Türkei und Ägypten von diversen Fluggesellschaften angeboten. Vom Flughafen erreicht man Osnabrück über die Autobahnen A 1 und A 30. Es gibt eine regelmäßig verkehrende Expressbuslinie derRVM, denX15, der bis zu 19× am Tag die Stadt mit dem Flughafen verbindet.

Flugplatz Osnabrück-Atterheide

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Im westlichen Stadtteil Atter befindet sich der alsVerkehrslandeplatz klassifizierteFlugplatz Osnabrück-Atterheide. Es gibt einen hauptamtlichBeauftragten für Luftaufsicht. Der Flugplatz kann ganzjährig von Flugzeugen bis 5,7 t Gesamtgewicht angeflogen werden und wird in hohem Maße von Geschäftsreisenden genutzt. Rundflüge sind hier ganzjährig möglich.

Schiffsverkehr

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Die wichtigen SchifffahrtskanäleMittellandkanal undDortmund-Ems-Kanal verlaufen in der Nähe, aufgrund derTopografie des Osnabrücker Raumes jedoch nicht durch die Stadt. Zur Anbindung Osnabrücks wurde der 13 Kilometer langeStichkanal Osnabrück gebaut, der den Osnabrücker Binnenhafen im StadtteilHafen mit dem Mittellandkanal verbindet. Der Stichkanal weist derzeit einen Ausbau auf, der ein Befahren mit Schiffen knapp unterhalb der Größe vonEuropaschiffen ermöglicht. Um auch größeren Schiffen eine Anlaufstelle im Raum Osnabrück zu bieten, soll die direkt am Mittellandkanal gelegeneUmschlagstelle Bohmte imBohmter OrtsteilHerringhausen ausgebaut werden.

Öffentliche Einrichtungen

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In Osnabrück haben folgende Einrichtungen und Institutionen ihren Sitz:

Bibliotheken und Archive

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Bildung

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Caprivi-Campus der Hochschule

Hochschulen

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  • DieUniversität Osnabrück mit Sitz imOsnabrücker Schloss wurde 1974 gegründet. Sie ging aus einer seit 1953 in Osnabrück bestehenden Pädagogischen Hochschule hervor. Größere Standorte in Osnabrück sind die Innenstadt und der Westerberg.
  • DieHochschule Osnabrück, gegründet 1971, entstand durch die Zusammenlegung mehrerer Einrichtungen. Zu ihnen gehörten die Höhere Landbauschule, die Höhere Gartenbauschule und die Staatliche Ingenieurschule. 2005 ging die ebenfalls 1971 aus einer Höheren Fachschule für Sozialpädagogik gegründeteKatholische Fachhochschule Norddeutschland Osnabrück und Vechta in der Fachhochschule Osnabrück auf, als sich die BistümerOsnabrück undMünster aus der Trägerstiftung zurückgezogen haben. Die Standorte in Osnabrück sind derCampus Westerberg, derCaprivi-Campus und derCampus Haste. Darüber hinaus gibt es eine Außenstelle inLingen (Ems).

Berufsbildende Schulen

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Liste ist nicht abschließend

Allgemeinbildende Schulen

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Liste ist nicht abschließend

  • DasGymnasium Carolinum wurde angeblich 804 von Karl dem Großen gegründet. Es ist eine der am längsten bestehenden Schulen Deutschlands.
  • In direkter Nachbarschaft befindet sich dieUrsulaschule, die wie dieAngelaschule früher ein vonUrsulinen geleitetes Mädchengymnasium war. Heute sind beide Schulen vom Bistum geführte staatlich anerkanntekoedukative Gymnasien.
  • Das 1595 eingeweihte staatlicheRatsgymnasium Osnabrück ist die älteste nicht geistliche Schule der Stadt.
  • DasGymnasium „In der Wüste“ war 2000 Expo-Schule.
  • Das 1965 zunächst als4. Jungengymnasium gegründeteGraf-Stauffenberg-Gymnasium liegt am Kalkhügel. Es bietet bilingualen Unterricht.
  • DieGesamtschule Schinkel, eine UNESCO-Projekt-Schule, ist eine der größten Osnabrücker Schulen. Sie gehörte zu den ersten Gesamt- und Ganztagsschulen in Niedersachsen.
  • DasSchulzentrum Sonnenhügel mit der Ganztags- und EuropaschuleErnst-Moritz-Arndt-Gymnasium und der Oberschuleam Sonnenhügel
  • Ein Schulzentrum in Eversburg wurde 2010 in die Integrierte Gesamtschule Osnabrück umgewandelt.
  • Zu den Privatschulen zählen eine Montessorischule und die Freie Waldorfschule Evinghausen mit dem Einzugsgebiet Osnabrücks.
  • Domschule Osnabrück, Oberschule in kirchlicher Trägerschaft.
  • Die Thomas-Morus-Schule Osnabrück, benannt nach dem englischen Juristen und StaatsmannThomas Morus, ist eine Oberschule in direkter Nachbarschaft zurAngelaschule. Die katholische Oberschule wurde 1977 vom damaligen BischofHelmut Hermann Wittler eingeweiht.[185]

ehemalige Schulen:

  • Von 1961 bis 1990 bestand in der Ameldungstraße das alsMädchengymnasium mit Frauenoberschule gegründeteKäthe-Kollwitz-Gymnasium.
  • GrundschuleJohannisschule, heute befindet sich am selben Standort die GrundschuleDrei-Religionen-Schule.
  • Beginnend mit dem Schuljahr 2021/2022 werden alle Haupt- und Realschulen zu Gunsten von neugegründeten Oberschulen aufgelöst, darunter z. B. dieWittekind-Realschule, die HauptschuleFelix-Nussbaum-Schule (beide im Schulzentrum Sonnenhügel) und dieMöser-Realschule am Westerberg.
  • Gymnasium Carolinum
    Gymnasium Carolinum
  • Ratsgymnasium
    Ratsgymnasium
  • Gymnasium „In der Wüste“
    Gymnasium „In der Wüste“
  • Graf-Stauffenberg-Gymnasium
    Graf-Stauffenberg-Gymnasium
  • Gymnasium Ursulaschule
    Gymnasium Ursulaschule
  • Angelaschule
    Angelaschule
  • Möser-Realschule am Westerberg
    Möser-Realschule am Westerberg

Gefahrenabwehr

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Feuerwehr

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Hauptartikel:Feuerwehr Osnabrück

Die Feuerwehr der Stadt Osnabrück besteht aus zwei Berufsfeuerwehrwachen sowie sieben Freiwilligen Ortsfeuerwehren. Neben den primären Aufgaben wie abwehrendem Brandschutz und technischer Hilfeleistung hat jede Ortsfeuerwehr noch verschiedene Sonderaufgaben. Neben den städtischen Feuerwehren gibt es noch dreiWerkfeuerwehren in Industriebetrieben.

Berufsfeuerwehr

  • Wache 1 (Stadtteil Westerberg)
  • Wache 2 (Stadtteil Gretesch)

Freiwillige Feuerwehren

  • 3 – Stadtmitte
  • 4 – Eversburg
  • 5 – Haste
  • 6 – Schinkel
  • 7 – Voxtrup
  • 8 – Sutthausen
  • 9 – Neustadt

Werkfeuerwehren

Rettungsdienst

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Der Rettungsdienst im Stadtgebiet wird von der Berufsfeuerwehr, den HilfsdienstenArbeiter-Samariter-Bund,Malteser Hilfsdienst undJohanniter Unfallhilfe sowie einem Privatunternehmen von jeweils eigenen Rettungswachen aus durchgeführt. Im Bereich Wasserrettung ist eineDLRG-Ortsgruppe aktiv.

Katastrophenschutz

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Einheiten desKatastrophenschutzes stellen in Osnabrück der Arbeiter-Samariter-Bund, dasDeutsche Rote Kreuz, die Malteser und die Johanniter. Darüber hinaus besteht ein Ortsverband desTechnischen Hilfswerks. Außerdem hat der Verein@fire Internationaler Katastrophenschutz Deutschland seinen Sitz in Osnabrück. Für denKulturgutschutz der Osnabrücker Museen und Archive in Katastrophenlagen hat sich 2017 derNotfallverbund Osnabrück gegründet, an dem insgesamt 11 Kultureinrichtungen der Stadt Osnabrück, des Bistums Osnabrück und des Landes Niedersachsen beteiligt sind.[186]

Gesundheitswesen

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Marienhospital Osnabrück (MHO)
Christliches Kinderhospital Osnabrück (CKO)

Außerdem hat der KlinikkonzernParacelsus-Kliniken Deutschland seinen Sitz in Osnabrück.

Ehemalige Krankenhäuser
  • DasStadtkrankenhaus als Vorgänger des heutigen Klinikums befand sich ab 1865 imStüvehaus an der Bergstraße. 1931 wurde es nur wenige Meter entfernt in einem Neubau am Natruper-Tor-Wall untergebracht, ehe es 1991 an den Finkenhügel verlegt wurde. Das Stüvehaus beherbergt heute die Volkshochschule Osnabrück und der Bau am Natruper-Tor-Wall ist jetzt dasStadthaus I der Stadtverwaltung.
  • Das ehemaligeBundeswehrkrankenhaus Osnabrück liegt am Natruper Holz im Stadtteil Eversburg. Es entstand aus einemLazarett derWehrmacht und wurde 1994 vom Klinikum übernommen. Heute wird das Gebäude alsErstaufnahmeeinrichtung genutzt.
  • DieFrauenklinik befand sich von 1925 bis 1991 an der Gabelung des Lieneschwegs/Caprivistraße im StadtteilWesterberg. In der im Volksmund als „Kap der guten Hoffnung“ betitelten Klinik war auch die Hebammenlehranstalt untergebracht. 1991 wurde die Frauenklinik im neu gebautenKlinikum Osnabrück integriert. Im Gebäude ist heute dasInstitut für Musik der Hochschule Osnabrück untergebracht.

Sport

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Sportvereine

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Sportstätten

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  • In nahezu jedem Stadtteil von Osnabrück gibt es Sporthallen und Sportanlagen fürRasensport,Ballsport undLeichtathletik, die von den ansässigen Sportvereinen genutzt werden.
  • Größtes und wichtigstes Fußballstadion in Osnabrück ist die 16.100 Zuschauer fassendeBremer Brücke, in welcher die Profimannschaft des VfL Osnabrück ihre Heimspiele austrägt.
  • DerSportpark Illoshöhe im Stadtteil Weststadt ist Zentrum desSchulsports und der Leichtathletik in Osnabrück und dient zudem als Trainingsgelände des VfL Osnabrück.
  • DerSportpark Gretesch im gleichnamigen Stadtteil ist Landesleistungszentrum des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbandes (NLV) und war 1970 eines der ersten Stadien in Deutschland mit einer Kunststoffbahn.
  • Eine bedeutende Sporthalle ist dieSchlosswallhalle im Stadtteil Wüste.
  • Für denSchwimmsport stehen die drei öffentlichen SchwimmbäderNettebad,Moskaubad undSchinkelbad derStadtwerke Osnabrück zur Verfügung. Als natürliches Badegewässer dient derAttersee. Die früher noch existierenden HallenbäderPottgrabenbad,Niedersachsenbad undHallenbad Lüstrigen sowie das FreibadWellmannsbrücke sind im Rahmen des Bäderkonzeptes anderen Nutzungen zugeführt oder abgerissen worden.
  • Rudersport kann auf demStichkanal Osnabrück betrieben werden, hierfür befinden sich Bootshäuser im Stadtteil Eversburg.
  • Im Stadtteil Sonnenhügel gibt es eineEissporthalle und eine Indoor-Elektro-Kartbahn.
  • Auf derNahner Waldbahn finden regelmäßigGrasbahnrennen statt.
  • EinenGolfplatz gibt es in Osnabrück nicht, die nächsten liegen inLotte (Westfalen) undBissendorf
  • Bremer Brücke (VfL Osnabrück)
    Bremer Brücke (VfL Osnabrück)
  • Nettebad
    Nettebad
  • Sportboothafen am Stichkanal
    Sportboothafen am Stichkanal
  • Eissportcenter Osnabrück
    Eissportcenter Osnabrück
  • Elektro-Karthalle Nettedrom
    Elektro-KarthalleNettedrom

Kulinarisches

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Wochenmärkte

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Regelmäßig finden in den StadtteilenSchinkel,Sonnenhügel undSchölerberg sowie auf demLedenhof und an derJohanniskirche Wochenmärkte statt. Besondere Tradition hat der Wochenmarkt auf derGroßen Domsfreiheit.[187]

Regionale Spezialitäten

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Ramankeneintopf
Grünkohl mit Beilagen
Springbrötchen

Die Küche im Raum Osnabrück ist vor allem von derniedersächsischen und derwestfälischen Küche beeinflusst. Beispiele für typische Gerichte in der Region sind:

Ramanken Der Ramankeneintopf gehört zweifellos zu den Osnabrücker Spezialitäten – was genau sich dahinter verbirgt ist aber umstritten. Einige Osnabrücker gehen davon aus, dass „Ramanke“ im lokalenIdiom ein Synonym für „Steckrübe“ ist. Demnach wäre der Ramankeneintopf einSteckrübeneintopf. Als der Osnabrücker KabarettistKalla Wefel aber 2017 ein lokalesWörterbuch veröffentlichte und darin „Ramankeneintopf“ mit „Steckrübeneintopf“ übersetzte, gab es zahlreiche Proteste von Lesern derNeuen Osnabrücker Zeitung. In ihren teilweise seit Generationen überlieferten Familienrezepten hätten Steckrüben nichts im Ramankeneintopf verloren oder seien bestenfalls eine optionale Ingredienz. Als Hauptzutat seien vielmehr Birnen anzusehen – oder auch Bohnen. Sowohl Wefel als auch die Lokalzeitung forschten daraufhin weiter nach. Mit dem Ergebnis, dass es kein allgemeingültiges Rezept für den Osnabrücker (oder auchHasberger) Ramankeneintopf gibt, da es sich um ein „Quer durch den Garten-Gericht“ handelt, ein „Osnabrücker Allerlei“, für das es viele verschiedene Varianten gibt – mit Steckrüben, Kochbirnen oder Bohnen als Haupt- und vielen weiteren Lebensmitteln als Nebenzutaten, darunter Rindfleisch, Kartoffeln, Erbsen, Möhren, Lauch und Sellerie.[188][189][190]

Grünkohl ist ein traditionelles Winteressen.Alle Jahre wieder ist in der Zeit von November bis Februar in OsnabrückGrünkohlzeit. Das frühere Grundnahrungsmittel der armen Leute ist heute eine Delikatesse – vor allem in Kombination mit seinen Fleischbeilagen. Um dem Kohl seine besondere Würze zu verleihen, wird ihm beim Kochen unter anderem die beliebteKohlwurst beigegeben. Man kann den Kohl aber durchaus auch vegetarisch zubereiten.Serviert wird Grünkohl im Osnabrücker Raum in der Regel mitKasseler, Kohlwurst,Pinkel, frischer grober Bratwurst und Bratkartoffeln.

Wurstebrot ist ein typisches Essen aus dem Osnabrücker Raum. Die Wurst besteht aus Blut, Roggenschrot, fettem Speck, Schweinefleisch, Mehl und Gewürzen. Sie wird in Scheiben geschnitten, mit Schmalz oder Butter gebraten und mit Brot serviert. Auch das Wurstebrot ist ein traditionelles Winteressen. Ehedem wurde dieses Produkt im Herbst zur Schlachtezeit hergestellt.

Stopsel ist ein typisches Wintergericht in der Region. Bestandteile dieses Gerichts sind Schweinefleisch (u. a. gekochter Schweinekopf und Schweinepfötchen), Brühe und Grütze. Das herzhafte Stopsel wird entweder in der Pfanne angebraten und mit Brot serviert oder gekocht, mit Worcester-Sauce abgeschmeckt und mit Kartoffeln undRote Bete verzehrt. Stopsel ist sehr gehaltvoll und wurde wie auch das Wurstebrot zur Schlachtezeit im Herbst hergestellt.

Pumpernickel wird in Osnabrück und Umgebung häufig als Schwarzbrot bezeichnet. Diese Brotsorte soll schon um 1450 während einer Hungersnot auf Geheiß der Stadtherren auf Kosten des Stadtsäckels als Brot für die armen Leute gebacken worden sein, dasbonum paniculum – gutes kleines Brot – genannt wurde. Aus diesembonum paniculum machte dann angeblich das Volk, weil es kein Latein verstand, zuerstBompernickel und späterPumpernickel. Heute noch gibt es in Osnabrück den altenPernickelturm, hier soll der große Backofen gestanden haben, in dem dasbonum paniculum für die Armen gebacken wurde.

Springbrötchen haben ihren Namen von der aufgesprungenen Gebäckoberfläche. Es ist eineBrötchenspezialität aus dem Raum Osnabrück und wird auch nur hier angeboten. Die aufgesprungene Oberfläche entsteht durch verschiedene Streichen, die auf den fertigen Teig aufgetragen werden. Die Fettstreiche enthält dazu noch das Lockerungsmittel ABC-Trieb (Hirschhornsalz), das dem Brötchen einen leicht laugigen Geschmack verleiht.[191]

Hedeweggen (niederdeutsch fürheiße Wecken, die gleichwohl in der Regel kalt verzehrt werden) sind ein dem Rosinenbrötchen ähnliches Gebäck. Es enthält aber einen etwas höheren Fettanteil und neben den Rosinen auch noch Zitronat. Es wird in Osnabrück gerne zu Tee und Kaffee gereicht und ist vor allem in derKarnevalszeit beliebt.

Nach Osnabrück ist außerdem eine Apfelsorte benannt, dieOsnabrücker Renette.

Spitzengastronomie

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Osnabrück gehörte von 2011 bis 2018 zu den wenigen deutschen Städten mit einem Restaurant mit der Höchstwertung von drei Sternen im RestaurantführerGuide Michelin: Der UnternehmerJürgen Großmann hatte das Osnabrücker Restaurant „la vie“ gekauft, es in das historische GebäudeHaus Tenge verlegt und 2006 den vorher in Dortmund tätigen SpitzenkochThomas Bühner nach Osnabrück geholt. Bereits ein Jahr später erhielt das „la vie“ zwei Sterne, 2011 folgte der dritte Stern. 2018 wurde das Restaurant überraschend aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen.

ImGuide Michelin 2020 ist das 2018 eröffnete Restaurant „Kesselhaus“ erstmals mit einem Stern ausgezeichnet worden. KüchenchefRandy de Jong hatte bis zur Schließung zurKüchenbrigade des „la vie“ gehört und wurde von der „Kesselhaus“-Inhaberin, der langjährigen „la vie“-Servicechefin Thayarni Garthoff für die Neueröffnung engagiert.

ImGuide Michelin 2022 wurde außerdem das Osnabrücker Restaurant „Friedrich“ unter KüchenchefLars Keiling mit einem Stern ausgezeichnet. Im Frühjahr 2025 verzichteten die Betreiber auf den Stern, indem sie das Restaurant schlossen und ankündigten, es nach einer Umbauphase unter alter Leitung, aber mit neuem Namen und verändertem Konzept wiedereröffnen zu wollen.[192]

ImGuide Michelin 2023 erhielt auch das 2017 eröffnete Restaurant „iko“ im StadtteilDarum/Gretesch/Lüstringen unter Inhaber und Küchenchef Tom Elstermeyer erstmals einen Michelin-Stern.[193]

Die Stadt würdigte die Leistungen der örtlichen Sterneköche mit deren Einträgen insGoldene Buch. Bühner unterschrieb im März 2016, de Jong, Keiling und Elstermeyer trugen sich gemeinsam im Mai 2024 ein.[194][195]

Sprache

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Hauptartikel:Ostwestfälisch

Ostwestfälische Dialekte,Ossenbrügger Platt, sind die ursprüngliche Sprache Osnabrücks. In der inneren Stadt wird dieses aber schon seit Jahrzehnten nicht mehr gesprochen, auch in den eingemeindeten Dörfern spricht es nur noch eine Minderheit der älteren Bevölkerung. Das Hochdeutsche in lokaler Ausprägung hat sich als Umgangssprache vollständig durchgesetzt.

Die heutige Osnabrücker Umgangssprache weicht von der hochdeutschen Aussprache nur sehr wenig ab.

Verkürzungen

Gekennzeichnet ist die hochsprachliche Osnabrücker Umgangssprache vor allem durch eine Verkürzung der Endsilben, z. B.: „Ich komm gleich“, „Wir fahrn nach Ibo(r)ch“ oder „ha(h)m“ (haben). Auch tritt das Phänomen auf, dass in der Umgangssprache Adverbien zu Adjektiven verwandelt werden können: So zum Beispiel für „zue Türen“, „auffe Fenster“ oder „appe Beine“.

Aussterben dess-pitzen S-teins

Das ursprüngliche Niederdeutsche in Osnabrück kannte kein anlautendessch vor Konsonanten und hatte stattdessen ein scharfess. Nur noch sehr vereinzelt kann ein scharfes s beist odersp beobachtet werden.

Persönlichkeiten

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Hauptartikel:Liste von Persönlichkeiten der Stadt Osnabrück

mit den Söhnen und den Töchtern der Stadt sowie den Ehrenbürgern

Ehrungen und Auszeichnungen

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Die Stadt Osnabrück vergibt mehrere Auszeichnungen an verdiente Bürger der Stadt und andere Persönlichkeiten:

Ferner existieren Auszeichnungen, die Vereine und Unternehmen aus Osnabrück vergeben:

  • Rosa-Courage-Preis für Persönlichkeiten der queeren Community[196]
  • Felix Schoeller Photo Award für Fotografie[197]

Die Stadt Osnabrück selbst erhielt am 14. Oktober 2019 denDeutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden 2020 in der Kategorie „Großstadt“.[198][199]

Sonstiges

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  • Um 2010 ist die Stadt mit einem Umstand in den Blickpunkt der Medien gekommen, der ein gewisses Alleinstellungsmerkmal ausmacht. Es wird über eineSiebenschläfer-Plage berichtet. Ob nun Plage oder nicht, Osnabrück hat wohl als einzige deutsche Stadt einenSiebenschläfer-Fänger, der die störenden Tiere einfängt und sie weit außerhalb der Stadt wieder aussetzt.[200][201]
  • Nach einer Umfrage des MagazinsStern aus dem Jahr 2003, leben in Osnabrück die zufriedensten Deutschen.[202]
  • Osnabrück hat als einzige Stadt der Bundesrepublik bisher sowohl ein Staatsoberhaupt als auch einen Regierungschef hervorgebracht:Christian Wulff (2010–2012Bundespräsident) undOlaf Scholz (2021–2025Bundeskanzler) sind beide in Osnabrück geboren. Mit Olaf Scholz (Bundeskanzler),Boris Pistorius (Verteidigungsminister) undEva Högl (Wehrbeauftragte des Bundestages) waren von Januar 2023 bis Mai 2025 außerdem zeitgleich drei politische Amtsträger auf Bundesebene gebürtige Osnabrücker. Siehe auch:Persönlichkeiten der Stadt Osnabrück.
  • Neben Osnabrück existieren einige namensverwandte Ortschaften: Im Nordosten des US-BundesstaatsNorth Dakota befindet sich die kleine StadtOsnabrock, inOhio die GemeindeOsnaburg, inSchottland das DorfOsnaburgh sowie imPazifischen Ozean die InselMehetia, die bei der Entdeckung durch die Europäer 1767 den NamenOsnaburgh erhielt. Darüber hinaus existierte inKanada in der ProvinzOntario bis 1998 die GemeindeOsnabruck, bis diese in der neu gegründeten GemeindeSouth Stormont aufging. Ebenfalls in Ontario liegt dieMishkeegogamang Ojibway Nation des IndianervolksAnishinabe, die vormals alsOsnaburgh bekannt gewesen war.
  • Unter dem NamenOsnaburgs war in den angelsächsischen Ländern im 18. und 19. Jahrhundert eine grob gewebte Arbeitskleidung weit verbreitet, deren Ursprung vermutlich in der Osnabrücker Textilherstellung zu suchen ist.[203]
  • Im Großelendtal inÖsterreich liegt auf 2032 Meter Höhe dieOsnabrücker Hütte, eineAlpenvereinshütte der Sektion Osnabrück desDeutschen Alpenvereins[204]
  • Schlagzeilen machte 2006 derSchwarzschwanPetra“, der sich in Münster in ein Tretboot in Form eines übergroßen Schwans verliebte. Das weibliche Tier wich seinem „Artgenossen“ auf dem Aasee den ganzen Sommer nicht von der Seite, im November wurden beide in denAllwetterzoo Münster umgesiedelt. Neben deutschen Medien wieSpiegel undStern berichteten unter anderem Fernsehteams aus den USA, Japan, Indien und aus der arabischen Welt. Ende 2009 verschwand Petra für eine gewisse Zeit, bis sie im Frühjahr 2013 in Osnabrück mit „neuer Liebe“ wiederentdeckt wurde, wo sie noch immer lebt.
  • 2017 veröffentlichte die HamburgerPunk-Rock-BandMontreal das MusikvideoOsnabrück, dessen Filmszenen jedoch allesamt in Münster gedreht wurden.[205]
  • Für die Friedensstadt Osnabrück entstanden zwei zeitgenössische Kompositionen:Frieden braucht ein Update, 2019 von Studierenden des Fachbereichs Musikpädagogik der Universität Osnabrück getextet und komponiert[206] und dieMotetteGib Frieden, Gott, zu unsrer Zeit, 2020 vonLudger Stühlmeyer.[207]
  • Schiffe mit dem NamenOsnabrück: eineBark (Baujahr unbekannt), zwei Fischereifahrzeuge Baujahr 1918 und 1950[208] und das KombischiffOsnabrück (Baujahr 1935) desNorddeutschen Lloyd.
  • Im April 2024 erging durch den Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius derOsnabrücker Erlass, der die Grundsätze für die Spitzengliederung und Führungsorganisation imBundesministerium der Verteidigung und derBundeswehr neu regelt.
  • Osnabrück beheimatet das ältestequeere Kulturfestival DeutschlandsGay in May, das seit 1979 traditionell im Mai stattfindet. Im Rahmen des Festivals wird jährlich derRosa-Courage-Preis an Persönlichkeiten vergeben, die sich in herausragender Weise für die Belange von Lesben und Schwulen (beziehungsweise queeren Menschen) eingesetzt haben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Persönlichkeiten wieClaudia Roth,Maren Kroymann,Klaus Wowereit undRosa von Praunheim. Über die Preisverleihung wird stets bundesweit in den Medien berichtet.[209][210]

Literatur

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chronologisch aufsteigend geordnet

  • Friedrich Philippi:Zur Verfassungsgeschichte der westfälischen Bischofsstädte – mit urkundlichen Beilagen. Osnabrück 1894.
  • Hermann Rothert:Geschichte der Stadt Osnabrück im Mittelalter: 2. Faksimiledruck der Ausgabe 1937–1938. 2. Auflage. Wenner Verlag, 2007,ISBN 978-3-87898-394-1.
  • Erich Keyser:Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte Band III Nordwestdeutschland, 1. Teilband Niedersachsen/Bremen – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages. Stuttgart 1952.
  • Roswitha Poppe:Osnabrück (Deutsche Lande - Deutsche Kunst). München/Berlin 1972
  • Karl Baedeker:Osnabrück - Stadtführer. Freiburg 1977
  • Gisela Wilbertz:Hexenprozesse und Zauberglaube im Hochstift Osnabrück. In:Osnabrücker Mitteilungen. 84, 1978, S. 33–50.
  • Karl Georg Kaster:Osnabrück. 1200 Jahre Fortschritt und Bewahrung. Nürnberg 1980.
  • Christian Kämmerer:Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Osnabrück 32. 1986,ISBN 978-3-8271-8250-0.
  • Peter Junk, Martina Sellmeyer:Stationen auf dem Weg nach Auschwitz. Entrechtung, Vertreibung, Vernichtung. Juden in Osnabrück 1900–1945. Ein Gedenkbuch. Rasch, Bramsche 1988.
  • Landschaftsverband Osnabrück (Hrsg.):Biographisches Handbuch zur Geschichte der Region Osnabrück. Bearb. von Rainer Hehemann. Rasch, Bramsche 1990,ISBN 3-922469-49-3.
  • Ludwig Hoffmeyer:Chronik der Stadt Osnabrück. 6. Auflage. Osnabrück 1995.
  • Edgar Schroeder:Osnabrück im 19. Jahrhundert. Droste, Düsseldorf 1995,ISBN 3-7700-1039-6.
  • Volker Issmer, Koert Braches:Niederländer im Verdammten Land, Zeugnisse der Zwangsarbeit von Niederländern im Raum Osnabrück während des Zweiten Weltkriegs, 1998, Landschaftsverband Osnabrücker Land e.v.,ISBN 3-9805661-0-2.
  • Günter Wegmann:Das Kriegsende zwischen Ems und Weser 1945. 2. erweiterte Auflage, H. Th. Wenner, Osnabrück 2000,ISBN 3-87898-367-0.
  • Christiane Segers-Glocke (Hrsg.):Der Hasefriedhof in Osnabrück.Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, 2000.
  • Heinz Jürgen Stebel:Die Osnabrücker Hexenprozesse. 3. Auflage. Wenner, Osnabrück 2003.
  • Wido Spratte:Im Anflug auf Osnabrück. Die Bombenangriffe 1940–1945. Osnabrück 2004.
  • Andreas O’Brien, Holger Raddatz:Die verbunkerte Stadt. Luftschutzanlagen in Osnabrück und Umkreis. 2009,ISBN 978-3-8370-7545-8.
  • Stefan Kröger:Das Osnabrück Lexikon. Ein unterhaltsames Nachschlagewerk für Stadt und Land. Osnabrück 2004.
  • Stefan Kröger:Osnabrück – Eine illustrierte Geschichte der Stadt. Osnabrück 2005.
  • Gerd Steinwascher (Hrsg.):Geschichte der Stadt Osnabrück. Osnabrück 2006.
  • Oliver Falkenberg, Linda Sundmaeker, Torsten Krüger:Osnabrück – Ein Porträt (deutsch/englisch/französisch/niederländisch). Edition Temmen, Bremen 2008,ISBN 978-3-86108-966-7.
  • Bettina Meckel:Osnabrück und Umfeld. Wenner, Osnabrück 2010,ISBN 978-3-87898-417-7.
  • Hauke Haubrock, Andreas O’Brien:Der Luftschutzstollen am Kalkhügel – Ein ehemaliger Luftschutzbunker in Osnabrück. Books on Demand, Norderstedt 2012,ISBN 978-3-8448-1154-4.
  • Hermann Kuhl, Jörg Frenzel:Architekturführer Osnabrück. Berlin 2014,ISBN 978-3-86922-278-3.
  • Thorsten Heese:Topografien des Terrors – Nationalsozialismus in Osnabrück. Rasch Verlag, Bramsche 2015,ISBN 978-3-89946-240-1.
  • Tobias Romberg (Hrsg.):Osnabrück wegweisend – Mehr als 80 Straßen, Wege und Plätze: Porträts und Geschichte(n). Anno-Verlag, Ahlen 2016,ISBN 978-3-939256-38-0.
  • Klaus Niehr, Melanie Ulz und Antje Busch-Sperveslage (Hrsg.):Osnabrück. ein Führer zur Architektur und zu den Denkmälern der Stadt. Petersberg 2018.
  • Sven Jürgensen:Osnabrück: Rathaus, Erich Maria Remarque-Friedenszentrum und Felix-Nussbaum-Haus.Kunstverlag Josef Fink,Lindenberg im Allgäu, 1. Auflage 2023,ISBN 978-3-95976-449-0.Weitere Informationen auf der Website des Verlags.
  • Nele Bösel-Hielscher:Der Osnabrücker Rat im Mittelalter. Entstehung, Entwicklung, Kompetenzen (Osnabrücker Geschichtsquellen und Forschungen, Bd. 57), Verlag für Regionalgeschichte UG, Soest, 2023,ISBN 978-3-7395-1502-1.

Weblinks

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Schild des Osnabrücker LandsPortal:Osnabrücker Land – Das Wikipedia-Portal zum Einstieg in weitere Artikel

Commons: Osnabrück – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Osnabrück – Quellen und Volltexte
Wiktionary: Osnabrück – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikivoyage: Osnabrück – Reiseführer

Einzelnachweise

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  1. Tabelle EVAS 12411, Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus 2022, Stand 31. Dezember 2024 (Hilfe dazu).
  2. Wahlergebnisse zur Stichwahl am 26.09.2021
  3. Osnabrück: Lebendiges Zentrum im Osnabrücker Land. osnabruecker-land.de
  4. Stadtporträt: Osnabrück stellt sich vor
  5. Friedenskultur in Osnabrück: Friedensschluss von 1648
  6. Osnabrück – Die Friedensstadt
  7. Städtereport Osnabrück (PDF; 6 Seiten)
  8. abGeographische Lage Osnabrücks (PDF; 29 kB)
  9. Wo ist eigentlich der Mittelpunkt von Osnabrück? In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 28. Dezember 2001, abgerufen am 26. Juli 2020. 
  10. Rainer Lahmann-Lammert: Osnabrück hat jetzt einen geografischen Mittelpunkt. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 23. September 2016, abgerufen am 26. Juli 2020. 
  11. Wie oft bebt Osnabrück? (= Osnabrücker Wissen.Band 2015-1). Osnabrück 2015. 
  12. Jörg Sanders: Diese Gebiete in Stadt und Landkreis Osnabrück eignen sich als Endlager. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 29. September 2020, abgerufen am 11. November 2020. 
  13. Stadt Osnabrück:Größe der Stadtteile und Statistischen Bezirke (PDF, 14 kB) (PDF) wfo.de, abgerufen am 16. Januar 2021.
  14. Katasterfläche nach Nutzungsarten. Landesamtes für Statistik Niedersachsen
  15. Das Städteranking 2012 – Niveauranking, sortiert nach Pendlersaldo
  16. Deutschland: Agglomerationen
  17. Das Klima in Osnabrück (1952–2010), Daten der ehemaligen DWD-Wetterstation am Ziegenbrink. In: wetterzentrale.de. Abgerufen am 4. Oktober 2019. 
  18. DWD Klimadaten 1981–2010
  19. Friedensstadt Osnabrück: Wälder und Seen
  20. Niederschlagsmengen in der Bundesrepublik Deutschland (Memento vom 3. Dezember 2013 imInternet Archive)
  21. Klimatabelle Osnabrück – Deutschland und Klimadiagramm Osnabrück
  22. DokumentarfilmDer Kupferschatz von Osnabrück auf youtube.com, Stadt Osnabrück 2016, abgerufen am 5. Juni 2020.
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