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Open Source Initiative

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DieOpen Source Initiative (OSI) ist eine Organisation, die sich der Förderung vonOpen-Source-Software widmet. Sie wurde im Februar 1998 vonBruce Perens undEric S. Raymond gegründet. Sie zertifiziertSoftwarelizenzen anhand ihrer eigenenOpen-Source-Definition. Software, die unter diesen Lizenzen verbreitet wird, darf dasCertification Mark[1] der OSI tragen.

Geschichte

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Belege für den Einfluss des Mozilla Projekts/Netscape auf die Gründung der OSI sind weder im Abschnitt und noch in einem verlinkten Artikel vorhanden.

Anfang 1998 gab das UnternehmenNetscape angesichts schwindender Gewinne und hartem Konkurrenzkampf mit demInternet Explorer vonMicrosoft dieQuelltexte zu seinem Flaggschiff-ProduktNetscape Navigator frei.IBM stellte seinenApache HTTP Server 1998 ebenfalls unter dieApache-Lizenz und der KonzernHP gründete 1999 seineOpen-Source-Solutions-Operation. Die Konzerne reagierten damit auf die veränderten Bedingungen der Märkte und auf die starke Konkurrenz durch Entwicklungen imInternet/WWW.[2] Eine Gruppe von anfreier Software undGNU/Linux interessierten Leuten entschied sich, einen neuen Marketing-Begriff für freie Software einzuführen, um diese im Wettbewerb mitproprietärer Software als geschäftsfreundlich, weniger ideologisch belastet und frei von den ethischen und sozialen Komponenten derFree Software Foundation darstellen zu können.[3]

Zeitgleich entwarfBruce Perens, der ehemalige Projektleiter derLinux-DistributionDebian, dieOpen Source Definition. Debian sah sich angesichts der Nachbarlizenzen herausgefordert, genauer zu definieren, was dieFreiheit sei, die das Projekt meint. Diese Positionen formulierte Perens nach Diskussion mit anderen Debian-Entwicklern1997 imDebian Social Contract.[4] Dieser formuliert die Verpflichtung, dass Debian vollständig Freie Software bleibt, das Projekt alle Neuerungen an die Community zurückgeben und keine Fehler verstecken wird. Das wird weiterhin in denDebian Free Software Guidelines (DFSG) ausgeführt.

Aus dem Geist und Inhalt dieser beiden Texte entstand die OSD: Die Debian-spezifischen Referenzen wurden entfernt, „Free Software“ gegen „Open Source Software“ ausgetauscht und der Name geändert. Schließlich registrierte man fürSoftware in the Public Interest, die Schirmorganisation von Debian, einCertification Mark (CT) auf den Begriff „Open Source“. Ein CT ist eine Form vonWarenzeichen oder auchGütesiegel, das den Produkten von Dritten verliehen werden kann:

„Da die Community ein verlässliches Verfahren benötigt, um zu wissen, ob ein Stück Software wirklich ‚open-source‘ ist, nimmt die OSI für diesen Zweck Anmeldungen von Zertifizierungszeichen entgegen: ‚OSI-zertifiziert‘ […] Wenn Sie das ‚OSI-zertifiziert‘-Zeichen für ihre Software verwenden möchten, können Sie dies tun, indem Sie Ihre Software unter einer anerkannten Lizenz aus der Liste verbreiten und die Software entsprechend kennzeichnen.“

The OSI Certification Mark and Program[5]

Die Gründung der Bewegung erfolgte 1998 durchJon „Maddog“ Hall,Larry Augustin,Eric S. Raymond, Bruce Perens und andere. Unter den Gründern wird E. Raymond wahrscheinlich am stärksten mit dieser Bewegung identifiziert. Nach seiner Selbstbeschreibung war und bleibt er ihr „Theoretiker“, doch reklamiert er für sich selbst keinen exklusiven Führungsanspruch.

Die ebenfalls 1998 vonMitchell Baker für den geplantenNetscape Communicator entworfeneMozilla Public License gehörte gleich zu Beginn zu den zertifizierten Lizenzen, was dem BegriffOpen Source durch die Verbreitung der Netscape-Software eine hohe mediale Aufmerksamkeit bescherte.

Nach der Gründung derOpen Source Initiative wurden die Rechte an dem CT vonSoftware in the Public Interest auf die OSI übertragen. Gut fünf Dutzend Lizenzen hat die OSI seit dem geprüft und zertifiziert, womit diese offiziell den geschützten Titel „Open Source“ tragen dürfen.[6] Um die Ausuferung der Anzahl der Lizenzen zu reduzieren, hat die OSI im Jahr 2007 eine Liste von 9 anerkannten Lizenzen herausgegeben, die entweder besonders gut geeignet sind oder eine hohe Bedeutung im bestehenden OSS-Umfeld haben.

Bruce Perens verließ später die OSI wieder, weil er die Opposition zurFree Software Foundation als schädlich empfand.

Organisation

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DieOpen Source Initiative wird von einem losen Kollegium von erfahrenen, älteren Mitgliedern gelenkt, unter ihnen Raymond und andere Mitbegründer. AuchIT-Prominenz gehört zu diesem Kreis, wie etwaLinus Torvalds,Larry Wall undGuido van Rossum.

Ein Teil der Arbeit ist es, Softwarelizenz-Arten auf Konformität mit der von Bruce Perens verfasstenDefinition vonOpen Source zu prüfen. Es wird dann von einerOSI approved License (Engl.; eine von der OSI bestätigte Lizenz) gesprochen. Eine Liste der Lizenzen ist auf der Website der Organisation dokumentiert.[7]

Seit 2003 ist die Arbeit derOpen Source Initiative nicht mehr so öffentlich sichtbar. Lediglich ihremeritierter PräsidentEric Raymond und der aktuelle PräsidentMichael Tiemann verfassen des Öfteren Texte zum aktuellen Szenegeschehen.

Erfolge

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  • Der BegriffOpen Source fand 1998 bis 2000 breiten Einzug in der Presse, wurde aber zunächst nicht ganz verstanden.
  • Zahlreiche Unternehmen öffneten sich dem Gedanken eines alternativen Open-Source-Betriebssystems.
  • DieOpen Source Initiative konnte zahlreiche interne Memos von Microsoft veröffentlichen, die die klare Gegnerschaft zu GNU/Linux und Überlegungen zu unsauberen Methoden der Konkurrenzbeseitigung darlegten.

Definition von Open Source

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In derOpen Source Definition derOpen Source Initiative wird folgendes verlangt:

Freie Weitergabe
Die Lizenz darf niemanden daran hindern, die Software zu verkaufen oder sie mit anderer Software zusammen in einerSoftware-Distribution weiterzugeben. Die Lizenz darf keine Lizenzgebühr verlangen.
Verfügbarer Quellcode
Die Software muss im Quellcode für alle Nutzer verfügbar sein.
Abgeleitete Arbeiten
Die Lizenz muss von der Basissoftware abgeleitete Arbeiten und deren Distribution unter derselben Lizenz wie die Basissoftware erlauben.
Integrität des Autoren-Quellcodes
Die Lizenz muss explizit das Verteilen von Software erlauben, die auf einer modifizierten Version des Originalquellcodes beruhen. Die Lizenz kann verlangen, dass solche Änderungen zu einem neuen Namen oder einer neuenVersionsnummer der Software führen und solche Änderungen dokumentiert werden. Die Lizenz darf verlangen, dass nur Patches zum Originalcode verteilt werden dürfen, wenn diese mit dem Quellcode verteilt werden.
Keine Diskriminierungen von Personen oder Gruppen
Die Lizenz darf nicht einzelnen Personen oder Gruppen die Nutzung der Software verweigern, z. B. den Bürgern eines bestimmten Staates.
Keine Nutzungseinschränkung
Die Lizenz darf den Verwendungszweck der Software nicht einschränken, z. B. kein Ausschluss militärischer oder kommerzieller Nutzung o. ä.
Lizenzerteilung
Die Lizenz muss für alle zutreffen, welche die Software erhalten, ohne z. B. eine Registrierung oder eine andere Lizenz erwerben zu müssen.
Produktneutralität
Die Lizenz muss produktneutral gestaltet sein und darf sich z. B. nicht auf eine bestimmte Distribution beziehen.
Die Lizenz darf andere Software nicht einschränken
Sie darf zum Beispiel nicht verlangen, dass sie nur mit Open-Source-Software verbreitet werden darf.
Die Lizenz muss Technologie-neutral sein
Sie darf z. B. nicht verlangen, dass die Distribution nur viaWeb/CD/DVD verteilt werden darf.

Gemeinfreie(Public Domain) Software erfüllt diese Bedingungen, soweit der gesamte Quellcode verfügbar gemacht wird.

Aussagen und Implikationen

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Die OSD ist somit keine Lizenz, sondern ein Standard, an dem Lizenzen gemessen werden.

Während die meisten Open-Source-Lizenzen die Nutzung der Software oder Medieninhalte ohne Einschränkung an jedermann freistellen, gibt es einige, die explizite Ausnahmen vorsehen. Dazu gehören etwa Lizenzen, womit Autoren aus politischen oder weltanschaulichen Gründen den Einsatz ihrer Software in der Wirtschaft, der Genforschung oder einer Abtreibungsklinik untersagen wollten. Aus Sicht der OSD gehören diese Anliegen jedoch nicht in eine Lizenz.

Deshalb schreibt die OSD für Open-Source-Lizenzen vor, dass sie nicht gegen Personen oder Gruppen (Ziff. 5) und gegen Einsatzgebiete (Ziff. 6) diskriminieren dürfen. Bei der Weitergabe an Dritte soll die Lizenz wirksam sein, ohne dass Rechteinhaber (der Copyright-Halter) und Lizenznehmer einen Vertrag unterzeichnen (Ziff. 7).

Die Gültigkeit von unterschriftslosen Lizenzverträgen wird derzeit auch für den Bereich kommerzieller oder vertraglicher Lizenzen diskutiert (s. u.), insofern ist die Erläuterung zur Ziff. 7 der OSD, Ver. 1.0, (ebd., S. 179) ein Wunsch, der in der Praxis selten erfüllbar ist. In der Erläuterung zur Ver. 1.761 heißt es, dass damit eine Schließung durch zusätzliche Anforderungen wie einNDA ausgeschlossen werden soll.

Die OSD-Ziff. 8 besagt, dass die gewährten Rechte nicht davon abhängig gemacht werden dürfen, dass das Programm Teil einer bestimmten Distribution ist. Es muss frei bleiben, auch wenn es von dieser Distribution getrennt wird.

Möglichkeit der Mehrfachlizenzierung

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DieMPL ist die einzige Lizenz, die die Möglichkeit derMehrfachlizenzierung ausdrücklich erwähnt. Ziff. 13 erlaubt es dem ursprünglichen Entwickler, nämlich Netscape, nicht aber den Kontributoren, ihren Code unter die MPL und zugleich eine alternative Lizenz zu stellen, unter denen Nutzer ihre Wahl treffen können. Darin ist die Handschrift von Perens zu erkennen, der denjenigen, die ihre Software frei belassen und sie zugleich verkaufen möchten, eine beliebige kommerzielle Lizenz plus derGPL als freie Lizenz empfiehlt.[8]

Eine eigenartige Konstruktion ist die CVW-Lizenz desMITRE. Sie ist nur eine Art Rahmenlizenz, in der die Warenzeichen von MITRE von der Werbung für abgeleitete Werke ausgeschlossen werden. Darüber hinaus stellt sie dem Empfänger der Software frei, ob er sie unter der GPL oder der MPL nutzen möchte, die beide in derCVW-Lizenz enthalten sind.

Kritik am Open-Source-Begriff

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Einige Vertreter des Begriffs „Freie Software“ – insbesondereRichard Stallman[9] – kritisieren jedoch, dass durch den neuen Begriff der„offenen Software“ die moralische Motivation und der Gedanke der Freiheit von Software in den Hintergrund treten. Auch wird kritisiert, dass der BegriffOpen Source missverstanden werden kann.

Trotzdem stimmen die Definitionen von freier und offener Software, wie sie von der FSF und der OSI gemacht werden, im Wesentlichen überein.

Siehe auch:Freie Software#Open Source undFree/Libre Open Source Software

Weblinks

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Commons: Open Source Initiative – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Open Source Certification:Press Releases | Open Source Initiative
  2. Glyn Moody (2002):Rebel code: Linux and the open source revolution. London: Penguin Books. S. 182 ff,ISBN 0-14-029804-5.
  3. Reijswoud, V. von, & Jager, A. de. (2008):Free and Open Source Software for Development. S. 30 ff.arxiv:0808.3717.
  4. Debian Social Contract
  5. The OSI Certification Mark and Program (Memento vom 17. April 2006 imInternet Archive)
  6. vgl. OSI,The Approved Licenses
  7. Liste der von der OSI bestätigten Open Source Lizenzen
  8. vgl. Perens, 1999, Seite 185
  9. Richard Stallman: „Why “Free Software” is better than “Open Source”“. Stand: 19. Juni 2007. URL:https://www.gnu.org/philosophy/free-software-for-freedom.html (abgerufen am 18. September 2007)
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