Olaf Koch (*14. Januar1932 inBebra (heute ein Stadtteil vonSondershausen); †22. August2001 inHalle (Saale)) war eindeutscherDirigent und Hochschullehrer.
Im Jahr 1964 wurde er amMeininger Theater zumGeneralmusikdirektor ernannt. Ende der 1960er Jahre wandte er sich dem Konzertdirigat zu und stand über zwanzig Jahre lang als Chefdirigent dem Staatlichen Sinfonieorchester bzw. derHalleschen Philharmonie vor, die er zu überregionaler Anerkennung führte. Koch setzte sich fürzeitgenössische Werke von ostdeutschen (Günter Kochan u. a.) und sowjetischen Komponisten ein. 1979 erhielt er denNationalpreis der DDR.
Zunächst inWeimar zumDirigierprofessor ernannt, amtierte er von 1982 bis 1986 als Rektor derHochschule für Musik Hanns Eisler Berlin.
Olaf Koch wurde 1932 als jüngstes von drei Kindern desBergmanns Karl Wilhelm Louis Koch und dessen Frau Ida Auguste Lucie, geb. Schlegelmilch, imthüringischenBebra beiSondershausen geboren.[1] Sein Vater arbeitete im dortigenKaliwerk.[1] Prägung erfuhr Koch auch über dasantifaschistische Milieu.[2] Koch, der später selbst Mitglied derAntifa-Jugend war,[3] verlor während desNationalsozialismus seinen Halbbruder Heinz Koch, welcher 1941 wegen Hoch- und Landesverrats inBerlin-Plötzensee hingerichtet wurde.[4] Nach dem Besuch der Volksschule[5] lernte er von 1945 bis 1950 Violoncello, Klavier, Komposition und Dirigieren[6] am Max-Reger-Konservatorium in Sondershausen.[3] Seinen Lebensunterhalt[7] verdiente er sich in dieser Zeit alsForstarbeiter undTanzmusiker.[3] „Aus tiefer Überzeugung“, wieWolfgang Herbrand formulierte, wandte sich Koch in derDDR der Staatspartei zu.[2] Obwohl er bereits mit einundzwanzig Jahren einen Aufnahmeantrag gestellt hatte, wurde er erst 1955 Mitglied derSED.[8] Kulturpolitisch identifizierte er sich mit der Idee, dass Kunst nicht mehr nur der Elite gehöre, sondern den einfachen Menschen.[9]

Achtzehnjährig trat Koch seine erste feste Stelle alsRepetitor fürBallett,Oper undOperette[5] und zweiterKapellmeister amLandestheater Meiningen an.[10] Dort wurde er durch TheaterleiterFritz Diez gefördert.[11] Schwerpunkt seiner Tätigkeit war die eines Operettenkapellmeisters.[12] Von 1955 bis 1958 wirkte er als erster Kapellmeister amLandestheater Halle.[10] Dort brachte er 1958 das durchHenn Haas choreografierte Ballett „Kreuzbauer Ulrike“ vonCarl-Heinz Dieckmann, das während derBefreiungskriege spielt,[13] zur Uraufführung.[14] 1958 ging er als Musikalischer Oberleiter an dasStadttheater Stralsund.[10] Aus Halle brachte er seinen RegieassistentenHarry Kupfer mit,[15] der für ihn in Stralsund als einziger Musiktheaterregisseur nun folgende Opern inszenierte:Der Freischütz vonCarl Maria von Weber,Enoch Arden vonOttmar Gerster undDie lustigen Weiber von Windsor vonOtto Nicolai.[16] 1960/61 wechselte er als Musikdirektor[12] an dasTheater der Altmark in Stendal.[10] 1961 realisierte er mit demUngarnflüchtlingBéla Hollai im westdeutschenGöttingen ein Gemeinschaftsprojekt zwischen denSinfonieorchestern Göttingen und Stendal mit Werken vonJosef Suk,Aram Chatschaturjan, Carl Maria von Weber undRobert Schumann.[17]
Auf Betreiben der DDR-Behörden und auch seinem eigenen Wunsch nach kehrte er von November 1961 bis 1967 an das Meininger Theater zurück.[12] Diesmal wurde er in der Nachfolge vonRolf Reuter als Musikalischer Oberleiter verpflichtet,[10] 1964 erfolgte die Ernennung zumGeneralmusikdirektor.[3] FürAlfred Erck war Koch „mitabsolutem Gehör ausgestattet, den großen Ton liebend, dramatische Momente sehr wohl auskostend, sagte er Ungenauigkeiten, gar Schlamperei gehörig den Kampf an und war bei Orchestermusikern wie Sängern gleichermaßen gefürchtet“.[12] Zum Solistenensemble gehörten seinerzeit u. a.Günther Hofmann,Ines Kurz-Markgraf undVolker Schunke.[18] Ein Novum war, dass er ab 1964 osteuropäischeBelcanto-Solisten wieSandor Arizs undVirginia Keranowa nach Meiningen holte.[12] Entsprechend ließ er zunächst vor allem italienische Opern vonGiuseppe Verdi undGiacomo Puccini aufführen.[18] Im Jahr 1962 übernahm Koch auch die Leitung derRüdiger-Flohr-Inszenierung von HändelsEzio in der musikalischen Fassung vonMax Schneider. Sein autoritärer Führungsstil und seine Dominanz in Bezug auf die Solisten trafen in Meiningen auf die Neuerungen des RegisseursHans Günter Nebel, der vonFelsensteins Musiktheater geprägt war.[18] Beide fanden im russischen Musikdrama zusammen, etwa inMussorgskisBoris Godunow.[19] Darüber hinaus entstanden auchWagner- undStrauss-Produktionen.[19] Kochs Vorliebe allerdings galt der Sinfonik,[12] wobei er ganz besondersLudwig van Beethoven schätzte.[19] Später nahm er ferner die Konzertmusik von slawischen Tonschöpfern wie Modest Mussorgski undDmitri Schostakowitsch in sein Repertoire auf.[19] 1967 realisierte er die deutsche Erstaufführung der 1. Sinfonie vonNina Makarowa, der Ehegattin Aram Chatschaturjans.[20] Ferner brachte er anlässlich derThüringer Musiktage 1966 mit den Berliner PianistenEberhard Rebling undSiegfried Stöckigt das „Sinfonische Poem für zwei Klaviere und Orchester“ vonWolfgang Hohensee zur Uraufführung.[21] Gastdirigate führten Koch 1967 in die Tschechische Slowakei und in die Sowjetunion.[22] NachGert Richter brachte er dasOrchester des Meininger Theaters „zu einem höheren musikalischen Niveau“.[23] Darüber hinaus betätigte er sich als Komponist, so instrumentierte er ein Lied des SchriftstellersWalter Werner.[22] Die Zeit in Meiningen galt Koch selbst als die prägendste seiner Karriere.[19]
Koch wandte sich ab 1967 verstärkt dem Konzertdirigat zu[24] und wurde in der Nachfolge vonKarl-Ernst Sasse[25] Leiter und Chefdirigent desStaatlichen Sinfonieorchesters Halle.[10] Koch „wollte ein Orchester formen, das seinen hohen Vorstellungen entsprechen sollte“, wie die JournalistinGisela Heine formulierte.[8] In Halle gestaltet er mit dem Klangkörper dieHändel-Festspiele[26] und dieMusiktage mit.[27] So dirigierte er anlässlich der Händel-Festspiele 1970BeethovensTripelkonzert, das von den sowjetischen Gastmusikern, dem ViolinvirtuosenOleg Kagan, der PianistinElisabeth Leonskaja und der CellistinNatalia Gutman interpretiert wurde.[28] Bei den Wittenberger „Wochen der zeitgenössischen Musik“ 1971 nahm er mit einer Darbietung vonJanáčeksSinfonietta teil.[29] Überdies brachte er mehrere zeitgenössische Musikwerke von DDR-Komponisten zur Ur- und Erstaufführung u. a. 1969Heinz Röttgers Violinkonzert (mitGustav Schmahl)[30] und 1970Hans Jürgen Wenzels „Trassensinfonie“.[31] Wenzels Werk aber, das nicht durch denKomponistenverband der DDR (VKM) vergeben worden war,[32] führte zum Konflikt mit Koch, woraufhin dieser von den 1970er Jahren an zeitgenössische Musik und somit faktisch Tonschöpfungen aus der Region zunächst in der Programmplanung zurückstellte[33] und ab 1979 auch in Wenzels progressive[34] Reihe „Konfrontation“ der Halleschen Philharmonie auslagerte.[35]
Im Jahr 1972 übernahm Koch die Leitung derHalleschen Philharmonie, die aus dem ehemaligen Staatlichen Sinfonieorchester, derRobert-Franz-Singakademie und demStadtsingechor zu Halle hervorging;[27] ferner wurden ein gesondertesKammerorchester, das er von 1973 bis 1984 leitete,[36] und zwei Bläsergruppen ausgeprägt.[37] Nach der MusikwissenschaftlerinKonstanze Musketa entstand dadurch „ein vielseitiges und leistungsfähiges Ensemble“, von welchem „wesentliche Impulse für das Musikleben der Region“ ihren Ausgang nahmen.[38] 1976 dirigierte er das Festkonzert anlässlich der Einweihung derKonzerthalle am Boulevard,[39] welche dasSteintor-Varieté als Hauptspielstätte ablösen sollte.[38] Koch sprach sich für eine „Demokratisierung des Konzertlebens“ aus, was sich in Werkeinführungen und Gesprächen sowie der Konzertplanung ausdrückte.[25] So waren laut Richter seine Werkhallen- und Schülerkonzerte eine Anstrengung, jene Kreise „an klassische Musik heranzuführen“.[23] Die Konzerte galten als weitestgehend ausverkauft.[38] Das Repertoire des Ensembles umfasste sinfonische Musik von der Zeit der Klassik bis zur Moderne.[38] Durch die Chor-Orchester-Verbindung konnten wiederholt Oratorien vonGeorg Friedrich Händel aufgeführt werden.[25] Zum 450-jährigen Jubiläum desdeutschen Bauernkrieges brachte es unter Kochs Leitung das Oratorium „Die Antwort“ von Wolfgang Hohensee mit einem Text vonPaul Wiens in der MühlhäuserMarienkirche zur Uraufführung.[40] Der Verdienst des Sinfonieorchesters, des Kammerorchesters und der Kammermusikensembles um die zeitgenössische Musik sollte sich auch in weiteren Uraufführungen ausdrücken.[38] Kaum berücksichtigt wurden bei der Philharmonie allerdings Komponisten aus dem Raum Halle-Magdeburg.[41] Aufgrund seiner Inaktivität wurde Koch auch nicht als Vorsitzender der Sektion Interpreten (1972–1976) im entsprechenden Bezirksverband des VKM wiedergewählt.[42] Andererseits wählte Koch „nie nach Zugehörigkeit zu Trends und Moden, sondern immer im Hinblick auf ihre musikalischen Qualität“, wie Richter ausführte.[23] Wichtig war für Koch zudem die „Wirkung des klanglichen Ergebnisses“.[23] Zu den präsentierten Werken gehörten u. a. 1972Alan Bushs Sinfonischer Satz für Klavier und Orchester „Afrika“ (mit Alan Bush),[43] 1974Fritz Geißlers Sinfonie Nr. 8,[44] 1975Günter Kochans Bratschenkonzert (mitAlfred Lipka),[45] 1981Wolfgang Stendels Cellokonzert (mitHans-Joachim Scheitzbach)[46] und 1989Kurt Schwaens 2. Klavierkonzert (mitTon Nu Nguyet Minh) undDietrich Boekles Neufassung des Concerto für großes Orchester.[47] Regelmäßig wurde der Klangkörper zu den großen alternierend[48] stattfindenden Musikfesten inOstberlin, denDDR-Musiktagen und derMusik-Biennale, eingeladen.[37] 1989 trat er bei denDresdner Tagen der zeitgenössischen Musik auf.[49] Deutlich sichtbar wurde unter Kochs Dirigat ebenso eine „internationale Anerkennung“, wie Musketa betonte.[38] Zahlreiche Gastspiele führten den Klangkörper in den sogenanntenOstblock.[25] „Autorität und Verhandlungsgespür“ Kochs, wie es in einem Nachruf in derMitteldeutschen Zeitung aus Halle hieß, ermöglichten der Philharmonie ab 1975 auch Konzertreisen inswestliche Ausland.[25] Nach dem MusikwissenschaftlerAchim Heidenreich wurden neben diesen durchaus positiv zur Kenntnis genommenen regulären Veranstaltungen in der Bundesrepublik Deutschland auchDKP organisierte Arbeiterkonzerte bedient, die hingegen nur wenig Zuspruch fanden.[50] Der Dramaturg Gerd Richter nahm Koch in Halle „als einen ideenreichen, hervorragenden Künstler und klugen Manager“ wahr. Beeindruckend fand er „seine hohe Musikalität und seine elegante, dabei aber auch präzise Schlagtechnik, sein Vermögen, die Wirkung einer Musik beim Lesen der Partitur genau einschätzen zu können, dies aber auch den Interpreten wie letztlich dem Publikum vermitteln zu können“.[23] Koch hatte einen „Hang zu einer gewissen Theatralik“, so Richter, und verfügte über eine „starke, zuweilenegozentrische, Persönlichkeit“.[23] Trotz fehlenden Musikhochschulstudiums war er „für alle künstlerischen und intellektuellen Anregungen offen, ja er war von einer ausgesprochenen Wißbegierde“ und beschäftigte sich etwa auch mit den Maximen derhistorischen Aufführungspraxis.[23]
Nicht zuletzt verhalf Koch während seiner Hallenser Zeit DDR-Kompositionen zusowjetischenErstaufführungen in Moskau wie 1965 der „Kleinen Musik für Orchester“ und dem Violinkonzert (mitWiktor Pikaisen) vonRuth Zechlin[51] und 1971 der2. Sinfonie von Günter Kochan.[52] Darüber hinaus brachte er 1973 mit dem Sinfonieorchester des Rumänischen Rundfunks in BukarestDumitru Bughicis sinfonische „Suite Bilder aus der Geschichte Rumäniens“ zur Uraufführung.[53] 1984 wurde Koch Mitglied des „KuratoriumsSchauspielhaus“, das von KammersängerPeter Schreier geleitet wurde,[54] und 1985 des Komitees der Deutschen Demokratischen Republik zum750-jährigen Bestehen von Berlin.[55]
Nach dem Hallenser ChorleiterHans-Martin Uhle hat Koch die Hallesche Philharmonie „in die Oberliga geführt“.[56] Er war „ein exzellenter Dirigent und guter Orchestererzieher“.[56] Als nicht unproblematisch sei seine Machtbesessenheit anzusehen, unter der auch der damalige Chorleiter der Robert-Franz-Singakademie „Hartmut Haenchen zunehmend leiden“ musste.[56] Koch habe seine Parteimitgliedschaft eingesetzt, um Haenchens künstlerische Tätigkeit mit dem Orchester zu durchkreuzen.[57] In der Konsequenz verließ Haenchen 1972 Halle.[57] Gleichsam pflegte er auch zu Haenchens NachfolgerWolfgang Unger kein gutes Verhältnis.[58] Kochs tendenzielle Nähe zum Staat, die als „politischer Teufelskreis“ gewertet worden war,[25] führte nach einem unkomfortablen Abstimmungsergebnis Ende 1989 zum Rücktritt in Halle.[59] Dem Ansuchen des Orchestervorstands entsprechend, setzte er dennoch seine Arbeit bis zum Ende der Spielzeit 1989/90 fort,[59] sodass er mit dem Abschlusskonzert der 39. Händel-Festspiele sein letztes Konzert in der Saalestadt geben konnte.[25] NachGilbert Stöck bekräftigte Koch „die kulturpolitische Linie der Staatspartei nach außen hin mit oftmals markigen Worten“.[60] Für den Musikwissenschaftler undMasur-BiografenJohannes Forner galt er als ein „politischer Hardliner und im menschlichen Umgang als problematisch“.[61] Dennoch betonte Richter: „Seine gesellschaftspolitischen Vorstellungen schlossen Kritik an politischen Realitäten nicht aus“.[23] Kurz vor seinem Tod berichtete er Richter, dass er sich „von den Machthabern der DDR auch um seine Ideale betrogen“ sah.[23]
Im Jahr 1990 kehrte Koch in seine Thüringer Heimat zurück und wurde als Nachfolger vonWolfgang Hoyer Chefdirigent derThüringen-Philharmonie Suhl.[2] Ferner übte er bis 1991 die Verwaltungsfunktion des Orchesterdirektors aus.[62] In Suhl begründete Koch die Musikreihen „Rocksinfonik“ und „Kammermusik im Rathaus“.[63] Darüber hinaus gastierte er mit seinem neuen Klangkörper im In- und Ausland,[64] etwa beimSchleswig-Holstein Musik Festival und beimRheingau Musik Festival.[65] Nachdem er 1993 erfolglos an das Meininger Theater zurückzukehren versuchte[66] war er 1994/95 gemeinsam mitJean-Paul Penin Chefdirigent und zuletzt 1995/96 Gastdirigent in Suhl.[67] Danach war er – neben seiner Tätigkeit in Japan – vor allem mit dem Orchesteraufbau desThessaloniki State Symphony Orchestra in Griechenland betraut.[68] Ein festes Engagement beim chinesischen Staatsorchester lehnte er aus Altersgründen ab.[68]
Zimmermann sah in Koch einen „Orchestererzieher“ im SinneHans von Bülows: „Er wollte mit den Orchestern, für die er Verantwortung trug, stets das bestmögliche Niveau erreichen und dafür die Orchestermitglieder musikalisch besser machen.“[69] Leistungsanspruch forderte er auch bei anderen ein; Zimmermann stellte Koch in eine Reihe mit autoritär auftretenden Dirigenten wieDaniel Barenboim,Herbert von Karajan,Sergiu Celibidache undChristian Thielemann.[70]

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt lag in der Orchestererziehung.[23] 1972 begann er seine Lehrtätigkeit an derHochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig,[25] wo er 1979 Vorsitzender des Orchesterrates wurde.[3] Dem Hochschul-Sinfonieorchester stand er als Gastdirigent zur Verfügung.[71] Im September[72] 1975 erhielt er eineProfessur mit Lehrauftrag für das Fach Dirigieren an derHochschule für Musik Franz Liszt Weimar,[3] die er erneut von 1987 bis 1993 ausübte.[36]
Von 1982 bis September[73] 1986 war er als Nachfolger vonDieter ZechlinRektor derHochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin.[3][74] In dieser Zeit war in Halle diePersonalunion zwischen der künstlerischen und der staatlichen Leitung des Orchesters aufgehoben; Wolfgang Pfeiffer bekleidete das Amt des Direktors der Philharmonie.[75] Oft wurde Koch durch seinen StellvertreterKarl-Heinz Zettel vertreten.[75]
Ferner erhielt er Gastprofessuren in Tokio (Japan), Havanna (Kuba) und Pjöngjang (Nordkorea).[36] Hervorzuheben ist vor allem seine Lehrtätigkeit ab 1983 am privatenTokyo College of Music.[76] Mit dem Hochschulorchester war er auf Europa-Tournee.[76]
In Halle leitete Koch seit den 1970er Jahren ein in den Zuständigkeitsbereich desMinisteriums für Kultur fallendes Dirigentenseminar,[77] das den Klangkörper zu einer Art „Übungsorchester“ machte,[25] sowie zur Werkeinstudierung die Seminare mit den Kompositionsstudenten.[75] Koch war auch Mitglied der Ständigen Jury Dirigieren der DDR, die unter der Leitung vonKurt Masur stand.[77] 1992 leitete er den Kurs des daraus entstandenenDirigentenforums desDeutschen Musikrats in Suhl.[78]
Zu seinen Schülern gehörten u. a.Peter Aderhold,[79]Christfried Göckeritz,Christian Rudolf Riedel undIstván Ella, aber auch Dirigentinnen wieDobrin Panajotow,Helga Sippel,Dorothea Köhler undJohanna Martens[77] sowieJohanna Weitkamp.[80] In Thessaloniki warCosima Sophia Osthoff Assistentin Kochs.[81]
Olaf Koch war fünfmal verheiratet.[82] Aus seiner 1954 mit der Schauspielerin und RegisseurinSieglinde Wiegand (1929–2018) geschlossenen Ehe ging die RegisseurinStephanie Koch (* 1955) hervor.[83] Danach war er mit der GeigerinKathinka Rebling (* 1941) verheiratet.[84] Seine dritte Ehe ging Koch mit der SchauspielerinMonika Reh ein.[82]
Zusammen mit seiner Frau Kathinka Koch-Rebling und der gemeinsamen Tochter lebte er längere Zeit im NeubaugebietHalle-Neustadt.[85] Koch hatte einenWaffenschein und galt als passionierterJäger.[86] InWaldau bei Hildburghausen besaß er einenBungalow, von wo aus er zur Jagd (auch gemeinsam mit seiner Ehefrau) in denThüringer Wald ging.[87] Nach der politischen Wende war er auch in Österreich und Namibia jagen.[88] Für Klaus Zimmermann (2021) verkörperte er „Arroganz und Machtrausch auf der einen, Menschennähe und gewollte Plattenbau-Enge auf der anderen Seite“.[85]
Koch verstarb 2001 nach schwerer Krankheit in Halle (Saale) und wurde auf demFriedhof Kröllwitz beigesetzt.[89] 2006 wurde an seinemGeburtshaus in Sondershausen-Bebra auf Initiative des Männerchores Bebra eineGedenktafel enthüllt.[6] Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Chores widmete man Koch das Lied „Geboren aus der Kraft zum Leben“.[6] Seit 2019 ist die Gedenktafel mit einer Erklärtafel an derStadtmauer von Sondershausen angebracht.[90]
Darüber hinaus war er Träger der Béla Bartók Medaille sowie der Ehrenauszeichnung des sowjetischen Komponistenverbandes, die er für die Interpretation von Auftragswerken erhielt.[36]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Koch, Olaf |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Dirigent und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 14. Januar 1932 |
| GEBURTSORT | Bebra bei Sondershausen |
| STERBEDATUM | 22. August 2001 |
| STERBEORT | Halle (Saale) |