die InselgruppeMiyako (alter deutscher Name der Insel: Typinsan)
die InselgruppeYaeyama, von deren westlichster Insel,Yonaguni, man bei gutem WetterTaiwan sehen kann. (Die Inselgruppen Miyako und Yaeyama werden auch zusammenfassend als InselgruppeSakishima bezeichnet.)
Inseln, die zu keiner der drei größeren Inselgruppen gehören:
die ungefähr 110 Kilometer nördlich der Inselgruppe Okinawa gelegene InselIōtorishima.
die drei Inseln der rund 350 Kilometer ostsüdöstlich der Inselgruppe Okinawa gelegenen InselgruppeDaitō (大東諸島,-shotō). Manchmal wird diese Inselgruppe trotz relativ großer Entfernung auch zur Inselgruppe Okinawa dazugerechnet.
die etwa 400 km westsüdwestlich liegende unbewohnte InselgruppeSenkaku.
In der Präfektur befinden sich 363 Inseln[2] bzw. 160 Inseln von mindestens 1 ha Fläche, von denen 49 bewohnt sind.[3] Für eine Auflistung sieheListe der Inseln der Präfektur Okinawa.
Am 1. April 2002 wurde das DorfTomigusuku-son zu einer Kreisfreien Stadt (-shi) heraufgestuft. Am 1. April 2005 wurde aus den Städten Ishikawa und Gushikawa sowie zwei weiteren Gemeinden die neue StadtUruma gebildet. Am 1. Oktober 2005 wurde aus der Stadt Hirara und vier weiteren Gemeinden die neue StadtMiyakojima gebildet. Am 1. Oktober 2006 fusionierten vier Gemeinden zur neuen StadtNanjo.
Die älteste archäologische Stätte der Altsteinzeit auf Okinawa ist die Yamashita-Höhle Nr. 1 in der StadtNaha, deren Alter auf etwa 32.000 Jahre geschätzt wird. Bereits in derJōmon-Zeit unternahmen Menschen mit Einbäumen Seefahrten. In den Ruinen auf Okinawa und denAmami-Inseln wurden Obsidian und Keramik aus der Präfektur Saga aufKyūshū entdeckt, während umgekehrt auch Keramik aus Okinawa auf derSatsuma-Halbinsel gefunden wurde. Dies deutet darauf hin, dass bereits zu jener Zeit ein enger Handelsaustausch mit dem japanischen Festland bestand.[7]
Während der sogenannten Muschelhaufenzeit war auf Okinawa noch keine Landwirtschaft verbreitet. Die Menschen lebten hauptsächlich vom Fischfang, der Jagd und dem Sammeln von Nahrung. Diese Periode dauerte etwa vom Beginn unserer Zeitrechnung bis ins 7. Jahrhundert und wird archäologisch als Spätphase der Muschelhaufenzeit klassifiziert. Die Wohnstätten bestanden aus Grubenhäusern oder einfachen Flachbauten. Muschelhaufen und Knochenfunde geben Aufschluss über die damalige Lebensweise.[8][7]
Zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert begann der Übergang in die Frühphase der Gusuku-Zeit. Die Verwendung von Eisenwerkzeugen wurde alltäglich, Bestattungstraditionen änderten sich, und es entstanden dörfliche Siedlungen mit ersten Anzeichen gesellschaftlicher Differenzierung. Dies wird als Beginn der sozialen Schichtung interpretiert.[9][8]
In dieser Zeit existierten noch keine schriftlichen Aufzeichnungen auf Okinawa, und die Region bildete einen eigenständigen Kulturkreis, der keinem Staat angehörte. Zwar bestanden kleinere Handelskontakte mit Süd-Kyūshū und denAmami-Inseln, doch ein starker externer Einfluss war kaum erkennbar. Die sprachliche und ethnische Zusammensetzung entwickelte sich in einer einzigartigen und gleichzeitig vielschichtigen Weise, die sich von Japan und Südostasien unterschied.[9]
In der sogenannten „Zeit der Drei Königreiche“ existierten auf der Hauptinsel Okinawa drei konkurrierende Herrschaftsgebiete:Hokuzan (Norden),Chūzan (Zentrum) undNanzan (Süden). Diese standen in einem ständigen Machtkampf. Im Jahr 1429 gelang es König Shō Hashi von Chūzan, Hokuzan und Nanzan zu besiegen und die Insel zu vereinen. Damit begann die Erste Shō-Dynastie und die eigentliche Periode desRyūkyū-Königreichs. In dieser Zeit intensivierte sich der Handel mit China, und Schriftzeichen (Kanji) wurden eingeführt. Das Ryūkyū-Königreich entwickelte sich zu einem Handelsstaat mit einem Netzwerk zwischen Ostasien und Südostasien. Kulturell entstand eine eigenständige Hofkultur, beeinflusst von Japan, China, Korea und Südostasien.[10]
Im Jahr 1609 entsandte dasFürstentum Satsuma (heutePräfektur Kagoshima) im Rahmen seiner Außenpolitik eine Expedition nach Ryūkyū. In der Folgezeit stand das Königreich unter der Kontrolle von Satsuma. Dabei konnte Ryūkyū weiterhin das traditionelle Vasallenverhältnis zu China aufrechterhalten, was ihm eine besondere diplomatische Rolle ermöglichte. Die innere Verwaltung und Bildung wurden ausgebaut, und konfuzianische Werte prägten zunehmend das Regierungssystem. Die Beziehungen zu Satsuma hatten zwar Einfluss auf die Institutionen und die Wirtschaft, doch Sprache, Religion und Künste konnten sich weiterhin eigenständig entfalten.[11]
Im Jahr 1872 wurde das Königreich vollständig aus dem chinesischen Vasallensystem herausgelöst und offiziell dem japanischen Staat angegliedert. Das Ryūkyū-Königshaus wurde in ein Fürstentum umgewandelt, und KönigShō Tai erhielt den Titel eines Adligen. Im Zuge der landesweiten Verwaltungsreform von 1879, bei der die alten Fürstentümer aufgelöst wurden, entstand schließlich die Präfektur Okinawa.[12]
Im Zweiten Weltkrieg war Okinawa der einzige Ort auf japanischem Boden, an dem großflächige Bodenkämpfe stattfanden. Im Rahmen der Operation Iceberg landeten amerikanische Truppen auf der Insel. Während derSchlacht von Okinawa kamen insgesamt etwa 200.000 Menschen ums Leben, darunter rund 66.000 japanische Soldaten und 12.500 amerikanische Soldaten. Die Zahl der zivilen Opfer aus Okinawa belief sich auf etwa 94.000, hinzu kamen etwa 28.000 im Dienst befindliche Einwohner der Insel – insgesamt etwa 122.000 Todesopfer. Der intensive Einsatz von Artillerie, Bombardierungen und Flammenwerfern führte zu hohen zivilen Verlusten, insbesondere da auch Höhlen mit Flüchtlingen gezielt angegriffen wurden.[13][14]
Nach Kriegsende wurde Okinawa vom japanischen Festland getrennt und unter amerikanische Verwaltung gestellt. Die Bevölkerung begann unter der US-Militärregierung mit dem Wiederaufbau. Infrastruktur und Bildungssysteme wurden erneuert. Zugleich kam es zu grundlegenden Veränderungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – so wurden etwa der B-Yen(B円) und derUS-Dollar als Zahlungsmittel eingeführt. In dieser Zeit hielten amerikanische Einflüsse Einzug, und Gerichte wie Taco Rice oder Tacos sind heute fester Bestandteil der lokalen Küche.[15]
Am 15. Mai 1972 wurde Okinawa offiziell an Japan zurückgegeben und erneut als Präfektur integriert. Verwaltung, Bildung und Wirtschaft wurden wieder mit dem Festland vereinheitlicht. Viele US-Militärstützpunkte blieben jedoch bestehen, was bis heute ein zentrales gesellschaftliches Thema in der Region darstellt.[15]
Heute präsentiert sich Okinawa als Region mit reichem kulturellen Erbe und vielfältiger Geschichte. DieRyūkyū-Musik, das InstrumentSanshin, der Tanz Eisa und die ozeanisch beeinflusste Küche erfreuen sich landesweiter Beliebtheit. Auch in Anime und der japanischen Popmusik finden sich Elemente dieser Kultur wieder.[16]
Die Bewahrung der lokalen Sprache (Ryūkyū) wird aktiv gefördert – durch Programme von Regierung, Kommunen und Bürgerinitiativen. Unterricht in Dialekten, Volkslieder und traditionelle Künste werden an Schulen und in Gemeinden vermittelt, um das kulturelle Erbe an jüngere Generationen weiterzugeben.[17]
Zugleich bestehen Herausforderungen, etwa durch die hohe Konzentration an US-Militärbasen. In diesem Kontext sucht Okinawa nach einem Gleichgewicht zwischen regionaler Entwicklung und sicherheitspolitischen Erfordernissen. Als multikulturelle, vielsprachige Region mit komplexer Geschichte spielt Okinawa auch heute eine bedeutende Rolle innerhalb der japanischen Gesellschaft.[18]
Die japanische Insel Okinawa gilt als die Region mit der weltweit höchsten Lebenserwartung. Sie wird auch als die „Insel der Hundertjährigen“ bezeichnet. Okinawa ist einer von drei Orten weltweit, auf dem pro Einwohnerzahl die meisten Hundertjährigen leben. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt mit 86 Jahren für Frauen und 78 Jahren für Männer höher als im übrigen Japan, das in der weltweiten Statistik ohnehin eine führende Position innehat. Eine wissenschaftliche Studie derRyūkyū-Universität[19] bescheinigt den Alten zudem einen überdurchschnittlich guten Gesundheitszustand. Das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Krebs und Diabetes zu erkranken, ist bei den Menschen, die die traditionelle Lebensweise pflegen, deutlich geringer als in westlichen Industrienationen. In der Altersgruppe zwischen 20 und 60 hingegen weist die Statistik einen gegenteiligen Effekt aus: Hier sind die Menschen dicker und kränker als im übrigen Japan, was die Forscher unter anderem auf den Einzug US-amerikanisch geprägter Ess- und Lebensgewohnheiten zurückführen.
In einer erneuten Erhebung im Jahr 2013 musste Okinawa die ohnehin vor allem auf der Langlebigkeit der Frauen beruhende erste Position in der Altersstatistik an diePräfektur Nagano abgeben und fiel auf Platz drei.[20]
Saul Justin Newman vom Centre for Longitudinal Studies desUniversity College London fand heraus, dass viele Daten über Höchstbetagte falsch sind und wurde für seine Arbeit 2024 mit demIg-Nobelpreis ausgezeichnet.[21][22] Auf Okinawa bezogen äußerte Newman gegenüberThe Conversation: „In Okinawa sagt ein Indikator sehr gut vorher, wo man die 100-Jährigen findet – nämlich dort, wo die Archive während des Zweiten Weltkriegs von den Amerikanern bombardiert wurden.“ 2010 habe die japanische Regierung zudem in einer Untersuchung festgestellt, dass 82 Prozent der über 100-Jährigen in Japan tot gewesen seien.[23][24]
Die größten Parteien der US-verwalteten Ryūkyū-Inseln waren auf konservativer Seite die meist pro-amerikanische, aber phasenweise über die Kooperation mit den US-Behörden zerstritteneDemokratische Partei Ryūkyū und ihre Nachfolger, auf linker Seite für ein Ende der US-Hoheit und die Rückkehr unter japanische Souveränität vor allem die „Sozialistische Massenpartei Okinawa“ (Okinawa Shakai Taishūtō, kurzShadaitō) und die deutlich kleinere, kommunistisch orientierteOkinawa Jinmintō (etwa „Volkspartei Okinawa“, wobeijinmin wie in „Volksrepublik“ heute im Unterschied etwa zukokumin ein ausdrücklich kommunistisch besetztes Wort für „Volk“ ist). Erstere wurde bei der Rückkehr unter japanische Souveränität 1972 Teil der japanischenLDP, letztere Teil derKommunistischen Partei Japans (KPJ). Nur dieShadaitō besteht als eigenständige Regionalpartei weiter, nachdem ein geplanter Beitritt zur japanischenDSP nicht umgesetzt wurde.
Die politische Landschaft Okinawas ist weiterhin stark durch die auch unter japanischer Flagge umfangreiche US-Militärpräsenz und die Debatte über denUS-japanischen Sicherheitsvertrag geprägt. Nachdem die landesweite Einheitsfront aus KPJ undSozialistischer Partei Japans (SPJ) in den 1970er Jahren zerbrach, arbeiteten die linken Parteien in Okinawa bei vielen Kommunal-, Präfektur- und auch Nationalwahlen weiter zusammen.
Die in den 1990ern gegründete linksliberaleDemokratische Partei nominierte in Okinawa bei derJapanischen Oberhauswahl 2007 und teilweise auch bei derJapanischen Unterhauswahl 2009 gemeinsam mit den linken Parteien Kandidaten. Als Ergebnis der Wahl 2009 übernahmen die Demokraten die Zentralregierung. Sie sahen sich nach Bruch ihres Wahlversprechens einer Reduzierung der Militärpräsenz heftiger Opposition durch die linken Parteien in Okinawa gegenüber. Über die Frage der Stützpunkte verließ dieSozialdemokratische Partei (Nachfolger der SPJ) schließlich die nationale Regierungskoalition, kurz darauf trat PremierministerYukio Hatoyama zurück. Bei derUnterhauswahl 2012 gewann die LDP erstmals seit der Einführung der Einmandatswahlkreise in den 1990er Jahren drei Sitze in Okinawa.
Bei den nationalen Parlamentswahlen2014,2016,2017,2019 und2021 gab es wieder koordinierte oder gemeinsame Nominierungen der Mitte-links-Parteien in Okinawa, die zunächst größtenteils erfolgreich waren; 2017 gewann die LDP wieder einen, 2021 zwei Unterhaussitze (siehe die Vertretung im Nationalparlament unten). Der Stimmenanteil linker Parteien liegt in Okinawa oft über dem landesweiten Durchschnitt, der seit 2020 einzige Sozialdemokrat im japanischen Unterhaus kommt aus Okinawa.
Das Hauptgebäude der Präfekturverwaltung (Okinawa Prefectural Government) in Naha
Seit Oktober 2018 ist der ehemaligeLP-UnterhausabgeordneteDenny Tamaki Gouverneur von Okinawa. Er setzte sich bei der vorzeitigenGouverneurswahl am 30. September 2018 als Gegner der vom Pentagon geplanten Umstrukturierung der Stützpunkte innerhalb von Okinawa mit Unterstützung aus der nationalen Mitte-links-Opposition mit rund 55 % der Stimmen gegen den von den nationalen Regierungsparteien unterstützten ehemaligen Bürgermeister von Ginowan, Atsushi Sakima, und zwei weitere Kandidaten durch.
Die Wahlbeteiligung sank gegenüber derWahl 2014 leicht auf 63,2 %, könnte aber durch den Taifun Nr. 24 (international Taifun Trami) beeinträchtigt worden sein. VorgängerTakeshi Onaga, ebenfalls aus dem Lager der Stützpunktgegner, war im Amt verstorben.[25][26][27][28]
Bei derGouverneurswahl im September 2022 wurde Tamaki mit Mitte-links-Unterstützung (KDP, KPJ, Reiwa Shinsengumi, SDP, Shadaitō) und 50,8 % der Stimmen gegen den von LDP und Kōmeitō unterstützten ehemaligen Präfekturparlamentsabgeordneten und Bürgermeister der Stadt Ginowan, Atsushi Sakima, (41,1 %) und den unabhängig kandidierenden Ex-NationalabgeordnetenMikio Shimoji für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung sank auf 57,9 %.[29]
DasPräfekturparlament Okinawa hat regulär 48 Mitglieder und ist eines von sechs Präfekturparlamenten, die nicht bei einheitlichen Regionalwahlen gewählt werden.
Bei denWahlen im Juni 2024 verlor das Anti-Stützpunkt-Lager von Gouverneur Tamaki die Mehrheit, die Parteien der nationalen Regierungskoalition gewannen die Hälfte der Sitze und halten zusammen mit anderen Präfekturoppositionsabgeordneten nun eine Mitte-rechts-Mehrheit. Die Wahlbeteiligung sank auf ein neues Rekordtief von 45,26 %.[30][31][32]
für den Wahlkreis Okinawa 1 mit insbesondere der Stadt Naha der KommunistSeiken Akamine,
für den Wahlkreis 2 mit den Städten Urasoe und Ginowan der SozialdemokratKunio Arakaki,
für den Wahlkreis 3 im Norden mit den Städten Nago, Okinawa und Uruma die liberaldemokratische ehemalige OberhausabgeordneteAiko Shimajiri,
für den Wahlkreis 4 mit dem Süden von Okinawa Hontō und den Miyako- und Yaeyama-Inseln der LiberaldemokratKōsaburō Nishime, der sich 2017 gegen den parteilosen AmtsinhaberToshinobu Nakazato durchsetzte,
im Oberhaus
bis2025Tetsumi Takara von der Shadaitō bzw. der linken EinheitsfrontAll Okinawa (mit Shadaitō,KDP, DVP, KPJ, SDP und mehreren Fraktionen aus National-, Präfektur und Gemeindeparlamenten)
bis 2028Yōichi Iha, ehemaliger Präfekturparlamentsabgeordneter und Bürgermeister von Ginowan; Takara und Iha bilden zusammen die OberhausfraktionOkinawa no Kaze.
Die Hauptinsel Okinawa(Okinawa Hontō)Grenzschild der Präfektur Okinawa (mangels Landgrenzen der Präfektur eher selten anzutreffen)Gemeindegliederung seit 2006
Die Präfektur(-ken) Okinawa besteht seit 2006 noch aus 41Gemeinden: 11 kreisfreien Städten(-shi), 11 Städten(-chō) und 19 Dörfern(-son). DiePräfekturhauptstadt Naha ist alsChūkakushi („Kernstadt“) die einzige Stadt in Okinawa mit einem gesetzlichen Großstadtstatus. Nach der Einführung vonshi in Okinawa 1921 gab es zunächst nur zwei: Naha-shi undShuri-shi, die aus gleichnamigen Stadtkreisen(-ku) hervorgingen.
In nachstehender Tabelle sind die fünf Landkreise kursiv dargestellt, darunter jeweils (eingerückt) die zugehörigen Gemeinden. Die Präfekturzugehörigkeit einer Gebietskörperschaft sind die ersten beiden Stellen desGebietskörperschaftscodes, Okinawa ist 47. Die dritte Stelle hängt von der Art der Gebietskörperschaft ab: 0 ist die Präfektur selbst, 1 eine designierte Großstadt oder deren Stadtbezirke, 2 eine kreisfreie Stadt, 3 bis 7 sind (historisch kreisangehörige) Städte und Dörfer, höhere Nummern sind Zweckverbände und ähnliches (hier nicht aufgeführt). Den schon vor einem Jahrhundert als Gebietskörperschaften abgeschafften, aber als geographische Einheiten weiter genutzten Landkreisen wurden für statistische Zwecke ebenfalls Schlüssel mit 3 bis 7 zugewiesen, die mit den zugehörigen Gemeinden anschließend fortlaufend zusammengruppiert wurden. Lücken entstanden später durch die Gemeindefusionen des 20. und 21. Jahrhunderts.
Okinawa weist eine reiche, eigenständige Kultur auf und stand insbesondere mitKyūshū, das Okinawa geografisch und kulturell nahe liegt, in einem wechselseitigen Kulturaustausch.
Eisa-Jugendtanzgruppe auf der „Amis Music Festival“ 2016 in Taiwan
Eisa, eine Art Volkstanz mit Trommler- und Tanzgruppe, stammt aus Okinawa. Fast jede Insel hat eine eigene Eisa-Truppe und eigene Arrangements. Die Akteure sind Schüler, Studenten und junge Erwachsene zwischen 15 und maximal 25 Jahren. Sowohl Jungen als auch Mädchen betreiben dieses traditionelle und äußerst beliebte Spektakel.
In Okinawa wird seit alters her der Ryūkyū-Shintō (琉球神道) praktiziert, eine Glaubensform, die dem japanischenShintō ähnlich ist, sich jedoch in bestimmten Aspekten unterscheidet. Er basiert auf animistischen Vorstellungen und gilt als eine ursprüngliche Form des Shintō, ähnlich demKoshintō (古神道) auf den japanischen Hauptinseln. Anstelle von Schreinen wie im japanischen Shintō spielen heilige Orte, sogenannteUtaki, eine zentrale Rolle im religiösen Leben.
Der Ryūkyū-Shintō bewahrt viele Merkmale, die mit älteren Formen des Shintō auf dem japanischen Festland vergleichbar sind. Aus diesem Grund ist er Gegenstand kontinuierlicher Forschung und Diskussion, insbesondere in Bereichen wie der vergleichenden Mythologie, und leistet einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis des japanischen Shintō insgesamt.
Okinawa ist Heimat des traditionellen MusiktheatersKumiodori. Es enthält sowohl Elemente von Okinawas traditioneller Musik und Theater als auch von Japans Hauptinsel und China. Die Dramen stammen aus klassischer Poesie und werden inRyukyu-Sprache ausschließlich von männlichen Schauspielern vorgetragen.Kumiodori wurde 2010 in dieUNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.[36]
In Okinawa werden verschiedene Musikinstrumente gespielt, von denen dasSanshin (三線) als das repräsentativste gilt. Es handelt sich dabei um ein traditionelles Saiteninstrument, das eine zentrale Rolle in der okinawanischen Musik spielt. Das Sanshin ist für viele Okinawaner von kultureller Bedeutung und wird bis heute von Menschen aller Altersgruppen gespielt.
Das auf den japanischen Hauptinseln verbreiteteShamisen (三味線) wurde historisch vom Sanshin beeinflusst. Besonders inKyūshū, das kulturell stärker von Okinawa geprägt ist, entwickelte sich zudem ein weiteres Saiteninstrument, das alsGottan (ゴッタン) bekannt ist.[37]
Hāri (ハーリー) ist ein traditioneller Sport, der in Regionen wie Okinawa undKyūshū weit verbreitet ist.
Je nach Region unterscheidet sich die Ausführung, doch beim größten Fest, dem Naha Hāri (那覇ハーレー) der StadtNaha, werden großeDrachenboote verwendet, die mit Drachenkopf und -schwanz geschmückt sind.[38]
In anderen Regionen kommen verzierteSabani (traditionelle hölzerne Boote) zum Einsatz.
Dieser Sport basiert auf dem maritimen Glauben, der in Okinawa und Kyūshū tief verwurzelt ist.[39]
Die Entwicklung Okinawas seit 1972 ist bemerkenswert. Die Einwohnerzahl der Präfektur, die 1972 bei 960.000 lag, ist um 50 % auf 1,46 Millionen gestiegen. Das Verkehrsnetz wurde verbessert, und die schwere Wasserknappheit wurde durch den Bau von Dämmen und andere Maßnahmen behoben. Die Wirtschaft Okinawas wird derzeit von der Tourismusbranche getragen. Vor dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie besuchten im Jahr 2019 etwa 10 Millionen Touristen Okinawa. Die verarbeitende Industrie, die eigentlich die Grundlage der lokalen Wirtschaft bilden sollte, stagniert aufgrund der Transportkosten und anderer Hemmnisse. Die Präfektur Okinawa ist in hohem Maße vom Tourismus und anderen tertiären Wirtschaftszweigen abhängig, und das Einkommen der Präfektur gehört nach wie vor zu den niedrigsten des Landes. Es gibt einen hohen Prozentsatz an Saisonkräften, und die Arbeitslosenquote ist tendenziell hoch.[40]
Abflugtafeln in Flughäfen derVolksrepublik China und derRepublik China (Taiwan) sowie Monitore in Flugzeugen entsprechender Fluggesellschaften zeigen auch heute琉球 (Ryūkyū,Pinyin:Líuqíu), nicht沖縄 (Okinawa, Pinyin:Chōngshéng), an.
Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges gibt es auf Okinawa mehrere US-amerikanische Militärstützpunkte, unter anderem dieKadena Air Base und dasCamp Foster, mit insgesamt 26.000 US-Soldaten (Stand 2018).[41] Okinawa wird daher auch „unversenkbarer Flugzeugträger“ der USA genannt. Fast alle der 14.460 in Japan stationierten Marineinfanteristen befinden sich auf Okinawa.
Okinawa als Basis komplett aufzugeben, wie es von vielen Einheimischen verlangt wird, kommt für die USA ausgeo-strategischen Überlegungen wohl kaum in Frage. Relevant ist hier besonders die Nähe zuTaiwan, sollte es zum Wirksamwerden desTaiwan-Relations-Act-Gesetzes kommen. Derzeit plant die US Navy den Bau eines U-Boot-Stützpunktes. Der ausgewählte Küstenabschnitt liegt jedoch in einer Naturschutzzone, die ein Anlaufpunkt für den vom Aussterben bedrohtenMeeressäugerDugong und weitere bedrohte Arten ist.
↑ウチナー /ucinaa. Begriff „Uchinā“. In: lib.u-ryukyu.ac.jp. Shuri-Naha Dialect Dictionary, archiviert vom Original am 5. August 2020; abgerufen am 13. August 2021 (japanisch, Begriff „Uchinā“ in denRyūkyū-Sprachen).
↑Japan Statistical Yearbook 2012, Tabelle 1-1:Islands, Area and Length of Coastline of National Land,Online (Memento vom 28. März 2016 imInternet Archive;MS Excel; 29 kB)
↑第1 指定離島・島しょ・人口. (PDF; 845 kB) In: pref.okinawa.jp離島関係資料 (平成24年1月).沖縄県企画部地域・離島課 („Referat für Land und Inseln, Planungsabteilung, Präfektur Okinawa“), Januar 2012, S. 5, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 20. April 2024 (japanisch).
↑於茂登岳. In: デジタル大辞泉 bei kotobank.jp. Abgerufen am 20. April 2024 (japanisch).
↑平成30年沖縄県知事選挙及び沖縄県議会議員補欠選挙. In: pref.okinawa.lg.jp. Wahlaufsichtskommission in Okinawa zur Präfekturwahl, 3. Oktober 2018, abgerufen am 5. Oktober 2018 (japanisch).
↑沖縄県知事選. In: NHK Senkyo Web. September 2022, abgerufen am 4. November 2022 (japanisch).
↑Ergebnisse der Volkszählung 2015 nachPopulation Census. In: e-stat.go.jp. e-Stat (zentrales Statistikportal aller Ministerien derjapanischen Nationalregierung), archiviert vom Original am 27. Februar 2021; abgerufen am 13. August 2021 (englisch, e-Stat Datenbank).