Movatterモバイル変換


[0]ホーム

URL:


Zum Inhalt springen
WikipediaDie freie Enzyklopädie
Suche

Oganesson

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Eigenschaften
Allgemein
Name,Symbol,OrdnungszahlOganesson, Og, 118
Elementkategorie
Gruppe,Periode,Block18,7,p
CAS-Nummer

54144-19-3

Atomar
Atommasse294u
Elektronenkonfigurationunbekannt
Isotope
IsotopNHt1/2ZAZE (MeV)ZP
294Og
{syn.}0,89 msα11,65290Lv
Weitere Isotope sieheListe der Isotope
Gefahren- und Sicherheitshinweise
Radioaktiv
Radioaktiv
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten beiStandardbedingungen.

Juri Oganesjan und die Zerfalls­kette von294Og auf einer armenischen Briefmarke

Oganesson ist einchemisches Element. Es weist die bisher höchste nachgewieseneOrdnungszahl 118 auf. SeinElementsymbol ist Og. Es steht imPeriodensystem der Elemente aufgrund seiner Ordnungszahl in der 18. IUPAC-Gruppe bzw. in der 8. Hauptgruppe und gehört damit formal zu denEdelgasen. Ob sich Oganesson wie ein Edelgas verhält, ist unbekannt. Möglicherweise sind seine chemischen Eigenschaften gar nicht definiert, weil die Atomkerne zerfallen, bevor sich eine Elektronenkonfiguration ausbildet. Sein Name leitet sich von seinem MitentdeckerJuri Oganesjan ab.[2]

Im Periodensystem steht es hinter dem117Tenness (2010 erstmals synthetisiert) und vor einem hypothetischen119Ununennium.

Geschichte und Synthese

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Angebliche Erzeugung in Berkeley

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Ein Bericht über die Erzeugung der Elemente116 und 118 imLawrence Berkeley National Laboratory wurde 1999 in der FachzeitschriftPhysical Review Letters veröffentlicht.[3] Im folgenden Jahr wurde der Bericht zurückgezogen, da die beschriebenen Ergebnisse von anderen Wissenschaftlern nicht zu reproduzieren waren.[4][5] Im Juni 2002 gab der Direktor der Berkeley Labs bekannt, dass die ursprüngliche Veröffentlichung auf höchstwahrscheinlich gefälschten Daten beruht habe. Der MitarbeiterVictor Ninov wurde verdächtigt, Zerfalls-Messwerte manipuliert zu haben. Ninov erklärte dagegen die Messapparatur für fehlerhaft und bestand auf seiner Unschuld.

Erzeugung in Dubna

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2006 wurde erneut die Erzeugung des Elements 118 bekanntgegeben.[6][7][8] Einige Atome des Elements waren inDubna im Rahmen einer Zusammenarbeit desVereinigten Instituts für Kernforschung und desLawrence Livermore National Laboratory durch Beschuss vonCalifornium mitCalcium-Ionen hergestellt worden. Identifizieren konnte man sie über ihreAlphazerfalls-Produkte.[7]

Die Synthese erfolgte per:

98249Cf+2048Ca  118294Og+3 01n{\displaystyle \mathrm {{}_{\,98}^{249}Cf+{}_{20}^{48}Ca\ \rightarrow \ {}_{118}^{294}Og+3\ _{0}^{1}n} }

Namensgebung

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Zunächst trug das Element densystematischen NamenUnunoctium (chemisches SymbolUuo). Nach Meldungen planten die Entdecker, den NamenMoskowium für das neue Element vorzuschlagen, der dann von derIUPAC hätte bestätigt werden müssen. In den Medien wurde diese Bezeichnung bereits teilweise verwendet. Die amerikanische Gruppe um Ninov hatte zunächst zur Ehrung ihres KollegenAlbert Ghiorso, der entscheidend an der Entdeckung der Elemente 95 bis 106 beteiligt war, den NamenGhiorsium, vorgesehen. Der Vorschlag wurde nach Ablehnung der Forschungsergebnisse jedoch obsolet.

Am 30. Dezember 2015 wurde die Entdeckung des Elements von der IUPAC offiziell anerkannt und dem Joint-Venture das Recht auf Namensgebung zugesprochen.[9] Am 8. Juni 2016 gab die IUPAC bekannt, dass für das Element der NameOganesson (Og) nach dem wissenschaftlichen Leiter des russischen Instituts und Mitentdecker des ElementsJuri Z. Oganesjan vorgeschlagen wurde; eine Widerspruchsfrist dazu endete am 8. November 2016.[10] Am 30. November 2016 wurde die offizielle Benennung von Oganesson bekannt gegeben.[11] MitMoscovium (Mc) wurde gleichzeitig das Element 115 benannt.[10]

Die Endung-on wurde in Analogie zu den Namen der fünf im Periodensystem darüber anschließenden Edelgase gewählt. Helium, ganz oben in der Spalte, bildet die Ausnahme.[12]

Eigenschaften

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Oganesson istradioaktiv und sein einziges bekanntesIsotop Og-294 ist mit einerHalbwertszeit von 0,89 ms sehr kurzlebig. DurchAlphazerfall zerfällt es in das ElementLivermorium, das in Millisekunden weiter zerfällt. Es zählt zu denTransactinoiden.

Es wird vermutet, dass eine etwaige Elektronenkonfiguration in der äußeren Schale ein komplettes Elektronenoktett hat, weshalb Oganesson chemisch der Gruppe derEdelgase zugeordnet wird. Es ist aber unklar, ob sich während der kurzen Lebensdauer der Atomkerne überhaupt eine stabile Elektronenkonfiguration ausbildet. Chemische Eigenschaften sind deshalb unbekannt und möglicherweise nicht definierbar. Das Element wurde bisher nur indirekt anhand seiner typischen Zerfallsprodukte nachgewiesen.

DerAggregatzustand von Oganesson ist undefiniert bzw. unbekannt, da nicht hinreichend viele Atome für die Bildung flüssiger oder gar fester Strukturen erzeugt werden können oder konnten. Oganesson liegt im Periodensystem auf der diagonalen Grenze zu denHalbmetallen. DasHalogenAstat, das ebenfalls auf dieser Diagonalen liegt, hat einen festen Aggregatzustand und ist vom Aussehen her eher metallisch.Das bisher einzig bekannteIsotop294Og hat wie294Ts die höchste experimentell nachgewieseneMassenzahl.

Berechnete atomare und physikalische Eigenschaften

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Auf Grundrelativistischer Effekte verhält sich Oganesson möglicherweise nicht wie einEdelgas; diese Eigenschaft wird hingegen eher vonCopernicium (Element 112) erwartet.[13] Andererseits verhält sich Copernicium chemisch ähnlich wieQuecksilber.[14]

Oganesson besitzt als einzigesGruppe-18-Element eine positiveElektronenaffinität und wäre damit chemisch reaktiv.[15][16][17] Weiterhin tritt im Oganesson-Atom eine außerordentlich starkeSpin-Bahn-Kopplung auf (beim 7p-Valenzorbital mehr als 10 eV), die zu einem Verlust der äußeren Elektronenschalenstruktur führt.[18] Dies wiederum bewirkt, dass die äußeren Elektronen von Oganesson eher an ein uniformes Elektronengas (Fermi-Gas) erinnern; dies lässt eine extrem hohePolarisierbarkeit und einen hohenSchmelzpunkt erwarten. Weiterhin wurde berechnet, dass kristallines Oganesson eine sehr kleineBandlücke von lediglich 1,0–1,5 eV aufweisen sollte und damit im Gegensatz zu allen anderen Edelgaskristallen einHalbleiter ist.[19]

Siehe auch

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Weblinks

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Commons: Oganesson – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Oganesson – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  1. Die von der Radioaktivität ausgehenden Gefahren gehören nicht zu den einzustufenden Eigenschaften nach der GHS-Kennzeichnung. In Bezug auf weitere Gefahren wurde dieses Element entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  2. Klaus Roth:Ist das Element 118 ein Edelgas? In:Chemie in unserer Zeit.Band 51,Nr. 6, Dezember 2017,S. 418–426,doi:10.1002/ciuz.201700838. 
  3. Victor Ninov, K. E. Gregorich, W. Loveland, A. Ghiorso, D. C. Hoffman, D. M. Lee, H. Nitsche, W. J. Swiatecki, U. W. Kirbach, C. A. Laue, J. L. Adams, J. B. Patin, D. A. Shaughnessy, D. A. Strellis, P. A. Wilk:Observation of Superheavy Nuclei Produced in the Reaction of86Kr with208Pb. In:Physical Review Letters.Band 83,Nr. 6, August 1999,S. 1104–1107,doi:10.1103/PhysRevLett.83.1104 (englisch,online frei verfügbar durchnuclear.ucdavis.edu [PDF;83 kB]). 
  4. Results of Element 118 Experiment Retracted. Pressemitteilung desBerkeley Lab. In: www2.lbl.gov. 27. Juli 2001, abgerufen am 5. August 2018 (englisch). 
  5. Victor Ninov, K. E. Gregorich, W. Loveland, A. Ghiorso, D. C. Hoffman, D. M. Lee, H. Nitsche, W. J. Swiatecki, U. W. Kirbach, C. A. Laue, J. L. Adams, J. B. Patin, D. A. Shaughnessy, D. A. Strellis, P. A. Wilk:Editorial Note: Observation of Superheavy Nuclei Produced in the Reaction of86Kr with208Pb [Phys. Rev. Lett. 83, 1104 (1999)]. In:Physical Review Letters.Band 89,Nr. 3, Juli 2002,S. 039901,doi:10.1103/PhysRevLett.89.039901 (englisch). 
  6. Yuri Ts. Oganessian, V. K. Utyonkov, Yu. V. Lobanov, F. Sh. Abdullin, A. N. Polyakov, R. N. Sagaidak, I. V. Shirokovsky, Yu. S. Tsyganov, A. A. Voinov, G. G. Gulbekian, S. L. Bogomolov, B. N. Gikal, A. N. Mezentsev, S. Iliev, V. G. Subbotin, A. M. Sukhov, K. Subotic, V. I. Zagrebaev, G. K. Vostokin, M. G. Itkis, K. J. Moody, J. B. Patin, D. A. Shaughnessy, M. A. Stoyer, N. J. Stoyer, P. A. Wilk, J. M. Kenneally, J. H. Landrum, J. F. Wild, R. W. Lougheed:Synthesis of the isotopes of elements 118 and 116 in the249Cf and245Cm+48Ca fusion reactions. In:Physical Review C.Band 74,Nr. 4, Oktober 2006,S. 044602,doi:10.1103/PhysRevC.74.044602 (englisch). 
  7. abPhil Schewe, Ben Stein, Davide Castelvecchi: Elements 116 and 118 Are Discovered. In: Physics news Update 797. American Institute of Physics, 16. Oktober 2006, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 3. Dezember 2013; abgerufen am 5. August 2018 (englisch). 
  8. Russia, US scientists produce new element. Pressemitteilung derITAR-TASS. 17. Oktober 2006, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 22. Oktober 2006; abgerufen am 5. August 2018 (englisch). 
  9. Discovery and Assignment of Elements with Atomic Numbers 113, 115, 117 and 118. In: IUPAC |International Union of Pure and Applied Chemistry. 30. Dezember 2015, abgerufen am 5. August 2018 (englisch). 
  10. abIUPAC is naming the four new elements nihonium, moscovium, tennessine, and oganesson. In: IUPAC |International Union of Pure and Applied Chemistry. 8. Juni 2016, abgerufen am 5. August 2018 (englisch). 
  11. IUPAC Announces the Names of the Elements 113, 115, 117, and 118. In: IUPAC |International Union of Pure and Applied Chemistry. 30. November 2016, abgerufen am 5. August 2018 (englisch). 
  12. Jan Dönges: Die vier Neuen haben einen Namen. In: Spektrum.de. 9. Juni 2016, abgerufen am 5. August 2018. 
  13. Odile R. Smits, Jan‐Michael Mewes, Paul Jerabek, Peter Schwerdtfeger:Oganesson: A Noble Gas Element That Is Neither Noble Nor a Gas. In:Angewandte Chemie International Edition.Band 59,Nr. 52, 2020,S. 23636–23640,doi:10.1002/anie.202011976,PMID 32959952. 
  14. Beat Gerber: Superschweres Element 112 chemisch untersucht – Experimentell auf der Insel der künstlichen Elemente gelandet. Pressemitteilung desPaul Scherrer Instituts. In: idw-online.de. Informationsdienst Wissenschaft, 31. Mai 2006, abgerufen am 5. August 2018. 
  15. Ephraim Eliav, Uzi Kaldor, Yasuyuki Ishikawa, Pekka Pyykkö:Element 118: The First Rare Gas with an Electron Affinity. In:Physical Review Letters.Band 77,Nr. 27, 30. Dezember 1996,S. 5350–5352,doi:10.1103/PhysRevLett.77.5350 (englisch,online frei verfügbar durchresearchgate.net). 
  16. Igor Goidenko, Leonti Labzowsky, Ephraim Eliav, Uzi Kaldor,Pekka Pyykkö:QED corrections to the binding energy of the eka-radon (Z=118) negative ion. In:Physical Review A.Band 67,Nr. 2, 28. Februar 2003,S. 020102,doi:10.1103/PhysRevA.67.020102 (englisch,online frei verfügbar durchresearchgate.net). 
  17. Ephraim Eliav, Stephan Fritzsche, Uzi Kaldor:Electronic structure theory of the superheavy elements. In:Nuclear Physics A.Band 944, Dezember 2015,S. 518–550,doi:10.1016/j.nuclphysa.2015.06.017 (englisch,Accepted Manuscript frei verfügbar durchresearchgate.net). 
  18. Paul Jerabek, Bastian Schuetrumpf, Peter Schwerdtfeger, Witold Nazarewicz:Electron and Nucleon Localization Functions of Oganesson: Approaching the Thomas-Fermi Limit. In:Physical Review Letters.Band 120,Nr. 5, Januar 2018,S. 053001,doi:10.1103/PhysRevLett.120.053001,arxiv:1707.08710,bibcode:2017arXiv170708710J (englisch). 
  19. Jan-Michael Mewes, Paul Jerabek, Odile R. Smits, Peter Schwerdtfeger:Oganesson Is a Semiconductor: On the Relativistic Band-Gap Narrowing in the Heaviest Noble-Gas Solids. In:Angewandte Chemie International Edition.Band 58,Nr. 40, 2019,doi:10.1002/anie.201908327. 
Periodensystem derElemente
HHe
LiBeBCNOFNe
NaMgAlSiPSClAr
KCaScTiVCrMnFeCoNiCuZnGaGeAsSeBrKr
RbSrYZrNbMoTcRuRhPdAgCdInSnSbTeIXe
CsBaLaCePrNdPmSmEuGdTbDyHoErTmYbLuHfTaWReOsIrPtAuHgTlPbBiPoAtRn
FrRaAcThPaUNpPuAmCmBkCfEsFmMdNoLrRfDbSgBhHsMtDsRgCnNhFlMcLvTsOg
AlkalimetalleErdalkalimetalleLanthanoideActinoideÜbergangsmetalleMetalleHalbmetalleNichtmetalleHalogeneEdelgaseChemie unbekannt
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Oganesson&oldid=264332650
Kategorien:
Versteckte Kategorie:

[8]ページ先頭

©2009-2026 Movatter.jp