Offendorf liegt in derOberrheinischen Tiefebene direkt amRhein und somit an der deutsch-französischen Grenze, etwa 20 Kilometer nördlich vonStraßburg. Das Dorf kennzeichnet ein sternförmiges Straßennetz. Unweit von Offendorf mündet seit Anfang der 1970er Jahre dieIll, die über dieStaustufe Gambsheim hinaus verlängert wurde, in den Rhein. Das Ortsgebiet wird vom FlussLandgraben und seinem ZuflussMühlrhein durchquert.
DieHerrschaft Lichtenberg kaufte das Dorf Offendorf 1342 von den Grafen vonÖtingen.[1] Zwischenzeitlich verpfändet, wurde das Dorf 1401 wieder ausgelöst.[2] Als nach Gebietserwerb im 14. Jahrhundert die ÄmterIngweiler undBuchsweiler der Herrschaft Lichtenberg zu umfangreich gewordenen waren und neu organisiert werden mussten, wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts unter anderem dasAmt Pfaffenhofen ausgegliedert und verselbständigt.[3] Als auch dieses durch weiteren Gebietszuwachs erneut geteilt werden musste, entstand dasAmt Offendorf noch vor 1440,[4] zu dem auch das Dorf Offendorf gehörte,[5] nach dem das Amt benannt war und in dem sich der Sitz desAmtmannes befand.
Elisabeth, eine der beiden ErbtöchterLudwigs V. von Lichtenberg (* 1417; † 1474), heiratete GrafSimon IV. Wecker vonZweibrücken-Bitsch. Nach dem Tod des letzten Lichtenbergers,Jakob von Lichtenberg, eines Onkels von Elisabeth, erbte sie die Hälfte der Herrschaft Lichtenberg, zu der auch das Amt Offendorf – und damit Offendorf – gehörte.
GrafJakob von Zweibrücken-Bitsch (* 1510; † 1570) und sein schon 1540 verstorbener BruderSimon V. Wecker hinterließen nur jeweils eine Tochter als Erbin. Die Tochter des Grafen Jakob,Margarethe (* 1540; † 1569), war mitPhilipp V. von Hanau-Lichtenberg (* 1541; † 1599) verheiratet. Zu dem sich aus dieser Konstellation ergebenden Erbe zählte auch die zweite, nicht bereits in derGrafschaft Hanau-Lichtenberg liegende Hälfte der ehemaligen Herrschaft Lichtenberg und darin auch das Amt Offendorf mit Offendorf. Der zu diesem Zeitpunkt regierende GrafPhilipp IV. vonHanau-Lichtenberg (1514–1590) führte dieReformation in seiner Grafschaft und auch den durch die Erbschaft hinzu gewonnenen Gebieten konsequent durch, die nunlutherisch wurden.
Mit derReunionspolitik Frankreichs unter KönigLudwig XIV. kam das Amt Offendorf unter französische Oberhoheit. Im Zuge dieses Prozesses erhielt Offendorf auch wieder einerömisch-katholische Pfarrei.[6]
DieSynagoge von Offendorf wurde 1940 unter deutscher Besatzung geplündert und zerstört. Die in Offendorf verbliebenen jüdischen Einwohner wurden nach Südfrankreich deportiert.[7]
Offendorf ist bekannt für den einheimischen Schiffbau, der bis 2006 existierte und in Familienbesitz war. Heute existiert dort noch ein Museum mit Schiffen.
Fritz Eyer:Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts. In:Schriften derErwin-von-Steinbach-Stiftung. 2. Auflage.Band10. Pfaehler, Bad Neustadt an der Saale 1985,ISBN 3-922923-31-3 (268 Seiten, Im Text unverändert, um eine Einführung erweiterter Nachdruck der Ausgabe Strassburg, Rhenus-Verlag, 1938).
Friedrich Knöpp:Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden inHessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].
Alfred Matt:Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.):Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480–1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.
Le Patrimoine des Communes du Bas-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Charenton-le-Pont 1999,ISBN 2-84234-055-8, S. 157–160.