Die Gemeinde hat eine Fläche von 21,15 km² und liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 260 m über dem Meer. Das früher selbständige DorfBreitenwasen ist heute ein Ortsteil von Oberbronn. Der Ort liegt im Gebiet der in Frankreich so genanntenNordvogesen in der Nähe vonNiederbronn-les-Bains.
Das Dorf Oberbronn gehörte zurHerrschaft Oberbronn[1] und war deren namensgebender Hauptort. Die Herrschaft ist ab dem 13. Jahrhundert nachgewiesen und gehörte nacheinander einer Reihe adeliger Familien. Das waren zunächst dieHerren von Ochsenstein, die 1485 von den Grafen vonZweibrücken-Bitsch beerbt wurden. Von diesen gelangte die Herrschaft Oberbronn – und mit ihr das Dorf – 1551 als Mitgift anlässlich der Heirat der Amelie von Zweibrücken-Bitsch mit Philipp I. vonLeiningen-Westerburg an dessen Familie. Es hatten auch dieHerren von Lichtenberg und, in deren Nachfolge, die Grafen vonHanau-Lichtenberg umfangreich Rechte und Besitzungen in Oberbronn. In Nachfolge der Leininger wurden dieLandgrafen von Hessen-Homburg und zu einem geringeren Teil die schwedische Adelsfamilie derFreiherren von Sinclair im 17. Jahrhundert Herren der Herrschaft Oberbronn. Durch dieReunionspolitik Frankreichs fiel in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auch Oberbronn unter französische Oberhoheit. Der hessen-homburgische Teil ging in der Mitte des 18. Jahrhunderts an die FamilieHohenlohe-Waldenburg-Bartenstein über, der Sinclair’sche Anteil an die ebenfalls schwedischstämmige Familie derer vonLewenhaupt.[2] Hohenlohe musste die Herrschaft 1793 an Frankreich abtreten und wurde dafür später mit Gebieten dessäkularisiertenBistums Würzburg abgefunden.[3] In den Verwaltungsreformen in Folge derFranzösischen Revolution wurde die Herrschaft Oberbronn aufgelöst. Oberbronn war nun französisch.
Oberbronn hatte seit dem 17. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde. 1860 zählte sie mehr als 200 Mitglieder von 1200 Einwohnern insgesamt. Die alte Synagoge aus dem 17. Jahrhundert wurde 1841 durch eine größere ersetzt, die im Zweiten Weltkrieg bombardiert und danach als Schule wiederaufgebaut wurde. Neben dem jüdischen Friedhof findet man in der Altstadt Zeugnisse der jüdischen Gemeinde wie Markierungen an den Eingangstüren und eine Mikwe in einem Privathaus.[4]
Es gibt einen beschilderten historischen Rundgang[5] durch das Dorf. Von einem Aussichtsturm auf demWasenkoepfel (526 m) kann man dieOberrheinebene überblicken. Eine Spezialität des Dorfes ist das GerichtBlutwurst mit Kastanien, da dieEsskastanienwälder rund um Oberbronn eine der Zutaten liefern.
Fritz Eyer:Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts. In:Schriften derErwin-von-Steinbach-Stiftung. 2. Auflage.Band10. Pfaehler, Bad Neustadt an der Saale 1985,ISBN 3-922923-31-3 (268 Seiten, Im Text unverändert, um eine Einführung erweiterter Nachdruck der Ausgabe Strassburg, Rhenus-Verlag, 1938).
Peter Karl Weber:Lichtenberg. Eine elsässische Herrschaft auf dem Weg zum Territorialstaat. Soziale Kosten politischer Innovation. Heidelberg 1993.
Le Patrimoine des Communes du Bas-Rhin. Flohic Editions, Band 2, Charenton-le-Pont 1999,ISBN 2-84234-055-8, S. 886–887.
↑Oberbronn (Herrschaft). In:Gerhard Köbler:Historisches Lexikon der deutschen Länder. Die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. 7., vollständig überarbeitete Auflage. C. H. Beck, München 2007,ISBN 978-3-406-54986-1, S. 481.