Das antikeNovaria, das auf eine Gründung derLigurer zurückgeht, wurde unterCaesar ein römischesMunicipium und lag an der Straße zwischen Vercellae (Vercelli) und Mediolanum (Mailand). Seine rechtwinklige Anlage könnte auf die römische Zeit zurückgehen. Im 4. Jahrhundert wurde die Stadt Sitz eines Bischofs. Nachdem sie 386 vonMagnus Maximus wegen ihrer Parteinahme für seinen RivalenValentinian II. zerstört worden war, wurde sie vonTheodosius wieder aufgebaut. Danach wurde sie vonRadagaisus (405) undAttila (452) geplündert.
Der «Verrat von Novara» (Luzerner Chronik 1513)Straßenkarte der Provinz
Von denLangobarden wurde ein Herzogtum Novara errichtet, vonKarl dem Dicken eine Grafschaft. Die Stadt selbst machte die Entwicklung zu einer freien Kommune mit. 1110 wurde sie vonHeinrich V. eingenommen und niedergebrannt, seit 1167 war sie Mitglied desLombardenbundes. Vor Ende des 12. Jahrhunderts akzeptierte sie die Protektion durch Mailand und kam so erst in die Hände derVisconti und dann derSforza.
Im Jahr 1500 fand im Zuge der Auseinandersetzungen um die Herrschaft in Italien ein Ereignis statt, das alsVerrat von Novara bezeichnet wird. Während der Auseinandersetzungen zwischen Frankreichs KönigLudwig XII. undLudovico Sforza wurde dieser verraten, als er verkleidet unter den abziehendenSchweizergardisten entdeckt wurde. Er hatte sich einer vereinbarten Auslieferung an die Franzosen entziehen wollen; diese war eine der Bedingungen, dass keine Schlacht zwischen den jeweiligen Heeren stattfand, die beide aus Schweizer Söldnern bestanden.
Am 6. Juni 1513 war die Umgebung der Stadt dann aber Schauplatz einerSchlacht, die während derItalienischen Kriege zwischen Franzosen unter KönigLudwig XII. und den Novara für die Sforzas verteidigendeneidgenössischen Söldnern derHeiligen Liga ausgetragen wurde und mit einer Niederlage der Franzosen endete. 1515 und 1522 fiel Novara jedoch in die Hände der Franzosen. 1535 kam es mit Mailand in den Besitz der spanischen Linie derHabsburger.
1706 wurde Novara, das lange vorher vonFilippo Maria Visconti dem savoyischen HerzogAmadeus VIII. versprochen worden war, von savoyischen Truppen besetzt. Durch denFrieden von Utrecht (1713) fiel die Stadt zusammen mit dem Herzogtum Mailand an Österreich. Aber nachdem sie 1734 vonKarl Emanuel III. besetzt worden war, wurde sie ihm im nächsten Jahr zugesprochen.
NachNapoleonsItalienfeldzug wurde Novara Hauptstadt des Dipartimento dell’Agogna, um 1814 aber wieder an dasHaus Savoyen zurückgegeben zu werden. Am 9. April 1821 trieb der österreichische FeldmarschallGraf Bubna bei Novara die piemontesischen Insurgenten auseinander. Am 23. März 1849 erfochten die Österreicher unter FeldmarschallRadetzky in derSchlacht bei Novara einen entscheidenden Sieg über die Sardinier. Dieser Erfolg führte zur AbdankungKarl Alberts und zur teilweisen österreichischen Besetzung der Stadt. Die Niederlage der Sardinier kann als eigentlicher Beginn des italienischenRisorgimento angesehen werden. Durch ein Dekret wurde 1859 dieProvinz Novara geschaffen, die damals auch die heutigen ProvinzenVercelli,Biella undVerbano-Cusio-Ossola umfasste.
Dieitalienische Autobahn A 4, die im Norden der Stadt verläuft, ermöglicht gute Verbindungen nach Mailand und Turin.
Novara ist auch Eisenbahnknotenpunkt. Die wichtigste Linie ist die Hauptstrecke von Milano Centrale nach Torino Porta Nova mit stündlichen RE-Zügen.
Zweigstrecken verlaufen nach Domodossola via Omegna mit regelmäßigen Zügen etwa alle 2 Stunden, Arona (stündliches Zugangebot), Alessandria (einzelne Zugpaare) und Carpignano Sesia -Biella San Paolo (fast stündlich).
Angaben nach Fahrplänen im März 2023.
Eine weitere Eisenbahnstrecke verläuft über San Bernardino – Briona – Ghemma nach Varallo Sesia ohne Personenverkehr
Vom Bahnhof Novara Nord, wenige 100 m nordöstlich des zentralen Bahnhofs gibt es eine Pendlerlinie nach Milano Cadorna im Stundentakt mit zusätzlichem Angebot in den Hauptverkehrszeiten.
Außerdem gibt es städtischen und regionalen Busverkehr.
Die frühbarockeBasilika San Gaudenzio wurde erst 1888 neoklassizistisch mit einem kuppelbekrönten Vierungsturm (121 Meter hoch) vollendet.[2]
Die KathedraleSanta Maria Assunta wurde 1863–69 erbaut und ist Bischofskirche des Bistums Novara. Der Kirchenbau wahrt die Grundrissdimensionen des Vorgängerbaus.[3]
Novara ist Heimat des aktuell in der dritthöchsten italienischen Liga, derSerie C, spielenden FußballvereinsNovara Calcio, dessen Heimspiele imStadio Silvio Piola ausgetragen werden. Auch die Frauenvolleyball-MannschaftAgil Volley Novara,Serie A1, hat hier ihre Heimstätte.[4]