| Nova Linux | |
|---|---|
| Nova Distribución Cubana de GNU/Linux | |
| Entwickler | Proyecto Nova der Universidad de las Ciencias Informáticas (UCI) |
| Lizenz(en) | GPL |
| Erstveröff. | 7. Mai 2014 |
| Akt. Version | 9.0 (2023)(2. Oktober 2023) |
| Kernel | Monolithisch (Linux) |
| Abstammung | GNU/Linux ↳ Debian ↳ Ubuntu ↳ Nova Linux |
| Architektur(en) | x86,x64 |
| www.nova.cu | |
Nova Linux ist eineUbuntu-basierteLinux-Distribution, die seit 2005 von derUniversidad de las Ciencias Informáticas inHavanna entwickelt und seit 2009 herausgegeben wird.[1][2][3] Das System nutzt standardmäßigGnome 3.4 als Fenstermanager, es können aber auchKDE,LXDE,Xfce undOpenbox hinzugefügt werden.[4]
Aufgrund desWirtschaftsembargos der USA gegen Kuba können US-Produkte wieWindows nicht legal exportiert werden. Updates und Support sind nicht verfügbar. Nach Aussage des Dekans der Informatik-Universität, Alain Guerreiro, könne zudem mangels Zugang zum Quellcode die Sicherheit von Windows nicht überprüft werden.
Im Jahr 2004 wurde deshalb der Umstieg der kubanischen IT-Infrastruktur auf freie Software beschlossen. Im Jahr darauf begann die Entwicklung von Nova. Zu den Prinzipien der Distribution gehören die „4S“: Sicherheit, (technologische) Souveränität, soziale Anpassungsfähigkeit und Nachhaltigkeit (span.:sostenibilidad). Um diese Ziele zu erreichen, orientieren sich die Entwickler in erster Linie an den Bedürfnissen der kubanischen Unternehmen und Endkunden. Mittelfristig soll das System jedoch auch überregionale Verbreitung finden.[5]

2011 kündigte der Projektleiter an, dass 8.000 Computer der Universidad de las Ciencias Informáticas auf Nova Linux 3.0 umgestellt werden sollen.[6]
Bereits 2012 ist mitYayabo-Linux eine erste Abwandlung von Nova-Linux entstanden. Die Distribution wurde in der kubanischen ProvinzSancti Spíritus entwickelt und nimmt weitere Pakete von Ubuntu auf.[7]
Nova basiert auf der verbreiteten Linux-Distribution Ubuntu, greift jedoch zu gut 80 Prozent auf Debian-Pakete zurück. Das Paketformat (.deb) wurde ebenfalls übernommen. Insgesamt stehen für das System über 30.000 Pakete zur Verfügung, die über das kubanische Intranet bezogen werden können.[8] Der Fenstermanager Gnome 3.4 wurde durch die Entwickler modifiziert und Merkmale von Gnome 3.6 mit aufgenommen. Eine eigens entwickelte „Windows-Shell“ imitiert die Benutzeroberfläche von Windows 7, um neuen Anwendern den Umstieg zu erleichtern. Außerdem wurden zahlreiche Wallpaper mit kubanischen Motiven vorinstalliert.
Das Control-Panel von Nova ist eine Eigenentwicklung, die weitgehend mitPython realisiert wurde. Der ebenfalls selbstentwickelte Installer Serere 3 soll über bessere Hardwareerkennung und stärker personalisierte Installationsoptionen verfügen. Er basiert auf der GrafikbibliothekQt. Eine weitere Besonderheit der Distribution ist die Emulation vonActive Directory überSamba und Winbind. In künftigen Versionen soll Unterstützung fürLDAP undKerberos folgen.[9]
Mit Blick auf Kompatibilität und soziale Nutzung wurde Nova-Linux besonders für die in Kuba gebräuchliche Hardware optimiert. In der „Ligero“-Version lässt sich das Betriebssystem bereits mit weniger als 128 Megabyte Arbeitsspeicher nutzen. Die Live-CD benötigt etwa 260 Megabyte. Der Browser Mozilla Firefox wurde modifiziert, so dass dieser sich über die Webseiten der UCI aktualisiert statt über die Mozilla Server. Erstere sind auch über das kubanische Intranet erreichbar.[10]
Nova 4.0 wird in drei verschiedenen Versionen ausgeliefert:
Alle Versionen werden mit dem eigenen Installer Serere 3 ausgeliefert und können auch alsLive-CD gebootet werden.
Die Entwicklung von Nova-Linux wurde im Jahr 2005 durch Studenten der Informatikhochschule von Havanna (UCI) begonnen, vier Jahre darauf erschien die erste öffentliche Version mit CodenamenBaire. Damals basierte das System noch aufGentoo Linux sowie in Teilen auf den Gentoo-DistributionenUtuto undSabayon.Der aktuelle Release-Zyklus sieht alle zwei Jahre eine neue Version vor.[12]
| Version | Codename | Basis | Veröffentlichung | Anmerkung |
|---|---|---|---|---|
| Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 1.1.2 | Baire | Gentoo | 20. Februar 2009 | Erste öffentliche Version, basierend auf Gentoo Linux. Als Fenstermanager kommt Gnome 2.22 zum Einsatz und der von Sabayon bekannte Entropy-Server als Paketmanager. |
| Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.0 | 2. Dezember 2009 | Verbesserte Sicherheitsfunktionen, Einführung vonUTF-8 und Internationalisierung. Neue Anwendungen:Mozilla Firefox,Mozilla Thunderbird,Apache OpenOffice,Rhythmbox,Gnome Videos,Brasero, u. a. | ||
| Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.1 | Ubuntu | 4. Juni 2010 | Umstieg von Gentoo auf Ubuntu Linux, Einführung vonCompiz-Effekten. NeuerInstant-MessengerEmpathy undTransmission alsBitTorrent-Client. | |
| Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 3.0 (2011) | Ubuntu 10.04 LTS | 24. September 2011 | Basiert auf Ubuntu 10.4 LTS und Gnome 2.30. Einführung von drei verschiedenen Versionen:Servidor für professionelle Anwender und Systemadministratoren,Escritorio für Endanwender undLigero, welches für ältere PCs optimiert wurde. Unterstützung fürProxy-Server.[13] | |
| Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 4.0 (2013) | Ubuntu 12.04 LTS | 22. März 2013 | Zahlreiche neue Paketquellen (über 20.000 statt 1.400 in der Vorgängerversion). Upgrade auf Gnome 3.4 als Fenstermanager mit neuen Compiz-Effekten, Kernel 3.2.0 undLaunchpad. Als Dateimanager kommtNautilus zum Einsatz.LibreOffice löst OpenOffice als Büroapplikation ab. Weitere neue Software:GIMP,Wine, u. a.[14] | |
| Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 5.0 (2015) | Ubuntu 14.04.1 LTS | 22. März 2015 | Neuer Fenstermanager „Nova Shell“ soll Gnome ersetzen, Moonlight DE als neuer Fenstermanager derLigero-Edition.[15] | |
| Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 6.0 (2018) | Ubuntu 16.04.1 LTS | 22. März 2018 | Neue Paketverwaltung und neue Menüführung, u. a. | |
| Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 7.0 (2020) | 20. Juni 2020 | |||
| Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 8.0 (2022) | 1. März 2022 | |||
| Aktuelle Version:9.0 (2023) | 2. Oktober 2023 | |||
Legende: Alte Version Ältere Version; noch unterstützt Aktuelle Version Aktuelle Vorabversion Zukünftige Version | ||||
Als minimale Hardwarevoraussetzungen wurden von den Entwicklern für Nova 4.0 einx86- (abi686) oder64-Bit-x86-Prozessor (x64) mit mindestens einem Gigahertz Taktfrequenz genannt. Es werden 8 Gigabyte Festplattenspeicher (inklusive Swap) sowie 512 MegabyteArbeitsspeicher genannt. Nova 4.0 benötigt 3 Gigabyte mehr Festplattenspeicher als sein Vorgänger.
| Empfohlene minimale Systemvoraussetzungen für Nova 4.0 (2013) | |||
|---|---|---|---|
| Hardware | Escritorio-Edition | Ligero-Edition | |
| Prozessor | 1 GHz | Pentium II (233 MHz) | |
| RAM | 512 MB | 128 MB | |
| Datenspeicher | 8 GB | ||