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Normalglühen

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Normalglühen,Normalisieren oderRückfeinen ist einWärmebehandlungsverfahren fürStahl (DIN EN ISO 4885:2018-07 Eisenwerkstoffe – Wärmebehandlung – Begriffe). Normalglühen besteht ausAustenitisieren und nachfolgendemAbkühlen an ruhender Luft. Im Allgemeinen sollen durch NormalglühenGefügeungleichmäßigkeiten beseitigt und einfeinkörniges, gleichmäßiges Gefüge mit reproduzierbaren Festigkeits- und Verformbarkeitseigenschaften erreicht werden. NachDIN 8580 zählt Glühen zu denFertigungsverfahren durch Änderung der Stoffeigenschaft.[1][2]

Verfahren

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Untereutektoide Stähle (<0,8 % Kohlenstoffanteil) werden zuerst langsam bis ca. 600 °C erwärmt. Anschließend wird der Stahl schneller auf ~30 bis 50 °C oberhalb des oberen Umwandlungspunkts Ac3 erwärmt.[1] Übereutektoide Stähle werden dicht über dem unteren Umwandlungspunkt von Ac1 aufgeheizt, um die Bildung von Schalenzementit zu verhindern.

Das Werkstück wird bei dieser Temperatur gehalten, bis das Gefüge vollständigaustenitisiert ist. Die Temperatur sollte dabei unter 1000 °C bleiben, da längeres Verweilen bei zu hoher Temperatur zu grobem Korn führt.[1][3]

Anschließend wird das Werkstück an ruhender Luft schnell bis AR1 abgekühlt, um das feinkörnige Gefüge zu erhalten. Danach folgt die Abkühlung beliebig. Legierte Stähle müssen nach der schnellen Abkühlung im weiteren Verlauf langsam abkühlen, damit sie nicht aufhärten.[1][4]

Beim Abkühlen erfolgt eine vom Ausgangszustand weitgehend unabhängige Rückumwandlung zu einemnormalen Gefüge (im Sinne desEisen-Kohlenstoff-Diagramms). Das entstehende Gefüge ist abhängig vomKohlenstoffgehalt: Bei untereutektoiden Stählen entstehtFerrit undPerlit, bei übereutektoiden Stählen Perlit undZementit.[1] Führt die Abkühlung zuBainit oderMartensit, wird das Verfahren „Lufthärten“ genannt.

Anwendungen

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Von großer Wichtigkeit ist das Normalglühen beiStahlgussstücken,Schweißkonstruktionen[5] oderSchmiedeteilen. Durch die unkontrollierte Abkühlung entstehen ungleiche Korngrößen und Kornformen. Langsames Abkühlen an der Luft kann zu unerwünschtem Kornwachstum führen.[1]

Höherfeste Stähle werdennormalisierendgewalzt. Der letzte Walzstich wird im Austenitbereich ausgeführt. Anschließend wird der Werkstoff wie beim Normalglühen abgekühlt.[1]

Beim Schweißen erzielt man für Wurzel- und Zwischenlagen mit den Decklagen durch "Normalisieren durch Mehrlagenschweißen" einen vergleichbaren Effekt.[5]

Nicht möglich hingegen ist Normalglühen bei umwandlungsfreien, ferritischen oder austenitischen Stählen, da sie keine α-γ-α-Umwandlung durchführen.[1]

Einzelnachweise

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  1. abcdefghWolfgang Weißbach:Werkstoffkunde: Strukturen, Eigenschaften, Prüfung. 18. Auflage. Vieweg + Teubner, Wiesbaden 2012,ISBN 978-3-8348-1587-3. 
  2. Hubert Gräfen:Lexikon Werkstofftechnik. Hrsg.: Prof. Dr. rer. nat. Dr.-Ing. E. h. Hubert Grafen. VDI, Düsseldorf 1993,S. 703. 
  3. Karl-Heinrich Grote, Jörg Feldhusen (Hrsg.):Dubbel: Taschenbuch für den Maschinenbau. 22. Auflage. Springer, Berlin Heidelberg New York 2007,ISBN 978-3-540-49714-1. 
  4. Normalglühen Wissenswertes - Glüherei GmbH Magdeburg. Abgerufen am 7. August 2020. 
  5. abW. Horn, H. J. Horn und W. Marfels:Wärmebehandlung von Stahl. Hrsg.: Deutscher Verband für Schweißen und angewandte Verfahren. 2. Auflage. DVS-Verlag, Düsseldorf 1987,ISBN 3-87155-502-9,S. 5 ff. 
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Normalglühen&oldid=212106764
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