Nordwestlicher Stadtteil | |
|---|---|
| Koordinaten: | 50° 3′ N,10° 13′ O50.049610.21433Koordinaten:50° 2′ 59″ N,10° 12′ 52″ O |
| Höhe: | 229–255 m ü. NN |
| Fläche: | 1,92 km²[1] |
| Einwohner: | 3523 (31. Dez. 2022)[2] |
| Bevölkerungsdichte: | 1.835 Einwohner/km² |
| Postleitzahlen: | 97421, 97424 |
| Vorwahl: | 09721 |
Lage des Nordwestlichen Stadtteils in der kreisfreien Stadt Schweinfurt | |
vor einem Popkonzert 2013 Sachs-Stadion vor einem Popkonzert 2013 | |
DerNordwestliche Stadtteil ist einStadtteil derkreisfreien StadtSchweinfurt. Er wird füramtlich-statistische Zwecke als Bezirk 31 geführt.[3] Der Stadtteil ohne Eigennamen ist zurInnenstadt baulich nicht abgegrenzt und entstammt städtischen Statistiken, in denen er die Lücke zwischenGartenstadt undMusikerviertel schließt. Daher ist dieses Gebiet als eigenständiger Stadtteil nicht im öffentlichen Bewusstsein und sein Name weithin unbekannt. Zum ihm gehören u. a.: Gewerbegebiet Hainig,Sachs-Stadion,Carus-Park (Areal der einstigenLedward Barracks) und KleingartenanlageAlte Warte.
Der Stadtteil wurde von derUS-Heeresgarnison Schweinfurt 70 Jahre lang geprägt, bis zu ihrer Auflösung im Jahre 2014, und danach vom Stadtumbau, der sogenanntenUS-Konversion, die noch lange nicht abgeschlossen ist.
Der Nordwestliche Stadtteil zieht sich unmittelbar nördlich der Niederwerrner Straße entlang. Er wird von der Innenstadt durch die Nikolaus-Hofmann-Straße getrennt. Im gesamten Süden ist die Niederwerrner Straße Grenze zwischen Nordwestlichen Stadtteil und Musikerviertel. Im Westen grenzt der Stadtteil an die GemeindeNiederwerrn, im mittleren Norden an diePfannäcker und im Nordosten an denAlten Wartweg.[3]
Der Stadtteil wurde in den 1920er Jahren (kleinerer, östlicher Teil des Bezirks 31) und in den 1930er Jahren (Mitte des Bezirks 31) entlang der Niederwerrner Straße angelegt. Er sollte sich nach ersten Planungen noch wesentlich weiter in RichtungNiederwerrn erstrecken[4] (siehe:Musikerviertel, Stadtteil). Der östliche, innenstadtnähere Teil besitzt noch die engere, höhereBlockrandbebauung der 1920er Jahre, ähnlich derGründerzeitviertel. Danach schließt die neuereStadtplanung der 1930er Jahre an,[4] mit höherer Wohnqualität, Baumalleen, einheitlichen, schnurgeraden, langen Häuserfronten mit niedrigerer Blockrandbebauung und großen, begrünten Innenhöfen.
Westlich anschließend wurde die Panzerkaserne errichtet (1935/36,[5] seit 1946:Ledward Barracks) und dasWilly-Sachs-Stadion (1936, seit 2021:Sachs-Stadion). Das Stadion wurde eine Woche vor denOlympischen Spielen in Berlin eröffnet, woran die Olympia-Apotheke in der Niederwerrner Straße erinnert.
Dieser für Schweinfurt charakteristische Stadtteil widerspiegelt eine der wichtigsten Epochen der moderneren SchweinfurterStadtentwicklung, in der auch die Großindustrie mit ihren Klinkerbauten entstand (siehe:Schweinfurter Industriegeschichte).
Nördlich der Panzerkaserne entstand in den 1930er Jahren die weitläufige Kleingartenanlage Alte Warte.[6]
Weiteres zur Geschichte siehe: AbschnitteOrtsteile
| Status 31. Dez. 2022[7] | Nordwestlicher Stadtteil Statistischer Bezirk 31 | Gesamtgebiet Schweinfurt |
|---|---|---|
| Deutsche | 70,4 % | 77,4 % |
| Ausländer | 29,6 % | 22,6 % |
| Anteil Doppelstaatler an der deutschen Bevölkerung | 15,0 % | 17,1 % |
Der Anteil der Ausländer liegt über den Werten des gesamten Stadtgebietes,[8] wobei zu berücksichtigen ist, dass Bürger mitMigrationshintergrund und deutschem Pass in der Statistik nicht als Ausländer aufgeführt werden.
Der Stadtteil erfuhr einen grundlegenden sozialen Wandel. Gab es in den 1970er Jahren eine Überalterung einer vorwiegend deutschen Bevölkerung, erfolgte danach ein teilweiser Bevölkerungsaustausch durch Migranten, häufig mit jungen Familien. Die Altersklasse 0–34 Jahre ist mit 40,4 % überdurchschnittlich vertreten, im Vergleich zum gesamten Stadtgebiet mit 36,5 %.[8]
Bis zur vollständigen Auflösung der US-Heeresgarnison Schweinfurt 2014 kamen im Stadtteil noch US-Bürger hinzu, die in den deutschen Statistiken nicht enthalten waren. Die frei werdenden Wohnungen standen seitdem der Allgemeinheit zur Verfügung (siehe u. a.Yorktown Village), wodurch die Einwohnerzahl des Stadtteils von 2014 bis 2022 um etwa 7 % wuchs.

Nordwestlicher Stadtteil und Musikerviertel erstrecken sich entlang der 4 km langen Niederwerrner Straße, die identisch mit derBundesstraße 303 ist. Die Straße zwischenObertor und westlicher Stadtgrenze ist, abgesehen vom östlichen Abschnitt, stadtbildprägende Hauptstraße des nordwestlichen Stadtgebietes und charakteristisch für das Schweinfurt der Zwischenkriegs- und frühen Nachkriegszeit. DieAusfallstraße führt nachBad Kissingen, zurBundesautobahn 71 nachErfurt und zurBundesautobahn 7 nachKassel.
Nach demZweiten Weltkrieg wurde die Straße im mittleren und westlichen Abschnitt zur „Hauptstraße“ der US-Garnison, bzw. von „Little America“ (Bezeichnung von den örtlichen Amerikanern) mit zuletzt rund 4000 Soldaten und über 7000 Zivilisten.[5] Kasernen, amerikanische Wohn- und Geschäftsviertel und weitere US-Infrastruktur zogen sich beiderseits der Straße hin. Im innenstadtnahen Bereich der Straße, auf der Sonnenseite (Nordseite) entwickelte sich unter den Alleebäumen eine deutsch-amerikanische Flaniermeile, mit Gastgärten, Eiscafés, Pizzerien, Kneipen und Nachtlokalen. Dort wurde 1959 die erstePizzeria der Stadt,La Gondola eröffnet, die noch besteht. Durch den Abzug der US-Amerikaner verlor die Straße an Leben sowie ihren besonderen Charakter.


Siehe: AbschnittGeschichte
Die Adolf-Hitler-Kaserne (Volksmund:Panzerkaserne) wurde 1935/36 für das Panzerregiment 4 errichtet. Nach dem Einmarsch derUS-Armee am 11. April 1945 in Schweinfurt wurde 1946 die Kaserne inLedward Barracks umbenannt. Im Zuge derUS-Konversion wird dort der internationale Hochschulcampusi-Campus Schweinfurt aufgebaut.

Das städtische Stadion, zugleich Heimstätte des1. FC Schweinfurt 05, wurde alsVolkspark angelegt. Er wurde 1936, eine Woche vor denOlympischen Spielen in Berlin, alsWilly-Sachs-Stadion eröffnet. 2021 wurde er inSachs-Stadion umbenannt. Das Stadion innerhalb des Sportparks heißt seit 2025Riedel Bau Arena.

Das Kessler Field (10 ha) war ein US-amerikanisches Areal mit der 1987/88 erbautenHigh School, Sportplätzen, einer Sporthalle und einem großenBowlingcenter.[9]
2016 wurde das Gebäude der ehemaligen Highschool von der Stadt Schweinfurt an die bisher inUnterspiesheim ansässige, englischsprachigeInternational School Mainfranken (ISM) mitErbbaurechtsvertrag übergeben und im Herbst 2016 begann der Unterricht am neuen Standort.[10] Das Kessler Bowling Center mit 24 Bahnen wurde als großesTherapie- und Trainingszentrumnext level umgebaut.
Der unbebaute Hauptbereich des Kessler Fields soll Wohnquartier werden. Im Süden sind Geschosswohnungen vorgesehen. Die erste Planung, das sogenannte „Klimadorf“, musste nach einem Gestaltungswettbewerb[11] und einem anschließenden Realisierungswettbewerbs wegen immer größerer Finanznöte der Stadt Schweinfurt 2025 aufgegeben werden. Im Norden des Areals sollen Bauplätze für 60 Einfamilienhäuser geschaffen werden.[11]

Yorktown Village ist ein einstiges Wohnviertel(Family Housing) fürOffiziere der US-Heeresgarnison Schweinfurt, das von 1986 bis 1992 erbaut wurde. Es wurde nach derSchlacht von Yorktown, bzw. dem OrtYorktown (Virginia) benannt. Zwei Jahre nach dem Abzug der US-Streitkräfte aus Schweinfurt wurden 2016 unter 800[12] Bewerbern die 68 Doppelhaushälften verlost, was ein bundesweites Medienecho hervorrief.
DerHainig (Ortsbezeichnung und alternativer Name:Am Hainig) wurde in den 1980er Jahren als Gewerbepark angelegt, mit Wohnbebauung in seinen nördlichen und östlichen Randlagen. Der Ortsteil liegt im äußersten Westen des statistischen Bezirks 31 und grenzt an die GemeindeNiederwerrn, mit der er zusammengewachsen ist. Am Hainig befinden sich u. a. die Geschäftsstelle derIHK Würzburg-Schweinfurt, dieFeuerwehr Schweinfurt (siehe:Schweinfurt, Feuerwehren) und das Ambulante Reha-CentrumAm Hainig.
Der Hainig war und ist noch im kleineren Umfang das Diskothekenzentrum der Stadt, mit den beiden, einstigen direkt gegenüberliegenden Großdiskotheken Megadrom und Rockfabrik. Die Rockfabrik besteht noch unverändert. An der Stelle des Megadroms befindet sich die kleinere DiskothekClub 360 Grad. Daneben wurde eine Bowlingarena eröffnet (siehe auch:Schweinfurt, Diskotheken).
