| Nissan Quest | |
|---|---|
| Produktionszeitraum | 1992–2017 |
| Klasse | Van |
| Karosserieversionen | Kombi |
| Vorgängermodell | Nissan Axxess Nissan Vanette |
DerNissan Quest ist einVan, der zwischen 1992 und 2017 vom AutomobilherstellerNissan produziert wurde. Die ersten beiden Generationen des Quest entstanden durch einJoint Venture mit derFord Motor Company, die eine eigene Variante alsMercury Villager vermarktete. Im Jahr 2002 endete die gemeinschaftliche Produktion mit Ford. Als Nachfolger brachte Ford denMercury Monterey auf den Markt, wohingegen Nissan den Quest ab 2003 in Eigenregie herstellte.
| 1. Generation | |
|---|---|
Nissan Quest (1992–1995) | |
| Produktionszeitraum | 1992–1998 |
| Karosserieversionen | Kombi |
| Motoren | Ottomotor: 3,0 Liter (113 kW) |
| Länge | 4823 mm |
| Breite | 1872 mm |
| Höhe | 1666–1727 mm |
| Radstand | 2850 mm |
| Leergewicht | |
Die erste Generation des Quest diente in Nordamerika als Nachfolger desAxxess M11 – in Deutschland alsPrairie bekannt –, der in denUSA nur 1990 und inKanada von 1990 bis 1995 verkauft wurde. Er ersetzte auch denVanette C22, dessen Verkauf in Nordamerika ebenfalls 1990 eingestellt wurde. Aufgrund von Problemen bei der Produktion traf Nissan eine Vereinbarung mit Ford, den Quest in deren Werk inAvon Lake,Ohio zu fertigen. Im Gegenzug wurde es dem US-Konzern erlaubt, den Vanunter eigener Marke alsMercury Villager zu verkaufen. Beide Fahrzeuge debütierten 1992 auf derNorth American International Auto Show inDetroit. Der Quest unterscheidet sich vom Villager nur durch optische Details wie einen anderen Grill sowie unterschiedlich designte Stoßstangen als auch Rückleuchten.
Als Ausstattungsvarianten standen für den Quest die ModelleXE undGXE zur Auswahl. Viele der Innenraumteile wurden von Ford übernommen und finden sich auch imFord Aerostar. Dazu zählen beispielsweise das Radio, die Schalter für die elektrischen Fensterheber oder das Bedienteil für die Lüftung. Der Quest bot sieben Sitzplätze und eine ausbaubare zweite Sitzreihe. Die dreisitzige dritte Sitzreihe konnte daraufhin für mehr Stauraum im Ganzen nach vorne geschoben und auch zusammengeklappt werden. Ein Fahrerairbag wurde zum Modelljahr 1994 eingeführt und mit derModellpflege 1995 durch einen Beifahrerairbag ergänzt. Dabei wurden auch Änderungen am Exterieur und der Ausstattung durchgeführt.
Sowohl der Quest als auch der Villager erhielten einen V6-Benzinmotor mit 3,0 Litern Hubraum, der aus der Motorenpalette von Nissan stammte und eine Leistung von 113 kW (154 PS) sowie ein maximales Drehmoment von 247 Nm entfaltete. Bevor Ford dem Einsatz dieses Motors in den beiden Modellen zustimmte, wurden allerdings einige Änderungen verlangt. So wurde das Triebwerk alsFreilaufmotor umkonstruiert, um mechanischen Schäden bei einem Riss desZahnriemens vorzubeugen. Darüber hinaus wurde einMotoröl-Füllstandssensor verbaut und derÖlfilter neu positioniert, um diesen zugänglicher zu machen. DerVG30E genannteSOHC-Motor erhielt ein Viergang-Automatikgetriebe, das ebenfalls von Nissan entwickelt wurde. Die ersten Ausführungen dieses Motors scheinen einen Konstruktionsfehler der Kurbelwelle aufzuweisen, da diese brechen kann. Im Jahr 1995 wurde deren Durchmesser daher von 25 auf 27 mm erhöht.

| 2. Generation | |
|---|---|
Nissan Quest (1998–2000) | |
| Produktionszeitraum | 1998–2002 |
| Karosserieversionen | Kombi |
| Motoren | Ottomotor: 3,3 Liter (128 kW) |
| Länge | 4943–4948 mm |
| Breite | 1902 mm |
| Höhe | 1631–1709 mm |
| Radstand | 2850 mm |
| Leergewicht | |
Im Jahr 1998 wurde die zweite Generation des Quest auf den Markt gebracht. Die Karosserie war jetzt aerodynamischer geformt und wurde durch eine zweite Schiebetür auf der Fahrerseite ergänzt.
Die aus dem Vorgänger bekannte VarianteXE wurde gestrichen und das ModellGXE als neue Basisausstattung angeboten. Ergänzt wurde diese durch die sportliche VersionSE und das TopmodellGLE. Eine Modellpflege erfolgte im Jahr 2000 zum Modelljahr 2001, bei der der Quest optisch aufgefrischt wurde und alle Modelle neueLeichtmetallfelgen erhielten. Das Basismodell verfügte nun zusätzlich über einenStabilisator an der Hinterachse, und das Fahrwerk der sportlichen Variante wurde ebenfalls verbessert. Der Innenraum wurde mit neuen Instrumenten und Sitzbezügen überarbeitet, und optional beziehungsweise serienmäßig waren nun ein stärkeres Soundsystem, ein CD-Wechsler und Unterhaltungssysteme erhältlich. Die vorderen Sicherheitsgurte wurden außerdem mit Gurtstraffern ergänzt. Mit der Modellpflege nahm auch die Länge des Quest leicht zu, was dem Ladevolumen zugutekam.
Als Antrieb kam einSOHC-V6-Motor mit 3,3 Liter Hubraum und einer Leistung von 128 kW (174 PS) sowie 270 Nm Drehmoment zum Einsatz. Dieses Triebwerk wurde von Nissan entwickelt undVG33E benannt.
| 3. Generation | |
|---|---|
Nissan Quest (2003–2006) | |
| Produktionszeitraum | 2003–2009 |
| Karosserieversionen | Kombi |
| Motoren | Ottomotor: 3,5 Liter (179 kW) |
| Länge | 5184 mm |
| Breite | 1971 mm |
| Höhe | 1778–1826 mm |
| Radstand | 3150 mm |
| Leergewicht | 1947 kg |
Nach der Produktionseinstellung des Mercury Villager im Jahr 2002 entwickelte Nissan einen eigenständigen Van, der 2003 auf den Markt kam. Die dritte Generation des Quest basiert auf der FF-LPlattform, die auch vom damaligenAltima undMaxima genutzt wurde. Produziert wurde der Quest im neu eröffneten Nissan-Werk inCanton im US-BundesstaatMississippi.
Das Innenraumkonzept zeichnet sich durch die hintere Sitzbank aus, die zusammengeklappt eine ebene Ladefläche ergibt. Die mittleren zwei Sitze lassen sich nahezu eben zusammenklappen. Optionale beziehungsweise serienmäßige Ausstattungsdetails sind unter anderem ein Glasdach, zwei Flachbildschirme am Fahrzeughimmel, Seitenairbags vorne, Kopfairbags für alle Sitzreihen, ESP, Traktionskontrolle, elektrisch betriebene Schiebetüren und Heckklappe, Bose-Audiosystem, Zwei-Zonen-Klimaanlage und Einparkhilfe. Im Jahr 2007 erfolgte ein leichtes Facelift mit optischen Änderungen an der Front und im Innenraum.
Als Triebwerk dient der auch in vielen anderen Modellen verwendete V6-MotorVQ35DE mit 3,5 Litern Hubraum. Im Quest leistet dieser 179 kW (243 PS) und das maximale Drehmoment liegt bei 328 Nm.
Im Jahr 2010 wurde der Quest nicht angeboten, da laut Nissan die Produktionskapazität im Werk in Canton für die Fertigung des LieferwagensNissan NV benötigt wurde.[1]
Die im Jahr 2004 gebauten Modelle des Quest litten an vielen Qualitätsproblemen. Die meisten waren bis zum Ende des Jahres von einem extra aus Japan gesandten Ingenieursteam behoben worden. Bereits verkaufte Fahrzeuge wurden im Rahmen von Rückrufaktionen von den Händlern nachgebessert. Auch von den Qualitätsproblemen im ersten Betriebsjahr des neuen Werkes betroffen waren derNissan Titan sowie derInfiniti QX56, die dort zu dieser Zeit ebenfalls vom Band liefen.
| 4. Generation | |
|---|---|
Nissan Quest (2010–2017) | |
| Produktionszeitraum | 2010–2017 |
| Karosserieversionen | Kombi |
| Motoren | Ottomotor: 3,5 Liter (194 kW) |
| Länge | 5100 mm |
| Breite | 1971 mm |
| Höhe | 1816 mm |
| Radstand | 3000 mm |
| Leergewicht | 1982 kg |
Die letzte Generation des Quest wurde 2010 auf derLA Auto Show vorgestellt. Die Fertigung fand im japanischen Shōnan-Werk des AutomobilherstellersNissan Shatai statt. Dort läuft auch das auf derselben Plattform aufbauende SchwestermodellNissan Elgrand vom Band.[2] Als Triebwerk dient der aus dem Vorgänger bekannte 3,5-Liter-V6, der allerdings überarbeitet wurde und jetzt eine Leistung von 194 kW (264 PS) an dieVorderräder liefert. Der Quest wurde um einige Zentimeter breiter gestaltet als der für den asiatischen Markt bestimmte Elgrand. Der Verkauf des Quest begann in Nordamerika im Frühjahr 2011.[1][3]
