| Strukturformel | ||||||||||||||||||||||
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| Allgemeines | ||||||||||||||||||||||
| Freiname | Nikethamid | |||||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C10H14N2O | |||||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung | helles, dickflüssiges, fast geruchloses Öl[1] | |||||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||||||||
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| Arzneistoffangaben | ||||||||||||||||||||||
| ATC-Code | ||||||||||||||||||||||
| Wirkstoffklasse | Stimulans | |||||||||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 178,23 g·mol−1 | |||||||||||||||||||||
| Aggregatzustand | fest bis flüssig | |||||||||||||||||||||
| Dichte | 1,06 g·cm−3 (25 °C)[2] | |||||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt | ||||||||||||||||||||||
| Siedepunkt | 296–300 °C[2] | |||||||||||||||||||||
| Löslichkeit | leicht löslich in Wasser und organischen Lösungsmitteln[1] | |||||||||||||||||||||
| Brechungsindex | 1,524 (20 °C)[2] | |||||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten beiStandardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex:Na-D-Linie, 20 °C | ||||||||||||||||||||||
Nikethamid oderNicethamid ist einStimulans, das im Wesentlichen eine Atem- und Kreislaufstimulation bewirkt. Es wurde früher unter anderem als notfallmedizinische Gegenmaßnahme nach Überdosierungen vonBeruhigungsmitteln oderSchlafmitteln wieVeronal eingesetzt (Bekannt war Nikethamid unter seinem HandelsnamenCoramin).[3]
Im Sport gehört Nikethamid wie alle Stimulantien zu den verbotenenDopingmitteln. Bekannt wurde der Fall der amerikanischen Sprint-WeltmeisterinTorri Edwards, die 2004 der Einnahme von Nikethamid überführt und deshalb für zwei Jahre gesperrt wurde.
2012 wurde der 12-jährige polnischeKartsportler Igor Walilko vomInternationalen Sportgerichtshof freigesprochen, nachdem zuvor bei einer Dopingkontrolle erhöhte Nikethamid-Werte festgestellt wurden und deswegen zunächst eine zweijährige Sperre ausgesprochen worden war. Der Sportgerichtshof wertete die Sperre als übertrieben und unverhältnismäßig. Der Junge habe zuvorEnergie-Riegel gegessen, die Nikethamid enthielten.[4]
Im Rahmen derBMW Open 2013 wurdeMarin Čilić bei einer Dopingprobe positiv auf Nikethamid getestet.[5][6] Čilić gab dazu an, das Mittel unwissentlich über eine in einer Apotheke beschaffte Tablette zu sich genommen zu haben. Da dadurch keine leistungssteigernde Absicht vorlag, erhielt er eine reduzierte Sperre von neun Monaten, die rückwirkend vom 1. Mai 2013 bis zum 31. Januar 2014 galt. DerInternationale Sportgerichtshof reduzierte die Sperre dann nochmals auf lediglich vier Monate, da er die Schuld Čilićs als nicht so schwerwiegend erachtete wie das Schiedsgericht derITF.[7]
Der Schweizer HürdensprinterKariem Hussein wurde nach den Schweizer Meisterschaften 2021 positiv auf den Wirkstoff Nikethamid getestet, nachdem er nach dem Rennen eine Lutschtablette der Marke Gly-Coramin konsumiert hatte, welche den Wirkstoff enthält. Daraufhin verhängte die Disziplinarkammer für Dopingfälle vonSwiss Olympic eine Sperre von neun Monaten.[8][9]
In der Schweiz werden diese Lutschtabletten gegen Ermüdungserscheinungen vertrieben. Neben Zucker undGlucose enthalten sie Nikethamid.[10]