Niffer ist einefranzösischeGemeinde mit 985 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) imDépartementHaut-Rhin in derRegionGrand Est (bis 2015Elsass). Sie gehört zumKanton Rixheim.
Niffer liegt nahe demDreiländereck Deutschland–Frankreich–Schweiz in der südlichenOberrheinebene. Durch das Gemeindegebiet führt derRhein-Rhône-Kanal und derRheinseitenkanal. Westlich des Rhein-Rhône-Kanals hat die Gemeinde einen Anteil amHarthwald (Forêt de la Hardt). DerRhein bildet die Ostgrenze der Gemeinde.
Die Entfernung nach dem südlich gelegenenBasel beträgt 23 Kilometer, nachMülhausen im Westen sind es etwa 17 Kilometer.
Nachbargemeinden von Niffer sindPetit-Landau im Norden,Bad Bellingen (Deutschland) im Osten,Efringen-Kirchen (Berührungspunkt, Deutschland) im Südosten,Kembs im Süden,Schlierbach (Berührungspunkt) undDietwiller im Südwesten sowieHabsheim im Westen.
Besiedelt war die Gegend von Niffer schon in römischer Zeit. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort im 11. Jahrhundert unter dem NamenNuffar (neue Furt). 1418 kam der Ort an die Familie vonAndlau, die Herren des Ortes bis zurFranzösischen Revolution waren. Während desDreißigjährigen Krieges wurde Niffer 1633 zerstört und geplündert.
Die Entwicklung des Ortes war stets vom Rhein geprägt, der im 19. und 20. Jahrhundert gebändigt und nutzbar gemacht wurde. 1834 wurde der Rhein-Rhône-Kanal gebaut, 1840–1870 wurde dieRheinbegradigung durchgeführt, der Rheinseitenkanal wurde auf der Höhe von Niffer 1948–1959 gebaut.
Von 1871 bis zum Ende desErsten Weltkrieges gehörte Niffer als Teil desReichslandes Elsaß-Lothringen zumDeutschen Reich und war demKreis Mülhausen imBezirk Oberelsaß zugeordnet.[1]
Zu Beginn desZweiten Weltkriegs wurden die Bewohner 1939 insDépartement Landes evakuiert, kehrten aber 1940 wieder zurück. 1944/45 wurde die Befreiung des Dorfes von heftigen Kämpfen begleitet. Einer ersten Befreiung im November 1944 folgten heftige Bombardements der deutschen Luftwaffe. Erst im April 1945 war der Krieg für das Dorf zu Ende. 1945–1947 war auf dem Gelände von Niffer ein Lager für deutscheKriegsgefangene eingerichtet worden.
| Bevölkerungsentwicklung |
|---|
| 1865 | 1895 | 1910 | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2007 | 2018 |
| 465 | 310 | 263 | 225 | 307 | 402 | 575 | 614 | 657 | 896 | 940 |
Am Zusammentreffen von Rhein-Rhône-Kanal und Rheinseitenkanal befindet sich dieSchleuse Kembs-Niffer, deren Außengebäude 1960–1962 nach Plänen des ArchitektenLe Corbusier gebaut wurden. Sie sind die einzigen Bauwerke des bekannten Architekten im Elsass.
- Kirche St. Ulrich in Niffer
Südwestseite
Nordseite
Schleuse Niffer
Wasserturm Niffer
- Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998,ISBN 2-84234-036-1, S. 650–651.
- ↑Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Kreis Mülhausen