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Regen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unterRegen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Regentropfen in einer Pfütze
Regenfront über derMüritz
Regenschleier überAmrum (2021)

Regen bezeichnet einWetterereignis und die am häufigsten auftretende Form vonNiederschlag. Regen besteht ausWasser, das alsDampf inWolken gespeichert war und nach demKondensieren inTropfen zurErdoberfläche herunter fällt.

Regentropfen bindenStaub undAerosole, die in die Atmosphäre aufgestiegen sind. Diese Bestandteile bestimmen denpH-Wert des Regens.

Die Regenformen werden nach Entstehung, Dauer, Intensität, Wirkung und geografischem Vorkommen unterschieden.

FesterNiederschlag, z. B.Hagel,Graupel oderSchnee, besteht ausgefrorenem Wasser undKondensationskeimen und tritt auch gemischt mit Regen auf.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

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Dimensionen (Keim, Wolken- und Regentropfen)
Tonaufnahme: Regen fällt auf ein Autodach

Die Kondensation von Wasserdampf in der Atmosphäre erfolgt durchAbkühlung undAerodynamik.

Vor allem hydrophile Staubpartikel wie Ammoniumverbindungen wirken bereits bei üblichen Luftfeuchten von 60–70 % als Kondensationskerne, während hydrophobe Partikel wie Ruß erst bei Feuchtesättigung, d. h. bei 100 % Luftfeuchte bzw. Übersättigung, dazu in der Lage sind. Auch derGefrierpunkt bzw. Taupunkt der Aerosolpartikel wird von vielen Faktoren beeinflusst.

Daher kann hier auch dasPhasendiagramm der theoretischen Thermodynamik, bei dem Wasserimmer bei 0 °C gefriert, nicht angewendet werden.

Allgemein

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Ausgangspunkt jedes Regens sindWolken, die aus feinen Eiskristallen oderWolkentröpfchen (Wassertropfen mit 5 bis 10 μm Durchmesser) bestehen. Sie bilden sich infolge der Abkühlung einer feuchtenLuftmasse beim Aufstieg in derErdatmosphäre, wenn derTaupunkt unterschritten wird. Je nach Höhe und herrschender Temperatur bilden sich entweder Eiskristalle anKristallisationskeimen durchResublimation oder Wolkentröpfchen mit Hilfe von Kondensationskeimen durchKondensation. Diese Primärkörper können, in Abhängigkeit von der Aufenthaltsdauer in der Wolke, weiteren Wasserdampf, andere Wolkentropfen oder auch Eiskristalle an sich binden und dadurch anwachsen. Erreichen Eiskristalle eine wärmere Umgebung, so schmelzen sie wieder zu Tropfen. Wird das Gewicht der Tropfen so groß, dass sie weder durch die Luftreibung (Reibung im Fluid nach demGesetz von Stokes) noch von den in einer Wolke vorherrschenden Luftströmungen (Aufwinden) „in Schwebe“ gehalten werden können, beginnen sie aufgrund derSchwerkraft langsam zu Boden zu sinken, und es entsteht der uns bekannte Regen. Das Zusammenwachsen vieler kleiner Wassertröpfchen zu größeren und schwereren beschleunigt diesen Vorgang und erhöht die Fallgeschwindigkeit. In der Regel besteht der am Boden auftreffende Regen ausTropfen mit einem Durchmesser von 0,6 bis 3 mm.

Tropfenwachstum in warmen Wolken

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Regentropfen auf einem Flugzeugfenster mit deutlich erkennbaren Eiskernen

Warme Wolken sind Wolken, in denen nur flüssiges Wasser vorkommt.[1] Je nach Beschaffenheit derKondensationskerne kann Wasser auch unter 0 °C flüssig bleiben; auch diese unterkühlten Wolken werdenwarme Wolken genannt und sind nach Definition Wasserwolken.

Das Anwachsen von Wolkentröpfchen zu Regentröpfchen allein durch das Aufsammeln von Wasserdampf (Dampfdiffusion)[2] ist wenig effizient und recht langsam.siehe auch:Oswald Reifung

Daher gelten das Zusammenstoßen (Kollision) und nachfolgende Zusammenfließen (Koaleszenz) von Wolkentröpfchen als weitere entscheidende Schritte bei der Entstehung von Regen. Zu Kollisionen kommt es, weil große Tropfen schneller absinken als kleine. Dennoch kommt es nicht immer zur Kollision; häufig werden kleine Tropfen von der Luftströmung um rasch fallende große Tropfen herumgeleitet. Erfolgt nach einer Kollision auch Koaleszenz, so spricht man vonAkkretion, also einem Anwachsen durch Aufsammeln. Dabei führt nicht jede Kollision zwangsläufig zur Koaleszenz. Man spricht in diesem Zusammenhang von Kollisions- und Koaleszenzeffizienz. DieKollisionseffizienz ist für Tropfen ähnlicher Größe mit einem Radius von mindestens 30 µm sehr hoch, dieKoaleszenzeffizienz hingegen ist höher bei Tropfen mit unterschiedlichen Radien. Große Tropfen kollidieren somit häufiger, bei einer Berührung stoßen sie sich jedoch mit einer größeren Wahrscheinlichkeit wieder ab und bleiben dabei unverändert, wohingegen kleine Tropfen eher mit großen zusammenwachsen. Das Produkt aus Kollisions- und Koaleszenzeffizienz nennt man auchAkkretionseffizienz; (lat.accretio für Anwachsen) sie ist ein Parameter für die Regenwahrscheinlichkeit von Wolken. Je größer die Tropfen werden, desto schneller wachsen sie. Begünstigt wird dieser Prozess durch einen hohen Feuchtegehalt der Luft (Tropen,Subtropen) oder große Kondensationskerne, wie zum Beispiel in maritimen Luftmassen.

Wachstum in kalten Wolken

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Wenn Wolken während ihres Lebenszyklus ganz oder nur teilweise ausEispartikeln bestehen, so werden siekalte Wolken genannt.[3] Mischformen werden zum Teil auch alskühle Wolken bezeichnet. Der Wachstumsmechanismus ist jedoch gänzlich anders als inwarmen Wolken.

Zwischen unterkühlten Wassertropfen und dem Wasserdampf in ihrer Umgebung besteht ein Gleichgewicht. Wenn die Luft viel Feuchtigkeit enthält, wachsen die Tropfen an, in trockener Luft geben sie Wasser ab. Ein ähnliches Gleichgewicht gibt es zwischen Eiskristallen und Wasserdampf, mit dem Unterschied, dass Eiskristalle die Feuchtigkeit effizienter aufnehmen und weniger dazu neigen, sie wieder abzugeben. Sind in einer Wolke Eiskristalle in der Nähe unterkühlter Wassertropfen, so stellt eine Sättigung des Wasserdampfes bezüglich der Wassertropfen eine Übersättigung bezüglich der Eiskristalle dar. Die Eiskristalle wachsen durch Sublimation (techn. Resublimation) auf Kosten der Tropfen an (Bergeron-Findeisen-Prozess). Es folgt eine Kettenreaktion, die Eiskristalle fallen schneller und zerbrechen bei Kollision mit Wassertropfen zu Splittern, die wiederum anwachsen und somit zur Vereisung der unterkühlten Wasserwolke führen. Am häufigsten vereisen Wolken in einem Temperaturbereich von rund −5 °C bis −15 °C, in diesem Bereich herrscht der maximale Unterschied zwischen dem Sättigungsdampfdruck über Wasser und dem über Eis (siehe dazu auch:Kristallbildung). Damit es bei vereisten Wolken zu Regen (und nicht Schneefall, Graupel etc.) kommt, müssen die Eispartikel beim Sinken wieder wärmere Luftschichten passieren und tauen. Dabei durchqueren sie unter Umständen nochmals Schichten von Wolken mit Wolkentropfen (bei unterkühlten Wolken oder Gewitter-Wolken) beziehungsweise Wasserdampf. Durch Akkretion wachsen sie dort weiter an, der Prozess ähnelt dann jenem inwarmen Wolken.

Messung

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Bei der Messung gefallenen Regens wird die Menge in Liter pro Quadratmeter oder, wie in der Meteorologie üblich, die Höhe in „Millimetern“ angegeben. Es gilt:

1l1m2=1dm31m2=0,001m31m2=0,001m=1mm{\displaystyle {\frac {1\,\mathrm {l} }{1\,\mathrm {m} ^{2}}}={\frac {1\,\mathrm {dm} ^{3}}{1\,\mathrm {m} ^{2}}}={\frac {0{,}001\,\mathrm {m} ^{3}}{1\,\mathrm {m} ^{2}}}=0{,}001\,\mathrm {m} =1\,\mathrm {mm} }

Ein Millimeter Niederschlagshöhe entspricht somit einem Liter Niederschlagsmenge auf einem Quadratmeter. Diese Angabe entspricht auch der Höhe, um die der Wasserspiegel in einem Auffanggefäß (z. B. einer leeren Konservendose) steigen würde.

Der klassischeRegenmesser ist daher auch ein Gefäß, das herabfallende Regentropfen auffängt. Aus der Wassermenge im Behälter und der Größe seiner Öffnung kann der Niederschlag berechnet werden. Die ersten Regenmessungen wurden vor etwa 2000 Jahren in Indien vorgenommen, in Europa verwendete man Regensammler zum ersten Mal im 17. Jahrhundert. In den 1670er Jahren bewies Pierre Perrault mit Hilfe eines Regenmessers den Zusammenhang zwischen Regen und derAbflussmenge von Bächen und Flüssen. Bei starkem Wind sind Regensammler ungenau und erfassen tendenziell zu geringe Regenmengen, daTurbulenzen Regentropfen vom Sammler wegtragen. Die ersten Regenmesser wurden auf Dächern montiert, heute stellt man sie in Bodennähe auf, um den Windeinfluss zu verringern. Größe und Form der offiziellen Regenmesser sind von Land zu Land unterschiedlich. Ihre Vereinheitlichung scheiterte bisher daran, dass dadurch die Vergleichbarkeit mit langjährigen Aufzeichnungen eingeschränkt würde.

Neuere Methoden zur Regenmessung sind dasNiederschlagsradar undWettersatelliten, ein dichtes Netz von Regensammlern liefert allerdings genauere Werte.[4]

Weiterhin gibt es nochRegensensoren – diese dienen nicht der Messung, sondern lediglich der Steuerung technischer Prozesse.

Regenformen

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Definition ausschließlich nach Menge und zeitlichem Anfall[5]
Regenschauer
Niederschlagsmenge in10 Minuten
Regen
Niederschlagsmenge in einerStunde
DefinitionMenge / 10 Min.DefinitionMenge / Stunde
leicht0,1 bis 0,4 mmleicht0,1 bis 0,5 mm
mäßig0,4 bis 2 mmmäßig0,5 bis 4 mm
stark2 bis 8 mmstark4 bis 10 mm
sehr starkab 8 mm  

Abhängig von meteorologischen und geografischen Bedingungen gibt es unterschiedliche Formen von Regen. Die Klassifikation von Regen kann nach Dauer oder Intensität beziehungsweise nach Entstehung, räumlichen Vorkommen, Wirkung am Boden oder dem Empfinden eines Betrachters erfolgen. Man kann ein und dasselbe Regenereignis in verschiedene Kategorien einordnen, abhängig von der Perspektive des Beobachters – hier einige Beispiele:[6]

Definition nach dem primären Entstehungsprozess

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Im Allgemeinen entsteht Regen durch einen primären Entstehungsprozess, nach dem die Regenform benannt werden kann. Folgende Formen sind möglich:

Steigungsregen (orografischer Regen)

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Steigungsniederschläge fallen als Steigungsregen oder als Schnee je nach der Ausgangstemperatur der ankommenden Luftmassen und nach der Höhe des Gebirges. Davon und vom Gehalt der Luftmassen an gasförmigem Wasserdampf hängt die Wolkenbildung ab und wie ergiebig die Steigungsniederschläge dann sind.

Steigungsregen (Steigungsniederschlag) oder auchStauregen (flüssige Form orografischen Niederschlags) entsteht, wenn Wind feuchte Luft vom Meer oder Flachland an Gebirgszügen oder anderenorografischen Erhebungen (Luv-Seite) aufsteigen lässt.[7] Steigungsregen kommt in den Tropen, Subtropen undgemäßigten Zonen vor. Er kann Stunden bis wenige Tage andauern, in seltenen Fällen auch mehrere Wochen.

Die Luft wird mit zunehmender Höhe immer weiter abgekühlt, dabei sinkt jedoch auch ihreWasserdampfkapazität und die Lufttemperatur nähert sich immer weiter demTaupunkt. Zunächst kühlt sich die Luft nach dem Prinzip dertrockenadiabatischen Abkühlung um ein Grad Celsius pro 100 Höhenmeter ab (adiabatisch bedeutet „ohne Wärmeaustausch mit der Umgebung“, sieheAdiabatische Zustandsänderung). Sobald eine relativeLuftfeuchtigkeit von 100 Prozent erreicht ist, kühlt sich die Luft nach dem Prinzip der feuchtadiabatischen Abkühlung nur noch um ungefähr 0,6 °C pro 100 Meter ab. Dabeikondensiert der Wasserdampf der Luftmasse unter Freisetzung der enthaltenenKondensationsenthalpie zu Wasser (Wolkentröpfchen), was zurWolkenbildung führt. Je nach Intensität der Aufwärtsströmung kommt es in der Folge oft zu heftigenNiederschlägen. Diese konzentrieren sich an den jeweiligen orografischen Hindernissen, wo oft hohe Niederschlagsmengen erreicht werden.

Nach derThermodynamischen Föhntheorie kann der weitere Verlauf wie folgt aussehen: Auf der windabgewandten Lee-Seite erwärmt sich die absinkende Luft, sofern sie komplett ausgeregnet ist, wieder trockenadiabatisch um ein Grad Celsius pro 100 Meter, also schneller als die Abkühlung beim Aufstieg erfolgte. Das kann in tiefen Lagen zu einer wärmeren Luftströmung auf der Lee-Seite führen, die alsFöhn bekannt ist.

Gebirge und andere geografische Erhöhungen haben aufgrund dieser Vorgänge und allgemein vorherrschender Hauptwindrichtungen meist eine Regen- oderWetterseite mit erhöhter Niederschlagsintensität. Das kann in den gemäßigten Breiten ebenfalls zur Entstehung vonRegenwäldern führen, man spricht dann vomgemäßigten Regenwald. Die Gebiete auf der windabgewandten Seite des Gebirges erhalten weniger Niederschläge, sie liegen aufgrund des Lee-Effekts imRegenschatten.

Konvektionsregen

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Entstehung von Konvektionsregen

Konvektionsregen ist Regen aus Wolken, die sich aufgrund von Konvektionsströmungen bilden. Konvektionsregen kommt vornehmlich in den Tropen und Subtropen, zur warmen Jahreszeit aber auch in den gemäßigten Breiten, also auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz vor. Abhängig von der geografischen Lage, kann er zwischen mehreren Minuten (Wolkenbrüche) und mehreren Tagen (Tropenregen) dauern.[7]

Bei warmer Witterung verdunsten große Mengen des im Boden oder auf Wasserflächen vorhandenen Wassers. Die dabei entstehenden bodennahen feuchten Luftmassen werden, aufgrund von ebenfalls durch die Wärme am Boden verursachten Luftströmungen (Wärmeströmungen), in die Höhe transportiert. Erreichen sie ihre Sättigung, so bilden sich Wolken. Die Größe und Art der gebildeten Wolken hängen von der Intensität der Strömungen, der Luftmasse und ihrer Feuchtigkeit, der Temperatur und Bodenbeschaffenheiten (Geografie) ab. Bei optimalen Bedingungen bilden sich so in nur wenigen Stunden oft sehr starke Konvektionsgewitter. Diese treten vor allem in tropischen, aber auch vielen anderen Gebieten der Erde (speziell zur warmen Jahreszeit), häufig am frühen bis späteren Nachmittag auf. Je nach Intensität, Anzahl der Kondensationskeime in der Luft und vorhandener feuchter Luftmassen können sich kleine Wolken oder äußerst großeGewitterwolken bilden.

Der Lebenszyklus einer konvektiven Zelle lässt sich in drei Phasen aufteilen[8]. In der 40–60 Minuten langenWachstumsphase wird der Aufwind initialisiert und Kondensation tritt ein. In derReifephase setzen Niederschlag und Abwinde ein und weitere Gewittererscheinungen wie Hagel oder Blitzschlag sind möglich. In der zwischen 30 Minuten und 2 Stunden andauerndenAuflösephase zerfällt die Zelle wieder.

Frontregen (stratiformer Regen)

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Entstehung von Frontregen

Frontregen (Zyklonenregen, stratiformer Regen) entsteht in einer Warm- oder Kaltfront und kommt in den Subtropen und gemäßigten Zonen vor.[9] Die Dauer des Frontregens ist unmittelbar abhängig von der Aufenthaltsdauer der Front über dem Beobachtungsstandort und von derTemperaturdifferenz an der Front. Frontregen wandert mit der Front mit, Frontregen tritt auch an der Rückseite von Wolkenfeldern auf, die durch Winde andererMitteltemperatur in ein Frontensystemgeschoben werden. Dann setzt der Regen kurzzeitig ein, wenn kurz vor Ende der Passage des Wolkenfeldes der Himmel bereits wieder aufklart.

Frontregen tritt auf, wenn warme und feuchte Luftmassen (oft austropischen Gebieten) auf kalte (polare) Luftmassen treffen. Bei einer Warmfront gleitet die leichtere Warmluft auf die schwerere Kaltluft auf, bei einer Kaltfront schiebt sich die schwerere Kaltluft unter die vorhandene Warmluft.

Beim Aufsteigen kühlt sich die feuchtwarme Luft ab, der gespeicherte Wasserdampf kondensiert, Wolken bilden sich und es regnet. Das Entstehungsprinzip ähnelt dem des Steigungsregens, mit dem Unterschied, dass Luftmassen statt fester Hindernisse den Transport der feuchten Luft in die Höhe bewirken.

Ergänzende Formen

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Diese Formen beschreiben meist die Auswirkung und das Empfinden durch den Beobachter am Boden, der primäre Entstehungsprozess wird bei der Betrachtung meist vernachlässigt.

Dauerregen (Landregen)

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AlsDauerregen oderLandregen bezeichnet man ein lang andauerndes Niederschlagsereignis. In den gemäßigten Breiten fällt er fast ausschließlich ausNimbostratuswolken.[10] Dauerregen kann in den Tropen, Subtropen und gemäßigten Breiten beobachtet werden und mehrere Stunden bis Tage dauern, selten jedoch auch mehrere Wochen. In den gemäßigten Breiten tritt er meist im Zusammenhang mit einerWarmfrontpassage auf. Die jeweilige Definition eines Dauerregens kann je nachKlimagebiet unterschiedlich sein. In Mitteleuropa spricht man im Allgemeinen dann von einem Dauerregen, wenn er mit ununterbrochenen Regenfällen und einer Intensität von über 0,5 MillimeterNiederschlag pro Stunde über einen Zeitraum von mindestens sechs Stunden anhält.

Starkregen

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Starkregen einer Gewitterfront über Koh Samui, Thailand (Mai 2005)
Hauptartikel:Starkregen

MitStarkregen werden in derMeteorologie große Mengen Regen bezeichnet, die in kurzer Zeit fallen. Diese Art des Regens ist somit nach seiner Intensität und Dauer definiert. Starkregen kommt in den Tropen, Subtropen und gemäßigten Breiten vor und kann von wenigen Minuten bis zu einigen Stunden dauern. Die DIN 4094-3 von 1994 definiert Starkregen variabel, ohne dabei eine konkrete Niederschlagsmenge zu nennen:

„Regen, der im Verhältnis zu seiner Dauer eine hohe Niederschlagsintensität hat und daher selten auftritt, z. B. im Mittel höchstens zweimal jährlich.“[11]

Starkregen einerSchauer­staffel über derSchwäbischen Alb (August 2003)

In der Praxis gilt ein Regen als Starkregen, wenn mindestens 5 Liter auf denQuadratmeter in 5 Minuten oder mehr als 17 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde gefallen sind.[12][13] Starkregenereignisse können jedoch wesentlich heftiger ausfallen. Ereignisse beiGewittern, bei denen in 30 Minuten 30 Liter auf den Quadratmeter fallen, sind in Mitteleuropa relativ selten, können aber unter Umständen bereits durchÜberschwemmungen zu überfluteten Kellern führen. Je stärker und länger anhaltend diese Ereignisse sind, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens. Kurze, aber heftige Niederschläge sind wahrscheinlicher als langanhaltende kräftige Niederschläge, die in wenigen Tagen in Mitteleuropa bis zu 200 mm Niederschlag bringen können. Länger anhaltender Starkregen fällt in Europa insbesondere beiVb-Wetterlagen (sprich „5 b“).

Beispiele

  • Am 26. November 1970 fielen 38 Liter Regen pro Quadratmeter in einer Minute aufBasse-Terre, einem Inselteil vonGuadeloupe.[14]
  • Am 11. Juni 2018 fielen inLausanne 41 l/m² in zehn Minuten.[15]
  • Am 6. Juni 2011 fielen in einigen Stadtteilen Hamburgs 80 Liter Niederschlag pro Quadratmeter innerhalb von 45 Minuten.
  • Am 3. Juli 1975 fielen in Shangdi in der ProvinzInnere Mongolei in China 401 Liter auf den Quadratmeter in einer Stunde.
  • Am 28. August 1997 fielen inLocarno-Monti 91,2 l/m² in einer Stunde.[15]
  • Am 26. August 2022 fielen im Bereich des Berliner Flughafens (BER) innerhalb einer Stunde 52 Liter Regen pro Quadratmeter.[16]
  • Am 28. Juli 2014 hat es inMünster 292 l/m² innerhalb von sieben Stunden geregnet.[17][18]
  • Im Juli 2021 verursachte das Tief „Bernd“ Starkregen an vielen Orten und dann großflächigen Starkregen. Am 14. Juli gab es zwischen der Kölner Bucht und der Eifel einen Jahrhundertregen.[19] Über 100 Liter Regen pro Quadratmeter fielen innerhalb von 24 Stunden auf den vielerorts durchnässten Boden. In Deutschlandstarben 184 Menschen, 133 davon imLandkreis Ahrweiler, als Flutwellen der Ahr und einiger ihrer Nebenflüsse Orte imAhrtal stark beschädigten.

DerDeutsche Wetterdienst (DWD) weist in seinen Wetterbilanzen seit 2001 Starkregen als eigene Kategorie aus.[20]

Gefährdung von Wohngebäuden
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DerGesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) weist nach seinem gemeinsam mit dem DWD durchgeführten und Ende 2019 veröffentlichtenForschungsprojekt Starkregen[21] drei „Starkregengefährdungsklassen“ (SGK) für Gebäude aus;[22] dabei wurden die 50 einwohnerstärksten Städte Deutschlands betrachtet: Hernach liegen inWuppertal die meisten Gebäude in entsprechend gefährdeten Gebieten, nämlich jedes siebte Haus;Freiburg im Breisgau landet hier auf Platz 2,Chemnitz auf 3.

Deutschlandweit liegen hier knapp 12 % aller Adressen in der SGK 3, etwa 66 % in der SGK 2 und fast 23 % in der SGK 1. InThüringen sind fast 25 % der Gebäude in die SGK 3 eingeordnet; damit liegt derFreistaat im Ranking derdeutschen Bundesländer auf Platz 1 vorSachsen undRheinland-Pfalz,Schleswig-Holstein undMecklenburg-Vorpommern liegen hier am Ende der Tabelle.

Siehe auch:Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen

(ZÜRS Geo)

Starkregen der Klimazonen
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In den Tropen ist die Neigung zu Starkregen sehr hoch, insbesondere während derRegenzeit in derinnertropischen Konvergenzzone. Auchtropische Wirbelstürme führen zu hohen Niederschlagsmengen, vor allem über dem Meer und an den Küsten. In vegetationsarmen Gebieten derwechselfeuchten Tropen undtrockenenSubtropen können durch Starkregen („Ruckregen“) katastrophale, stark abtragendeSchichtfluten ausgelöst werden(siehe auchWadi). In Europa sind vor allem Staulagen in Mittel- und Hochgebirgen betroffen. In küstennahenSeeklimaten der gemäßigten Zone treten Starkregenereignisse seltener auf.

Die seit 1998 bekanntenatmosphärischen Flüsse[23] können große Wassermengen in nicht-tropische Küstengebiete der Ozeane verlagern und dort extreme Starkregen erzeugen, wie sie beispielsweise imArkstorm-Szenario desUnited States Geological Survey verarbeitet werden.[24]

Starkregen und Klimawandel
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Im Zusammenhang mit der weltweitenglobalen Erwärmung durch die anthropogene Zunahme vonTreibhausgasen in der Atmosphäre wird auch eine mögliche Zunahme von Starkregenereignissen diskutiert. Dabei zeigte sich 2011 in einer Studie desGesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), dass es regionale Unterschiede gibt. So ist im Süden Deutschlands eine Zunahme zu beobachten, während die Zahl der Ereignisse in Norddeutschland rückläufig ist.[25] 2016 wurde bestätigt, dass mit steigenderCO2-Konzentration in der Atmosphäre die Starkniederschläge zunehmen.[26]

Platzregen

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Platzregen beleuchtet durch die Abendsonne
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geht etymologisch eigentlich auf das dabei entstehende Geräusch zurück, siehe auch imzugehörigen DWDS-Eintrag

Platzregen bezeichnet einen Regen, der sich zeitlich und räumlich nur auf einem kleinen Gebiet abregnet. Er dauert meistens nur wenige Minuten und betrifft oft weniger als einen Quadratkilometer. Das Gebiet ist dabei durch seine Topografie nicht besonders prädestiniert für Regen, so dass es in der Regel weder vorhersehbar noch im Nachhinein erklärbar ist, warum sich diese einzelne Wolke ausgerechnet hier und jetzt abregnet, eine benachbarte Wolke aber nicht. Typische Wetterlagen, die das Auftreten vonPlatzregen befördern, sind die Rückseiten von langsam durchziehenden Kaltfronten, die noch von der Warmfront übriggebliebene Wolkenreste zum Abregnen bringen. Ebenso können starke Vertikalbewegungen der Luft zum Abregnen von an sich stabilen Wolken führen.Platzregen können sehr heftig sein(Starkregen) und sind dann schwer vomSchauer abzugrenzen. Im Gegensatz zu den verschiedenen Arten des Schauers ist derPlatzregen aber nicht frühzeitig an seiner Wolkenentwicklung erkennbar. Je nach regionaler Gepflogenheit wird umgangssprachlich nicht zwischen Schauer undPlatzregen unterschieden. Trotzdem werdenPlatzregen auch mit Formulierungen wie „heiter bis wolkig mit möglicher lokaler Schauertätigkeit“ oder „örtliche Schauerneigung“ angekündigt. BeiWettervorhersagen gibt es ein Symbol für Schauer und eines für Regen.

Sprühregen

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Sprühregen oderNieselregen wird nach seiner Form definiert. Er kommt in derAntarktis,[27] den Tropen, Subtropen und gemäßigten Breiten vor und kann, abhängig vom Hauptereignis, Stunden bis Tage dauern. Sprühregen besteht aus kleinenTröpfchen, die üblicherweise ausStratuswolken fallen.[28] Die Tröpfchen haben einen Durchmesser, der kleiner als 0,5 Millimeter ist. Die Sicht ist bei Sprühregen oft eingeschränkt. Sprühregenschauer kommen nur über der See vor, fallen ausStratocumuluswolken und werden auch als Miniaturschauer bezeichnet. Bei einer Niederschlagsintensität von bis zu 0,2 Millimeter je Stunde spricht man von einemleichten, bei 0,2 bis 0,5 Millimeter je Stunde von einemmäßigen und bei über 0,5 Millimeter je Stunde von einemstarken Sprühregen. InÖsterreich, insbesondere imSalzkammergut, wird ein wegen der Nordstaulage meist länger anhaltenderNieselregen auchSchnürlregen genannt.

Unterkühlter Regen (Klareis)

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Eiskruste um das Geäst eines Strauches nach Eisregen

Unterkühlter Regen (allgemeinEisregen undBlitzeis, wie das Folgende) besteht ausunterkühlten Regentropfen, die wesentlich kälter als 0 °C sind, in flüssigem Zustand fallen und die beim Auftreffen sofort gefrieren (Klareis oderGlatteis im engeren Sinne,Glaze).[29] Er wird nach seiner Form und Wirkung am Boden definiert und kann am ehesten in denSubpolargebieten, im Winter auch in den gemäßigten Breiten, vorkommen.[30]

Unterkühlte Tropfen entstehen, wenn saubere Regentropfen durch kalte und sehr reine Luftschichten fallen, wobei sie sich bis weit unter 0 °C abkühlen, jedoch mangelsKristallisationskeimen flüssig bleiben. Trifft so ein unterkühlter Regentropfen auf ein festes Hindernis, nutzt er dies als Kristallisationskeim und gefriert schlagartig, so dass beregnete Gegenstände schon nach kurzer Zeit von einem bis zu mehrere Zentimeter starken kompakten Eispanzer bedeckt sind.[31]

Auf Fahrbahnen führt Eisregen wie gefrierender Regen zu gefährlicherStraßenglätte, auf der selbst Autos mitWinterreifen kaum Halt finden. Gelegentlich kommt es nach Eisregen zum Bruch vonFreileitungsmasten, wenn diese dem zusätzlichen Gewicht des Eispanzers auf den Leiterseilen nicht mehr standhalten.

Treffen einige der unterkühlten Regentropfen bereits in der Luft auf Kristallisationskeime (zum Beispiel Staubkörner), ist der Eisregen mit Eiskörnern durchsetzt.

Im Gegensatz zu Eis- oder gefrierendem Regen stehen bereits gefrorene Niederschläge wieHagel,Graupel und Griesel oderSchnee. Diese entstehen bereits in den Wolken und fallen als fester Niederschlag zu Boden.

Gefrierender Regen (Raueis)

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Gefrierender Regen (allgemeinEisregen undBlitzeis, wie das Vorhergehende) hat seinen Namen nach der Wirkung am Boden, es entsteht beim Auftreffen auf dem Boden dann plötzlichesRaueis.[32]

Solche Ereignisse kommen primär in den gemäßigten Breiten und Subpolargebieten vor und können einige Minuten bis wenige Stunden dauern. In den Tropen und Subtropen kann gefrierender Regen nur im Gebirge auftreten. Gefrierender Regen hat eine Temperatur von über 0 °C, ist also nicht unterkühlt, und gefriert erst nach dem Auftreffen auf eine wesentlich kältere Oberfläche. Diese bildet oft ein nicht durch eineSchneedecke isolierter Boden, der über einen längeren Zeitraum hinweg bei starkemFrost bis in tiefe Lagen ausgekühlt ist. „Gefrierender Regen“ und „Eisregen“ werden oft fälschlich für bedeutungsgleich gehalten.[33] Massives Glatteis auf Fahrbahnen ist in den gemäßigten Breiten oft durch gefrierenden Regen verursacht[34] (weitaus häufiger aber durchüberfrierende Luftfeuchtigkeit oder Nebel). Gefährlich ist gefrierender Regen auch für Flugzeuge, da die Eisschicht das Flugzeug schwerer macht (und dadurch den Verbrauch des vor dem Start wohlkalkulierten Treibstoffs und dasLandegewicht erhöht) und dasTragflächenprofil verändert, was denAuftrieb der Flügel vermindert (sieheFlugzeugenteisung).

Warmer Regen

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Warmer Regen ist nach seiner Wirkung am Boden (gefühlte Temperatur durch den Beobachter) definiert. Er entsteht, wenn tief liegende, warme und feuchte Luftmassen nur gering angehoben werden müssen, um ihre Sättigung zu erreichen, und sich dabei fast nicht abkühlen. Dieses Phänomen kann am ehesten in den Tropen und Subtropen, in den Sommermonaten fallweise auch in gemäßigten Breiten beobachtet werden. Warmer Regen tritt in gemäßigten Breiten meist bei Front- oder Steigungsregen auf. In den Tropen hingegen kann er sich auch unabhängig davon bilden, wenn warme, bodennahe und feuchte Luftmassen durch geringe lokale Strömungen (oder Konvektion) erneut angehoben werden.

Ein wärmeres Klima soll demzufolge mehr warmen Regen nach sich ziehen, das begünstigt extremere Wetterereignisse. Laut einer Studie entfallen momentan rund 31 Prozent des gesamten globalen Niederschlags auf warmen Regen, in den Tropen sogar 72 Prozent.[35][36]

Lokale Formen

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Lokale Formen sind Regenereignisse bzw. Regenformen, die an ganz bestimmte Gebiete der Erde gebunden sind.

Tropenregen

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Allgemein versteht man unter einemTropenregen einen oft lange anhaltenden warmen Regen mit mäßiger Intensität, der in den Tropen oder Subtropen vorkommt. Er kann durch unterschiedliche Prozesse gebildet werden, als Hauptursachen gelten jedochZenitalregen derITC und Steigungs- oder Konvektionsprozesse in dersekundären ITC, in manchen Fällen auch Ausläufer vontropischer Wirbelstürmen.Alexander von Humboldt beschrieb Tropenregen als Konvektionsregen, der nur innerhalb der Wendekreise vorkommt.[37] Seiner und der allgemeinen[38] Definition zufolge befinden sich tropische Regenwälder im Gebiet des Tropenregens. In der Literatur wird aber warmer Regen teilweise mit Tropenregen gleichgesetzt.

Monsunregen

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Monsunregen wird durch denMonsun hervorgerufen und kommt vor allem im Raum desIndischen Ozeans (Indien,Bangladesch, Ost-Australien,Ostafrika, dasDhofar auf derArabischen Halbinsel) vor.[39] Die Bezeichnung Tropenregen wird oft auch für monsunartigen Regen verwendet. Laut Definition handelt es sich bei Monsunregen um ein langfristiges Ereignis, das nach seiner Entstehungsform am ehesten dem Stauregen zuzuordnen ist. Monsunregen fällt über eine Periode von mehreren Wochen. Dabei sind mehrere abgesetzte und wenige Stunden dauernde, intensive Regenereignisse am Tag typisch.[40] Er kann jedoch als leichter Dauerregen auftreten (sieheRegionale Monsunphänomene).

Zusammensetzung

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Hauptbestandteil von Regen istWasser in flüssiger Form. Das Wasser kann eine Temperatur zwischen −40 °C (unterkühlt, aber nicht gefroren) und über 20 °C haben. Daneben kann der Regen je nach Entstehungsort weitere chemische Elemente und Verbindungen enthalten. Die Anreicherung des Regens mit zusätzlichen Stoffen reinigt die Luft, kann aber für das Regenwasser die Verunreinigung mit unerwünschten Substanzen mit sich bringen.

Die im Regen enthaltenen Stoffe können sowohl natürlichen Ursprungs als auchanthropogen, das heißt vom Menschen verursacht, sein.

Mit aufgewirbelterGischt gelangenNa+,Cl,Mg2+ undK+ als Seesalz-Aerosol in die Atmosphäre. Im Regenwasser nehmen die Konzentrationen dieserIonen landeinwärts ab. Dagegen stammenCa2+,NH4+,HCO3 undNO3 im Niederschlag überwiegend aus dem über Landoberflächen fortgewehten Staub.[4] Aufgrund des gelöstenKohlenstoffdioxids hat unbelastetes Regenwasser einenpH-Wert von 5,6. In erster Linie natürlichen Ursprungs sind auch die im Regenwasser enthaltenen Spuren von Sauerstoff, Stickstoff, Ozon,Pollen und einigen organischen Verbindungen, z. B.Ameisensäure.

Durch den Menschen gelangen weitereEmissionen in die Atmosphäre, wie etwa Staub, Rauch und Verbrennungsabgase aus Industrie, Verkehr undHausbrand. Sie können direkt oder in Form ihrer Umwandlungsprodukte die Zusammensetzung des Regenwassers beeinflussen. Konkret wurden z. B. die weit verbreitetenper- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) weltweit im Regen nachgewiesen, so dass von einer ungereinigten Verwendung alsTrinkwasser abgeraten wird.[41][42] Auch radioaktive Emissionen in Form von Partikeln und Gas können mit dem Wind verfrachtet und Tage später mit Regen aus der Luft gewaschen und niedergeschlagen werden, z. B. nach derNuklearkatastrophe von Tschernobyl 1986 in Teilen Europas.

Saurer Regen

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In den überwiegend von Menschen verursachten Emissionen kommen auch Stoffe vor, die mit Wasser eine neue Verbindung eingehen können und Regen zu einer leicht sauren Lösung machen.Schwefeloxide (SO2) bilden mit WasserSchweflige Säure (H2SO3),Stickoxide (NO2) bildenSalpetersäure (HNO3). Bekannt ist dieses Phänomen alssaurer Regen, es kann in der Regel zu etwa zwei Dritteln auf die Verunreinigung mit Schwefliger Säure und zu einem Drittel auf den Gehalt an Salpetersäure zurückgeführt werden.[4] In Mitteleuropa ging die Intensität des sauren Regens seit den frühen 1980er Jahren zurück. An den Messstationen des deutschen Umweltbundesamts stieg der pH-Wert des gesammelten Regenwassers zwischen 1982 und 2014 von 4,1–4,6 wieder auf 5,1–5,2 an.[43]

Basischer Regen

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Als basischen Regen bezeichnet man Niederschlag, dessen pH-Wert höher ist als der pH-Wert, der sich in reinem Wasser durch den natürlichen Kohlenstoffdioxid-Gehalt der Erdatmosphäre einstellt (pH = 5,6). Basischer Regen ist örtlich sowie zeitlich begrenzt und stellt das Gegenstück zu saurem Regen dar. Ursache für basischen Regen ist zumeist die Emission von größeren MengenAlkalienstaub in die Atmosphäre. Diese kann z. B. verursacht werden durch:

Blutregen

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Hauptartikel:Blutregen

Blutregen ist Regen in Mitteleuropa, der durchSaharastaub verunreinigt ist.

Fallgeschwindigkeit

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Zeitlupenaufnahme von Wassertropfen, die ähnlich wie Regen aus etwa 3 m Höhe auf eine flache Wasserlache treffen. Das Wasser ist zur besseren Erkennbarkeit eingefärbt.

Der kondensierende Wasserdampf bildet zunächst feinste Tröpfchen, die mit zunehmender Größe immer schwerer werden. Je nach seiner Größe hat ein Regentropfen eine unterschiedlich große Sinkgeschwindigkeit in Luft. In Wolken gibt es Zonen mit aufsteigenden (Aufwind) oder fallenden (Abwind) Luftströmungen. Ein Regentropfen fällt erst zur Erdoberfläche, wenn die Geschwindigkeit der aufsteigenden Luftströmung kleiner als seine Sinkgeschwindigkeit ist. Seine Auftreffgeschwindigkeit auf der Erdoberfläche hängt von seiner Sinkgeschwindigkeit und von der Luftströmung ab, in der er sich befindet. Einen starken Platzregen gibt es in einer fallenden Luftströmung.

DasGesetz von Stokes kann für kleine Tropfen bis 1 mm mit guter Näherung verwendet werden. Die Sinkgeschwindigkeit eines Tropfens mit einem Durchmesser von 1 mm beträgt ca. 6 m/s.[2] Größere Tropfen verändern ihre Form aufgrund des Luftwiderstands und werden flachgedrückt, sie fallen turbulent. In diesem Fall ist derStrömungswiderstandskoeffizient (cw-Wert) geschwindigkeitsabhängig. Er verändert sich permanent während derBeschleunigung. DerLuftwiderstand der Tropfen nimmt mit demQuadrat derFallgeschwindigkeit so lange zu, bis die Gewichts- und Widerstandskräfte gleich groß geworden sind, dann fällt der Regentropfen mit (fast) konstanter Geschwindigkeit.

Tropfenform

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Teilung der Tropfen ab 5 mm Größe

Tropfen bis etwa 1 mm Durchmesser behalten ihre sphärische Form (Kugel), dann beginnen sie sich allerdings durch die Luftgeschwindigkeit im Fallen immer stärker zu verformen. Dadurch nimmt ebenfalls der Luftwiderstand weiter zu, und die Fallgeschwindigkeit bleibt nahezu konstant. Die Tropfengröße ist variabel (A), der größte bisher fotografierte Tropfen hatte einen Durchmesser von 9 mm, in der Regel jedoch zerplatzen Tropfen bereits ab 6 mm zu kleineren. DieTropfenform ist anfangs kugelförmig (B), mit zunehmender Größe und dadurch resultierender Fallgeschwindigkeit verändert sie sich zu einemkugelschalenförmigen (fallschirmartigen, bzw.hamburgerförmigen) Körper (C).[44][45] Diese Form kann so lange beibehalten werden (D), bis derDruck (hervorgerufen durch denLuftwiderstand) an der Innenseite (das ist die der Fallrichtung zugewandte Seite) so groß wird, dass er dieOberflächenspannung des Wassers überwindet (E). Die maximal erreichbare Größe eines Tropfens ist somit auch von der Zusammensetzung und Temperatur des ihn bildenden Wassers abhängig.

Berechnung

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DasKräftegleichgewicht von Gewichtskraft und Reibung bei konstanter Fallgeschwindigkeit bildet den Ansatz für die Berechnung mittels Cw-Wert, oder mittels Gesetz von Stokes. Zur Vereinfachung werden keineVorzeichen oder Vektoren verwendet, die Fallrichtung ist immer in Richtung Erde und der Luftwiderstand wirkt entgegen. Zusätzliche Einflüsse wie Luftströmungen (Auftrieb), Temperatur, Oberflächenspannung des Tropfens (Materialbeschaffenheit) oder veränderliche Form des Tropfens werden hier nicht berücksichtigt.

Kräftegleichgewicht, Ansatz für folgende Betrachtungen:

Gewichtskraft=ReibungskraftFg=Fr{\displaystyle {\begin{matrix}{\text{Gewichtskraft}}&=&{\text{Reibungskraft}}\\F_{\mathrm {g} }&=&F_{\mathrm {r} }\\\end{matrix}}}
Auftreffender Regentropfen
FossileRegentropfeneinschlagkrater imSedimentgestein

FolgendeGrößen werden dabei verwendet:

FormelzeichenBeschreibungSI-EinheitStandardwerte
Fr{\displaystyle F_{\mathrm {r} }}ReibungskraftN
Fg{\displaystyle F_{\mathrm {g} }}GewichtskraftN
g{\displaystyle g}Erdbeschleunigungm/s²(9,81 m/s²)
cw{\displaystyle c_{\mathrm {w} }}Strömungswiderstandskoeffizient des Tropfens(≈0,35 bis 1,3, geschwindigkeitsabhängig)
AT{\displaystyle A_{\mathrm {T} }}Kreisfläche des Tropfens alsStirnfläche
mT{\displaystyle m_{\mathrm {T} }}Masse des Tropfenskg
ρL{\displaystyle \rho _{\mathrm {L} }}Dichte der Luftkg/m³(≈1,3 kg/m³)
ρT{\displaystyle \rho _{\mathrm {T} }}Dichte des Tropfens (Wassers)kg/m³(≈990 kg/m³)
vT{\displaystyle v_{\mathrm {T} }}Geschwindigkeit des Tropfensm/s
r{\displaystyle r}Radius des Tropfenm(0,0001 bis 0,003 m)
ηL{\displaystyle \eta _{\mathrm {L} }}Viskosität derLuftPa·s(≈17,1 µPa·s)

Die Fallgeschwindigkeit von Partikeln bis ≈1 Millimeter nach dem Gesetz von Stokes ergibt sich aus folgender Kräftegleichung:

6πηLrvT=(ρTρL)g43πr3{\displaystyle 6\cdot \pi \cdot \eta _{\mathrm {L} }\cdot r\cdot v_{\mathrm {T} }=(\rho _{\mathrm {T} }-\rho _{\mathrm {L} })\cdot g\cdot {\frac {4}{3}}\cdot \pi \cdot r^{3}}

WennρLρT{\displaystyle \rho _{\mathrm {L} }\ll \rho _{\mathrm {T} }}, dann folgt für die Geschwindigkeit:

vT=29ρTgηLr2{\displaystyle v_{\mathrm {T} }={\frac {2}{9}}\cdot {\frac {\rho _{\mathrm {T} }\cdot g}{\eta _{\mathrm {L} }}}\cdot r^{2}}

FürρT=1000kg/m3,g=9,8m/s,ηL=17106Pas{\displaystyle \rho _{\mathrm {T} }=1000\,\mathrm {kg/m^{3}} ,\;g=9{,}8\,\mathrm {m/s} ,\;\eta _{\mathrm {L} }=17\cdot 10^{-6}\,\mathrm {Pa\cdot s} } und2r=d=0,1mm{\displaystyle 2r=d=0{,}1\,\mathrm {mm} } erhält man eine Geschwindigkeit von0,32m/s{\displaystyle 0{,}32\,\mathrm {m/s} }. DieReynolds-Zahl ist dann mit

Re=ρvdη=2,4{\displaystyle {\mathit {Re}}={\frac {\rho \,v\,d}{\eta }}=2{,}4}

eigentlich schon zu groß für die Gültigkeit der Stokesschen Gleichung. Mit dieser Formel lassen sich also eher Sinkgeschwindigkeiten vonAerosolen berechnen.

Für die Fallgeschwindigkeit von Tropfen zwischen ≈0,1 Millimeter bis 3 Millimeter muss die Kräftegleichung angepasst werden. Je nach Gewicht und Tropfenform – die ja selbst wieder geschwindigkeitsabhängig ist – variiert der Cw-Wert hier zwischen 0,35 (Kugel) bis 1,3 (fallschirmartig oder offene Halbkugel), aus:

mTg=cwATρL2v2mitAT=πr2{\displaystyle m_{\mathrm {T} }\cdot g=c_{\mathrm {w} }\cdot A_{\mathrm {T} }\cdot {\frac {\rho _{\mathrm {L} }}{2}}\cdot {v}^{2}\quad {\text{mit}}\quad A_{\mathrm {T} }=\pi \cdot r^{2}} (umströmte Querschnittsfläche einer Halbkugel)

folgt für die Geschwindigkeit:

v=8rgρT3cwρL{\displaystyle v={\sqrt {\frac {8\cdot r\cdot g\cdot \rho _{\mathrm {T} }}{3\cdot c_{\mathrm {w} }\cdot \rho _{\mathrm {L} }}}}}

Als grobe Abschätzung empfiehlt sich folgende Formel: Fallgeschwindigkeit inm/s ≈ 6 · Tropfendurchmesser in Millimeter (nur in einem Bereich von 0,5 bis max. 1,5 mm Tropfengröße annähernd richtig). Ein Tropfen der Größe 1 mm fällt mit einer Geschwindigkeit von etwa 6 m/s ≈ 20 km/h.

Wirkung

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Durch Starkregen zerstörter Schotterweg imGroßen Höllental
Leichter Dauerregen (Niederlande)

Regen ist die häufigste Form von Niederschlag und trägt dazu bei, denWasserkreislauf zu schließen, der für das Leben auf der Erde ein entscheidender Faktor ist. Langfristig tragen die durch Regen gespeisten Bäche und Flüsse ganze Gebirge ab. Bei entsprechenden geologischen Verhältnissen können Schluchten undCanyons entstehen. Regen reinigt die Luft und wäscht Staub,Pollen und sonstige Partikel aus. Er löst weiterhinSauerstoff,Stickstoff,Kohlensäure,Schwefelsäure undSalpetersäure aus der Luft. Die gelösten Stoffe führen zu einer erhöhten Erosion und derVerwitterung von Gestein und Boden, sowie zu einer erhöhtenRegenerosion bei Gebäuden, Maschinen und Anlagen (zum Beispiel an Flugzeugflügeln). Regen löst außerdem Mineralien aus Gestein und Boden, die als Nährstoff für Pflanzen sowie andere Lebensformen dienen. Treffen Regentropfen auffeinkörnigeLockersedimente, bilden sich kleinegeomorphologische Strukturen, die sogenanntenRegentropfeneinschlagkrater, die ebenfalls zur Spritzerosion beitragen.

Übermäßiger Regen kann langfristig zu einer Veränderung des lokalen Klimas (Mikroklima undMesoklima), und damit auch zu einer Veränderung vonFauna undFlora führen. Ebenso kann dadurch eineAbspülung (Denudation), beziehungsweise flächenhafte Erosion oderVernässung des Bodens erfolgen. Kurzfristiger übermäßiger Regen kann lokal zu Sturzbächen und Überflutungen führen. Bei Hanglagen und im Gebirge kann er Hang- oder Erdrutsche und Gerölllawinen hervorrufen.

Ausbleibender Regen führt langfristig zuDürre und somit zu einer Veränderung des lokalen Klimas, was ebenso Veränderungen bei Fauna und Flora hervorrufen kann. Dieser Prozess fördert dieDesertifikation. Durch die verringerteRegenerosion bleiben aber Bauwerke, Anlagen und Maschinen unter Umständen länger erhalten; diePyramiden von Gizeh sind ein Beispiel für geringe Erosion über Jahrtausende. Kurzfristig ausbleibender Regen (Austrocknung) verändert das lokale Klima nicht und stellt somit keine Bedrohung für Fauna und Flora dar.

Forschungsgeschichte

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Diemeteorologische Forschung im 18. Jahrhundert widmete sich der Fragestellung, wie und warum sichWolken in derAtmosphäre bilden und wie der Regen entsteht. Die Kontroverse ergab sich, nachdem der Schweizer NaturforscherJean-André Deluc entdeckt hatte, dass die Luft in höheren Atmosphärenschichten einen geringeren Wasseranteil aufweist, als zur Hervorbringung von Niederschlägen notwendig wäre. Zur Erklärung dieser frappierenden Trockenheit wurden zwei konkurrierende Erklärungsansätze entwickelt: die sogenannte Auflösungstheorie vonJames Hutton und die auf der hypothetischen SubstanzPhlogiston basierende Transformationstheorie. Die auf Phlogiston basierende Theorie besagte, dass sich das Wasser mit einer noch unbekannten Substanz – einer Art von Fluidum – zu einem luftähnlichen Stoff verbindet. Die Auflösungstheorie hingegen vertrat den Standpunkt, dass das Wasser in der höheren Atmosphäre in seine Bestandteile zerfalle.[46] Letztlich erwiesen sich beide Ansätze als falsch. Die Abhängigkeit des Taupunkts von Temperatur und Druck hatten damals beide Seiten noch nicht korrekt verstanden. Die Phlogiston-Theorie favorisierten beispielsweise Deluc selbst sowie dessen Freund, der berühmteGöttinger Professor fürExperimentalphysikGeorg Christoph Lichtenberg.[47] Ihnen widersprach der NaturforscherJohann Dietrich Zylius.

Kulturgeschichte

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Hydraulische Gesellschaften

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Karl August Wittfogel These von derHydraulischen Gesellschaft prägte lange die Vorstellung von Gesellschaften, bei denen die Verteilung und Regulierung der Wasservorkommen und seltener Regenfälle zentral war. Zentral war diesen Gesellschaften ein Staatskult (mit einer mächtigen Beamten- und Priesterschaft) und zentralisierte typische Herrschaftsformen eines „Hydraulischen Despotismus“.

Er nannte dabei die im Altertum das chinesische Kaisertum zur Zähmung des Huang Hes, die im Punjab am Indus früh erscheinende Hochkultur, die Regulierung des Euphrat und Tigris in Mesopotamien (vgl. Babylonisches Reich), das ägyptische Pharaonentum am mittleren und unteren Nil und – mit Abstrichen – das Aztekenreich in Mexiko (vgl. Tenochtitlán) bzw. Inkareich in Peru vor ihrer Zerstörung durch den spanischen Imperialismus. Technische Kenntnisse, in der Wasserbewirtschaftung wie im Bereich derAstronomie (bzw.Astrologie) spielten dabei eine zentrale Rolle.[48]

Inaltorientalischen Regionen und Epochen wurden Gewitter und Sturm alsnuminose Gewalt empfunden, mit wichtigen Unterschieden in der jeweiligen Mythologie. So spielte derWettergott im vomBewässerungsfeldbau geprägten Babylonien weniger eine Rolle als Regenspender, sondern stärker als Herr der Stürme. In den stärker vomRegenfeldbau geprägten Gebieten des Alten Orients, also in Obermesopotamien, Syrien, Anatolien und auch in Assyrien, nahm er eine bedeutendere Stellung unter den großen Gottheiten ein als in Babylonien.

InChina war der RegenSymbol fürFruchtbarkeit undZeugung. Nach alten mythologischen Vorstellungen erzeugte ihn derDrache mit Hilfe von Bällen. UnterWolken-und-Regen-Spiel verstand man damals in China auch diegeschlechtliche Vereinigung von Mann und Frau.

Regenmacher und Hagelabwehr

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Regenmacher, Kaktusrohr, ca. 75 cm lang, 5 cm Durchmesser

Der Beginn der modernen Wetterkunde wird auf den Bau des ersten Thermometers durchGalileo Galilei um 1600 datiert.[49] Zuvor versuchte man dem erhofften Niederschlag auch durchmagische Praktiken nachzuhelfen; ein Beispiel dafür sind dieRegentänze verschiedenerafrikanischer undindigener Völker. DerRegenmacher ist ein in Chile solchen Praktiken entstammendes Musikinstrument. Scherzhaft wird die seit dem letzten Jahrhundert beschriebenetechnische Regenerzeugung durch mitHagelfliegern verbreitetesSilberjodid auch so genannt. Bei den Olympischen Sommerspielen in Peking 2008 wurde Silberiodid mit Hilfe von Raketen in Regenwolken eingebracht, um diese an der Störung der Eröffnungsfeierlichkeiten zu hindern. In Deutschland wird die Regenerzeugung im Landkreis Rosenheim[50] und in Österreich in der Süd-, West- und Ost-Steiermark regulär zur Hagelabwehr verwendet.[50] In Thailand spielt die auf eine Initiative von König Bhumibol zurückgehende Erzeugung vonFon luang (Thai:ฝนหลวง,königlicher Regen) eine zentrale Rolle im Verhältnis zur dortigen Monarchie.

Volkskundliche Aspekte

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Doppelregenbogen in Alaska

In Deutschland istMünster für sein häufig regnerisches Wetter bekannt. Obwohl die Niederschläge im Jahresmittel nicht aus der Reihe fallen, gilt als sprichwörtlich „In Münster regnet’s, oder es läuten die Glocken, und wenn beides ist, ist Sonntag“.[51] Darüber hinaus wird mitmeimeln im lokalen DialektMasematte ein flüchtiger leichter Dauerregen bezeichnet. Im niederbayrischenRegen wird gegenüber dem lokalen RivalenZwiesel gern angeführt: „In Zwiesel konns reign, aba in Reign konns nit zwieseln.“ Sprichwörtlich wird überregional „Auf Regen folgt Sonnenschein“ verwendet. Im Mittelalter hielt sich die Theorie, dassBlattläuse im Sommer durch Regen, den sogenanntenNeffenregen, gehäuft Nutzpflanzen befielen.

InÖsterreich ist insbesondereSalzburg und das angrenzendeSalzkammergut für seinen lang anhaltendenSchnürlregen bekannt.

Im insbesondere katholischen Christentum gilt derHeilige Georg als einer derVierzehn Nothelfer und ist unter anderem für gutesWetter zuständig, die Tradition derGeorgiritte geht unter anderem darauf zurück. Eine zentrale Rolle als Hoffnungssymbol und besondere Naturerscheinung spielt in vielen Kulturen derRegenbogen, im Christentum als zentrale Verheißung Gottes, dieSintflut nicht zu wiederholen und den Bund mit den Menschen zu erneuern.

Siehe auch

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Literatur

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  • Cynthia Barnett:Rain. A natural and cultural history. Crown Publications, New York 2015,ISBN 978-0-8041-3709-6.
  • Wolfgang Kühr:Der Privatflugzeugführer, Teil 2: Grundlagen der Flugwetterkunde. Luftfahrtverlag Schiffmann, Bergisch Gladbach 1991,ISBN 3-921270-08-1.
  • Gösta H. Liljequist, Konrad Cehak:Allgemeine Meteorologie. Vieweg, Braunschweig 1984 (3. überarb. Aufl.),ISBN 3-528-23555-1.
  • Klaus Lüders, Gebhard von Oppen:Lehrbuch der Experimentalphysik, Bd. 1: Mechanik, Relativität, Wärme. De Gruyter, Berlin 2008 (12. überarb. Aufl.),ISBN 3-11-016837-5.
  • Wilhelm Raith (Hrsg.):Lehrbuch der Experimentalphysik, Bd. 7: Erde und Planeten. De Gruyter, Berlin 2001 (2. aktual. Aufl.),ISBN 3-11-016837-5.
  • Dieter Walch:So funktioniert das Wetter. blv, München 2000 (2. Aufl.),ISBN 3-405-15945-8.
  • Berthold Wiedersich (Hrsg.):Taschenatlas Wetter. Klett-Perthes, Gotha 2003,ISBN 3-623-00021-3.

Weblinks

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Commons: Regen – Sammlung von Bildern
Commons: Tonaufnahmen von Regen
Wiktionary: Regen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Konvektionsregen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikiquote: Regen – Zitate

Einzelnachweise

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  1. Bergmann Schaefer:Lehrbuch der Experimentalphysik: Erde und Planeten, Bd. 7, 2. Auflage, Walter de Gruyter, 2001, Seite 191.
  2. abWolfram Mauser:Internetvorlesung: Einführung in die Hydrologie – Niederschlag. (Memento vom 28. Oktober 2011 imInternet Archive)Ludwig-Maximilians-Universität München, 10. November 2008.
  3. Bergmann Schaefer:Lehrbuch der Experimentalphysik: Erde und Planeten. Bd. 7. 2. Auflage. Walter de Gruyter, 2001. Seite 192.
  4. abcR. C. Ward, M. Robinson:Principles of Hydrology, 3. Auflage, McGraw-Hill Book Company, London 1989,ISBN 0-07-707204-9.
  5. Paul Koppe, Alfred Stozek:Kommunales Abwasser. 4. Auflage. Vulkan-Verlag GmbH, Essen 1999.
  6. Monjo, R. (2016):Measure of rainfall time structure using the dimensionless n-index. Climate Research, 67: 71-86,doi:10.3354/cr01359.
  7. abJoachim Blüthgen, Wolfgang Weischet:Allgemeine Klimageographie. 3. Auflage. Walter de Gruyter, 1980.
  8. Strangeways, I. (2007). Precipitation Theory, Measurement and Distribution (290 p.). Cambridge: Cambridge University Press.
  9. Reinhard Joachim Süring, Julius von Hann:Leitfaden der Meteorologie: nach Hann-Sürings Lehrbuch der Meteorologie. Tauchnitz, 1927.
  10. scinexx:Eine kleine Regenkunde – Landregen. Springer-Verlag, Heidelberg 2004.
  11. Berlin (Deutschland, Bundesrepublik) (1994):DIN 4049-3, Oktober 1994. Hydrologie – Teil 3: Begriffe zur quantitativen Hydrologie, Beuth Verlag GmbH.
  12. Ernst Heyer:Witterung und Klima. 2. Auflage. Potsdam 1971, S. 186
  13. MeteoSchweiz:Starkregen, (Memento vom 25. Juni 2009 imInternet Archive) MeteoSchweiz, Basel 2009.
  14. WMO – World Meteorological Organization (1995): „Annual Report of the World Meteorological Organization 1994“,ISBN 92-63-10824-2.
  15. abRekorde und Extreme. Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie, abgerufen am 2. September 2024. 
  16. Überschwemmungen in Brandenburg – Berliner Feuerwehr im Ausnahmezustand. Abgerufen am 31. August 2022. 
  17. Vgl. Angaben derUnwetterzentrale. Die Rekordniederschläge führten zu starken Überschwemmungen im gesamten Stadtgebiet und im benachbartenGreven.
  18. Westfälische Nachrichten:Unwetter im Münsterland, Verkehrschaos durch Starkregen. (Memento vom 30. Juli 2014 imInternet Archive) In: wn.de
  19. dwd.de:Hydro-klimatologische Einordnung der Stark- und Dauerniederschläge in Teilen Deutschlands im Zusammenhang mit dem Tiefdruckgebiet „Bernd“ vom 12. bis 19. Juli 2021
  20. siehe auchdwd.de: Starkregen undPlädoyer für eine differenzierte Betrachtung der Entwicklung von Starkniederschlägen in Deutschland (11. Juli 2016)
  21. Forschungsprojekt Starkregen. Abgerufen am 27. März 2023. 
  22. Starkregen: Wuppertal hat die meisten hoch gefährdeten Häuser. Abgerufen am 27. März 2023. 
  23. Yong Zhu und Reginald E. Newell (1998)A proposed algorithm for moisture fluxes from atmospheric rivers. Monthly Weather Review, 126, 725–735. (englisch)
  24. Philip Bethge (4. Februar 2013)Unwetter – Meer aus Schlamm;Der Spiegel 6/2013
  25. Auswirkungen des Klimawandels auf die Schadensituation in der deutschen Versicherungswirtschaft (Memento vom 21. August 2017 imInternet Archive)
  26. Erich Fischer: Am Anfang war die Vorhersage. In: ETH Zürich. 8. November 2016, abgerufen am 2. Dezember 2020. 
  27. Daniel Lingenhöhl: Wetterphänomen: Warum nieselt es trotz Eiseskälte? In: Spektrum.de. 8. November 2019, abgerufen am 18. November 2019. 
  28. scinexx:Eine kleine Regenkunde – Nieselregen, Springer-Verlag, Heidelberg 2004.
  29. MeteoSchweiz:Eisregen (Memento vom 9. Mai 2009 imInternet Archive), MeteoSchweiz, Basel 2008 (Link nicht mehr verfügbar).
  30. Freezing Rain – supercooled droplets freezing on impact undCyclones and Fronts – the development of freezing rain, Einträge in University of Illinois:WW2010.
  31. Deutscher Wetterdienst:Eisregen (Memento vom 8. Dezember 2014 imInternet Archive), DWDWetterlexikon (abgerufen am 26. Mai 2019).
  32. Joachim Blüthgen, Wolfgang Weischet:Allgemeine Klimageographie. Band 2 von Wolfgang Weischet (Hrsg.):Lehrbuch der allgemeinen Geographie. De Gruyter, 1980,ISBN 978-3-11-006561-9, S. 283 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  33. Schulwetterbericht: Frost und Regen, eine gefährliche Mischung! In: schulwetter.com. 20. Januar 2015, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 20. Januar 2015; abgerufen am 24. April 2024. 
  34. Wetterlexikon: Gefrierender Regen, Wolfgang Winkelbauer, Wien 2009.
  35. scinexx:Mehr warmer Regen in einer wärmeren Welt. NASA/Goddard Space Flight Center, 2004.
  36. Springer:Mehr warmer Regen in einer wärmeren Welt, NASA/Goddard Space Flight Center, 2004.
  37. Wilhelm Constantin Wittwer:Alexander von Humboldt. Weigel, 1860.
  38. Deutscher Wetterdienst:Tropen, Wetterlexikon, DWD 2009.
  39. wetter.net:Wetterlexikon: Monsunregen, Q.met GmbH, Wiesbaden 2009.
  40. Wetterlexikon: Monsunregen, Wolfgang Winkelbauer, Wien 2009.
  41. Ian T. Cousins, Jana H. Johansson, Matthew E. Salter, Bo Sha, Martin Scheringer:Outside the Safe Operating Space of a New Planetary Boundary for Per- and Polyfluoroalkyl Substances (PFAS). In:Environmental Science & Technology. 2. August 2022,ISSN 0013-936X,S. acs.est.2c02765,doi:10.1021/acs.est.2c02765. 
  42. Belastet mit PFAS — Weltweit fallen mit dem Regen Chemikalien vom Himmel. In: srf.ch. 11. August 2022, abgerufen am 11. August 2022. 
  43. Umweltbundesamt:Erfassung der nassen Deposition, 22. Juni 2016.
  44. Ulrich Fölsche: Vorlesung: EF Meteorologie WS08/09. Karl-Franzens-Universität Graz, 2008, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 19. Februar 2013; abgerufen am 26. Mai 2019. 
  45. scinexx:Vom Molekül zum Regentropfen – Hamburger im freien Fall, Springer-Verlag, Heidelberg 2004.
  46. Thomas Basten:Klimageographische Inhalte des Geographieunterrichts erfahrungsbasiert verstehen – eine didaktische Rekonstruktion der Passatzirkulation. Diss., Hannover 2013, S. 64.
  47. Uwe Pörksen:Die Produktivität eines Phantoms. Zur Geschichte deutscher Wissenschaftssprachen: Aufsätze, Essays, Vorträge und die Abhandlung "Erkenntnis und Sprache in Goethes Naturwissenschaft", edited by Jürgen Schiewe, De Gruyter, Berlin/Boston 2020,DOI:10.1515/9783110692716-008 (abgerufen am 31. Januar 2024), S. 291–309.
  48. Max Lippitsch:Vorlesung: Geschichte der Physik (Memento vom 27. September 2013 imInternet Archive),Karl-Franzens-Universität Graz, 2007.
  49. Schaepp.de:Geschichte der Meteorologie (Memento vom 21. Dezember 2004 imInternet Archive), abgerufen am 20. März 2009.
  50. abMara Schneider: Das Wetter lässt sich nur bedingt kontrollieren. (Nachrichtenartikel) news.de, 19. Februar 2009, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 29. April 2016; abgerufen am 26. Mai 2019. 
  51. In Münster regnet’s… (Memento vom 26. Dezember 2010 imInternet Archive; PDF; 8,2 MB) In: Münster regnet’s – Häufigkeitsverteilung des Niederschlags in Münster im bundesweiten Vergleich. Examensarbeit für das Lehramt der Sekundarstufe II, 2007, Themensteller und BetreuerOtto Klemm, vorgelegt von Frank Weritz.
Dieser Artikel wurde am 9. März 2009 indieser Version in die Liste derlesenswerten Artikel aufgenommen.
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