Der Name des Ortes leitet sich wohl vom lateinischen „radere“ ab, was darauf hindeutet, dass zur Zeit derrömischen Besatzung dort Wälder abgeholzt wurden. Aus dieser Zeit zeugen noch einige Fundstücke, wie Münzen und Graburnen, die auf dem Gemeindegebiet gefunden wurden.
ImMittelalter gehörte der Ort lange Zeit zum KlosterSeltz, dasAdelheid von Burgund, die Frau von KaiserOtto I 993 gründete, nachdem sie den Besitz, der bald unter dem Namen „Adelheids Eigen“ bekannt war, von ihrem Mann zum Geschenk erhalten hatte. Um diese Zeit datiert wohl auch die Entstehung der ersten Siedlung. Der NameRotheren erschien erstmals 1084 in einem Dokument zur Erhebung desZehnten. 1255 erbaute Rüdiger von Rüdern im Ort das erste Schloss der Herren vonFleckenstein. In den Folgejahren wurde der Ort unter den Namen „Rüdern“ (1371), „Niederrüdern“ (1442) und „Rödern“ (1700) erwähnt.
Paritätische Kirche St. Jakobus der ÄltereDer Jüdische Friedhof in Niederroedern
DieSimultankirche des Ortes wurde in den Jahren 1760 bis 1765 erbaut. Sie beherbergt eineOrgel von 1754, die jedoch erst 1862 in der Kirche von Niederroedern installiert wurde. Ursprünglich stammt sie aus der alten Kirche vonSoultz-sous-Forêts.
Der Ort hat auch eine besondere jüdische Tradition, die bis ins 20. Jahrhundert hineinreicht. Die ersteSynagoge des Ortes von 1785 wurde 1869 durch einen Neubau ersetzt, der 1945 demNationalsozialismus zum Opfer fiel. In Niederroedern gibt es einenjüdischen Friedhof.
Wirtschaftlich ist immer noch das traditionelle Forstwesen und die Holzverarbeitung ein bedeutender Faktor. Weitere wichtige Erwerbsquellen sind Getreideanbau und Viehzucht.
In Niederrödern wurdeFriederike Brion (1752–1813), eine der ersten Geliebten vonGoethe, geboren. Ihr Geburtshaus aus dem Jahre 1740 kann heute noch besichtigt werden.