Niederösterreich ist mit einer Fläche von 19.180,08 km² das flächengrößte Bundesland Österreichs. Es umschließt dieBundeshauptstadt Wien (134,9 km Grenze) und grenzt
Historisch entsprechen die Viertel den vierKreisen Niederösterreichs, eineradministrativen Einheit in der Monarchie. Grob an naturräumlichen Gegebenheiten orientiert, ist die Viertelung heute ohne politische Bedeutung. Eine genaue Grenzziehung ist nur im historischen Kontext möglich, denn heute erstrecken sich die Verwaltungseinheiten über die Viertelsgrenzen hinweg. Unbestreitbar fungiert die Donau als Grenze. Im Bereich westlich und östlich desManhartsberges fehlt jedoch eine deutliche naturräumliche Abgrenzung. Mit Ausnahme des Raumes umKlosterneuburg folgen im Bereich desWienerwaldes die Verwaltungsgrenzen auch heute derWasserscheide. Die Benennung mit Wald-, Wein-, Most- und Industrieviertel stellt eine Veranschaulichung nach Nutzung und Erwerb dar und stammt noch aus der Monarchie.
Parallel dazu gibt es in der Raumplanung dieHauptregionen, mitNÖ-Mitte als „fünftem Viertel“.
Niederösterreich kannnaturräumlich in mehrere Einheiten gegliedert werden. Im Westen liegt einegeologisch-landschaftliche Dreiteilung vor, die sich in Oberösterreich fortsetzt, und im Osten gehen dieAlpen in dieKleinen Karpaten über.
DasNiederösterreichische Alpenvorland ist das Gebiet zwischen dem Böhmischen Granit- und Gneishochland und den schmalenNiederösterreichischen Voralpen bzw. denNiederösterreichischen Kalkalpen im Süden. Im Nordosten liegt das hügeligeWeinviertel, das auch in seiner Fortsetzung jenseits der Staatsgrenze als dasVorland der Kleinen Karpaten (die bis ins benachbarteBratislava reichen) zu betrachten ist. Der landschaftliche Begriff Karpatenvorland ist für Niederösterreich insofern kritisch zu betrachten, als sowohl das entsprechende Gebirge, als auch andere Teile des Vorlandes erst jenseits der Landesgrenze situiert sind. Einige Autoren, wie etwaMartin Seger von derAkademie der Wissenschaften, verwenden daher die Bezeichnung „Weinviertel“ für den niederösterreichischen Anteil des Karpatenvorlandes.[9]
DasWiener Becken, eineEinbruchszone, und die Übergänge in diePannonische Tiefebene sind der östliche Abschluss der Alpen, die in der markant in Nord-Süd-Richtung verlaufendenThermenlinie die Grenze zumWienerwald bildet. Dabei setzt sich die sogenannte Wiener Neustädter Bucht jenseits der Donau imMarchfeld fort.
An der Landesgrenze zur Steiermark liegen mehrere bedeutende Alpenübergänge. Die bedeutendsten sind derSemmering- (984 m ü. A.) und derWechsel-Pass (980 m ü. A.), die durch hochrangige Straßen und Eisenbahnen erschlossen sind.[2]
DieDonau erreicht Niederösterreich über denStrudengau, wo sie beiGrein mit 20 m ihre tiefste Stelle in Österreich hat,[10] durchströmt danach denNibelungengau und schließlich dieWachau. Diesen drei Engtälern folgen zwei Becken, dasTullner Becken und dasWiener Becken, wobei dazwischen dieWiener Pforte liegt und danach dieHainburger Pforte, über die die Donau Niederösterreich (nach 218 Kilometern) bzw. Österreich verlässt.[2]
In Niederösterreich wandelt sich die Donau vom Gebirgsfluss zum Tieflandfluss, womit ihr Oberlauf zu Ende geht. Allerdings ist dies heute durch die vielenDonaukraftwerke nur mehr bedingt nachvollziehbar.
In Niederösterreich gibt es nur wenige natürlicheSeen, weshalbStauseen oder viele künstlich angelegteTeiche ebenfalls als Seen bezeichnet werden. Der größte See ist derStausee Ottenstein (4,3 km²), der mit demStausee Dobra (1,55 km²) und demThurnberger Stausee (0,55 km²) amKamp eine Kraftwerkskette bildet.
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insbesonder Anzahl und Stand, Die Höhlen Niederösterreichs, Hartmann, listet mit Stand 2000 4360 Höhlen, davon aber nur 3750 in NÖ (der Rest in angrenzenden Gebieten).
Niederösterreich ist reich anNaturhöhlen. Insgesamt sind 4082 davonkatastermäßig erfasst. Die meisten Höhlen Niederösterreichs haben sich in denKalk- und Dolomitgesteinen derKalkalpen gebildet und sind deshalb sogenannteKarsthöhlen. Auch derKalkmarmor in denZentralalpen und in derBöhmischen Masse ermöglicht die Höhlenentstehung. Zu den größten Höhlen Niederösterreichs zählen:
Außer Niederösterreich haben in Österreich nur das Burgenland und Wien Anteil an der südsibirisch-pontisch-pannonischen Florenregion, die sich vonSüdsibirien über dieUkraine,Siebenbürgen, dieVojvodina und dieUngarische Tiefebene bis an den Alpenostrand erstreckt. Aus diesem Grund unterscheidet sich die Flora im östlichen Landesteil stark von der im westlichen, im östlichen Teil wachsen viele Arten, die in Österreich einzigartig und entsprechend schützenswert sind.[11] Mehrere Arten erreichen in Niederösterreich ihre westliche Verbreitungsgrenze wie derTátorján-Meerkohl und derWaldsteppen-Beifuß.
Niederösterreich ist, nicht zuletzt wegen seines Anteils an zwei Florenregionen, das artenreichste Bundesland: 2.369 Vollstatus-Gefäßpflanzen-Arten bzw. 2.498 Elementar-Gefäßpflanzen-Taxa sind bekannt. 96 Vollstatusarten und 110 Elementartaxa treten nur in Niederösterreich, aber nicht im restlichen Österreich auf. Einige Arten sind in Niederösterreichendemisch, wie das im höchsten Grad vom Aussterben bedrohteDickwurzel-Löffelkraut.[12]
In Niederösterreich wurden verschiedeneSchutzstufen eingerichtet, um Regionen, die in Bezug auf Kultur oder Natur besonders schützenswert sind, in ihrem ursprünglichen Zustand zu erhalten oder sie zurenaturieren.
Nationalparks: Mit den NationalparksThayatal undDonau-Auen ist Niederösterreich das einzige Bundesland, in dem zwei Nationalparks angesiedelt sind. Der Nationalpark Thayatal findet seine direkte Fortsetzung im tschechischenNárodní park Podyjí.
Statutarstädte in Österreich sind keiner Bezirkshauptmannschaft unterstellt, sondern verwalten in ihrem Stadtamt (Magistrat) die Bezirksagenden selbst.
Keinerlei verwaltungstechnische Bedeutung kommt den Gerichtsbezirken zu, denn die Justiz ist von der Verwaltung in allen Instanzen getrennt.[15] Die Gerichtsbezirke orientieren sich lose an den Amtsbezirken der k.k. Monarchie.[16] Seit 2017 bestehen 26 Bezirksgerichte in Niederösterreich.[17]
Die Bezirke gliedern sich in 573 politisch selbständigeGemeinden. Dies ist im „Gesetz über die Gliederung des Landes Niederösterreich in Gemeinden“, Landesgesetzblatt 1030-94 vom 9. Dezember 2011,[18] geregelt.
Das an der ehemaligenBernsteinstraße gelegene heutige Niederösterreich war während der früheren Antike Teil derkeltischenLatènekultur. So war es im Norden und im östlichen Grenzgebiet von den keltischenBoier besiedelt. Im Süden war es Teil des größeren Gebiets des keltischen KönigreichsRegnum Noricum, welches friedlich im Zuge derAugusteischen Alpenfeldzüge ab 15 v. d. Zr. zunehmend unter römische Kontrolle geriet, bis es unterClaudius (Kaiser von 41 bis 54) endgültig Teil der römischen Provinz Noricum, bzw. später dessen TeilNoricum ripense wurde. Der südöstliche Teil des Territoriums ging ab 35 v. d. Zr. als Grenzgebiet im östlich gelegenen römischenIllyricum Inferius auf. Das Illyricum ging wiederum, ebenfalls unter Claudius, mit dem langjährigen VerwaltungssitzCarnuntum als Teil der neu gegründeten ProvinzPannonia auf, bzw. später in dessen TeilPannonia Superior und daraufhin inPannonia Prima.
Römische Siedlungen Niederösterreichs
Die römische Kontrolle war somit auf die südliche Hälfte des heutigen Territoriums begrenzt, südlich der keltisch-germanischenMarkomannen jenseits derDonau und dem daran verlaufendenLimes, und verschwand auch im Süden mit dem 5. Jahrhundert bzw. formell im 6. Jahrhundert mit dem Untergang des germanischenOstgotenreiches.
Herzogtum Bayern mit der ProvinzMarcha Orientalis im 10. Jahrhundert
Ansätze zu einer administrativen Teilung des Herzogtums Österreich entlang derEnns finden sich bereits im 13. Jahrhundert beiOttokar Přemysl, doch für das Land ob der Enns etablierten sich erst unter den Habsburgern eigene Stände inLinz. Durch einen Erbvertrag wurde nach dem Tod vonLadislaus Postumus im Jahr 1458Friedrich III.Österreich unter der Enns (auch:nied der Enns), das heutige Niederösterreich, zugesprochen, während sein BruderAlbrecht VI.Österreich ob der Enns (das heutigeOberösterreich) erhielt. NachdemAustria Superior kleiner wurde und viele derösterreichischen Vorlande nicht mehr Teil der Erbländer waren, wechselten umgangssprachlich ab dem 17. Jahrhundert die Begriffe „Niederösterreich“ und „Oberösterreich“ die Bedeutung, hin zur heutigen Bedeutung als Begriff fürÖsterreich unter der Enns undob der Enns. Beide Territorien blieben jedoch bis zumFebruarpatent 1861 zwei Teile desselbenErzherzogtums, erst dann wurde Österreich ob der Enns ein eigenständiges Erzherzogtum.
1918/19 musste Niederösterreich kleinere Gebiete beiGmünd und den OrtFeldsberg mit seinem Liechtenstein-Schloss dem neuen StaatTschechoslowakei überlassen.Am 10. November 1920, dem Tag des Inkrafttretens derBundesverfassung, erlangteWien die Rechte eines politisch von Niederösterreich unabhängigen Bundeslandes. Die eigentumsrechtliche Trennung wurde bis Ende 1921 mit dem so genanntenTrennungsgesetz entschieden, das gleichlautend in Niederösterreich (ohne Wien) und in Wien beschlossen wurde. Parallel dazu wurden die verbliebenen gemeinsamen politischen Organe aufgelöst.
In der NS-ZeitGau Niederdonau genannt, wurden dem Land im Herbst 1938 das nördlicheBurgenland undSüdmähren zugeschlagen; gleichzeitig musste es an das neueGroß-Wien zahlreiche Gemeinden abtreten. Fast alle diese Änderungen wurden 1945 rückgängig gemacht. 1946 wurde eine stark reduzierte Erweiterung Wiens beschlossen, konnte aber wegen eines sowjetischen Einspruchs erst 1954 in Kraft treten.
Die Entwicklung Niederösterreichs nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dadurch gehemmt, dass das Land zur sowjetischen Besatzungszone Österreichs gehörte und dann bis 1989 vomEisernen Vorhang umgeben war.
Das Niederösterreichische Landhaus (heutePalais Niederösterreich), das ehemaligeLiechtensteinerFreihaus, an der Herrengasse imersten Bezirk von Wien in einer Ansicht vor dem Umbau Ende der 1830er Jahre. Das Landhaus war der Sitz der Landesregierung unter der Enns vom Anfang des 16. bis zum Ende des 20. Jahrhunderts, wobei bis ins 20. Jh. dies auch Wien inkludierte.Das Palais Niederösterreich heute
Aus Niederösterreich oder mit dem Land besonders verbunden waren bzw. sind einige zumeist konservative Politiker, die in Österreich prominente Funktionen einnahmen bzw. einnehmen:
Die zentrale wissenschaftliche Einrichtung zur Dokumentation der Geschichte Niederösterreichs findet sich imMuseum Niederösterreich sowie imLandesarchiv.
Die hier angeführten Bevölkerungszahlen beziehen sich auf das heutige Landesgebiet. Sie enthalten weder die Bevölkerung Wiens (1910: 2,1 Millionen), obwohl die Stadt bis 1920 Teil Niederösterreichs war, noch das nördlicheBurgenland, 1939 Teil des Reichsgaues Niederdonau, und auch nicht das zum Reichsgau geschlageneSüdmähren. Die angegebenen Zahlen bis 1700 wurden offiziell gerundet. 1754–1857 und 1869–1923 wurde die anwesende Zivilbevölkerung gezählt, 1934–1981 die Wohnbevölkerung. Die Zahlen ab 1991 basieren auf dem ZentralenMelderegister (Quelle: Bundesanstalt Statistik Österreich). Die Zahlen ab 2007 basieren auf Daten der Statistik Austria (jeweils Bevölkerung im 1. Quartal des Jahres).
Die Bevölkerung wächst durch den kontinuierlichen Zuzug aus Wien und den peripheren Gebieten Niederösterreichs vor allem im Umland von Wien. Seit St. Pölten am 10. Juli 1986 zur Landeshauptstadt Niederösterreichs bestimmt wurde, ist auch hier eine zunehmende Zuwanderung feststellbar. Die landschaftlich sensiblen Gebiete wie derWienerwald sollen durch raumordnerische Planungsprogramme des Landes vor derZersiedelung geschützt werden.
Der Ausländeranteil lag zu Jahresbeginn 2019 bei 10,1 %.[20]
Die katholische Kirche ist in Niederösterreich in zwei Diözesen organisiert, in dieDiözese St. Pölten und dieErzdiözese Wien, wobei letztere in dreiVikariate unterteilt ist, wovon zwei in Niederösterreich liegen. Diese alle sind in Dekanate gegliedert, die aus den einzelnen Pfarren gebildet werden.
1920–1934 war Niederösterreich zunächst in vier Wahlkreise aufgeteilt, der Landtag bestand aus 60 Abgeordneten. 1932 fanden die letzten demokratischen Wahlen vor der NS-Zeit statt: Es wurden acht Wahlkreise gebildet, die Zahl der Abgeordneten wurde auf 56 verringert. Damit sollten die Großparteien zu Ungunsten der kleineren Parteien politisch gestärkt und somit die stärker werdendeNSDAP in Österreich geschwächt werden.
Seit 1945 wird die Landespolitik von derÖVP dominiert, die seit damals den Landeshauptmann stellt und auch immer für die Bundes-ÖVP einen hohen Anteil aller Stimmen im Bundesgebiet gewann – bei derNationalratswahl in Österreich 2019 waren es 24,3 %, also fast ein Viertel der auf die ÖVP in Österreich entfallenden Stimmen. DieBürgermeister der Gemeinden gehören vorwiegend der ÖVP an. DieSPÖ ist zweitstärkste politische Kraft;Grüne,NEOS undFPÖ erzielen in diesem Bundesland schwächere Ergebnisse als im Bundesschnitt.
DieLandesregierung setzt sich zusammen aus demLandeshauptmann, seinen zwei Stellvertretern und sechs Regierungsmitgliedern, dieLandesräte genannt werden. Laut Landesverfassung entsenden die Parteien nach dem Verhältnis der von ihnen erreichten Landtagsmandate Vertreter in die Landesregierung („Pflichtproporz“).
ImNationalrat ist Niederösterreich mit aktuell 34 Abgeordneten über die jeweiligen Landeswahlvorschläge vertreten:
15 ÖVP
7 SPÖ
6 FPÖ
4 Grüne
2 NEOS
plus einer nicht konstanten Zahl an Abgeordneten aus den Bundeswahlvorschlägen (Proportionalausgleichslisten) (Stand nach NR-Wahl 2019).[21]
In denBundesrat entsendet Niederösterreich als Bundesland mit der größten Bürgerzahl (Zahl der österreichischen Staatsbürger, die im Bundesland ihren Hauptwohnsitz haben) zwölf Mitglieder:
Die wirtschaftlich stärksten Regionen in Niederösterreich befinden sich entlang derThermenlinie. Der Bezirk mit dem stärksten Steueraufkommen ist der BezirkMödling direkt am Südrand von Wien. Je weiter die Gebiete von Wien entfernt liegen, umso schwächer wird ihre Wirtschaftskraft. Im Vergleich mit demBruttoinlandsprodukt derEuropäischen Union erreichte die Region im Jahr 2014 ausgedrückt in Kaufkraftstandards einen Index von 105 (EU-28: 100; Österreich: 129).[23] Nach demZweiten Weltkrieg lag Niederösterreich in dersowjetischenBesatzungszone. Während anderswo in Österreich die Wirtschaft bereits mit dem Wiederaufbau beginnen konnte, blieben hier viele Großbetriebe zerstört oder waren in den Händen der sowjetischenUSIA.Reparationsleistungen Österreichs an die Sowjetunion wurden unter anderem in Form vonErdöl, das imMarchfeld gefördert wurde, geleistet. Erst nach dem Abschluss desStaatsvertrages 1955 konnte in Niederösterreich intensiv mit dem wirtschaftlichen Wiederaufbau begonnen werden. Bis 1989 wirkte sich derEiserne Vorhang noch hemmend auf die Wirtschaftskraft aus. So pendeln noch heute viele Menschen aus dem Waldviertel als Tages- oder Wochenendpendler an ihren Arbeitsplatz in Wien. Die Landespolitik strebt ständig danach, neue Betriebe in Niederösterreich anzusiedeln, zumeist über die landeseigene GesellschaftEco Plus und die Gründeragentur RIZ.
Die niederösterreichischeRaumplanung hat aus operativen Gründen das Landesgebiet in fünf Aktionsräume der Regionalen Entwicklungsverbände bzw. der zugehörigenRegionalmanagements unterteilt, das sich mit einigen Abweichungen an den landschaftlichenvier Viertel orientiert. Neu hinzugekommen ist im Raumordnungkonzept des Landes die Region „Mitte“, denn dieser Bereich entsprach weder der klassischen Beschreibung des Mostviertels noch des Industrieviertels, weist inzwischen aber eine große Eigenständigkeit auf, insbesondere seit der Verlegung der Hauptstadt nach St. Pölten. Zugehörig sind die Bezirke Tulln, St. Pölten, Lilienfeld, der südliche Teil vom Bezirk Krems sowie die Statutarstädte St. Pölten und Krems an der Donau.[24] Damit wurden hauptsächlich das Most- und in kleineren Teilen Wald-, Wein- und Industrieviertel etwas beschnitten, wobei auch das südwestliche Waldviertel zum Mostviertel genommen wurde, sodass sich die Gemeinden am Nordufer im Donautal nun mehr nach Süden hin orientieren, und diejenigen westlich von Wien nach Westen.
DieseHauptregionen fassen Gebiete zusammen, die gemeinsame Merkmale (geografische Lagebeziehungen, ähnliche Wirtschaftsstruktur, Ressourcenausstattung) oder ähnliche Probleme haben. Hauptaufgabe ist es, die Anliegen dieser Regionen zu artikulieren, entwicklungsstrategisch wichtige Themenschwerpunkte zu formulieren und passende Leitprojekte zu initiieren.
Im Naturschutzkonzept sind darüber hinaus Regionen definiert, die als Unterteilungen der Hauptregionen fungieren.[26] Soweit ihre Grenzen nicht mit denen der Hauptregionen zusammenfallen, sind sie landschaftlich definiert (als Zusammenfassung der landschaftlichen Teilräume).
Landeshauptstadt ist seit 1986St. Pölten; bis zur Übersiedlung dorthin im Jahr 1996 waren Landesregierung und -verwaltung in Wien untergebracht. Wien wurde zwar bereits 1920 ein eigenständiges Bundesland, war aber trotzdem bis 1996 Sitz der niederösterreichischen Landesregierung. Regionalpolitisch sind daneben in Niederösterreich sogenannte Viertelhauptstädte von wichtiger zentralörtlicher Bedeutung in den fünf Hauptregionen.[27]
DieLetzte Meile der Energieversorgung mitStrom undGas hat durchwegs die landeseigeneEVN. Die Wiener Randgemeinden werden nach wie vor durchWien Energie versorgt. Als letzter Ort wurde in NiederösterreichHarmanschlag im Bezirk Gmünd im Jahr 1963 an das Stromnetz angeschlossen.[28]
Seit 2015 wird der in Niederösterreich verbrauchte Strom vollständig auserneuerbaren Energien gewonnen.[29] Dabei sind die vier Landesviertel an den einzelnen Erzeugungsarten verschieden beteiligt. So liegt der Anteil an Erzeugung vonPhotovoltaik imMostviertel am höchsten. BeimWaldviertel ist es dieWasserkraft, imWeinviertel dieWindkraft. ImIndustrieviertel ist ein Mix aller Formen zu finden.[30] 2024 erzeugten Niederösterreichs Windkraftanlagen fast ein Drittel der dort gewonnenen elektrischen Energie.[31] Ende 2025 hatten die 830 Windkraftanlagen Niederösterreichs eine Gesamtleistung von 2324,1 MW; damit befand sich mehr als die Hälfte (55,1 %) der Windkraftleistung Österreichs in Niederösterreich.[32] 47 % des 2022 in Niederösterreich erzeugten Stromes kam aus Wasserkraft, vor allem aus vierLaufwasserkraftwerken an derDonau, aber auch aus 561 kleineren Kraftwerken.[33] 6 % des Stromes wurden mitBiomasse erzeugt, 32 % durchWindkraft und 15 % mit Photovoltaik.[33]
42 % der gesamten Landesfläche sind Ackerland. 40 % sind als Waldfläche ausgewiesen.Nutzviehhaltung,Ackerbau undForstwirtschaft sind starke Wirtschaftszweige. Allerdings ist die Zahl der darin Beschäftigten in den letzten 50 Jahren auf unter zehn Prozent aller Berufstätigen gesunken.
Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist derWeinbau, der vor allem imWeinviertel, in derWachau und in derThermenregion zu finden ist. 25.943 Hektar werden imniederösterreichischen Weinbau bewirtschaftet (Stand: 30. November 2022).[34] Von den insgesamt sechsDAC-Weinbauregionen in ganz Österreich, wo qualitativ hochwertiger Wein angebaut wird, liegen vier in Niederösterreich.
Für Niederösterreich ist insbesondere derTagestourismus aus der Agglomeration Wien wirtschaftlich von großer Bedeutung. Das Land präsentiert sich als natürliches Freizeitareal für alle Jahreszeiten. Die „Niederösterreich-Card“, die ganzjährig gültig ist, unterstützt diesen Geschäftszweig ebenso wie die zahlreichen sommerlichen Kulturfestivals in allen Landesteilen.
Im Nächtigungstourismus hat das Land durch Gäste aus den mittel- und osteuropäischen Ländern stark gewonnen. So hat etwa das anTschechien grenzendeWaldviertel den stärksten Nächtigungszuwachs. Vor allem das südliche Umland Wiens (Schwechat,Vösendorf) profitiert dank der Verkehrsverbindungen vomStädtetourismus. Seit Ende des 20. Jahrhunderts verzeichnet auch die Landschaft rund um dasUNESCO-WeltkulturerbeWachau stärkere Besucherfrequenz.
Die Tourismuswirtschaft bewirbt vor allem die großen Kulturzentren im Land wie die vielenKlöster undSchlösser. AuchUrlaub am Bauernhof wird stark beworben und gerne angenommen. Überregional wenig bekannt ist Niederösterreichs beträchtlicher Anteil an denOstalpen; er wird unter dem Begriff „Wiener Alpen“ beworben. Im Winter ziehen dieSkigebiete vor allem Gäste aus dem früheren Ostblock und Tagesgäste aus Wien an. Die Skipisten liegen nicht sehr hoch und sind bei Klimawandel gefährdet.
DerRettungsdienst wird im Allgemeinen in Niederösterreich vomRoten Kreuz, das in allen Bezirken und in zahlreichen Ortsstellen vertreten ist, sowie in Teilbereichen auch vomSamariter-Bund wahrgenommen. Das Rote Kreuz hat seinen Landessitz in Tulln, während der ASBÖ inWilhelmsburg beheimatet ist. Die Koordinierung nahezu aller Rettungsmittel im Bundesland wird von der als Gesellschaft geführten Rettungsleitstelle144 Notruf Niederösterreich übernommen, bei welcher das Land zu 66 % Gesellschafter ist. Die Erhaltung der Rettungskräfte war bis 2020 Aufgabe der Gemeinden durch den früher umgangssprachlich alsRettungs-Schilling, späterRettungs-Euro bezeichneten Beitrag, bevor auch diese durch eine Regelung vom Land direkt ab dem Jahr 2021 erfolgt.[35]
Straßenzüge richten sich nach den wirtschaftlichen Erfordernissen und verlaufen daher meist sternförmig auf die Städte zu. In Niederösterreich dominierte vor allem die Bundeshauptstadt Wien bei der Errichtung von Straßen. Weiters folgen Straßenzüge auch den naturräumlichen Gegebenheiten wie den Tälern.
Ende 2024 lag derMotorisierungsgrad (Personenkraftwagen pro 1000 Einwohner) bei 662[37] (2017: 641[38]).
Zu den wichtigsten Straßenverkehrswegen zählen dieWestautobahn A 1 und dieSüdautobahn A 2, die Wien mit weiten Teilen Österreichs verbinden. Beide sind über dieWiener Außenring Autobahn A 21, einen Teil des geplanten Autobahnringes um Wien, zusammengeschlossen. Nach der Ostöffnung wurden dieOst Autobahn A 4. und später dieNordautobahn A 5 errichtet, die über dieAußenringschnellstraße S 1 in den Autobahnringes um Wien eingebunden sind.
Im hochrangigen Straßennetz ist seit der Beseitigung desEisernen Vorhanges 1989 ständig steigenderTransitverkehr vor allem in Ost-West-Richtung zu verzeichnen. Die Westautobahn wird daher durchgehend auf drei Spuren pro Fahrtrichtung ausgebaut. Auch der Pendlerverkehr (zwischen Wohn- und Arbeitsort) findet zu einem großen Teil auf der Straße statt.
Die mit „B“ bezeichneten Straßen sind ehemalige Bundesstraßen und stehen seit 2002 in der Verwaltung der Bundesländer, womit sie nur noch umgangssprachlich alsBundesstraßen bezeichnet werden. In Niederösterreich befinden sich dieWiener Straße B 1 bis zurBernstein Straße B 49 und dann noch einige Straßenzüge mit höheren Nummern.
In Niederösterreich werden Landesstraßen mit einem vorangestellten „L“ gekennzeichnet, auf Verkehrsschildern werden diese Kürzel aber selten angeführt. Landesstraßen mit ein- bis dreistelligen Bezeichnungen weisen auf eine höhere Bedeutung im Straßennetz hin, vierstellige Bezeichnungen haben Landesstraßen, wenn sie kleine Ortsverbindungen ohne überörtlicher Bedeutung darstellen. Denn es ist eine niederösterreichische Eigenheit, dass jede Straße, die eine Gemeindegrenze quert, in der Verwaltung des Landes steht. DasNiederösterreichische Landesstraßenverzeichnis ist das amtliche Verzeichnis aller Landesstraßen.
Wichtige Bahnstrecken, sogenannteHauptbahnen, sind dieNordbahn, die ersteDampfeisenbahn der Monarchie, dieSüdbahn, dieOstbahn und dieWestbahn, gereiht nach ihrer Eröffnung. Diese stellen das Grundnetz dar und wickeln den internationalen Fernverkehr ab, weshalb sie auch zweigleisig ausgeführt sind. Auch dieFranz-Josephs-Bahn wurde bis in die 1990er Jahre als Hauptbahn betrieben; aktuell wird der Fernverkehr nach Prag aber über die Nordbahn geführt. Die Westbahn wurde 2012 durch eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke durch denWienerwaldtunnel ergänzt; seit 2015 ist nicht mehr der historischeWiener Westbahnhof, sondern der neu gebauteHauptbahnhof ihr Streckenende in Wien.
DieÖsterreichischen Bundesbahnen betreiben im Land außerdem ein umfangreiches, aus der Zeit vor 1918 stammendes Netz von Nebenbahnen. Das Umland von Wien wird mit dichtem Regionalverkehr undSchnellbahnbetrieb bedient; zur leichteren Benutzbarkeit wurde derVerkehrsverbund Ostregion (VOR) geschaffen, der bis an die nördlichen und östlichen Grenzen (Nieder-)Österreichs reicht.
Zahlreiche Strecken wurden wegen Unrentabilität eingestellt oder in der Folge von derNÖVOG übernommen, die einige Strecken wie die schmalspurigeMariazeller Bahn im Regelbetrieb führt und andere als Museumsbahn. Es sind dies beispielsweise dieWachaubahn und derReblaus-Express.
Im Auftrag des Landes betreiben die FirmaPostbus und andere Verkehrsbetriebe ein dichtes Netz an Buslinien, oft auch parallel zu bestehenden Bahnlinien. DieWieselbusse befahren mit Schnellbussen ein Netz, das als Endpunkt St. Pölten hat.
Die Güterschifffahrt auf der internationalenWasserstraßeDonau hat mit dem größten Donauhafen Niederösterreichs, Krems, große Verkehrsbedeutung. In der Passagierschifffahrt sind neben dem Lokalverkehr in derWachau vor allem Kreuzfahrtschiffe aus ganz Europa bemerkenswert, die die Donau oder die RouteRhein–Main–Donau befahren. Zahlreiche Donau-Fähren, teilweiseKFZ-tragend queren den Fluss. Freizeitverkehr geht von kleineren Häfen und Einsetzstellen aus und spiegelt sich in der BootsmesseTulln. Die Schnellboote Wien-Bratislava durchfahren Niederösterreich nur.
Schwechat in Niederösterreich ist Standort des größten österreichischen Flughafens, desFlughafens Wien-Schwechat, der sich nach dem Fall desEisernen Vorhangs und im Kontext der EU-Osterweiterung zu einer zentralen Drehscheibe des internationalen Fracht- und Passagierverkehrs entwickelt hat.[39][40] Das Land Niederösterreich ist 20-%-Aktionär der Flughafenbetriebsgesellschaft (Stand: 2025).[41]
DasKindergartenwesen ist vor allem durch die Öffentliche Hand organisiert. Das Niederösterreichische Kindergartengesetz macht den politischen Gemeinden bei der Errichtung eines Kindergartens klare Vorgaben.[43] Bei diesen, alsNÖ Landeskindergarten bezeichneten Einrichtungen, übernehmen die Gemeinden die Planung, Errichtung und Erhaltung, während das Land das pädagogische Kindergartenpersonal stellt. Zugleich ist das Land auch die Aufsichtsbehörde über die rund 1000 Landeskindergärten Niederösterreichs.
Daneben gibt es etwa 40 Privatkindergärten. In den meisten Fällen sind die Betreiber kirchliche Organisationen.
DasAmt der NÖ Landesregierung ist das höchsteVerwaltungsorgan des Landes, aber selbst keineBehörde, sondern ein administrativer Hilfsapparat derNiederösterreichischen Landesregierung. Das Amt der NÖ Landesregierung ist dabei im eigenen Wirkungsbereich tätig, also in der Vollziehung der Landesgesetze und auch im übertragenen Wirkungsbereich, somit in der Vollziehung von Bundesgesetzen, womit die Bundesländer entweder durch die Verfassung oder auf andere Weise bemächtigt sind.
ZwecksBürgernähe wird ein bestimmter Teil der Verwaltung durch die Bezirkshauptmannschaften wahrgenommen, die wie Außenstellen des Amtes der NÖ Landesregierung fungieren. Dazu ist Niederösterreich in 20 Verwaltungsbezirke gegliedert (Anzahl seit 2017). Eine Sonderstellung nehmen dabei die vierStatutarstädte ein, die die Bezirksverwaltung selbst wahrnehmen.
Seit der letztenGemeindereform im Jahr 1970 und einigen kleineren Änderungen gibt es in Niederösterreich 573 Gemeinden.
EineVolksbefragung über die sogenannteHauptstadtfrage brachte 1986 die Entscheidung dafür, St. Pölten zur neuen Landeshauptstadt zu machen und die zentralen Einrichtungen Niederösterreichs aus Wien dorthin zu übersiedeln. Von 1986 bis 1996 erfolgten der Bau desRegierungsviertels und die sukzessive Übersiedlung von Organen, Behörden und Ämtern des Landes. Im Sinne der Dezentralisierung wurden diverse Verwaltungsstellen nicht nach St. Pölten, sondern in die Landesviertel bzw. inBezirkshauptmannschaften verlegt.
Viele Einrichtungen werden von der im Landesbesitz stehenden Niederösterreich Kultur GmbH betrieben. Ein Impulsgeber für regionale Kunst- und Kulturinitiativen ist dieKulturvernetzung Niederösterreich mit demViertelfestival. Ein Servicepartner und Veranstalter imVolkskulturbereich ist das Projekt Volkskultur Niederösterreich[44] mit den Geschäftsbereichen Musikschulmanagement, Chorszene, Museumsmanagement, Volkskultur Europa und dem Niederösterreichischen Volksmusikfestival. In derErwachsenenbildung ist vor allem dasBildungs- und Heimatwerk Niederösterreich zu erwähnen.
In der wissenschaftlichen Literatur hat eine in Niederösterreich erforschtesozialwissenschaftliche Studie unter Experten den Rang eines Klassikers erreicht:
Heinz Arnberger,Claudia Kuretsidis-Haider (Hrsg.):Gedenken und Mahnen in Niederösterreich: Erinnerungszeichen zu Widerstand, Verfolgung, Exil und Befreiung. Mandelbaum, Wien 2011,ISBN 978-3-85476-367-3.
↑abStatistisches Handbuch des Landes Niederösterreich. 43. Jahrgang. Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, 2019,ISBN 978-3-85006-217-6,S.30 (Volltext [PDF;11,3MB; abgerufen am 23. Januar 2024]).
↑abcdefStatistisches Handbuch des Landes Niederösterreich. 43. Jahrgang. Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, 2019,ISBN 978-3-85006-217-6 (Volltext [PDF;11,3MB; abgerufen am 15. März 2023]).
↑Arbeitslose, Arbeitssuchende. In: Statistik Austria www.statistik.at. Statistik Austria Bundesanstalt Statistik Österreich, Wien, 7. Januar 2026, abgerufen am 27. Januar 2026 (österreichisches Deutsch).
↑Vgl. bei Gernot Sulzmann:Der Raum Österreich. Vergleich unterschiedlicher Raumgliederungskonzepte der Geographie und der in den Schulbüchern der 3. Klasse verwendeten Raumgliederung. Bachelorarbeit, Baden 2016, S. 25 bzw. 62 (ph-noe.ac.at [PDF; 15,3 MB]).
↑Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler:Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3., verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008,ISBN 978-3-85474-187-9.
↑Kleinregion NÖ-Mitte. (PDF; 263 kB) Karte. In: raumordnung-noe.at. August 2018, abgerufen am 21. Januar 2020.
↑Naturschutzkonzept Niederösterreich. (PDF; 2,2 MB) In: noe.gv.at. Amt der NÖ Landesregierung; Gruppe Raumordnung, Umwelt und Verkehr; Abteilung Naturschutz, Juni 2022, abgerufen am 16. Januar 2023.
↑Gerda Fischer, Stefan Premm: 5,23 Mio. Pkw in Österreich zugelassen. (PDF; 131 kB) Pressemitteilung: 13 546-039/25. In: Statistik Austria www.statistik.at. Statistik Austria – Bundesanstalt Statistik Österreich, Wien, 25. Februar 2025, abgerufen am 28. Januar 2026.