Weder geographisch noch kulturell lässt sich Neuseeland einer bestimmten Großregion zuordnen: Das Land liegt teils auf deraustralischen, teils auf derpazifischen Platte und ist sowohl mit dem europäisch geprägten Kulturraum Australiens als auch mit dempolynesischen TeilOzeaniens verbunden.
Für einenIndustriestaat ungewöhnlich sind die HauptwirtschaftszweigeLand- undForstwirtschaft,Lebensmittelindustrie (hauptsächlich Molkereiprodukte) sowieTourismus. Neuseeland wird als „grüne Insel“ bezeichnet, was teilweise der dünnen Besiedlung und der Naturvielfalt zu verdanken ist. Diese sowie die einzigartigeVegetation sind auch durch die relativ isolierte Lage der Inseln bedingt.
Neuseeland besteht aus zweiHauptinseln, derNord- und derSüdinsel, sowie mehr als 700 kleineren Inseln. Die beiden häufig alsMainland New Zealand (deutsch etwa: Festland Neuseeland) bezeichneten Hauptinseln werden durch die an der schmalsten Stelle 23 km breiteCookstraße voneinander getrennt. Ein Großteil der kleineren Inseln wie etwaStewart Island, die mitunter noch zumMainland New Zealand gezählt wird, dieGreat Barrier Island oder die dicht besiedelteWaiheke Island liegen innerhalb einer Zone von 50 km vor der Küste der Hauptinseln. Die 1000 km nördlich der Nordinsel gelegenenKermadec Islands, die 700 km östlich liegendenChatham Islands nahe derInternationalen Datumsgrenze sowie die mehr als 200 km südlich der Südinsel liegendensubantarktischen Inseln in den vier unbewohnten Inselgruppen derAuckland Islands, derAntipoden Islands, derSnares Islands, derBounty Islands und der InselCampbell Island, gehören nicht zum Archipel um die beiden Hauptinseln. Die Nordinsel liegt gänzlich auf der Australischen Platte und die Südinsel teils auf der Australischen und Pazifischen Platte. Während derletzten Eiszeit waren die Nord- und die Südinsel miteinander verbunden.
Neuseeland erhebt außerdem Anspruch auf dasRoss-Nebengebiet in derAntarktis, das auch eine Reihe weiterer Inseln umfasst; dieser Anspruch wird aber international aufgrund desAntarktis-Vertrags nicht anerkannt. Ferner gehörtTokelau als abhängiges Gebiet zum Staat Neuseeland, und dieCookinseln undNiue sind selbstverwaltete Territorien in freier Assoziierung mit Neuseeland. Diese Gebiete werden im Folgenden nicht weiter berücksichtigt.
Die gesamte Landfläche Neuseelands beträgt 269.652 km² und ist damit etwas kleiner als dieItaliens oder derPhilippinen, aber etwas größer als die desVereinigten Königreichs. Während die Hauptinseln desArchipels in Ost-West-Richtung nie breiter als 450 km sind, erstrecken sie sich entlang der Hauptachse in nordöstlicher Richtung über 1600 km. Die gesamte Küstenlinie umfasst dabei ungefähr 15.134 km. DieHoheitsgewässer Neuseelands sind mit 167.653 km² relativ zur Landmasse sehr groß, dieAusschließliche Wirtschaftszone ist mit 3.931.136 km² sogar eine der weltweit größten.
Neuseeland befindet sich in dersüdlichen Hemisphäre. Alle neuseeländischen Inseln liegen isoliert imsüdwestlichen Pazifischen Ozean. Das Land wird damit im AllgemeinenOzeanien zugeordnet (insbesondere, wenn der Begriff Ozeanien auch Australien mit einschließt) bzw. in kleinräumigerer Betrachtung als eine Insel Polynesiens angesehen. Teilweise wird es aber aufgrund der kulturellen Gemeinsamkeiten auch dem Kontinent Australien zugeordnet. Als Randmeer desPazifiks liegt dieTasmansee westlich der beiden Hauptinseln und trennt Neuseeland vom bis zu 2100 km entfernten Australien. Die kürzeste Entfernung beträgt allerdings 1530 km, zwischen derSüdinsel Neuseelands undTasmanien gemessen. Nach Australien ist das antarktische Festland, etwa 3000 km im Süden, die nächste größere Landmasse. Weitere Staaten oder Kolonien in der Nähe Neuseelands sind im NordenNeukaledonien,Tonga undFidschi. Neuseeland ist der Staat, der am weitesten von Mitteleuropa entfernt liegt: Teile des Landes befinden sich auf der Erdkugel exakt gegenüber vonSpanien, sind also dessenAntipoden.
Die Ausdehnung Neuseelands von Nord nach Süd wird umgangssprachlich häufig mit „fromCapeReingatoThe Bluff“ („vonCapeReinga bis zumBluff“) beschrieben, tatsächlich sind aber dieSurville Cliffs amNorth Cape (34° 23′ 35″ S,173° 0′ 48″ O-34.393055555556173.01333333333) der nördlichste Punkt der Nordinsel undSlope Point in denCatlins (46° 40′ 34″ S,169° 0′ 22″ O-46.676111111111169.00611111111) der südlichste Punkt der Südinsel. Zählt manStewart Island zumMainland New Zealand, so ist der südlichste Punkt dasSouth Cape (47° 17′ 24″ S,167° 32′ 12″ O-47.29167.53666666667). Nimmt man die außerhalb des Archipels gelegenen Inseln hinzu, so istNugent Island in der Gruppe der Kermadecinseln der nördlichste (29° 14′ S,177° 52′ O-29.231388888889177.86944444444) undJacquemart Island in der Gruppe der Campbellinseln (52° 37′ S,169° 8′ O-52.619722222222169.12583333333) der südlichste Punkt des Landes. Der westlichste Punkt des Landes istCape Lovitt auf den Aucklandinseln, der östlichste dieForty-Fours in den Chathaminseln. Nimmt man wiederum nur die beiden Hauptinseln, so istWest Cape der westlichste undEast Cape der östlichste Punkt des Landes. Dergeographische Mittelpunkt des Landes befindet sich in denTararuaRange auf der Nordinsel des Landes und hat die Koordinaten41° 1′ 5,6″ S,175° 21′ 44,2″ O-41.018216666667175.36228333333.[11][12]
Die 113.729 km² große Nordinsel ist die dichter besiedelte Insel Neuseelands. Auf ihr leben etwa drei Viertel der Einwohner, und sowohl dieHauptstadtWellington als auch die größte Stadt des LandesAuckland liegen auf der Nordinsel.
Auckland liegt auf einemIsthmus, der an der engsten Stelle weniger als zwei Kilometer breit ist und den Pazifik von der Tasmansee trennt. Nördlich des Isthmus befindet sich dieNorthland Peninsula, die sich wiederum in zahlreiche weitere Halbinseln bis hoch zurAupōuri Peninsula aufgliedert. Die Westküste derNorthland Peninsula verläuft relativ glatt. Sie ist geprägt von langen Sandstränden, unter denen derNinety Mile Beach der bekannteste sein dürfte, sowie zwei großen Naturhäfen, demKaipara Harbour und demHokiangaHarbour. Südlich desHokiangaHarbours erstreckt sich derWaipoua Forest, der bedeutendeKauri-Bäume beherbergt. Die Ostküste dagegen ist zerklüfteter und weist zahlreiche vorgelagerte Inseln auf, hat aber auch einige Naturhäfen. Die bekanntesten dürften dieBay of Islands und der Hafen der größten Stadt der Halbinsel,Whangārei, sein. Das Landesinnere wird von land- und forstwirtschaftlich genutztem Hügelland bedeckt.
Südlich von Auckland findet sich dieRegion Waikato. Im Westen dieser Region befindet sich einMittelgebirge, dieHakarimata Range, die aber an der Mündung des FlussesWaikato in die Tasmansee in eine sanfte Hügellandschaft übergeht. Östlich der Hakarimata Range schließen sich dieWaikato Plains an, eine ausgeprägte Tiefebene, die sich zu beiden Seiten des Waikato erstreckt. Hier liegtHamilton, die viertgrößte Agglomeration des Landes. Weiter östlich schließen sich dann mit denKaimai Range und demMamaku Plateau wieder zwei überwiegend bewaldete Mittelgebirgszüge an. Diese trennen die Region von dem Gebiet rund um dieBay of Plenty. Im Norden der Bucht liegt dieCoromandel Peninsula, die von der bis zu 900 m hohen BergketteCoromandel Range geprägt wird, deren nördlicher Ausläufer Great Barrier Island ist.
Das Zentrum der Insel wird vomVolcanic Plateau dominiert, dessen VulkaneNgauruhoe,Tongariro undRuapehu den von derUNESCO zum ersten kombiniertenWeltkulturerbe undWeltnaturerbe erklärtenTongariro-Nationalpark bilden. DerRuapehu ist mit2797 m die höchste Erhebung der Insel. Nördlich desRuapehu liegt, genau im Zentrum der Nordinsel, derLakeTaupō, der größte See des Landes. Östlich des Sees liegen derKaingaroa Forest und das Gebiet desTe Urewera, zwei ausgedehnte Waldgebiete, die die Region bis zur Ostküste prägen. Diese Gebiete sind schwach besiedelt und von zahlreichen Mittelgebirgen durchzogen. Nach Nordosten setzen sie sich mit denRaukumara Range fort, deren höchste Erhebung der1754 m hoheHikurangi ist. Im Westen der zentralen Hochebene geht die Landschaft in ein bewaldetes raues Hügelland über, das vomWhanganui River und zahlreichen Seitenflüssen durchzogen wird. In der Mitte dieses Tieflands liegt derWhanganui-Nationalpark. Weiter westlich schließt sich daran die in die Tasmansee hineinragende RegionTaranaki an. Diese wird vom2518 m hohenMount Taranaki geprägt. Um den freistehenden Vulkan herum befindet sich ein breiter Regenwaldgürtel, der durch denEgmont-Nationalpark geschützt wird. Die Region ist sehr fruchtbar und ein Zentrum der neuseeländischen Milchproduktion.
Südlich der Region um denWhanganui befindet sich dieManawatuebene, ein Auengebiet um die FlüsseManawatū undRangitīkeiRiver. Daran schließt sich im weiteren Küstenverlauf dieKapiti Coast an, in deren Süden mit derRegion Wellington die zweitgrößte Agglomeration Neuseelands rund um die Hauptstadt liegt. Nach Nordosten wird die Region durch dieTararua Range begrenzt, nach Osten durch dieRemutaka Range, zwei Mittelgebirgszüge, an die sich im Norden noch dieRuahine Range anschließt und die zu einem sich parallel zur Ostküste ziehenden Gebirgsrücken gehören, dem im Norden auch die bereits oben erwähnteRuakumara Range angehört. Östlich der Gebirge befindet sich die sumpfige Wairarapaebene, die wiederum durch ein weiteres gebirgiges Gebiet im Osten eingegrenzt wird. Nordöstlich dieser Region findet man schließlich die RegionHawke’s Bay rund um dieHawke Bay. In deren Innerem ist neben der bereits erwähntenRuahine auch dieKaweka Range zu finden. Die übrige Region besteht aus sanftem Hügelland sowie derAuenlandschaft um denWairoa River im Norden und der fruchtbarenHeretaungaebene im Süden. Im Norden schließt sich dann die bereits beschriebene RegionGisborne an.
Die mit 151.215 km² etwas größere Südinsel wird dominiert von den parallel zur Westküste verlaufendenNeuseeländischen Alpen, auch Südalpen genannt. Die höchste Erhebung in der Gebirgskette stellt mit3724 m derAoraki/Mount Cook dar, gefolgt vom3498 m hohenMount Tasman. Insgesamt sind 17 Gipfel höher als3000 m. Sowohl die nördlichsten als auch die südlichsten Gebiete der Insel bestehen ausMittelgebirgen, die teilweise auf über1000 m Höhe ansteigen. Die RegionWest Coast zwischen Südalpen und derTasmansee ist äußerst schmal und gehört zu den niederschlagsreichsten Gebieten der Erde. Aufgrund dessen schieben sich einigeGletscher der Südalpen, wie derFox- und derFranz-Josef-Gletscher, durch sämtliche Vegetations-Höhenstufen bis in dieRegenwälder in Küstennähe; der äußerste Südwesten bildet reich gegliederteFjordlandschaften. Weite Teile des Südwestens stehen als Nationalparks unter Schutz; gemeinsam bilden diese dieTe Wahipounamu World Heritage Area. Östlich der Südalpen befinden sich dieCanterbury Plains, eine große Schwemmebene, die sich gut für landwirtschaftliche Zwecke eignet, etwa für die Viehzucht. Von dieser Ebene aus ragt die vulkanisch geformteBanks-Halbinsel in den Pazifik, die zum Stadtgebiet vonChristchurch gehört, der größten Agglomeration der Südinsel und drittgrößten des Landes.
Bis vor etwa 200 Millionen Jahren gehörte Neuseeland – wie die meisten heutigen Landmassen der Südhalbkugel – zumUrkontinentGondwana. Der genaue Zeitpunkt steht nicht fest, aber spätestens vor 85 Millionen Jahren, also in der oberenKreidezeit, trennte sich das KontinentbruchstückZealandia mit dem heutigen Neuseeland von der Landmasse, die jetztAntarktika bildet, bevor sich auch das heutige Australien von diesem Urkontinent loslöste. Seitdem konnte sich somit in Neuseeland eine von allen anderen Landflächen unabhängigeFlora undFauna entwickeln. Nach dieser ereignisreichen Zeit kehrte in der geologischen Geschichte des Landes Ruhe ein, die fortwährendeErosion ließ die geformten Gebirgszüge allmählich verschwinden, es entstanden große, tief gelegene Sumpfgebiete, aus denen im Laufe der Zeit die heutigenKohlevorkommen hervorgingen. Erst vor weniger als 30 Millionen Jahren endete die ruhige Epoche in derGeologie des Landes und es wurden tief liegende Gebiete aus dem Meer angehoben. Seine Küstenlinie bekam der Pazifikstaat in derMiozän-Epoche erst in Grobform, bevor die Inseln in den letzten paar Millionen Jahren ihre heutige Form erhielten; viele der Berge und Täler wurden sogar erst in den letzten 100.000 Jahren gebildet. Während desEiszeitalters war vor allem die Südinsel starkvergletschert.
Heute befindet sich Neuseeland an der Grenze zwischenAustralischer undPazifischer Platte. Obwohl sich die beiden Platten nicht frontal aufeinander zubewegen, üben sie doch einen großen Einfluss auf das Land aus. Es entstehen zwei Kräfte: eine frontal wirkende sowie eine seitlich wirkende. Die frontale Kraft bildetVerwerfungen, die Druck auf verschiedene Gesteinsschichten ausüben und somit den Boden stetig anheben. Die zweite – seitlich wirkende – Kraft, führt zu sogenanntenTransformstörungen. Letztere führt zu häufigenErdbeben im Land, die zum Teil gravierende Auswirkungen auf die Landschaft haben und auch eine ständige Bedrohung für die Bevölkerung darstellen (sieheListe von Erdbeben in Neuseeland).
Neuseeland gehört – wie alle anderen Länder, die an der Grenze zur Pazifischen Platte liegen – zumPazifischen Feuerring (englischRing of Fire). Dies äußert sich in Erdbeben, Verwerfungen und erhöhtervulkanischer Aktivität. In Neuseeland liegen einige der aktivstenVulkane der Erde. Diese befinden sich ausschließlich in der nördlichen Hälfte des Landes, ein Großteil von ihnen ist in derTaupōVolcanic Zone (TVZ) konzentriert, die sich im Zentrum der Nordinsel befindet.
So sind zum Beispiel alle drei Vulkane der Zentralen Hochebene noch aktiv, die letzteEruption desSchichtvulkansRuapehu ereignete sich im Jahre 2007. In der Gegend derBay of Plenty ist die Erdkruste dünn wie kaum anderswo auf der Welt, so dass hier geothermische Aktivitäten jeglicher Art anzutreffen sind. Ein bekannter Vulkan in diesem Gebiet istWhakaari /White Island, dessen letzte große Eruption im Jahr 2019 stattfand. Neben den Vulkanen zeigen sich die Kräfte der Erde in Form derGeothermie, die alsGeysire oder heiße Quellen (insgesamt 67 in Neuseeland) zu Tage treten. Neben dem geothermalen Gebiet um die StadtTaupō herum existieren noch 29 weitere derartige Gebiete in Neuseeland, hauptsächlich aber auf der Nordinsel, wie zum BeispielNorthland, dieHauraki Plains und dieBay of Plenty, aber auch auf der Südinsel, ein bekanntes Beispiel sind dieThermalquellen inHanmer Springs.
Durchschnittliche Jahrestemperaturen von 1870 bis 2008
Neuseeland liegt in densubtropischen undgemäßigten Breiten der Südhalbkugel, womit das relativ milde Klima der Inseln begründet werden kann. Die beiden Hauptinseln des Landes werden durch die sich in einer Nord-Süd-Achse durchs Land ziehenden Bergketten klimatisch grob in zwei Teile geteilt. Die vorherrschenden Westwinde bringen den westlichen Landesteilen eher feuchteres und den östlichen Teilen hingegen eher trockeneres Klima.
Die Nordinsel liegt in derimmerfeuchten subtropischen Ökozone, wobei dies eindeutig auf die nördliche Halbinsel zutrifft, während der Rest der Nordinsel bereits im Übergangsbereich zurgemäßigten Klimazone liegt, die auf der Südinsel – alsÖkozone der feuchten Mittelbreiten – voll ausgeprägt ist.[13] Dort sind alpine Wetterbedingungen entlang derNeuseeländischen Alpen anzutreffen, wobei die Westflanken der alpinen Bergketten zahlreiche regenreiche Tage aufweisen. Das Wetter im nördlichen Teil der Südinsel kann ebenfalls als gemäßigt angesehen werden, der Süden hingegen ist über das Jahr hinweg eher kühl. Eine Ausnahme stellt das Hochland von Otago im Süden der Südinsel dar. Hier herrscht ein lokal begrenztes Landklima vor, mit kalten schneereichen Wintern und warmen, trockenen Sommern.Der überwiegende Teil Neuseelands kann 600 mm bis 1600 mm Niederschlag über das Jahr hin erwarten, mit trockeneren Perioden im Sommer. Die mittleren Jahrestemperaturen liegen bei 10 °C im Süden bis 16 °C im Norden. Der Juli ist der kälteste Monat des Jahres, Januar und Februar sind dagegen die wärmsten. Die Temperaturschwankungen über das Jahr hinweg sind relativ gering. Von den Küsten zu den Bergen sinkt die Temperatur durchschnittlich um 0,7 °C pro 100 Höhenmeter.
Im Osten auf den windabgekehrten Seiten Neuseelands liegt die Sonnenscheindauer höher als an den regnerischen westlichen Küstenregionen, wobei die meisten Regionen des Landes mit mindestens 2000 Stunden Sonnenschein pro Jahr rechnen können. Der mittägliche UV-Index im Sommer ist in Neuseeland sehr hoch, besonders in den nördlichen Regionen und in den Bergen. Schneefall in den Bergen und im Hochland von Otago kann reichlich ausfallen, an den Küsten aber sehr selten.[14]
Aus mehreren Gründen weist Neuseeland eine hohe Zahl an unterschiedlichenVegetationsformationen auf. Zum einen sind über 1600 km Nord-Süd-Erstreckung im Vergleich zur relativ kleinen Landfläche von 268.680 km² extrem lang und entsprechend klimatisch abwechslungsreich.Deutschland ist zum Vergleich bei einer Landfläche von 357.000 km² nur etwa 880 km lang. Ein weiterer wichtiger Grund für die Vielzahl an Vegetationsformen sind die großen Höhenunterschiede in Neuseeland (Gebirgsklima mit verschiedenenHöhenstufen). Während zum Beispiel der „große Nachbar“Australien die 28-fache Fläche umfasst, ist dessen größte Erhebung, derMount Kosciuszko, nur 2228 m hoch. Hingegen erreicht Neuseelands höchster Berg, derAoraki/Mount Cook, 3724 m. Zuletzt sorgt auch die durch die Lage der Gebirge bedingte ungleichmäßige Verteilung der Niederschläge für eine Vielfalt an Vegetationsformen. Insbesondere die Wälder sind reich anEndemiten.
In den höchsten Lagen der Nordinsel steht immerfeuchtergemäßigter Regenwald desScheinbuchentyps, der darüber hinaus vor allem die Westseite der Südinsel prägt. In den trockeneren Gebieten wuchs ursprünglich größtenteils einestrauchsteppen- (zum Teilheideartige, farnreiche) Vegetation.
Die Südinsel ist mehr oder weniger zweigeteilt: An der feuchten Westküste steht – bis auf eine „Buchenlücke“ mit Koniferen-Lorbeerwald – gemäßigter Scheinbuchen-Steineiben-Regenwald, der vielfach bis zurBaumgrenze in dersubalpinen Höhenstufe reicht. Im Gegensatz zu den vergleichbarengemäßigten Regenwäldern Südamerikas besteht der neuseeländische Wald ausschließlich aus immergrünen (ohne sommergrüne) Scheinbuchenarten. Diealpine Region hat ohneÜbergangsraum eine gänzlich waldfreie, bergtundraähnliche Gebüschvegetation; bis hin zu den lückig bewachsenen, sehr hoch gelegenenHochlandsteppen, in denen keineGehölze mehr vorkommen. Die baumlosen Bergregionen Neuseelands werden auch alsFellmark bezeichnet. Im Regenschatten der Südlichen Alpen wachsen weniger feuchte, struktur- und artenärmere Scheinbuchen-Laubwälder an vollhumiden Standorten (vor allem im Gebirge), während der größte Flächenanteil der Ebenen von der etwas trockenerenTussock-Grassteppe eingenommen wird.
Neuseeland verfügt über eine große Zahl an großen und kleineren Seen. DerLakeTaupō, der sich im Zentrum der Nordinsel befindet und durch den in der zentralen Hochebene entspringendenTongariro River gespeist wird, ist der mit Abstand größte See des Landes. Mit einer Fläche von 622 km² ist er größer als derBodensee. Der See ist das Produkt eines gewaltigen Ausbruchs desSupervulkansTaupō und hatte sich in dessenCaldera gebildet. Die nächstgrößten Seen liegen allesamt auf der Südinsel und wurden vonGletschern ausgeschoben. Der größte dieserGletscherseen ist derLakeTe Anau mit einer Fläche von 344 km², gefolgt vom 80 km langen und 291 km² großenLakeWakatipu naheQueenstown sowie dem 192 km² großenLakeWānaka. Ein interessanter Aspekt dieser alsSouthern Lakes bezeichneten Region ist, dass viele der Gletscherseen tiefer sind als ihre Höhenlage, somit befindet sich der Grund der einzelnen Seen unterhalb des Meeresspiegels.
Neuseeland wird außerdem von zahlreichen Flüssen und Bächen durchzogen. Der längste Fluss des Landes ist der auf der Nordinsel gelegeneWaikato River mit einer Länge von 425 km, der aus demLakeTaupō gespeist wird und beiPort Waikato südlich vonAuckland in die Tasmansee mündet. DerClutha River/Mata-Au im Süden der neuseeländischen Südinsel ist mit 340 km der zweitlängste Fluss des Landes. Er entspringt demLakeWānaka und mündet etwa 75 km südlich vonDunedin in den Südpazifik. Der drittlängste Fluss des Landes, der 290 km langeWhanganui River, befindet sich wiederum auf der Nordinsel und mündet beiWhanganui in dieCook Strait.
Die Tier- und Pflanzenwelt Neuseelands gehört zu den außergewöhnlichsten der Erde, da die Inselgruppe schon seit sehr langer Zeit von allen anderen Landmassen getrennt ist und sich die Vegetationisoliert entwickeln konnte. Ähnlich wie in Australien – wo es ebenfalls kaum großeFleischfresser gab – vermehrten sich die von den europäischen Kolonialisten eingeführten Nutz- und Haustiere sowie Ratteninvasiv und reduzierten dieendemische Tierwelt der Inseln als Räuber und Nahrungskonkurrenten erheblich, sodass die ursprünglicheArtenvielfalt heute gefährdet ist.
Die größten Gemeinsamkeiten in der Entwicklung derFlora undFauna weist Neuseeland mit Neukaledonien und derLord-Howe-Insel auf.
Etwa 85 % der neuseeländischen Pflanzenarten sindendemisch. Waren vor der Ankunft derMāori noch etwa 80 % des Landes mit Wäldern bedeckt, so wachsen heute noch auf gut 24 % der Landesfläche einheimische Wälder, von deren Fläche rund 77 % unter Schutz stehen. Auf rund fünf Prozent der Landesfläche werden von der neuseeländischen Forstwirtschaft schnellwachsende, nicht-einheimische Baumarten wie dieMonterey-Kiefer (Pinus radiata) und derKüstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) angebaut.
Die beiden wichtigsten einheimischen Waldtypen des Landes sind einerseits feucht-subtropische„Nadel-Mischwälder“, beispielsweise mitSteineibengewächsen (Podocarpaceae wieKahikatea undHalocarpus) oderKauri-Bäumen (Araucariaceae) zusammengesetzt; sowieLaubwälder, die hauptsächlich ausScheinbuchen (Nothofagus) bestehen. Alle neuseeländischen Bäume sind immergrün. Vor allem die Nadelwälder werden durchEpiphyten wie zum Beispiel demNordinsel-Eisenholz (Metrosideros robusta) in ihrer Erscheinung geprägt, aber auch einige wenige, mit europäischenMisteln verwandte Arten lebenhemiparasitisch auf Südbuchen. Unterhalb des dichten Walddaches kommen zahlreiche, meist endemische Farne vor. Am imposantesten sind zweifellos dieBaumfarne (Cyatheales), die bis über zehn Meter hoch werden. Der bekannteste unter den Farnen ist derPonga oderSilberfarn, er stellt die neuseeländische Nationalpflanze dar. Des Weiteren konnten sich in Neuseeland verschiedenePalmenarten wie zum Beispiel dieNikau-Palme (Rhopalostylis sapida) entwickeln. Besonders auffällig sind schließlich noch derPohutukawa (Metrosideros excelsa), dasSüdinsel-Eisenholz (Metrosideros umbellata) und der sogenannteCabbage Tree (Cordyline australis).
Ungefähr zehn Prozent der Landesfläche sind mit einheimischer Offenlandvegetation bedeckt. Dazu gehörenTussock-Graslandschaften sowie Busch- undHeidelandschaften.
Viele der Nischen, die normalerweise vonSäugetieren besetzt würden, sind vonVögeln belegt worden. So spielen hier flugunfähige Vögel eine besonders wichtige Rolle. Zu ihnen gehören derKakapo (Strigops habroptilus), derKiwi (Apterygidae), derTakahē (Porphyrio mantelli), derWeka (Gallirallus australis) und der ausgestorbeneMoa (Dinornithiformes). Die Vögel wurden vonGreifvögeln gejagt, von denen der größte, derHaastadler (Harpagornis moorei), eine Spannweite von bis zu drei Metern und ein Gewicht von bis zu 14 kg hatte. Einige der flugunfähigen Arten kommen heute nur noch auf raubtierfreien Inseln vor der Küste Neuseelands vor. Weniger Probleme haben die kräftigenPapageienartenKea (Nestor notabilis) undKaka (Nestor meridionalis). Darüber hinaus gibt es zahlreiche Vögel, die über die riesigen Weiten des Pazifiks fliegen, um Teile des Jahres in Neuseeland zu verbringen, wie derWestlandsturmvogel (Procellaria westlandica). AuchKönigsalbatrosse (Diomedea epomophora) undAustraltölpel (Morus serrator) nisten hier. Die Küsten teilen sich verschiedenePinguinarten wie derDickschnabelpinguin (Eudyptes pachyrhynchus), derGelbaugenpinguin (Megadyptes antipodes) und derZwergpinguin (Eudyptula minor) mitNeuseeländischen Seebären (Arctocephalus forsteri),Elefantenrobben (Mirounga leonina) undNeuseeländische Seelöwen (Phocarctos hookeri). Vor den Küsten schließlich sindDelfine undWale anzutreffen.
BeimHector-Delfin (Cephalorhynchus hectori) undMaui-Delfin (C. hectori maui) handelt es sich um vom Aussterben bedrohte Arten. Momentan gibt es noch 55 Maui-Delfine in den flachen Küstengewässern der Westküste Neuseelands – in den 1970er Jahren waren es noch etwa 1500 Tiere.[17]Schwalben ließ der Landwirtschaftsminister zu Beginn des 20. Jahrhunderts in größerer Anzahl von Europa nach Neuseeland bringen.[18] Des Weiteren ist Neuseeland die Heimat desTuatara (Sphenodon punctatus), einer uraltenReptilienart, derNeuseeländischen Urfrösche (Leiopelmatidae) und derWetas (Anostostomatidae), einer Insektenfamilie, deren größte Vertreter bis zu zehn Zentimeter lang werden können. Neuseeland ist eines der wenigen Länder der Erde, in denen es keine terrestrischenSchlangen gibt (wohl aber drei Arten vonSeeschlangen im umgebenden Meer).[19] Allerdings kommen fast 60 Echsenarten in Neuseeland vor, vor allemSkinke der GattungOligosoma, dieNeuseeländischen Braungeckos (Hoplodactylus) und dieGrüngeckos (Naultinus).[20]
Galaxias vulgaris, ein in Neuseeland endemisch vorkommender Süßwasserfisch
In den neuseeländischen Flüssen, Bächen und Seen leben lediglich 64 Arten von Süßwasserfischen, von denen mehr als 20 erst von den Europäern eingeführt wurden. Von den vor Ankunft der Europäer vorkommenden Süßwasserfischen gehören 22 Arten zur Familie derGalaxien (Galaxiidae), sieben zur Familie derSchläfergrundeln (Eleotridae) und drei zur Familie derNeuseelandlachse (Retropinnidae).[21] Im Jahr 1907 kamen durch Geschenk desösterreichischen Kaisers auf Bitte des neuseeländischen PremierministersRichard Seddon achtGämsen (sechs Geißen und zwei Böcke) nach Neuseeland.[22] Sie wurden amHooker River in der Nähe desAoraki/Mount Cook ausgesetzt und sollen sich bis 1909 bereits eingelebt und vermehrt haben.[18] 1910 wurden an den Ufern desTamatea /Dusky Sound inFiordland zudem zehn Elche ausgesetzt. Die letzte bestätigte Sichtung eines Elchs in Fiordland war 1952, die Population gilt mittlerweile als ausgestorben.[23]
Pläne zur Eliminierung eingeschleppter Raubtierarten
Die Ankunft erst derMāori und später auch der Europäer hat aufgrund der Eingriffe des Menschen in die Natur und wegen absichtlich und unabsichtlich mitgebrachter Tiere (Neozoen), vor allem vonRatten, aber auch vonHunden,Katzen,Igeln,Hermelinen und anderenWieselarten sowie dem australischenFuchskusu zu zwei spektakulärenAussterbewellen geführt. Insgesamt hat die Ankunft des Menschen zum Aussterben von etwa 70 Vogelarten, einem Säugetier (Große Neuseelandfledermaus), einer Echsenart (Kawekaweau-Gecko), drei Froscharten und einer Art von Süßwasserfischen (Neuseeländischer Forellenhechtling) geführt.[24] Die neuseeländische Regierung versucht mit verschiedenen Maßnahmen, die durch importierte Tiere in ihrer Existenz bedrohten endemischen Arten, allen voran die vielen unterschiedlichen Vögel, vor dem Aussterben zu bewahren. Zum einen wird durchKastration, zum Beispiel von Katzen, deren Vermehrung verhindert, und zum anderen ist Neuseeland weltweit ein Vorreiter bei der Ausrottung eingeführter Tierarten und begann schon in den 1960er Jahren, kleinere Inseln vor der Küste in ihren Zustand vor der Kolonisierung zu versetzen, dort eingeschleppte Raubtiere zu eliminieren und wieder einheimische Arten anzusiedeln. Seit etwa 2010 haben diese Projekte des Naturschutzes eine breite Öffentlichkeit erreicht und sind zu einer nationalen Aufgabe geworden. Bilder von Ratten, die sich auf Vogelgelege und Küken stürzten, rüttelten die neuseeländische Öffentlichkeit auf. Das Konzept eines von eingeschleppten Raubtieren befreiten Neuseeland wurde popularisiert. Ein neuseeländisches Gesetz benannte die schädlichsten invasiven Raubtierspezies: drei Arten von Ratten (Pazifische Ratte,Hausratte undWanderratte),Marder (Hermelin, Wiesel,Iltisse,Nerz), […] und Fuchskusus. Das Ziel, Neuseeland bis zum Jahr 2050 von diesen invasiven Raubtierspezies zu befreien, wurde ausgerufen und die staatliche OrganisationPredator Free 2050 Ltd zur Umsetzung dieses Ziels gegründet. Ratten werden landesweit vor allem mit Giftködern bekämpft. Als ein besonders schwieriges Problem gilt die Ausrottung der Ratten in der Hauptstadt Wellington. Zahlreiche eingezäunte „raubtierfreie Zonen“ wurden in ganz Neuseeland eingerichtet.[25][26][27][28]
Nach einem Bericht des Umwelt- und des Statistikamtes Neuseelands von 2019 beutet das Land seine Natur immer erbarmungsloser aus. Die Landwirtschaft und allmählich auch der Tourismus gefährden demnach mittlerweile ganze Ökosysteme. Zahlreiche Arten seien vom Aussterben bedroht, der Mensch dringe immer weiter in bisher unberührte Landschaften vor. Das Naturparadies stehe vor dem Kollaps. Besonders gefährdet sind dem Bericht zufolge Flüsse und Seen. 95 Prozent aller Fließgewässer im Tiefland seien verschmutzt, die Wasserqualität sei dort so schlecht, dass in den meisten von ihnen nicht gebadet werden dürfe. In jedem zweiten Fließgewässer liege die Kontamination mit Bakterien um ein Fünffaches über den Richtlinien des Gesundheitsministeriums.[29]
Neuseeland hatte 2023 5,2 Millionen Einwohner.[30] Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug + 2,0 %. Zum Bevölkerungswachstum trug ein Geburtenüberschuss (Geburtenziffer: 11,5 pro 1000 Einwohner[31] vs. Sterbeziffer: 7,5 pro 1000 Einwohner[32]) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 1,7, die der Region Ostasien und Ozeanien betrug 1,5.[33] DieLebenserwartung der Einwohner Neuseelands ab der Geburt lag 2022 bei 82,8 Jahren.[34] DerMedian des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 36,5 Jahren.[35] Im Jahr 2023 waren 18,5 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre,[36] während der Anteil der über 64-Jährigen 16,7 Prozent der Bevölkerung betrug.[37] Neuseeland war damit eines der jüngsten Länder der westlichen Welt.
DieBevölkerungsdichte liegt bei 19 Einwohnern pro km². Damit gehört Neuseeland zu den dünner besiedelten Ländern der Erde, wenn es auch um ein Vielfaches dichter besiedelt ist als das NachbarlandAustralien (2,6 Einwohner pro km²). Dabei verteilt sich die Bevölkerung ungleichmäßig auf die verschiedenen Landesteile. Während auf der größeren Südinsel nur gut eine Million Menschen leben und große Landesteile – wie zum BeispielFiordland – so gut wie unbewohnt sind, haben etwa 1,3 Millionen Personen alleine in derMetropolregion Auckland, der größten Stadt des Landes, ihren Wohnsitz. Insgesamt leben über drei Millionen Menschen auf der kleineren Nordinsel. Im Jahr 2023 lebten 87 Prozent der Einwohner Neuseelands in Städten.[38] Dabei lebt alleine in der StadtAuckland fast ein Drittel (32 %) der Gesamtbevölkerung des Landes.
Den größten Teil der Bevölkerung machen Neuseeländer europäischer Abstammung, genanntPākehā, aus. Diese Volksgruppe stammt größtenteils von denbritischen Inseln, aber auch ausDeutschland,Italien,Polen, denNiederlanden und zahlreichen weiteren europäischen Staaten. Eine besondere deutschsprachige Gruppe stellen die Einwanderer aus Böhmen von 1860 bis 1876 dar, die sich inPuhoi,Ohaupo undTe Rore auf der Nordinsel niedergelassen haben.[39] Insgesamt machen die Neuseeländer europäischer Herkunft etwa 67,6 % der Gesamtbevölkerung aus. Die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe bilden diepolynesisch-stämmigenindigenen Einwohner Neuseelands, dieMāori, denen sich 14,6 % der Bevölkerung zugehörig fühlen. Zwischen 1996 und 2006 stieg der Anteil anAsiaten mit insgesamt 9,6 % zur drittgrößten ethnischen Gruppe auf. Dabei bildenChinesen mit 2,8 % vorIndern mit 1,7 % die größte Gruppe. Die asiatische Bevölkerungsgruppe überholte bis 2001 die Gruppe von Menschen von denpazifischen Inseln, die 2006 etwa 6,9 % der Landesbevölkerung stellten. Die meisten der pazifischen Insulaner stammen ausSamoa, gefolgt von denCookinseln sowieTonga. Im Jahre 2017 waren 22,7 % der Bevölkerung Migranten. Häufigste Herkunftsländer waren das Vereinigte Königreich (270.000 Personen), die Volksrepublik China (100.000), Indien und Australien (jeweils 70.000). In Neuseeland leben ca. 10.000 Deutsche.[40]
(Stand:jeweils Volkszählung 2006, Anmerkung:Bei diesen Zahlen ist zu beachten, dass es in Neuseeland einer Person möglich ist, sich mehreren ethnischen Gruppen zuzuordnen, zudem wurde 2006 erstmals die Möglichkeit angeboten, sich keiner speziellen Ethnie zuzuordnen, was 11,1 % für sich nutzten.)
25,2 % der Bevölkerung waren im Jahr 2013 nicht in Neuseeland geboren.[41]
Die größten Konfessionen Neuseelands pro Distrikt (2013)
In Neuseeland leben vergleichsweise vieleKonfessionslose. Zur Volkszählung des Jahres 2013 bekannten sich 55 % der Gesamtbevölkerung zu (mindestens) einer Religion – darunter 48,9 % Christen –, 42 % gaben dagegen an, keiner Religion anzugehören. Die verbreitetsten christlichen Konfessionen sind dierömisch-katholische (12,6 %), dieanglikanische (11,8 %) und diepresbyterianische Kirche (8,5 %); weitere 5,5 % bezeichneten sich als Christen, ohne eine bestimmte Konfession anzugeben. Auch dieRingatū-Kirche und dieRātana-Bewegung, die vonMāori gegründet wurden, sind zum Christentum zu zählen (1,4 %). Weitere nennenswert vertretene Religionen sindHinduismus (2,3 %),Buddhismus (1,5 %) undIslam (1,2 %).[42]
Während die anglikanische sowie die presbyterianische Kirche in den letzten Jahren an Mitgliederschwund leiden (zwischen 2001 und 2013 Rückgang von 21 % bzw. 23 %), verzeichnen die meisten anderen Religionsgemeinschaften Mitgliederzuwächse, meistens durch Einwanderer. Die katholische Kirche ist in den Großstädten der Nordinsel bereits größte Konfession. Die Zahlen der Hindus und Muslime haben sich zwischen 2001 und 2013 ungefähr verdoppelt.[42]
Durch den ausgeprägten Anteil an Presbyterianern im Süden der Südinsel kann man heute noch erkennen, dass dieses Gebiet vornehmlich durchschottische Einwanderer besiedelt wurde. Die katholische Bevölkerungsmehrheit in manchen ländlichen Distrikten ist zum Beispiel inWaitakereCity auf Zuwanderung vonKroaten aus demKönigreich Dalmatien zurückzuführen. Dieitalienische katholische Gemeinde stellt aufgrund sehr starker Zuwanderung die größte Gruppe innerhalb der neuseeländischen Katholiken dar.
Neuseeland hat zweiAmtssprachen:Te Reo Māori und dieneuseeländische Gebärdensprache. Dieenglische Sprache ist keine Amtssprache, sondern wird lediglich als De-facto-Amtssprache bezeichnet[1] und dies, obwohl Englisch von rund 96 % der neuseeländischen Bevölkerung gesprochen wird. Englisch ist auch die seit Anbeginn der Kolonisierung Neuseelands von offiziellen Stellen verwendete und in der Verwaltung und Gesetzestexten verwendete Sprache.[43] Im August 2015 startete eine Bürgerin des Landes eine Petition mit dem Ziel, Englisch als Amtssprache in Neuseeland einzuführen. Der Ausgang ist noch offen.[43]
Während sowohlMāori als auch die neuseeländische Gebärdensprache nur von einem relativ geringen Anteil der Bevölkerung verstanden oder gar aktiv verwendet werden, ist dasneuseeländische Englisch die wichtigste Umgangssprache. DieseVarietät der englischen Sprache ist mit demaustralischen Englisch verwandt, unterscheidet sich aber von dieser durch die grundsätzlich andere Betonung einiger Vokale und Wörter, sodass Missverständnisse zwischen Sprechern des neuseeländischen und australischen Englisch nicht ausgeschlossen sind. Andere besondere Eigenschaften des neuseeländischen Englisch machen derMāori-Sprache entlehnte Wörter aus. Ihr Gebrauch ist vor allem in derMāori-Bevölkerung verbreitet.
Māori (Eigenbezeichnung:Te Reo Māori) verlor bis in die 1970er Jahre immer mehr an Bedeutung, und die Anzahl derMāori-Sprecher nahm kontinuierlich ab. Am 1. August 1987 wurdeMāori aber zur Amtssprache erhoben und seit dieser Zeit wird an immer mehr – öffentlichen wie privaten – SchulenMāori als Wahlfach unterrichtet, so dass auch Neuseeländer europäischer Abstammung Zugang zu dieser Sprache erhalten. Seitdem nimmt die Zahl derer, dieMāori sprechen und verstehen, besonders in der Altersgruppe der 3- bis 25-Jährigen, wieder zu. Insgesamt konnten 2006 nach eigenen Angaben 4,2 % der BevölkerungMāori sprechen.Die neuseeländische Gebärdensprache (englisch:New Zealand Sign Language; NZSL) ist seit dem 10. April 2006 ebenfalls Amtssprache und ist damit die weltweit erste Sprache für Gehörlose, die diesen Status besitzt. Obwohl sie bereits seit 1994 an speziellen Schulen unterrichtet wird und 1998 das erste Wörterbuch für die Sprache veröffentlicht wurde, betrug 2006 die Zahl der Menschen, die die Gebärdensprache beherrschten, gerade einmal 0,6 %. Die Anzahlgehörloser oder hörbehinderter Menschen in Neuseeland ist ungefähr doppelt so hoch.
Zusätzlich zu den drei Amtssprachen werden noch zahlreiche andere Sprachen in Neuseeland gesprochen, die von den vielen Einwanderern ins Land gebracht wurden, dazu zählten im Jahr 2013 die sechs am meisten gesprochenen Sprachen, wieEnglisch (96,1 %),Māori (3,7 %),Samoanisch (2,2 %),Hindi (1,7 %), das im Norden von China gesprocheneChinesisch inklusiveMandarin (1,3 %) undFranzösisch (1,2 %). Deutsch wird in den RegionenWellington (fünfthäufigst) undCanterbury (vierthäufigst) in nennenswerter Anzahl gesprochen.[44]
Es gibt in Neuseeland keinen verpflichtenden Unterricht für Fremdsprachen, sie werden nach Bedarf unterrichtet. Die beliebtesten Fremdsprachen sind seit 2015 Chinesisch, gefolgt von Französisch, das zuvor die häufigste erlernte Fremdsprache in Neuseeland war.[45]
Die Entwicklung Neuseelands haben immer wieder deutschsprachige bzw. deutschstämmige Personen entscheidend mitgestaltet. Bereits im Zuge der Besiedlung Neuseelands durch Europäer erreichten zahlreiche Deutsche, Österreicher und Schweizer das andere Ende der Welt. Die Auswanderer wurden von derNew Zealand Company vor allem in Norddeutschland geworben. Während des 19. Jahrhunderts bildeten deutschstämmige Menschen nach Briten die zweitgrößte ethnische Gruppe, die in den Pazifikstaat immigrierte. Sie ließen sich zunächst in der Region umRussell im Norden Neuseelands, auf derBanks Peninsula („German Bay“) im Südosten des Landes, später auch in der Nähe vonNelson im Zentrum des Staates nieder. Viele Ortsnamen zeugen noch heute aus der Zeit der frühen deutschen Einwanderung nach Neuseeland, z. B. „Neudorf“, ein weltweit anerkanntes Weingut nordwestlich vonNelson.
Trotz einer restriktiven Einwanderungspolitik konnten zwischen 1933 und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs etwa 1100 Flüchtlinge aus Zentral- und Osteuropa nach Neuseeland einreisen, darunter etwa 900 aus Deutschland und Österreich. Die meisten von ihnen wurden während der Kriegsjahre zuEnemy Aliens erklärt.[46] Zusätzlich zu einigen fremdenfeindlichen Tendenzen innerhalb der neuseeländischen Gesellschaft und der Furcht, die Flüchtlinge könnten sich alsfünfte Kolonne ihrer Herkunftsländer entpuppen, schufen die 1940 verabschiedetenAliens Emergency Regulations die Voraussetzungen dafür, dass die Regierung Ausländer kontrollieren, internieren oder ausweisen konnte.
„Diese Vorschriften schränkten den Besitz von Gegenständen wie z. B. Waffen, Landkarten, Kurzwellenradios, Kameras und Röntgenapparate ein. Gewisse Wohnorte waren den ‚enemy aliens‘ ebenfalls verboten. Es wurde ihnen die Verpflichtung auferlegt, sich bei der Polizei zu melden, und Ausländer in einer eingeschränkten Kategorie mussten eine Genehmigung einholen, wenn sie sich mehr als vierundzwanzig Meilen von ihremüblichen Wohnsitz entfernen wollten bzw. mit einer mehr als vierundzwanzigstündigen Abwesenheit von dort rechneten. Flüchtlinge waren ferner von gewissen Berufen und vor allem von den Streitkräften ausgeschlossen.“
–Ann Beaglehole:Flüchtlinge aus Nazi-Deutschland und -Österreich 1933–1945, S. 51
Beaglehole geht davon aus, dass diese Einschränkungen den meisten Flüchtlingen keine größeren Probleme bereitet haben, dass sie aber dennoch unter Drangsalierungen und Bespitzelungen aus ihrem beruflichen und privaten Umfeld heraus zu leiden hatten. Für einige Flüchtlinge wurde Neuseeland „zu einem unbehaglichen Zufluchtsort, der Anklänge an den Nazismus hatte, dem sie zu entkommen gesucht hatten“.[46.1]
Personen deutschsprachigen Ursprungs sind unter anderen:
Paul Binswanger (1896–1961), deutscher Literaturwissenschaftler, und seine FrauOtti Binswanger (1896–1971), deutsche Schriftstellerin, lebten von 1939 bis 1948 im neuseeländischen Exil.
Minnie Maria Dronke (1904–1987) war eine deutsche Schauspielerin und neuseeländische Theaterpädagogin und Regisseurin, die 1938 über England nach Neuseeland emigrierte.
Gerda Eichbaum (1903–1992), deutsch-neuseeländischeGermanistin, Hochschullehrerin und Kunstkritikerin, die als jüdische Emigrantin 1936 nach Neuseeland kam; 1959 änderte sie ihren Namen in Gerda Bell um.
Margot Ruben (1908–1980) war nicht nur die Sekretärin und Vertraute von Karl Wolfskehl, sondern auch dessen Nachlassverwalterin und Herausgeberin von dessen Exilschriften. Sie kam 1938 zusammen mit Wolfskehl nach Neuseeland und kehrte 1956 nach Europa zurück.[47]
Caesar Steinhof (1909–1954) war ein jüdischer Theologe aus Hamburg, der ab 1940 als Religionslehrer inDunedin wirkte. Er war einer der engsten Vertrauten von Karl Wolfskehl in Neuseeland.[48]
Gustav von Tempsky (1828–1868), ehemaliger preußischer Offizier; britischer Major der „Forest Ranger“.
Karl Wolfskehl (1869–1948), Dichter deutscher Herkunft, der aufgrund seiner jüdischen Abstammung aus Deutschland emigrieren musste.
Tāwhiao, zweiter König derMāori, mitTā moko (etwa 1890)
Neuseeland wurde gegen Ende des 13. Jahrhunderts, spätestens aber in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts vonPolynesiern entdeckt und in mehreren Einwanderungswellen besiedelt. Die Datierung von Knochen derpazifischen Ratte und von eingeführten Samen mittels derRadiokohlenstoffmethode datieren die früheste Ankunft der Polynesier auf um 1280.[49][50]
Die Nachkommen der ersten Einwanderer begründeten dieMāori-Kultur. Aus der Besiedlung derChatham Islands östlich von Neuseeland ging dieMoriori-Kultur hervor. Ob diese Besiedlung von Neuseeland aus erfolgte, ist umstritten, aber sprachliche Gemeinsamkeiten sind Anzeichen für eine Besiedlung vom Festland aus. Viele der eingewandertenMāori – vor allem auf der Nordinsel – gaben dem Land den NamenAotearoa, was im Allgemeinen mit „Land der langen weißen Wolke“ übersetzt wird.
Die erstenMāori, die das Land erreichten, fanden keineSäugetiere vor. Um sich zu ernähren, jagten sie zunächst denMoa, einen flugunfähigen, demafrikanischen Strauß entfernt ähnlichen Vogel, der 90 Jahre später aufgrund der intensiven Bejagung ausgestorben war.[51] Ebenso verschwand derHaastadler, der größteGreifvogel der neuzeitlichen Erde; der letzte seiner Art starb vermutlich um 1700. Die humane Erstbesiedlung durch dieMāori bedeutete die rasche Ausrottung zahlreicher Tierarten auf der Inselgruppe.[52] Später ergänzten dieMāori ihren Speiseplan durch die Kultivierung derKumara (Süßkartoffel).
Der erste Europäer, der Neuseeland erblickte, war derniederländische SeefahrerAbel Tasman. Seine Aufgabe war es, das„Große südliche Land“ zu finden, weil dort wertvolle Rohstoffe vermutet wurden. Auf seiner Reise entdeckte er im Jahr 1642 ein „großes, hoch gelegenes Land“ auf der Südinsel, die heutige Region West Coast. Er war sich nicht sicher und vermutete, dass er ein weiteres Stück Küste vonStaten Landt entdeckt hätte. Als er in derGolden Bay /Mohua in der heutigen RegionTasman das Land aus der Nähe erkunden wollte, kam es zu einer ersten blutigen Begegnung mit den Einwohnern, bei der vier niederländische Seeleute getötet wurden. Der „Entdecker Neuseelands“ setzte niemals einen Fuß auf neuseeländischen Boden. Als eine Expedition unterHendrik Brouwer ein Jahr später festgestellt hatte, dass der von Tasman vorgefundene Küstenstreifen nicht zuStaten Landt gehörte, wurde das LandNova Zeelandia (lateinisch) oderNieuw Zeeland (niederländisch) genannt (wie dieProvinz Zeeland), in Anlehnung an Australien, dasNova Hollandia oderNieuw Holland genannt worden war.
Erst 1769/70 wurden erneut Expeditionen in die Gewässer um die (auf Englisch)New Zealand genannten Inseln gestartet. Der britische KapitänJames Cook sollte wie Tasman einen vermuteten südlichen Kontinent finden.[53] Im Oktober 1769 traf Cooks Schiff Endeavour von Tahiti kommend am südwestlichen Punkt der heuteTūranganui-a-Kiwa /Poverty Bay genannten Bucht auf Neuseeland. Nach ersten feindseligen Begegnungen, dann aber auch gelungenen Annäherungsversuchen mit Māori, umsegelte Cook zunächst die Nordinsel sowie nach einem längeren Aufenthalt in denMarlborough Sounds die Südinsel und konnte so nachweisen, dass es sich bei Neuseeland um Inseln und nicht um einen Teil eines Kontinents handelte. Cook und die ihn begleitenden Wissenschaftler begannen das Land gründlich zu kartographieren, sie erkundeten ausgiebig Flora und Fauna und sammelten Informationen zu denMāori.
Nur wenige Wochen nach Cook erreichte auchJean François Marie de Surville die Inseln. In den folgenden Jahren wanderten vor allemWalfänger,Robbenfänger und später auchMissionare nach Neuseeland ein. Diese pflegten ausgeprägte Kontakte zu denMāori. Die beiden Parteien trieben regen Handel miteinander, einige Europäer lebten auch mit denMāori zusammen.
Die bei Tauschgeschäften von den Europäern durch dieMāori seit dem Ende des 18. Jahrhunderts erworbenen Schusswaffen begünstigten gewalttätige Auseinandersetzungen, die von 1829 bis 1835 in denMusketenkriegen (englisch:Musket Wars) gipfelten, bei denen sich zahlreiche Stämme bekämpften und – Schätzungen der Regierung zufolge – etwa 20.000 Menschen zu Tode kamen. Auch die von Europäern eingeschleppten Krankheiten, gegen deren Erreger dieMāori nicht resistent waren, dezimierten ihre Anzahl nachhaltig. In den 1820er Jahren kam es zudem zu ersten bewaffneten Auseinandersetzungen zwischenMāori und Weißen. 1832 schickte die britische Regierung den GesandtenJames Busby nach Neuseeland und ernannte ihn zumResidenten. Er sollte den britischen Handel überwachen und kontrollieren und zwischen streitenden Weißen undMāori vermitteln, er war dabei jedoch weitgehend auf sich allein gestellt. Nachdem ein neuseeländisches Handelsschiff wegen des fehlenden Herkunftssymboles im Hafen vonSydney beschlagnahmt worden war und auch nicht unter britischer Flagge fahren durfte, da Neuseeland noch nicht zu Großbritannien gehörte, wählten am 20. März 1834 mehrere DutzendMāori-Anführer unter seiner Aufsicht eine offizielle Flagge aus, die später zur offiziellen Flagge derUnited Tribes of New Zealand (deutsch:Vereinigte Stämme Neuseelands) wurde. Da es in Neuseeland noch keine Gesetzgebung gab und die Befürchtung aufkam, dassFrankreich an derBanks Peninsula eine eigene Kolonie gründen könnte, setzteBusby einen Vertrag auf, der am 28. Oktober 1835 von über 30 Māori-Anführern unterzeichnet wurde und alsUnabhängigkeitserklärung Neuseelands und damit als Gründung der „Vereinigten Stämme“ in die Geschichte einging.
DieSouveränität des Landes fand jedoch schon wenige Jahre später ein jähes Ende. Zu diesem Zeitpunkt gab es inFrankreich nämlich tatsächlich Bestrebungen, auf der Südinsel des Landes eineKolonie zu gründen, was die britische Krone unter allen Umständen verhindern wollte. Da man die „Vereinigten Stämme“ für zu schwach befand, ihre Interessen selbst zu verteidigen, wurde das Land im Januar 1840 vomBritischen Weltreich offiziell annektiert. Um das Vorgehen als rechtmäßig zu erklären, beeilte sich der damaligeGeneralgouverneurWilliam Hobson, zahlreicheMāori-Häuptlinge nahe dem OrtWaitangi zu versammeln, damit sie am 6. Februar des gleichen Jahres denVertrag von Waitangi unterzeichnen konnten. Dieses Dokument gilt als die „Geburtsstunde“ des modernen Neuseeland; der Vertrag verband das Land mit derbritischen Krone. Gleichzeitig gaben dieMāori damit ihre Souveränität auf und bekamen dafürBürgerrechte zugesichert. Sie durften die Ländereien behalten, die vor Unterzeichnung des Vertrages in ihrem Besitz waren. Im Jahr 1975 wurde schließlich dasWaitangi Tribunal eingesetzt, das bei Unstimmigkeiten und Vertragsverletzungen Regelungen trifft und sich auch für Wiedergutmachungen einsetzt.
Auf der Südinsel Neuseelands scheiterte die Kolonialisierung durch Frankreich nur knapp. 1840 warJean Langlois zurBanks Peninsula aufgebrochen, um sie für Frankreich in Besitz zu nehmen. Als der Plan bekannt wurde, sandten die Briten eine Expedition aus, um die Halbinsel für die Krone zu sichern.Langlois erreichte die Gewässer vor dem heutigenAkaroa zwar als erster, konnte aber wegen widriger Winde nicht an Land gehen. Als das Wetter die Landung zuließ, musste er dann erkennen, dass ihm die Briten zuvorgekommen waren. Die französischen Siedler durften sich gleichwohl inAkaroa niederlassen, was heute auch in den französischen Straßennamen sichtbar ist.
Die 1839 gegründeteNew Zealand Company warb um neueEinwanderer. Diese errichteten zahlreiche Städte und Dörfer und besiedelten große Teile des Landes. Sie lebten oft als Bauern in Frieden mit denMāori und kultivierten die Landschaft. Als aber mehr und mehr Einwanderer das Land erreichten und immer größere Landflächen benötigt wurden, kam es zu Zwistigkeiten zwischen Siedlern undMāori. Mit der Zeit wurden die Missstände immer größer, und so kam es schließlich zu offenen bewaffneten Konflikten, die inNorthland bereits im Jahr 1840 zu einer kriegerischen Auseinandersetzung anwuchsen. Bis 1860 hatten sich die Kämpfe, die alsNeuseelandkriege in die Geschichte eingingen, auf das ganze Land ausgedehnt. Nach diesen Auseinandersetzungen betrug die Zahl derMāori 1891 nur noch 44.000 im Vergleich zu über 120.000 vor dem Jahr 1820.
Nach der Unterzeichnung des Vertrages von Waitangi wurde Neuseeland als Teil vonNew South Wales verwaltet, bis das Land ab 31. Mai 1841 eine eigene Kolonie bildete. Die Europäer besiedelten in den folgenden Jahrzehnten beinahe das gesamte Land und gründeten insgesamt neun Provinzen.
Im Jahre 1861 wurden auf der Südinsel großeGoldvorkommen entdeckt, was zumGoldrausch in Otago führte. Umseparatistische Bewegungen auf der aufstrebenden Südinsel zu verhindern, wurde die ursprünglich inRussell gelegene Hauptstadt vonAuckland im hohen Norden nachWellington in die Mitte des Landes verlegt.
Schon vor der Jahrhundertwende setzte Neuseeland im Umgang mit bisher benachteiligten Personengruppen Maßstäbe, was für den Rest der Welt zur damaligen Zeit noch unmöglich schien. Als sich das Land seit 1852 aufgrund desNew Zealand Constitution Act 1852 relativ selbständig verwaltete, bekamen ab 1867 auch die männlichenMāori das Wahlrecht und Sitze im Parlament. Am 8. September 1893 wurde das Gesetz, das Neuseeländerinnen mitbritischer Staatsbürgerschaft ab 21 Jahren das aktiveFrauenwahlrecht verlieh, mit einer Mehrheit von zwei Stimmen beschlossen. Maorifrauen waren eingeschlossen. Am 19. September unterschrieb es derGouverneurLord Glasgow, wodurch das Gesetz in Kraft trat.[54][55] Allerdings waren einige Gruppen von Frauen weiterhin ausgeschlossen; wie auch in manchen anderen Staaten gehörten Gefängnisinsassinnen und Frauen in psychiatrischen Anstalten dazu.[56][57]
Das Land entschied sich 1901 gegen einen Beitritt zumCommonwealth of Australia und blieb bis 1907 eine Kolonie, als Neuseeland den Status einerDominion erhielt und folglich fast unabhängig von Großbritannien wurde. Über die gesamte Kolonialzeit bis in die jüngere Gegenwart hinweg erwies sich das Land als besonders treuer Bündnispartner Großbritanniens. So entsandte Neuseeland Truppen für denZweiten Burenkrieg, denErsten undZweiten Weltkrieg sowie dieSueskrise.
Die Frage, seit wann Neuseeland ein eigenständiger Staat ist, ist nicht leicht zu klären, da das Land nach angelsächsischer Tradition keine geschriebene Verfassung besitzt. Neben 1840 (Vertrag von Waitangi) und 1907 (Entstehung der Dominion) gibt es weitere Zeitpunkte auf Neuseelands Weg zur Unabhängigkeit: 1931 wurde von der britischen Regierung derStatute of Westminster Act erlassen, das denDominions die Möglichkeit zur Unabhängigkeit gab. 1947 akzeptierte das neuseeländische Parlament mit demStatute of Westminster Adoption Act 1947 die angebotene völlige Souveränität, die mit der Mitgliedschaft imCommonwealth of Nations verbunden war. Am 25. Dezember 1947 erhielt das Gesetz durch Unterzeichnung durch die britische Krone Rechtskraft. Andererseits gab sich Neuseeland erst 1986 eine vom neuseeländischen Parlament abgesegnete Verfassung, bis dahin galt die Verfassung des noch vom britischen Parlament verabschiedetenNew Zealand Constitution Act 1852.
DaspassiveFrauenwahlrecht für die Wahlen zumUnterhaus wurde erst am 29. Oktober 1919 mit demWomen’s Parliamentary Rights Act erreicht.[58][56] Erst 1941 erlangten Frauen das passive Wahlrecht für dasOberhaus.[57]
Die amSchwarzen Freitag 1929 eingeläuteteWeltwirtschaftskrise traf das wirtschaftlich von Großbritannien abhängige Land sehr hart und führte zur ersten Regierungsbildung durch dieLabour Party (Arbeiterpartei), die den neuseeländischenWohlfahrtsstaat etablierte und den Wirtschaftsverkehr weitgehend kontrollierte. Diese Politik wurde über Jahrzehnte erfolgreich praktiziert, bis veränderte Bedingungen zu einem erneuten radikalen Kurswechsel führten. Bereits in den ausgehenden 1960er Jahren schwächelte das hochsubventionierte Staats- und Wirtschaftswesen des Landes und brach mit dem Beitritt Großbritanniens in dieEG 1973 weitgehend zusammen. Die bewährte enge wirtschaftliche Bindung zum einstigen Mutterland existierte plötzlich nicht mehr. Das Land litt unter hohenInflationsraten, überbordenderBürokratie und zu hohen Staatsausgaben. Erst eine von der Labour-Regierung unterDavid Lange 1984 begonnene und unter seinenkonservativen Nachfolgern fortgesetzte durchgreifendeLiberalisierung brachte auf längere Sicht die Wende, wobei die Arbeitslosenzahlen die langwierigsten Probleme bereiteten. Doch Mitte der 1990er Jahre hatte der Aufschwung das ganze Land bereits an die Spitze der Industrienationen katapultiert. Seit der Machtübernahme der Labour Party unterHelen Clark 1999 wurde diese Wirtschaftspolitik erneut teilweise revidiert, privatisierte Staatsunternehmen zurückgekauft und der soziale Ausgleich, vor allem zwischen dem Wirtschaftszentrum Auckland und dem ländlichen Raum, trat wieder in den Vordergrund.
Im Jahre 1951 verbündeten sich die drei StaatenAustralien, dieUSA und Neuseeland zumANZUS-Sicherheitspakt, um im Hinblick auf den gerade vorübergegangenen Zweiten Weltkrieg zukünftige Konflikte gemeinsam verhindern zu können. Wegen Differenzen über Neuseelands Anti-Atompolitik erfolgte die Suspendierung des Pakts durch die USA im Jahr 1984. Im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen dasfranzösischeAtomwaffen-Programm inFranzösisch-Polynesien wurde dasGreenpeace-FlaggschiffRainbow Warrior 1985 im Hafen vonAuckland von französischen Geheimagenten versenkt. Zwei Jahre später erklärte sich Neuseeland zuratomwaffenfreien Zone.
Der 38. PremierministerJohn Key und die ehemalige Premierministerin und ehemalige Leiterin desUNDPHelen Clark
Die Sprache und Kultur der bis in die 1970er Jahre gesellschaftlich marginalisierten Ureinwohner, derMāori, werden heute – in krassem Gegensatz zur Politik des Nachbarn Australien – besonders gefördert; so gibt es Radio, Fernsehen und Zeitungen in derMāori-Sprache, die Abgeordneten der für dieMāori reservierten Parlamentssitze werden in gesonderten Wahlkreisen gewählt, und die traditionelleMāori-Kultur wird auch touristisch vermarktet.
Im Jahre 2014 wurde die Entfernung desUnion Jack als ehemaliges koloniales Zeichen aus der Staatsflagge diskutiert.[59] Die Bürger wurden 2016 dazu aufgerufen, über die Beibehaltung oder eine Neugestaltung abzustimmen.[60] Der Entscheid führte im März 2016 schließlich für die Beibehaltung der alten Nationalflagge.[61]
DasBeehive (Bienenstock) inWellington, Sitz desPrime Ministers, der Minister des Kabinetts und Tagungsort des Kabinetts; rechts das Parlamentsgebäude
Neuseeland ist eine unabhängigeparlamentarische Monarchie, die sich am britischen Vorbild orientiert, aber nur eine Kammer hat, es gibt also kein Oberhaus. Es verfügt als einer von drei Staaten weltweit, neben dem Vereinigten Königreich und Israel, über keine kodifizierte Verfassung.[62] Nach demConstitution Act 1986 ist der Monarch von Großbritannien und Nordirland in seinem Amt als König bzw. Königin von Neuseeland dasStaatsoberhaupt. EinGeneralgouverneur repräsentiert wie in jedemCommonwealth Realm das Staatsoberhaupt, er kann jedoch keine Macht auf das Parlament ausüben.Regierungssitz und Sitz des Parlaments istWellington.
Exekutive –Regierungschef ist derPremierminister. Das aus 20 Personen bestehende Kabinett leitet der Premierminister. Alle Kabinettsmitglieder müssen zugleich Mitglieder des Parlaments sein.
Legislative – Das Parlament besteht normalerweise aus 120Abgeordneten, die alle drei Jahre gewählt werden; durchÜberhangmandate können aber in das Parlament über 120 Mitglieder einziehen (2005: ein Überhangmandat). Eine kleine Anzahl von derzeit sieben Sitzen im Parlament ist dabei fürMāori-Abgeordnete reserviert. Seit 1996 wird nach dempersonalisierten Verhältniswahlrecht gewählt, das das zuvor angewandteMehrheitswahlrecht nach britischem Vorbild ablöste.
Judikative – Die Judikative in Neuseeland wird durch denSupreme Court als Obersten Gerichtshof Neuseelands, denCourt of Appeal als Berufungsgericht und denHigh Court, sowie durch zahlreiche regionale Gerichte, dieDistrict Courts ausgeübt. Des Weiteren existieren für bestimmte Verhandlungen besondere Gerichte, so zum Beispiel dasYouth Court (Jugendgericht), ein Gericht fürMāori-Fragen, alsMāoriLand Court bekannt, oder das Familiengericht, dasFamily Court genannt wird. Außerdem gibt es noch weitere besondere Gerichtsbarkeiten, wie zum Beispiel dasWaitangi Tribunal.
Das neuseeländische Gesetz basiert auf drei wichtigen Säulen: dem englischenCommon Law, sehr vielen im Vereinigten Königreich beschlossenen Gesetzen, zum Beispiel derBill of Rights von 1689, sowie allen Beschlüssen des neuseeländischen Parlaments. Das großteils auf demGewohnheitsrecht basierende Common Law wird fast immer genau so wie in Großbritannien angewandt, auch, weil das Oberste Gericht bis zum Jahr 2004, als derSupreme Court of New Zealand inWellington seine Arbeit aufnahm, das Gericht desPrivy Council inLondon war.
Vor der Bildung von politischen Parteien gab es im neuseeländischen Parlament nur einzelne Kandidaten zu wählen. In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts bildeten sich zunehmend stärker werdende lose Interessengruppen, die sich zu Beginn meist nach geographischer Herkunft der Kandidaten, später dann aber nach politischer Einstellung – Konservatismus oderLiberalismus – zusammenfanden. Generell wird die vonJohn Ballance gegründete und später vonRichard Seddon geprägteLiberal Party als erste wirkliche politische Partei Neuseelands angesehen. Sie stellte von 1890 bis 1912 die Regierungsmehrheit. Ab 1903 begannen zahlreiche Parlamentarier damit, sich zu einer konservativen Alternativbewegung zusammenzuschließen, die seit 1909 offiziell alsReform Party bezeichnet wurde und sich deutlich von der liberalen Partei unterscheiden sollte. Mit dem Zusammenschluss von zahlreichensozialistischen Gruppierungen zurLabour Party im Jahr 1916 begann der Niedergang der liberalen Partei, die in den folgenden Wahlen keinen Rückhalt mehr aus derArbeiterklasse hatte und schließlich auch noch auf ihre zweite Wählerbasis, Geschäftsleute undArbeitgeber, die über den Aufstieg derSocial Democratic Party besorgt waren und sich geschlossen derReform Party mit ihrem „Anti-Sozialismus“-Programm anschlossen, verzichten mussten. Letztere politische Vereinigung war bis 1928 an der Macht, bis sie von einem Bündnis ausLabour Party undUnited Party, der Nachfolgepartei derLiberal Party, abgelöst wurde. Als die Arbeiterpartei 1935 ohne Koalitionspartner die Regierung bilden konnte, fusioniertenUnited undReform Party zur konservativenNational Party, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts der größte und einzige Konkurrent derLabour Party war. In den frühen 1990er Jahren wurden zahlreiche kleinere Parteien gegründet, die bekanntesten sind dieGreen Party ofAotearoaNew Zealand (1990),Alliance (1991) sowieNew Zealand First (1993). Diese konnten wegen des Mehrheitswahlrechts trotz großer Stimmenanteile nur wenige Parlamentssitze erringen. Erst nach der Änderung desWahlsystems im Jahr 1993 und der damit verbundenen Einführung despersonalisierten Verhältniswahlrechts zu den Wahlen desHouse of Representatives im Jahr 1996 waren kleinere Parteien in größerem Umfang in der Lage, die Politik des Landes mitzubestimmen.
Nach den Wahlen von 2005 dominieren zwar weiter dieLabour Party unter ihrer VorsitzendenHelen Clark und dieNational Party unter ihrem VorsitzendenJohn Key die neuseeländische Parteienlandschaft und liefern sich bei Wahlen regelmäßig ein Kopf-an-Kopf-Rennen, doch neben diesen beiden Parteien sind noch sechs weitere im Repräsentantenhaus vertreten: die rechtsgerichtete,nationalistische und häufig alspopulistisch beschriebene ParteiNew Zealand First, die linksgerichtete,grüneGreen Party ofAotearoaNew Zealand, die 2004 vom ehemaligen Labour-KabinettsmitgliedTariana Turia gegründeteMāoriParty, die sich insbesondere für die Interessen derMāori einsetzt, diechristdemokratische Mitte-rechts-ParteiUnited Future, diewirtschaftsliberaleACT New Zealand und diedemokratisch-sozialistischeJim Anderton’s Progressive (eine Abspaltung der sozialdemokratischenAlliance).
Die 1999 formierte Mitte-links-Koalition unter PremierministerinHelen Clark wurde bei der Wahl am 8. November 2008 von einer Koalition unter Führung derNational Party abgelöst. Der neue PremierministerJohn Key nahm am 19. November 2008 seine Amtsgeschäfte auf. Seine Regierung wurde von derMāoriParty,Act New Zealand und derUnited Future New Zealand unterstützt. Die größteOppositionspartei wurde dieLabour Party. Am 26. November 2011 konnte die regierendeNational Party unterJohn Key ihre Führung mit 47,31 % der abgegebenen Stimmen noch ausbauen und verfehlte mit 59 Sitzen nur knapp die absolute Mehrheit imHouse of Representatives.[68] Am 5. Dezember 2016 erklärte Key aus privaten Gründen seinen Rücktritt, sein Nachfolger wurde am 12. Dezember 2016 ParteikollegeBill English.[69] Bei derParlamentswahl am 23. September 2017 wurde dieNational Party erneut stärkste Kraft, allerdings kam die Regierung durch eine Koalition derLabour Party mitNew Zealand First zustande, die von derGreen Party toleriert wurde. Neue Premierministerin wurde am 26. Oktober 2017Jacinda Ardern;[70] die 2020 für weitere drei Jahre im Amt bestätigt wurde und im Januar 2023 aus privaten Gründen zurücktrat.Chris Hipkins trat am 25. Januar 2023 ihre Nachfolge an und wurde am 27. November 2023 durchChristopher Luxon abgelöst. Unter anderem hat Neuseeland als weltweit erster Staat einWellbeing Budget verabschiedet, bei dem neben ökonomischen auch soziale und ökologische Wohlfahrtsindikatoren berücksichtigt werden.[71]
*1917 benannte der damalige KönigGeorg V. sein Haus vonSachsen-Coburg-Gotha inWindsor um, um das britische Königshaus vom im Ersten Weltkrieg feindlichen Deutschen Reich abzugrenzen.
Das Staatsoberhaupt wird durch denGeneralgouverneur von Neuseeland vertreten, der im politischen Alltag als De-facto-Staatsoberhaupt gilt.
Für die innere Sicherheit des Landes sind die rund 12.000 Bediensteten derneuseeländischen Polizei verantwortlich. Streifenpolizisten tragen in der Regel wie im Mutterland Großbritannien keine Schusswaffen.[72] Standardmäßig bewaffnet sind hingegen die Angehörigen der sogenanntenArmed Offenders Squads. Diese bestehen aus insgesamt rund 300 Beamten, die sich auf 17 Einheiten verteilen und am ehesten mit den deutschenSpezialeinsatzkommandos vergleichbar sind.[73]
Das militärische VerteidigungsbündnisANZUS mit den USA und Australien war zwischenzeitlich wegen der strikten Anti-Atom-Politik Neuseelands, in deren Rahmen sich das Land auch gegen die französischen Atomtests imSüdpazifik starkmachte, ausgesetzt. Neuseeland gilt den Vereinigten Staaten als einer dertreuesten Verbündeten außerhalb der NATO.
Neuseeland nimmt derzeit rund 45.000 Einwanderer pro Jahr auf. Das Einwanderungssystem des Landes funktioniert nach einer Punktetabelle, diese bezieht sich nicht nur auf die Schulbildung eines Kandidaten, sondern auch auf die vorhergegangenen Beschäftigungen.
Neuseeland istzentralistisch organisiert und besitzt seit der großen Verwaltungsreform des Jahres 1989 eine dreistufige Verwaltungsgliederung.[75] Unterhalb der nationalen Verwaltungsorganisationen befinden sich dieRegional Councils (Regionalräte) für die Verwaltung derRegionen Neuseelands und auf der untersten Stufe dieCity Councils (Stadträte) für die Verwaltung der großenStädte des Landes, dieDistrict Councils (Distrikträte) für dieDistrikte Neuseelands und derChatham Islands Council (Chatham Inselrat) für dieChathaminseln.
Seit 2010 zählt das Land auf Basis dieser Struktur 78 lokaleCouncils, die sich in:
11Regional Councils
12City Councils (größere Städte)
54District Councils
1Auckland Council (seit dem 1. November 2010, Zusammenschluss von 8 früheren City Councils)
unterteilen und direkt demDepartment of Internal Affairs (Innenministerium) unterstehen.[76] Ihre Rollen und Aufgaben wurden mit dem Local Government Act 2002 geregelt.[75]
DerAuckland Council, dieDistrict Councils und dieCity Councils werden alsTerritorial Authorities (TA) (Gebietskörperschaft) bezeichnet, da sie jeweils eigenständig in ihrem Gebiet agieren und ihre Grenzen sich nicht überschneiden.[76] Sie agieren entsprechend der Aufgabenteilung auch unabhängig von denRegional Councils, so kommt es auch vor, dass sich ein Distrikt mit Teilen mehrerer Regionen überschneiden kann.
DerAuckland Council und vier derDistrict Councils,Gisborne,Nelson,Tasman undMarlborough haben gleichzeitig die Funktion einesRegional Councils. Sie werdenUnitary Authorities (Zentrale Verwaltungen) genannt. Zahlreiche kleinere Außengebiete des Landes, wie zum Beispiel dieKermadecinseln und die zu Neuseeland gehörigenSubantarktischen Inseln, unterstehen verwaltungstechnisch direkt demMinister of Local Government.
Die Räte aller lokalen Gebietskörperschaften werden alle drei Jahre neu gewählt und können entweder nach demMehrheitswahl-System oder durch eineübertragbare Einzelstimmgebung gewählt werden.[77]
Neuseeland ist in 16 Regionen unterteilt, von denen fünf alsUnitary Authorities organisiert sind. Während dieRegional Councils reine regionale Aufgaben wahrnehmen, haben dieUnitary Authorities zusätzlich auch die Aufgaben der jeweiligen lokalen Ebene zu übernehmen.
Auf der untersten Ebene der Verwaltungsstruktur befinden sich 54District Council sowie derChatham Islands Council. AlsTerritorial Authorities sind sie für die Bereiche lokale Infrastruktur,Straßen- und Wegebau,Kanalisation,Baugenehmigungen, Gesundheit,Umweltschutz, Katastrophenschutz und sonstige lokale Angelegenheiten zuständig.[78]
Mit auf der untersten Ebene der Verwaltungsstruktur befinden sich neben demAuckland Council zwölf weitereCity Councils, die alsTerritorial Authorities gleiche Aufgaben erfüllen wie dieDistrict Councils.
Des Weiteren gelten zwölf Städte des Landes verwaltungstechnisch als eigenständig und sind somit keiner Distriktverwaltung untergeordnet. Auf der Nordinsel sind dies alphabetisch geordnetHamilton City (141.612 Einwohner),Hutt City (98.238 Einwohner),Napier City (57.240 Einwohner),Palmerston North City (80.079 Einwohner),Porirua City (51.717 Einwohner),Tauranga City (114.789 Einwohner),Upper Hutt City (40.179 Einwohner) undWellington City (190.959 Einwohner).[79] Auf der Südinsel zählen dazu die StädteChristchurch City (341.469 Einwohner),Dunedin City (120.249 Einwohner),Invercargill City (51.696 Einwohner) undNelson City (46.437 Einwohner).[79][80]
Alle anderen Städte können geografisch als Städte angesehen werden, sind aber verwaltungstechnisch nicht eigenständig, da sie dem Distrikt unterstehen, in welchem sie sich befinden.
Auckland ist die größte Stadt Neuseelands und wichtige Wirtschaftsmetropole
Offizielle Währung des Landes ist derNeuseeländische Dollar (auch „Kiwi-Dollar“; NZD, NZ$), der in 100 Cent (ct) unterteilt wird. Dieser ersetzte im Jahr 1967 das britischePfund Sterling. Seitdem verwendet Neuseeland Einheiten imDezimalsystem. Seit 1999 ist der Kiwi-Dollar nach demAustralischen Dollar die zweite Währung der Erde, dieKunststoffgeld verwendet; alle Scheine bestehen ausPolypropylen. Im August 2006 wurden wegen steigender Materialkosten und Verwechselungsgefahr kleinere Münzen eingeführt; die bis dahin gültige 50-Cent-Münze zum Beispiel zählte mit einem Durchmesser von 3,2 Zentimetern zu den größten Münzen der Erde.
Bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Neuseeland einAgrarstaat, in dem der Großteil der Einwohner imprimären Sektor tätig war. Mit Abstand wichtigster Handelspartner war dasVereinigte Königreich, in das etwa die Hälfte der in Neuseeland produzierten meist landwirtschaftlichen Güter exportiert wurde. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stieg die Bedeutung der Milchviehwirtschaft aufgrund steigender Nachfrage in Europa deutlich an. Um den Bedarf decken zu können, war es nötig, neue Technologien einzuführen, was die neuseeländische Wirtschaft stark veränderte.[81] 1973 stürzte das Land aufgrund der stark angestiegenen Ölpreise und desEU-Beitritt Großbritanniens, von dem Neuseeland wirtschaftlich abhängig war, in eine tiefeWirtschaftskrise. Erst 1984 ergriff die Regierung größere Maßnahmen um gegenzusteuern, die im Wesentlichen von FinanzministerRoger Douglas konzipiert und durchgesetzt wurden. Er verwandelte „die ‚meistregulierte Wirtschaft außerhalb des Sowjetblocks‘ (der einstige Minister für staatseigene Betriebe, der Sozialist Richard Prebble) binnen eines knappen Jahrzehnts in die ‚am wenigsten regulierte innerhalb der OECD‘ (so Notenbankchef Donald Brash). Segensreiche Folge: Bahn, Post, Telecom und Häfen senkten ihre Gebühren um bis zu 50 Prozent und arbeiten heute mit hohem Gewinn.“[82]
Von diesem Zeitpunkt an entwickelte sich Neuseeland von einergelenkten Volkswirtschaft mit Schwerpunkt Landwirtschaft zu einerliberalisierten Industrienation mit einemfreien Markt, die mit anderen westlichen Nationen konkurrieren kann und zu den am stärkstenderegulierten undprivatisierten Volkswirtschaften der Welt zählt. Das Land strich zahlreicheSubventionen, zum Beispiel fast vollständig dieAgrarsubventionen, des Weiteren wurde der gesamte Warenverkehr liberalisiert und das Mitspracherecht des Staates in Bezug auf Löhne, Zinsen sowie Preise für Güter und Dienstleistungen aufgegeben. Durch eine sparsameFinanzpolitik und große Bemühungen, dasHaushaltsdefizit zu verringern, konnte dieInflationsrate von 18 % im Jahr 1987 auf 3,9 % im Jahr 2005 reduziert werden. Zusätzlich wurden in den 1980er und 1990er Jahren fast alleStaatsbetriebe umstrukturiert und privatisiert. Ein Beispiel dafür ist der gesamte Zugverkehr, der ab 1995 bis 2008 vonTranz Rail betrieben wurde (wegen des schlechten Zustands der Gleise und Bahnhöfe wurde das Schienensystem 2004 aber wieder renationalisiert, seit 2008 ist auch der restliche Bahnbetrieb wieder in staatlicher Hand), oder die neuseeländische Telekom. DieArbeitslosenquote stieg aufgrund verschiedener Maßnahmen kurzfristig zwar bis auf 15 %, Ende 2004 betrug sie allerdings nur noch 3,6 %, der niedrigste Wert innerhalb derOECD. Die Inflationsrate lag bei 2,4 %, das Wirtschaftswachstum betrug von Juli 2003 bis Juni 2004 4,4 %. Einer der Gründe, die das Wirtschaftswachstum dämpfen, sind infrastrukturelle Defizite (Schienenverkehr, Energieversorgung). Nachdem 1998 im Norden des Landes das Stromnetz für 66 Tage zusammenbrach, wurden schrittweise ehemalige Staatsbetriebe wieder verstaatlicht, so unter anderem 2001 die in Konkurs gegangene Fluglinie Air New Zealand.[83] Ebenso beschloss die Regierung 2008 zur Verbesserung des Verkehrsnetzes für umgerechnet 336 Millionen € die 1993 privatisierte Bahn von der australischen FirmaToll Holdings zurückzukaufen.[84]
Im Februar 2011 zerstörte ein schweres Erdbeben Teile der Stadt Christchurch, und es kam infolgedessen im Laufe dieses Jahres zu einer beträchtlichen Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivität Neuseelands. Einige Wirtschaftswissenschaftler gingen von einer 15-prozentigen Schrumpfung der Wirtschaft des Landes für das Jahr 2011 aus, was Ende September 2011 zu einer Herabstufung der internationalen Kreditwürdigkeit Neuseelands führte.[85]
Seit 2013 befindet sich die neuseeländische Wirtschaft trotz globaler Finanzkrise, Erdbeben und Dürre im wirtschaftlichen Aufschwung: Das gesamteBIP 2013 beläuft sich auf 181,1 Milliarden NZ$, das geschätzte Wachstum für 2013 beträgt 2,7 %.[86] Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2019 bei 4,13 %. Im selben Jahr arbeiteten 6,6 % aller Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, 20,7 % in der Industrie und 72,7 % im Dienstleistungssektor.[87]
ImGlobal Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Neuseeland Platz 13 von 138 Ländern (Stand 2017–2018).[88] DerIndex für wirtschaftliche Freiheit 2024 des Landes war der achthöchste von 176 Ländern.[89] Neuseeland gehört zu den liberalsten Volkswirtschaften der Welt. Der 1. Platz, den Neuseeland imEase of Doing Business Index im Erhebungsjahr 2017 derWeltbank einnahm, belegt ebenfalls das gute Geschäftsklima für Unternehmen im Land.[90]
Neuseeland ist im Vergleich zu anderen Nationen arm anBodenschätzen.[91] An Metallen werdenEisensand,Gold undSilber abgebaut und obwohl das Land auch überBauxit-,Kupfer-,Chromiteisenstein-,Cinnabarit-,Kassiterit-,Ilmenit-,Scheelit- undUranvorkommen verfügt, werden diese nicht oder nicht mehr abgebaut, entweder weil die Vorkommen zu gering sind oder weil der Import billiger ist. An fossilen Energieträgern verfügt Neuseeland überBraun- undSteinkohlevorkommen, auf der Nordinsel hauptsächlich Steinkohle, die Südinsel verfügt über beide Formen. Insgesamt verfügt das Land über 8,6 Milliarden Tonnen Braunkohle, von denen sich etwa ein Drittel in existierenden Minen hauptsächlich auf der Südinsel befindet. Die Braunkohle stellt mehr als drei Viertel der Gesamtressourcen. Die bedeutendstenErdöl- undErdgasfelder befinden sich imTaranaki-Becken in derTasmansee nahe der StadtNew Plymouth. Etwa die Hälfte des Erdgases fließt in den petrochemischen Sektor und wird zum Beispiel zur Erzeugung von synthetischem Benzin verwendet, ein Viertel wird zur Energieerzeugung genutzt, und der Rest geht an Privathaushalte und Firmen. Darüber hinaus werden nochTonminerale undKalkstein abgebaut.
Agrarfelder inMarlboroughSchafe spielen in der Landwirtschaft immer noch eine große Rolle
Seit Beginn der europäischen Besiedlung ist die Landwirtschaft in Form derSchafzucht aufextensiv bewirtschaftetenRanches ein wichtiges Standbein der neuseeländischen Gesellschaft. Zunächst dientenSchafe ausschließlich als Wolllieferant, seit den 1880er Jahren, als der Export perKühlschiff möglich wurde, zusätzlich als Fleischlieferant. Zwischenzeitlich hatte Neuseeland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eineWirtschaftskrise wegen einbrechender Wollpreise miterlebt. Dennoch blieb die Landwirtschaft über lange Zeit der bedeutendste Wirtschaftszweig.
Die Zahl der Schafe erreichte im Jahr 1982 den Höchstwert von 70,3 Millionen und ist seitdem im Wesentlichen rückläufig: 2006 waren es 40,1 Millionen, 2008 gab es 34,1 Millionen, 2009 noch 32,4 Millionen, 2016 waren es 27,6 Millionen und 2019 26,8 Millionen.[92][93][94] DieRinderzucht hat sich zu einem wichtigen Bereich entwickelt, die Zahl der Tiere steigt. 2008 lebten 5,3 MillionenMilchkühe in Neuseeland, 90 % der Milchprodukte werden exportiert, damit ist Neuseeland seit Langem der weltweit größte Exporteur von Milchprodukten. DieRindfleischproduktion Neuseelands ist ebenso weltweit führend, etwa vier Millionen Fleischrinder leben aktuell auf den Inseln.
Neben der Tierzucht spielen auchObst- undGemüsebau eine große Rolle in der neuseeländischen Landwirtschaft. Innerhalb des 20. Jahrhunderts wurde in Neuseeland der Anbau von vier Kulturpflanzen gestartet, die mit unterschiedlichem Erfolg auf den Weltmarkt gebracht wurden:Macadamiapflanzen,Kulturheidelbeer- undKiwisträucher sowieAvocadobäume. Unter ihnen war zweifellos die Kiwifrucht am erfolgreichsten. Die ursprünglich ausFestlandchina stammende Pflanze wird seit den 1980er Jahren auch in anderen Teilen der Erde im großen Stil angebaut. Außerhalb derVolksrepublik China istItalien der größte Produzent der Kiwifrucht. Abgesehen von wenigen Jahren – 2010 und 2019 wurde in Neuseeland mehr geerntet als in Italien – liegt Neuseeland in der Kiwi-Produktionsmenge (2018: 473.607 Tonnen, 2019: 558.191 Tonnen) nach China und Italien auf Platz drei.[95] Wichtigster Handelspartner für Molkereiprodukte, Obst und Früchte war trotz der großen EntfernungenGroßbritannien. Ein Großteil der abgeholzten Gebiete dient als Weideland.
Von besonderer Bedeutung für die neuseeländische Wirtschaft ist auch derTourismus. So gaben im Jahr 2002 nach offiziellen Angaben des neuseeländischen Tourismusministeriums ausländische Touristen über 6,1 Milliarden NZ-Dollar im Land aus. Direkt oder indirekt hängt nach Schätzungen der neuseeländischen Regierung jede zehnte Arbeitsstelle im Land vom Tourismus ab.
Die Grundlage des neuseeländischen Tourismus bilden die Vielfalt der Landschaften – Küsten, Seen und Fjorde, Hochgebirge und Gletscher, Vulkane und heiße Quellen –, die ebenso üppige wie fremdartige Vegetation im Bush- wie im Tussockgrass-Country, dieNationalparks auf Nord- und Südinsel, in den Waldgebieten wie im Hochgebirge, die gut ausgebaute Infrastruktur und die aufgeschlossenen Bewohner Neuseelands.
Neuseeland zählt mehr als zwei Millionen Touristen pro Jahr und wird oft als sauberer und grüner Abenteuerspielplatz (englisch:clean, green adventure playground) bezeichnet. Bis vor einigen Jahren war der durchschnittliche Neuseeland-Urlauber Rucksacktourist oder Bungeespringer. Obwohl der Abenteuertourismus immer noch eine extrem bedeutende Rolle einnimmt, bemüht sich die neuseeländische Reiseindustrie seit einiger Zeit auch verstärkt um Kurzurlauber mit hohem Budget, die sich als „interaktive Reisende“ sehen. Die Tage der europäischen Abenteuertouristen sind nicht gezählt, aber es gibt eine klare Tendenz zu einem „luxuriösen Neuseeland“. Bislang wurden von Qualmark, Neuseelands offiziellem Bewertungsservice für Unterkünfte, über 160 Hotels mit fünf Sternen ausgezeichnet. Diese Entwicklung findet in den Kreisen von Abenteuerurlaubern und Rucksacktouristen allerdings immer mehr Kritik, da das Land angeblich zunehmend zu einem Pauschal-Urlaubsziel werde. Es ist zwar nicht zu erwarten, dass der Tourismus in Neuseeland in den nächsten Jahren abnimmt, allerdings werden vermutlich in einigen Jahren wesentlich weniger Abenteuerurlauber das Land besuchen.
Die neuseeländische Regierung erteilt für viele Staatsangehörige westlicher Länder ein „Working Holiday Scheme Visa“, das in Deutschland oft Work-und-Travel-Visum genannt wird. Mit diesemVisum sind Reisende (zwischen 18 und 30 Jahre) berechtigt, sich bis zu zwölf Monate im Land aufzuhalten und zu arbeiten.[96] Ein solches Visum wird von sehr vielen Europäern und Nordamerikanern genutzt, um eine mehrmonatige Reise durch das Land zu unternehmen und sich zwischendurch mit Jobs wie beispielsweise Erntehelfer die Reisekasse aufzubessern.
Touristen, Geschäftsreisende und Besucher aus der Europäischen Union mit gültigem Reisepass konnten sich bis zu drei Monate ohne explizites Visum im Land aufhalten; allerdings wird seit Oktober 2019 dieser Tourismus mitEinreisegebühren reglementiert, die beim nun obligatorischen elektronischen VisaantragNZeTA[97] erhoben werden. Bis zu neun Monate Aufenthalt ist mit einemVisitor Visa möglich. Eine erneute Einreise ist aber erst nach einer Wartezeit in Höhe der letzten Aufenthaltsdauer erlaubt.[98]
Nach dem EU-Beitritt Großbritanniens und der damit gesunkenen Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten musste Neuseeland nach neuen Märkten Ausschau halten. Mittlerweile sindAustralien, dieVR China,Japan sowie die ostasiatischenTigerstaaten die wichtigsten Handelspartner des Landes. Die Wirtschaftskrise in Ostasien 1998/99 hat daher auch Neuseeland getroffen. Neuseeland weist schon seit langer Zeit eine negativeHandelsbilanz auf, die etwa acht Prozent des gesamtenBruttoinlandsprodukts darstellt. AlleExporte Neuseelands beliefen sich im Jahr 2005 auf 29,2 MilliardenUS-Dollar, die gesamtenImporte auf 35,8 Milliarden US-Dollar. Die wichtigsten Wirtschaftsbereiche für Exporte sind dieLandwirtschaft, Gartenbau, Fischerei und dieForstwirtschaft. Bedeutend für Neuseeland sind auch der Tourismus- undDienstleistungssektor. Wichtige Einfuhrprodukte sind Automobile, Traktoren, sonstige technische Geräte sowie medizinische Produkte. Deutschland nimmt als Importpartner mit einem Anteil von 5,2 % den fünften Rang ein.
Australien ist vor allem auch in wirtschaftlicher Hinsicht der wichtigste Partner Neuseelands. So besteht zwischen beiden Ländern seit 1983 eine 24 Millionen Menschen umfassendeFreihandelszone mit dem NamenCloser Economic Relations, die in den darauf folgenden Jahren immer weiter geöffnet und auf fast alle wirtschaftlichen Bereiche ausgeweitet wurde. In Zukunft soll ein gemeinsamerBinnenmarkt Realität werden und zum Beispiel auch Steuern vereinheitlicht werden.
Seit 2000 existiert auch mitSingapur eine Freihandelsvereinbarung. Diese wurde 2005 umChile undBrunei erweitert und ist nun unter dem NamenP4 Agreement (P4-Abkommen) bekannt. Neuseeland sucht weiter nach ähnlichen Abkommen im pazifischen Raum. Seit 2005 werden Verhandlungen über eine Freihandelszone mit derVR China geführt.
Im Jahr 2014 deckte Neuseeland seinenPrimärenergiebedarf zu 40 % miterneuerbaren Energien, zu 31 % mitErdöl und zu 23 % mitErdgas, währendKohle nur eine untergeordnete Rolle spielte.[99] 2019 wurden 39,5 % der Primärenergie aus erneuerbaren Quellen erzeugt.[100] DieStromerzeugung 2014 in Höhe von ca. 42,3 Terawattstunden basierte zu 80 % auf erneuerbaren Energien;[99] 2018 lag der Anteil der erneuerbaren bei 84 %, 2019 bei 82,4 %.[100] Bis 2025 soll der Anteil im Rahmen derEnergiewende auf 90 % steigen.[101] Technisch gesehen wäre es auch möglich, den gesamten Strombedarf ausschließlich mit erneuerbaren Energien zu decken.[102][103]
Die bedeutendste Stromquelle war 2014 dieWasserkraft, die überwiegend auf der Südinsel genutzt wird, mit einem Anteil von 57 % an der gesamten Stromerzeugung, gefolgt von derGeothermie, deren Anteil etwa 16,2 % betrug und die zugleich auch als wichtiger Wärmelieferant dient. Den wichtigstenfossilen Brennstoff bildeteErdgas, das 15,7 % des erzeugten Stroms lieferte.[99] Neuseeland ist trotz eigener Öl- und Gasfelder nicht unabhängig von Importen aus anderen Fördergebieten, da das meiste Öl als Kraftstoff für Autos aus dem Ausland stammt. Eine immer wichtiger werdende Rolle spielt neben derSolarenergie und der Energiegewinnung ausBiomasse auch dieWindenergie, die im Jahr 2019 5,1 % der erzeugten Elektrizität lieferte.[100] August 2015 hatte der Kraftwerksbetreiber Genesis Energy angekündigt, die letzten beiden Kohlekraftwerke in Neuseeland bis 2018 zu schließen;[101] allerdings wurde die Laufzeit im Jahr 2016 bis 2022 verlängert.[104]
In den 1960er Jahren bestanden zwar Pläne zum Bau vonKernkraftwerken in Neuseeland, die aber nach der Entdeckung großer Kohlelagerstätten und Gasfelder 1972 schließlich verworfen wurden. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Energiegewinnung aus Wasserkraft immer mehr ausgebaut und Neuseeland wurde zu einem „Vorzeigeland“ mit einem grünen, sauberen Image. Der gestiegene Verbrauch wurde über Jahre hinweg mit dem Ausbau von Gaskraftwerken kompensiert, deren Auslastung zuletzt aber durch den wachsenden Anteil erneuerbaren Energien wieder zurückging. 1987 wurde Neuseeland per Gesetz zu einer „nuklearfreien Zone“ erklärt; der Status ist seither unverändert (Stand Dezember 2015).[105]
DerStaatshaushalt umfasste 2015 Ausgaben von umgerechnet 65,0 MilliardenUS-Dollar; dem standen Einnahmen von umgerechnet etwa 65,55 Milliarden US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich einHaushaltsüberschuss in Höhe von 0,18 % desBIP.[106] DieStaatsverschuldung betrug 2015 41,8 Milliarden US-Dollar oder 25,2 % des BIP.[107]
2020 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:[108]
Im Hinblick auf die dünne Besiedlung ist Neuseeland verkehrstechnisch sehr gut erschlossen. Aufgrund seiner isolierten Insellage sind die Küstenschifffahrt, der Flugverkehr sowie derStraßenverkehr die wichtigsten Transportmittel.
ImLogistics Performance Index, der von derWeltbank erstellt wird und die Qualität der Infrastruktur misst, belegte Neuseeland 2018 den 15. Platz unter 160 Ländern.[109]
Neuseeland gehört zu den Ländern mit den meisten Flughäfen pro Kopf. Im Jahr 2002 gab es im Land 113 asphaltierte und nicht asphaltierte Flugplätze. DerFlughafen Auckland ist mit über elf Millionen Passagieren pro Jahr bei weitem der größte Flughafen des Landes. Darauf folgen die internationalen Flughäfen vonChristchurch undWellington, die je etwa vier Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen. Die 1940 gegründeteAir New Zealand ist mit Abstand die wichtigsteFluggesellschaft des Landes.
Die Ära des neuseeländischen Straßenbaus begann während derNeuseelandkriege mit derGreat South Road südlich von Auckland im Jahr 1861. Inzwischen stellt der Straßenverkehr das wichtigste Transportmedium des Landes dar. Er genießt eine eindeutig höhere Priorität als der Schienenverkehr. Das Rückgrat des Straßennetzes bilden dieNew Zealand State Highways, durch die das Land zu großen Teilen erschlossen wird. Abgesehen von etwa 150 kmAutobahnen, die sich nahe den drei großen Städten Auckland, Wellington und Christchurch befinden, bestehen selbst die wichtigen Überlandstraßen aus nicht mehr als zwei Fahrspuren. Die State Highways sind nichthöhenfrei (d. h., dass Kreuzungen nicht immer als Über- oder Unterführung ausgeführt sind) und führen durch Ortschaften, wenig befahrene Teilstücke der Highways sind sogar nur Schotterstraßen, und insbesondere über Brücken finden sich immer wieder einspurige Streckenabschnitte. Das gesamte Straßennetz umfasste 2017 in etwa 94.000 km, wovon rund 61.600 km asphaltiert sind.[110] Die Verkehrsregeln Neuseelands sind geregelt imNew Zealand Road Code. Demnach giltLinksverkehr, innerorts eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h und außerorts üblicherweise 100 km/h, auf einigen Autobahnabschnitten auch 110 km/h.
Die Schifffahrt in Neuseeland ist sowohl für den Personentransport als auch für den Gütertransport wichtig. Die bedeutendste Schifffahrtslinie für den Personentransport ist derInterislander, eine Fährverbindung, die die Nordinsel (Wellington) mit der Südinsel (Picton) verbindet und pro Jahr etwa eine Million Menschen transportiert. Sie überquert auf ihrer drei Stunden langen Fahrt die nur 35 km breiteCookstraße. (Diese Zeit wird benötigt, da das Schiff nicht nur die Cookstraße, sondern auch den Tory Channel und dieMarlborough Sounds durchqueren muss, insgesamt etwa 70 km.) In Neuseeland existieren 1609 km an Binnenschifffahrtswegen, die aber in der heutigen Zeit keine Bedeutung mehr haben.
Neuseeland verfügt über acht größere Häfen mit einer Kapazität von je mehr als zwei Millionen Tonnen und sechs Häfen mit je unter zwei Millionen Tonnen Umsatz. 99 % des Exports im Wert von rund 36 Milliarden NZ$ pro Jahr werden über sämtliche Häfen abgewickelt.[111]
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die Errichtung eines ausgedehnten Eisenbahnnetzes im großen Stil. Dabei wurden neben den drei Hauptstrecken (auf der Nordinsel:North Island Main Trunk undEast Coast Main Trunk; auf der Südinsel:South Island Main Trunk) zahlreiche private sowie öffentliche Nebenbahnen gebaut, die vomNew Zealand Railways Department verwaltet wurden. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden in vielen größeren Städten des LandesStraßenbahnbetriebe eingerichtet, von denen nur noch der inChristchurch als Touristenattraktion besteht.
Bis in die 1950er Jahre waren zumeistDampflokomotiven im Einsatz, außerdem bestanden einige elektrifizierte Abschnitte. Sukzessive wurden Nebenbahnen geschlossen, zweigleisige Strecken zu eingleisigen zurückgebaut, vorhandene Elektrifizierung wieder entfernt und Passagierverbindungen eingestellt. Von den 3900 Streckenkilometern sind seit der als „Think Big“ bezeichneten Wirtschaftspolitik in den 1980er Jahren etwa 500 km entlang desNorth Island Main Trunk elektrifiziert.
Nachdem die staatliche neuseeländische Eisenbahn 1993 für 400 MillionenNeuseeland-Dollar (etwa 202 Millionen Euro) verkauft war, investierte die BetreiberfirmaTranz Rail immer weniger in den Erhalt des Eisenbahnnetzes und verlagerte nach und nach den Transport von Gütern von der Schiene auf die Straße. Außerdem wurden zwischen 1995 und 2004 zahlreiche Personenverbindungen aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt, darunter derSoutherner. Als die Firma vor dem finanziellen Ruin stand, übernahm das australische InfrastrukturunternehmenToll Holdings den Eisenbahnbetrieb, der seitdem unter dem NamenToll Rail zusammengefasst ist, während der neuseeländische Staat das gesamteStreckennetz im Jahr 2004 für den symbolischen Preis von einem Neuseeland-Dollar zurückkaufte und es unter die Verwaltung des staatlichen UnternehmensOntrack stellte. Weil sich die neuseeländische Regierung und Toll Rail nicht auf Nutzungsgebühren für die verstaatlichten Gleisanlagen einigen konnten, und der Staat Jahr für Jahr einige Millionen Neuseeland-Dollar für den Unterhalt des Netzes zuzahlen musste, entschloss sich die Regierung dazu, zum 1. Juli 2008 den Bahnbetrieb für 665 Millionen Neuseeland-Dollar (etwa 336 Millionen Euro) von Toll Rail zurückzukaufen.[112][83]
Trotz dieser Veränderungen bestanden 2008 nur noch vier Personenfernverkehrsverbindungen, die hauptsächlich touristische Bedeutung besitzen und unter dem NamenKiwi Rail Scenic Journeys firmieren: derNorthern Explorer fährt von Auckland nach Wellington, derCoastal Pacific von Picton nach Christchurch und derTranzAlpine überquert die Neuseeländischen Alpen von Christchurch nachGreymouth. Die alsCapital Connection bezeichnete Verbindung vonPalmerston North nach Wellington ist vornehmlich für Pendler gedacht. Daneben existieren noch einige weitere Betreiber, wie zum Beispiel dieTaieri Gorge Railway im Gebiet umDunedin, die sich auf Touristenausflüge in historischen Waggons oder auf historischen Strecken spezialisiert haben. Die Bedeutung des Schienenverkehrs für den Gütertransport nimmt in den letzten Jahren wieder zu.[113] Fast das gesamte Streckennetz wurde in derKapspur, also mit einerSpurweite von 1067 mm erbaut.
In den beiden größten Ballungsräumen, Auckland und Wellington, existierenS-Bahn-ähnliche Nahverkehrsnetze, wobei das System in Wellington besser ausgebaut und als einzige Vorortbahn des Landes elektrifiziert ist. Signifikante Verbesserungen für Auckland waren aber geplant. So sollte diese bis 2013[114] vollständig elektrifiziert sein. Zudem wird ein unter dem Stadtzentrum verlaufender zweigleisiger Tunnel (City Rail Link) errichtet. Die Inbetriebnahme desCity Rail Link Tunnels ist (Stand März 2021) für Ende 2024[veraltet] vorgesehen.[115]
In derFeuerwehr in Neuseeland waren im Jahr 2019 landesweit 2.785Berufs- und 11.847Freiwillige Feuerwehrleute organisiert, die in 653 Feuerwachen undFeuerwehrhäusern, in denen 714Löschfahrzeuge und 31Drehleitern bzw.Teleskopmasten bereitstehen, tätig sind.[116] Der Frauenanteil beträgt 15 Prozent.[117] Die neuseeländischen Feuerwehren wurden im selben Jahr zu 83.359 Einsätzen alarmiert, dabei waren 23.258Brände zu löschen. Hierbei wurden 33 Tote von denFeuerwehren bei Bränden geborgen.[118] Die nationale FeuerwehrorganisationFire and Emergency repräsentiert die neuseeländischen Feuerwehren.[119]
University of Otago inDunedinUniversity of Waikato inHamilton
Für das Bildungssystem in Neuseeland ist das erst seit dem Jahr 1989 bestehendeMinistry of Education zuständig. In Zukunft soll die zentrale Verwaltung der Schulen und Universitäten gelockert werden, und diese sollen sich zunehmend selbst verwalten. Alle tertiären Bildungseinrichtungen überwacht dieTertiary Education Commission (TEC).
Die Kindererziehung bis zum fünften Lebensjahr ist privat. Trotzdem besuchen 90 % der Dreijährigen und 98 % der Vierjährigen eine vorschulische Bildungsanstalt, wie zum Beispiel Kindergärten (kindergarten) oder Spielgruppen (playgroups). Ab Vollendung des fünften Lebensjahres kann das Kind eineGrundschule (primary school) besuchen.Unterrichtspflicht[120] besteht von 6 bis 16 Jahren. Die Ausbildung in der Grundschule erfolgt im Regelfall von Jahr 1 bis Jahr 8, wobei das siebte und das achte Jahr alternativ auch in einerintermediate school abgeleistet werden können. Ab der neunten Jahrgangsstufe wird man an einer weiterführenden Schule (secondary school) unterrichtet. Mit Vollendung der elften Klasse kann dasNational Certificate of Educational Achievement Level 1 (NCEA) nach einem Punktesystem erworben werden, was in etwa dembritischenGCSE entspricht (oder dem deutschenRealschulabschluss). Im folgenden Jahr kann man dasLevel 2 dieses Abschlusses erwerben. Mit Vollendung des 13. Schuljahres, in der Regel mit etwa 18 Jahren, kann man schließlich den höchsten Schulabschluss erlangen, dasLevel 3 des NCEA (oder dieNew Zealand Scholarship qualification, wie der Abschluss seit 2004 heißt). Dieser entspricht dem deutschenAbitur oder dem britischenA Level. Ein Schuljahr in Neuseeland beginnt normalerweise Ende Januar, dauert bis Mitte Dezember und ist in vier Quartale eingeteilt. Je nach Region schwankt die Klassengröße von 19 bis 24 Schüler (2004).
In denPISA-Studien derOECD zeigt sich die große kulturelle Ähnlichkeit zwischen Neuseeland und Australien: In beiden Ländern fallen dieselben Aufgaben den Schülern leicht oder schwer.[121]Kritiker weisen darauf hin, dass zum guten Abschneiden Neuseelands (regelmäßig im obersten Viertel der OECD-Ranglisten) neben einer selektiven Immigrationspolitik auch die Vertrautheit der Schüler mit dem Multiple-Choice-Format, die Herkunft vieler Aufgaben aus dem englischsprachigen Raum und die Ausformulierung sämtlicher Aufgaben durch ein australischesTestunternehmen beitragen dürften.
In Neuseeland gibt es 36 tertiäre Ausbildungseinrichtungen, darunter acht staatlicheUniversitäten (universities), 21 staatlicheFachhochschulen (polytechnics) und technische Hochschulen (institutes of technology), vierPädagogische Hochschulen (colleges of education) und dreiWananga (Hochschulen, die auf die Kultur derMāori ausgerichtet sind). Ein akademisches Jahr dauert in Neuseeland von Februar bis November und ist normalerweise in zweiSemester aufgeteilt. Manche Bildungseinrichtungen bieten auch ein Sommer-Trimester (summer trimester) an. Die älteste Universität Neuseelands ist die 1869 gegründeteUniversity of Otago. Erwähnenswert ist dieUniversity of Waikato wegen ihrer weltweit einzigartigen Fakultät fürMāori-Wissenschaften. Von 1870 bis 1961 war dieUniversity of New Zealand die einzige Universität des Landes, die zu einem offiziellen Abschluss führte. Nach ihrer Auflösung entstanden aus den einzelnenCampus (constituent colleges) die heutigen Universitäten.
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts prägten größtenteils die europäischen Einwanderer die Kultur Neuseelands. Die meisten Immigranten wanderten aus dem „Mutterland“ Großbritannien ein. Dabei gibt es bedeutende regionale Unterschiede: Der Südteil der Südinsel zum Beispiel ist vornehmlichschottisch geprägt. So soll es in Neuseeland mehrDudelsäcke geben als in Schottland. In den letzten Jahrzehnten erlebte schließlich auch dieMāori-Kultur einen Aufschwung. Außerdem verzeichnete das Land große Einwanderungsströme von den pazifischen Inseln und – vor allem in den letzten Jahren – ausSüd-,Ost- undSüdostasien. Diese ethnischen Gruppen leben hauptsächlich im Süden des Großraums Auckland. Folglich treffen in Neuseeland verschiedenste Kulturen aus dem pazifischen Raum auf die westliche Lebensweise Großbritanniens, zu dem das Land immer noch eine starke Bindung hat.
Entspricht dem2. Weihnachtsfeiertag, falls der 26. Dezember ein Samstag oder Sonntag ist, findet der Feiertag am folgenden Montag oder Dienstag statt.
Neben diesen landesweiten Feiertagen wurden 1981 dieProvincial Anniversary Days eingeführt, deren Datum jede (historische) Region Neuseelands selbst festlegen kann. Mit diesen Feiertagen wird an die Gründung der Provinz oder die Ankunft der ersten Siedler in dem bestimmten Gebiet erinnert.
Am 18. April 1840 wurde mit derNew Zealand Gazette die erste neuseeländische Zeitung veröffentlicht. Heute beherrscht der zur australischen GruppeAPN News & Media gehörigeNew Zealand Herald ausAuckland mit einer täglichen Auflage von etwa 200.000 Exemplaren den neuseeländischen Zeitungsmarkt. Dieser wird gefolgt von der erst im Jahr 2002 aus einer Fusion entstandenenDominion Post mit Sitz inWellington (tägliche Auflage: 100.000 Exemplare) sowie vonThe Press ausChristchurch mit etwa 90.000 Exemplaren täglich. Letztere gehören beide zur auch in Australien tätigenFairfax Group. Die älteste noch erscheinende Tageszeitung des Landes ist dieOtagoDaily Times, die inDunedin herausgegeben wird.
Seit 1925 wurde an der Entwicklung eines landesweit empfangbaren Hörfunksenders gearbeitet. Dieses Vorhaben war bis etwa 1936 abgeschlossen. Seit 1962 war nicht mehr direkt die Regierung, sondern dieNew Zealand Broadcasting Corporation (NZBC) für die Verwaltung der öffentlichen Sendestationen des Landes zuständig. Seitdem wurden die Zuständigkeiten oft neu gegliedert, doch ein nicht-kommerzielles Sendeschema blieb integraler Bestandteil vonRadio New Zealand, das seit 1995 ein eigenständiges Unternehmen ist, jedoch weiterhin eineCrown Entity darstellt. NebenRadio New Zealand, das drei landesweite Hörfunkprogramme (RNZ National, RNZ Concert, RNZ Parliament) und denAuslandsdienst RNZ International (früher: RNZ Pacific) betreibt, existieren zahlreiche private Sender.
Im Fernsehbereich war Neuseeland ein Spätzünder. Nachdem dieBBC in Großbritannien schon im Jahr 1936 ihren Betrieb aufgenommen hatte, folgten die USA nur drei Jahre später mit derNBC. Das erste offizielle Fernsehprogramm in Neuseeland wurde ab dem 1. Juni 1960 ausgestrahlt und nur inAuckland empfangen. In den folgenden Jahren wurde der Empfang auf den größten Teil des Landes ausgeweitet. Weitere Meilensteine im neuseeländischen Rundfunkbereich folgten 1971, als das Land erstmals Zugang zu Satelliten hatte und somit in der Lage war, Live-Sendungen aus allen Teilen der Erde zu empfangen, und 1974, als dasFarbfernsehen wegen der inChristchurch stattfindendenBritish Commonwealth Games eingeführt wurde. Neben den beiden nationalen SendestationenTV One undTV2 wurden seit derDeregulierung 1989 einige private Sender eingeführt: Die zuCanWest Global Communications gehörigenTV3 undC4 und zuletztPrime TV. Des Weiteren gibt es zweiBezahlfernseh-Anbieter. Seit 2004 gibt es einen nationalen Sender, der überwiegend inMāori sendet. Das auf der digitalenDVB-Technik basierende,frei empfangbareFreeView soll Platz für 18 Sender bieten und das analoge Fernsehen bis spätestens 2016 ablösen. Ein Großteil der neuseeländischen Sender können beispielsweise inAuckland viaDVB-T empfangen werden, wobei die nationalen FernsehsenderTV One undTV2 sowieTV3 hochauflösend in1080i ausstrahlen. Die 1960 eingeführtenRundfunkgebühren wurden 1999 abgeschafft.
Im Jahr 2020 nutzten 92 Prozent der Einwohner Neuseelands das Internet.[122]
Peter Jackson ist der bekannteste neuseeländische Regisseur
Von der Stummfilmära an gab es im Wesentlichen nur Dokumentarfilme, als bedeutende Filmschaffende dieser Zeit sind mindestensJohn O’Shea (Pacific Films) undRudall Hayward zu erwähnen. 1978 trat derNew Zealand Film Commission Act in Kraft.
Sam Neill drehte 1995 für dasBritish Film Institute über seine Heimat und deren Filmkunst das „Kino der Unruhe“: „Alle Neuseeländer gehen gerne ins Kino“ (bezogen auf die 1950er Jahre). Ihm zufolge war 1977Schlafende Hunde vonRoger Donaldson bzw.Ian Mune so etwas wie eine Initialzündung für den neuseeländischen Film.
In den letzten Jahren ist Neuseeland, nicht zuletzt durch den weltweiten Erfolg der mit 17Oscars prämiertenTrilogieDer Herr der Ringe (Lord of the Rings) und der TrilogieDer Hobbit (2012, 2013, 2014) unter der Regie vonPeter Jackson, zu einem bekannten Filmland geworden. Neuseeländische Regisseure sind jedoch bereits seit vielen Jahren auch international tätig: So wurde inCannes bereits 1984 das ErstlingswerkVigil vonVincent Ward gezeigt. Im Jahr 1986 lief derScience-Fiction-FilmQuiet Earth – Das letzte Experiment (Regie:Geoff Murphy) in deutschen Kinos.
In den 1990er Jahren erzielten erstmals auch Filme, die neuseeländische Themen zum Gegenstand haben, internationale Erfolge. Herausragend war dabei das mit drei Oscars und derGoldenen Palme preisgekrönte DramaDas Piano der RegisseurinJane Campion. Etwa zur gleichen Zeit erschienen auchPeter Jacksons FilmHeavenly Creatures sowieLee Tamahoris RomanverfilmungDie letzte Kriegerin (Once Were Warriors), die auch dort sehr beliebt ist. Zu den bekanntesten Filmen der letzten Jahre gehört der ebenfalls auf einem Roman basierende FilmWhale Rider (Regie:Niki Caro). Zwei weitere Filme, die neuseeländische Themen zum Gegenstand haben, sindMit Herz und Hand (The World’s Fastest Indian) vonRoger Donaldson undRiver Queen vonVincent Ward.
Die international sehr erfolgreiche Fantasy-SerieXena (1995–2001) wurde in Neuseeland gedreht. Die HauptdarstellerinLucy Lawless ist gebürtige Neuseeländerin.
Neben der traditionellenMusik derMāori wird die neuseeländische Unterhaltungsmusik größtenteils von Künstlern bestimmt, die westlich geprägte Musikstile pflegen. Besonders imIndie-Rock sind einige Bands jedoch immer wieder durch ihren eigenwilligen Klang aufgefallen, so dass sich für diesen Teil der Musikszene auch der BegriffKiwi Rock etabliert hat.
Eine der ersten erfolgreichen Rockbands aus Neuseeland war die FormationSplit Enz um die BrüderNeil Finn undTim Finn, die mit der SingleI Got You 1980 ihren größten Hit verzeichnen konnte. Beide sind auch heute noch musikalisch aktiv.Neil Finn gründete 1985 zudem die BandCrowded House, deren SongDon’t Dream It’s Over 1987 ein Welthit wurde.
DieMāori besitzen eine ausgeprägte Erzählkultur mit zahlreichen Sagen und Geschichten, die rein mündlich weitergegeben wurden. Seit der Verschriftlichung der Sprache wurden viele von ihnen niedergeschrieben; sie sind teilweise auch in deutscher Übersetzung erschienen. Wichtige Motive derMythen sind unter anderen die Entstehung der Welt sowie Neuseelands. Letztere ist untrennbar verbunden mit der Geschichte des HalbgottesMāui, der Neuseeland aus dem Meer angelte. Andere Geschichten erzählen von der ReiseKupes, der Neuseeland für die Menschen ausHawaiki entdeckte, und der Besiedlung des Landes, aber auch vom Leben derMāori im modernen Neuseeland. Einer der bedeutendstenMāori-Autoren der Gegenwart istWiti Ihimaera. Weitere bekannte Autoren, dieMāori-Themen verarbeiten, sindKeri Hulme,Patricia Grace undAlan Duff.
Auch wenn Veröffentlichungen in der SpracheMāori zunehmen, ist ein Großteil der neuseeländischen Literatur auf Englisch geschrieben. Die frühesten Schriftstücke über Neuseeland sind die Berichte der europäischen Entdecker, insbesondere die Tagebücher vonJames Cook, die er bei seinen drei Reisen in den Pazifik führte, sowie der Reisebericht vonGeorg Forster, derCook auf dessen zweiter Pazifik-Reise begleitete. Als neuseeländische Autoren werden häufig auch Einwanderer, die im Ausland geboren wurden, und Staatsbürger, die ausgewandert sind, miteingerechnet. Zu letzteren zählt unter anderenKatherine Mansfield. Eine der bekanntesten englischsprachigen Autorinnen Neuseelands istJanet Frame. Zu den bedeutendsten Autorinnen Neuseelands gehört auchAlice Esther Glen (1881–1940), geboren inChristchurch, Neuseeland. Bereits im Alter von 11 Jahren gewann sie einen Kurzgeschichten-Wettbewerb der englischen ZeitschriftLittle Folks. Zu ihren erfolgreichsten Büchern zählen die Kinder- und JugendbuchklassikerSix little New Zealanders (1917) undUncles Three atKamahi (1926). Seit 1925 warGlen auch journalistisch tätig und engagierte sich in der Sozialarbeit für bedürftige Kinder und Frauen. Ihr zu Ehren wurde 1945 derEsther Glen Award ins Leben gerufen, Neuseelands ältester und bis heute renommiertester Kinderbuchpreis.
In Neuseeland spielt Sport eine sehr große Rolle. In den wichtigsten Sportarten desCommonwealth – Rugby,Cricket undNetball – gehört Neuseeland zur Weltspitze. Bei denOlympischen Sommerspielen sowie denCommonwealth Games gewinnt Neuseeland regelmäßig eine – für seine geringe Einwohnerzahl – relativ hohe Anzahl an Medaillen. In den 1950er bis 1980er Jahren hat Neuseeland immer wieder einige herausragende Leichtathleten hervorgebracht, vor allem Mittel- und Langstreckenläufer sowie Speerwerfer. MitArthur Lydiard gab es zudem einenTrainer, dessen System seiner Zeit voraus war.[123] Derzeit gehört die KugelstoßerinValerie Adams (zeitweise unter dem NamenValerie Vili) zur Weltspitze.
Nationalsportart des Landes istRugby Union. Die neuseeländische Nationalmannschaft heißt aufgrund ihrer durchgehend schwarzen SpielkleidungAll Blacks. Trotz der nicht übermäßig großen Einwohnerzahl des Landes haben dieAll Blacks jahrelang dieWeltrangliste angeführt.[124] Sie sind die berühmteste und erfolgreichste Mannschaft in der Geschichte des internationalenRugby und haben gegen jeden bisherigen Gegner eine positive Gewinnbilanz, also mehr Spiele gewonnen als verloren. Zudem konnte die Mannschaft1987,2011 und2015 dieRugby Union Weltmeisterschaft gewinnen und ist nachSüdafrika die zweiterfolgreichste Mannschaft. Neben der Weltmeisterschaft zählt die jährlich ausgetrageneRugby Championship (früherTri Nations) gegen die Teams ausArgentinien,Australien und Südafrika zu den festen Turnieren des Teams. Weiterhin spielen Freundschaftsländerspiele auf der traditionellen Europatour im Herbst gegen alle vier Nationalmannschaften der britischen Inseln (England,Irland,Schottland,Wales) oder gegen die besuchendenBritish and Irish Lions (All-Star-Auswahl der Länder der britischen Inseln) eine bedeutende Rolle. Neben ihrem sportlichen Erfolg sind dieAll Blacks auch für denHaka bekannt, einen auf dieMāori zurückgehenden Kriegstanz, der vor jeder Partie zelebriert wird. Der Männlichkeitskult desRugbys ist jedoch auch mit dem weit verbreitetenSexismus in der Gesellschaft Neuseelands in Zusammenhang gebracht worden.[125] DieBlack Ferns genannte Frauen-Nationalmannschaft ist bei Weitem das erfolgreichste Team beiWeltmeisterschaften und gewann sechs Titel:1998,2002,2006,2010,2017 und2021. Zudem war Neuseeland Gastgeber des Turnieres 2021.
Vereins-Rugby spielt in Neuseeland eine unbedeutende Rolle und ist reiner Amateursport. Alle Profiteams sind Provinzmannschaften. Im internationalen Provinzrugby spielen die neuseeländischenFranchise-TeamsBlues,Chiefs,Crusaders,Highlanders undHurricanes in derSuper-Rugby-Meisterschaft gemeinsam mit Teams ausAustralien,Fidschi und dem Pazifischen Ozean.[126] Die professionelle neuseelandweiteRugby-Union-Provinzmeisterschaft ist derITM Cup.
Neuseeland hat zusammen mit Australien eine lebendige Motorsportszene und stellte in den 1960er und 1970er Jahren mitDenis Hulme undChris Amon zwei erfolgreiche Formel-1-Fahrer,Hulme wurde 1967 sogarFormel-1-Weltmeister. Noch bekannter ist jedochBruce McLaren, der im Jahr 1966 das bis heute in derFormel 1 bestehendeMcLaren-Team gründete. Im Jahr 2024 debütierte der neuseeländische FahrerLiam Lawson in der Formel-1.
Neue Strecken gibt es beiTimaru (Timaru International Raceway, 1,6 km bzw. 2,4 km, gegen den Uhrzeigersinn),Taupō (1,3 km, 2,3 km und 3,32 km, gegen den Uhrzeigersinn),Cromwell (Neuseeland) (Highlands Motorsport Park, 4,1 km, im Uhrzeigersinn),Christchurch (Ruapuna Park, 3,33 km, gegen den Uhrzeigersinn) und Hampton Downs (Hampton Downs Motorsport Park, 2,63 km, im Uhrzeigersinn).[127]
In den Jahren 2003 und 2004 wurde auf demPukekuraRaceway inNew Plymouth im Rahmen derLangbahn-Weltmeisterschaft der Langbahn-WMGrand Prix von Neuseeland ausgetragen. ImWestern Springs Stadium inAuckland findet seit 2012 im Rahmen derSpeedway-Einzel-Weltmeisterschaft derSpeedway-WM Grand Prix von Neuseeland statt. DieSpeedway-FahrerIvan Mauger,Barry Briggs undRonnie Moore holten insgesamt 12Speedway-Einzel-WM-Titel für Neuseeland.Ivan Mauger wurde zudem noch dreimal Langbahn-Weltmeister.
Neuseelands Cricket-Nationalmannschaft in den weißen Trikots für Test Cricket
Neben Rugby ist vor allem Cricket Neuseelands erfolgreichste Mannschaftssportart. Die neuseeländische Cricket-NationalmannschaftBlack Caps, deren Spitzname sich wie viele andere neuseeländische Nationalmannschaften vom Rugby-Union-Äquivalent ableitet, verfügt seit 1930 überTeststatus, was zur Teilnahme an der angesehensten Stufe des Crickets berechtigt. Neuseeland nahm an jedemCricket World Cup teil und war1992 erstmals gemeinsam mit Australien Gastgeber des Turniers. Bei derICC KnockOut 2000 gewann Neuseeland seinen ersten internationalen Crickettitel. Seit den 2010er Jahren gelang denBlack Caps die Etablierung an der Weltspitze. Bei derWeltmeisterschaft 2015, die zusammen mit Australien ausgetragen wurde, erreichte man erstmals das Finale, das jedoch gegen denNachbarn verloren ging.[128] Bei derWeltmeisterschaft 2019 in England gelang die Wiederholung dieses Erfolges, als man demGastgeber nach Anzahl derBoundaries unterlag, nachdem das Finale und (das anschließendeSuper Over) erstmals unentschieden endete.[129] ImTest Cricket, der angesehensten Stufe des Crickets, erreichte Neuseeland 2021 erstmals den ersten Platz der ICC-Test-Rangliste.[130] Im Juni 2021 gewann Neuseeland das Finale der erstenICC World Test Championship gegenIndien mit achtWickets und damit seinen zweiten internationalen Crickettitel.[131] BeimT20 World Cup 2021 inOman und denVereinigten Arabischen Emiraten erreichte Neuseeland erstmals das Finale indiesem Format, unterlag dort jedoch gegen Australien mit acht Wickets.[132] Gemeinsam mit Australien wird Neuseeland denT20 World Cup 2028 anbieten.[133] Im Frauen-Cricket entschied dieWhite Ferns genannte Nationalmannschaft bisher zwei Turniere für sich: DenWomen’s Cricket World Cup 2000 und denWomen’s T20 World Cup 2024. Man war auch Gastgeber derWomen’s Cricket World Cup der Jahre1982, 2000 und2022.
Hermann Mückler:Australien, Ozeanien, Neuseeland (= Neue Fischer Weltgeschichte.Band15). S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2020,ISBN 978-3-10-010845-6.
Claudia Edelmann:Neuseeland – Land der Maori. Kühnert, Wolfram Verlag, 2020,ISBN 978-3-9813220-6-4.
Giselle Byrnes:The new Oxford history of New Zealand. Oxford University Press, Sydney 2009,ISBN 978-0-19-558471-4.
Tom Brooking (Hrsg.):The History of New Zealand.Greenwood Press,Westport Connecticut 2004,ISBN 0-313-32356-9.
Services A–Z, Government A–Z.New Zealand Government, abgerufen am 27. Dezember 2014 (englisch, Portal der neuseeländischen Regierung).
Kia ora - Welcome to New Zealand.New Zealand Government, abgerufen am 27. Dezember 2014 (englisch, Willkommens-Webseite mit Links zu Tourismus, Wirtschaft, Bildung und Einwanderung).
Switzerland.New Zealand Foreign Affairs & Trade, abgerufen am 18. Februar 2018 (Die Schweiz ist über die Botschaft in Berlin akkreditiert).
Neuseeland.Auswärtiges Amt (Deutschland), abgerufen am 16. Mai 2022 (Basisinformationen zu Neuseeland).
Neuseeland.Bundesministerium für Europa, Integration und Äusseres (Österreich), abgerufen am 27. Dezember 2014 (Basisinformationen zu Neuseeland).
Neuseeland.Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA (Schweiz), abgerufen am 27. Dezember 2014 (Basisinformationen zu Neuseeland).
↑abcOfficial languages.Ministry of Education, 14. September 2007, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 4. September 2015; abgerufen am 31. Juli 2021 (englisch).
↑Martin Sebaldt:Die Macht der Parlamente. Funktionen und Leistungsprofile nationaler Volksvertretungen in den alten Demokratien der Welt. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2009.
↑Ismail Dalay, Supriyo Bhattacharya:Neuseeland. In: Matthias Kowasch, Wolfgang Gieler, Andreas Dittmann (Hrsg.):Die Außenpolitik der Staaten Ozeaniens. Ein Handbuch: Von Australien bis Neuseeland, von Samoa bis Vanuatu. Ferdinand Schöningh, 2010,S.93–106.
↑Steffanie Richter:Modell Aotearoa: der Prozess der Wahlsystemreform in Neuseeland. Galda + Wilch, Berlin 1999,S.15.
↑New Zealand in Profile: 2013.Statistics New Zealand, 2013, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 23. November 2017; abgerufen am 18. Februar 2018 (englisch).
↑Population, total. In: World Economic Outlook Database.Weltbank, 2021, abgerufen am 15. April 2022 (englisch).
↑Jenny A. Black, Cornel Edwin Jan de Ronde:Art Meets Science: The Centre of New Zealand’s Continental Shelf (= GNS Science report.Band2019/22). GNS Science, Lower Hutt (NZ) 2019,doi:10.21420/RF7A-NT31 (englisch,cri.nz [PDF; abgerufen am 27. Mai 2022]).
↑abJörg S. Pfadenhauer und Frank A. Klötzli:Vegetation der Erde. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2014,ISBN 978-3-642-41949-2. S. 271–273, 394.
↑Richard Pott:Allgemeine Geobotanik. Biogeosysteme und Biodiversität. Springer, Berlin/Heidelberg/New York 2005,ISBN 3-540-23058-0. S. 512–517.
↑Matthew Cain:Ecology in the study of the relationships between organisms and their physical and biotic environment. O2 Nutrients CO2.online (Memento vom 4. Februar 2022 imInternet Archive), abgerufen am 4. Februar 2022. S. 4.
↑abAus der australischen Tierwelt. In:Königlich privilegierte Berlinerische Zeitung. No 109. Berlin 6. März 1909,S.7 (Online [abgerufen am 19. April 2015]).
↑Serpentes.The Reptile Database, abgerufen am 18. Februar 2018 (englisch).
↑Sauria.The Reptile Database, abgerufen am 18. Februar 2018 (englisch).
↑K. G. Tustin:Status of Moose in New Zealand. In:Journal of Mammalogy.Band55,Nr.1, 30. März 1974,ISSN1545-1542,S.199–200,doi:10.2307/1379268.
↑Lachie Scarsbrook, Kieren J. Mitchell, Matthew D. Mcgee, Gerard P. Closs, Nicolas J. Rawlence:Ancient DNA from the extinct New Zealand grayling (Prototroctes oxyrhynchus) reveals evidence for Miocene marine dispersal. Zoological Journal of the Linnean Society, zlac077,doi:10.1093/zoolinnean/zlac077
↑Ann Beaglehole:Flüchtlinge aus Nazi-Deutschland und -Österreich 1933–1945. In:James N. Bade (Hrsg.):Im Schatten zweier Kriege. Deutsche und Österreicher in Neuseeland im zwanzigsten Jahrhundert. Edition Temmen, Bremen 2005,ISBN 3-86108-055-9, S. 42–60
↑Janet M. Wilmshurst et al.:Dating the late prehistoric dispersal of Polynesians to New Zealand using the commensal Pacific rat. In:Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS).Band105,Nr.22, Juni 2008,ISSN0027-8424,S.7676–7680,doi:10.1073/pnas.0801507105 (englisch).
↑Morten Allentoft et al.:Extinct New Zealand megafauna were not in decline before human colonization. In:Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS).Vol. 111, No. 13, 1. April 2014,S.4922–4927,doi:10.1073/pnas.1314972111 (englisch,Online [PDF;1,1MB; abgerufen am 19. Februar 2018]).
↑Jörg Baten:A History of the Global Economy – From 1500 to the Present.Cambridge University Press,Cambridge 2016,ISBN 978-1-107-50718-0,S.287 (englisch).
↑Bianca Mueller: Wirtschaftsklima in Neuseeland. LawDownUnder, 17. November 2013, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 28. Dezember 2013; abgerufen am 28. Dezember 2013.
↑Economy Rankings.The World Bank Group, 2017, abgerufen am 18. Februar 2018 (englisch).
↑Peter Wende:Das Britische Empire. Geschichte eines Weltreichs. 2. Auflage. C. H. Beck, München 2011,ISBN 978-3-406-62458-2,S.192.
↑Mehr Milchkühe und weniger Schafe in Neuseeland. Schweizer Bauernverband SBV, 10. Februar 2010, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 8. September 2014; abgerufen am 8. September 2014 (englisch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar).
↑Sheep in New Zealand. In: tohu.figure.nz. Figure NZ Trust, abgerufen am 6. April 2021 (englisch).
↑FAOSTAT Food and agriculture data. In: FAO > Resources > Data > Statistics > FAOSTAT. The Food and Agriculture Organization (FAO) of the United Nations, abgerufen am 6. April 2021 (englisch).
↑abcEnergy in New Zealand. In: Building and energy > Energy and natural resources > Energy statistics and modelling > Publications and technical papers > Energy in New Zealand. Ministry of Business, Innovation & Employment, August 2020, abgerufen am 4. April 2021 (englisch).
↑I. G. Mason, S. C. Page, A. G. Williamson:A 100% renewable electricity generation system for New Zealand utilising hydro, wind, geothermal and biomass resources. In:Energy Policy.Volume 38, Issue 8, August 2010,S.3973–3984,doi:10.1016/j.enpol.2010.03.022 (englisch).
↑I. G. Mason, S. C. Page, A. G. Williamson:Security of supply, energy spillage control and peaking options within a 100% renewable electricity system for New Zealand. In:Energy Policy.Volume 60, September 2013,S.324–333,doi:10.1016/j.enpol.2013.05.032 (englisch).
↑Budget Economic and Fiscal Update. (PDF 1,2 MB) The Treasury, 26. Mai 2016, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 16. November 2016; abgerufen am 8. September 2014 (englisch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar).
↑Nikolai Brushlinsky, Marty Ahrens, Sergei Sokolov, Peter Wagner: Welt-Feuer-Statistik Ausgabe Nr. 26-2021. (PDF) Tabelle 1.13: Personal und Ausstattung der Feuerwehren der Staaten in 2010–2019. WeltfeuerwehrverbandCTIF, 2021, abgerufen am 18. Februar 2022.
↑Nikolai Brushlinsky, Marty Ahrens, Sergei Sokolov, Peter Wagner: Welt-Feuer-Statistik Ausgabe Nr. 26-2021. (PDF) Tabelle 1.14: Personal der Feuerwehren der Staaten nach Gender in 2010–2019. Weltfeuerwehrverband CTIF, 2021, abgerufen am 18. Februar 2022.
↑Nikolai Brushlinsky, Marty Ahrens, Sergei Sokolov, Peter Wagner: Welt-Feuer-Statistik Ausgabe Nr. 26-2021. (PDF) Tabelle 1.2: Verdichtete Kennzahlen der Brandsituation in den Staaten für das Jahr 2019. Weltfeuerwehrverband CTIF, 2021, abgerufen am 18. Februar 2022.
↑Arnd Krüger:Viele Wege führen nach Olympia. Die Veränderungen in den Trainingssystemen für Mittel- und Langstreckenläufer (1850–1997). Hrsg.: Norbert Gissel (= Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft.Band94). Feldhaus, Hamburg 1998,ISBN 3-88020-322-9,S.41–56 (englisch, Jahrestagung der DVS-Sektion Sportgeschichte vom 22.-24. September 1997 in Bayreuth).