| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 53° 49′ N,12° 47′ O53.81666666666712.7833333333333Koordinaten:53° 49′ N,12° 47′ O | |
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | |
| Landkreis: | Mecklenburgische Seenplatte | |
| Amt: | Malchin am Kummerower See | |
| Höhe: | 3 m ü. NHN | |
| Fläche: | 47,97 km² | |
| Einwohner: | 1649 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 34 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 17154 | |
| Vorwahl: | 039956 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN | |
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 71 109 | |
| Stadtgliederung: | 8Ortsteile | |
| Adresse der Amtsverwaltung: | Am Markt 1 />17139 Malchin | |
| Website: | www.stadt-neukalen.de | |
| Bürgermeister: | Rico Zoschke (CDU) | |
| Lage der Stadt Neukalen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte | ||
Peenestadt[2]Neukalen ist einemecklenburgischeLandstadt im Norden desLandkreises Mecklenburgische Seenplatte inMecklenburg-Vorpommern. Bis 2005 war die Stadt Teil desAmtes Am Kummerower See und gehört seither zumAmt Malchin am Kummerower See. Seit 2012 trägt sie den offiziellen Namenszusatz „Peenestadt“.[3]

Neukalen liegt westlich desKummerower Sees am Ufer der TeterowerPeene rund zehn Kilometer nördlich vonMalchin. Die Stadt liegt teilweise imNaturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See.
Zu Neukalen gehören folgende Ortsteile:[4]
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Der NameKalen oder auchKalno undKalna kommt aus demaltpolabischen und bedeutet Sumpf(kal) oder Morast. Zunächst wurde 1174 das heutige Altkalen erwähnt, 1232 alsurbs (Stadt) et stagnum (See) Kalenth und 1244 sowie 1283 alscivitas et castrum Kalant. Im Jahre 1306 hieß es dannNovum Kalant und 1366Nygenkalant.[5]
(Alt-)Kalen wurde erstmals in einer Urkunde von 1174 erwähnt, wonach FürstBorwin I. eine Stadt errichten ließ. Nach 1236 wurde Kalen, heuteAltkalen, an der Handelsstraße vonStettin nachRostock gelegen, von FürstHeinrich Borwin III. zu Rostock als Stadt mit einer starken Befestigung ausgebaut. Die neue Stadt bekam Ländereien, und ihr wurde 1253 dasLübische Stadtrecht verliehen. Bereits 1281 wurde die Stadt aus unbekanntem Grund von dessen Sohn FürstWaldemar von Rostock mit allen ihren Rechten an einen anderen Ort verlegt. Wahrscheinlich hatten sich durch die erstarkenden StädteGnoien,Teterow und Malchin die Handelsströme verändert, und sie lag verkehrstechnisch nicht mehr günstig. So fand man zehn Kilometer südlich in dem Ort Bugelmast einen besseren Platz. Hier wurde laut Urkunde die Stadt Kalen 1281 neu gegründet, deshalb der Name Neukalen. Das alte Kalen wurde wieder zu einem Dorf, zu Altkalen. Innerhalb weniger Jahrzehnte errichteten die Bürger ihre Stadt neu. Der Grundriss der Stadt ist nahezu kreisförmig, durchzogen von rechtwinklig zueinander verlaufenden, damals ungepflasterten Straßen. Im Zentrum steht, umgeben vom Friedhof, die Kirche, mit deren Bau recht bald begonnen wurde. Eine Urkunde erwähnt 1318 zum ersten Mal eine Kirche.
Im Jahre 1314 kam Neukalen zumFürstentum Werle, und 1382 wurde das gesamte Stadtgebiet an die Familie vonLevetzow verpfändet. Es entstanden eine Stadtmauer mit Wall und Graben sowie zwei Stadttore, das Mühlen- und das Malchiner Tor. Im frühen 15. Jahrhundert wurde dieeinschiffigespätgotische Stadtkirche St. Johannes errichtet. Der Turm mit seinem achteckigenTurmhelm wurde 1439 vollendet. Neukalen warLandstadt in Mecklenburg und als solche eine der Städte imWendischen Kreis, die bis 1918 auf mecklenburgischen Landtagen der1523 vereinten Landstände vertreten waren.
Im Jahre 1809 wurde das baufällige Malchiner Tor abgerissen, 1875 auch das Mühlentor. Am 1. Mai 1945 wurde die Stadt von derRoten Armee besetzt, wobei es zu Plünderungen und Vergewaltigungen kam. Zahlreiche Bürger begingen Suizid.[6] Von 1952 bis 1994 gehörte Neukalen zumKreis Malchin (bis 1990 im DDR-Bezirk Neubrandenburg, danach im Land Mecklenburg-Vorpommern). Im Jahre 1994 wurde die Stadt in denLandkreis Demmin eingegliedert. Seit derKreisgebietsreform 2011 liegt die Stadt imLandkreis Mecklenburgische Seenplatte. Innenstadt und Rathaus wurden im Rahmen derStädtebauförderung seit 1991 grundlegend saniert.
Karnitz
Erstmals wurde das Dorf in einer Urkunde vom 4. April 1232 erwähnt. 1314 waren 16 Bauernstellen vorhanden, die aber nach und nachgelegt wurden. Mitte des 18. Jahrhunderts kam Karnitz in den Besitz der Rittergutsfamilievon Levetzow aufLelkendorf. Es gab eine Ziegelei und eine Windmühle (bis 1908). 1932 kaufte Professor Hass aus Hamburg das Gut, musste es aber 1945 verlassen. Bei derBodenreform wurde das Land aufgeteilt. Das Gutshaus brannte 1978 ab.
Schlakendorf
Der Ort wurde erstmals in einer Urkunde vom 30. März 1287 genannt. Um 1314 war es ein recht bedeutender Ort imLande Hart. Das Dorf hatte 25 Bauernstellen sowie eine 1305 errichtete Kirche mit Pfarrstelle und Küsterei. Die Bauern waren im Laufe der Zeit gelegt worden, und das Dorf kam in der Mitte des 17. Jahrhunderts unter herzogliche Verwaltung (Domäne). Im Jahre 1738 war die baufällige Kirche eingestürzt. Im Jahre 1756 wurde die Verwaltung des Amtes Neukalen nach Schlakendorf verlegt und ein großes zweistöckiges Gebäude dazu errichtet. Als ab 1782 die Amtsverwaltung von Dargun aus erfolgte, bezog der neue Pächter Döhn das große Haus. Maurermeister Wilhelm Harm erbaute 1888 auf dem 1879 neu angelegten Friedhof eine sehenswerte kleine Friedhofskapelle. Das Schulgebäude stammt von 1887. Der letzte Pächter des Hausgutes, Ahlert, musste Schlakendorf 1945 verlassen.
Franzensberg
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde für den herzoglichen Forst ein neues Forsthaus benötigt. Dieses Forstgehöft wurde nahe der herzoglichen Waldung erbaut und erhielt zu Ehren des regierenden HerzogsFriedrich Franz I. von Mecklenburg den NamenFranzensberg. Im Jahre 1821 bezog der Förster Georg Friedrich Pflugradt das neue Forstgehöft. Ab 1913 wurde das Gehöft als Bauernstelle mit wechselnden Besitzern verpachtet. Seit 1958 wird es als Landschulheim benutzt.
Schönkamp
Der herzogliche Pachthof von 1756 mit Tagelöhnerkaten und Wirtschaftsgebäuden erhielt 1758 die BezeichnungSchönenkamp. Bis 1945 bewirtschafteten Pächter die 306 Hektar, zuletzt die Familie Mussäus. Das baufällige Herrenhaus wurde um 1990 abgerissen. Heute gibt es in Schönkamp nur noch wenige Einwohner.
Schorrentin
Schorrentin wurde nach seinen ersten slawischen BesitzernSkoreta alsSkoretin benannt. Eine heilige Stätte war ein Lindenhain, in welchem die Slawen ihren Göttern Opfergaben brachten. Spätestens in der Mitte des 13. Jahrhunderts dürften die ersten deutschen Siedler eingetroffen sein. Es gab danach das alte slawische Dorf und in einiger Entfernung das neue deutsche Schorrentin mit einer Kirche. Der Bau der ersten Kirche erfolgte um 1230/1260; dasLanghaus als Ersatz folgte bis 1390. Das slawische Dorf hat noch mindestens bis in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts selbstständig bestanden. Schorrentin und die Kirche wurden urkundlich am 16. Juni 1305 erwähnt. Gutsbesitzer waren u. a. die Familienvon Levetzow (1366 bis nach 1755) und Viereck (1826–1917).
Warsow
Das ehemalige Bauerndorf wird in einer Urkunde vom 4. April 1232 erstmals erwähnt. Der ursprüngliche Dorfkern mit den niederdeutschenHallenhäusern ist nicht mehr erkennbar. Die Wohnhäuser sind recht weitläufig über die Feldmark verteilt, nachdem von 1829 bis 1831 elfBüdnereien am Weg von den sogenanntenJudentannen bis zum Wald am nördlichen Dorfrand – früher alsEisser Born bezeichnet – entstanden und ab 1908 auch Häuser an der Straße von Neukalen nach Dargun erbaut wurden.
Am 1. Januar 1951 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Schlakendorf, Schorrentin und Warsow eingegliedert.
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Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres[7]
Etwa 34 Prozent der Bevölkerung sindevangelisch, 8 ProzentKatholiken.[8]
Gotteshäuser der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Neukalen sind dieJohanneskirche Neukalen und dieRadwanderkirche Schorrentin. Die Gemeinde gehört der Region Rostock im Kirchenkreis Rostock derEvangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland an.
Die katholische Kirche Neukalen, die erst 1994 eingeweiht wurde, gehört zur Pfarrgemeinde St. Petrus inTeterow imErzbistum Hamburg.
DieStadtvertretung von Neukalen besteht aus 12 Mitgliedern. DieKommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 64,0 % zu folgendem Ergebnis:[9]
| Partei / Wählergruppe | Stimmenanteil 2019[10] | Sitze 2019 | Stimmenanteil 2024 | Sitze 2024 | |
|---|---|---|---|---|---|
| CDU | 80,4 % | 10 | 100,0 % | 12 | |
| Einzelbewerberin Ilona Rettig | 06,3 % | 01 | – | ||
| SPD | 05,5 % | 01 | – | – | |
| Einzelbewerberin Gesine Parpart | 04,5 % | – | – | – | |
| Wählergemeinschaft Ländlicher Raum (WGLR) | 03,0 % | – | – | – | |
| Einzelbewerber Hans-Reinhard Kern | 00,3 % | – | – | – | |
| Insgesamt | 100 % | 12 | 100 % | 12 |
Voß wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 ohne Gegenkandidat mit 91,9 Prozent der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.[12] Er starb am 25. Juni 2022.[13]
Zoschke wurde bei der Bürgermeisterwahl am 13. November 2022 als einziger Kandidat mit 82,4 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.[14] Er wurde am 9. Juni 2024 wiederum ohne Gegenkandidat mit 78,2 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.[15] Seine Amtsdauer beträgt fünf Jahre.[16]
| Blasonierung: „In Silber ein offenes rotes Stadttor, bestehend aus zwei durch einen Bogen verbundenen, dreifach gezinnten Seitentürmen mit je zwei schwarzen Fenstern und je einer nach innen weisenden, abgestützten Zinnenplattform, auf dem Bogen ein Turm mit drei schwarzen Fenstern, Zinnenplatte und Spitzdach; im Torbogen ein gelehnter goldener Schild, darin ein hersehender, golden gekrönter schwarzer Stierkopf mit geschlossenem Maul und silbernen Hörnern, auf dem Schild ein seitlich gekehrter blauer Kübelhelm mit einer Pfauenfederrosette in natürlichen Farben.“[17] | |
| Wappenbegründung: Das nach dem Siegelbild des SIGILLVM CIVITATIS DE CALANT - als Abdruck erstmals 1283 überliefert und eine nicht ganz korrekte Wiedergabe der Helmzier enthaltend - gestaltete und in der jetzigen Form im April 1858 festgelegte Wappen vereint ein städtisches Symbol, ein offenes Tor, mit dem ältesten Wappenbild der Herrschaft Rostock. Das Stadttor versinnbildlicht eine befestigte Stadt, der schwarze Stierkopf mit dem geschlossenen Maul die Zugehörigkeit Neukalens zur damaligenHerrschaft Rostock. Das Wappen wurde am 10. April 1858 vom GroßherzogFriedrich Franz II. vonMecklenburg-Schwerin festgelegt, ca. 1978 neu gezeichnet und unter der Nr. 131 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert. |
Die Stadt verfügt über keine amtlich genehmigteFlagge.[18]
DasDienstsiegel zeigt das Wappen der Stadt mit der UmschriftPEENESTADT NEUKALEN.[18]
Neukalen liegt an denLandesstraßenL 20 zwischenDargun undMalchin und L 201 von Neukalen nachGnoien.
Die Stadt hat keinen Eisenbahnanschluss. Der nächstgelegene Bahnhof istMalchin an derBahnstrecke Bützow–Stettin. Er wird von derRegional-Expresslinie RE 4 (Lübeck–Stettin) bedient.
Die BahnhöfeNeukalen undSchorrentin lagen an derBahnstrecke Malchin–Dargun. Der Personenverkehr wurde 1996 eingestellt. Seit 2002 wird die Strecke auf dem Abschnitt Dargun–Neukalen–Salem alsDraisinenstrecke genutzt (Naturpark-Draisine Dargun).[19]