Der heutige französische Name leitet sich ebenso wie die gelegentlich anzutreffende deutsche BezeichnungNeuschottland von der älterenenglischen BezeichnungNew Caledonia her, die aufJames Cook zurückgeht.[3] Er verlieh der Insel den Namen, da ihn das Aussehen des Nordostens der Hauptinsel anSchottland erinnerte.[4] Er nutzte die römische BezeichnungCaledonia; die im Mittelalter gebräuchliche lateinische BezeichnungScotia konnte er nicht verwenden, da die schottische Kolonie an der OstküsteKanadas seit 1621 den NamenNova Scotia trug.
Kanaky ist der Name, den die Unabhängigkeitsbewegung seit den 1970er Jahren Neukaledonien gegeben hat, und leitet sich vom hawaiianischen Wort kanaka (bedeutet „Mann“) ab. Der Begriff wurde von Roselène Dousset-Leenhardt geprägt, der Tochter des PfarrersMaurice Leenhardt. Der Name „Kanak“ bezieht sich heute auf dieMelanesier diesesArchipels. DieKanakische und Sozialistische Nationale Befreiungsfront (FLNKS) fordert seit 1984 die offizielle Umbenennung Neukaledoniens inKanaky und die Gründung eines unabhängigen Staates unter diesem Namen, während die Bevölkerungsgruppen der Nicht-Kanak, welche die Mehrheit bilden, den Namen Neukaledonien (Nouvelle-Calédonie) bevorzugen.[5]
Neukaledonien befindet sich östlich vonAustralien auf der nördlichen Spitze desZealandia-Schelfs im südwestlichenPazifischen Ozean. Die Fläche der Inseln beträgt 18.576 km², davon sind 18.091 km² Landfläche und 485 km² Wasserfläche. Die HauptinselGrande Terre ist mit 16.372 km² die mit Abstand größte Insel der Gruppe. Zu Neukaledonien gehören des Weiteren noch dieBelep-Inseln und dieÎle Baaba im Norden, dieÎle Balabio im Nordosten, dieLoyalitätsinseln im Osten, dieÎle des Pins im Südosten, dieÎle Ouen an der Südspitze, dieAtolleChesterfield undBellona abgelegen im Westen sowie die Atolle und Riffe derRécifs d’Entrecasteaux im Nordwesten. Die Küstenlinie hat eine Gesamtlänge von 2254 km.
Neukaledonien liegt zwischen dem 19. und 23. südlichen Breitengrad und damit am Rand dertropischen Klimazone. Die mittleren Temperaturen auf den Inseln liegen das ganze Jahr zwischen 20 und 30 °C. Der längs über die Hauptinsel verlaufende Gebirgszug teilt Neukaledonien in einenhumiden Osten (inklusive der östlich der Hauptinsel gelegenen Inseln) und einen imRegenschatten liegenden eherariden Westen. Die relativ kühle trockene Zeit dauert von Mitte Mai bis Mitte September, die Regenzeit von Mitte November bis April. Die Ostseite der Insel erhält ca. 2500 bis 4000 mm Regen pro Jahr, die Westseite (Lee) generell weniger als 1500 mm, so z. B. Ouaco etwa 800 mm. In sehr trockenen Jahren gibt es mancherorts lediglich 250 bis 300 mm Niederschlag.
Größte Stadt ist die HauptstadtNouméa mit knapp 91.000 Einwohnern. Im direkten Einzugsgebiet des Grand Nouméa (Païta, Dumbéa und Mont-Dore) leben nach letzten Angaben (Volkszählung 2009) 163.723 Einwohner.
Geostrategisch liegt die Insel nah an Australien und Neuseeland im melanesischen Inselbogen und wird auch als Tor zu Südostasien bezeichnet. Neukaledonien gilt als wichtig für Frankreichs geostrategische Präsenz imIndo-Pazifischen Raum. Frankreich transferiert 1,3 Milliarden Euro jährlich in die öffentlichen Kassen Neukaledoniens.[6]
Frankreich hat eine ständige Präsenz von rund 1200 Soldaten aller Truppengattungen und derGendarmerie auf Neukaledonien. An drei Orten ist die französische Marineinfanterie (RIMAP-NC) stationiert; inNouméa befindet sich die Marinebasis „Pointe Chalaix“ und bei Apron, nahe demFlughafen La Tontouta wird der Luftwaffenstützpunkt Nouméa betrieben.
Unter dem französischen Überseeterritorium liegen etwa 25 Prozent der weltweitenNickel-Reserven.[7] Der Rohstoff wird im 21. Jahrhundert zunehmend wichtig für die Produktion von Akkumulatoren, Batterien, Mobiltelefonen und Flachbildschirmen. Die Insel macht Frankreich zum fünftgrößten Nickel-Exporteur der Welt. Beobachter gehen davon aus, dass bei einem Rückzug Frankreichs dieVolksrepublik China schnell versuchen würde, Einfluss in Neukaledonien zu gewinnen, um an die Nickel-Vorräte zu gelangen. Zudem plant China, Häfen inVanuatu undPapua-Neuguinea zu bauen. Dies wäre laut Beobachtern nicht mehr notwendig, wenn China Einfluss auf Neukaledonien hätte.[8]
Endemischer SchmetterlingPapillon bleu calédonienEine Baumgruppe der Araucaria columnarisBlüte derAmborella trichopoda
Die Vegetation besteht im Osten austropischen Regenwäldern und im Westen ausTrockenwäldern. Im Süden existiert eine gebüschartige Bergbaufolgevegetation, die aus metallresistenten Pflanzen besteht.Die Flora und Fauna Neukaledoniens weisen einen sehr hohen Grad anEndemismus auf. Viele Arten sind bedroht oder schon ausgestorben, etwa die gehörnte RiesenschildkröteMeiolania platiceps, das terrestrische KrokodilMekosuchus inexpectatus oder der große flugunfähige VogelSylviornis neocaledoniae. Die nicht wirksam genug bekämpftenBuschfeuer spielen dabei eine wichtige Rolle. Es gibt 23 endemische Vogelarten, wie derNeukaledonien-Allfarblori (Trichoglossus haematodus deplanchii), die grüne und gelbeSpaltschwingentaube (Drepanoptila holosericea), dieRiesenfruchttaube (Ducula goliath), denNeukaledonien-Lederkopf (Philemon diemenensis), den vom Aussterben bedrohtenRotgesicht-Honigfresser (Gymnomyza aubryana) oder derNationalvogelKagu, nach dem sich auch die Neukaledonier selbst bezeichnen. DerOuveasittich (Eunymphicus uvaeensis) kommt nur auf der Insel Ouvéa vor. Endemisch ist auch dieGeradschnabelkrähe (Corvus moneduloides), die wegen ihrer Fähigkeiten zu Herstellung und Gebrauch von Werkzeugen als der klügste Vogel der Welt gilt. Die einzigen endemischen Säugetiere sindFledertierarten wie derNeukaledonien-Langschwanzflughund oder derSchmuckflughund. Zu den eingeführten Wildtieren gehört derMähnenhirsch. Außerdem ist auf Neukaledonien einer der größten Geckos der Welt endemisch, derNeukaledonische Riesengecko. Es gibt 46Gymnospermen-Arten (45 endemisch, 7 Prozent der Gymnospermarten der Welt). Neukaledonien weist eine hohe Artendichte anBäumen auf. So finden sich hier 18 endemischeKoniferenarten aus derFamilie derAraukariengewächse (5 aus derGattungAgathis, 13 weitere aus der GattungAraucaria). Weiterhin gibt es 260 Farnarten (26 Familien, 83 Gattungen), von denen 105 Arten endemisch sind.[9]
Endemische Pflanzenarten sind zum Beispiel:
Amborella trichopoda (Amborellaceae, eine Art bildet die gesamte Pflanzenfamilie)
Strasburgeria robusta (Strasburgeriaceae, eine Art bildet die gesamte Pflanzenfamilie)
Oxera robusta (Lamiaceae, eine Art des GenusOxera gibt es auf Vanuatu, 20–25 in Neukaledonien)
Agathis montana (Araucariaceae,A. montana kommt nur am Mont Panie vor).
Verteilung der kanakischen Bevölkerung (2014)Verteilung der europäischen Bevölkerung (2014)
Die Urbevölkerung derMelanesier oderKanak bildet mit einem Anteil von rund 41 Prozent der Bevölkerung die größte Bevölkerungsgruppe. Sie konzentriert sich an der Ostküste und auf den kleineren Inseln. Die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe stellen die Nachfahren der ersten „Siedler“ aus Frankreich, dieCaldoches, zusammen mit denMétropolitains, den französischen Neueinwanderern. Deren Anteil ist aufgrund verstärkter Auswanderung auf 24 Prozent gefallen (Stand 2019).[11] Es gibt viele Einwohner, die ihre Wurzeln in mehreren ethnischen Gruppen haben. Außerdem gibt es viele Menschen unterschiedlicher Herkunft, die aber oftmals schon seit Generationen in Neukaledonien leben und größtenteils französische Staatsbürger sind: Etwa 9 Prozent der Einwohner sindWalliser und Futuner, 2,6 ProzentTahitianer, 2,5 ProzentIndonesier, 1,4 ProzentVietnamesen und 1,1 ProzentNi-Vanuatu.[12]
Die durchschnittliche Lebenserwartung betrug auf Neukaledonien im Jahr 2016 insgesamt 77,7 Jahre (Frauen: 81,9 Jahre / Männer: 73,7 Jahre).[12]
Bevölkerungsentwicklung in Tsd. in Neukaledonien von 1961 bis 2003
DasMedian-Alter der Bevölkerung lag im selben Jahr bei 31,7 Jahren. Eine Frau bekam im Laufe ihres Lebens im Durchschnitt 1,93 Kinder. Auf 1000 Einwohner kamen im Jahr 2017 15,0 Geburten und 5,7 Todesfälle. Die Bevölkerung wächst 2017 mit 1,3 Prozent pro Jahr.[12] DieGeburtenziffer geht immer weiter zurück und nähert sich allmählich der Frankreichs an; sie betrug 1990 noch 25,6 ‰ und lag 2017 bei 14,5 ‰. Das Durchschnittsalter der Mütter, die ihr erstes Kind bekommen, erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 24,6 auf 29,5 Jahre.[13]
Viele Kanaken pflegen in ihren Stämmen weiterhin ihre eigenen Sprachen und Gebräuche. Es werden heute noch etwa 28 dieser Kanak-Sprachen, die demmalayo-polynesischen Zweig deraustronesischen Sprachen angehören, in den verschiedenen Stammesgebieten gesprochen. Bei der Erforschung dieser Sprachen in Neukaledonien hat der französische EthnologeMaurice Leenhardt (1878–1954) Pionierarbeit geleistet. Allerdings spielen die Kanak-Sprachen im Erziehungswesen des Landes nur eine untergeordnete Rolle. Amtssprache ist alleinFranzösisch, das von annähernd allen Bewohnern des Landes gesprochen wird und alsVerkehrssprache dient. Die nichtkanakischen Einwanderergruppen sprechen unter sich noch ihre ursprünglichen Sprachen, zum BeispielTahitianisch,Wallisianisch,Futunisch,Vietnamesisch,Indonesisch undEnglisch.Gemäß der Volkszählung von 2004 können 97 Prozent der über 14-jährigen Einwohnerfranzösisch sprechen, lesen und schreiben, während lediglich 0,97 Prozent keine Französischkenntnisse haben.[15] Dagegen können nur noch 37,1 Prozent der über 14-Jährigen eine der einheimischen austronesischen Sprachen zumindest sprechen (aber nicht unbedingt lesen und schreiben), während 58,7 Prozent keine Kenntnisse einer indigenen Sprache haben.[16]
Die Kathedrale Saint Joseph in Nouméa
Die sprachlich-kulturelle Vielfalt des Landes steht heute unter Druck. Von den Sprachen, die vor der Kolonisierung gesprochen wurden, existieren heute noch 28 Sprachen und 11 Dialekte. Allerdings ist die Sprecherzahl der meisten dieserSprachen auf einige Tausend oder weniger gesunken. Am meisten Sprecher haben die drei SprachenDrehu,Nengone undPaicî. Die einheimischen Sprachen werden nur zur Kommunikation innerhalb der Sprechergemeinde verwendet. Für die Kommunikation zwischen den verschiedenen Sprachgruppen ist Französisch die Regel.Die einheimischen Sprachen werden heute an den Grundschulen unterrichtet und vier dieser Sprachen sind auch zum Abitur (baccalauréat) zugelassen. Eine Akademie ist damit beauftragt, die einheimischen Sprachen zu fördern und weiterzuentwickeln.[17]
Die einheimischen Religionen der einzelnen melanesischen Volksgruppen sind weitgehend verloren gegangen. Ein Großteil der Bevölkerung ist inzwischen christlich. Etwa 60 Prozent der Einwohner sindrömisch-katholische Christen, die zumErzbistum Nouméa gehören, und 30 Prozent Anhängerprotestantischer Kirchen. Andere Glaubensrichtungen und Konfessionen machen 10 Prozent der Gesamtbevölkerung aus.[12]
Die Besiedlung Neukaledoniens fand vermutlich um 1500 v. Chr. durch Menschen derLapita-Kultur statt. Diese Kultur wurde nach der FundstelleLapita 13 auf der Foué-Halbinsel in Neukaledonien benannt. Später erreichten auchPolynesier die Inselgruppe. Die Nachkommen dieser Stämme bilden heute das indigene Volk derKanaken. In der Zeit vom 11. Jahrhundert bis zum 18. Jahrhundert erreichten immer wieder Polynesier die Inseln Neukaledoniens, da sie auf der Suche nach neuem Land waren.
Von den Europäern wurden die Inseln erst im Laufe des 18. Jahrhunderts entdeckt.[4] Im Verlauf seinerzweiten Südseereise betratJames Cook am 4. September 1774 als erster Europäer die Inseln.[4] Er verlieh ihnen ihren heutigen Namen, da ihn das Aussehen des Nordostens der Hauptinsel anSchottland erinnerte, welches von den RömernCaledonia genannt worden war.[18] Cook erkundete die Insellandschaft über neun Tage ohne irgendwelche Zwischenfälle.[4][19] Ihm folgte 1793 ein Franzose namensJoseph Bruny d’Entrecasteaux. Er berichtete als erster über den von den Ureinwohnern praktiziertenKannibalismus in Neukaledonien.[20][21] Die ersten Europäer, die sich auf den Inseln niederließen, warenWalfänger und Holzhändler (Sandelholz). Es folgten im 19. JahrhundertMissionare. Die Siedler brachtenSeuchen auf die Inseln, ein großer Teil der einheimischen Bevölkerung starb an den eingeschleppten Krankheiten.
Die Inseln wurden sowohl durch dasVereinigte Königreich als auch durchFrankreich während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts besiedelt. Im Namen vonNapoleon III. nahm Auguste Fevrier-Despointes die Inselgruppe am 24. September 1853 (heute ein Feiertag) in französischen Besitz.
Ähnlich wie die Briten in Australien nutzten die Franzosen die Inseln alsStrafkolonie von 1864 bis etwa 1922. 1864 erreichten die ersten 250 französischen Sträflinge Neukaledonien. Damals war nur das südliche Drittel der Hauptinsel sowie einige Inseln im Süden unter französischer Kontrolle, ein militärischer Außenposten bestand in Napoléonville (Canala) und sonst gab es nur vereinzeltePlantagen (z. B. fürZuckerrohr) und Missionsstationen derMaristen neben den Dörfern der Kanaken. Auf die Inseln kamen nach der Niederschlagung derPariser Kommune 1871 von 1872 bis zur Amnestie im Juli 1880 etwa 8000 weitere Franzosen. Unter den Kommunarden waren beispielsweiseLouise Michel undNathalie Lemel. Im März 1874 gelangHenri Rochefort,François Jourde,Paschal Grousset und einigen weiteren Gefangenen die Flucht nach Australien.[22] 1871 kam es in der französisch besetztenKabylei zu einem Aufstand, der dazu führte, dass etwa 200 Deportierte aus Ostalgerien nach Neukaledonien verbannt wurden. Sie wurden 1895 amnestiert und konnten einige Jahre später zurückkehren.
1863 fand der GeologeJules Garnier das später nach ihm benannte NickelerzGarnierit. Ab 1873 setzte der vereinzelte Abbau von Lagerstätten ein, der ab 1880 mit der Gründung des UnternehmensSociété Le Nickel durch den Engländer John Higginson im großen Maßstab betrieben wurde. Seit den 1870er Jahren wurdeKupfer undBlei abgebaut, seit den 1880er Jahren auchKobalt undChrom, zwei Metalle, mit denen Neukaledonien zum Weltmarktführer aufstieg, vorangetrieben durch Unternehmer wie den ElsässerLucien Bernheim[23] und ermöglicht durch billige Arbeitskräfte, zumeist Strafgefangene, denn die Insel war 1863–1931[24] Strafkolonie, aber auch Freigelassene, angeworbene Arbeitskräfte aus Asien und Ozeanien, sowie durchblackbirding verschleppte Menschen. Die Aufarbeitung der abgebauten Minerale erfolgte in der einzigen dafür vorgesehenen Anlage in Nouméa. Seit dem Beginn des20. Jahrhunderts kamen allerdings vermehrt freie Siedler und asiatische Arbeiter auf die Insel. Die einheimische Bevölkerung wurde ab 1887[24] durch dasApartheid-ähnliche System desCode de l’indigénat massiv unterdrückt.
Während des Ersten Weltkrieges wurde dasBataillon mixte du Pacifique (B. M. P.) aufgestellt,[25] während desZweiten Weltkriegs dasBataillon d’infanterie de marine du Pacifique (BIMP), welches aus Neukaledoniern und Polynesiern bestand. Aktuell gibt es dasRégiment d'Infanterie de Marine du Pacifique-Nouvelle-Calédonie (RIMaP-NC).[26] Im Zweiten Weltkrieg war Neukaledoniens HauptstadtNouméaHauptquartier für dieamerikanischen Streitkräfte imPazifik. Nach dem Krieg wurden die Räume des Hauptquartiers durch dasSekretariat der Pazifischen Gemeinschaft (SPC), eine internationale Organisation verschiedener Pazifikstaaten, übernommen. Mittlerweile sind die Gebäude abgerissen, das SPC in unweit davon neu errichteten Räumen untergebracht und der frei gewordene Platz zu einer Hotel- und Geschäftsanlage umgewidmet worden.
Es kam regelmäßig zu Revolten derKanak, die jedoch immer niedergeschlagen wurden und jeweils zur Enteignung und Deportation führten, so dass die Kanak von den Küsten ins Landesinnere abgedrängt wurden. Die größte Revolte war der Aufstand von 1878,[27] dabei wurde der StammesführerAtaï[24] von Aufständischen enthauptet. Eine der letzten erfolgte 1917,[24] als die Kanak alsSoldaten während desErsten Weltkrieges eingezogen wurden.
Am 27. Oktober 1946 wurde Neukaledonien zumÜbersee-Territorium erklärt und den Einwohnern die französische Staatsangehörigkeit verliehen. 1947 wurde das Territorium von derUN-Liste der Hoheitsgebiete ohne Selbstregierung gestrichen. 1953 erhielten alle Bewohner die französischenBürgerrechte und 1957 wurde eine Art lokales Parlament (Assemblée territoriale) eingerichtet, doch bereits 1958 beschnittCharles de Gaulle die Rechte der Landesversammlung wieder. 1969 entstand die StudierendenorganisationFoulards rouges,[24] die weitere Proteste mobilisierte.
1977 sprach sich dieUnion calédonienne für die Unabhängigkeit aus, zwei Jahre zuvor war 1975 dasFestival Mélanesia erstmals veranstaltet worden. Diese Bestrebungen führten 1984–1988 auch zu Unruhen mit über 70 Toten.[28] Im September 1984 entstand dieKanakische sozialistische Front der nationalen Befreiung (FLNKS) mitJean-Marie Tjibaou an der Spitze. Sie war anfangs eine militante Organisation, die ihre Ziele mit Gewalt durchsetzen wollte und Angriffe auf Institutionen des französischen Staats verübte.[29] Sie wurde in den 1980er Jahren finanziell und operativ u. a. vonLibyen unterstützt.[30] 17 Kanak erhielten dort eine paramilitärische Ausbildung.[31] Die neue Partei organisierte einen Boykott der anstehenden Wahlen, und nach der Wahl bildete sie im Untergrund die „Provisorische Regierung von Kanaky“ (GPK) mit Tjibaou als Präsident. Nachdem am 11. Januar 1985 der 17-jährige Yves Tual auf der Farm seiner Eltern inBouloupari von Unabhängigkeitsaktivisten (Indépendantisten) getötet worden war, kam es zu politischen Morden an mehreren militanten Kanaken, darunter der Anführer der Indépendantisten Eloi Machoro (FNLKS), der von Spezialeinheiten derGIGN am folgenden Tag erschossen wurde, als er gerade das Haus eines anderen Farmers besetzte.[32] Schließlich wurde der Notstand erklärt, französische Fallschirmjäger eingesetzt und ein neuer Reformplan ausgearbeitet, der zur Schaffung von vier Regionen (Nord, Centre, Sud und Îles) führte. Bei den anschließenden Regionalwahlen am 29. September 1985 – als auch bei den Provinzwahlen von 1989 und 1995 – erreichte die FLNKS jedoch nur rund 29 % der Stimmen.[33] Im Dezember 1986 entschied die UN, Neukaledonien erneut auf die Liste derzu dekolonisierenden Länder zu setzen. Ein von derfranzösischen Regierung am 13. September 1987 veranstaltetes erstes Unabhängigkeitsreferendum wurde von den Anhängern der Unabhängigkeitsbewegung boykottiert, so dass im Ergebnis 98 % der Teilnehmer für den Verbleib bei Frankreich stimmten.[34]
In Reaktion auf ein am 22. April 1988 in Kraft getretenes Gesetz, mit dem der politische Einfluss der kanakischen Befürworter einer Unabhängigkeit Neukaledoniens beschnitten werden sollte, kam es an diesem Tag zu einer Geiselnahme von 27 Polizisten und einem Richter durch Separatisten in einer Höhle auf der InselOuvéa, die vom 22. April bis in den Mai 1988 dauerte und von französischen Spezialeinheiten beendet wurde, wobei 19 Separatisten und zwei Ordnungskräfte ums Leben kamen.[35] Dies führte beim Anführer der Unabhängigkeitsgegner,Jacques Lafleur, zu einem Umdenken. Er war nun bereit, mit den Separatisten zu verhandeln. Diese Verhandlungen führten zumMatignon-Abkommen von 1988, das eine größereAutonomie Neukaledoniens vorsah[24] und das durch die französischen Wähler in einemReferendum am 6. November 1988 bestätigt wurde, und ein Jahrzehnt später zumAbkommen von Nouméa vom 5. Mai 1998, das von den Wählern in Neukaledonien in einemReferendum am 8. November 1998 angenommen wurde. Die Inselgruppe wurde in drei Provinzen und 33 Gemeinden unterteilt. Die Provinzen werden von je einem Präsidenten und einer Versammlung geleitet, die zusammen einen Kongress (Congrès de la Nouvelle-Calédonie) bilden. Dieser setzt sich zusammen aus 15 Vertretern derNordprovinz, 32 Vertretern derSüdprovinz und sieben Vertretern der Provinz der Loyalitätsinseln. Der Kongress wählt aus seinen Reihen elf Personen (auch weniger wären möglich), die die Regierung bilden und ihrerseits unter sich einen Regierungschef wählen.
Am 4. Mai 1989 wurden Jean-Marie Tjibaou und Yeiwene Yeiwene von Radikalen der FLNKS auf Ouvéa ermordet. Sie erhielten ein Staatsbegräbnis und 1998 wurde dasTjibaou-Kulturzentrum aufwendig vom französischen Staat erbaut.
Am 4. November 2018 fand das im 1998 geschlossenenAbkommen von Nouméa vorgeseheneReferendum über die Unabhängigkeit Neukaledoniens statt. Die Wahlberechtigten hatten über die Unabhängigkeit der Inseln oder den Verbleib bei Frankreich zu entscheiden.[36] Bei einer hohen Wahlbeteiligung von 80,6 Prozent stimmten 56,4 Prozent der Wähler gegen die Unabhängigkeit und für den Verbleib bei Frankreich.[37]
Dem Abkommen von Nouméa zufolge können – falls ein erstes Unabhängigkeitsreferendum scheitert – bis zu zwei weitere Unabhängigkeitsreferenden folgen, sofern eine Mehrheit der Delegierten im Kongress von Neukaledonien dies fordert. Nach einem entsprechenden Beschluss des Kongresses 2019 wurdeein zweites Unabhängigkeitsreferendum am 4. Oktober 2020 angesetzt. Wieder stimmte die Mehrheit für einen Verbleib bei Frankreich, diesmal mit 53,3 Prozent, bei einer Wahlbeteiligung von 85 Prozent.[38]
Im Juni 2021 setzte die französische Regierung auf Antrag des Kongresses von Neukaledonien für den 12. Dezember 2021 eindrittes Referendum über die Unabhängigkeit an.[39] Die separatistische Partei der Kanakischen sozialistischen Front der nationalen Befreiung (FLNKS), die die Abhaltung des dritten Unabhängigkeitsreferendum selbst durchgesetzt hatte, forderte jedoch im September 2021 den französischen Minister für die ÜberseegebieteSebastien Lecornu (REM) auf, das Referendum zu verschieben und sich stattdessen zunächst auf die Bekämpfung derCorona-Pandemie zu konzentrieren, was die französische Regierung jedoch ablehnte.[8] Daraufhin riefen führende Politiker der FLNKS im Oktober 2021 dazu auf, das Referendum zu boykottieren.[40] Bei diesem Referendum stimmten 96,5 Prozent für den Verbleib bei Frankreich, dies allerdings bei einer geringen Wahlbeteiligung von 43,9 Prozent.[41] Nach dem Referendum erklärten die Unabhängigkeitsbefürworter, das Abstimmungsergebnis nicht anzuerkennen.[42] DerConseil d’État, der höchste Verwaltungsgerichtshof Frankreichs, wies im Juni 2022 die Forderung der Unabhängigkeitsbefürworter nach einer Annullierung des Abstimmungsergebnisses mit der Begründung zurück, dass sich die epidemiologische Lage bereits im Oktober und November 2021 mit einer Inzidenz von 48:100.000 und einer Impfquote von 77,7 % kurz vor dem Referendum kontinuierlich verbessert hatte. Außerdem würden weder die Bestimmungen der Verfassung noch die des Statuts von Neukaledonien für die Gültigkeit des Referendums eine Mindestbeteiligung verlangen.[43]
DieNeutralität dieses Artikels oder Abschnitts ist umstritten. Eine Begründung steht auf derDiskussionsseite.
In der Nacht zum 14. Mai 2024 und an den Folgetagen kam es im Großraum Nouméa zu gewaltsamen Ausschreitungen der „Indépendantisten“, die die Unabhängigkeit Neukaledoniens von Frankreich fordern: Hunderte Geschäfte wurden geplündert und angezündet, darunter zahlreiche Arztpraxen,[44] Apotheken, Autohäuser und Tankstellen. Auch Schulen, ein Ausbildungszentrum für medizinische Berufe und andere öffentliche Einrichtungen wie einDialysezentrum wurden in Brand gesteckt.[45][46] Die Feuerwehr musste über 200 Brände löschen. DerFlughafen La Tontouta wurde geschlossen.[47] Sicherheitskräfte wurden von jugendlichen Randalierern angegriffen; es gab mehrere Tote. Die Präsidentin der Südprovinz, Sonia Backès, schrieb an PräsidentEmmanuel Macron, man befände sich „in einemBürgerkrieg“ und forderte die Ausrufung desAusnahmezustands,[48] die kurz darauf erfolgte.[49] Bereits Anfang Mai 2024 nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Morddrohungen von Seiten der Indépendantisten gegen denParlamentsabgeordnetenNicolas Metzdorf auf.[50]
Auslöser für die Gewaltausschreitungen war die bevorstehende Abstimmung in derfranzösischen Nationalversammlung über eine Änderung der französischen Verfassung, durch die dasWahlrecht für die Provinzwahlen in Neukaledonien geändert werden sollte.[51] Nach der bisher gültigen, von den Indépendantisten 1998 imAbkommen von Nouméa durchgesetzten und seit 2007 in der französischen Verfassung verankerten Regelung dürfen nur diejenigen in Neukaledonien wohnhaften französischen Bürger an den Provinzwahlen teilnehmen, die bereits 1998 im dortigen Wahlregister standen, sowie deren Nachkommen. Alle anderen französischen Bürger, auch in Neukaledonien geborene, deren Eltern an dem Stichtag nicht in dem Register standen, sind davon ausgeschlossen und können nur an gesamtfranzösischen und kommunalen Wahlen teilnehmen. Diese Regelung sollte Verschiebungen der Zusammensetzung der Wahlbevölkerung zulasten der autochthonen kanakischen Bevölkerung gegenüber zugezogenen Bewohnern verhindern. Die Vertreter der führenden Parteien der Unabhängigkeitsgegner, die sich vor allem auf die europäischstämmige Bevölkerung stützen, halten diese Sonderregelung jedoch für undemokratisch und fordern eine Änderung vor den nächsten Provinzwahlen.[52] Die Verfassungsreform wurde am 15. Mai von der Nationalversammlung mit großer Mehrheit verabschiedet. Danach soll jeder in Neukaledonien geborene sowie jeder seit mindestens 10 Jahren ansässige französische Bürger nach Erreichung des Wahlalters bei den Provinzwahlen stimmberechtigt sein.[53] Die Änderung sollte am 1. Juli 2024 in Kraft treten, es sei denn, die Verhandlungspartner der Loyalisten und Indépendantisten könnten sich vorher anderweitig einigen. Letztere hatten bisher jegliche Mitwirkung an einer Änderung des Wahlrechts verweigert.[54]
Am 23. Mai reiste PräsidentEmmanuel Macron in Begleitung von InnenministerDarmanin und VerteidigungsministerLecornu nach Neukaledonien, um nach den schweren Unruhen zu schlichten, wobei es keinen ausgearbeiteten Plan geben soll.[55] Die Partei der Indépendantisten FLNKS ließ jedoch im Voraus verlautbaren, dauerhaften Frieden werde es nur geben, wenn ein Schritt zur Unabhängigkeit vereinbart werde.[56] Macron stellte anschließend klar, der Staat werde der Gewalt nicht nachgeben. Das Gesetz zur Verfassungsreform bezüglich des Wahlrechts werde in jedem Fall abschließend dem Nationalkongress zur Abstimmung vorgelegt. Über die Verfassungsreform können dann auch die Bürger in einem Referendum abstimmen.[57]
Die Schulen der Hauptinsel Grande Terre sollen aufgrund der Zerstörungen sowie der Gefahr für Schüler und Lehrer bis zum 17. Juni geschlossen bleiben. Auch die Universitäten stellen bis auf Weiteres ihren Betrieb ein.[58] Die Eröffnung des internationalen Flughafens wurde zunächst auf den 2. Juni 2024,[59] später auf unbestimmte Zeit verschoben. Touristen werden von demStadtflughafen Magenta mit Militärmaschinen nach Australien und Neuseeland evakuiert.[60] DieFranzösischen Luftstreitkräfte richteten eine 19.000 km langeLuftbrücke ein, um das Territorium von Frankreich mit 200 Tonnen Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen sowie 1800 Sicherheitskräfte auf die Insel zu bringen.[61] Häuser von französischen Einwohnern wurden in einem Vorort von Nouméa geplündert und in Brand gesteckt – Familien mussten mit Booten flüchten – als auch die Schule, öffentliche Bibliothek und zahlreiche Geschäfte.[62][63] InDumbéa zogen alkoholisierte junge Männer durch die Straßen, skandierten rassistische Parolen und schossen auf eintreffende Polizisten.[64] InPaïta wurde ein landwirtschaftliches Forschungsinstitut, dessen Schaffung ausdrücklich im Nouméa-Abkommen vereinbart worden war, ebenfalls von den aufständischen Indépendantisten geplündert und zerstört.[65] Sie blockierten den Zugang zum Krankenhaus in Nouméa und demMédipôle in Dumbéa.[66][67][68] Der Ausnahmezustand wurde am 28. Mai aufgehoben, die Ausgangssperre von 18 bis 6 Uhr bleibt bis zum 17. Juni in Kraft.[69] Nach offiziellen Angaben wurden während der Unruhen mehr als 500 Geschäfte zerstört, 1500 Fahrzeuge ausgebrannt, kamen neun Menschen ums Leben und wurden über 1000 Personen festgenommen.[70][71][72] Auch drei Wochen nach Ausbruch der Unruhen steckten radikale Indépendantisten Wohnhäuser in Brand, deren Bewohner mit gepanzerten Fahrzeugen in Sicherheit gebracht werden mussten, da sie während der Flucht mit Steinen beworfen wurden.[73] Einen Tag vor der Wiederaufnahme des Schulunterrichts am 17. Juni wurden erneut mehrere Schulen in Brand gesteckt,[74] während der Internationale Flughafen Tontouta am 17. Juni 2024 wieder den Betrieb aufnahm.[75] Am 19. Juni 2024 wurden schließlich die Anführer der CCAT (Cellule de coordination des actions de terrain), die die Unruhen organisieren, von den Sicherheitsbehörden festgenommen. Ihnen werden verschiedene Straftaten wie Anstiftung zum Mord, Vorbereitung von Gewalttaten, von bandenmäßigem Raub, Brandstiftung und Sachbeschädigung vorgeworfen.[76] Nachdem die Anführer am 22. Juni nach Kontinental-Frankreich (Hexagone) transferiert worden waren, setzten deren Anhänger in den Folgetagen eine weitere Schule, mehrere Polizeidienststellen und deren Fahrzeuge in Brand, griffen Feuerwehren bei ihrem Einsatz an und errichteten erneut zahlreiche Straßenblockaden.[77][78][79] Am häufigsten wurde eine Sporthalle im Stadtviertel Vallée-du-Tir, die u. a. der Bevölkerung als Notunterkunft bei starken Zyklonen diente, in Brand gesteckt; am 31. August 2024 zum 15. Mal.[80]
InHouaïlou verhinderten Indépendantisten die erste Runde derParlamentswahl in Frankreich 2024, indem sie das Rathaus blockierten sowie die Wahlzettel und -urnen stahlen. Einen sich nähernden Mitarbeiter griffen sie in seinem Fahrzeug mit Steinen an.[81] In den folgenden Nächten setzten sie in Houaïlou eine Berufsschule,[82] Büros, den Maschinenpark einer Nickelmine[83] und im Industriegebiet Ducos von Nouméa erneut mehrere Unternehmen in Brand.[84] Aus Kontinental-Frankreich eingeflogene Spezialkräfte derGIGN versuchten die Lage unter Kontrolle zu bringen, wurden aber wiederholt von militanten Indépendantisten angegriffen und teilweise schwer verletzt.[85] Ab Mitte Juli weiteten sie ihre Brandanschläge auch gezielt auf Einrichtungen der katholischen Kirche[86][87][88] und einen buddhistischen Tempel aus.[89] Daraufhin setzten Unbekannte das Mausoleum des Oberhäuptlings (Grand Chef) Ataï, Anführer des Kanak-Aufstands von 1878, inLa Foa in Brand und entwendeten dessen Schädel.[90] Nachdem sich die Lage im September 2024 zu beruhigen schien, wurde zum Ende des Monats ein Brandanschlag auf dieUniversität Neukaledonien verübt, bei dem auch ein Wachmann angegriffen wurde. Die Präsidentin der Universität bezeichnete diesen erneuten Anschlag auf eine Bildungseinrichtung als einen Anschlag auf die Zukunft der Jugend Neukaledoniens.[91]
Am 1. Oktober 2024 erklärte PremierministerMichel Barnier schließlich, die Regierung werde die Verfassungsreform nicht zur endgültigen Abstimmung dem Kongress vorlegen und verkündete damit die Aufgabe der Wahlrechtsreform in der bisher beabsichtigten Form.[92] Während die Entscheidung von derFLNKS begrüßt wird, sehen Loyalisten wie der neukaledonische AbgeordneteNicolas Metzdorf darin ein Zurückweichen der Demokratie vor der Gewalt[93] und die Chefin der Loyalisten Sonia Backès erklärte: „Wer glaubt, er könne von den Extremisten Nachsicht erhoffen, indem er ihnen gefällig wird, kennt sie sehr schlecht.“("Penser faire plaisir aux extrémistes en espérant leur indulgence, c’est bien mal les connaître").[94] Nachdem Metzdorf angekündigt hatte, daraufhin für einenMisstrauensantrag zu stimmen, versicherte Barnier am Folgetag in einer Rede vor dem Senat, eine Wahlrechtsreform werde vor den nächsten Provinzwahlen kommen, brauche aber noch mehr Zeit.[95]
Unterdessen erklärte die FLNKS auf ihrem Parteikongress vom 26. Januar 2025, sie werde an Verhandlungen mit dem Staat nur unter der Bedingung teilnehmen, dass bis spätestens Ende September 2025 ein Abkommen unterzeichnet wird, in dem ein festes Datum zur Erlangung der „vollen Souveränität“ des Territoriums genannt wird.[96]
Im Juni 2025 verkündete Präsident Emmanuel Macron bei einem Gipfel der pazifischen Länder und Frankreich inNizza ein „neues Projekt“ zum zukünftigen Status von Neukaledonien, ohne die „Fehler“ vonReferenden zu wiederholen, die seiner Meinung nach für die Kultur der Kanak nicht geeignet seien. Er erklärte, „weder die Kultur der Ozeanier noch der Melanesier sind vollständig für Referenden geschaffen, da sie Kulturen der Verständigung (concertation) sind“, und lud die politischen Kräfte zu einem Gipfeltreffen in Paris in den folgenden Wochen ein. Die Vertreter der Kanak hatten imNouméa-Abkommen 1998 ausdrücklich drei Referenden über die Unabhängigkeit gefordert.[97]
Am 2. Juli 2025 lud Macron die Vertreter Neukaledoniens – Loyalisten und Indépendantisten – zu einem Gipfel im Pariser VorortBougival ein, den er als „Gipfel der letzten Chance“ bezeichnete, um gemeinsam über einen neuen Status zu verhandeln. Unter Leitung des ÜberseeministersManuel Valls, der die Indépendantisten mit weitgehenden Zugeständnissen an den Verhandlungstisch gelockt hatte, konnte am 12. Juli eine Einigung beider Lager erzielt werden. Die Vereinbarung, die den Wählern in Neukaledonien im Februar 2026 zur Abstimmung vorgelegt werden soll, sieht einenSui-generis-Status des „Staates Neukaledonien“ innerhalb der Französischen Republik sowie eine doppelte Staatsangehörigkeit – eine französische und neukaledonische – vor. Die neukaledonische Staatsangehörigkeit können alle französischen Staatsangehörige erwerben, von denen ein Elternteil die Bedingungen der neukaledonischen Staatsangehörigkeit erfüllt oder die bereits seit 10 Jahren in Neukaledonien ansässig sind oder die mit einer Person mit neukaledonischer Staatsangehörigkeit verheiratet bzw. „verpaktet“ und seit fünf Jahren in Neukaledonien ansässig sind. Zu den neukaledonischen Provinz- und Kongresswahlen 2026 sind die vor Ort geborenen oder seit 15 Jahren ansässigen Personen zugelassen, zu den folgenden Wahlen nach 2026 alle Personen mit neukaledonischer Staatsangehörigkeit. Die Vereinbarung sieht außerdem die Schaffung eines Grundgesetzes vor, in dem der Name, die Flagge, die Hymne und die Werte des Staates definiert werden. Die Bereiche Verteidigung, öffentliche Sicherheit, Justiz und Währung bleiben unter der Kontrolle des übergeordneten Staates (Frankreich). Dies kann nur mit einerqualifizierten Mehrheit des neukaledonischen Kongresses geändert werden.[98] Der zu den Unterzeichnern des Abkommens gehörende neukaledonische AbgeordneteNicolas Metzdorf sieht darin einen Wandel Frankreichs von einem zentralistischen zu einem föderalen Staat mit dem Vorteil, dass Neukaledonien jetzt bilateraleHandelsabkommen mit seinen direkten NachbarnAustralien undNeuseeland abschließen kann.[99] Auch ein Vertreter der Indépendantisten, Victor Tuturogo, bezeichnet das Abkommen als einen ausgewogenen Kompromiss, der es allen erlaubt, das Land gemeinsam aufzubauen und die Wirtschaft wieder anzukurbeln.[100] Manuel Valls warnte im Anschluss jedoch davor, dass Extremisten, die die Einigung ablehnen, einen Bürgerkrieg provozieren könnten. Er hoffe aber, dass die Unterzeichner ihre jeweilige Basis überzeugen werden. Ansonsten sei es die Aufgabe der Sicherheitskräfte und der Justiz auf jede Bedrohung oder Gewalt zu reagieren.[101] Nur wenige Tage nach Unterzeichnung der Vereinbarung, erklärte der Abgeordnete Emmanuel Tjibaou (FLNKS), er und seine Delegation hatten gar nicht das Mandat seiner Partei, ein Abkommen zu unterzeichnen. Es handelte sich dabei nicht um ein definitives Abkommen, sondern nur um ein Arbeitspapier. Verschiedene Punkte müssten noch geklärt und geändert werden.[102] Jean-Pierre Djaïwé, Chef der Indépendantisten-ParteiPalika, die sich von der radikalen FLNKS abgespalten hatte, zeigte sich auf dem einberufenen Parteikongress inVoh hingegen mit dem Ergebnis zufrieden und erklärte, an dem Abkommen müsse kein einziges Wort oder Komma geändert werden.[103]
Am 19. September 2025 entschied der französischeConseil constitutionel nach einer Klage des VerbandsUn cœur, une voix (Ein Herz, eine Stimme), dass das „Einfrieren des Wahlkorps“ (gel du corps électoral) zwar gegen das Prinzip derErklärung der Menschen- und Bürgerrechte verstößt, es aber dennoch nicht verfassungswidrig sei, da es imAbkommen von Nouméa ausdrücklich so vereinbart wurde und das Abkommen selbst einen verfassungsmäßigen Wert habe. Er fügte hinzu, dass daran Veränderungen vorgenommen werden können, um der veränderten Bevölkerungsentwicklung in Neukaledonien Rechnung zu tragen und auf diese Weise die Auswirkungen der Aufhebung des Prinzips der Gleichheit desallgemeinen Wahlrechts abzuschwächen.[104]
Nachdem dieFLNKS ihre Unterschrift zum Bougival-Abkommen zurückgenommen hatte, da „noch einige Details“ zu klären seien, lud StaatspräsidentEmmanuel Macron die politischen Gruppen Neukaledoniens im Januar 2026 zu einem erneuten Treffen ein, um das Abkommen durch ein Zusatzprotokoll zu ergänzen. Diesmal boykottierte die FLNKS jedoch das Treffen in Paris. Nach den Worten des AbgeordnetenNicolas Metzdorf verfolge die radikale Unabhängigkeitspartei mit einem Scheitern des Bougival-Abkommens ihr Ziel, mit der dadurch erzeugten wirtschaftlichen Krise und politischen Instabilität diejenigen Einwohner, die sie nicht wählen, aus dem Territorium zu vertreiben.[105] Am 19. Januar 2026 unterzeichneten die übrigen Gruppen, darunter die gemäßigten Unabhängigkeitsparteien, das sogenannte Zusatzabkommen Élysée-Oudinot, in dem insbesondere die Anerkennung der „kanakischen Identität“ stärker betont wird.[106] Ein ebenfalls unterzeichnetes zweites Abkommen sieht zudem eine schrittweise Entschuldung des Territoriums sowie hohe Subventionen zum Sozialetat und zur Rettung der defizitären Nickelbranche vor. Beiden Abkommen muss allerdings noch das Nationale Parlament zustimmen. Anschließend sollen die Neukaledonier darüber in einem Referendum abstimmen.[107]
DieCollectivité (Gebietskörperschaft) Neukaledonien gliedert sich in drei Provinzen und 33Gemeinden. Daneben gibt es noch einige kleine, unbewohnte und teils abgelegene Inseln, Inselgruppen und Riffe, die weder zu einer Provinz noch zu einer Gemeinde gehören, wie beispielsweise die Inseln Huon und Surprise (D’Entrecasteaux-Riffe),Chesterfieldinseln,Walpole, Astrolabe-Riffe,Matthew undHunter Island.[109]
Neukaledonien ist für die Wahlen derNationalversammlung seit 1986 in zwei Wahlkreise eingeteilt: Der erste umfasst die Hauptstadt Nouméa, dieLoyalitätsinseln und dieÎle des Pins, der zweite erstreckt sich über die gesamte HauptinselGrande Terre – ohne Nouméa – sowie dieBelep-Inseln. Der erste Wahlkreis wurde bisher immer von einem Loyalisten gewonnen, während bei der französischenParlamentswahl 2024 zum ersten Mal ein Indépendantist den zweiten Wahlkreis gewann.[110]
Der internationale Flughafen Neukaledoniens ist derFlughafen La Tontouta. Dieser liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Païta, etwa 40 km von Nouméa entfernt. Für lokale Flüge wird derFlughafen Magenta genutzt, direkt in Nouméa gelegen. Es werden die wichtigsten Städte und alle neukaledonischen Inseln angeflogen.[111]DerFlughafen Lifou ist ein Verkehrsflughafen auf der InselLifou.
Neukaledonien verfügt über ein gut ausgebautes, weitgehend asphaltiertes Straßennetz.
Neukaledonien besitzt vier sogenannte Territorialstraßen (frz.route territoriale) kurzRT alsautobahnähnliche Straßen und zusätzlich Provinzstraßen (frz.route provinciale) vom Typ einer Landstraße:
Erzverarbeitungswerk bei Doniambo in der Nähe von Nouméa
Die Wirtschaft besteht vor allem aus den Bereichen Dienstleistung und Verwaltung (61 %), Industrie (15 %), Handel (11 %) sowie Hoch- und Tiefbau (11 %). Die Landwirtschaft (2 %) spielt nur eine untergeordnete Rolle.[114] Die umfangreichenlateritischenNickelerz-Vorkommen der Insel machen 8,4 Prozent aller derartigen Nickel-Reserven weltweit aus.[115] Diese werden seit Beginn der Kolonialzeit genutzt und befinden sich zum größten Teil in der Hand der weißen Caldoches. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es den sogenannten „Nickel-Boom“. Die Eingriffe in die Ökosysteme der Insel sind teils erheblich. Die „Société le Nickel“ (SLN) (Eramet-Gruppe, Frankreich), zu 34 % im Staatsbesitz von Neukaledonien, betreibt fünf Bergwerke und einpyrometallurgisches Nickelschmelzwerk mit elektrisch betriebenenSchmelz-Reduktionsöfen in Doniambo, nahe der Hauptstadt Nouméa.[116] Sie ist der größte Arbeitgeber der Insel. Die Produktion ist jedoch defizitär und kann nur durch hohe Staatskredite aufrechterhalten werden.[117] Zusätzlich gibt es zwei weiterehydrometallurgische Nickelwerke, eines im Süden (Goro), das sich zu 51 % in Händen Neukaledoniens (staatlich und privat) befindet und dessen Produktion zu 30 % an den AutomobilherstellerTesla verkauft wird,[118] und eines im Norden (Koniambo) KNS, das zu 49 % dem Schweizer UnternehmenGlencore, an dem die kanakischen Unabhängigkeitskämpfer beteiligt sind, und zu 51 % der neukaledonischen GesellschaftSociété Minière du Sud Pacifique SA gehört, die zu 92 % in Staatsbesitz ist.[119][120] Am 31. August 2024 stellte das Nickelwerk KNS wegen anhaltender Verluste die Produktion ein und entließ alle 1200 Angestellte.[121][122]
DasPro-Kopf-Einkommen von Neukaledonien liegt mit 33.516 US-Dollar um ein Vielfaches höher als das der unabhängigen melanesischen Nachbarstaaten wiePapua-Neuguinea (2960 US-Dollar),Salomonen (2040 US-Dollar) oderVanuatu (3515 US-Dollar) (Stand 2023).[123] Rund ein Drittel desBruttoinlandsprodukts besteht aus finanziellen Zuschüssen des französischen Mutterstaats. Außerdem vergibt der französische Staat Darlehen, um die Haushaltsdefizite zu finanzieren. DieSchuldenquote des Territoriums ist im Jahr 2022 auf 255 % gestiegen.[124] Die unsichere politische Lage bezüglich des Status des Territoriums innerhalb Frankreichs führte in den 2020er Jahren zu einer Abwanderung Tausender französischstämmiger Einwohner und einerKapitalflucht.[125] Nach den Ausschreitungen der Indépendantisten im Mai 2024 brachen die Immobilienpreise in den betroffenen Gebieten um bis zu 70 % ein[126] und das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im Jahr 2024 um 13,5 %.[127]
Das Überseegebiet verwendet den französischenPazifik-Franc, dessen Wechselkurs fix an denEuro gebunden ist.
Im Jahr 2019 kamen über 126.000 Touristen nach Neukaledonien, die bisherige Rekordzahl. Die meisten kamen aus Frankreich (32 %),Australien (19 %),Japan (17 %) undNeuseeland (9 %). Im reisestärksten Monat Juni 2019 waren es über 15.000 Touristen. Jeweils rund ein Viertel kamen aus Frankreich und Australien, gefolgt von Neuseeland (12 %) und Japan (10 %). Die Touristen aus dem restlichen Europa machten 3,4 %, die ausNordamerika rund 1,3 % aus. Die übrigen 22,6 % stammten vorwiegend von verschiedenen Pazifikinseln. Während derCOVID-19-Pandemie brachen die Zahlen stark ein.[128][129][130]
Das Bildungssystem entspricht dem in Frankreich, mit Ausnahme der Ferien. Das Schuljahr beginnt Mitte Februar und endet Mitte Dezember. Die einzige Hochschule ist dieUniversität Neukaledonien auf der Halbinsel Nouville in Nouméa.
Neukaledonien ist im Gesundheitswesen mit vergleichbaren Mitteln ausgestattet wie Frankreich, mit Ausnahme einiger bildgebender Verfahren. Die meisten Krankheiten können lokal behandelt werden, gegebenenfalls werden Kranke zur Behandlung nachAustralien oder Frankreich evakuiert. Die Ausarbeitung und Kontrolle der Gesundheitspolitik wird von derDirection des Affaires Sanitaires et Sociales (DASS) durchgeführt. Die Gesundheitsvorsorge wird in sozialmedizinischen Zentren vorgenommen, die den Provinzen unterliegen, im Großraum Nouméa zusätzlich durch den freien Sektor.Allerdings besteht seit Jahren ein akuter Ärztemangel: auf einen Allgemeinmediziner kommen statistisch 2000 Patienten, dreimal so viel wie im nationalen Durchschnitt. Um Mediziner aus dem Mutterland anzulocken, bot die Südprovinz im Jahr 2022 neuen Ärzten, die sich dort mindestens für drei Jahre niederlassen, eine Prämie von 50.000 Euro.[131] Nach den Ausschreitungen von 2024 verließen außerdem zahlreiche Krankenschwestern und Krankenpfleger das Territorium, sodass sich die Bettenzahl in den Krankenhäusern um 40 % verringerte.[132]
Das größte Krankenhaus Neukaledoniens ist das staatlicheMédipôle de Koutio in Dumbéa mit 650 Betten, gefolgt von der privatenClinique Île Nou-Magnin in Nouméa und demCHS Albert Bousquet in Nouméa, dem einzigen Krankenhaus für Patienten mit psychischen Beschwerden. In der Nordprovinz gibt es jeweils ein Krankenhaus inKoumac,Poindimié undKoné, die unter dem NamenCentre hospitalier du Nord – CHN zusammengefasst sind. Auf den Loyalitätsinseln existieren nur sekundäre Medizinzentren, bei Bedarf werden Patienten in dasMédipôle de Koutio verlegt.
1971 wurde das kulturhistorischeMusée de Nouvelle-Calédonie im Zentrum von Nouméa eröffnet. Es sammelt vorwiegend Objekte der Kanak sowie der ozeanischen Bevölkerung.Nach demMatignon-Abkommen (1988) wurde die Kultur Neukaledoniens vom französischen Staat noch stärker gefördert. Es entstand u. a. dasTjibaou-Kulturzentrum, das im Zeitraum von 1993 bis 1998 vonRenzo Piano errichtet wurde. Es ist das regionale Zentrum für kulturelle Veranstaltungen, in dem Veranstaltungen der Kanak angeboten werden, sowie sonstige Ausstellungen, Konferenzen und Konzerte. Auch die Literatur, Malerei und das Theater – sowohl die der kanakischen als auch der europäischen Bevölkerung – profitierten von der finanziellen Unterstützung des Staates. Zu den bekanntesten Schriftstellern gehörenNicolas Kurtovitch und die UnabhängigkeitsaktivistinDéwé Gorodey.[134]
Traditionelles Haus der Kanak im Tjibaou-Kulturzentrum
Fontaine Céleste, auf dem „Place des Cocotiers“ (Nouméa)
Zu den kulturellen Veranstaltungen mit überregionaler Bedeutung zählen der Karneval von Nouméa, die Cowboy-Feste vonBourail undPaïta, dieFête de l'omelette géante (Riesenomelett-Fest) inDumbéa und dieFête du Ver de Bancoule (Nussbaumwurm-Fest) inFarino.
Die Sportart mit der längsten Tradition in Neukaledonien ist derPferdesport. Bereits 1865 wurde das erste Pferderennen veranstaltet. 1886 wurde der erste Tennisclub gegründet und 1895 das ersteVelodrom eröffnet. Erst 1914 entstand der erste Fußballplatz.[135]
Neukaledonien ist der bisher erfolgreichste Teilnehmer bei denPazifikspielen.Nouméa, die Hauptstadt Neukaledoniens, war Ausrichter derPazifikspiele 2011, die unter dem MottoPacific Attitude (Pazifische Einstellung) abgehalten wurden.[136] Dies waren nach1966 und1987 die dritten in Neukaledonien ausgetragenen Pazifikspiele.
Auch7er-Rugby hat in Neukaledonien einen erheblichen Stellenwert. In den Pazifikspielen 2011 erreichte das Team der Männer den sechsten Platz und 2015 den vierten, das Team der Frauen war noch erfolgreicher und wurde 2011 und 2015 Vierter.
Die weltweit verbreiteteSpanische Grippe 1918–1919 konnte durch rigorose Quarantänemaßnahmen in Neukaledonien als einzige französische Kolonie verhindert werden.[137] Bereits vor ihrem Ausbruch mussten sich alle Neuankömmlinge auf derÎlot Freycinet für zehn Tage inQuarantäne begeben, bevor sie auf das Festland weiterreisen durften.
Aufgrund der Pandemie wurden die kommerziellen Flüge von und nach Neukaledonien von März 2020 bis zum 21. Dezember 2021 ausgesetzt.[140] Am 22. Dezember 2021 wurde „mit großer Wahrscheinlichkeit“ die ersten zwei Fälle derOmikron-Variante bei eingereisten Flugpassagieren entdeckt.[141][142] Bis zum Spätsommer des zweiten Jahres derCOVID-19-Pandemie wurden der WHO insgesamt weniger als 200 Infektionsfälle gemeldet – am 9. September 2021 waren es 152 Fälle, am Folgetag schon 253. Eine Woche später, also am 17. September 2021, hatte sich die Zahl der kumulierten Infektionsfälle mit 2460 mehr als verzehnfacht. Nur fünf Tage später hatte sich die Zahl mit 4396 Infektionsfällen gegenüber den 9./10. September rund verzwanzigfacht.[143] Am 10. September wurde der WHO der erste Todesfall gemeldet. Es folgte ein ähnlich rapider Anstieg wie bei den Neuinfektionen.[143]
David Marrani:Principle of Indivisibility of the French Republic and the People’s Right to Self-Determination. The „New Caledonia Test“. In:Journal of Academic Legal Studies.Nr.2, 2006,ISSN1862-0280,S.16–29.
Matthias Kowasch:Neukaledonien zwischen Staatenbildung und Ressourcenausbeutung. Neue Nickelprojekte als Hebel für einen politischen Emanzipierungsprozess und zum Abbau von Disparitäten? In:Pacific News.Nr.32,ISSN1435-8360,S.8–11 (archive.org [PDF;500kB; abgerufen am 24. Februar 2017] Juli/August 2009).
Klaus Simon:Der Cagou ist ein seltsamer Vogel. Robinsoninseln, Westernstädtchen, Nickelminen – und ein Mangrovenwald in der Form eines Herzens. Ausflüge in Neukaledonien. In:FAZ. 23. Februar 2017,S.R1/R3 (faz.net).
↑Die im Mittelalter gebräuchliche lateinische BezeichnungScotia konnte er nicht verwenden, da Teile des von den Franzosen gewonnenenAkadien an der kanadischen Ostküste als nun schottische Kolonie seit 1621 den NamenNova Scotia trug.
↑abcdefJean-Michel Dumay:Keine Unabhängigkeit für Neukaledonien – Seit dem 4. November steht fest: Das Überseegebiet im Südpazifik bleibt französisch. Ein Stimmungsbericht unter Gegnern und Befürwortern der Unabhängigkeit. In: Barbara Bauer, Dorothee D’Aprile (Hrsg.):Le Monde diplomatique.Nr.11/24.TAZ/WOZ, 8. November 2018,S.20f.
↑Sylvette Boubin-Boyer: Le 1er Bataillon du Pacifique dans la Première Guerre mondiale. (doc; 22 kB) Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 26. November 2006; abgerufen am 25. Juni 2016 (französisch, Auszug ausDe la Première Guerre mondiale en Océanie – Les guerres de tous les Calédoniens, Septentrion, 2003).