Neritisch, abgeleitet von derlatinisierten BezeichnungNerine für eine Meeresnymphe der griechischen Mythologie (Nereïde),[1] ist das Attribut für die zumeist gut durchlichteten Flachwasserzonen desMeeres auf dem offenenKontinentalschelf. Der neritische Meeresbereich erstreckt sich zwischen der Küstenzone, demLitoral, und dem oberen Rand desKontinentalhangs,[2] das heißt, über die relativ küstennahen Regionen bis in etwa 200 m Wassertiefe. In einigen ökologischen Klassifikationsschemata der Meeresregionen umfasst er nur die freie Wassersäule ohne dasBenthal.[3] Er gilt dann als Teil desPelagials und wird alsneritisch-pelagische Zone bezeichnet.[4] Der entsprechende Teil des Benthals wird dannsublit(t)orale Zone genannt[5] (nicht zu verwechseln mit dem Sublitoral der Küstenzone). Meerwärts an die neritische Zone, am Übergang vom Schelf in das tiefe Ozeanbecken, schließt sich das Pelagial im engeren Sinne bzw. dieozeanisch-pelagische Zone sowie, bezüglich der Zonierung des Benthals, dasBathyal an.
Die neritischen Meeresbereiche nehmen nur etwa 5 % Fläche der Weltmeere ein,[5] aber aufgrund ihrer guten Durchlichtung und des relativ hohen Gehalts an Nährstoffen, die durch Flüsse in die Schelfmeere eingetragen werden, sind sie besonders reich belebt. Infolge der geringen Tiefe findet dort zudem eine Durchmischung und damit Durchlüftung (Oxygenierung) der kompletten Wassersäule statt.[2]
In derGeologie werden mit dem Adjektivneritisch Schelfsedimente und -sedimentgesteine bezeichnet, sofern sie noch in relativer Nähe zur Küste abgelagert wurden (vgl.Faziestypen mariner Sedimentgesteine undSchelfbegriff im Sinne der Geologie).