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Maurischer Stil

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(Weitergeleitet vonNeomaurischer Stil)
Löwenhof undLöwenbrunnen in derAlhambra inGranada

Die BegriffeMaurischer Stil oderMaurische Kunst bezeichnen die architektonischen und dekorativen Kunstäußerungen der Berber und der zeitweise mit ihnen verbündeten Araber imMaghreb und inAndalusien in der Zeit des 8. bis 18. Jahrhunderts. Der BegriffNeomaurischer Stil wird bei Bauten oder kunsthandwerklichen Produkten des 19. oder 20. Jahrhunderts in Spanien oder anderen Teilen Europas und der Welt angewandt, die sich auf ältere maghrebinische Vorbilder beziehen.

Architektur

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Geschichte

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Aljafería, Saragossa

Die arabischen Heerführer, die in der 2. Hälfte des 7. Jahrhunderts den Westen Nordafrikas (al-maghrib) eroberten, waren in hohem Maße den Denktraditionen Arabiens, Syriens und Ägyptens verhaftet. Doch schnell stellte sich heraus, dass ohne die Hilfe der zahllosen Berberstämme eine weitere Expansion des Islam im Westen schwierig, wenn nicht gar unmöglich sein würde. Nach der Eroberung Andalusiens (711–ca. 750) und der Etablierung desEmirats von Córdoba durch denOmayyaden-FlüchtlingAbd ar-Rahman I. (reg. 756–788) setzte allmählich eine rege Bautätigkeit ein. Während dieʿUqba-ibn-Nāfiʿ-Moschee vonKairouan (nach 703), dieMezquita de Córdoba (nach 784) und dieKairaouine-Moschee vonFès (nach 857) noch in hohem Maße den eher strengen syrischen Bauauffassungen verhaftet sind (vgl.Umayyaden-Moschee,Damaskus), zeigen spätere Erweiterungen sowie Neubauten eine große ornamentale Schaffensbreite. Ganz besonders ist in diesem Zusammenhang die vor den TorenCórdobas liegende PalaststadtMedina Azahara (nach 936) zu erwähnen, bei der das Dekor und das lockere Gefüge der Bauten ihre repräsentativen Ansprüche unterstreichen. Ähnliches gilt für die Paläste derAlhambra-Festung vonGranada und derAljafería vonSaragossa (beide hauptsächlich nach 1300). Das für den Maurischen Stil so charakteristische Rautenpaneel (z. B.Giralda oderHassan-Turm) erscheint erstmals im oberen Teil der Fassade der ehemaligenMoschee und späteren KircheEl Cristo de la Luz (999/1000) inToledo.

Koubba el-Baadiyn inMarrakesch (um 1120)

Im Norden Afrikas begann man um das Jahr 1007 ebenfalls mit der Errichtung von Palaststädten (z. B.Qala der Banu Hammad im heutigen Algerien), von der jedoch außer einemMinarett kaum etwas erhalten ist. Es dauerte noch weitere 110 Jahre bis zum Bau derKoubba el-Baadiyn in der von denAlmoraviden neugegründeten StadtMarrakesch, die in ihrer Deckengestaltung erstmals Ornamente (z. B. Muscheln) zeigt, wie sie für den Maurischen Stil späterer Jahrhunderte vorbildhaft sein sollten. Hierbei ist auch die Tatsache erwähnenswert, dass die Bauten in Córdoba und Medina Azahara immer noch komplett in Stein gearbeitet waren, während die Bauten Nordafrikas in ihrem Kern ausStampflehm vermischt mitBruchsteinen bestehen oder ausZiegelsteinen gemauert sind und anschließend verputzt oder mitStuckdekor ausgekleidet wurden. Unter den sowohl in religiösen als auch kulturellen Belangen als rigoros und dekorfeindlich geltendenAlmohaden traten die Ziegelsteinbauweise und das Stuckdekor gegenüber der eher einfachen und strengen Stampflehm- und Natursteinbauweise wieder zurück (vgl.Moschee von Tinmal undKoutoubia-Moschee). DieKachelmosaiken im oberen Bereich des Koutoubia-Minaretts sind möglicherweise die ersten ihrer Art in Marokko und gehören der Zeit um 1200 an. Erst unter denMeriniden (1269–1465) begann die breite Fächerung des sowohl materialästhetisch als auch kunsthandwerklich hervorstechenden Maurischen Stils inMarokko (vgl.Medersa Attarine, Fès oderMedersa Bou Inania, Meknès), der auch noch unter denSaadiern (16./17. Jahrhundert) und denAlawiden (v. a. bei den BautenMulai Ismails) Anwendung fand.

Formenrepertoire

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Medersa Bou Inania,Meknès

Zum typischen Formenrepertoire des Maurischen Stils gehören:

Bekannte Bauten

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Saadier-Gräber,Marrakesch

Mudéjar-Stil

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Eine spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Nachwirkung des Maurischen Stils findet sich imMudéjarstil im Spanien des 12. bis 17. Jahrhunderts.

Neomaurischer Stil

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Hauptartikel:Orientalisierende Architektur

Unter dem Begriff „Neomaurischer Stil“ werden historisierende Bauten und Kunsthandwerk des 19. und 20. Jahrhunderts – hauptsächlich auf derIberischen Halbinsel, aber auch in Malta, Frankreich, England, Österreich und Deutschland – zusammengefasst, die Formen und andere Techniken (z. B. Glasuren) des Maurischen Stils aufnehmen oder imitieren.

Kunsthandwerk

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Aus dem Bereich des nicht architekturgebundenenKunsthandwerks sind nur wenige glasierteVasen undAquamanile erhalten, ansonsten ist das meiste im Lauf der Zeit verlorengegangen. Die Existenz von Webteppichen, gemusterten Seiden-, Woll- und Baumwollstoffen sowie von punzierten Leder- und Metallarbeiten ist durch Schriftquellen und Fundreste bezeugt. Daneben spielt die Kunst der Herstellung und der ornamentalen Verzierung von Waffen (v. a.Dolche) eine bedeutende Rolle.

Literatur

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Weblinks

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Commons: Mauren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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