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Lebensmittel

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(Weitergeleitet vonNahrungsmittel)
Verschiedene pflanzliche und tierische Lebensmittel

Lebensmittel, seltener auchNahrungsmittel genannt, bilden einen wesentlichen Teil derErnährung des Menschen und sind alleStoffe oderErzeugnisse, die dazu bestimmt sind, dass sie (inverarbeitetem,teilweise verarbeitetem oderunverarbeitetem Zustand) von Menschen alsNahrung aufgenommen werden. Die zentrale Funktion desKonsums von Lebensmitteln ist die Versorgung desmenschlichen Körpers mitNährstoffen. Diese sind unverzichtbar für dieSelbsterhaltung und daher oft der zentrale Bestandteil von Lebensmitteln. Eine weitere (erwünschte) Funktion des Konsums von Lebensmitteln kann derGenuss sein. Begrifflich abzugrenzen sind dieGenussmittel, bei denen die Ernährung nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Begriff

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Geschichte

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Viktualienmarkt in München (2013)48.13588211.576693

Viktualien (spätlateinischvictualia, vonlateinischvictus‚Lebensmittel‘)[1] ist einveraltetes Synonym für Lebensmittel, das vor allem im Süddeutschen verwendet wurde. Diese Bezeichnung findet sich noch heute in den WörternViktualienkeller undVitalienbrüder, vor allem aber imViktualienmarkt inMünchen.

Werner Kollath undMax Otto Bruker unterschieden im Rahmen ihrer „Vollwertkost“-Konzepte auf spezielle Weise zwischen „lebender Nahrung“ – „Lebensmittel“ genannt – und „toter Nahrung“ – „Nahrungsmittel“ genannt. „Lebensmittel“ sind in diesen Konzepten „natürlich“ bzw. höchstens mechanisch oderfermentativ aufgeschlossen und nicht (über 43 °C) erhitzt,konserviert oder anders „präpariert“. Kollaths und Brukers Unterscheidung in „lebendige“ Lebensmittel und „tote“ Nahrungsmittel hat sich nie ernährungswissenschaftlich durchgesetzt und gilt auch unter den Protagonisten der „Vollwerternährung“ als „wissenschaftlich nicht haltbar“.[2] Heute gelten Nahrungsmittel als Teilmenge der Lebensmittel (sieheAbschnitt „Einteilung“). Bereits eine Quelle aus dem Jahr 1860 betont, dass nicht alles, was Lebensmittel sei, ein Nahrungsmittel wäre; aber alles, was als Nahrungsmittel gelte, sei gleichzeitig Lebensmittel.[3]

Rechtliche Definition

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Eine lebensmittelrechtliche Definition liefert die zitierteVerordnung (EG) Nr. 178/2002 (Lebensmittelbasisverordnung) im Artikel 2 zumLebensmittelrecht.

„Im Sinne dieser Verordnung sind ‚Lebensmittel‘ alle Stoffe oder Erzeugnisse, die dazu bestimmt sind oder von denen nach vernünftigem Ermessen erwartet werden kann, dass sie in verarbeitetem, teilweise verarbeitetem oder unverarbeitetem Zustand von Menschen aufgenommen werden. […] Zu ‚Lebensmitteln‘ zählen auch Getränke,Kaugummi sowie alle Stoffe, einschließlich Wasser, die dem Lebensmittel bei seiner Herstellung oder Be- oder Verarbeitung absichtlich zugesetzt werden.“[4]

Hierzu gehören also auchLebensmittelzusatzstoffe undNahrungsergänzungsmittel.

Nach dieserEU-Verordnung gehören wegen fehlender Verarbeitung oder fehlenden Nährwertsnicht zu den Lebensmitteln:

Alkohol undKaffee werden also im Gegensatz zu den meisten anderenDrogen zu den Lebensmitteln gezählt.

Bedeutung

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Siehe auch:Biologische Wertigkeit

Die Versorgung mit Nährstoffen ist der zentrale Nutzen von Lebensmitteln. Der quantitativeNährwert beschreibt die verwertbare Energie eines Lebensmittels (physiologischer Brennwert). Der qualitative Nährwert gibt Auskunft über alle in einem Lebensmittel enthaltenen Stoffe, die für die Ernährung relevant sein können.

Neben der reinen Energiezufuhr spielen vor allem in Industrieländern auch gesundheitliche Aspekte, die ökologischen und sozialen Folgen der Lebensmittelproduktion sowie derGenusswert eine Rolle.Basis für den Genuss sind nebensensorischen Wahrnehmungen auch kulturelle Faktoren.

Inhaltsstoffe

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Nährstoffe

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Hauptartikel:Nährstoff
Nährstoffzusammensetzung einiger ausgewählter Lebensmittel[9]

Makronährstoffe sind Stoffe, die dem Körper Energie und zum Teil nach erfolgtem Umbau im Körper auch Bausteine für Wachstum und Körpererneuerung liefern. Zu diesen Grundnährstoffen gehören Proteine, Fette und Kohlenhydrate. Diese Komponenten der einzelnen Lebensmittel liefern dem Körper in erster Linie Energie. Sie werden deshalb auch als Brennstoffe bezeichnet.

Ein Teil der nicht-energieliefernden Nahrungsbestandteile werden zur AbgrenzungMikronährstoffe genannt. Sie sind dennoch meistessentieller Nahrungsbestandteil.

Zusatzstoffe

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Hauptartikel:Lebensmittelzusatzstoff

Lebensmittelzusatzstoffe sind kein essentieller Nahrungsbestandteil.

Einteilung

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Lebensmittel lassen sich je nach Standpunkt und Zweck der Einteilung gliedern, bspw. nach Konsistenz, Verzehrszweck, Herkunft, Inhaltsstoffen, Verarbeitungsprozessen oder Kühlungsbedarf.

Nach Konsistenz

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Häufig ist eine Einteilung nach Konsistenz in feste „Nahrungsmittel“ („Esswaren“) und flüssigeGetränke („Trinkwaren“).

Nach Verzehrszweck

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Lebensmittel können dem Zweck der Ernährung (Grundnahrungsmittel) oder dem Genuss (Genussmittel) dienen.[10]

Nach Herkunft

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Eine der am häufigsten anzutreffenden Gliederungsarten teilt die Lebensmittel nach dem Ursprung der Rohwaren in tierische und pflanzliche sowie sonstige Produkte. Die genannten Produkte sind lediglich Beispiele und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Produkte pflanzlichen Ursprungs
Produkte tierischen Ursprungs
Produkte pilzlichen Ursprungs
Produkte mineralischen Ursprungs
Trinkwasser
Kombinierte Produkte

Nach Haltbarkeit

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Haltbarkeitskategorien von Lebensmitteln[11]
HaltbarkeitBeispiele
hochverderbliche Lebensmittel (engl.perishable)1–30 TageFleisch und Fleischwaren, Fisch und Fischprodukte, Roh-Milchprodukte, roheihaltige Speisen, Lebensmittelreste, zubereitete Speisen,Kernobst,Salat undBlattgemüse, einigeBackwaren
verderbliche Lebensmittel (engl.semi-perishable)ca. 30–90 TageHartkäse,Eier,geräucherte undgepökelte Fleisch- und Fischwaren, einige Obst- und Gemüsesorten (Wurzelgemüse), eingelegtes Gemüse
lagerstabile Lebensmittel (engl.shelf-stable)[12]bis ~3 JahrenKonserven, getrocknete Lebensmittel,Getreideprodukte (Nudeln, Reis),Nüsse,Saaten, gefrorene Lebensmittel bei mindestens −18° C

Gesundheitliche Gefahren

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Lebensmittel weisen ein mehr oder weniger spezifischesSchimmelpilzspektrum und damit potenzielleMykotoxine auf.[13]

Intoleranzen und Allergien

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Hauptartikel:Nahrungsmittelunverträglichkeit

Gegen eine Reihe von Lebensmitteln bestehen bei betroffenen Menschen angeborene oder im Laufe des Lebens erworbene Unverträglichkeiten oder auch Intoleranzen.Gluten,Fructose,Laktose,Milch­eiweiß,Eiweiß und viele andere Stoffe können allergische oder pseudoallergische Reaktionen hervorrufen.

Verunreinigung

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Hauptartikel:Rückstände in Lebensmitteln,Lebensmittelvergiftung undLebensmittel-assoziierte Viren
Siehe auch:Lebensmittelskandal

Ökologische Aspekte

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Video: Alles was auf den Tisch kommt verursacht CO2 – BeispielButter (Quelle: ZDFtivi)

Nach Angaben derFAO wurden im Jahr 2019 weltweit 9,4 Milliarden Tonnen Feldfrüchte produziert. Das sind 53 % mehr als im Jahr 2000. Sie wurden auf 4,8 MilliardenHektarlandwirtschaftlicher Fläche erzeugt, 3 % Fläche weniger als im Jahr 2000.[14]

Nur auf 67 % der weltweiten landwirtschaftlichen Fläche werden Lebensmittel angebaut, in der Europäischen Union nur auf 40 %. Der Rest wird zur Produktion von Futtermitteln verwendet.[15]

Herstellung und Transport von Lebensmitteln stellen uns, auch im Hinblick auf die wachsendeWeltbevölkerung, zunehmend vor ökologische Probleme. Diese zeigen sich vor allem imLandverbrauch,Emission vonTreibhausgasen, Belastung vonBöden und Gewässern mitKunstdünger undPflanzenschutzmitteln.

Siehe auch:Planetare Grenzen

Ökologischer Fußabdruck

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Treibhausgasemissionen von Lebensmitteln an der Supermarktkasse in Deutschland in kg CO2-Äquivalenten pro kg Lebensmittel im Jahr 2019
Ananas, Flugware 15,1
Ananas, per Schiff 0,6
Apfel, Region, Herbst 0,3
Apfel aus Neuseeland 0,8
Aubergine 0,2
Banane 0,6
Blumenkohl 0,2
Champignons 1,3
Champignons, Dose 2,4
Erbsen, getrocknet 2,3
Erbsen, gefroren 1,2
Erbsen, Dose o. Glas 1,7
Karotten 0,1
Kartoffeln 0,2
Butter 9,0
Ei 3,0
Käse 5,7
Milch, Voll-, Bio, ESL 1,7
Milch, H-,fettarm 1,1
Milchersatz, Hafer 0,3
Hähnchen 5,5
Rindfleisch 13,6
Schweinefleisch 4,6
Brot 0,6
Nudeln 0,7
Reis 3,1

In der Diskussion um eine klima- und umweltbewusste Ernährung ist dieCO2-Bilanz von Lebensmitteln zunehmend in den Fokus des Interesses gerückt. DasInstitut für Energie- und Umweltforschung hat 2020 verschiedene Lebensmittel hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Umwelt untersucht. Dabei wurden zahlreiche Faktoren berücksichtigt, wie: Energieverbrauch bei Herstellung, Lagerung, Transport und Verpackung, Verbrauch von Ressourcen wie Land, Wasser aber auch bald endenden Rohstoffe wie Phosphat, Freisetzung von Klimagasen wie CO2,Methan undLachgas. Die Methodik orientierte sich an derISO-Norm 14044 zurProduktökobilanzierung.[16]

Siehe auch:Flugobst

Entsorgung

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Die Menge an Lebensmittelabfällen, die jährlich in den 27 Mitgliedstaaten derEU anfällt, wird in einer von der EU-Kommission veröffentlichten Untersuchung auf ca. 89 Millionen Tonnen, bis zu 50 % entlang der Lebensmittelversorgungskette, geschätzt. Dies entspricht 179 kg pro Kopf, mit großen Unterschieden zwischen den einzelnen EU-Ländern und den verschiedenen Branchen. Dabei ist die Verschwendung bei der landwirtschaftlichen Erzeugung oder der Rückwurf vonBeifang ins Meer noch nicht eingerechnet.[17]

Für Deutschland wurden 81,6 kg/a Lebensmittelabfälle pro Person in Privathaushalten ermittelt. Nach der Studie vom März 2012 derUniversität Stuttgart wäre davon 45 % vermeidbar und 18 % teilweise vermeidbar gewesen.[18]

In Österreich sollen einer Studie aus dem Jahr 2016 zufolge jährlich rund 760.000 Tonnen an Abfällen und Verlusten von Lebensmitteln entstehen, die Sektoren Landwirtschaft und Produktion sind dabei sogar noch ausgenommen. Die Hälfte davon gilt potentiell als vermeidbar.[19]

Nach einer Studie aus dem Jahr 2012 landen in Deutschland elf Millionen Tonnen Lebensmittel von Verbrauchern, Handel, Industrie und Gastronomie im Müll. Davon stammen 550.000 Tonnen aus dem Handel. Auf private Haushalte entfallen 6,7 Millionen Tonnen.[20] Anfang 2016 berichtete die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, dass ca. 200.000 Tonnen Lebensmittel über dieTafeln verteilt werden.[21] Die Hälfte der zehnAEZ-Märkte bieten eineFood Share Box an, worin Lebensmittel kurz vor dem Überschreiten desMindesthaltbarkeitsdatums gratis abgegeben werden.

DerWWF Deutschland schätzt, dass von den insgesamt 18 Mio. Tonnen an Lebensmitteln, die pro Jahr in Deutschland verloren gehen, allein 1,4 Mio. Tonnen auf Verluste vonSpeisekartoffeln entfallen. Dabei handele es sich nur um Verluste bei Handel und Verarbeitung, in Großküchen und Privathaushalten. Die Verluste seien mehrheitlich vermeidbar.[22]

Im Jahr 2015 wurde von mehr als 190 Staaten dieUN-Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Die Ziele sehen u. a. vor, dass bis 2030 die Nahrungsmittelverluste pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene halbiert und die entstehenden Nahrungsmittelverluste entlang der Produktions- und Lieferkette verringert werden.[23]

Im Jahre 2012 hat Frankreich beschlossen, die Lebensmittelverschwendung bis 2025 zu halbieren.[24] Seit 2016 dürfen Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen. Supermärkte ab 400 m² Verkaufsfläche müssen darüber hinaus ein Abkommen mit einer karitativen Organisation für Lebensmittelspenden abschließen.[20][25] Italien will sich dieser Regelung anschließen.[26]

LautFAO werden jährlich rund 1.3 Milliarden Tonnen an Lebensmitteln weggeworfen (sieheLebensmittelverschwendung) oder gehen auf dem Weg vom Erzeuger zum Verbraucher verloren. Dies entspricht etwa einem Drittel aller Lebensmittel.[27][28]

Eine Übersicht aus dem Jahr 2018 gibt an, dass die privaten Haushalte in Deutschland im Mittel 82 kg pro Kopf und Jahr Lebensmittelabfall verursachen. Abzüglich unvermeidbarer Anteile wie z. B. Knochen oder Kartoffelschalen gelten davon 53 kg pro Kopf und Jahr als vermeidbar. Dies sind etwa 43 % der Lebensmittelabfälle insgesamt. Nach einer Hochrechnung der Verbraucherzentrale NRW entfallen ca. 44 % auf die dem Endverbrauch vorgelagerte Prozesskette (Landwirtschaft, Verarbeitung, Logistik, Handel). Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung als Großverbraucher verursachen danach weitere 13 % aller Lebensmittelabfälle.[29]

Im Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland werden jährlich rund 500.000 Tonnen Lebensmittel als Abfall aussortiert, haben Wissenschaftler desThünen-Instituts für 2019 in Zusammenarbeit mit 13 Handelsunternehmen ermittelt. Einbezogen wurden dafür nicht nur Daten aus dem organisierten Einzelhandel, alsoSupermärkte,Discounter undVerbrauchermärkte, sondern auch andereEinzelhändler wieDrogeriemärkte,Bäckereien,Fleischereien,Onlinehandel,Wochenmärkte oderTankstellen.[30][31]

Die aus demLebensmitteleinzelhandel stammenden Abfälle werden in der Regel einfach samt derenVerpackung inBiogasanlagen vergärt. DieseEntsorgung kann zur Verbreitung vonMikroplastik in der Umwelt beitragen, wenn derGärrest alsWirtschaftsdünger auf den Feldern ausgebracht wird.[32] DieUmweltministerkonferenz hat sich im Juni 2018 dafür ausgesprochen, sicherzustellen, dass künftig nur noch ausnahmslos fremdstofffreie Lebensmittelabfälle in dieKompostierung oder Vergärung gehen sollen.[33]

Im Jahr 2024 bleibt Lebensmittelverschwendung in Deutschland ein bedeutendes Problem, mit jährlich etwa 11 Millionen Tonnen weggeworfener Lebensmittel. Dies entspricht etwa 75 Kilogramm Lebensmittelabfällen pro Person. Die deutsche Regierung arbeitet aktiv an einer Strategie, um die Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren. Diese Strategie umfasst die Optimierung der gesamten Lebensmittelversorgungskette, von der Produktion bis zum Verbraucher, die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und die Förderung innovativer Lösungen wie „intelligente Verpackungen“, die die Frische von Lebensmitteln anzeigen.[34][35]

Siehe auch:Verderbquote undListe der Länder nach Lebensmittelverbrauch pro Kopf

Lebensmittelwirtschaft

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Hauptartikel:Lebensmittelwirtschaft

Mit der Produktion, der Verarbeitung und dem Handel von Lebensmitteln befasst sich der Wirtschaftszweig der Lebensmittelwirtschaft. Hierzu zählt die sogenannte Lebensmittelkettevom Acker bis zum Teller, das heißtLandwirtschaft,Lebensmittelindustrie,Lebensmittelhandwerk, Lebensmittelgroß- undLebensmitteleinzelhandel sowie der Außer-Haus-Markt (Gastronomie) und angrenzende Bereiche.

Siehe auch:Lebensmittelpreiskrise undFAO Food Price Index

Kosten für Lebensmittel

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Obwohl häufig die Klage geführt wird, die Lebensmittelpreise seien zu hoch, muss festgehalten werden, dass der Anteil für Lebensmittel an den Ausgaben der privaten Haushalte in den letzten 100 Jahren drastisch gesunken ist. Während im Jahr 1850 in Deutschland 61 % der Haushaltsausgaben auf Lebensmittel entfielen, waren es im Jahr 2000 nur noch 14,6 %. Seitdem ist dieser Prozentsatz allerdings weitgehend konstant geblieben.[36] Von 2008 bis 2018 schwankten die durchschnittlichen absoluten Kosten für Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren je Haushalt und Monat zwischen 290 und 328 € ohne klar erkennbare Tendenz nach oben oder unten.[37] Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit eher niedrig: Im Jahr 2022 gaben deutsche Haushalte 11,5 % ihrer Haushaltsausgaben für Lebensmittel aus, in Irland waren es 8 %, in Frankreich 13,3, Polen 18,7 und Rumänien 25 %.[38]

Während der einzelne Haushalt nur den Ladenpreis zu tragen hat, ergeben sich bei der Produktion von Lebensmitteln noch weitere externe Kosten, die von der Gesellschaft getragen werden müssen. Dies sind Kosten zur Behebung von Schäden an denÖkosystemen durch Landwirtschaft, Industrie und Handel, aber auch Kosten im Gesundheitswesen für die Behandlung von Krankheiten, die durchÜberernährung oderFehlernährung entstehen oder gefördert werden. Bei diesen Schäden handelt es sich beispielsweise um Emissionen vonTreibhausgasen undFeinstaub, Belastung desGrundwassers und der Böden mitNitrat,Phosphat undPestiziden sowie Frischwasserverbrauch. Im Gesundheitssektor entstehen Kosten für die Behandlung vonHerz-Kreislauf-Erkrankungen,Diabetes mellitus undKrebserkrankungen.[39]

DieVereinten Nationen haben das auf dem UN Food Systems Summit 2021 untersucht und quantifiziert. Als Ergebnis kann man zusammenfassen, dass pflanzliche Lebensmittel nur wenig externe Kosten verursachen. Tierische Produkte verursachen hohe, Rindfleisch sehr hohe externe Kosten. Die Autoren sehen ein erheblichen Einsparpotential an Kosten für die Gesellschaft, wenn es gelänge, dass sich die Bevölkerung mehr pflanzenbasiert und damit gesünder ernähren würde.[39]

Gesunde und umweltfreundliche Lebensmittel in Bioqualität und von regionaler Herkunft sind teuer[40] und längst nicht jeder Haushalt kann sie sich leisten.[41] Die Möglichkeit, sich mit gesunden Lebensmitteln ausreichend zu versorgen, hängt von Einkommen und Bildung ab. Für die Situation, sich aus diesen Gründen nicht gesund ernähren zu können, wurde der Begriff derErnährungsarmut geprägt.[42] Die Politik arbeitet an diesem Problem beispielsweise im Rahmen derRegelbedarfsermittlung.[43]

Lebensmittelrecht

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Hauptartikel:Lebensmittelrecht

Das Lebensmittelrecht regelt durch zahlreiche nationale und europäische Gesetze und Verordnungen die Herstellung, die Kennzeichnung und den Verkauf von Lebensmitteln in Deutschland und Europa. Es wird angestrebt, zur Beseitigung nationaler Unterschiede und zur Erleichterung des Handels das Lebensmittelrecht EU-weit zu harmonisieren. Die wichtigsten Regelwerke sind:

Die Einhaltung der Rechtsvorschriften für das Herstellen, Behandeln und Inverkehrbringen von Lebensmitteln in denLebensmittelunternehmen wird durch die amtlichenLebensmittelüberwachung kontrolliert.

Anteil der Lebensmittelkosten an den Lebenshaltungskosten in einigen europäischen Ländern 2004. Hellrot markiert der Durchschnitt.
Quelle: Eurostat 2005, Bayerischer Bauernverband
Vergleich der Preise für einige Grundnahrungsmittel in Deutschland 1970 und 2005 anhand der durchschnittlich benötigten Arbeitszeit.
Quelle:Bayerischer Bauernverband

Siehe auch

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Portal: Essen und Trinken – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Essen und Trinken

Weblinks

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Commons: Food – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Lebensmittel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikiquote: Lebensmittel – Zitate
Staatliche und nahestehende Stellen
Lebensmittellexikon
Weitere Links

Einzelnachweise

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  1. Viktualien imDuden
  2. Claus Leitzmann et al.:Ernährung in Prävention und Therapie: ein Lehrbuch. 2., überarbeitete Auflage. Georg Thieme Verlag, 2003,ISBN 3-8304-5273-X,S. 186 (google.de [abgerufen am 29. Oktober 2023]). 
  3. Josef Hofmann:Die gerichtsärztliche Sprache. 1860,S. 275 (google.de). 
  4. Verordnung (EG) Nr. 178/2002
  5. Richtlinie 65/65/EWG des Rates vom 26. Januar 1965 zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften über Arzneispezialitäten
  6. Richtlinie 92/73/EWG des Rates vom 22. September 1992 zur Erweiterung des Anwendungsbereichs der Richtlinien 65/65/EWG und 75/319/EWG zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften über Arzneimittel und zur Festlegung zusätzlicher Vorschriften für homöopathische Arzneimittel
  7. Richtlinie 76/768/EWG des Rates vom 27. Juli 1976 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über kosmetische Mittel
  8. Richtlinie 89/622/EWG des Rates vom 13. November 1989 zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Etikettierung von Tabakerzeugnissen
  9. Nährstoffzusammensetzung von Lebensmitteln. In: Food Compare. Abgerufen am 28. September 2021. 
  10. Lebensmittel In:Lexikon der Ernährung, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 2021.
  11. ‘’Lebensmittelverarbeitung im Haushalt - Teil V (2021)’’ (PDF-Dokument), ‘’Hauswirtschaft und Wissenschaft’’,Deutsche Gesellschaft für Hauswirtschaft e.V., 14. Juli 2021, ISSN 2626-0913
  12. englischer Wikipedia-ArtikelShelf-stable food
  13. Martin Weidenbörner:Lexikon der Lebensmittelmykologie. 2000,S. 78 (google.de). 
  14. FAO. 2021. World Food and Agriculture – Statistical Yearbook 2021. Rome., abgerufen am 24. Januar 2022
  15. Futtermittel: Viel Land für viel Vieh. Heinrich-Böll-Stiftung e.V., 8. Januar 2015, abgerufen am 1. Dezember 2025. 
  16. Guido Reinhardt, Sven Gärtner, Tobias Wagner: Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland. (PDF) Institut für Energie- und Umweltforschung, Heidelberg, 2020, abgerufen am 24. Januar 2022. 
  17. Bericht vom 30. November 2011 über das Thema „Schluss mit der Verschwendung von Lebensmitteln – Strategien für eine effizientere Lebensmittelversorgungskette in der EU“, Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Berichterstatter: Salvatore Caronna.
  18. Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Universität Stuttgart und Universität für Bodenkultur Wien,Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in Deutschland, März 2012, S. 121 f. (Memento vom 7. April 2014 imInternet Archive) (PDF).
  19. Lagebericht zu Lebensmittelabfällen und - verlusten in Österreich (PDF; 1,1 MB), auf archiv.muttererde.at
  20. abWegwerfverbot für Lebensmittel, taz, 14. Februar 2016.
  21. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 17. April 2016.
  22. Kleine Makel - Große Folgen, Hrsg.: WWF, 1/2017
  23. Lebensmittelabfälle. In: bafu.admin.ch. Abgerufen am 19. Januar 2020. 
  24. Frankreich verbietet Wegwerfen von Lebensmitteln, Die Welt, 22. Mai 2015.
  25. Frankreichs Supermärkte dürfen Lebensmittel nicht wegwerfen, Die Zeit, 22. Mai 2015.
  26. Italien folgt Frankreich mit Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung, Fruchtportal.de, 22. März 2016.
  27. http://www.fao.org:/ FAO ruft dazu auf weniger Lebensmittel zu verschwenden
  28. zeit.de: Studie der UN: Ein Drittel aller Lebensmittel wird verschwendet.
  29. Waskow F (2018): Verluste vom Acker bis auf den Teller - Lebensmittelabfälle in der Wertschöpfungskette und im Konsum
  30. Johann Heinrich von Thünen-Institut: 500.000 Tonnen Lebensmittelabfälle im Einzelhandel. iwd-Pressemeldung, 3. März 2021 (abgerufen am 9. März 2021)
  31. Lia Orr, Thomas Schmidt:Monitoring der Lebensmittelabfälle im Groß- und Einzelhandel in Deutschland 2019. Daten des Lebensmitteleinzelhandels (= Thünen Working Paper.Band 168). Braunschweig 2021 (thuenen.de [PDF]). 
  32. Eric Breitin: Düngen mit Mikroplastik. (PDF) In: initiative-sauberes-trinkwasser.ch. saldo, 24. Juni 2015, abgerufen am 8. Januar 2019. 
  33. Umweltministerkonferenz spricht sich für Ende des Schredderns von verpackten Lebensmittelabfällen aus. In:schleswig-holstein.de, 8. Juni 2018, abgerufen am 22. Juni 2018.
  34. "Appreciating Food", auf deutschland.de
  35. Regierungspressekonferenz vom 20. Februar 2019. bundesregierung.de, 20. Februar 2019, abgerufen am 23. Juli 2024. 
  36. Konsumausgaben: Anteil der Ausgaben für Lebensmittel bis 2024. Statista GmbH, abgerufen am 30. November 2025. 
  37. Aufwendungen privater Haushalte für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren in den Gebietsständen. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 30. November 2025 (deutsch). 
  38. Wie viel Prozent der Haushaltsausgaben werden für Nahrungsmittel aufgewendet?: BZL. Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), 2023, abgerufen am 30. November 2025. 
  39. abThe True Cost and True Price of Food. (PDF, 594 KB) United Nations Food Systems Summit 2021Scientific Group, 1. Juni 2021, abgerufen am 30. November 2025 (englisch). 
  40. Eva Mertens, Katja Schneider: Lebensmittelkosten bei gesunder und üblicher Ernährung im Vergleich. Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel, 29. März 2007, abgerufen am 30. November 2025. 
  41. Tina Bartelmeß: Ungesundes Essen ist zu billig, gesundes zu teuer! In: ubtaktuell. Universität Bayreuth, 6. Dezember 2023, abgerufen am 30. November 2025. 
  42. Ernährungsarmut: Wer schlecht isst, ist nicht selber schuld. Heinrich-Böll-Stiftung, 15. September 2021, abgerufen am 30. November 2025. 
  43. Kosten einer Ernährung nach den Empfehlungen der DGE. (PDF) Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestags, 2022, abgerufen am 30. November 2025. 
  44. Rechtsgrundlagen für die Lebensmittelhygiene. In: bmel.de. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, 6. September 2019, abgerufen am 30. Dezember 2023. 
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