Nadja Engel
Nadja Engel (*4. September1964 inOst-Berlin) ist einedeutscheSchauspielerin.
Leben
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Ausbildung und Theater
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Nadja Engel ist die Tochter der SchauspielerinPetra Kelling und des FilmregisseursRichard Engel[1] sowie eine Enkelin vonRudolf Engel. Von 1981 bis 1985 war sie an derHochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin und schloss dort mit einem Diplom ab.[2]
Engel hatte anschließend ihr erstes festes Theaterengagement amMecklenburgischen Staatstheater Schwerin unter der Intendanz vonChristoph Schroth (1984–1989). Dort spielte sie u. a. Julia inRomeo und Julia, Natascha inNachtasyl, beide unter der Regie von Christoph Schroth, und die Lotte in einer Bühnenfassung von GoethesDie Leiden des jungen Werthers (Regie: Thomas Roth). Es folgte ein Festengagement amBerliner Ensemble (1989–1997), wo sie mit Regisseuren mitManfred Wekwerth,Fritz Marquardt, Christoph Schroth,Werner Schroeter undEinar Schleef arbeitete. Zu ihren Rollen am Berliner Ensemble gehörten u. a. Natalie inPrinz Friedrich von Homburg oder die Schlacht bei Fehrbellin (Regie: Manfred Wekwerth) und Frau Krause inVor Sonnenaufgang (Regie: Christoph Schroth).
Seit 1997 ist sie als freischaffende Schauspielerin tätig. Sie hatte Engagements amFriedrichstadtpalast Berlin (2005; KindermusicalLieblingsfarbe Bunt) und in der Spielzeit 2006/07 amMusical Theater Bremen. Dort spielte sie, unter der Regie vonMatthias Komm, die Mutter inLieblingsfarbe Bunt. Ab 2008 entwickelte Engel eigene Theaterprojekte in Berlin, teilweise in Zusammenarbeit mit ihrer Mutter Petra Kelling. In der Spielzeit 2010/11 hatte sie ein Gastengagement an denBühnen der Stadt Gera; sie spielte die Zauberfrau in dem MärchenstückDie Schneekönigin. 2012 gastierte sie amSchlosstheater Celle, an der Seite vonClaude-Oliver Rudolph, in dem EnsemblestückHauptsache Arbeit vonSibylle Berg.[3]
Film und Fernsehen
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Erste Film- und Fernsehaufgaben hatte Engel bereits in derDDR (u. a. in der FernsehserieDer Sohn des Schützen, 1985). 1989 war sie in dem FernsehfilmGeisterfahrer aus der FernsehreiheDer Staatsanwalt hat das Wort gemeinsam als Mutter/Tochter an der Seite ihrer Mutter Petra Kelling zu sehen. Sie spielte Janette Baltus, die Verlobte des Juniorchefs eines Frisörsalons. Nach derWende hatte sie im Westen zunächst schwerpunktmäßig kleine Rollen inKinofilmen, so in demWim-Wenders-FilmIn weiter Ferne, so nah! (1993). Der KinofilmAdamski vonJens Becker mit Engel in der Hauptrolle als Lilli, erhielt 1994 den Förderpreis Langfilm beimFilmfestival Max Ophüls Preis. In dem KinofilmOskar und Leni (1999), mitChristian Redl undElisabeth Trissenaar in den Hauptrollen, spielte sie Tanja, eine Kollegin und Freundin von Leni.
Ab 2000 wurde dasFernsehen zu Engels Arbeitsschwerpunkt. Hauptsächlich spielte sie fortan inFernsehserien, wo sie durchgehende Serienrollen, Episodenhaupt- und nebenrollen und Gastrollen hatte. Größere Bekanntheit erlangte durch ihre durchgehende Serienhauptrolle in der Krankenhausseriealphateam – Die Lebensretter im OP (2000–2004). Sie verkörperte dieKrankenschwester undDiakonisse „Schwester Dorothea“.
In dem KinofilmSonja (2006) der finnischen RegisseurinKirsi Marie Liimatainen, einer zart-poetischen Liebesgeschichte über die Freundschaft und erste Gefühlsverwirrungen zweier weiblicher Teenager, verkörperte Engel Sonjas überforderte, mit ihr in einerPlattenbausiedlung lebende Mutter. Eine kleine Nebenrolle hatte sie in dem KinoerfolgDer Vorleser (2008); sie spielte eine Mitarbeiterin der Gefängnis-Poststelle.
Mehrfach hatte Nadja Engel Auftritte in der ZDF-FernsehserieNotruf Hafenkante; 2007 spielte in der EpisodeAuf der Flucht Frau Kreuzer, die Mutter des 17-jährigen Schülers Jan Kreuzer. In der ErfolgsserieIn aller Freundschaft war sie insg. in drei Auftritten zu sehen, so u. a. 2007 als Texifahrerin Iris Dreher in der Folge 366 (Konfrontation) und 2011 als Doris Schmidt, Ehefrau des Speditionsinhabers Eberhard Schmidt, in der Folge 502 (Neues Leben). In der FernsehserieFamilie Dr. Kleist spielte 2010 in der FolgeNeue Wege wieder einmal an der Seite ihrer Mutter Petra Kelling. Sie verkörperte die alleinerziehende Mutter Martina Thaller, deren Tochter von der Großmutter (Petra Kelling) in deren kleinerSchneiderei betreut wird.
Engel hatte in den Jahren seit 2009/2010 außerdem Episodenrollen in den SerienSOKO Wismar (2009; als Marion Stieglitz, Mutter des Einzelgängers und Jugendlichen Marco Stieglitz),SOKO Leipzig (2010; als Iris Fuchs, die tatverdächtige Ehefrau des ermordeten Kinderarztes Dr. Fuchs),Mord mit Aussicht (2010),Alles Klara (2012),Heiter bis tödlich: Akte Ex (2013; als Patientin Barbara Schröder, die ihremZahnarzt einenKunstfehler unterstellt),SOKO Köln (2013; als Maria Pietsch, die Ehefrau des Bauern und Dorfbewohners Günther Pietsch) undEin Fall von Liebe (2014; als Frau Kleinschmidt, Justizvollzugsbeamtin im Untersuchungsgefängnis).
In demKurzfilmPorn Punk Poetry (2014), der im April 2014 aufarte gezeigt wurde, hatte Engel eine Nebenrolle; sie spielte die Barfrau Camille. Der Film wurde u. a. beimKinofest Lünen[4] gezeigt und gewann 2014 den Michael-Ballhaus-Preis für Kameraabsolventen bei denFirst Steps Awards.
Im April 2015 war Nadja Engel erneut in der ZDF-KrimiserieSOKO Wismar zu sehen. In der FolgeGlück und Glas spielte sie Karla Weber, die Inhaberin eines kleinen Lebensmittelgeschäftes und Mutter eines ermordeten Straftäters. Weitere Episodenrollen hatte sie inIn aller Freundschaft – Die jungen Ärzte (2016; als vermeintlichsuizidale Patientin Martina Urbanek) und inDer Kriminalist (2016), wo sie Rita Möller, die Leiterin eines BerlinerFrauenhauses spielte. Im Oktober 2016 war sie außerdem in der ZDF-SerieNotruf Hafenkante in einer Episodennebenrolle als alternde Prostituierte Eva Schreiner zu sehen. Eine weitere Episodenrolle hatte sie in der ZDF-SerieSOKO Leipzig (Erstausstrahlung: Januar 2017) als Frau Drewitz; sie spielte die Mutter einesSalafisten, der denDschihad nach Deutschland bringen will. In der ZDF-FernsehserieZarah – Wilde Jahre (Erstausstrahlung ab September 2017) hat Engel eine Seriennebenrolle; sie spielt die Tante Mathilde, die sich um die anKrebs erkrankte Mutter der neuen stellvertretenden Chefredakteurin Zarah Wolf (Claudia Eisinger) kümmert. Im September 2017 war Engel in der ZDF-KrimiserieSOKO Wismar erneut in einer Serienrolle zu sehen, als Vermieterin Anne Tietze, die Verständnis für die schwierige finanzielle Situation ihrer Mieterin hat. In der 5. Staffel der KrimiserieMorden im Norden (2018) übernahm sie ebenfalls eine Episodennebenrolle. In der 21. Staffel der ZDF-SerieSOKO Leipzig (2020) war sie in einer dramatischen Episodenhauptrolle zu sehen, als Mutter, die mit allen Mitteln zu verhindern sucht, dass ihr Sohn erfährt, dass er in derDDRzwangsadoptiert wurde.[5]
Filmografie (Auswahl)
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- 1985: Der Sohn des Schützen (Fernsehserie)
- 1989:Prinz Friedrich von Homburg oder die Schlacht bei Fehrbellin (Theateraufzeichnung)
- 1989:Der Staatsanwalt hat das Wort – Geisterfahrer (Fernsehfilm)
- 1989:Die Bertinis[6]
- 1990: Grönland (Kinofilm)
- 1990:Wilhelm Tell (Theateraufzeichnung)
- 1991:Letzte Liebe (Fernsehfilm)
- 1991:Jugend ohne Gott (Fernsehfilm)
- 1993:In weiter Ferne, so nah! (Kinofilm)
- 1993:Adamski (Kinofilm)
- 1996: Schatten der Vergangenheit (Kurzfilm)
- 1996:Doppelter Einsatz (Fernsehserie; Folge: Exekution)
- 1996:Tatort – Tod im Jaguar (Fernsehreihe)
- 1999:In aller Freundschaft (Fernsehserie; Folge: Alpträume)
- 1999: Oskar und Leni (Kinofilm)
- 2000: Die Gefesselten (Fernsehfilm)
- 2000: Max & Lisa (Fernsehserie; Folge: Die Kontaktanzeige)
- 2001–2006:Alphateam – Die Lebensretter im OP (Serienhauptrolle; Schwester Dorothea, 123 Folgen)
- 2002:Stahlnetz: PSI
- 2002:Doppelter Einsatz (Fernsehserie; Folge: Der Mörder in dir)
- 2006: Sonja (Kinofilm)
- 2007:Deadline – Jede Sekunde zählt (Fernsehserie; Folge: Wehrlos)
- 2007:Notruf Hafenkante (Fernsehserie; Folge: Auf der Flucht)
- 2007:In aller Freundschaft (Fernsehserie; Folge: Konfrontation)
- 2008:Tatort – Todesstrafe
- 2008:Der Vorleser (Kinofilm)
- 2009:Polizeiruf 110 – Fehlschuss (Fernsehfilm)
- 2009:SOKO Wismar (Fernsehserie; Folge: Der schwarze Ritter)
- 2010:SOKO Leipzig (Fernsehserie; Folge: Masernparty)
- 2010:Mord mit Aussicht (Fernsehserie; Folge: Tödlicher Lehrstoff)
- 2010:Familie Dr. Kleist (Fernsehserie; Folge: Neue Wege)
- 2011:In aller Freundschaft (Fernsehserie; Folge: Neues Leben)
- 2012:Alles Klara (Fernsehserie; Folge: Mordwaffe Trabi)
- 2013:Heiter bis tödlich: Akte Ex (Fernsehserie; Folge: Ohne Spritze)
- 2013:SOKO Köln (Fernsehserie; Folge: Späte Reue)
- 2013:Notruf Hafenkante (Fernsehserie; Folge: Der Schuss)
- 2014: Porn Punk Poetry (Kurzfilm)
- 2014:Ein Fall von Liebe (Fernsehserie; Folge: Vater und Sohn)
- 2015:SOKO Wismar (Fernsehserie; Folge: Glück und Glas)
- 2016:Die Spezialisten – Im Namen der Opfer (Fernsehserie; Folge: Die Mädchen aus Ost-Berlin)
- 2016:In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte (Fernsehserie; Folge: Man lebt nur zweimal)
- 2016:Der Kriminalist (Fernsehserie; Folge: Rabenmutter)
- 2016: Familie! (Fernsehfilm)
- 2016:Notruf Hafenkante (Fernsehserie; Folge: Verfolgt)
- 2017:SOKO Leipzig (Fernsehserie; Folge: Aus der Hölle)
- 2017:Zarah – Wilde Jahre (Fernsehserie; Folge: Deutschlands grausamste Emanze)
- 2017:SOKO Wismar (Fernsehserie; Folge: Lass das mal die Oma machen)
- 2018:Ein Sommer in Vietnam (Fernsehfilm)
- 2018:Ballon (Kinofilm)
- 2018:Morden im Norden (Fernsehserie; Folge: Der Tod ist nicht das Ende)
- 2019:Helen Dorn:Nach dem Sturm (Fernsehreihe)
- 2019:Tierärztin Dr. Mertens (Fernsehserie; Folge: Neue Ufer)
- 2020:Praxis mit Meerblick –Sehnsucht (Fernsehreihe)
- 2020:Der Kriminalist (Fernsehserie; Folge: Unvergessen)
- 2021:Frühling –Schmetterlingsnebel
- 2021:In aller Freundschaft – Die Krankenschwestern (Fernsehserie; Folge: Entscheidungen)
- 2021, 2025:SOKO Köln (Fernsehserie; Folgen: Die Büßer, Der Bulle aus Vingst)
- 2022:WaPo Berlin (Fernsehserie; Folge: Die Tote aus dem Müggelsee)
- 2024:Die Kanzlei (Fernsehserie; Folge: Unter Druck)
Theater
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- 1990:Thomas Brasch:Rotter – Märchen aus Deutschland (Härtel) – Regie:Christoph Schroth (Berliner Ensemble)
Hörspiele
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- 1991:Holger Teschke:Der Schatzhüter im Burgwall – Regie:Gerda Zschiedrich (Kinderhörspiel –Funkhaus Berlin)
- 1991:Mirjana Buljan:Der siebente Bruder – Regie:Barbara Plensat (Hörspiel – Funkhaus Berlin/ORF)
- 1992:Heinrich Traulsen:König und Besenbinder (Erika) – Regie:Peter Groeger (Kinderhörspiel –DS Kultur)
- 1992:Clemens Brentano:Die Mährchen vom Rhein und dem Müller Radlauf (Amelei) – Regie: Peter Groeger (Kinderhörspiel – DS Kultur)
Weblinks
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Nadja Engel beiIMDb
- Nadja Engel in derDeutschen Synchronkartei
- Nadja Engel bei der Agentur Reimann
- Nadja Engel bei Filmmakers
Einzelnachweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑Petra Kelling in der Filmeule
- ↑Nadja Engel beiCrew United, abgerufen am 28. Oktober 2021.
- ↑Theater: Claude-Oliver Rudolph in Bergs „Hauptsache Arbeit!“. In:Neue Presse. vom 25. April 2012. Abgerufen am 12. April 2015.
- ↑Porn Punk Poetry auf kinofest-luenen.de
- ↑SOKO Leipzig: Unvergessen (Memento vom 10. Mai 2021 imInternet Archive). Handlung und Besetzung. 4. September 2020.
- ↑Nadja Engel. Persönliche Webseite. Abgerufen am 12. April 2015
Personendaten | |
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NAME | Engel, Nadja |
KURZBESCHREIBUNG | deutsche Schauspielerin |
GEBURTSDATUM | 4. September 1964 |
GEBURTSORT | Ost-Berlin, Deutsche Demokratische Republik |