AlsMuskelpumpe bezeichnet man eineVenenpumpe, die durchMuskelbewegung denBlutkreislauf unterstützt und die Rückführung des Blutes aus den Gliedmaßen des Körpers, beispielsweise den Beinen, in Richtung desHerzens fördert.
Muskeln dehnen sich aus, wenn der Körper in Bewegung gerät. Durch das An- und Entspannen der Muskeln in Bewegung werden die in der Tiefe der Muskeln verlaufendenVenen immer wieder komprimiert, was den Rückfluss desBlutes in Herzrichtung steigert.[1] Dieser kann aufgrund vonVenenklappen bei gesunden Venen immer nur in Richtung desHerzens erfolgen. Die Muskelfaszie dient als natürliches Widerlager für die Muskelbewegung, sodass die Muskelbewegung immer auf die Venen wirken kann. Deren Durchmesser wird entsprechend verringert, und das enthaltene Blut wird herzwärts herausgedrückt.[2] Wenn der Muskel sich entspannt, vergrößert sich der Durchmesser der Venen wieder. Blut aus der Umgebung fließt hinein, um dann bei der nächsten Muskelkontraktion wieder in Herzrichtung gedrückt zu werden.
Die am besten untersuchte Muskelpumpe des menschlichen Körpers ist dieWadenmuskelpumpe.[1] Bei Venenerkrankungen, bei denen der Venendurchmesser sich derart vergrößert hat, dass die Venenklappen nicht mehr schließen können, wird zur Unterstützung der Venenpumpe innerhalb der Wadenmuskulatur eineKompressionstherapie eingesetzt, um die Ventilfunktion der Venenklappen der betroffenen Beinvenen wiederherzustellen.[3] Zugleich wirkt das jeweilige Kompressionsmaterial, also beispielsweise eineKurzzugbinde, einKompressionsstrumpf oder eineAdaptive Kompressionsbandage, sozusagen als äußeres Widerlager. Entsprechend werden bei der Kompressionstherapie, neben dem eigentlichen Anpressdruck, zwei Druckwerte unterschieden, die vom jeweiligen Zustand der Muskelpumpe abhängen.[4] Bei ruhendem Muskel spricht man vomRuhedruck und der sich bewegende Muskel erzeugt den sogenanntenArbeitsdruck.[5]
Diese Formen der Therapie wirken allerdings nur bei ausreichend mobilen Menschen und Menschen ohnearterielle Verschlusskrankheit oderPolyneuropathie. Weitere Möglichkeiten in der Kompressionstherapie sind dieManuelle Lymphdrainage und dieIntermittierende pneumatische Kompression (IPK), auch Apparative Intermittierende Kompression (AIK), welche auch bei immobilen Patienten und sehr eingeschränkt und unter strenger ärztlicher Kontrolle bei Patienten mit pAVK oder Polyneuropathie eingesetzt werden kann. Diese Therapieoption kann die Funktion der Muskelpumpe zu einem gewissen Grad ersetzen, indem ein elektronisch gesteuerter Druck über luftgefüllte Manschetten, die um die betroffene Gliedmaße angelegt werden, intermittierend komprimierend auf die Venen einwirkt.
Weitere Venenpumpen befinden sich imKniegelenk und imSprunggelenk.[1] Hierbei handelt es sich allerdings nicht um Muskelpumpen, sondern umGelenkpumpen. Ein Ausfall der Wadenmuskel- und Sprunggelenkpumpe durch eingeschränkte Bewegung oder Bewegungsmangel, etwa durch einenGipsverband oder langes Sitzen (Fernreisen), vermindert den Blutfluss in den Beinvenen und begünstigt die Entstehung von Blutgerinnseln (Thrombosen) und Ödemen.