Montsevelier
Montsevelier | ||
---|---|---|
![]() | ||
Staat: | Schweiz![]() | |
Kanton: | Kanton Jura![]() | |
Bezirk: | Delémontw | |
Munizipalgemeinde: | Val Terbii2 | |
Postleitzahl: | 2828 | |
frühereBFS-Nr.: | 6717 | |
Koordinaten: | 605267 / 24574247.36257.508345565Koordinaten:47° 21′ 45″ N,7° 30′ 30″ O; CH1903: 605267 / 245742 | |
Höhe: | 565 m ü. M. | |
Fläche: | 7,76 km² | |
Einwohner: | 509(31. Dezember 2012) | |
Einwohnerdichte: | 66 Einw. pro km² | |
Website: | www.montsevelier.ch | |
Karte | ||

Montsevelier war einepolitische Gemeinde imDistrikt Delémont desKantonsJura in derSchweiz. DeutschMutzwil, mundartlichMutzbel.[1] Am 1. Januar 2013 fusionierte sie mit den GemeindenVermes undVicques zur neuen Gemeinde Val Terbi.
Geographie
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Montsevelier liegt auf565 m ü. M., 13 Kilometer (Luftlinie) östlich des KantonshauptortsDelémont. Das Bauerndorf erstreckt sich entlang des BachesRuisseau de Montsevelier im Val Terbi, dem östlichsten Abschnitt desDelsberger Beckens, einer breiten Senke imFaltenjura.
Die Fläche des 7,8 km2 grossen Gemeindegebiets umfasst einen kleinen Abschnitt der landwirtschaftlich intensiv genutzten Talschaft des Delsberger Beckens. Das Gemeindegebiet wird durch den Montsevelier-Bach, einen rechten Seitenbach desScheltenbachs (französischLa Scheulte), nach Westen zurBirs entwässert. Im Norden und Osten wird Montsevelier von hohenJurakämmen umrahmt. Die nördliche Gemeindegrenze verläuft auf dem Kamm der Fringelikette (L’Aibaiteuse,921 m ü. M.). Nach Nordosten besteht auf einem Fussweg über dasWelschgätterli (810 m ü. M.) und nach Osten auf einem befahrbaren Feldweg eine Wegverbindung mit demLüsseltal. Der höchste Punkt der Gemeinde wird im Südosten auf dem 1073 m hohenGrand Mont erreicht. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 4 % auf Siedlungen, 45 % auf Wald und Gehölze und 51 % auf Landwirtschaft.
Zu Montsevelier gehören mehrere Einzelhöfe. Nachbargemeinden sindMervelier undCorban im Kanton Jura sowieBärschwil,Grindel,Erschwil undBeinwil imKanton Solothurn.
Bevölkerung
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Mit 509 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) gehörte Montsevelier zu den kleineren Gemeinden des Kantons Jura. Von den Bewohnern waren im Jahr 2000 96,2 % französischsprachig und 3,2 % deutschsprachig. Die Bevölkerungszahl von Montsevelier belief sich 1850 auf 414 Einwohner und 1900 auf 384. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wurde ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum verzeichnet. Seit 1980 (556 Einwohner) gab es nur noch geringe Schwankungen.
Wirtschaft
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde ist noch landwirtschaftlich geprägt. Im Dorf gibt es auch Arbeitsplätze im sekundären Sektor, nämlich in den Bereichen Werkzeugmaschinenbau, Uhrmacherei und Feinmechanik. Viele Erwerbstätige (über 50 %) sind Wegpendler und arbeiten vor allem in der Region Delémont.
Verkehr
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Montsevelier liegt abseits von Durchgangsstrassen. Durch eine Buslinie, welche von Delémont viaMervelier nach Montsevelier führt, ist es an den öffentlichen Verkehr angeschlossen.
Geschichte
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Funde von Spuren einer burgundischen Keramikwerkstätte lassen eine Besiedlung des Gemeindegebietes um das 7. Jahrhundert vermuten. Erste Erwähnung findet der Ort 1136 alsMuzivilir. Wenig später erscheinen die NamenMunhewilare (1139),Muzwillare (1140),Motzwilre (1242),Muzwilr (1291),Mussevelier (1317) und schliesslichMoncevelier (1462). Der Ortsname geht wahrscheinlich auf das Gehöft einesMusso oderMuzzo zur Zeit derKarolinger zurück.
Montsevelier bildete eineExklave der Herrschaft von Delsberg und war im Westen und Süden vom Gebiet der PropsteiMoutier-Grandval umgeben. Diese war als helvetisches Hoheitsgebiet neutral und wurde 1792, als die Franzosen die Herrschaft von Delsberg besetzten, vorerst nicht angetastet. Montsevelier konnte deshalb nicht eingenommen werden. In der Folge erklärte sich die Gemeinde zur unabhängigenRépublique de Montsevelier, die bis 1798 Bestand hatte. In jenem Jahr wurde MontsevelierFrankreich angegliedert. Anfangs war es Teil desDépartement du Mont-Terrible, 1800 wurde es mit demDépartement Haut-Rhin verbunden. Durch den Entscheid desWiener Kongresses kam der Ort 1815 an denKanton Bern und blieb weiterhin eine Exklave des Distrikts Delémont.
Erst mit dem Übertritt der NachbargemeindenMervelier undCorban 1976 zum Distrikt Delémont im Rahmen der Schaffung des Kantons Jura endete dieser administrative Sonderstatus. Am 1. Januar 1979 kam Montsevelier zusammen mit den anderen Gemeinden an den neu gegründeten Kanton Jura.
Die Gemeinden des Val Terbi (das sindCorban,Courchapoix,Courroux,Mervelier, Montsevelier,Vermes undVicques) planten eine Fusion, welche auf Ende 2012 zustande kommen sollte.[2]
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Die heutige Dorfkirche im Stil desEklektizismus wurde 1900–1901 errichtet. Sie steht an der Stelle eines früheren Gotteshauses aus dem 17. Jahrhundert. Zur Pfarrei Montsevelier gehörten bis 1771 auchMervelier undSchelten. Ausserhalb des Dorfes an der Gemeindegrenze zu Mervelier steht an aussichtsreicher Lage die Kapelle Saint-Grat.
- Blick auf das Dorf
- Dorfzentrum mit Kirche
- Kirche
- Friedhof
- Primarschulhaus
- Turnhalle
- Place du 23 juin
- Westlicher Dorfteil
Persönlichkeiten
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Sarah Marquis (* 1972), Reiseschriftstellerin
Weblinks
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website der Gemeinde Montsevelier
- François Kohler: Montsevelier. In:Historisches Lexikon der Schweiz.
Einzelnachweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑Wochenblatt Schwarzbubenland und Laufental. Nr. 13, 1. April 2021, S. 11.
- ↑Quelle:Information über die Gemeindefusion Val Terbi