DieMogami im Jahr 1935 bei einer Probefahrt. | ||||||||||||||
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DieMogami-Klasse (japanisch最上型重巡洋艦) war eineKlasse von vier Kreuzern derKaiserlich Japanischen Marine, die, offiziell alsLeichte Kreuzer[2] unter den Beschränkungen des Flottenvertrages von 1930 bezeichnet, von Anfang an mit den gleichen Spezifikationen wieSchwere Kreuzer[3] geplant waren. Die Schiffe der Klasse wurden imPazifikkrieg eingesetzt.
Als Folge derFlottenkonferenz in London im Jahr 1930 wurde Japan eine Beschränkung beim Bau von Schweren Kreuzern auferlegt. Die Grenze, die einen Schweren Kreuzer von einem Leichten Kreuzer unterschied, war einzig das Kaliber der Hauptbewaffnung. Bei einem Kaliber von über 15,5 cm sprach man von einem Schweren, bis 15,5 cm von einem Leichten Kreuzer.
Durch den laufenden massiven Ausbau seiner Schweren Kreuzerflotte hatte Japan keinen Spielraum mehr, weitere Schiffe dieses Typs bauen zu lassen, da die Gesamttonnage, die Japan für Schwere Kreuzer im Vertragswerk vom April 1930 zugestanden wurde, bereits ausgeschöpft war. Der Bau der eigentlich vorgesehenen Schiffe der „VerbessertenTakao-Klasse“, eine Klasse Schwerer Kreuzer, musste daher als Folge der Verträge aufgegeben werden. Um trotzdem weitere Schwere Kreuzer bauen zu können, nutzte man aus, dass das Vertragswerk von London den Ersatz verschiedener Leichter Kreuzer durch Neubauten zuließ, die für sich genommen 10.000 tn.l. nicht überschritten.
Zunächst änderte Japan sein eigenes Klassifizierungssystem für Kreuzer vom 30. Mai 1931 an entsprechend. Bis da hin waren die Schiffe nach der Tonnage in „A-Klasse“ über 7.000 Tonnen für Schwere und „B-Klasse“ unter 7.000 Tonnen für Leichte Kreuzer klassifiziert worden. Nach der neuen Definition unterschieden sich A- und B-Klasse nur noch durch das Kaliber der Hauptgeschütze. Bis einschließlich 15,5 cm sprach man nun, unabhängig von der Verdrängung, von „B-Klasse“-Kreuzern. Der Auftrag zum Bau der ersten Schiffe derMogami-Klasse erging Ende 1931 – mit einer Wasserverdrängung von 8.500 Tonnen.[4]
Die japanischen Konstrukteure wurden angewiesen, den Schiffstyp mit fünf Türmen mit je drei15,5-cm-Geschützen zu entwickeln. So wurde der Schein eines Leichten Kreuzers zunächst gewahrt. Dennoch sahen die Anforderungen der Marine an die Konstrukteure von Anfang an vor, dass20,3-cm-Geschütze als Ersatz für die 15,5-cm-Waffen verwendet werden konnten, wenn es nötig sein sollte. Die Aufgaben, welche die Marine den Entwicklern derMogami-Klasse für die Schiffe im späteren Einsatz vorgab, waren identisch mit denen der „A-Klasse“-Kreuzer.[5]
Die anderen Eigenschaften der bisherigen Schweren Kreuzer, wie Geschwindigkeit, Panzerung und eine schwere Torpedobewaffnung, wurde nahezu vollständig beibehalten. So erhielten die Schiffe je vier Drillingstorpedorohrsätze, eine schwere Panzerung, die dem Beschuss mit 20-cm-Granaten standhalten sollte, und neue Turbinen, die Geschwindigkeiten von 37 Knoten erlauben sollten.
Die offiziell zunächst geforderte und verlautbarte Verdrängung von 8.500 Tonnen war unter diesen Bedingungen nicht einzuhalten. Zwar versuchte man, das Gewicht durch neue Verarbeitungstechniken wie elektrischesSchweißen zu verringern, aber 9.500 Tonnen wurden als realistische Planungsgrundlage betrachtet.[5]
Die Wasserverdrängung stieg durch die Umbauten an, so dass für verschiedene Ladungszustände die Verdrängung von Juli 1935 deutlich niedriger war als die von 1940 nach den Umbauten der Schiffe:
Die vier Schiffe der Klasse wurden im Rahmen des1. Kreis-Bauprogramms („Maru 1 Keikaku“) von 1931 geordert und 1931 (Mogami undMikuma), 1933 (Suzuya) und 1936 (Kumano) auf zwei privaten und zwei Staatswerften auf Kiel gelegt. Der Stapellauf erfolgte für drei Einheiten im Jahr 1934 und einer im Jahr 1936. Die ersten beiden Einheiten wurden im zweiten Halbjahr 1935 und die anderen beiden im Oktober 1937 in Dienst gestellt.
Ähnlich den Vorgängerklassen war auch der Entwurf zurMogami-Klasse an die Grenzen des Umsetzbaren gegangen, so dass wieder eine enormeTopplastigkeit auftrat und sich strukturelle Schwächen des Rumpfes und der neuen, zur Gewichtsersparnis ausLeichtmetall gefertigten, Aufbauten zeigten. Die beiden letzten Schiffe der Klasse,Suzuya undKumano, wurden noch vor der Übergabe an die Marine modifiziert. Sie erhielten einen kleineren Brückenaufbau und einen zwei Meter breiteren Rumpf, um diese Probleme zu beheben.
Die ersten beiden Schiffe,Mogami undMikuma, mussten dagegen ein Jahr nach ihrer Fertigstellung zunächst wieder außer Dienst gestellt werden, um sie entsprechend nachzurüsten und Schwachstellen, die durch unsachgemäße Schweißarbeiten entstanden waren, ausbessern zu lassen. DieMogami hatte in einemTaifun am 21. September 1935 schwere Schäden davongetragen, und das zu Testzwecken veranstaltete Schießen der Hauptartillerie hatte so starke Erschütterungen erzeugt, dass an einigen Stellen Schäden am Schiffskörper aufgetreten waren.[8] Die Barbetten, die unterhalb der Türme die Stützstruktur bildeten, wurden verlängert, um den Rückstoß der Geschütze zum Teil innerhalb ihrer zylindrischen Struktur abzufangen und ihn nicht, wie vorher, direkt auf den Schiffskörper wirken zu lassen. Der Umbau von 1936 bis 1938 erhöhte das Gewicht um weitere 1.120 Tonnen.[9]
Die Daten, die über dieMogami-Klasse bekannt wurden, lösten ein Wettrüsten bei den leichten Kreuzertypen aus und waren verantwortlich für den Bau der US-amerikanischenBrooklyn-Klasse und der britischenTown-Klasse.[10]
Als sich 1939 die Wahrscheinlichkeit eines Krieges zu erhöhen begann, wurden die 15,5-cm-Drillingstürme aller vier Kreuzer schließlich durch 20,3-cm-Zwillingstürme ersetzt.
DieMogami wurde im Oktober 1931 inKure auf Kiel gelegt und lief im März 1934 vom Stapel. Nach einem umfassenden Werftaufenthalt versah sie ab 1940 ihren regulären Dienst und nahm ab Dezember 1941 an mehreren Operationen während des Pazifikkrieges teil. So war sie Anfang 1942 an derSchlacht in der Sundastraße beteiligt und im August 1942 an derAttacke im Indischen Ozean. Sie wurde am 25. Oktober 1944 bei derSchlacht in der Surigao-Straße durch eine Kollision schwer beschädigt und erlitt auf dem Rückmarsch durch Fliegerbomben weiteren Schaden, so dass sie aufgegeben werden musste.
DieMikuma wurde im Dezember 1931 inNagasaki auf Kiel gelegt und lief im Mai 1934 vom Stapel. Nach kurzer Dienstzeit musste sie zu umfassenden Nachbesserungsarbeiten in die Werft und wurde erst kurz vor Beginn des Pazifikkrieges fertiggestellt. Sie war zu Beginn des Jahres 1942 an derSchlacht in der Sundastraße beteiligt und gehörte später zu den Verbänden, die im Juni 1942 in derSchlacht um Midway kämpften. Beschädigt durch eine Kollision mit derMogami, wurde dieMikuma zum Ziel amerikanischer Trägerflugzeuge und musste nach mehreren Bombentreffern und Feuern an Bord am 6. Juni aufgegeben werden.
DieSuzuya wurde im Dezember 1933 inYokosuka auf Kiel gelegt und lief im November 1934 vom Stapel. Sie nahm an zahlreichen Operationen im Pazifikkrieg teil, wie im Dezember 1941 bei der Jagd nach derForce Z und im November 1942 bei der Beschießung des amerikanischen Flugfeldes aufGuadalcanal. Während derSchlacht von Leyte im Oktober 1944 wurde sie von Fliegerbomben schwer beschädigt und musste nach der Explosion eines ihrer Torpedorohrsätze am 25. Oktober aufgegeben werden.
DieKumano wurde im April 1934 inKōbe auf Kiel gelegt und lief im Oktober 1936 vom Stapel. Sie nahm an zahlreichen Operationen im Pazifikkrieg teil und überlebte länger als ihre drei Schwesterschiffe. Im September 1942 und im Juli 1943 wurde sie im Zuge der Schlachten um dieSalomonen durch Fliegerbomben leicht beschädigt. In der Schlacht von Leyte im Oktober 1944 wurde sie am Bug von einem Torpedo getroffen, am nächsten Tag von Fliegerbomben beschädigt und einige Tage später von zwei weiteren Torpedos getroffen. Sie musste anschließend zur Reparatur nachSanta Cruz aufLuzon verlegt werden. Dort wurde sie am 25. November 1944 von Trägerflugzeugen angegriffen und versenkt.
Der Rumpf der Kreuzer derMogami-Klasse, unterteilt inwasserdichte Abteilungen, war über alles 200,6 Meter lang, 18 Meter breit und hatte bei einer Einsatzverdrängung von 15.091 Tonnen einen Tiefgang von 5,5 Metern.
Der Panzerschutz setzte sich aus einem bis zu 30 bis 60 mm starken Panzerdeck und einem bis 140 mm starken Gürtelpanzel zusammen.
Der Antrieb erfolgte durch acht ölbefeuerteDampferzeuger – Kampon-Kesseln desYarrow-Typs – und vierGetriebeturbinensätze, mit denen eine Gesamtleistung von 152.000 PS (111.796 kW) erreicht wurde. Diese gaben ihre Leistung an vierWellen mit je einerSchraube ab. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 37 Knoten (69 km/h).

Die Hauptbewaffnung der Klasse bestand bei Indienststellung aus fünfzehn 15,5-cm-Seezielgeschützen Typ 3 mitKaliberlänge 60. Dieses 1935 eingeführte Geschütz hatte eine Feuerrate von 5 bis 6 Schuss die Minute und konnte eine 55,9 Kilogramm schwere Granate bis zu 27,4 Kilometer weit schießen. Es war in fünf 180 Tonnen schweren leicht gepanzerten Drillingstürmen untergebracht. Diese waren in Schiffsmittellinie, drei auf dem Vorschiff und zwei auf dem Achterschiff aufgestellt, wobei die zwei inneren Türme (TurmC undD) so angeordnet worden waren, dass sie die/den vorderen überschießen konnten (sog. überhöhte Endaufstellung). Die Türme hatten eine Seitenrichtgeschwindigkeit von 5–6° pro Sekunde, eine Höhenrichtgeschwindigkeit von 10° pro Sekunde und einen Höhenrichtbereich von −7° bis +55°.
Ab 1939 wurden diese durch zehn 20,3-cm-Seezielgeschützen mit Kaliberlänge 50 Typ 3 Nr.2 ersetzt. Diese Geschützen hatten eine Feuerrate von 3 bis 4 Schuss je Minute und konnten eine 125,6 Kilogramm schwere Granate bis zu 29,4 Kilometer weit schießen. Sie waren in bis 175 Tonnen schweren Zwillingstürmen (Modell E2) verbaut. Die Türme hatten eine Seitenrichtgeschwindigkeit von 4° pro Sekunde, eine Höhenrichtgeschwindigkeit von 6° pro Sekunde und einen Höhenrichtbereich von −5° bis +55°.[11] Sie konnten mit entsprechender Munition zur Luftabwehr eingesetzt werden.
Die schwereFlugabwehrbewaffnung bestand aus acht12,7-cm-Geschützen Typ 89 mit Kaliberlänge 40 in vier Doppellafette, je zwei auf der Steuerbord- und Backbordseite mittschiffs Höhe des Schornsteins. Die 12,7-cm-Geschütze erreichten eine Kadenz von rund 8 Schuss pro Minute und die maximale Reichweite betrug etwa 9,4 Kilometer bei 75° Rohrerhöhung. Die 24,5 Tonnen schwere Doppellafette (Typ A1 Model 1) war um 360° drehbar und hatte einen Höhenrichtbereich von −7° bis +75°.[12]
Bei Indienststellung bestand die leichte Flugabwehrbewaffnung aus einer Standardausstattung von acht2,5-cm-Maschinenkanonen Typ 96 in vier Zwillingslafetten mittschiffs und vier13,2-mm-Maschinengewehren Typ 93 in zwei Zwillingslafetten auf dem Brückenaufbau.[13]
Die 2,5-cm-Maschinenkanonen verschossen im Einsatz rund 110 bis 120 Schuss pro Minute, die effektive Reichweite lag bei etwa 3 Kilometern bei 85° Rohrerhöhung. Die 1,1 Tonnen schweren Zwillingslafetten waren um 360° drehbar und hatte einen Höhenrichtbereich von −10° bis +85°.[14] Die 13,2-mm-Maschinengewehre verschossen im Einsatz rund 250 Schuss pro Minute, die Reichweite lag bei etwa 4,5 Kilometern bei 85° Rohrerhöhung. Die 314 Kilogramm schwere Lafette war um 360° drehbar und hatte einen Höhenrichtbereich von −15° bis +85°.[15]
Leichte Flugabwehrbewaffnung von Schweren Kreuzern der Hauptmächte des Zweiten Weltkrieges, etwa 1941.
| Klasse | Mogami | Admiral Hipper | Zara | Algérie | Kirow | York | New Orleans |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Land | Japan | Deutsches Reich | Italien | Frankreich | Sowjetunion | Vereinigtes Konigreich | Vereinigte Staaten |
| Flugabwehr | 8 × 2,5 cm 4 × 13,2-mm-MG | 12 × 3,7 cm 8 × 2 cm | 16 × 3,7 cm 8 × 13,2-mm-MG | 4 × 3,7 cm 16 × 13,2-mm-MG | 6 × 4,5 cm 4 × 12,7-mm-MG | 16 × 4 cm | 8 × 12,7-mm-MG |
Bedingt durch die starken alliierten Luftstreitkräfte während des Pazifikkrieges kam es zu einer kontinuierlichen Verstärkung der 2,5-cm-Maschinenkanonen und Ersetzen der 13,2-mm-Maschinengewehre durch diese.
Die Torpedobewaffnung bestand aus vierDreifachtorpedorohrsätzen im Kaliber 61 cm, welche Torpedos desTyp 93 verschossen. Diese waren, je zwei an Backbord und Steuerbord, zwischen Höhe des achteren Dreibeinmastes und achterem Geschützturmpaar aufgestellt.[16]
Zur Suche nachU-Booten war einEchoortungssystem des Typ 93 und einemHydrophon-Set vom Typ 93 eingerüstet. Dieses Hydrophon-Set bestand aus zwei Gruppen zu je acht Sensoren, eine Gruppe auf jeder Schiffsseite.[17]
DieBesatzung hatte eine Stärke von 850 Offizieren,Unteroffizieren undMannschaften, welche sich bis Kriegsende auf Grund der personalintensiven zusätzlich eingerüsteten Flugabwehrbewaffnung erhöhte.