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Mississippi (Bundesstaat)

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Mississippi
FlaggeSiegel
Karte der USA, Mississippi hervorgehoben
Karte der USA, Mississippi hervorgehoben
Liste der Bundesstaaten
Hauptstadt:Jackson
Staatsmotto:Virtute et armis
(lat.:mit Tugend und Waffen)
Amtssprache:Englisch
Fläche:125.443 km²
Einwohner:2.961.279 (Zensus 2020) (24 E. / km²)
Mitglied seit:10. Dezember 1817
Zeitzone:Central: UTC−6/−5
Höchster Punkt:246 m (Woodall Mountain)
Durchschn. Höhe:91 m
Tiefster Punkt:0 mGolf von Mexiko
Gouverneur:Tate Reeves (R)
Post / Amt / ISOMS / MS / US-MS
Karte von Mississippi (Bundesstaat)
Karte von Mississippi (Bundesstaat)
Karte von Mississippi (Bundesstaat)

Mississippi (engl. Aussprache [ˌmɪsɪˈsɪpi]) ist einBundesstaat derVereinigten Staaten von Amerika und Teil derSüdstaatenregion. Der Staat hat seinen Namen vomMississippi River, dem bedeutendsten Fluss des Landes, dessen Name sich aus der Sprache derAnishinabe herleitet und „großer Fluss“ bedeutet. Der Beiname Mississippis istMagnolia StateMagnolienstaat.

Mississippi grenzt im Norden anTennessee, im Osten anAlabama, im Süden an denGolf von Mexiko, im Südwesten anLouisiana und im Nordwesten anArkansas. Die westliche Grenze Mississippis wird größtenteils durch den Mississippi River bzw. seinen historischen Verlauf bestimmt. Mississippi ist der flächenmäßig 32. größte und der 35. bevölkerungsreichste der 50 US-Bundesstaaten. Er liegt fast vollständig in der östlichenGolfküstenebene und besteht im Allgemeinen aus Tiefebenen und niedrigen Hügeln. Im gesamten Staatsgebiet herrscht ein feuchtes subtropisches Klima. Die Hauptstadt istJackson, die gleichzeitig auch die größte Stadt und Metropolregion des Staates ist, mit einer Bevölkerung von 591.978 im Jahr 2020. Weitere wichtige Städte sindGulfport undBiloxi an der Golfküste,Southaven an der Grenze zuMemphis (Tennessee), sowieHattiesburg,Tupelo,Meridian undGreenville.

Die Geschichte des Bundesstaates lässt sich bis etwa 9500 v. Chr. zurückverfolgen, als diePaläo-Indianer eintrafen. Sie durchliefen verschiedene Perioden, die von der Entwicklung landwirtschaftlicher Gesellschaften, dem Aufstieg der Hügelgräber und der Blütezeit derMississippi-Kultur geprägt waren. Dieeuropäische Erkundung begann mit denSpaniern im 16. Jahrhundert, gefolgt von derfranzösischen Kolonisierung ein Jahrhundert später. Die strategisch günstige Lage am Mississippi machte die Region zu einem wirtschaftlich und strategisch wichtigen Standort, vor allem in der Ära der Baumwollplantagen, die vor demBürgerkrieg zu Reichtum führten, aber auch dieSklaverei und dieRassentrennung verfestigten. Am 10. Dezember 1817 wurde Mississippi als 20. Staat in die Union aufgenommen. Bis 1860 war Mississippi der Staat mit der höchsten Baumwollproduktion der Nation, und 55 % der Bevölkerung waren Sklaven. Mississippi erklärte am 9. Januar 1861 seine Abspaltung von der Union und war einer der sieben ursprünglichenKonföderierten Staaten, die die größten Sklavenhalterstaaten der Nation darstellten. Nach dem Bürgerkrieg wurde er am 23. Februar 1870 wieder in die Union aufgenommen. Die politische und soziale Landschaft Mississippis wurde durch den Bürgerkrieg, die Zeit derReconstruction und dieBürgerrechtsbewegung stark geprägt, wobei der Staat eine zentrale Rolle im Kampf für die Bürgerrechte spielte. Vom Ende des Bürgerkriegs bis in die 1960er Jahre wurde Mississippi von sozial konservativen und segregationistischen Südstaatendemokraten dominiert, die sich der Aufrechterhaltung der weißen Vorherrschaft verschrieben hatten.

Trotz des Fortschritts hat Mississippi nach wie vor mit Herausforderungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und wirtschaftliche Entwicklung zu kämpfen und rangiert in den USA oft auf den hinteren Plätzen, wenn es um Wohlstand, die Qualität der Gesundheitsversorgung und den Bildungsstand geht. Wirtschaftlich stützt sich Mississippi weiterhin auf die Landwirtschaft, sowie das verarbeitende Gewerbe und setzt einen zunehmenden Schwerpunkt auf den Tourismus, der durch seine Kasinos und historischen Stätten hervorgehoben wird. Mississippi produziert mehr als die Hälfte der landesweit in Farmen gezüchtetenWelse und ist ein Spitzenproduzent von Süßkartoffeln, Baumwolle und Zellstoffholz. Weitere Wirtschaftszweige sind die verarbeitende Industrie, Versorgungsunternehmen, das Transportwesen und das Gesundheitswesen.

Mississippi ist bekannt für seine tiefen religiösen Wurzeln, die im Leben seiner Bewohner eine zentrale Rolle spielen. Der Staat gehört zu den Staaten mit der höchsten Religiosität in den USA. Mississippi ist auch dafür bekannt, der Staat mit dem höchsten Anteil an afroamerikanischen Einwohnern zu sein. Die Regierungsstruktur des Staates basiert auf der traditionellen Gewaltenteilung, wobei die politischen Trends eine starke Ausrichtung auf konservative Werte zeigen. Mississippi verfügt über ein reiches kulturelles Erbe, vor allem im Bereich der Musik. Der Staat ist die Wiege desBlues und hat wesentlich zur Entwicklung der Musik in den Vereinigten Staaten insgesamt beigetragen.

Geografie

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Mississippi liegt östlich desgleichnamigen Flusses an dessen Unterlauf. Das Gebiet ist größtenteils flach mit einigen niedrigen Erhebungen im äußersten Nordosten. Im Süden hat der Staat eine schmale Küste zumGolf von Mexiko. Mississippi grenzt an die US-BundesstaatenTennessee im Norden,Alabama im Osten, und auf der westlichen Seite des Flusses Mississippi liegenArkansas undLouisiana. Neben dem dominierenden Mississippi ist auch einer seiner Zuflüsse, derYazoo River, von Bedeutung.

Gliederung

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Klima

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Mississippi kann in diesubtropische Zone eingeordnet werden, mit milden Wintern und sehr warmen Sommern. Im Sommer ist die Niederschlagsmenge größer als im Winter. Für bleibenden Schnee ist es im Winter (9 °C bis 18 °C) zu warm.

Bevölkerung

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Demografie

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Bevölkerungsentwicklung
CensusEinwohner± rel.
18007.600
181031.306311,9 %
182075.448141 %
1830136.62181,1 %
1840375.651175 %
1850606.52661,5 %
1860791.30530,5 %
1870827.9224,6 %
18801.131.59736,7 %
18901.289.60014 %
19001.551.27020,3 %
19101.797.11415,8 %
19201.790.618−0,4 %
19302.009.82112,2 %
19402.183.7968,7 %
19502.178.914−0,2 %
19602.178.141−0 %
19702.216.9121,8 %
19802.520.63813,7 %
19902.573.2162,1 %
20002.844.65810,5 %
20102.967.2974,3 %
20202.961.279−0,2 %
Vor 1900[1]

1900–1990[2]2000 + 2010[3]

Bevölkerungsdichte

Mississippi hat 2.967.297 Einwohner (Census 2010), davon sind 57,3 Prozent Weiße, 37,5 Prozent Schwarze undAfroamerikaner, 0,6 Prozent Indianer, 1,0 Prozent Asiaten, 3,0 Prozent Hispanics.[4] Mississippi ist der Bundesstaat mit dem höchsten Anteil an Afroamerikanern.

Die Lebensbedingungen der Einwohner von Mississippi sind im Vergleich zu anderen Bundesstaaten eher schlecht. In den Bereichen Armut, Zugang zu guter gesundheitlicher Versorgung, Bildung und Lebenserwartung belegte der Bundesstaat 2009 den schlechtesten Platz innerhalb der Vereinigten Staaten. Einer von fünf Menschen lebt unterhalb der nationalenArmutsgrenze, die 2010 bei 22.000 US-Dollar für eine vierköpfige Familie lag. In einigen Countys leben bis zu 48 Prozent der Bevölkerung unterhalb dieser Armutsgrenze.[5]

Religionen

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Die wichtigstenReligionsgemeinschaften im Jahr 2000:[6]

Es gibt viele andere, vor allem protestantisch geprägte Konfessionen.

Bildung

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Die wichtigsten staatlichen Universitäten in Mississippi sind dieMississippi State University inStarkville, dieUniversity of Mississippi inOxford sowie dieUniversity of Southern Mississippi inHattiesburg.

Größte Städte

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Hauptartikel:Liste der Ortschaften in Mississippi
OrtEinwohner
Jackson
  
153.701
Gulfport
  
72.926
Southaven
  
54.648
Biloxi
  
49.449
Hattiesburg
  
48.730
Olive Branch
  
39.711
Tupelo
  
37.923
Meridian
  
35.052
Greenville
  
29.670
Clinton
  
28.100
Madison
  
27.747
Pearl
  
27.115
Horn Lake
  
26.736
Oxford
  
25.416
Brandon
  
25.138
Starkville
  
24.360
Ridgeland
  
24.340
Vicksburg
  
24.084
Census 2020

Geschichte

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Fischerboote in Biloxi

Traditionell wurde das Gebiet des heutigen Mississippi vonNatchez,Caddo,Chickasaw undChoctaw bewohnt. Die ersten Europäer, die das Gebiet betraten, waren die Expeditionsteilnehmer mitHernando de Soto. Die ersteeuropäische Ansiedlung war französisch und in der Gegend vonBiloxi.

18. Jahrhundert

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Ausgehend vonNew Orleans stießen die französischen Kolonisten weiter ins Territorium des heutigen Staates vor. Dabei kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit den Natchez. 1729 schließlich kam es zu einer militärischen Konfrontation, in deren Folge die Natchez fast ausgerottet wurden, die Franzosen aber das Staatsgebiet ebenfalls verließen.

1763 kam das Gebiet östlich des Mississippi River an Großbritannien. Die südliche Gegend profitierte ökonomisch noch stark von den Franzosen in New Orleans. Sie brachten ebenso die Holzindustrie in die Gegend wie Viehzucht, viele Früchte, Reis, Tabak, Indigo und eine bestimmte wertvolle Baumwollart, die ursprünglich ausSiam stammte. Aus ihrenkaribischen Kolonien brachten die Franzosen auch das Plantagensystem mit Sklavenarbeit ins Land.

Größere Siedlerzahlen kamen aber erst mit den Briten nach Mississippi. Zuerst bekamen Veteranen desFranzosen- und Indianerkriegs dort Land zugesprochen. Es handelte sich also von Anfang an um eine Migration aus wirtschaftlichen Gründen von Menschen mit einem größtenteils mittelständischen Hintergrund. Die Siedler gründeten als erste StadtNatchez. Infolge des von den Siedlern in Mississippi größtenteils abgelehntenAmerikanischen Unabhängigkeitskrieges fiel das Gebiet an Spanien. Die spanische Krone wollte ihren Einfluss sichern und gewährte den Siedlern der Gegend deshalb viele Privilegien: Steuerfreiheit, einen festen hohen Preis für angebauten Tabak und eine großzügige Landvergabe an Neusiedler. Die Siedler reagierten darauf, indem sie erstmals nennenswerte Mengen an Sklaven anschafften und sich gleichzeitig im Vertrauen auf die hohen Tabakpreise verschuldeten.

Als die Tabaksubventionen schließlich eingestellt wurden, sahen sich die meisten Siedler von plötzlicher Armut bedroht. Erst nach diversen Experimenten kamen sie darauf, im großen StilBaumwolle anzubauen, die schließlich zur bestimmenden Ertragsbasis der Südstaatenökonomie werden sollte. Begünstigt wurde der Erfolg zum einen durch die Erfindung derEgreniermaschine durchEli Whitney, zum anderen durch schwere Sklavenaufstände und Rassenunruhen, die den primären Produzenten der damaligen Zeit,Santo Domingo lähmten. Um 1800 hatten die meisten Plantagen im südlichen Mississippi auf Baumwolle umgestellt.

Während derPräsidentschaft vonAndrew Jackson wurden dieMuskogee, dieChickasaw und dieChoctaw, die noch im Staat lebten, vertrieben. Die erzwungene Umsiedlung in dasIndianerterritorium auf dem Gebiet des heutigen BundesstaatOklahoma wurde alsPfad der Tränen (Trail of tears) bekannt. Vor allem im Norden und Osten Mississippis wurden auf diese Weise große Flächen zur Besiedlung durch Europäer frei. Fast alle Siedler waren bereits vorher in den USA angesiedelt; sie hofften in Mississippi auf ein wirtschaftliches Weiterkommen durch freies und sehr fruchtbares Land im Staat sowie durch die Anbindung an den Mississippi River und damit auch an die europäischen Märkte.

19. Jahrhundert

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Der Staat Mississippi wurde am 10. Dezember 1817 als 20. Staat in die Union aufgenommen. Vor dem Bürgerkrieg war Mississippi der größte Produzent vonBaumwolle in den USA.

Mississippi erlebte in den 1830er Jahren einenWirtschaftsboom. Dieser Aufschwung wurde zusätzlich noch durch den schuldenfinanzierten Ausbau der Verkehrswege befördert. 1840 war die Staatsverschuldung Mississippis daher deutlich angestiegen. Auch wenn die Schuldenstandsquote von 16 Prozent der Wirtschaftsleistung deutlich niedriger lag als etwa in Florida mit 77 Prozent, meldete Mississippi 1840 infolge derWirtschaftskrise drei Jahre zuvorStaatsbankrott an und bediente seineStaatsanleihen nicht weiter.

Etwa ab den 1840er Jahren übertraf die afroamerikanische Bevölkerung zahlenmäßig die weiße Bevölkerung. Diese Konstellation hielt über fast ein Jahrhundert an. Erst ab den 1940er Jahren hatten die Weißen wieder ein zahlenmäßiges Übergewicht.[7] Ungeachtet dessen konzentrierte sich die politische Macht in dieser Zeit ausschließlich in den Händen der Weißen.

Am 9. Januar 1861 sagte sich Mississippi als zweiter Staat nachSouth Carolina von der Union los.Jefferson Davis, derPräsident derKonföderierten Staaten von Amerika, war Bürger Mississippis. Bis heute spielt dieser Teil der Geschichte eine wichtige Rolle in der Selbstwahrnehmung. In Mississippi fand 1863 dieSchlacht um Vicksburg statt. In Vicksburg, das sich am 4. Juli denUnionstruppen ergeben musste, wurde der Unabhängigkeitstag bis lange nach dem Zweiten Weltkrieg von den meisten Einwohnern und von einigen bis heute nicht gefeiert. Erwähnenswert ist, dass Mississippi den13. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten, mit dem dieSklaverei in allen amerikanischen Bundesstaaten abgeschafft wurde, 1865 ablehnte. Diese Ratifizierung wurde erst 1995 nachgeholt. Wegen eines Formfehlers war die Ratifizierung erst ab Februar 2013 gültig.[8] Nach dem Ende derReconstruction war der Bundesstaat unter den Südstaaten Vorreiter beim Schaffen einer neuen Verfassung, die die„weiße Vorherrschaft“ festschrieb. So wurden in der 1890 verabschiedeten Verfassung Auflagen für dasWahlrecht gesetzt, die die Afroamerikaner, zu dieser Zeit die Bevölkerungsmehrheit, systematisch von der Ausübung des Stimmrechts ausschlossen.[9]

20. Jahrhundert

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Mississippi war im 20. Jahrhundert Schauplatz von sogenanntenRassenunruhen (“race riots”). Zahlreiche Schwarze wurdengelyncht, ohne dass die Täter dafür belangt wurden. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Bedingungen und der fehlenden rechtlichen Sicherheitwanderten viele Schwarze zwischen 1910 und 1970 in die Nordstaaten ab.Theodore G. Bilbo, zweimaliger Gouverneur des Staates (von 1916 bis 1920, von 1928 bis 1932) und von 1935 bis 1947 Senator des Bundesstaates Mississippi, war ein rabiater Verfechter derÜberlegenheit der weißen Rasse und setzte sich unter anderem dafür ein, den Lynchmord zu legalisieren – allerdings ohne Erfolg. Ebenfalls äußerte er sich antisemitisch.

1956 wurde dasSouthern Manifesto aufgesetzt, ein Protestschreiben gegen die Rassenintegration, das auch von zahlreichen Politikern Mississippis unterschrieben wurde. 1962 kam es zu Unruhen, die alsOle Miss Riots bekannt wurden.[10] Im Zuge der Ermittlungen zu denMorden an drei Bürgerrechtlern fanden die Behörden weitere Leichen ermordeter Schwarzer inNeshoba County.[11] In diesem Zusammenhang weigerte sich der Gouverneur Mississippis,Paul B. Johnson junior, mit den Behörden zusammenzuarbeiten, und verdächtigte die vermissten Aktivisten, sich inKuba aufzuhalten.

1966 schaffte Mississippi als letzter Staat in den USA dieProhibition ab.Der Bundesstaat blieb aus Sicht der Kämpfer für die Gleichberechtigung einer der rückständigsten.Am 12. Juni 1967 zwang eine Entscheidung desObersten Gerichtshofes der USA Mississippi dazu, die bisher hier gesetzlich verbotene Mischehe zuzulassen; der Bundesstaat war einer der 16 Nachzügler.

Am 17. August 1969 traf derHurrikanCamille auf die Küste Mississippis, er hinterließ 248 Tote und richtete Schäden in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar an. Am 16. März 1995 ratifizierte Mississippi als letzter Bundesstaat der Vereinigten Staaten den 13. Verfassungszusatzes zur Abschaffung der Sklaverei; weil der Beschluss demFederal Register lange nicht zugestellt wurde, wurde er aber offiziell erst am 7. Februar 2013 gültig.[12][13]

21. Jahrhundert

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Flagge Mississippis 1894 bis 2020

Ende August 2005 löste derHurrikan Katrina enorme Zerstörungen mit jahrelangen Folgen aus.

Im Juni 2020 beschlossen die Abgeordneten von Mississippi im Zuge derRassismusdebatte infolge des Todes von George Floyd, sich nach 126 Jahren von der altenStaatsflagge zu trennen. Die Flagge enthielt dieKriegsflagge der Konföderierten Staaten von Amerika, was in Mississippi in den letzten 20 Jahren auf immer größere Ablehnung gestoßen war. Vom 30. Juni bis zur Annahme eines neuen Entwurfes besaß der Bundesstaat keine offizielle Flagge. Am 3. November 2020 stimmten die Bürger von Mississippi im Rahmen der Präsidentschaftswahl über die Entwürfe für eine neue Staatsflagge ab.[14]

Politik

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Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen[15]
JahrRepublikanerDemokraten
202460,83 %747.74437,96 % 466.668
202057,60 %756.70641,06 % 539.384
201657,86 %700.71440,06 % 485.131
201255,29 %710.74643,79 % 562.949
200856,17 %724.59743,00 % 554.662
200459,44 %684.98139,75 % 458.094
200057,62 %573.23040,70 % 404.964
199649,21 %439.83844,08 % 394.022
199249,68 %487.79340,77 % 400.258
198859,89 %557.89039,07 % 363.921
198461,85 %581.47737,46 % 352.192
198049,42 %441.08948,09 % 429.281
197647,68 % 366.84649,56 %381.309
197278,20 %505.12519,63 % 126.782
196813,52 % 88.51623,02 %150.644
196487,14 %356.52812,86 % 52.618
196024,67 % 73.56136,34 %108.362

Der Staat Mississippi wird von vielen Ostküstenamerikanern als „The Lost South“ bezeichnet. Der Staat imtiefen Süden hat das geringste Pro-Kopf-Einkommen aller US-Bundesstaaten, allerdings auch die geringsten Lebenshaltungskosten. Der aktuelle (2013) Bericht desAmerican Legislative Exchange Council zu den wirtschaftlichen Aussichten der Bundesstaaten sieht Mississippi auf Platz 10.[16] Mississippi gilt politisch wie auch gesellschaftlich alskonservativ. Nach einer Umfrage desGallup Organization ist Mississippi der konservativste aller US-Staaten. 50,5 % der Befragten bezeichneten sich als konservativ.[17] Eine Umfrage vor derPräsidentenwahl 2012 ergab, dass ca. 50 % der aktiven Wähler glaubten,Barack Obama sei einMuslim.[18] Nach dessen Wiederwahl demonstrierten Studenten der Universität von Mississippi mit rassistischen Sprechchören gegen den alten und neuen Präsidenten.[19] 2012 wurde in Jackson die letzteKlinik geschlossen, dieAbtreibungen erlaubte.[20] 2012 ergab eine Umfrage, dass 29 % der möglichen Wähler derRepublikanischen Partei der Meinung sind, dass gemischtrassige Ehen verboten werden sollten.[21] Der Staat Mississippi schreibt in seiner Verfassung vor, dass jeder, der ein öffentliches Amt bekleide, an Gott glauben müsse,[22] jedoch hat dieses Gesetz faktisch keinen Bestand mehr. Eine Umfrage ergab, dass 66 % der Bürger Mississippis nicht an dieEvolutionstheorie glauben.[23] Im April 2016 wurde imSenat undRepräsentantenhaus des Staates Mississippi ein Gesetz verabschiedet, das es Geschäftsleuten und Staatsbediensteten künftig erlaubt,Homosexuellen mit Verweis auf ihren Glauben ihren Dienst zu verweigern.[24]

Der Staat Mississippi ist aber auch ein Land der Gegensätze. Hier gibt es immer noch wie vor 150 Jahren einePflanzeraristokratie, die nach wie vor riesigePlantagen ihr Eigen nennt. Die ehemaligenafro-amerikanischen Landarbeiter, die mittlerweile von Maschinen ersetzt worden sind, leben größtenteils in extremer Armut. In Mississippi traten einigeDemokraten, wie in den meisten anderenSüdstaaten auch, teilweise bis in die 1980er Jahre offen für dieRassentrennung ein. Trotz der bis in die 1980er Jahre währenden Überlegenheit der Demokraten bei Gouverneurs- und Senatswahlen gaben die Demokraten ihre führende Rolle imSolid South bei Präsidentschaftswahlen bereits 1960 ab.John F. Kennedy entsprach damals nicht den Vorstellungen einesWASP. Außerdem galt er in Rassenfragen aus ihrer Sicht als zu gemäßigt. Daher gaben die Wahlmänner Mississippis ihre Stimmen imElectoral College geschlossen fürHarry F. Byrd ab, einen demokratischenSenator ausVirginia, der zwar nicht kandidiert hatte, aber im Gegensatz zu Kennedy eindeutig auf der Rassentrennung bestand. Nach dieser Wahl gewannJimmy Carter 1976 als letzter Demokrat in Mississippi; seitdem sind die Demokraten nur in Wahlbezirken mit schwarzer Bevölkerungsmehrheit (Bennie Thompson) oder durch quasi-republikanisches Wahlverhalten (Gene Taylor) punktuell erfolgreich gewesen.

Der Staat stellte bereits profilierte Republikaner imKongress, etwa den langjährigenMehrheitsführer der Republikaner imUS-Senat,Trent Lott. Im Electoral College stellt Mississippi seit 2004 sechs Wahlmänner. Davor waren es 1960 acht und zwischen 1964 und 2000 sieben Wahlmänner.[25]

Gouverneure

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Kongress

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Mitglieder im 119. Kongress

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Repräsentantenhaus
NameMitglied seitParteizugehörigkeit
John Trent Kelly2015Republikaner
Bennie Gordon Thompson1993Demokrat
Michael Patrick Guest2019Republikaner
Mike Ezell2023Republikaner
Senat
NameMitglied seitParteizugehörigkeit
Roger Frederick Wicker2007Republikaner
Cindy Hyde-Smith2018Republikaner

Todesstrafe

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In Mississippi kann dieTodesstrafe verhängt werden. Die bisher letzteHinrichtung fand 2022 statt.

Anzahl der Hinrichtungen pro Jahr:[26]

Anzahl der Hinrichtungen
Jahr198319871989200220052006200820102011201220212022Summe
Anzahl12121123261123

Wirtschaft und Infrastruktur

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Mississippi ist das wirtschaftliche Schlusslicht der USA. Das realeBruttoinlandsprodukt pro Kopf (engl. per capita GDP) lag im Jahre 2016 bei 36.029Dollar (nationaler Durchschnitt der 50 US-Bundesstaaten: 57.118 Dollar; nationaler Rangplatz: 50).[27] Die Arbeitslosenrate lag im November 2022 bei 3,9 %.[28]

Wichtige Wirtschaftszweige sind:

Glücksspiel

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Mississippi war der dritte Staat der USA, der dasGlücksspiel im 20. Jahrhundert wieder zuließ. Seit 1990 entwickelte sich die nachNevada zweitgrößte Glücksspielindustrie der USA, die sich inBiloxi konzentrierte, sich inzwischen aber die gesamte Golfküste entlang erstreckt. Im Jahr 1997 betreuten etwa 30.000 Angestellte in 29Casinos 33.876 Spielautomaten und 1.370 Tischspiele. Mississippi kann dabei auf eine lange Erfahrung mit illegalem Glücksspiel zurückgreifen: seit den 1960er Jahren betrieb die sogenannte Dixie Mafia bereits große und gut gehende Casinos, das Ausmaß illegalen Glücksspiels in Biloxi überstieg das vonAtlantic City. Seit 1990 ist das Glücksspiel auf Schiffen legal. Die Schiffe müssen dafür an einem Kai festgemacht sein und selbsttätig schwimmen, echte Seetüchtigkeit hingegen ist nicht vonnöten. Den Schiffen ist es sogar verboten, sich loszumachen.[29]Hurrikan Katrina allerdings traf die Bootscasinos so schwer, dass sich die Industrie seitdem immer noch in einer Erholungsphase befindet.

Entwicklung

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Im September 2012 wurde mit dem Beschluss der Regierung eines Wirtschaftsprogramms der Begriff desGolden Triangle geschaffen, um die Wirtschaft der Region zu fördern und wirtschaftliche Entwicklungen voranzutreiben.[30]

Kultur

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Mississippi ist sehr ländlich geprägt, Kirchen (insbesondere fundamentalistisch-baptistische) spielen eine bedeutende Rolle im sozialen Leben der meisten Gemeinden.

Musik

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Mehrere bekannteBlues- undRock-’n’-Roll-Künstler stammen aus Mississippi. Häufig gelang ihnen der Durchbruch in Städten, die zwar außerhalb Mississippis, jedoch unmittelbar hinter der Grenze des Bundesstaats liegen, so etwa inNew Orleans/Louisiana oder inMemphis/Tennessee. Der bekannteste aus Mississippi stammende Interpret istElvis Presley.

Literatur

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Mississippi ist die Heimat des LiteraturnobelpreisträgersWilliam Faulkner. Viele seiner Romane spielen in einem fiktivenYoknapatawpha County, das im Hügelland von Mississippi liegt. Auch der inArkansas geborene BestsellerautorJohn Grisham lebt seit seiner Kindheit in Mississippi, viele seiner Geschichten spielen im fiktiven OrtClanton im ebenfalls fiktivenFord County, Mississippi. Die AutorinKathryn Stockett stammt aus Jackson, Mississippi. Ihr BuchGute Geister spielt ebenfalls dort und wurde 2011 verfilmt.


Literatur

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  • Westley F. Busbee, Jr:Mississippi: A History. Zweite Auflage. Wiley-Blackwell, Chichester 2015,ISBN 978-1-118-75590-7.

Weblinks

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Commons: Mississippi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Mississippi – Reiseführer

Einzelnachweise

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  1. U.S. Census Bureau _ Census of Population and Housing. Abgerufen am 28. Februar 2011.
  2. Auszug aus Census.gov. Abgerufen am 28. Februar 2011.
  3. Auszug aus census.gov (2000+2010) (Memento vom 14. März 2012 imInternet Archive) Abgerufen am 4. April 2012.
  4. US Census Bureau (Memento vom 14. März 2012 imInternet Archive)
  5. Rights at Risk: State Response to HIV in Mississippi – IV. Background,hrw.org
  6. The Association of Religion Data Archives Maps & Reports (Memento vom 29. Dezember 2011 imInternet Archive)
  7. Campbell Gibson, Kay Jung:Historical census statistics on population totals by race, 1790 to 1990, and by Hispanic origin, 1970 to 1990, for the United States, regions, divisions, and states. In: U.S. Census Bureau (Hrsg.):Population Division Working Paper No. 56. Washington, DC, Table 39. Mississippi - Race and Hispanic Origin: 1800 to 1990 (englisch,census.gov [PDF]). 
  8. Letzter US-Bundesstaat ratifiziert Sklaverei-Verfassungszusatz. In: sueddeutsche.de. 18. Februar 2013, abgerufen am 9. März 2018. 
  9. Rudolph Alexander Jr.:Racism, African Americans, and Social Justice. Rowman & Littlefield, Lanham 2005,ISBN 0-7425-4348-X,S. 8.
  10. 1962: Mississippi race riots over first black student. In: news.bbc.co.uk. 1. Oktober 1962, abgerufen am 24. Februar 2024 (englisch). 
  11. https://content.time.com/time/magazine/article/0,9171,897227-1,00.html
  12. Mississippi finally ratifies 13th Amendment outlawing slavery, The Washington Times, 18. Februar 2013 (englisch)
  13. Mississippi Finally Ratifies 13th Amendment To Ban Slavery, The Inquisitr, 18. Februar 2013 (englisch)
  14. With a pen stroke, Mississippi drops Confederate-themed flag. WKBN, 30. Juni 2020, archiviert vom Original am 22. August 2020; abgerufen im 1. Januar 1. 
  15. David Leip: Dave Leip’s Atlas of U.S. Presidential Elections. Abgerufen am 9. Dezember 2024. 
  16. Arthur B. Laffer, Stephen Moore, Jonathan Williams:Rich States, Poor States – ALEC-Laffer State Economic Competitiveness Index. American Legislative Exchange Council, 2013,online
  17. https://www.gallup.com/poll/146348/Mississippi-Rates-Conservative-State.aspx
  18. Artikel im Ceasefiremagazine (engl.)
  19. US-Universität: Studenten protestieren mit rassistischen Sprüchen gegen Obama. In: Spiegel Online. 8. November 2012, abgerufen am 1. Mai 2016. 
  20. Kreuzzug gegen Abtreibungen, indie tageszeitung
  21. Shocking New Finding About Interracial Marriage In The South. 12. März 2012, abgerufen am 27. August 2025 (englisch). 
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Bundesstaaten,Bundesdistrikt undAußengebiete derVereinigten Staaten
Bundesstaaten:

Alabama (AL) |Alaska (AK) |Arizona (AZ) |Arkansas (AR) |Colorado (CO) |Connecticut (CT) |Delaware (DE) |Florida (FL) |Georgia (GA) |Hawaii (HI) |Idaho (ID) |Illinois (IL) |Indiana (IN) |Iowa (IA) |Kalifornien (CA) |Kansas (KS) |Kentucky (KY) |Louisiana (LA) |Maine (ME) |Maryland (MD) |Massachusetts (MA) |Michigan (MI) |Minnesota (MN) |Mississippi (MS) |Missouri (MO) |Montana (MT) |Nebraska (NE) |Nevada (NV) |New Hampshire (NH) |New Jersey (NJ) |New Mexico (NM) |New York (NY) |North Carolina (NC) |North Dakota (ND) |Ohio (OH) |Oklahoma (OK) |Oregon (OR) |Pennsylvania (PA) |Rhode Island (RI) |South Carolina (SC) |South Dakota (SD) |Tennessee (TN) |Texas (TX) |Utah (UT) |Vermont (VT) |Virginia (VA) |Washington (WA) |West Virginia (WV) |Wisconsin (WI) |Wyoming (WY)

Bundesdistrikt:

Washington, D.C.

Außengebiete:

Amerikanisch-Samoa |Amerikanische Jungferninseln |Bakerinsel |Guam |Howlandinsel |Jarvisinsel |Johnston-Atoll |Kingmanriff |Midwayinseln |Navassa |Nördliche Marianen |Palmyra-Atoll |Puerto Rico |Wake

32.783333333333-89.633333333333Koordinaten:32° 47′ N,89° 38′ W

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