Der Name desslawischen DorfesMirov entstand aus einemaltpolabischen Personennamen und bedeutet so viel wieFrieden oderRuhe. Der Name veränderte sich nur unwesentlich in Mirowe oder Myrow(e).
Die Geschichte als deutscher Ort geht auf eine Niederlassung desJohanniterordens zurück, dem FürstHeinrich Borwin II. im Jahre 1226 im „Land Turne“ (Gebiet südwestlich der Müritz) 60 Hufen Land geschenkt hatte. Bei der Bestätigung dieser Stiftung durch Borwins Söhne wird bereits ein Dorf Mirow erwähnt. Spätestens 1242 hatte sich die Ordensniederlassung am Ufer des Sees zu einerKomturei entwickelt. In den folgenden Jahrhunderten wuchs der Grundbesitz des Ordens beständig weiter.
Unter anhaltenden Auseinandersetzungen mit den Herrenmeistern des Johanniterordens inSonnenburg gewannen die mecklenburgischen Herzöge im Verlauf des 16. Jahrhunderts größeren Einfluss auf die Besetzung derKommende und die Ernennung vonKomturen. Nachdem 1541 der letzte Mirower Komtur gestorben war, wurde die Komturei nur noch von evangelischen Administratoren verwaltet, die zumeist dem mecklenburgischen Herzogshaus entstammten. 1648 wurde die Komturei schließlich säkularisiert und als Entschädigung für anderweitige Gebietsverluste dem (Teil-)HerzogtumMecklenburg-Schwerin zugeordnet. DerHamburger Vergleich brachte Mirow im Jahr 1701 zum (Teil-)HerzogtumMecklenburg-Strelitz. Große Teile des Ordensbesitzes der Komturei hatte man inzwischen in ein herzoglich mecklenburgisches Verwaltungsamt mit Sitz in Mirow umgewandelt.
Seit dem Übergang des Mirower Ordensbesitzes an das herzogliche Haus Mecklenburg am Ende des 16. Jahrhunderts wurde das Komtureihaus auf derSchlossinsel Mirow immer wieder als fürstlicher Wohnsitz genutzt. Demdomanialen Amt Mirow fielen Versorgungsfunktionen für herzogliche Witwen oderapanagierte Nebenlinien des mecklenburgischen Fürstenhauses zu. Herzog Johann Georg zum Beispiel, ein nachgeborener SohnAdolf Friedrichs I., erhielt Mirow in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts als Apanage. 1707 bis 1712 wurde nach Plänen von Joachim Bormann ein neues Schloss errichtet, das heutigeObere Schloss. Entgegen der weit verbreiteten Meinung zerstörte der Großbrand von 1742 zwar den letztenGebäudekomplex derKomturei, nicht aber das Schloss. Das wurde ab 1748 bis in die 1760er Jahre erweitert und zum Teil neu ausgestattet.[5] Das Obere Schloss wurde in den letzten Jahren aufwendig restauriert und am 7. Juni 2014 als Museum der Öffentlichkeit übergeben.[6]
Während sich der Mirower Hof noch in den 1740er Jahren zu einem wichtigen geistig-intellektuellen Zentrum von Mecklenburg-Strelitz entwickelt hatte, hörte mit dem Regierungswechsel 1752/53 die fürstliche Hofhaltung in Mirow allmählich auf und fand schließlich 1761 mit dem Tod der HerzoginwitweElisabeth Albertine ein Ende. Seither führte Schloss Mirow ein stilles, verträumtes Dasein und erwachte nur dann kurzzeitig zu neuem Leben, wenn ein Mitglied des Strelitzer Herrscherhauses verstorben war und in der 1704 an die Kirche angebautenFürstengruft beigesetzt wurde.
In dem 1735 bis 1737 außerhalb des alten Burgbezirks errichteten Nebenschloss (dem so genanntenUnteren Schloss), das nach Umbauten in den 1760er Jahren zunächst unvollendet geblieben war, wurde 1820 das Großherzogliche Lehrerseminar von Mecklenburg-Strelitz eröffnet, welches bis in die 1920er Jahre knapp 800 Volksschullehrer ausbildete. 1879 entstand dasAmtsgericht Mirow.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts warenJuden im Ort ansässig. Um 1800 errichteten sie einenjüdischen Friedhof (an der Lärzer Straße, gegenüber dem Haus Nr. 5), der in derZeit des Nationalsozialismus völlig zerstört wurde. In der DDR-Zeit wurde dort ein Gedenkstein gesetzt.
Der Ort Mirow selbst behielt lange den Status eines Marktfleckens, eines Dorfes mit bestimmten Sonderprivilegien, jedoch ohne kommunale Selbstverwaltung. Deshalb fehlen in Mirow auch typisch städtische Baulichkeiten aus alter Zeit, etwa ein geräumiger Marktplatz oder ein repräsentatives Rathaus. Erst nach Ende der Monarchie, als man den GemeindetypFlecken abschaffte, erhielt Mirow 1919 dasStadtrecht. Die Innenstadt wurde im Rahmen derStädtebauförderung seit 1991 zum Teil saniert.
Granzow (mit demArboretum Erbsland) und Starsow gehören seit dem 1. Juli 1950 zu Mirow.[7] Peetsch folgte am 1. Juli 1961.[7] Am 13. Juni 2004 wurde Diemitz eingegliedert.[8] Außerdem wurde am 25. Mai 2014 die Gemeinde Roggentin eingemeindet.[9]
Tesch wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 74,0 Prozent[15] und am 9. Juni 2024 mit 68,4 Prozent der gültigen Stimmen[16] in seinem Amt bestätigt. Seine Amtsdauer beträgt fünf Jahre.[17]
Blasonierung: „Halb gespalten und geteilt; oben: vorn in Rot ein silbernesMalteserkreuz; hinten: in Silber ein schräglinks gestellter grüner Palmenzweig; unten ein hersehender, golden gekrönter schwarzer Stierkopf mit aufgerissenem roten Maul, silbernen Zähnen, ausgeschlagener roter Zunge, in sieben Spitzen abgerissenem Halsfell und silbernen Hörnern.“
Das Stadtwappen wurde der Stadt Mirow am 12. Februar 1921 vom damaligenMecklenburg-Strelitzschen Ministerium des Innern verliehen und unter der Nr. 148 in derWappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert. Gestaltet wurde es vonHans Witte auf Grundlage eines Vorschlages des ehemaligenHauptarchivs Neustrelitz; 1997 wurde das Wappen neu gestaltet.[18]
DasMirower Schloss besteht im Kern aus Teilen des Vorgängerbaus von 1708, der bei einem Brand 1742 partiell zerstört wurde. Derbarocke Festsaal stammt von 1710. Das heutige Schloss wurde von 1749 bis 1751 im Auftrag von HerzogAdolf Friedrich III. nach Plänen vonJulius Löwe erbaut.
DasKavaliershaus für den Hofstaat ist einspätbarockes Gebäude, das zwischen 1756 und 1760 errichtet wurde.
Die ältestes Teile der früherenJohanniterkirche, die, nachdem das Mirower Schloss als Nebenresidenz von Adolf Friedrich III. fertiggestellt worden war, Schlosskirche wurde, stammen aus dem 14. Jahrhundert. Dieeinschiffige,vierjochigeSaalkirche ist der Stilepoche derBacksteingotik zuzuordnen. Die nördlicheFürstengruft stammt von 1704. 1742 brannte die Kirche aus und wurde bis 1744 wieder aufgebaut. Die Kirche wurde 1945 erneut zerstört, der Wiederaufbau erfolgte bis 1950. Der begehbare Turmaufsatz mit Haube wurde 1993 äußerlich wiederhergestellt und erlaubt einen Rundblick auf die nähere Umgebung von Mirow.
Auf der über eine Brücke von der Schlossinsel aus zu erreichendenLiebesinsel befinden sich Grab undGrabmal vonAdolf Friedrich VI., des letzten Großherzogs von Mecklenburg aus dem HauseMecklenburg-Strelitz.
Das Torhaus des Mirower Schlosses, einRenaissancebau von 1588, war Teil der ehemaligen, begehbaren Befestigungsanlage, von der die Mirower Schlossinsel umgeben ist.
Zu den Sehenswürdigkeiten in Mirow gehören auch verschiedeneFachwerkhäuser, u. a. dieStrelitzer Straße 33, das FachwerkhausSchlossstraße 11 und ein großes Fachwerkhaus amWasserwanderrastplatz Rotdornstraße.
Mirow liegt an der BundesstraßeB 198 zwischen der 27 km entfernten AutobahnanschlussstelleRöbel/Müritz an derA 19 (Berlin–Rostock) undNeustrelitz. Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung ist seit den 1990er Jahren eineOrtsumgehung geplant, die immer noch nicht umgesetzt ist (Stand: 2020).[20]
Der Fußballverein FSV Mirow/Rechlin entstand 2004 aus einer Fusion des Mirower SV und des Rechliner SV. Er spielt in der Saison 2019/20 in der Landesklasse Staffel III Mecklenburg-Vorpommern.
Günter Hepper (1931–2022), Hochschullehrer fürSeevölkerrecht/Fischereirecht in Rostock, besuchte nach der Umsiedelung 1945 aus Schlesien die Volks- und Mittelschule in Mirow und lebte zuletzt wieder dort.
↑abGemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995,ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt