Mineralocorticoide, auchMineralokortikoide, zählen zu denCorticosteroiden, einer Klasse vonSteroidhormonen aus derNebennierenrinde. Der Name bezieht sich auf ihre Rolle bei der Regulierung des Kalium/Natrium-Gleichgewichts und somit desBlutdrucks.[1] Die beiden wichtigsten natürlichen Mineralocorticoide sindAldosteron (aktivierend) undDesoxycorticosteron (inaktivierend).[2] Wie auch dieGlucocorticoide sind die Mineralocorticoide Abkömmlinge desProgesterons (Δ4-Pregnen-3,20-dion).
Mineralocorticoide ähneln den Glucocorticoiden, sie beeinflussen aber vorwiegend den Wasser- und Mineralhaushalt des Körpers.
Mineralocorticoide steigern durch Aktivierung desMineralocorticoidrezeptors die Rückresorption vonNatrium imdistalen Tubulus und erhöhen die Ausscheidung vonKalium. Die Wasserausscheidung folgt dem Natrium, deshalb erhöhen die Mineralocorticoide (in geringerem Ausmaß auch andere Corticoide) den Wassergehalt im Körper.
Die Biosynthese der Corticoide startet wie bei allenSteroiden beimCholesterin, das entweder mit der Nahrung aufgenommen wird oder (in weitaus größerer Menge) ausMevalonat gebildet wird. Zwischenprodukt istPregnenolon, das auf zwei Wegen zuCorticosteron und dieses in zwei Schritten zuAldosteron umgesetzt wird.
Wie andere Corticoide werden die Mineralocorticoide in derLeber inaktiviert und vorwiegend über die Gallenflüssigkeit, zu 10 % auch über denUrin, in Form inaktiver Konjugate ausgeschieden.
Überproduktion von Mineralocorticoiden, hervorgerufen beispielsweise durch hormonproduzierendeTumoren oder eineACTH-Überfunktion, führen zu chronischem Kaliummangel (Conn-Syndrom).
Von den Enzymen, die an Biosynthese und Abbau der Mineralocorticoide beteiligt sind, können vier durch selteneErbkrankheiten betroffen sein, die einen Mangel an dem jeweiligen Enzym zur Folge haben:
Des Weiteren gibt es eine Erbkrankheit, bei der die Aktivität der CYP11B2 erhöht ist undHyperaldosteronismus zur Folge hat.
Das einzige synthetische Mineralocorticoid istFludrocortison, das bei primärerInsuffizienz der Nebennierenrinde beiadrenogenitalen Syndromen klinisch eingesetzt wird. Leichter und in der Praxis gebräuchlich ist die Beeinflussung der natürlichen Aldosteronwirkung durch antagonisierendeDiuretika (harntreibende Mittel), die als „kaliumsparende Diuretika“ zusammengefasst werden. Im Gegensatz zuThiaziddiuretika entsteht keineInsulinresistenz.[3] Weitere Anwendungen sind beiBluthochdruck und nach einemHerzinfarkt.[4][5]