Milan Vidmar

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unterMilan Vidmar (Begriffsklärung) aufgeführt.
Milan Vidmar, 1942
VerbandJugoslawien Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien
Geboren22. Juni 1885
Laibach
Gestorben9. Oktober 1962
Ljubljana,Volksrepublik Slowenien,Jugoslawien
TitelGroßmeister (1950)
BesteElo‑Zahl2731 (April 1919) (historische Elo-Zahl)

Milan Vidmar[1] (*22. Juni1885 inLaibach,Krain,Österreich-Ungarn; †9. Oktober1962 ebenda, Jugoslawien) war einjugoslawischerIngenieur derElektrotechnik, Hochschullehrer undSchach-Großmeister. Obwohl er im Gegensatz zu vielen anderen Meistern seiner Zeit sein Leben lang Amateur blieb, gehörte er für mehrere Jahre zur Weltspitze; laut historischen Berechnungen war er zeitweise der viertstärkste Schachspieler der Welt.

Sein SohnMilan Vidmar junior war ebenfalls ein starker Schachspieler und trat zu manchen Turnieren gemeinsam mit dem Vater an, der dann zur Unterscheidung auch alsMilan Vidmar senior bezeichnet wird.

Inhaltsverzeichnis

Leben

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Milan Vidmar, 1909

Milan Vidmar wuchs in Laibach (nach 1918: Ljubljana) auf. Nach seinemStudium an derTechnischen Hochschule Wien und einer Tätigkeit in der Industrie wurde Vidmar nach Kriegsende im Jahr 1919 zum Professor fürTransformatorentechnik an derUniversität Ljubljana ernannt. In dieser Funktion, die er bis 1959 innehatte, verfasste er zahlreiche wissenschaftliche Werke in slowenischer und deutscher Sprache. Ein von ihm aufgebautes Institut zur elektrotechnischen Forschung trägt noch heute seinen Namen.

Obwohl er das Schachspiel nur alsAmateur betrieb, zählte er zeitweise zur erweiterten Weltspitze und belegte beim inoffiziellenKandidatenturnier für dieSchachweltmeisterschaft 1927 inNew York den vierten Platz. Im Jahre 1914 beim 19. DSB-Kongress inMannheim lag er hinterAlexander Aljechin auf dem zweiten Platz, als das internationale Turnier wegen Beginn desErsten Weltkrieges am 1. August abgebrochen wurde.[2] Zwischen 1917 und 1923 lag er 21 unterschiedliche Monate auf Platz 4 der nachträglich berechneten Weltrangliste, seine höchstehistorische Elo-Zahl betrug 2731 im April 1919.[3]

Vidmar war für seine Fairness bekannt. Im Turnier von London 1922 gab er eine verlorene Stellung auf, obwohl sein Gegner, der WeltmeisterJosé Raúl Capablanca, aufgrund eines Missverständnisses nicht zur Fortsetzung derHängepartie erschien. Vidmar war auch einer der wenigen Schachspieler, die mit dem als schwierig geltenden MeisterkollegenAaron Nimzowitsch eine freundschaftliche Beziehung unterhielten.

Er siegte in derIFSB-Bundesmeisterschaft 1936/37, die als erste inoffizielleFernschach-Europameisterschaft gilt. Vidmar nahm mit der jugoslawischen Mannschaft an denSchacholympiaden1931 und1935 jeweils am Spitzenbrett teil.[4] Im Jahre 1950 verlieh ihm der WeltschachbundFIDE den offiziell geschaffenen Großmeistertitel für seine früheren Turniererfolge.[5] Vidmars 1961 auf Deutsch unter dem TitelGoldene Schachzeiten veröffentlichte Memoiren wurden erst vor wenigen Jahren neu aufgelegt. Sie gelten als klassische Darstellung der glanzvollen Epoche derSchachgeschichte, die Vidmar miterlebte und mitprägte. Erstmals 1969 fand das ihm gewidmeteMilan Vidmar Gedenkturnier statt, das 2007, 2009 und 2011 auch als nationale Meisterschaft Sloweniens fungierte.

Werke (Auswahl)

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  • Das Zweite Internationale Schachturnier in Karlsbad 1911. Potsdam 1911. (Nachdruck:Edition Olms, Zürich 1985,ISBN 3-283-00183-9).
  • Goldene Schachzeiten. Erinnerungen.Walter de Gruyter, Berlin 1960; 4. überarbeitete Auflage:Joachim Beyer Verlag, Eltmann 2015,ISBN 978-3-95920-009-7.
  • Das Ende des Goldzeitalters: Die Menschheit im Umbruch. Vieweg, Braunschweig 1941.
  • Transformation und Energieübertragung. Verlag: Kleinmayer & Bamberg, Laibach, 1945.
  • Die Transformatoren. 3. Auflage. Birkhäuser, Basel/Stuttgart 1956. (Nachdruck: Springer, 2014,ISBN 978-3-7643-0393-8).

Weblinks

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Commons: Milan Vidmar – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Manfred van Fondern:Lexikon für Schachfreunde. Verlag C. J. Bucher, Luzern/Frankfurt am Main 1980, S. 331.
  2. Das Internationale Turnier Mannheim 1914 (19. DSB-Kongress) aufTeleSchach (Kreuztabelle und Partoien)
  3. Milan Vidmars historische Elo-Zahlen auf chessmetrics.com (englisch)
  4. Milan Vidmars Ergebnisse bei Schacholympiaden auf olimpbase.org (englisch)
  5. Willy Iclicki:FIDE Golden book 1924–2002. Euroadria, Slovenia, 2002, S. 74.
Personendaten
NAMEVidmar, Milan
KURZBESCHREIBUNGjugoslawischer Ingenieur der Elektrotechnik, Hochschullehrer und Schachgroßmeister
GEBURTSDATUM22. Juni 1885
GEBURTSORTLaibach,Krain,Österreich-Ungarn
STERBEDATUM9. Oktober 1962
STERBEORTLjubljana,Volksrepublik Slowenien,Jugoslawien
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