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Microsoft Windows NT

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Microsoft Windows NT
EntwicklerMicrosoft
Lizenz(en)MicrosoftEULA (Closed Source)
Erstveröff.27. Juli 1993
Akt. Version10.0.26100.1882(1. Oktober 2024)
AbstammungWindows NT
Architektur(en)IA-32,x64,ARM
historisch:IA-64,MIPS,Alpha,PowerPC,PC-98
Chronik
KompatibilitätMS-DOS (teilweise),Windows-9x-Linie und Windows1.0,2.0,3.x (teilweise)
Sprache(n)Englisch, Deutsch
www.microsoft.com/de-de/windows

Windows NT (ursprünglich vonN-Ten, dem Codenamen desIntel i860, für welchen (mangels Verfügbarkeit via Emulator) das System ursprünglich entwickelt wurde und später fürNew Technology[1]) ist einKernel, der beiBetriebssystemen derWindows-Reihe desUS-amerikanischen UnternehmensMicrosoft zum Einsatz kommt. Seit seiner Version 5.0 wird Windows NT nicht mehr als Teil des Produktnamens, sondern nur noch als internes Versionskürzel verwendet.

Geschichte

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Hauptartikel:„Geschichte“ im Artikel Microsoft Windows NT 3.1

Die Entwicklung an Windows NT begann Ende der 1980er Jahre, als die Allianz zwischen dem US-amerikanischen UnternehmenIBM und Microsoft zur Entwicklung des BetriebssystemsOS/2 zerbrach.

Verantwortlicher Leiter

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Leiter des NT-Projekts wurdeDavid N. Cutler. Er galt als einer der renommiertesten Entwickler von Betriebssystemen überhaupt und war maßgeblich an der Entwicklung des BetriebssystemsVMS beteiligt gewesen, weshalb der Windows-NT-Kernel viele Ähnlichkeiten mit VMS aufweist.[2] Microsoft warb ihn und Mitglieder seines Teams vonDEC ab und setzte sie auf die Entwicklung eines neuen Betriebssystems an. Diese Abwerbung beantwortete DEC mit einer Klage, die Microsoft durch die Zahlung von 150 Millionen US-Dollar und die Zusage, mit Windows NT auchAlpha-Prozessoren zu unterstützen, beilegen konnte.

Ziele

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Cutler setzte sich zwei wesentliche Ziele für Windows NT. Ihm ging es darum,Zuverlässigkeit zu erreichen – eine abstürzende Anwendung sollte nicht mehr das gesamte System zum Absturz bringen können. Diese Stabilität war unter Betriebssystemen wieVMS oderunixoiden Systemen längst üblich. Auch wichtig warPortabilität – Windows NT sollte auf allen modernen Computerarchitekturen lauffähig sein. Außerdem sollte Windows NT, ähnlich wie es derMach-Kernel konnte, als Basis für verschiedene Betriebssysteme gleichzeitig dienen und so z. B.Windows-,MS-DOS-, OS/2- undPOSIX-Programme gleichzeitig ablaufen lassen können. Der Arbeitstitel während der Entwicklung hieß demnach auchPortasys.

Namensgebung

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Nach Aussage des früheren Microsoft-MitarbeitersMark Lucovsky stand NT ursprünglich fürN-Ten. Dies war der Codename für den in Entwicklung befindlichen ProzessorIntel i860. Er war als Plattform für NT gedacht, lag jedoch nicht bei Microsoft vor. Deshalb wurde auf einemEmulator entwickelt. Zu Vermarktungszwecken wurde das Kürzel später inNew Technology umgedeutet.[1]

Die erste ausgelieferte Version hatte die Versionsnummer 3.1. So sollte ein Bezug zuWindows 3.1 hergestellt werden, das die gleichegrafische Benutzeroberfläche besaß und beim Erscheinen von Windows NT die aktuell auf dem Markt erhältliche DOS-basierte Windows-Version darstellte.

Nach Windows NT 4.0 wurden das Kürzel NT und die Versionsnummer im Produktnamen fallen gelassen. Die Nachfolgeversionen werdenWindows 2000,Windows XP,Windows Server 2003,Windows Vista,Windows Server 2008 (sowie R2),Windows 7,Windows 8,Windows Server 2012 (sowie R2),Windows 8.1,Windows 10,Windows Server 2016,Windows Server 2019,Windows Server 2022 undWindows 11 genannt. Alle geben in derUmgebungsvariablen OS als BetriebssystemWindows_NT an. Windows 2000 weist noch im Startbildschirm mit dem Text „Auf NT-Technologie basierend“ auf die Verwandtschaft hin.

Architektur und Subsysteme

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Cutler hatte seine zwei Primärziele erreicht: Das neue Betriebssystem war stabil, lief aufgrund seiner modularen Entwicklung auf mehreren Plattformen (MIPS undx86, später auchPowerPC und Alpha) und bot verschiedenen Programmarten Unterstützung. Es liefen sowohl 16-Bit-Windows-3.x-Programme als auch Programme für das neue 32-Bit-Windows-NT-API sowie textbasierte OS/2-Software und POSIX-1.0-kompatible Programme. Über die Jahre fand hier allerdings wieder eine Rück- bzw. Weiterentwicklung statt. Die OS/2- und POSIX-Versionen wurden zunächst nicht weiter gepflegt und später entfernt. Die Versionen für PowerPC,[3] MIPS und Alpha wurden eingestellt, dafür kamen späterIA-64- undx64-Versionen und mitWindows RT auch eineARM-Version hinzu, wobei letztere die Ausführung von Win32-Anwendungen, die nicht durch Microsoft signiert worden sind, nicht mehr unterstützt.

In den ersten NT-Versionen läuft dasGDI zusammen mit den anderen Subsystemen aufRing 3 der Intel-Privilegstufe außerhalb des Kernel-Bereichs. Dadurch ist der Kernel selbst vor Abstürzen in den Programmen geschützt. Ab NT 4.0 läuft das Grafiksubsystem aus Geschwindigkeitsgründen teilweise direkt im Kernel, womit Fehler in Grafiktreibern moderne Windows-NT-Versionen zum Absturz bringen können. Windows Vista verwendet mit dem neuen Grafiktreiber-Modell allerdings wiederUserspace-Treiber.

Windows NT besitzt einen modularen Aufbau. Die unterste Ebene bildet dieHardwareabstraktionsschicht (engl.Hardware Abstraction Layer, abgekürzt HAL). Darauf bauen der eigentliche Kernel (einHybridkernel) und die Subsysteme auf. Der Kernel kümmert sich um die Vergabe von Arbeitsspeicher und Rechenzeit. Auf den Kernel setzen die Subsysteme auf. Dem Win32-Subsystem kommt dabei die größte Bedeutung zu, da es sich auch um den Aufbau dergrafischen Benutzeroberfläche kümmert und die Signale der Eingabegeräte verarbeitet. In den Enterprise- und Ultimate-Editionen von Windows Vista sind dieMicrosoft Windows Services for UNIX in Form eines POSIX-kompatiblen Subsystems für UNIX-basierte Applikationen enthalten.

Aus Kompatibilitäts- und Geschwindigkeitsgründen, vor allem für Spiele, entwickelte Microsoft die DOS-basierte Betriebssystemlinie Windows 3.x/9x neben NT zunächst weiter. Erst mit dem Erscheinen von Windows XP wurde die DOS-basierte Linie aufgegeben, wobei Windows XP (wie der Vorläufer Windows 2000) einen reinen NT-Kernel hat.

Unterstützung neuer Techniken

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Bereits die erste Windows-NT-Version war vollständig von MS-DOS losgelöst. Aus Gründen derAbwärtskompatibilität konnten allerdings ältere 16-Bit-DOS-Programme wie beispielsweise der MS-DOS-KommandozeileninterpreterCOMMAND.COM in einerVirtual DOS Machine ausgeführt werden. Programme, die direkt (also ohne das Subsystem von Windows) auf die Hardware zugreifen, werden aus Sicherheitsgründen nicht mehr ausgeführt. Zusätzlich stand dem Anwender ein weiterentwickelter, vollständig 32-Bit-fähiger Kommandozeileninterpreter namenscmd.exe zur Verfügung. Außerdem unterstützte Windows NT bereits in der Version 3.1 das DateisystemNTFS(NewTechnologyFileSystem) und verfügt seit jeher über einen 32-Bit-Kernel.

Versionsgeschichte

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VersionBetriebssystemEditionenVeröffentlichungsdatumRTM-Build
0 3.1Windows NT 3.1Workstation, Advanced Server26. Juli 1993511
0 3.5Windows NT 3.5Workstation, Server13. September 1994807
0 3.51Windows NT 3.51Workstation, Server30. Mai 19951057
0 4.0Windows NT 4.0Workstation, Server, Server Enterprise Edition, Terminal Server, Embedded, Small Business29. Juli 19961381
0 5.0Windows 2000Professional, Server, Advanced Server, Datacenter Server17. Februar 20002195
0 5.1Windows XPHome Edition (N)1, Professional (N)1, Media Center Edition, Tablet PC Edition, Embedded, Starter Edition24. August 20012600
0 5.2Windows Server 2003Web, Standard, Enterprise, Datacenter, Itanium24. April 20033790
0 5.2Windows XP Professional x64 EditionWindows XP Professional x64 Edition25. April 20053790
0 5.2Windows Server 2003 R2Web, Standard, Enterprise, Datacenter, Itanium, Compute Cluster6. Dezember 20053790.2075
0 6.0Windows VistaStarter, Home Basic (N)1, Home Premium, Business (N)1, Enterprise, Ultimate8. November 2006 (Business)
30. Januar 2007 (Home)
6000
0 6.0Windows Server 2008Foundation, Standard, Enterprise, Datacenter, Web Server, Itanium4. Februar 20086001
0 6.1Windows Server 2008 R2Foundation, Standard, Enterprise, Datacenter, Web Server, Storage Server, Itanium22. Juli 20097600.16385
0 6.1Windows 7Starter, Home Basic, Home Premium (N)1, Professional (N)1, Enterprise, Ultimate (N)122. Oktober 20097600.16385
0 6.2Windows Server 2012Foundation, Essentials, Standard, Datacenter4. September 201292002
0 6.2Windows 8Windows 8 (N)1, Windows 8 Pro (N)1, Windows 8 Enterprise (N)1, Windows RT26. Oktober 201292002
0 6.2Windows Phone 8[4]Windows Phone 829. Oktober 20129900
0 6.3Windows 8.1Windows 8.1 (N)1, Windows 8.1 Pro (N)1, Windows 8.1 Enterprise (N)1, Windows 8.1 RT18. Oktober 2013
(Update 1: 8. April 2014)
96002
0 6.3Windows Server 2012 R2Foundation, Essentials, Standard, Datacenter18. Oktober 201396002
0 (6.4)
0 10.03
Windows 10Windows 10 Home (N)1, Windows 10 Pro (N)1, Windows 10 Enterprise (N)1,
Windows 10 Education, Windows 10 Pro Education, Windows 10 IoT Core, Windows 10 Mobile,
Windows 10 Mobile Enterprise, Windows 10 S
29. Juli 201510240
0 10.0Windows Server 2016Standard, Essentials, Datacenter[5]12. Oktober 201614393.0
0 10.0Windows Server 2019Standard, Essentials, Datacenter[6]2. Oktober 201817763
0 10.0Windows Server 2022Standard, Datacenter, Datacenter: Azure Edition18. August 202120348.169
0 10.04Windows 11Windows 11 Home (N), Windows 11 Home, Windows 11 Pro, Windows 11 Pro Education, Windows 11 Pro for Workstations, Windows 11 Education, Windows 11 Enterprise, Windows 11 IoT Enterprise5. Oktober 202122000
0 10.0Windows Server 2025Standard, Datacenter, Datacenter: Azure Edition1. November 2024

1 In den N-Editionen von Windows-Versionen wurde derWindows Media Player nach der Vorgabe derEuropäischen Kommission entfernt.[7]
2 RTM Build Final
3 Der Betriebssystemkern von Windows 10 basiert weiter auf NT 6; frühe Builds meldeten sich dementsprechend als NT 6.4, zum Beispiel in der Kommandozeile; die Bezeichnung der NT-Version wurde später dem Vermarktungsnamen angepasst.[8]
4 Windows 11 meldet als Betriebssystem-Version 10.0.

Siehe auch

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Literatur

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  • G. Pascal Zachary (1996):Der Krieg der Codes. Hoffmann und Campe Verlag (engl. Original:Showstopper!, 1994)ISBN 3-455-11038-X

Weblinks

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Einzelnachweise

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  1. abPaul Thurrott: Windows Server 2003: The Road To Gold. Part One: The Early Years. 24. Januar 2003, archiviert vom Original am 5. Juni 2011; abgerufen am 29. März 2007. 
  2. Mark Russinovich: Windows NT and VMS: The Rest of the Story. In: Windows & .Net Magazine. 1. Dezember 1998, abgerufen am 4. Juli 2024 (englisch). 
  3. Ralph Hülsenbusch: Microsoft gibt PowerPC-Port von NT auf. In: heise online. 10. Februar 1997, abgerufen am 3. Januar 2012. 
  4. Terrence O'Brien: Windows Phone 8 and Windows 8 share lots of code, NT Kernel. Engadget, 20. Juni 2012, abgerufen am 29. Juni 2012 (englisch). 
  5. Windows Server 2016 Editionsunterschiede – Thomas-Krenn-Wiki. Abgerufen am 18. Mai 2017. 
  6. https://blogs.windows.com/windowsexperience/2018/04/10/announcing-windows-server-2019-insider-preview-build-17639/
  7. Axel Vahldiek:N oder nicht N: Die Unterschiede zwischen Windows-Editionen mit und ohne N. In:c’t.Nr. 9, 2017,ISSN 0724-8679,S. 174 (heise.de [abgerufen am 12. Juni 2025]). 
  8. Andreas Sebayang: Windows 10 ist für Windows-8-Nutzer ein kleines, sinnvolles Update. golem.de, 29. Juli 2015, abgerufen am 27. August 2015. 
Versionen vonWindows
VD
DOS-Linie
NT-Linie
NT 3.1

Windows NT 3.1Windows NT 3.1 (Advanced Server)

NT 3.5

Windows NT 3.5 (Workstation)Windows NT 3.5 (Server)

NT 3.51

Windows NT 3.51 (Workstation)Windows NT 3.51 (Server)

NT 4.0

Windows 4.0 (Workstation)Windows 4.0 (Server)Windows 4.0 (Terminal Server)Windows 4.0 (Embedded)

NT 5.0

Windows 2000 ProfessionalWindows 2000 Server

NT 5.1

Windows XPWindows XP 64-Bit EditionfürItaniumWindows XP (Tablet PC Edition)Windows XP EmbeddedWindows Embedded 2009WinFLP

NT 5.2

Windows Server 2003Small Business ServerComputer Cluster ServerHome ServerXP 64-Bit Edition 2003fürItaniumXP Professional 64-Bit Editionfürx86-64Windows Server 2003 R2

NT 6.0

Windows VistaWindows Server 2008Small Business Server 2008Essential Business Server 2008HPC Server 2008

NT 6.1

Windows 7Windows Embedded 7Windows Server 2008 R2HPC Server 2008 R2Small Business Server 2011Home Server 2011MultiPoint Server 2010MultiPoint Server 2011

NT 6.2

Windows 8Windows Phone 8Windows RTWindows Server 2012

NT 6.3

Windows 8.1Windows Phone 8.1Windows RT 8.1Windows Server 2012 R2

NT 10.0

Windows 10Windows 10 MobileWindows Server 2016Windows Server 2019Windows Server 2022Windows 11Windows Server 2025

CE-Linie 

Windows CEWindows MobileWindows Phone 7

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