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Microsoft Windows 95

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Windows 95
Schriftzug „Windows (R)“ (Fettdruck) mit Zusatz „95“ (Normaldruck ohne Zeichenabstand), über den ersten Windows-Buchstaben der Schriftzug „Microsoft (R)“
Windows 95 auf Deutsch
Gezeigt werden dasStartmenü, derWindows-Explorer (der dasSystemlaufwerkC:\ anzeigt), dieSystemsteuerung und derWindows Media Player 6.4
EntwicklerMicrosoft
Lizenz(en)MicrosoftEULA (Closed Source)
Akt. Version4.00.950 (RTM) / 4.03.1214 (Windows 95 C)(24. August 1995 / 26. November 1997)
KernelMS-DOS
↳ Windows-Kernel
AbstammungWindows 1.0Windows 3.x
↳ Windows 9x
ChronikWindows 1.0
Windows 2.x
Windows 3.0
Windows 3.1
Windows 95
Windows 98
Windows Me
SonstigesEntwicklung eingestellt
Unterstützung eingestellt am 31. Dezember 2001
(nicht mehr verfügbar)[1][2]
Website zu Microsoft:www.microsoft.com/de-de

Microsoft Windows 95 ist einBetriebssystem mitgrafischer Benutzeroberfläche fürPCs (Personal Computer, die mit demIBM PC kompatibel sind). Es unterstützt weitreichend den 32-Bit-Betrieb der32-Bit-x86-Architektur (ab dem80386-Prozessor: „IA-32“ bzw. „i386“), ohne auf dieAbwärtskompatibilität zu den Mitte der 1990er Jahre noch weit verbreitetenDOS- und16-Bit-Windows-Programmen („Win16“) zu verzichten.

Nach seinerEinführung am 24. August 1995[3] entwickelte sich Windows 95 zum bis dahin erfolgreichsten Betriebssystem auf demMarkt und begründete dieWindows-9x-Reihe.

Entwicklungsgeschichte

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Chicago 73g, eine frühe Vorabversion von Windows 95

Februar 1995 – Windows 95 wird veröffentlicht

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Im Februar 1995 wurde an eine Handvoll Personen eine Testversion des bis dahin geheimen Windows 95 verteilt. Davor kannte man es nur als Windows 4.0 oder unter seinemArbeitstitel Windows „Chicago“. Jeder, der an den Testphasen teilnehmen durfte, musste einen Geheimhaltungsvertrag unterzeichnen.Am 24. August 1995 gab Microsoft nach weiteren zahlreichen Tests die Endversion zum Verkauf frei.[4] Deren Versionsnummer war 4.00.950. Microsoft begann die größte Produkteinführung der Konzerngeschichte.

Technik

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Damit setzte Microsoft den Abschied von der 16-Bit-Architektur fort. Im 16-Bit-Modus derx86-Architektur laufen unter anderem DOS und die ersten Versionen von Windows;Microsoft Windows 2.x nutzte erstmals Eigenschaften des i386 (Version /386), inWindows 3.11 fiel der 16-bit-Kernel weg. Windows 95 setzt, ebenso wie seine direkten NachfolgerWindows 98 undWindows Me, aufMS-DOS auf, das zum Starten und für einige wichtige Systemprozesse und Treiber benötigt wird.

Umstritten ist, ob Windows 95 als „grafische Oberfläche für DOS“ zu betrachten sei oder als weitgehend eigenständiges Betriebssystem:

  • Es kann in manchen Bereichen nicht ohne Routinen des „zugrunde liegenden DOS“ arbeiten
  • Windows 95 wird aus DOS heraus gestartet und DOS bleibt im Hintergrund geladen inklusive allerTSR-Programme, so gesehen unterscheidet sich Windows nicht von einer DOS-Anwendung, die in denProtected Mode schaltet
  • Mit 16-Bit-Anwendungen (Windows 3.x/DOS) ist nach wie vor keinpräemptives Multitasking möglich
  • Wegen des eingeschränktenSpeicherschutzes kann ein 32-Bit-Programm das ganze System blockieren („Aushebeln“ des präemptiven Multitaskings). Ebenso kann das im Hintergrund laufende DOS durch fehlerhafte 16-Bit-Zugriffe weiterhin lahmgelegt werden, was auch durchDEBUG.EXE demonstriert werden kann[5][6]
  • In wichtigen Bereichen eines Betriebssystems ist es eigenständig und leistungsfähiger als DOS:
  • Viele Windowskomponenten und Systemdienste, die für Anwendungen zur Verfügung stehen, sind moderner und bieten mehr Möglichkeiten als die Betriebssystemdienste von DOS

DOS-Kompatibilität

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In Windows 95 konntenDateiverknüpfungen fürDOS-Programme angelegt werden, mit den notwendigen spezifischen Einstellungen für die Ausführung unter MS-DOS. Das manuelle Erstellen solcher Verknüpfungen war anfangs für bestehende DOS-Programme relevant, beispielsweise schätzte die ZeitschriftPC Player, dass die Grundeinstellungen für ca. 10 % der DOS-Spiele nicht funktionierte. Derartige DOS-Spiele wären damit nicht vom Windows-95-Desktop ausout of the box startbar gewesen, sodass, was unter DOS gängig war, nun auch unter Windows 95 noch zu tun wäre: das manuelle Bearbeiten u. a. vonCONFIG.SYS undAUTOEXEC.BAT, nun allerdings erweitert um zusätzliche Windows-spezifische Konfigurationsdateien.[7]

Support

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Der offizielle Support von Windows 95 von Microsoft mit Aktualisierungen und Korrekturen endete am 31. Dezember 2001.[8]

Mediale Einführung und Startmelodie

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Im August 1995 führte Microsoft das Produkt mit seiner bis dahin größten Werbekampagne ein. Die Einführung des „Start“-Knopfes wurde bei Fernsehspots mit dem Lied „Start Me Up“ von den Rolling Stones untermalt.[9]

Die eigens für Windows 95 geschaffene Startmelodie wurde 1994 vonBrian Eno komponiert, nachdem er von Mark Malamud und Erik Gavriluk (Senior-Entwickler des Microsoft-Chicago-Projekts) angesprochen worden war. Microsoft wollte ein Musikstück, das inspirierend, universell, optimistisch, futuristisch, gefühlvoll und emotional sei, und noch weiteren Attributen gerecht werden sollte. Auch sollte es maximal 3¼ Sekunden lang sein. Schließlich wurden daraus jedoch sechs Sekunden.

Um sowohl computerunerfahrenen als auch Nutzern älterer Windowsversionen eine schnelle Eingewöhnung in die neue Oberfläche des Betriebssystems, seiner Bedienung und der neuen Multimediamöglichkeiten zu ermöglichen, lag vielen vorinstallierten Computern eineCD-ROM mit dem TitelWindows 95 Start! bei, ein interaktiver Computerkurs.[10]

Pen Services for Windows 95

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Siehe auch:Microsoft Windows CE#Geschichte

DiePen Services sind eine Betriebssystemerweiterung, die auf die Eingabe mittelsLichtgriffel ausgelegt war und aufTablet-PCs ausgeführt wurde. Die Bedienung zeichnete sich hauptsächlich dadurch aus, dass sie Funktionen wie trainierbareHandschrifterkennung undGesten einführte. Entwickelt wurdeWindows für Pen Computing in zwei Unterversionen zusammen mit den KooperationspartnernIBM undCompaq. Nachdem Compaq 1994, also vor dem Erscheinen von Windows 95, seine Pläne, einenPDA auf Grundlage dieses Betriebssystems herauszubringen, eingestellt hatte,[11] entschied Microsoft, die Version für Windows 95 ohne Beteiligung von Kooperationspartnern zu entwickeln, aber ebenfalls ausschließlich an OEM-Kunden zu lizenzieren.

Technische Neuerungen

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Nach Angaben von Microsoft existieren unter anderem folgende Verbesserungen gegenüberWindows 3.1:[12]

  • 32-Bit-Protected-Mode-Betriebssystem, im Gegensatz zu Windows 3.1 keine separate DOS-Betriebssysteminstallation mehr nötig
  • Präemptives Multitasking undMultithreading („Nebenläufigkeit“), verbessert die Reaktivität des Betriebssystems und erlaubt Programmen, störungsfrei im Hintergrund zu arbeiten
  • 32-Bit-Dateisysteme wie VFAT,CDFS undNetwork redirectors
  • 32-Bit-Gerätetreiber für das Gesamtsystem und somit erweiterte Adressräume
  • Betriebssystemkern komplett in 32 Bit, mit Speichermanagement, Prozessscheduling und -management
  • Robuster gegenüber Programmfehlern und besseres Entfernen von Programmcode nach Beendigung des fehlerhaften Programmes (durch Speicherschutz und zentrale Speicherverwaltung)
  • Dynamischere Systemkonfiguration, reduziert die Notwendigkeit der Nachkonfiguration für den Nutzer

Windows 95 ist nachWindows NT 3.1 und3.5 (beide mit der Benutzeroberfläche von Windows 3.x) das erste Microsoft-Betriebssystem, das zum größeren Teil auf der32-Bit-Architektur (im x86-kompatiblenSchutzmodus) basiert; wichtige Komponenten wie beispielsweise das Speichermanagement gab es jedoch schon bei Windows 3.x.IBM mitOS/2, das diese Technik schon längere Zeit beherrschte, konnte sich auf dem Markt gegen Windows nicht durchsetzen. Dabei wurden von Microsoft die 16-Bit-DOS-, 16-Bit-Windows- und 32-Bit-Windowsarchitekturen (mit ihren spezifischen Speicherschutzmodi) in einer Art Symbiose vereint. Die meiste Software lief damals noch unter DOS, was eine konsequente Windows-NT-Entwicklung unattraktiv machte: Unter allen 32-Bit-Versionen vonWindows NT lief DOS lediglich in einerVirtual DOS Machine (VDM), was z. B. direkte Hardwarezugriffe, die viele dieser Programme voraussetzen, konsequent verhindert.

Mit Windows 95 konnte nun auch ein Win-3.x-Nachfolger mehrere Programme gleichzeitig ausführen.[13] Bisher mussten Programme (unter Windows 3.x) warten, bis das Vorgängerprogramm denProzessor freigab. Multitasking ist zwar schon in vorigen Windows-Versionen vorhanden, jedoch handelt es sich dort noch umkooperatives Multitasking, es läuft also immer nur ein Programm gleichzeitig, die anderen werden lediglich im Speicher gehalten und solange angehalten. Das präemptive Multitasking im 32-Bit-Modus ermöglicht nun einen systemkontrollierten Quasi-Parallelbetrieb im Zeitscheibenverfahren (vgl. auchScheduling), allerdings aus Gründen der Abwärtskompatibilität nur mit eingeschränktem Speicherschutz.

Mit derRegistrierungsdatenbank wurde ein zentraler, systemweit eindeutiger und auch konkurrierend erreichbarer Platz für Konfigurationsinformationen eingeführt; sie löste das System der Initialisierungsdateien von Windows 3.1 fast vollständig ab. Jedoch verwenden auch heute gelegentlich noch Anwendungsprogramme Konfigurationsdateien anstatt Registry-Einträge, besondersPortable Software.

Dateisystem

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Durch dieDateisystem-ErweiterungVFAT erlaubt das System erstmals die Nutzung längererDateinamen unter Windows, wodurch die von DOS bekannte Begrenzung auf8+3 Zeichen für den Namen entfällt. Jetzt sind 255 Zeichen erlaubt, jedochinklusive desPfadnamens,[14][15] was beim Kopieren in Unterordner zusätzliche Probleme verursachen kann. Dabei unterscheidet Windows zwar keine Groß- und Kleinbuchstaben, behält aber die vom Benutzer vergebene Schreibweise bei. Mit VFAT wollte Microsoft das neue Dateisystem kompatibel zum alten machen, sodass jeder lange Name noch einen automatisch generierten DOS-kompatiblen Namen erhält, z. B. „DOKUME~1.DOC“ neben „Dokumentation des neuen Projekts.doc“ (hinter derTilde werden mehrfach vorhandene Namen einfach durchnummeriert). Dadurch können alle auf VFAT erstellten Dateien auch von DOS-Nutzern und Nutzern von Windows bis Version 3.11 verwendet werden (wenn das zugrundeliegende Dateisystem das von DOS unterstützte FAT12 oder FAT16 ist, nicht jedoch FAT32).

Windows 95B unterstützt erstmalsFAT32, wodurch ein erweiterter Adressraum zur Verfügung steht. Die Verbesserung gegenüberFAT16 besteht hauptsächlich in der Unterstützung größererFestplattenpartitionen (mehr als 2 GB) und in kleineren Speichersektoren, wodurch der ungenutzte Speicher vor allem bei kleinen Dateien reduziert wird.

Die Online-Datenkomprimierung[16]DriveSpace aus DOS 6.22/DOS 7 ist erstmals auch mit einer grafischen Bedienoberfläche konfigurierbar. Zusammen mitMicrosoft Plus! wurde die Effektivität dieser Komprimierung durch bessere Algorithmen (HiPack und UltraPack) inDriveSpace 3 (die dritte Version) nochmals gesteigert und in Windows 95B auch ohne Zusatzsoftware ins Betriebssystem integriert. Die problematische Datensicherheit und andere Nachteile führten jedoch dazu, dass das Programm seit der Verfügbarkeit großer Festplatten zu günstigen Preisen schnell an Bedeutung verlor.

Grafische Benutzeroberfläche (GUI) und Nutzerführung

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Umfangreich sind auch die Neuerungen im grafischen Bereich, allen voran dasWindows-Startmenü. Microsoft hat mit Windows 95 dieGrafische Benutzeroberfläche so weiterentwickelt, dass sie ähnlich zu bedienen ist wie das anfänglich gemeinsam mit IBM entwickelte Betriebssystem OS/2. Auch dieTaskleiste am unteren Rand des Bildschirms war unter Windows neu. Klickt der Nutzer auf „Start“, so erhält er ein Menü, in dem er die verfügbaren Programme abrufen, die zuletzt benutzten Dokumente aufrufen, Einstellungen ändern, Hilfe aufrufen sowie den Computer ausschalten kann (oft zitiert wurde die kurios anmutende Aufforderung: „Klicken Sie aufStart, um zu beenden“). Die Taskleiste (das „Band“ neben diesem „Start“-Knopf) zeigt die aktuell laufenden Programme an, mit einem Klick kann man zwischen diesen wechseln. Der alte Programm-Manager aus Windows 3.1 wurde ersetzt durch den so genanntenDesktop, eine Oberfläche, auf der sich mit entsprechenden Anwendungen verknüpfte Symbole („Verknüpfungen“) befinden. Der alte Programm-Manager war dennoch ebenso wie der alteDatei-Manager im Lieferumfang enthalten, die entsprechenden Programmdateien befinden sich als „Progman.exe“ und „Winfile.exe“ im Windows-Installationsverzeichnis. Bei der Installation des ersten Windows-95-Betriebssystems (Windows 95A) konnte man die alte Benutzeroberfläche sogar noch alternativ als Standardoberfläche auswählen.

Der von Windows 3.x bekannte Datei-Manager wurde durch den neuenWindows-Explorer ersetzt. Neben der eigentlichen Dateiverwaltung ist er auch für die Symbole (auf dem Desktop), dieFenster, die Taskleiste und einiges mehr zuständig. Neu für Windows sind auch dieKontextmenüs. So kann man praktisch alles mit der rechten Maustaste anklicken, um zu sehen, welche Aktionen man auf dem jeweiligen Objekt durchführen kann; so zeigen sich beispielsweise Unterschiede der möglichen Aktionen im Kontextmenü zwischen Textdateien und etwa Worddokumenten. Unter Windows 3.x ist die rechte Maustaste – im Gegensatz zu vielen Anwendungsprogrammen, beispielsweiseWordPerfect – meist ohne Funktion.

Abgesehen vomDatei-Manager (ein Überbleibsel von Windows 3.x) ist Windows 95 vollständigJahr-2000-kompatibel. Für diesen ist jedoch von Microsoft ein Update erschienen. ImService Pack 1 (etwa Februar/März 1996) befand sich der nachinstallierbareInternet Explorer, Version 2.0.

Mit Windows 95 wurdeWordPad eingeführt, der Nachfolger vonMicrosoft Write.

Geräteunterstützung

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In der Betaversion können mit dem virtuellenGerätetreiber „cdfs.vxd“ (Größe: 77,2 KB) Musik-CDs noch wie ein gewöhnlicher Windows-Ordner geöffnet werden. Dort werden die einzelnen Musikstücke als kopierbare WAV-Dateien in Mono und Stereo in jeweils drei Qualitätsstufen angezeigt. EinRippen von Musikdateien war damit nicht nötig. Die „cdfs.vxd“ wurde in der Verkaufsversion durch eine nur noch 57,7 KB große Datei ersetzt, die nur noch Verknüpfungen anzeigt (*.cda-Dateinamen). Die „cdfs.vxd“ der Beta-Version war bis einschließlich Windows ME funktionsfähig. Sie wurde von verschiedenen Computerzeitschriften in beigelegten CD-ROMs oder online zum Download angeboten.

Neben der ebenfalls neuen (und wegen Fehlern fast unbrauchbaren)USB-Unterstützung unterstützt das Betriebssystem ab der B-Version erstmals auchAGP-Grafikkarten.

Windows 95 hatte seit jeher Probleme mit der stetig wachsenden Leistungsfähigkeit der Hardware. Bei zu schnellen Prozessoren kam es aufgrund eines Timingfehlers zu einem Absturz; dieser Fehler wurde, da er zuerst beimAMD K6 auftrat, auch „AMD-K6-Bug“ genannt.[17] Ein weiterer Fehler in einer anderen Systemkomponente, der von Microsoft nicht behoben wurde, sorgt für einen Absturz, wenn der Prozessor schneller als 2,1 GHz ist.[18] Auch werden Festplatten, die größer als 32 GB sind, von Windows 95 nicht unterstützt.[19]

Versionen

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Von „Windows 95“ wurden vier Versionen entwickelt, von denen sich die letzte nochmals in verschiedene Versionen unterteilt. Allerdings war nur die erste Version im Handel erhältlich, wahlweise auch als Diskettensatz, alle anderen waren nur alsOEM-Versionen vorinstalliert und mit neu gekauften Rechnern und auf CD-ROM (nicht bootfähig, mit zusätzlicherStartdiskette) erhältlich.

NameDatumBezeich-
nung
Buildnr.Service ReleaseCD-Code[20]Neue Funktionen und Besonderheiten
Windows 95 (Upgrade- und Ur-Version)11. Juli 19954.00.9504.00.950
(Verkaufsversion)
0795Nur FAT16; Service Pack 1 ist als separates Update erhältlich.
Windows 95a14. Februar 19964.00.950A4.00.950OSR 1 (für OEM- und Verkaufsversion)0196Nur FAT16 (FAT32 und USB lassen sich – wie auch in der Ur-Version – über Updates nicht nachrüsten)
Windows 95b24. August 19964.00.950B4.00.1111OSR 2 (nur OEM-Version)0796Ab hier mit FAT32-Unterstützung, fehlerhafteIO.SYS,[21] MicrosoftInternet Explorer (Version 3) wurde integriert.
Windows 95b27. August 19974.00.950B4.03.1212 u. 4.03.1214OSR 2.1 (nur OEM-Versionen)0397Ab hier mit optionaler, aber fehlerhafter USB-Unterstützung; zum Lieferumfang gehört auch eine CD mit demInternet Explorer 4.0 (mit Weberweiterungen).
Windows 95c26. November 19974.00.950C4.03.1216OSR 2.5 (nur OEM-Version)1297Überarbeiteter USB-Treiber, aber immer noch fehlerhaft und nur über die Installations-CD nachrüstbar; B- und C-Ausgabe sind identisch, das „C“ wird skriptgesteuert während der Installation des Internet Explorers in der Registry geändert; der Internet Explorer 4.0 ist als eigenständige Software auf der Windows-CD enthalten und wird im Anschluss an Windows skriptgesteuert automatisch mitinstalliert.

Unter DOS melden sich alle OSR 2.x-Versionen mit 4.00.1111. Unter Windows ohne USB-Unterstützung ebenfalls, sie sind nur am „B“- bzw. „C“-Eintrag erkennbar.

Nach der Entwicklung von Windows 95 (Ur- bzw. A-Version) erschien eine Systemaktualisierung unter dem Codenamen „Nashville“. Sie ist eine unter Windows 95 installierbare Betaversion, die sich in der Software-Systemsteuerung als „Windows 96“ ausweist. Sie kam später jedoch nicht unter diesem Namen in den Handel, sondern wurde als aktualisiertes Windows 95B verkauft. Die Neuerungen betrafen hauptsächlich die Unterstützung neuer Hardware, wie Infrarot- und USB-Schnittstellen.[22]

Systemvoraussetzungen

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Für Windows 95 gelten folgende Mindest-Systemvoraussetzungen:

Windows 95 (Ur-Version) und Windows 95a (OEM-Service Release 1)Windows 95b und Windows 95c (OEM-Service Release 2, 2.1 und 2.5)
Prozessor (CPU):386 DX486 DX
Arbeitsspeicher:4 MByte RAM8 MByte RAM
Festplattenplatz:50 MByte100 MByte
Laufwerke:Disketten-Laufwerk, bei CD-Version zusätzlich CD-LaufwerkDisketten- und CD-Laufwerk

Kritik

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Architektur und Kompatibilität

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Windows 95 brachte nicht nur zahlreiche Neuerungen, sondern auch erhebliche technische Herausforderungen mit sich. Die Systemarchitektur verfolgte das Ziel, vollständige 16‑Bit‑Kompatibilität zu Windows 3.1x und DOS beizubehalten, während gleichzeitig eine neue 32‑Bit-Architektur eingeführt wurde. Dieses Ziel wurde jedoch nur teilweise erreicht.[23]

Auch aufgrund dieses hybriden Kompatibilitätsansatzes erreichte Windows 95 nicht die Stabilität derNT-basierten Windows-Versionen.[24]

Leistungsprobleme und technische Einschränkungen

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Durch die gleichzeitige Unterstützung von 16‑Bit- und 32‑Bit‑Programmen wurde derKernel signifikant komplexer. Dies führte zu Leistungseinbußen bei der Ausführung von 16‑Bit‑Code, beispielsweise beim Bildschirmaufbau.

USB-Unterstützung

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In den späteren Versionen B und C (OSR 2.1/2.5) bereitete insbesondere die USB-Unterstützung Probleme. Nutzer berichteten von Systemabstürzen bei Suspend/Resume-Vorgängen über externe USB-Hubs.[25] Auch in Online-Foren wurden Schwierigkeiten mit USB-Geräten unter Windows 95 dokumentiert.[26]

Vergleich mit Konkurrenzsystemen

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Im Vergleich zuApplesMac OS wurde kritisiert, dass viele der in Windows 95 als neu beworbenen Funktionen, wie etwa das Kopieren von Dateien perKopieren und Einfügen, auf dem Mac bereits seit Jahren Standard waren. Aus diesem Grund sahen einige Beobachter trotz massiver Medienpräsenz und Werbekampagnen keinen echten technologischen Neuanfang.[27]

Literatur

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  • Matt Pietrek:Windows 95 System Programming Secrets. IDG Books, Foster City, CA, 1995,ISBN 1-56884-318-6.
  • Charles Petzold:Programming Windows 95. Microsoft Press, 1996,ISBN 1-55615-676-6.

Weblinks

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Commons: Microsoft Windows 95 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Microsoft Windows 95. Microsoft, 16. Mai 2001, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 17. Dezember 2001; abgerufen am 9. April 2010 (englisch).  letzte Windows 95-Produktseite aus der offiziellen Unterstützungsperiode (englisch)
  2. Microsoft Windows 95. Microsoft, 31. Oktober 2002, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 21. Mai 2007; abgerufen am 9. April 2010 (englisch).  die letzte offizielle Produktseite (englisch)
  3. Nico Ernst:Warum Microsoft mit Windows 95 den modernen PC definierte. In:heise online vom 24. August 2025. Zuletzt abgerufen am 24. August 2025.
  4. Windows 95: Heute vor 15 Jahren verschwand DOS (Memento vom 26. August 2010 imInternet Archive)
  5. does anyone remember... (windows98 question). In: Strangetalk. 3. Januar 2003, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 21. April 2014; abgerufen am 2. Juni 2012 (englisch, Forumsbeitrag): „how to BSOD win98 with debug.exe? 
  6. Georg Acher: Georg Acher's Homepage. Hinweise zu Assembler. 21. November 2001, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 16. Dezember 2012; abgerufen am 2. Juni 2012: „Unter DOS, Windows 3.1, Windows 95 und Windows 98 kann man wegen der Beschränktheit dieser ‚Betriebssysteme‘ mit einem falschen Programm bzw. einer falschen Eingabe in debug den Rechner problemlos abstürzen lassen.“ 
  7. pcplayer.deDOS-Spiele unter Windows 95 – BACK TO THE ROOTS – PC Player Special 1/1997 S. 52
  8. Windows 95 Support: Contact Support. Microsoft, 13. Dezember 2002, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 22. Mai 2007; abgerufen am 9. September 2009 (englisch). 
  9. Oliver Nickel:30 Jahre Windows 95: Als Windows das Startmenü und die Taskleiste erfand. In:Golem.de vom 24. August 2025. Zuletzt abgerufen am 24. August 2025.
  10. Microsoft Press:Windows 95 Start! CD Rom. Art.-Nr. 000-23039
  11. Anna-Martina Kröll:Interorganisationale Netzwerke: Nutzung Sozialen Kapitals für Markteintrittsstrategien. Springer-Verlag, 2013,ISBN 3-322-81117-4,ISBN 978-3-322-81117-2 ("Windows für Pen Computing" - Google Books)
  12. Windows 95 Architecture Components. technet.microsoft.com, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 20. Dezember 2008; abgerufen am 9. April 2010 (englisch). 
  13. Multitasking von 16-Bit-/32-Bit-Anwendungen in Windows 95. support.microsoft.com, 27. August 2002, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 13. Dezember 2008; abgerufen am 9. April 2010. 
  14. Microsoft Technet:Windows 95 long filenames administration issues (Memento vom 21. Februar 2008 imInternet Archive) (englisch) – Dateinamen sind mit 255 Zeichen, inklusive Speicherpfad, begrenzt
  15. Bugtraq-Artikel“Microsoft Windows Long Filename Extension Vulnerability” (Memento vom 8. März 2003 imInternet Archive) und“Malformed Filename Extensions causes Microsoft Windows modules to overflow” (Memento vom 29. November 2003 imInternet Archive) (beide englisch) zum Fehler von Dateien mit langen Dateinamenserweiterungen in Windows
  16. Online (engl. Adjektiv, steht lt.Babylon Translator für: „direkt zum Computer angeschlossen, sofort nutzbar“) bezieht sich hier auf einen automatisch ablaufenden Hintergrundprozess, siehe auch Beschreibungstexte z. B. vonAngelfire.com (Memento vom 4. März 2010 imInternet Archive)
  17. Microsoft Knowledge Base – Probleme mit einem AMD K6-2 oder Athlon-Prozessor (CPU). Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 1. Januar 2008; abgerufen am 15. Juli 2012. 
  18. Microsoft Knowledge Base – Windows-Schutzfehler in NDIS bei einer höheren CPU-Geschwindigkeit als 2,1 GHz. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 17. Januar 2008; abgerufen am 15. Juli 2012. 
  19. Microsoft Knowledge Base – Windows 95 unterstützt keine Festplatten mit mehr als 32 GB. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 27. Dezember 2008; abgerufen am 13. Juli 2012. 
  20. Windows-Versionen und CD-Abbildungen (Memento vom 30. August 2017 imInternet Archive) bei win-dos.com (im Webarchiv)
  21. Microsoft Problembeschreibung und Patch (Memento vom 20. Mai 2009 imInternet Archive)
  22. Windows Nashville (Windows 95B Beta) (Memento vom 18. Januar 2012 imInternet Archive) – winhistory.de
  23. Bradford Morgan White: The History of Windows 95. In: Abort, Retry, Fail. 24. November 2023, abgerufen am 25. Juni 2025. 
  24. Windows NT vs Windows 95 For Inspection Systems. In: Electronic Design. Abgerufen am 25. Juni 2025. 
  25. Windows 95 OSR2.x Support for External USB Hubs (Q247969). In: Microsoft Knowledge Base. Abgerufen am 25. Juni 2025. 
  26. USB on Windows 95 requires OSR2. In: Reddit / r/windows95. Abgerufen am 25. Juni 2025. 
  27. SRF Archiv: Windows 95 (1995) – SRF Archiv. 27. März 2015, abgerufen am 25. Juni 2025. 
Versionen vonWindows
VD
DOS-Linie
NT-Linie
NT 3.1

Windows NT 3.1Windows NT 3.1 (Advanced Server)

NT 3.5

Windows NT 3.5 (Workstation)Windows NT 3.5 (Server)

NT 3.51

Windows NT 3.51 (Workstation)Windows NT 3.51 (Server)

NT 4.0

Windows 4.0 (Workstation)Windows 4.0 (Server)Windows 4.0 (Terminal Server)Windows 4.0 (Embedded)

NT 5.0

Windows 2000 ProfessionalWindows 2000 Server

NT 5.1

Windows XPWindows XP 64-Bit EditionfürItaniumWindows XP (Tablet PC Edition)Windows XP EmbeddedWindows Embedded 2009WinFLP

NT 5.2

Windows Server 2003Small Business ServerComputer Cluster ServerHome ServerXP 64-Bit Edition 2003fürItaniumXP Professional 64-Bit Editionfürx86-64Windows Server 2003 R2

NT 6.0

Windows VistaWindows Server 2008Small Business Server 2008Essential Business Server 2008HPC Server 2008

NT 6.1

Windows 7Windows Embedded 7Windows Server 2008 R2HPC Server 2008 R2Small Business Server 2011Home Server 2011MultiPoint Server 2010MultiPoint Server 2011

NT 6.2

Windows 8Windows Phone 8Windows RTWindows Server 2012

NT 6.3

Windows 8.1Windows Phone 8.1Windows RT 8.1Windows Server 2012 R2

NT 10.0

Windows 10Windows 10 MobileWindows Server 2016Windows Server 2019Windows Server 2022Windows 11Windows Server 2025

CE-Linie 

Windows CEWindows MobileWindows Phone 7

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