| Azure DevOps Server | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Entwickler | Microsoft |
| Erscheinungsjahr | 2006[1] |
| Aktuelle Version | 2022.2 (9. Juli 2024) |
| Betriebssystem | Microsoft Windows |
| Programmiersprache | C++ |
| Kategorie | Softwareentwicklung |
| Lizenz | proprietär |
| deutschsprachig | ja |
| azure.microsoft.com | |
DerAzure DevOps Server, früher bekannt alsTeam Foundation Server (TFS), vonMicrosoft, ist eine umfassende Plattform fürkollaborative Softwareprojekte. Er ermöglicht diePlanung, Erstellung und Verwaltung von Projekten. Der Azure DevOps Server bietet eine hohe Skalierbarkeit und kann bis zu 2000 Entwickler und 500 Projekte verwalten.[2][3]
Für kleine Projekte steht die kostenlose Express-Edition zur Verfügung, die von bis zu fünf Benutzern genutzt werden kann.[4] Diese Edition bietet eine reduzierte Funktionalität.
Der TFS wurde als Nachfolger desMicrosoft Visual SourceSafe in der Geschichte der Quelltext-Verwaltungssysteme von Microsoft entwickelt. Ursprünglich fürWindows-Server konzipiert, wurde das Produkt mit der Version 2019 inAzure DevOps Server umbenannt.[5]
Mit demAzure DevOps Server erhalten Softwareentwickler und Teams eine Plattform, um ihre Projekte zu organisieren, denQuellcode zu verwalten, Builds zu erstellen und Tests durchzuführen. Die Integration von DevOps-Praktiken unterstützt eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Betrieb, um eine effizientere Bereitstellung von Softwarelösungen zu ermöglichen.
Die Umbenennung des Produkts inAzure DevOps Server betont die zunehmende Integration mit derMicrosoft Azure Cloud und die enge Verbindung zurDevOps-Kultur und den damit verbundenen agilen Entwicklungsmethoden.
Auf Basis der Prozessvorlagen unterstützt der Azure DevOps Server verschiedeneEntwicklungsverfahren. Vorlagen für die StandardverfahrenCMMI,Agile Softwareentwicklung oderScrum werden mitgeliefert. Andere Hersteller bieten weitere Prozessvorlagen an.[6]Alle Prozessvorlagen liegen in Form vonXML-Dateien vor, so dass grundsätzlich ein (XML-)Editor für deren Bearbeitung ausreicht. Für eine einfachere und schnellere Anpassung steht allerdings ein Werkzeug zur Verfügung, mit dem die Anpassungen direkt in der Entwicklungsumgebung vorgenommen werden können.Die beim Prozess mitgelieferte Dokumentation („Process Guidance“) liegt statisch vor, kann aber dank verfügbaren Quelldateien angepasst und neu erstellt werden.[7]
Bestandteile einer Prozessvorlage sindWork Items,Reports,Abfragen und diverse Dokumente.[8]
Die involvierten Teammitglieder können mit verschiedenen Werkzeugen (zum BeispielMicrosoft Visual Studio,Microsoft Excel,Microsoft Project,Microsoft InfoPath,Microsoft Word oderMicrosoft Outlook) Prozessschritte bearbeiten und die entsprechenden Arbeitsschritte (“workflows”) anstoßen. Die genannten Programme integrieren sich direkt in den TFS, so dass auf einer einheitlichen Plattform gearbeitet werden kann.
Während Entwickler die TFS-Office-Integration gewöhnlich mit Visual Studio installieren, war für Nicht-Entwickler lange die Installation desTeam Explorer inklusiveVisual Studio Shell notwendig – seit TFS 2015 reicht die schlankereTeam Foundation Server Office Integration, um beispielsweise Excel oder Project zur Zusammenarbeit mit TFS oderVisual Studio Team Services (VSTS) zu nutzen. Alternativ kann die gegenüber früheren Versionen deutlich leistungsfähigere Weboberfläche von TFS und VSTS mittelsWebbrowser genutzt werden.Aufgabenabhängig bietet die Verwendung beispielsweise von Excel Vorteile, unter anderem durch die Möglichkeit, auch offline zu arbeiten, und höhere Arbeitseffizienz bei der Änderung großer Datenmengen oder der Verwendung externer Datenquellen.[9]
TFS integriert eine eigeneVersionsverwaltung für den Quelltext der verwalteten Entwicklungsprojekte. Die gängigen Operationen eines zentralisierten Versionsverwaltungssystems (vergleichbarApache Subversion) werden unterstützt.
Die Buildengine des TFS heißtTFBuild (auch:Team Foundation Build oderTeam Build) und ermöglicht das automatischeErstellen („build“) des entwickelten Produkts, optional auch mit Dokumentation. Dabei kann man auchUnittests ausführen und Statistiken bzw. Berichte (“reports”) generieren lassen. Außerdem ist es möglich, externe Anwendungen zu integrieren, um so beispielsweise erzeugte Assemblies zu analysieren oder Security-Richtlinien zu überprüfen.
Die Versionen 2005 und 2008 von TFBuild basieren nur auf dem Build-ToolMSBuild. Version 2010 nutzt zusätzlich dieWindows Workflow Foundation, um Builds zusammen auszuführen.[10] Eine Neuerung von Version 2015 ist es, alternativ zu MSBuild auch andere Build-Engines wie etwaApache Ant oderApache Maven für die Builds zu benutzen.
Zumindest die Version 2015 von TFBuild ist nicht nur mit Team Foundation Server, sondern auch unter Visual Studio Online verwendbar.
Über ein integriertesData-Warehouse werden automatisch Berichte (reports) erstellt (unter anderem mitMetriken, Fehlerstatistik, Leistungsanalyse).[11] Die Berichte sind für unterschiedliche Zielpersonen zugeschnitten (Kostenverantwortliche, Entwickler, Projektleiter) und geben jeweils einen Überblick über den Projektstand. Technische Grundlage ist ein sogenannterReport Server, der seine Ausgabe über einenMicrosoft SharePoint-Server generiert. Dadurch können die Berichte sowohl direkt als auch in Microsoft Project, Excel und innerhalb von Visual Studio benutzt werden.[12]
Der TFS kann entweder als Server in einemActive Directory oder einzeln (Standalone) betrieben werden. Für dieBenutzerverwaltung kennt der Server die Windows-Benutzer und Gruppen sowie weitere Gruppen im TFS. Beim Anlegen eines Projekts werden vier Gruppen automatisch erstellt: Lesezugriff(Readers), Schreibzugriff(Contributors), Administratoren(Project Administrators) und eine interne Gruppe zum Buildmanagement(Build Services).
Die Berechtigungen für denSharePoint-Server sowie dasReporting System müssen vom Administrator von Hand gesetzt werden. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, Windows-Gruppen zu definieren und zu verwenden.[13]
Der TFS ist auf dem Prinzip einerSchichtenarchitektur entwickelt worden. Anwendungs- und Datenschicht können auf einem einzelnen Server oder auf separaten Servern installiert werden.
Der TFS benötigt folgende Software:
Ab der Version 2010 kann der Team Foundation Server auch auf einem Client-Betriebssystem installiert werden. Hierfür wird eine Basis-Konfiguration angeboten, die die Express-Version desMicrosoft SQL Servers zur Datenhaltung benutzt. Diese Installationsform ist für Einzelentwickler gedacht, die den Team Foundation Server benutzen wollen. Microsoft möchte hierdurch den Team Foundation Server als Nachfolger des ProduktsMicrosoft Visual SourceSafe etablieren, das nicht mehr von Microsoft gepflegt wird.
Die einzelnen Komponenten, mit Ausnahme des Windows-Server-Betriebssystems und des SQL Servers, sind Bestandteil des Produkts.
Es gibt ein Hilfsprogramm, dasInteroperabilität zwischen TFS und anderen Versionsverwaltungssystemen herstellt. Ein solches gibt es fürGit als plattformübergreifendes Java-Hilfsprogramm(Git-tf) oder als reines Windows-Programm(Git-tfs). Auch eine Austauschplattform fürPTC-Integrity ist verfügbar.[14]