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Merckle Unternehmensgruppe

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DieMerckle Unternehmensgruppe ist die durchAdolf Merckle gegründete Unternehmensgruppe. 2008 hatte die Merckle Gruppe etwa 100.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von rund 30 Milliarden Euro.[1] Im Jahr 2022 hat die Unternehmensgruppe einen Umsatz von 28,2 Mrd. Euro und war damit auf Platz 9 der größten Familienunternehmen Deutschlands.[2]

Entwicklung

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Keimzelle der Unternehmensgruppe ist das PharmaunternehmenMerckle GmbH. Im Jahr 1967 erbte Adolf Merckle das Unternehmen von seinem Vater. Der Betrieb beschäftigte damals 80 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von vier Millionen Deutsche Mark pro Jahr. Kurz nach dem Antritt des Erbes begann Merckle mit dem Ausbau des Unternehmens zu einem weit verzweigten Konzern. 1973 gründete er in Blaubeuren das heute in Ulm ansässige UnternehmenRatiopharm, das Generika herstellt.[3] 1994 erfolgte unter ihm die Gründung des PharmagroßhandelsPhoenix Pharmahandel.

Merckles unternehmerisches Engagement war breit gefächert. Er verfügte über ein umfangreiches und vielfältiges Geflecht an Beteiligungen – von derHeidelbergCement über den PistenraupenherstellerKässbohrer, die Metallwerke der Zollern GmbH, die Gruschwitz Textilwerke bis hin zum Skilift im Kleinwalsertal. Über seine Mehrheitsbeteiligung am ElektromaschinenbauunternehmenVEM Sachsenwerk war er auch im Windkraftanlagengeschäft präsent.

Die Gruppe wird seit 1997 vonLudwig Merckle geleitet, der diese nach der Übergabe der Geschäfte von Adolf Merckle führt.

In der Finanzkrise des Jahres 2008 verloren Kreditsicherheiten, die die Gruppe in Form von Aktien hinterlegt hatte, stark an Wert. Die Gläubigerbanken forderten daher vorzeitige Kredittilgungen und weitere Sicherheiten, die nicht vollständig geleistet werden konnten. Die Gruppe geriet infolgedessen in einen Liquiditätsengpass.[4] Am 5. Januar 2009 beging Adolf MerckleSuizid. Es wird angenommen, dass er sich aufgrund der wirtschaftlichen Notlage seiner Unternehmen und der „Ohnmacht, nicht mehr handeln zu können“, wie seine Familie erklärte, zu diesem Schritt entschlossen hatte.[5] Kurz danach wurde im Januar 2009 mit den rund 40 Banken eine Einigung über die Stabilisierung der Gruppe erreicht.[6] Teil dieser Einigung mit den Banken war die Ernennung von Treuhändern, die eine Restrukturierung der Gruppe beziehungsweise den Verkauf von Vermögensgegenständen betreuen sollen. Die Ratiopharm Gruppe wurde anTeva Pharmaceutical Industries verkauft.[7]

Philipp Daniel Merckle, Sohn von Adolf Merckle sagte 2009, sein Vater habe ein „unüberschaubares Konzerngeflecht“ aufgebaut, bei dem die Verschachtelung „durchaus Prinzip“ gewesen sei.

Im Rahmen der Restrukturierung wurde der Anteil an HeidelbergCement im September 2009 auf 24,4 % reduziert.

Im Februar 2010 wurde der Verkauf derMepha-Beteiligung anCephalon (heute Teil vonTeva) bekannt gegeben.[8][9]

Geschäftsbereiche und Struktur

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Die Merckle Unternehmensgruppe besteht aus einer Vielzahl an Unternehmen und Beteiligungen.

Die Merckle Unternehmensgruppe umfasst folgende Bereiche:

  • Pharmahandel
  • Maschinenbau
  • Baustoffe + Zement
  • Sonstige Bereiche

Die Unternehmensgruppe wird über verschiedene Beteiligungsgesellschaften verwaltet.

Die Kernbeteiligungen der Merckle-Gruppe[10]
Anteile* in %UnternehmenUmsatz in Mio. EuroMitarbeiter
100 %Blauwald GmbH & Co. KG
(Forstunternehmen)
über 90 %Phoenix Pharmahandel23.250 (2015/16)29.745 (2015/16)
93 %Kässbohrer Geländefahrzeug
(Pistenfahrzeuge)
183455
50 %Zollern-Gruppe
(Gießerei-, Antriebstechnik, Maschinenbau)
5332.900
26 %HeidelbergCement
(Zement, Baustoffe)
17.266 (2017)60.424 (2016/2017)

*z. T. über die zentrale Holdinggesellschaft Spohn Cement, VEM Vermögensverwaltung und Kötitzer Ledertuch- und Wachstuchwerke

Diese Liste nennt nur die größten und wichtigsten bekannten Beteiligungen der Familie Merckle; insgesamt gehören bis zu 100 Beteiligungen an Unternehmen zu dem Geflecht.

Einzelnachweise

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  1. Milliarde verzockt: Merckle bettelt um Staatskredit. In: mz-web.de. 18. November 2008, abgerufen am 22. Juni 2018. 
  2. Liste der 1000 größten Familienunternehmen in Deutschland. Abgerufen am 30. Dezember 2022 (deutsch). 
  3. Unternehmensgeschichte (Memento desOriginals vom 4. März 2013 imInternet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ratiopharm.de ratiopharm.de
  4. Die Ursache der Krise (Memento vom 12. Oktober 2014 imInternet Archive) Südwest Presse vom 31. Dezember 2009.
  5. Milliardär Merckle begeht Selbstmord, Spiegel Online vom 6. Januar 2009
  6. Einigung mit Banken: Merckle-Imperium zerbricht. Abgerufen am 2. Oktober 2022. 
  7. Für 3,6 Milliarden Euro: Merckle verkauft Ratiopharm an Generika-Riesen Teva. Abgerufen am 2. Oktober 2022. 
  8. Merckle-Unternehmen Mepha verkauft | CHEManager. Abgerufen am 2. Oktober 2022. 
  9. Generika-Gigant Teva übernimmt Cephalon. In: NZZ. NZZ, 3. Mai 2011, abgerufen am 2. Oktober 2022. 
  10. Vgl. Grafik: aufFAZ.netMerckles Kinder und die Last des Erbes

Artikel

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