EineMegayacht oderSuperyacht ist eine besonders groß dimensionierte, hochseetauglicheYacht mit einerluxuriösen Ausstattung.
Da diese Schiffe exklusiv und luxuriös ausgestattet und somit entsprechend kostspielig sind, dienen sie „Superreichen“ zu Repräsentations- und Vergnügungszwecken. Als Berechnungsgrundlage gilt dieFaustregel „mindestens 1 Million US-Dollar pro Meter“. BekannteLiegeplätze für Yachten dieser Größe sind in Europa z. B. die Yachthäfen vonMonaco undAntibes an derCôte d’Azur,Puerto Portals aufMallorca,Porto Cervo an derCosta Smeralda oderDubrovnik inKroatien.
In den letzten Jahren hat sich der BegriffMegayacht für Yachten mit einerLänge über alles (Lüa) von mehr als 60 Metern (ca. 200 Fuß) etabliert. Zwischen diesen und den „normalen“ Yachten mit bis zu 24 Meter Länge (80 Fuß) liegen dieSuperyachten.[1]Gigayachten sind über 100 Meter lang.[2] Im englischen Sprachraum nennt man Yachten ab 80 Fuß auchLuxusyachten (luxury yacht).
Viele Megayachten sind u. a. mitSchwimmbecken,Whirlpool,Sauna,Sonnendeck,Helipad,Beibooten,Jet-Skis sowie modernster Technik ausgestattet.
Die Besatzung von Megayachten besteht aus professionellenSeeleuten (Kapitän,Offiziere, Maschinen- und Deckspersonal). Standardmäßig ist auch uniformiertes Servicepersonal (Stewards) an Bord.
Hersteller sindWerften, wie beispielsweiseLürssen Yachts, Lloyd Werft,Peters Werft (in Kooperation mitKusch Yachts),Blohm+Voss,Abeking & Rasmussen,Nobiskrug,Ferretti,InRizzardi Group,Cantieri Navali Baglietto,Benetti Yachts,Royal Huisman Yachts,Vitters,Feadship undOceanco.
Auch konnten deutsche Yacht-Designer, wie das Bremer DesignbüroJudel/Vrolijk, dieBeiderbeck Designs GmbH sowie der HamburgerFrank Neubelt (unter dem seit über 20 Jahren geführten LabelNewcruise), internationale Yacht-Design-Preise gewinnen.
Alle drei Design- und Konstruktionsbüros sind Mitbegründer der ArbeitsgemeinschaftDeutsche Yachten desDeutschen Boots- & Schiffbauer-Verbandes. Neubelt arbeitet seit 2012 mit nach der Weltwirtschaftskrise neu angepassten internationalen Kooperationsstrategien im derzeitigen Super- und Megayacht-Markt und initiierte die eigenständige NC2-German Yacht Project Cooperation Group in Hamburg unter Führung des Inhabers und SchifffahrtskaufmannsBroder Hansen.
Bekannte Messen für Mega- und Superyachten sind: dieMonaco Yacht Show, dieFort Lauderdale International Boat Show und dieInternationale Bootsausstellung Düsseldorf mit demSuperyacht Club.
Der französische Soziologe Grégory Salle kritisiert in seinem 2021 erschienenen WerkSuperyachts. Luxe, calme et écocide (deutscher Titel der Übersetzung:Auswüchse des Kapitalozäns) Superyachten als „schwimmendeUmweltsünden“, als „Spielfelder obszönerUngleichheit“ und als Symbole dafür, dass „der Exzess zum Kennzeichen des gegenwärtigen Zeitalters geworden“ sei.[3] So könnten die jährlichen Wartungskosten der Superyachten weniger Superreicher die gesamtenStaatsverschuldungen desglobalen Südens aufheben.[4]
Kritiker verweisen darauf, dass die Schwierigkeiten bei der Beschlagnahmung der Oligarchenyachten infolge derSanktionen gegen Russland seit dem Überfall auf die Ukraine deutlich gemacht hätten, dass Superyachten eine „exterritoriale Zone par excellence“ darstellten,[5] da sie sich auf hoher See nicht im Hoheitsgebiet eines Küstenstaates befinden. Kritisch berichteten Medien auch darüber, dass selbst genutzte Superyachten als „Freizeitboote“ vomEU-Emissionshandel ausgenommen sind – und dies auch nach der Ende 2022 beschlossenen Verschärfung der Regeln zum EU-Emissionshandel. Kritisiert wird eine Ungleichbehandlung gegenüber Straßenverkehrsmitteln.[6]