AlsMegafauna wird der Anteil derTiere bezeichnet, welcher in einemHabitat die körperlich größtenOrganismen stellt. Die nächstkleinere Kategorie ist dieMakrofauna und die kleinste dieMikrofauna.
Zur Abgrenzung der Megafauna bei den landlebenden Wirbeltieren gibt es unterschiedliche Definitionen mit verschiedenen Gewichtsgrenzen zwischen 2 und 1000 kg.[1]
Im Boden lebende Tiere, die größer als 20 mm sind, werden als Megafauna des Bodens bezeichnet. Die Megafauna europäischer Böden umfasst verschiedene Tiergruppen der Humusschicht oder Erdbaue nutzend wieGürtelwürmer, großeSchnecken, großeGliederfüßer (wie Tausendfüßer, Spinnen, Asseln, Ameisen, Käfer und deren Larven) sowie alleWirbeltiere (Amphibien wie Molche,Reptilien undSäugetiere wieWühlmäuse,Maulwürfe,Kaninchen,Mäuse, Dachs, Murmeltier). In tropischen Böden z. B.Schleichenlurche (Amphibien), in trockenen Böden z. B. Erdferkel oder Erdmännchen.
Auch bei Wasserbewohnern[2] oderBenthos[3] wird von Megafaunen gesprochen.
Auf fern gelegenen Inseln treten als Megafauna häufig flugunfähige Vögel auf, was mit der Abwesenheit größerer Landraubtiere über lange Zeiträume erklärt werden kann.
Unter der Megafauna desKänozoikums werden Lebensgemeinschaften dieses Zeitraums verstanden, die von einer überdurchschnittlich großen Zahl vonArten mit mehr als einer Tonne Gewicht geprägt sind. Solche Faunen treten vor allem in großen Lebensräumen ohne Beweglichkeitshindernisse für große Tierarten wie Bäume und Berge auf, etwaSteppen undTundren.
Die typische Artenzusammensetzung einer Megafauna setzt sich in derAlten Welt undNordamerika aus Vertretern derElefanten,Nashörner undRinder zusammen, inSüdamerika treten zunächst vor allem riesenhafteBeuteltiere undZahnarme auf, bevor über die mittelamerikanische Landbrücke ein Faunenaustausch mit der Megafauna Nordamerikas stattfand.
InAustralien entwickeln vor allemWombats undKängurus Riesenformen. Die Megafauna Australiens, bestehend aus 24 bekannten Arten, starben bis auf das Känguru vor etwa 46.000 Jahren aus.[5] Dazu zählen auch das riesigeDiprotodon, das bis zu 2800 Kilogramm wog, und derBeutellöwe.[6]
Die Megaherbivorenhypothese postuliert, dass eine Megafauna großerPflanzenfresser Bildung und Erhalt einer halboffenen Park- und Weidelandschaft begünstigten.[7]
Experimentell wird imPleistozän-Park in Ostsibirien der Einfluss einer Megafauna auf dasBiotop untersucht.
↑Hansen, Dennis M., Mauro Galetti:The forgotten megafauna. (PDF; 691 kB) Science, Band 324, Nr. 5923, 2009, S. 42–43.
↑Rebecca L. Lewison, Larry B. Crowder, Andrew J. Read, Sloan A. Freeman:Understanding impacts of fisheries bycatch on marine megafauna. In:Trends in Ecology & Evolution.Band19,Nr.11, 2004,S.598–604,doi:10.1016/j.tree.2004.09.004.