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Medienunternehmen

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Medienunternehmen sindUnternehmen derMedienwirtschaft, derenBetriebszweck in der Kombination vonInformationen,Nachrichten,Unterhaltung undWerbung zu einemmarktreifenEndprodukt besteht.

Allgemeines

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Diese Kombination wird alsVerpackung vonMedieninhalten (englischcontent-packaging) bezeichnet und ist das entscheidende, definitionsbestimmendeMerkmal von Medienunternehmen.[1] Die Medienunternehmen sindErkenntnisobjekt derMedienbetriebslehre.

Geschichte

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Hauptartikel:Mediengeschichte

Erste bedeutende Medienunternehmen waren dieBuchverlage, die nach der Erfindung desBuchdrucks durchJohannes Gutenberg um 1440 aufkamen.[2] Bis zu seiner Erfindung wurden Dokumente und Bücher hauptsächlich in denSkriptorien derKlöster vervielfältigt. Der Buchdruck ermöglichte es, Schriften und Bilder in großer Anzahl relativ kostengünstig zu reproduzieren. Mit der Weiterentwicklung der Drucktechnik im weiteren Verlauf des15. Jahrhunderts breitete sich der Buchdruck in wenigen Jahrzehntenin ganz Europa und in den Jahrhunderten später über die ganze Welt aus.[3]

Titelblatt derRelation von 1609
Einkommende Zeitungen, 1650, Nr. 9

Die weltweit ersteWochenzeitung erschien 1605 in deutscher Sprache inStraßburg unter dem Titel „Relation aller fürnemmen und gedenckwürdigen Historien“. IhrVerlegerJohann Carolus gilt als ersterZeitungsverleger.[4] Die ersteTageszeitung erschien am 1. Juli 1650 vomLeipziger VerlegerTimotheus Ritzsch.[5] Zwei Jahre später erlosch sein Zeitungsprivileg, doch schon im Januar 1660 brachte er eine neue Tageszeitung heraus.

Der PädagogeJoachim Heinrich Campe sprach sich 1788 imBraunschweigischen Journal für die „Nützlichkeit periodischer Schriften“ aus.[6] 1830 kam in denUSA die erste „Penny Press“, einBilligprodukt imStraßenverkauf auf, die inPhiladelphia erschienene Tageszeitung „The Cent“ für einen Cent.[7] Ihr folgte nach 1890 die auf Sensationen und Skandale spezialisierte „Yellow Press“.[8] Mit derNew York Sun (1833–1950) gabBenjamin Day um die Mitte des 19. Jahrhunderts die erste großstädtische Penny-Press-Zeitung heraus, ein Blatt, das zu einem geringen Preis abgesetzt wurde, um ein großes Publikum sowie das Interesse von Werbeinserenten zu gewinnen.

Leopold Ullstein gab 1904 mit der „B.Z. am Mittag“ die erste großeBoulevardzeitung heraus,[9] die aus einem Zeitungsverlag stammte. DieRotationspresse, dieBildung breiter Bevölkerungsschichten und der Zugang zu Kapital beförderte die industrialisierte Presseproduktion und brachte die Form von Zeitung hervor, wie wir sie heute kennen. Um die Jahrhundertwende verkörperten Pressebarone wieJames Gordon Bennett junior,William Randolph Hearst,Frank A. Munsey oderJoseph Pulitzer den neuen Verlegertypus. Als innovative und aggressive Verleger setzten sie mit ihren Printprodukten weniger auf Kultur und Tiefeninformation als auf einen breitenwirksamen, marktschreierischen Journalismus. Sie verbreiteten Nachrichten, die nicht selten um Sensationshappen angereichert waren. Großbritannien brachte einige einflussreichen Medienmogule hervor, die Brüder Harmsworth (Lord Northcliffe,Lord Rothermere und SirLester Harmsworth). Um 1920 besaßen diese drei Herren das größte Medienkonglomerat der westlichen Welt.

In Deutschland begann inzwischenRudolf Mosse (u. a. Begründer desBerliner Tageblatts) 1867 mit seinem BlattAnnoncen-Expedition mit der täglichen Herstellung und Verbreitung von Zeitungen in Berlin, was ihm hohe Gewinne, aber auch Nachahmer und Wettbewerber brachte.[10] Die BerlinerKochstraße verwandelte sich einZeitungsviertel, analog zur LondonerFleet Street. Von der Kochstraße aus traten Leopold Ullstein mit seinemNeuen Berliner Tagblatt und derVossischen Zeitung sowieAugust Scherl mit seinemBerliner Lokal-Anzeiger undDie Woche in Konkurrenz zu Mosse.Alfred Hugenberg jedoch, von 1909 bis 1918 Generaldirektor derKrupp AG, baute ab 1919 den ersten Konzern auf, der medienübergreifend operierte. Beteiligungen an diversen Zeitungen wurden mitBilderdiensten,Presseagenturen,Anzeigen- undKorrespondenzdiensten,Werbeagenturen und sogar mit einemFilmproduktionsunternehmen, derUFA, unter einem Dach zusammengefasst. Nicht zuletzt wird an der Person Alfred Hugenbergs die Liaison von Medien und Politik deutlich, die inzwischen weltweit Tradition hat. Über seine Medienorgane nahm Hugenberg Einfluss auf die Politik, er gilt als Unterstützer Hitlers.[11]

DieErfindung des Radios – für die einige Teilprozesse notwendig waren – mit systematischemRadioprogramm kann auf den Dezember 1906 datiert werden, als zuHeiligabend ein Weihnachtsprogramm inBrant Rock (Massachusetts) ausgestrahlt wurde.[12] Hierfür schuf man als Medienunternehmen denRundfunkveranstalter, später auch für dasFernsehen denFernsehveranstalter. Die Erfindungen und Verfeinerungen der Rundfunk-, Foto-, Filmtechnik, der Telegraphie und das Aufkommen von Musik- und anderenDatenträgern beschleunigten im 19. Jahrhundert den Prozess der Unternehmensbildung im Mediensektor und sorgten für deren wirtschaftlichen Erfolg. Im USA der 1920er Jahre kam das kommerzielle Radiosystem auf. Erfindungen in Frankreich und in den USA trugen zur Fortentwicklung derFilmtechnik bei.Kinos mutierten vomJahrmarktspektakel zu festen Einrichtungen der Großstädte. Die Beliebtheit bei den Zuschauern und die damit einhergehenden Gewinne ermutigten amerikanische Unternehmer zur Gründung derHollywood-Studios, die vom langjährigen Verpflichten von Leinwandstars über dieFilmproduktion bis hin zu Verkauf und Auswertung die gesamteVerwertungskette abdeckten. Zeitweise wurden von nur fünf US-Filmstudios 60 % der weltweiten Kinoerlöse generiert. Die Zugpferde des Studiosystems hießenWilliam Fox (Fox Film Corporation),Adolph Zukor (Paramount Pictures) oderHarry,Sam,Albert undJack Warner (Warner Brothers). In den 1950er Jahren kam das Fernsehen als ernstzunehmendes Medium hinzu.Die Unternehmen vonRandolph Hearst undReinhard Mohn (Bertelsmann) können als die ersten integrierten und für andere vorbildhaften Medienkonzerne der Welt gelten.

Die stärkste Dynamik, seit der Einführung des Privatfernsehens, hat dieDigitalisierung bei den Medienunternehmen ausgelöst, die neue Formen derMedienproduktion, der -bündelung, des -vertriebs und der weltweiten -nutzung erlaubt. Von Beginn an und noch heute stellt derOnline-Sektor allerdings ein spekulatives Geschäftsfeld mit offener Entwicklungsrichtung dar, wieTime Warner mit dem gescheitertenAOL-Zukauf und dieVerlagsgruppe Georg von Holtzbrinck mit dem Zukauf vonStudiVZ auf unterschiedliche Weise erfahren haben. Traditionelle Medienunternehmen kaufen Internetunternehmen trotz geringer Wertschöpfungsaussichten, um den Anschluss an das Mega-Medium nicht zu verpassen, um an der Neuverteilung von Werbegeldern zu partizipieren oder um aufcrossmediale Werbekooperationen zu setzen, wie das UnternehmenGoogle Inc., das 2007 mit dem Satelliten-TV-AnbieterDish Network ein Abkommen schloss, um mit seinemPay-per-Click-Werbemodell auch im Fernsehen Umsätze zu generieren.[13]

Moderne Medienunternehmen drangen durch dasInternet um 1990 auf denMedienmarkt, so etwa dieBetreiber derSuchmaschineGoogle, desOnline-VersandsAmazon odersoziale Medien wieFacebook oderYoutube.

Unternehmensprozesse

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Auch in Medienunternehmen sind – wie in anderenBetriebsformenbetriebliche Funktionen installiert. In derBeschaffung werden insbesondereFilme (Fernsehfilme undKinofilme) undFilmrechte (Fernsehen),Nachrichten undInformationen (Radio,Zeitungen) oder Werbekunden akquiriert. DieMedienproduktion besteht ausEigenproduktion und/oderFremdfertigung. DerProduktionsprozess ist erst beendet, wenn die Medienprodukte gesendet (Fernsehsendung,Hörfunksendung), gedruckt (Zeitungsdruck),veröffentlicht (Bücher, Kinofilme,Bild- undTonträger) oder imInternet durchDatenübertragung (Download) abgerufen wurden.

Da es sich umDienstleistungsunternehmen handelt, fällt mit derProduktion derVertrieb der Medienprodukte zeitlich oft zusammen (etwa beiLiveübertragungen oderZeitungen) oder der Vertrieb erfolgt später (Filmaufzeichnung imFilmarchiv). Medienunternehmen gehören zumDienstleistungssektor und sind deshalb meist sehrpersonalintensiv mit einem hohen Anteil anPersonalkosten undGemeinkosten.

Übersicht Medienunternehmen

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Es gibt folgende wesentliche Arten von Medienunternehmen:

WirtschaftszweigMedienunternehmenMedienprodukte
RundfunkRundfunkveranstalter (Fernsehen undRadio)Fernsehsendung,Radiosendung
FilmproduktionFilmproduktionsgesellschaftenFernsehfilme,Kinofilme,Videogames
InternetInternetdienstanbieterelektronischer Handel,Suchmaschinen,soziale Netzwerke,
Instant Messaging,Streaming Media,Video-on-Demand
MusikindustrieTonträgerunternehmenTonträger (Compact Discs,Schallplatten),
Musikdownloads,Musikstreaming
TelekommunikationTelekommunikationsunternehmenInternetdienste,Mobilfunk,Telefonie,Internet-Telefonie
VerlagswesenBuchverlage,
Musikverlage,
Zeitungsverlage
Bücher,E-Books
Management vonUrheberrechten
Zeitungen,Zeitschriften

DieMusikverlage gehören formell zumVerlagswesen, wirtschaftlich werden sie zurMusikindustrie gerechnet. Keine Unternehmen der Medienwirtschaft sindFilm- undMusikproduzenten,Künstleragenturen,Nachrichtenagenturen oderTonstudios, weil sie lediglichVorleistungen erbringen oderVorleistungsgütererstellen.[14]

Rundfunk und Fernsehen

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Hauptartikel:Rundfunk undFernsehen
Hauptartikel:Fernsehen

Betreiber von Rundfunk und Fernsehen heißenRundfunkveranstalter. Sie bieten entweder einVollprogramm (für alleZielgruppen mit allenSendeformaten wie Information,Beratung,Bildung und Unterhaltung) oderSpartenprogramm (für bestimmte Zielgruppen mit nur einem Sendeformat) an. Da mehrereVeranstalter miteinander inSubstitutionskonkurrenz zueinander stehen, spielen dieMarktanteile eine wichtige Rolle. Sie werden gemessen durchEinschaltquoten.

Zeitungen/Zeitschriften

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Hauptartikel:Zeitung undZeitschrift
Hauptartikel:Zeitschrift

Zeitungen und Zeitschriften werdenanalog inPapierform angeboten, viele sinddigital alsInternet-Zeitungen verfügbar.

Betreiber von Zeitungen und Zeitschriften sindZeitungsverlage. Das Angebot ist vielfältig und umfasstTageszeitungen (allgemein oder nach Sparte; etwaBoulevardzeitungen,Sonntagszeitungen,Sportzeitungen),Wochenzeitungen (Illustrierte,Nachrichtenmagazine,Sportmagazine) oderFachzeitschriften fürFachgebiete (meist monatlich oder quartalsmäßig:Zeitschrift für Betriebswirtschaft). Ihr Marktanteil wird durch verkaufteAuflagen gemessen.

Verlage

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Hauptartikel:Verlag

Verlage vervielfältigen und verbreitenWerke derKunst (Kunstverlage),Literatur (Buchverlage),Musik (Musikverlage),Unterhaltung oderWissenschaft (Wissenschaftsverlage). Verlage können eigenständig oder Teil einesMedienkonzerns sein.

Medienkonzerne

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DieKonzentrationswelle vor allem in der Musikindustrie (beiTonträgerunternehmen undMusikverlagen) ist auf denMassenmarkt derPopmusik zurückzuführen, der ab etwa 1964 zum Massenmarkt undWachstumsmarkt avancierte. DurchMergers & Acquisitions gab es zahlreicheUnternehmenszusammenschlüsse, die zuGroßunternehmen undmultinationalen Konzernen geführt haben.

Deutsche Medienkonzerne nach 1945

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Die PublikationenBild-Zeitung,Hörzu undDie Welt aus dem HauseAxel Springer eroberten nach dem Zweiten Weltkrieg und der Zerschlagung desNS-Pressetrusts durch dieAlliierten den deutschen Markt.Axel Cäsar Springer war der Verleger, dem es gelang, den ersten erfolgreichen und politisch einflussreichen nachkriegsdeutschen Pressekonzern aufzubauen. Die Springerpresse wurde wie kein anderes Medium in Deutschland zum Sinnbild publizistisch-politischer Macht. Von deraußerparlamentarischen Opposition, insbesondere während der 1960er Jahre, wurden die Springermedien unter Beschuss genommen („Enteignet Springer!“), auf der anderen Seite auch von Politikern wieGerhard Schröder („Zum Regieren brauche ich nur Bild,Bams und Glotze“[15]) zu Publicityzwecken genutzt. Die deutscheBertelsmann AG zeigt exemplarisch die Entwicklung eines integrierten Medienkonzerns. Nachdem Bertelsmann seinBuchclubnetz in den Nachkriegsjahren neu aufgebaut hatte, stieg man 1958 mit der Gründung des SchallplattenlabelsAriola ins Musikgeschäft ein und 1964 mit der Übernahme derUniversum Film (UFA) ins Filmgewerbe. 1969 kaufte sich Bertelsmann beim Hamburger VerlagshausGruner + Jahr ein. Der Eintritt in die Kinofilm- und Fernsehbranche erfolgte in den 1960er Jahren, kam aber nur schleppend voran.

Neben Bertelsmann und Springer zählen dieVerlagsgruppe Georg von Holtzbrinck,Hubert Burda Media, dieBauer Media Group, dieFunke Mediengruppe sowie dieVerlagsgruppe Weltbild zu den größten deutschen Medienunternehmen.[16] Auch die öffentlich-rechtlichen RundfunkanstaltenARD undZDF und das private FernsehunternehmenProSiebenSat.1 fallen in diese Kategorie. Die ARD belegte im Jahr 2007 mit einem Etat von mehr als sechs Milliarden Euro Platz 18 in der Rangliste der größten Medienunternehmen weltweit.[17]

International

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Die weltweit größten Medienkonzerne – gemessen an ihrenUmsatzerlösen – waren 2021:[18]

KonzernStaatUmsatzerlöse
in Mrd.US-Dollar
Alphabet Inc.Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten217,8
Meta PlatformsVereinigte Staaten Vereinigte Staaten99,7
ComcastVereinigte Staaten Vereinigte Staaten98,4
TencentChina Volksrepublik Volksrepublik China73,4
AppleVereinigte Staaten Vereinigte Staaten57,9
The Walt Disney CompanyVereinigte Staaten Vereinigte Staaten57,0
AmazonVereinigte Staaten Vereinigte Staaten53,2
ByteDanceChina Volksrepublik Volksrepublik China49,0
Charter CommunicationsVereinigte Staaten Vereinigte Staaten43,7
Sony CorporationJapan Japan39,2
WarnerMediaVereinigte Staaten Vereinigte Staaten30,1

Die Liste wird dominiert von US-Konzernen. Größter deutscher Medienkonzern mit 18,7 Mrd. US-Dollar Umsatz ist dieBertelsmann SE & Co. KGaA.

Wirtschaftliche Aspekte

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Medienunternehmen sind wesentliche Urheber und Träger vonMode- undMeinungsbildung in derBevölkerung.[19] Wegen ihrer realen oder vermutetenDeutungsmacht und ihrerEinflussmöglichkeiten auf dieöffentliche Meinung und politische Entwicklungen (Agenda Setting) stehen besonders die großen Medienkonzerne im Zentrum medienpolitischer und gesellschaftlicher Debatten.Medienkonzerne sindKonzerne im Medienbereich. Sie sind Zusammenschlüsse einer größeren Zahl rechtlich selbständiger Einzelunternehmen, die typischerweise den größten Teil ihres Umsatzes mit Presse-, Rundfunk-, Film-, Musik- oder Online-Inhalten erwirtschaften. Einige Medienkonzerne verfügen überBudgets in der Höhe vonNationalstaaten. Die sechs umsatzstärksten Medienkonzerne der Welt sind inUS-amerikanischem Besitz. DasUnternehmenswachstum ist enorm, vor allem das externe Wachstum durchUnternehmenskäufe. So führteComcast imGeschäftsjahr 2013 das Ranking mit 48,7 Mrd. Euro noch an, wurde inzwischen aber durchAlphabet Inc. und andere überholt. Die KonzerneGoogle,The Walt Disney Company,News Corporation undTime Warner belegen die Plätze zwei bis fünf.[20] Als Motoren und Moderatoren derGlobalisierung haben Medienkonzerne wirtschaftliche und meinungsbildende Macht.

In den „TIME-Industrien“ (Telekommunikation,Informationstechnologie,Massenmedien undEntertainment) verschwimmen die Grenzen.[21] Außerdem stirbt der Typus des klassischen „Medienmoguls“ mit politischer Wirkungsabsicht aus, den heute im Grunde nur nochRupert Murdoch in Reinform verkörpert. Figuren wieSilvio Berlusconi oderMichael Bloomberg, die mit Hilfe der Medien an die politische Front drängen, gibt es im Unterschied dazu häufiger. Medienunternehmer eines neueren Typus stellen z. B. die Google-ManagerSergey Brin,Larry Page undEric Schmidt dar. Sie betreiben Lobbying im Hintergrund und setzen auf Kooperationen mit den Wettbewerbern (Google Inc. z. B. mit Yahoo Inc.). Es sieht danach aus, als ob die Zukunft visionären Medienunternehmern gehört, die wirtschaftlich, technisch und publizistisch kompetent sind und mehr oder weniger offen politische Macht ausüben. Die neuen Manager müssen noch beweisen, ob sie sich langfristig auf einem unübersichtlichen, schnelllebigen Markt durchsetzen können. Dass die neuen Medienunternehmer nicht bloß Werbegelder einkassieren, sondern auch politische Macht ausüben, zeigt beispielhaft das Abkommen zwischen Google Inc. und der chinesischen Regierung, das zum Blocken des Googleangebots in China führte.[22]

Literatur

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  • Ben H. Bagdikian:The New Media Monopoly. Beacon, Boston 2004,ISBN 0-8070-6187-5.
  • Lutz Hachmeister, Günther Rager (Hrsg.):Wer beherrscht die Medien? Die 50 größten Medienkonzerne der Welt. Jahrbuch 2005. C. H. Beck, München 2005,ISBN 3-406-52832-5.
  • Claudia K. Huber:Medienkonzerne. In: Lutz Hachmeister:Grundlagen der Medienpolitik. Ein Handbuch. DVA, München 2008,ISBN 978-3-421-04297-2, S. 260–267.
  • Wolfgang Seufert:Medienwirtschaft. In:Bernad Batinic (Hrsg.), Markus Appel (Hrsg.):Medienpsychologie. Springer, Heidelberg 2008,ISBN 978-3-540-46894-3, S. 271–292.
  • Arnd Joachim Garth:Medienmanagement. Cornelsen, 2009

Weblinks

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Einzelnachweise

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  1. Insa Sjurts, Strategien in der Medienbranche, 2005, S. 6
  2. Christoph Marquand/Johann August Meissner (Hrsg.),Kurz gefasste Geschichte des Buchdrucks, 1839, S. 26
  3. Frank Bösch,Mediengeschichte. Vom asiatischen Buchdruck zum Computer. Frankfurt am Main, 2019, S. 36 ff.;ISBN 978-3-593-39379-7
  4. Matthias Opdenhövel/Steffi Hugendubel-Doll (Hrsg.),Flipflops, iPod, Currywurst: Wer hat's erfunden?, 2012, S. 272
  5. Matthias Opdenhövel/Steffi Hugendubel-Doll (Hrsg.),Flipflops, iPod, Currywurst: Wer hat's erfunden?, 2012, S. 272
  6. Paul Raabe,Bücherlust und Lesefreuden, 1984, S. 111;ISBN 978-3-476-00556-4
  7. Hans Amandus Münster,Die moderne Presse: Das Zeitungs- und Zeitschriftenwesen im In- und Ausland, Band 2, 1956, S. 211
  8. Susanne Höke,"Love it or Loath it - you can't ignore it" - Die tagesaktuelle Boulevardpresse in Großbritannien und Deutschland, 2004, S. 22
  9. Dagmar Lorenz,Journalismus, 2002, S. 35
  10. Elisabeth Kraus,Die Familie Mosse, 1999, S. 7 f.
  11. Daniel Gossel,Medien und Politik in Deutschland und den USA, 2010, passim;ISBN 978-3-515-09293-7
  12. Kurt Seeberger,Der Rundfunk, in: Wolfgang Stammler (Hrsg.),Deutsche Philologie im Aufriss. Band III, 1957, Sp. 666
  13. Master of Search Seeks Mastery of the TV Dial. In:New York Times vom 3. April 2007
  14. Insa Sjurts,Strategien in der Medienbranche, 2005, S. 6
  15. Zitate vonGerhard Schröder beiWikiquote
  16. Ranking – Die 10 größten deutschen Medienkonzerne 2007.
  17. Ranking – Die 50 größten Medienkonzerne 2007 (abgerufen am 16. April 2008)
  18. Statista,Ranking der 50 größten Medien- und Wissenskonzerne weltweit nach ihrem Umsatz im Jahr 2021, Juni 2022
  19. Bernd W. Wirtz,Handbuch Medien- und Multimediamanagement, 2003, S. 757
  20. mediadb.eu Mediendatenbank desInstituts für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM)
  21. Joachim Büschken/Margit Meyer/Rolf Weiber (Hrsg.),Entwicklungen des Investitionsgütermarketing, 1998, S. 232 f.
  22. Google’s China portal inaccessible in Shanghai, Beijing (Memento vom 20. Mai 2009 imInternet Archive) Forbes.com vom 2. März 2006.
Normdaten (Sachbegriff):GND:4129410-5 (GND Explorer,lobid,OGND,AKS)
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