Nach der Fusion von FCA und derPSA-Gruppe (Peugeot SA) am 16. Januar 2021 zuStellantis ist Maserati die einzige Marke im Segment „Luxus“ des neuen Konzerns, mit einer eigenen globalen Vertriebsorganisation getrennt von dem Mehrmarkenvertrieb durch die nationalen Stellantis-Organisationen, wie z. B.Stellantis Deutschland GmbH (Sitz Rüsselsheim).
Vier Maserati-Brüder vor der Maserati-Werkstatt in Bologna
Die am 1.Dezember 1914 in Bologna gegründete Società Anonima Officine Alfieri Maserati (S. A. Officine Alfieri Maserati) war ein Familienunternehmen. Gründer warAlfieri Maserati. Drei seiner sechs Brüder traten später in den Betrieb ein.
Carlo (1881–1910),Bindo (1883–1980), Alfieri (1887–1932)[4], Mario (1890–1981),Ettore (1894–1990) undErnesto Maserati (1898–1975) wurden in derlombardischen StadtVoghera geboren. Die Eltern der alsFratelli Maserati (Maserati-Brüder) bekannt gewordenen Geschwister waren Rudolfo und Carolina Maserati. Ihr Vater war als Eisenbahningenieur tätig. Mit Ausnahme von Mario Maserati, der als Maler arbeitete, entwickelten alle Maserati-Brüder technische Affinitäten.[5]
Carlo Maserati baute 1898 sein erstes Motorrad, mit dem er wiederholt an Rennen teilnahm. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde er Test- und Rennfahrer für Fiat und arbeitete zeitweise mitVincenzo Lancia zusammen. 1903 wechselte er zuIsotta Fraschini, 1907 zuBianchi und 1909 zuJunior. 1910 starb Carlo Maserati an derTuberkulose.[5]
Alfieri und Bindo Maserati waren ihrem Bruder Carlo 1903 zu Isotta Fraschini gefolgt. 1910 gingen sie im Auftrag desMailänder Automobilherstellers nach Argentinien, um in der dortigen Isotta-Niederlassung zu arbeiten. Alfieri konstruierte inBuenos Aires einen Rennwagen mit Isotta-Technik, den er selbst bei Automobilwettbewerben einsetzte, aber schon 1914 kehrten die Maserati-Brüder nach Italien zurück.
Am 1. Dezember 1914 gründete Alfieri Maserati in Bologna sein eigenes Unternehmen, in dem Kundenautos von Isotta Fraschini für Rennsporteinsätze vorbereitet werden sollten. Mit dem Eintritt Italiens in denErsten Weltkrieg kam die Tätigkeit der Werkstatt weitgehend zum Erliegen. Alfieri Maserati entwickelte in dieser Zeit Zündkerzen, sein Bruder Ernesto, der anfänglich ebenfalls für Alfieri gearbeitet hatte, konstruierte in der Kriegszeit Flugzeugmotoren fürFranco Tosi.[5][6][7]
Nach dem Kriegsende nahmen Alfieri, Ernesto und Ettore Maserati den Werkstattbetrieb wieder auf. Sie konstruierten im Auftrag von Isotta Fraschini[6][8] und ab 1922 fürDiatto einige Rennwagen, die einzelne Erfolge beiGrand-Prix-Rennen erzielten. Als sich Diatto 1925 aus dem Automobilrennsport zurückzog, übernahmen die Maserati-Brüder die Konstruktion. Aus diesem Projekt wurde derMaserati Tipo 26, der erste Rennwagen der den Markennamen Maserati trug.[7] Im April 1926 erzielte der von Alfieri Maserati gefahrene Wagen bei derTarga Florio in der 1,5-Liter-Klasse den ersten Klassensieg des Unternehmens. Nach zunächst nur vereinzelten weiteren Renneinsätzen nahm Maserati ab 1929 regelmäßig an Automobilsportveranstaltungen teil. Das Unternehmen unterhielt ein Werksteam, verkaufte seine Fahrzeuge aber auch an unabhängige Kunden. Mit der Einführung des Maserati Tipo 6CM im Jahr 1936 stellte sich anhaltender Erfolg ein; Maserati gewann bis zum Ausbruch desZweiten Weltkriegs insgesamt 19 Rennen.[6]
Die Orsi-Ära: Rennerfolge und die ersten Straßensportwagen
1932 starb Alfieri Maserati 44-jährig an den Spätfolgen eines Rennunfalls. In der Folgezeit übernahm Bindo Maserati, der bislang bei Isotta Fraschini gearbeitet hatte, die Leitung der Officine Alfieri Maserati, während Ettore für Entwicklung und Verwaltung zuständig war.[9]
Ungeachtet der Rennerfolge entwickelte der Betrieb nicht mehr die Dynamik, die er zu Lebzeiten Alfieri Maseratis gehabt hatte.[9] 1937 verkauften die verbliebenen Maserati-Brüder das Unternehmen an den aus Modena stammenden IndustriellenAdolfo Orsi, der in seiner Heimatstadt mehrere Stahlwerke betrieb und landwirtschaftliche Maschinen sowie Werkzeugmaschinen herstellte.[9] Orsi wollte die Rennerfolge Maseratis vor allem zu Werbezwecken für seine anderen Betriebe nutzen.[10] Bis in die Nachkriegszeit hinein erschien der Name Maserati nicht nur auf Automobilen, sondern auch auf technischen Geräten, die im Orsi-Konzern produziert wurden. Maserati fertigte in dieser Zeit unter anderem auch Motorräder. Die Maserati-Brüder Bindo, Ernesto und Ettore blieben zehn Jahre lang als Berater in dem Unternehmen, dessen Sitz zu Beginn der 1940er-Jahre nach Modena verlagert wurde. 1947 trennten sie sich von Maserati und gründeten mitOfficine Specializzata Costruzioni Automobili (OSCA) in Bologna einen Konkurrenzbetrieb.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war der Orsi-Konzern wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten ausgesetzt. Dazu gehörten zahlreiche, teilweise gewaltsam verlaufende Streiks der Belegschaft, in denen Folge auch das Maserati-Werk zeitweise geschlossen war. 1950 kam es zu einer Neustrukturierung des Konzerns, die zu einer Herauslösung Maseratis führte. Künftig war Adolfo Orsi zusammen mit seinem Sohn Omar nur noch für die Leitung des Rennwagenherstellers zuständig, während die anderen Betriebe des Konzerns von Orsis Geschwistern geleitet wurden.
Maserati 250F
Nachdem sich die Turbulenzen der frühen Nachkriegszeit gelegt hatten, entwickelte sich Maserati in den 1950er-Jahren zu einer festen Größe im Automobilrennsport. Dieser Prozess wurde durch den Rückzug des zuvor dominierendenAlfa-Romeo-Teams begünstigt. Der 1953 konstruierteMaserati 250F war einer der am weitesten verbreitetenFormel-1-Wagen seiner Generation; er ging bis 1960 bei 46 Weltmeisterschaftsläufen und zahlreichenFormel-1-Rennen ohne Weltmeisterschaftsstatus an den Start.[11] Maserati unterhielt in diesen Jahren regelmäßig ein Werksteam; darüber hinaus meldeten zahlreiche Privatfahrer Maserati-Konstruktionen. Im Jahr1957 gewannJuan Manuel Fangio mit dem Maserati-Werksteam die Fahrer-Weltmeisterschaft; es war Fangios fünfter Weltmeistertitel. 1958 zog sich Maserati aus finanziellen Gründen aus der Formel 1 zurück; Kundenfahrzeuge waren allerdings noch bis 1960 im Einsatz, und Maserati-Motoren fanden sich bis in die späten 1960er-Jahre inCoopers Formel-1-Wagen. Nach einigen Jahren ohne Motorsportengagement war Maserati in den frühen 1960er-Jahren mit Autos wie demTipo 61 („Birdcage“) wieder bei Sportwagenrennen erfolgreich.
Maserati 3500 GTMaserati Quattroporte I
Nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen vollzog Maserati in den 1950er-Jahren den Wechsel vom reinen Rennwagenhersteller zum Produzenten von Straßensportwagen: Ähnlich wie dieScuderia Ferrari war auch Maserati auf zusätzliche Einnahmen angewiesen, um den Rennbetrieb erfolgreich aufrechtzuerhalten. Diese Einnahmen ließen sich nur durch den Verkauf von Straßensportwagen erreichen. Während Maseratis erstes Serienmodell, derA6, nur in zweistelliger Stückzahl entstand, wurde sein Nachfolger3500 GT mit standardisierterTouring-Karosserie nahezu 2000 Mal hergestellt. Maseratis Geschäftsführer Omer Orsi erweiterte die Produktpalette in den folgenden Jahren konsequent. Im Bereich der Supersportwagen entstand der5000 GT, der unter anderem den Zweck verfolgte, nicht genutzte Rennwagenkomponenten zu verwerten. Andererseits etablierte derQuattroporte I von 1963 Maserati außerdem im Bereich der Sportlimousinen. In den frühen 1960er-Jahren entwickelte sich Maserati damit zu einem ernsthaften Konkurrenten für Ferrari. Maserati erreichte zeitweise dessen Produktionszahlen;Lamborghini, der 1963 als weiterer Konkurrent hinzugekommen, wurde meist sogar übertroffen. Zwar war die Fahrwerkstechnik der traditionellen Maserati in dieser Zeit wenig aufwendig – die bis 1975 bei einigen Sportwagen der Marke verbauten hinteren Blattfedern ließen die Autos in den Augen der Presse als „sehr schnelle Lastwagen“[12] erscheinen – im Stil und in der Erscheinung galten sie aber im Vergleich zu Ferrari als mindestens gleichwertig.[13]
Maserati MistralMaserati Ghibli
Mit dem 1963 vorgestelltenMistral begründete das Unternehmen die Tradition, seine Straßensportwagen nach Winden des Mittelmeerraums zu benennen. Ihr folgten viele, aber nicht alle späteren Modelle.[14] Das galt etwa für denGhibli, der nach Ansicht vieler Beobachter zu den schönsten jemals produzierten Sportwagen gehört,[15] denBora und denKhamsin sowie in späteren Jahren für denKarif undShamal.
Citroën: Mittelmotorsportwagen und ambitionierte Technik
Ende der 1960er-Jahre geriet Maserati in wirtschaftliche Schwierigkeiten, die der Orsi-Konzern nicht mehr auffangen konnte. 1968 übernahm daraufhin der französische GroßserienherstellerCitroën über 60 Prozent der Unternehmensanteile.Giulio Alfieri blieb Maseratis Chefkonstrukteur. Er modernisierte schrittweise die Modellpalette des Unternehmens und griff dabei, den Vorgaben des neuen Eigentümers folgend, wiederholt auf Konstruktionen Citroëns zurück. Das betraf insbesondere die ambitionierte Hydraulik, die Maseratis neue Modelle im Bereich der Lenkung und der Bremsen übernahmen. In die Citroën-Ära fällt auch die Einführung derMittelmotor-SportwagenMerak und Bora, die ein für Maserati neues technisches Konzept umsetzten. Die ebenfalls von Alfieri konstruierten Autos sollten in größeren Stückzahlen produziert werden und neue Käufergruppen erschließen. Dementsprechend wurde der vergleichsweise preiswerte, mit einem Sechszylindermotor ausgestattete Merak als Konkurrent desPorsche 911 positioniert. Der Sechszylindermotor des Merak fand zeitgleich imCitroën SM Verwendung.
Citroëns Planungen ließen sich allerdings nicht verwirklichen. Weder der Merak noch der Bora erreichte die erwarteten Stückzahlen. Zudem scheiterte die Einführung einesQuattroporte-Nachfolgers mit Citroën-Technik bereits im Entwicklungsstadium. Schließlich ließ der Absatz der weiterhin produzierten traditionellen Sportwagen mit verbrauchsintensiven Achtzylindermotoren angesichts derÖlkrise Mitte der 1970er-Jahre stark nach. Allein 1974 beliefen sich Maseratis Verluste auf 5 Mio US-$.[16] Letztlich geriet auch Citroën selbst in wirtschaftliche Schwierigkeiten und wurde vom bisherigen KonkurrentenPeugeot übernommen. Infolge dieser Entwicklungen war Maserati 1975 zahlungsunfähig und stand – ähnlich wie seine KonkurrentenIso,Aston Martin undMonteverdi – vor der Schließung.
De Tomaso: Großserienhersteller mit Biturbo-Technik
Um die Schließung Maseratis abzuwehren, gründeten die Mitarbeiter des Unternehmens 1975 ein Verteidigungskomitee und besetzten die Werkshallen. Auf Anweisung der italienischen Regierung übernahm die staatliche Holding GEPI die Maserati-Anteile von Citroën. Zu dieser Zeit begannen Übernahmeverhandlungen mit dem UnternehmerAlejandro de Tomaso, der unter der MarkeDe Tomaso seinerseits Sportwagen herstellte. De Tomaso kaufte Maserati letztlich im August für 300.000 Lire[17] – umgerechnet etwa 155 Euro (Stand 1998)[16] – und erhielt von der italienischen Regierung die Erlaubnis, die Belegschaft um 50 % zu reduzieren. Zu den Beschäftigten, die das Unternehmen verließen, gehörte auch der langjährige Chefingenieur Giulio Alfieri; er wechselte zu Lamborghini. Alejandro de Tomaso wurde Präsident des Unternehmens; die Geschäftsführung übernahm vorübergehend der WirtschaftswissenschaftlerRomano Prodi,[18] später Politiker und 2006 bis 2008italienischer Ministerpräsident.
Maserati Biturbo
De Tomaso setzte zunächst die Produktion der bekannten Sportwagen fort. Er ergänzte die Modellpalette mit demKyalami und demQuattroporte III zeitnah um zwei Fahrzeuge, die auf De-Tomaso-Technik basierten. Mittelfristig strebte er eine Neuausrichtung des Unternehmens an, die 1981 umgesetzt wurde. Mit dem kompaktenBiturbo sollte Maserati von einem Klein- zu einem Großserienhersteller werden. Die Biturbo-Familie bestimmte in den folgenden 15 Jahren das Bild des Unternehmens. Unter der Leitung De Tomasos entstanden neue Karosserieversionen, darunter Coupés mit drei unterschiedlichen Radständen, ein Cabriolet und eine viertürige Limousine. Auch im Motorenbereich entstanden zahlreiche Versionen: Es gab Motoren mit 2,0 l, für den Export später auch 2,5-l- und 2,8-l-Aggregate, zuerst mit Drei-Ventil-Technik, später dann mit vier Ventilen pro Zylinder. Schließlich wurde auch ein Achtzylindermotor mit 3,2 Litern Hubraum konstruiert, die Modellbezeichnungen waren verwirrend: Biturbo Si, 222, 228, 425, 430, 422, 2.24 v, 4.24 v, hinzu kamen der Biturbo Spyder, Karif und das ModellRacing. Das letzte neu vorgestellte Modell auf Basis der Biturbo-Struktur war derQuattroporte IV, der bis 2001 verkauft wurde.
Die Biturbo-Familie litt anfänglich unter erheblichen Qualitätsmängeln im Motoren- und im Karosseriebereich, die nach und nach behoben wurden. Insgesamt sicherte sie das Überleben Maseratis und der anderen zum De-Tomaso-Konzern gehörenden Unternehmen bis in die 1990er-Jahre hinein.
Die Einführung der Biturbo-Familie führte bei Maserati zu einem deutlichen Anstieg der Produktion. Von 498 Fahrzeugen im Jahr 1981 vervierfachte sich der Ausstoß im ersten vollen Biturbo-Jahr 1982 auf 2.265 Exemplare. 1983 entstanden fast 5400 Maseratis, 1984 sogar 6.300. Danach machten sich die Qualitätsmängel und die damit verbundene Beeinträchtigung des Rufs bemerkbar. Die Produktionszahlen pendelten sich in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre zwischen 2000 und 3000 Exemplaren pro Jahr ein, 1991 und 1992 wurden nur noch jeweils etwas mehr als 1000 Autos verkauft.[19][20] Ab 1984 machte Maserati mit dem Biturbo keinen Gewinn mehr; hinzu kamen hohe Kosten durch Garantieleistungen, die vor allem auf Motorendefekte zurückzuführen waren. Alejandro de Tomaso gewann zunächst den US-amerikanischen GroßserienherstellerChrysler als Investor, mit dessen VorstandsvorsitzendenLee Iacocca er schon 15 Jahre zuvor bei Ford zusammengearbeitet hatte. Aus dieser Verbindung entstand derChrysler TC by Maserati, der weitgehend in Italien gefertigt wurde. Das Auto konnte allerdings die Erwartungen nicht erfüllen, sodass sich Chrysler nach wenigen Jahren zurückzog. De Tomaso übertrug daraufhin im Herbst 1989 49 Prozent der Maserati-Anteile an Fiat. Fiat gewährte Maserati im Gegenzug „großzügige Bankkredite“[19][21], um den befürchteten Einstieg Mazdas bei De Tomaso zu verhindern.
1991 erschien Maserati wieder im Motorsport: Das Unternehmen entwickelte dasHomologationsmodellBarchetta, dessen StraßenversionBarchetta Stradale nie in Serie gebaut wurde. Dennoch existieren einige wenige zugelassene Barchetta – allesamt umgebaute Rennversionen. Ein Barchetta erhielt den 2,8-l-V6-Motor, während die Originale mit einer 2,0-l-Maschine Rennen fuhren.
Im Mai 1993 kaufteFiat die verbleibenden Maserati-Anteile. Alejandro de Tomaso hatte zuvor einen Schlaganfall erlitten.[20] De Tomaso finanzierte mit dem Verkaufserlös die Entwicklung desGuarà, des letzten Sportwagens seiner eigenen Marke. Bei Maserati wurde Eugenio Alzati geschäftsführender Direktor. Unter seiner Leitung entstanden der neueGhibli und derQuattroporte IV auf Basis der Biturbo-Motorenreihe.
Fiat unterstellte Maserati am 7. Juli 1997Ferrari. Ferrari kaufte zunächst 50 % und 1998 die übrigen 50 %.[20] Im Sommer 1997 stellte Ferrari die Produktion des Quattroporte IV vorübergehend ein. In den folgenden Monaten renovierte Ferrari die veralteten Fertigungsanlagen Maseratis mit dem Ziel, die Verarbeitungsqualität und die Effizienz zu erhöhen.[20][22] In dieser Zeit wurde derQuattroporte IV überarbeitet. Ab Mai 1998 war die zweite Serie der Limousine verfügbar. Zeitgleich erschien der neueMaserati 3200 GT, ein Coupé mit Karosserie vonGiorgetto Giugiaro, das nur noch im Motorenbereich Bezüge zur Biturbo-Familie aufwies, ansonsten aber vollständig neu konstruiert war.[20] Der 3200 GT und sein nur als Maserati Coupé bezeichneter Nachfolger prägten bis 2007 zusammen mit den davon abgeleiteten Cabriolets das Bild der Marke.
Maserati kehrte 2004 (nach 37 Jahren) in den Motorsport zurück. In diesem Jahr präsentierte das Unternehmen denMC12 GT1, der eine Weiterentwicklung desFerrari Enzo war und in derFIA-GT-Meisterschaft antreten sollte. 25 davon abgeleitete Straßenversionen namensMC12 wurden an „treue Kunden“ der Marke verkauft.
Im Jahr 2005 löste die Fiat-Holding Maserati aus der Ferrari-Maserati-Group heraus und führt sie als eigenständige Aktiengesellschaft analog zu Ferrari. Die enge Zusammenarbeit zwischen Maserati und Ferrari blieb weiterhin bestehen.
Im Jahr 2020 präsentierte Maserati in Modena das neue Produktportfolio des Unternehmens. Der SportwagenMC20 bildet die Spitze der neuen Entwicklungen. Auch Fahrzeuge mit Elektroantrieb sollten zukünftig angeboten werden.[23]
Anfang 2025 wurde publik, dass Stellantis rund 1,5 Milliarden Euro an Investment in Maserati streicht. Der Jahresabsatz hatte sich 2024 gegenüber dem Vorjahr mehr als halbiert.[24]
Maseratis Wurzeln liegen im Automobilrennsport. Noch bevor die Maserati-Brüder ihr eigenes Unternehmen gründeten, hatten sie Rennwagen mit Isotta-Fraschini-Technik konstruiert und bei Wettbewerben eingesetzt. Erst vier Jahrzehnte nach der Unternehmensgründung ging Maserati dazu über, auch Straßenfahrzeuge zu produzieren.
1947 gründete Adolfo Orsi das juristisch selbständige UnternehmenFabbrica Candele Accumulatori Maserati S.p.A., das strukturell nichts mit dem Rennwagenhersteller Maserati zu tun hatte, aber dessen Namen nutzte. Das ab 1949 von Adolfo Orsis Schwester Ida geleitete Unternehmen war in Modena ansässig.
1953 kaufte Orsi den kleinen Bologneser MotorradherstellerItalmoto, der kleine einzylindrige Zwei- und Viertaktmaschinen herstellte. Die Konstruktionen von Italmoto hatten den Ruf überdurchschnittlicher Qualität und verkauften sich gut. Orsi überführte den Betrieb nach Modena und vermarktete die Motorräder von 1953 bis 1960 unter dem Namen Maserati. Anfänglich blieben die Absatzzahlen auf dem Niveau von Italmoto; bald zeigten sich aber bei den Maserati-Motorrädern erhebliche Qualitätsmängel; aufgrund von Fertigungsfehlern kam es vielfach zu Kolbenklemmern. Der Ruf von Maseratis Motorrädern litt darunter, sodass der Absatz auf dem italienischen Markt bald einbrach. Eine Zeitlang wurden die Motorräder noch in Südafrika und in Südamerika verkauft; Ende der 1950er-Jahre stellte Orsi die Fertigung ein.[27]
Maurizio Tabucchi, Luciano Greggio, Dorko M. Rybiczka (Üb.):Maserati: Alle Grand Prix-, Sport- & GT-Fahrzeuge von 1926 bis heute. Heel, Königswinter 2004,ISBN 3-89880-211-6.
↑Der 1887 geborene Alfieri Maserati war das zweite Kind seiner Eltern, das diesen Namen trug. 1885 war bereits ein erster Alfieri Maserati auf die Welt gekommen, der im darauf folgenden Jahr verstorben war.