
Georg Martin Schiele (*17. Januar1870 inGroß Schwarzlosen,Altmark; †16. Februar1939 inSuckow,Mecklenburg) war eindeutscherPolitiker (Deutschkonservative Partei,DNVP,CNBL) und in derWeimarer Republik kurzzeitigReichsinnenminister sowie zweimalReichsernährungsminister.



Martin Schiele kam als Sohn von Karl Wilhelm Albert Schiele und Hermine Marie Emilie Schiele, geborene Ölze[1], zur Welt. Er stammte aus einer Landwirtsfamilie, schon sein Vater warRitterguts-Pächter. Er warevangelischen Glaubens[1]. Nach seinem Abitur inStendal und einer landwirtschaftlichen Ausbildung bewirtschaftete er ein Rittergut inNeu Schollene, das er gepachtet hatte und betätigte sich hier auch als Fabrikant. 1918 wurde das Ehepaar Besitzer der Ziegelei in Reckling, später auch in Neu-Schollene, wozu auch die Stärkefabrik in Neu-Molkenberg gehörte.
Nach demKapp-Putsch reaktionärerFreikorps gegen die Reichsregierung wurde gegen ihn wegen aktiver Beteiligung daran ermittelt, das Verfahren wurde jedoch 1924 eingestellt. Am 14. Juli 1920 heiratete seine Tochter Erika den Pfarrersohn und Offizier Oberleutnant (später Generalleutnant und Ritterkreuzträger) Otto Joachim Lüdecke (1895–1971).
Von August 1928 bis Oktober 1930 war Schiele Präsident desReichslandbundes, der Interessenvertretung der Landwirte im Deutschen Reich. Der Reichslandbund war vonnationalkonservativenGroßagrariern beherrscht, die ihn nach seinem Parteiwechsel zur eher kleinbäuerlichen Christlich-Nationalen Bauern- und Landvolkpartei zum Rücktritt zwangen. Als Vertreter des Reichslandbundes gehörte er zu den Organisatoren desVolksentscheides gegen den Young-Plan. Überdies war erEhrendoktor der Landwirtschaft der Landwirtschaftlichen Hochschule Bonn-Poppelsdorf und Aufsichtsratsmitglied der Getreide-Industrie & Commission AG in Berlin.[2]
Er starb in Berlin-Charlottenburg an einer Lebererkrankung.[1]
Am 24. Mai 1897 heiratete er Thekla Borchmann. Sie war Tochter des Ziegeleibesitzers Hubert Borchmann. Am 14. Juli 1920 heiratete seine Tochter Erika (geb. 26. Januar 1899) den Pfarrersohn und Offizier Oberleutnant (später Generalleutnant und Ritterkreuzträger)Otto Joachim Lüdecke (1895–1971).[3]
Schiele war im Kaiserreich Mitglied derDeutschkonservativen Partei. 1918 beteiligte er sich an der Gründung derDNVP. Am 22. Juli 1930 trat er zur CNBL über, da er die vonAlfred Hugenberg durchgesetzte Opposition der DNVP gegen dieWeimarer Republik und auch dessen agrarpolitische Vorstellungen nicht vertreten wollte.
Von 1897 an war Schiele Mitglied desKreistages imKreis Jerichow II, wo er seit 1907 demKreisausschuss angehörte.[2]
Schiele war von 1914, als er für den Sozialdemokraten Haupt nachgewählt wurde, bis 1918Reichstagsabgeordneter für den WahlkreisJerichow. Er gehörte 1919/1920 derWeimarer Nationalversammlung an und war anschließend bis 1930 erneut Reichstagsabgeordneter.
Schiele war vom 15. Januar bis zum 23. Oktober 1925 im Kabinett des parteilosenHans LutherReichsinnenminister. Vom 28. Januar 1927 bis zum 12. Juni 1928 war erReichsernährungsminister[2] im Kabinett desZentrumspolitikersWilhelm Marx. Im Februar 1928 legte er einNotprogramm für die Landwirtschaft vor, mit dem die Situation der Bauern verbessert und die Versorgung der Bevölkerung gesichert werden sollte.
Vom 30. März 1930 bis zum 30. Mai 1932 hatte er unterHeinrich Brüning (Zentrum) erneut das Amt des Reichsernährungsministers inne. Auch in dieser Amtszeit organisierte er mehrere Hilfsprogramme, unter anderem die Osthilfe für die Landwirtschaft. Ziel war vor allem die Schaffung eines stabilen Binnenmarktes mittelsagrarprotektionistischer Maßnahmen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schiele, Martin |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (DNVP, CNBL), MdR |
| GEBURTSDATUM | 17. Januar 1870 |
| GEBURTSORT | Groß Schwarzlosen, Altmark |
| STERBEDATUM | 16. Februar 1939 |
| STERBEORT | Zislow, Ortsteil Suckow, Mecklenburg |