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Martin Schiele

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Martin Schiele

Georg Martin Schiele (*17. Januar1870 inGroß Schwarzlosen,Altmark; †16. Februar1939 inSuckow,Mecklenburg) war eindeutscherPolitiker (Deutschkonservative Partei,DNVP,CNBL) und in derWeimarer Republik kurzzeitigReichsinnenminister sowie zweimalReichsernährungsminister.

Leben und Beruf

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Das Kabinett Brüning I am 31. März 1930: stehend 2. von links Martin Schiele
Martin Schiele im Kabinett Luther I (sitzend, 2. von rechts)
Grab von Martin Schiele

Martin Schiele kam als Sohn von Karl Wilhelm Albert Schiele und Hermine Marie Emilie Schiele, geborene Ölze[1], zur Welt. Er stammte aus einer Landwirtsfamilie, schon sein Vater warRitterguts-Pächter. Er warevangelischen Glaubens[1]. Nach seinem Abitur inStendal und einer landwirtschaftlichen Ausbildung bewirtschaftete er ein Rittergut inNeu Schollene, das er gepachtet hatte und betätigte sich hier auch als Fabrikant. 1918 wurde das Ehepaar Besitzer der Ziegelei in Reckling, später auch in Neu-Schollene, wozu auch die Stärkefabrik in Neu-Molkenberg gehörte.

Nach demKapp-Putsch reaktionärerFreikorps gegen die Reichsregierung wurde gegen ihn wegen aktiver Beteiligung daran ermittelt, das Verfahren wurde jedoch 1924 eingestellt. Am 14. Juli 1920 heiratete seine Tochter Erika den Pfarrersohn und Offizier Oberleutnant (später Generalleutnant und Ritterkreuzträger) Otto Joachim Lüdecke (1895–1971).

Von August 1928 bis Oktober 1930 war Schiele Präsident desReichslandbundes, der Interessenvertretung der Landwirte im Deutschen Reich. Der Reichslandbund war vonnationalkonservativenGroßagrariern beherrscht, die ihn nach seinem Parteiwechsel zur eher kleinbäuerlichen Christlich-Nationalen Bauern- und Landvolkpartei zum Rücktritt zwangen. Als Vertreter des Reichslandbundes gehörte er zu den Organisatoren desVolksentscheides gegen den Young-Plan. Überdies war erEhrendoktor der Landwirtschaft der Landwirtschaftlichen Hochschule Bonn-Poppelsdorf und Aufsichtsratsmitglied der Getreide-Industrie & Commission AG in Berlin.[2]

Er starb in Berlin-Charlottenburg an einer Lebererkrankung.[1]

Familie

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Am 24. Mai 1897 heiratete er Thekla Borchmann. Sie war Tochter des Ziegeleibesitzers Hubert Borchmann. Am 14. Juli 1920 heiratete seine Tochter Erika (geb. 26. Januar 1899) den Pfarrersohn und Offizier Oberleutnant (später Generalleutnant und Ritterkreuzträger)Otto Joachim Lüdecke (1895–1971).[3]

Parteien

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Schiele war im Kaiserreich Mitglied derDeutschkonservativen Partei. 1918 beteiligte er sich an der Gründung derDNVP. Am 22. Juli 1930 trat er zur CNBL über, da er die vonAlfred Hugenberg durchgesetzte Opposition der DNVP gegen dieWeimarer Republik und auch dessen agrarpolitische Vorstellungen nicht vertreten wollte.

Abgeordneter

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Von 1897 an war Schiele Mitglied desKreistages imKreis Jerichow II, wo er seit 1907 demKreisausschuss angehörte.[2]

Schiele war von 1914, als er für den Sozialdemokraten Haupt nachgewählt wurde, bis 1918Reichstagsabgeordneter für den WahlkreisJerichow. Er gehörte 1919/1920 derWeimarer Nationalversammlung an und war anschließend bis 1930 erneut Reichstagsabgeordneter.

Öffentliche Ämter

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Schiele war vom 15. Januar bis zum 23. Oktober 1925 im Kabinett des parteilosenHans LutherReichsinnenminister. Vom 28. Januar 1927 bis zum 12. Juni 1928 war erReichsernährungsminister[2] im Kabinett desZentrumspolitikersWilhelm Marx. Im Februar 1928 legte er einNotprogramm für die Landwirtschaft vor, mit dem die Situation der Bauern verbessert und die Versorgung der Bevölkerung gesichert werden sollte.

Vom 30. März 1930 bis zum 30. Mai 1932 hatte er unterHeinrich Brüning (Zentrum) erneut das Amt des Reichsernährungsministers inne. Auch in dieser Amtszeit organisierte er mehrere Hilfsprogramme, unter anderem die Osthilfe für die Landwirtschaft. Ziel war vor allem die Schaffung eines stabilen Binnenmarktes mittelsagrarprotektionistischer Maßnahmen.

Schriften (Auswahl)

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  • Wie kann die Landwirtschaft wieder rentabel werden? Eine Rede. 1929.
  • Der Schutz der Landwirtschaft. 1930.

Literatur

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Weblinks

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Commons: Martin Schiele – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. abcNr. 832, C. In: Standesamt Charlottenburg (Hrsg.):Sterberegister 1874-1986. Berlin 17. Februar 1939. 
  2. abcRobert Volz:Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Band 2:L–Z. Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1931,DNB453960294, S. 1627.
  3. Heike Brett: Hubert THEODOR BORCHMANN - Ziegeleibesitzer. 15. April 2017, abgerufen am 17. August 2025. 
Reichsinnenminister des Deutschen Reiches (1919–1945)
Reichsernährungsminister des Deutschen Reiches (1919–1945)
Kabinett Luther I – 15. Januar 1925 bis 5. Dezember 1925

Hans Luther (Reichskanzler, parteilos) |Gustav Stresemann (DVP) |Martin Schiele (DNVP) |Otto Geßler (DDP) |Josef Frenken (Zentrum) |Otto von Schlieben (DNVP) |Albert Neuhaus (DNVP) |Rudolf Krohne (DVP) |Gerhard Graf von Kanitz (parteilos) |Heinrich Brauns (Zentrum) |Karl Stingl (BVP)

Kabinett Marx IV – 28. Januar 1927 bis 12. Juni 1928

Wilhelm Marx (Reichskanzler, Zentrum) |Oskar Hergt (DNVP) |Gustav Stresemann (DVP) |Walter von Keudell (DNVP) |Heinrich Köhler (Zentrum) |Julius Curtius (DVP) |Martin Schiele (DNVP) |Heinrich Brauns (Zentrum) |Otto Geßler (DDP) |Wilhelm Groener (parteilos) |Wilhelm Koch (DNVP) |Georg Schätzel (BVP)

Kabinett Brüning I – 30. März 1930 bis 7. Oktober 1931

Heinrich Brüning (Reichskanzler, Zentrum) |Hermann Dietrich (DDP) |Julius Curtius (DVP) |Joseph Wirth (Zentrum) |Johann Viktor Bredt (Wirtschaftspartei) |Curt Joël (parteilos) |Paul Moldenhauer (DVP) |Ernst Trendelenburg (DDP) |Martin Schiele (DNVP → CNBL) |Adam Stegerwald (Zentrum) |Wilhelm Groener (parteilos) |Theodor von Guérard (Zentrum) |Georg Schätzel (BVP) |Gottfried Treviranus (KVP)

Kabinett Brüning II – 9. Oktober 1931 bis 30. Mai 1932

Heinrich Brüning (Reichskanzler, Zentrum) |Hermann Dietrich (DDP) |Wilhelm Groener (parteilos) |Curt Joël (parteilos) |Hermann Warmbold (parteilos) |Ernst Trendelenburg (parteilos) |Martin Schiele (CNBL) |Adam Stegerwald (Zentrum) |Gottfried Treviranus (KVP) |Georg Schätzel (BVP) |Hans Schlange-Schöningen (CNBL)

Personendaten
NAMESchiele, Martin
KURZBESCHREIBUNGdeutscher Politiker (DNVP, CNBL), MdR
GEBURTSDATUM17. Januar 1870
GEBURTSORTGroß Schwarzlosen, Altmark
STERBEDATUM16. Februar 1939
STERBEORTZislow, Ortsteil Suckow, Mecklenburg
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