
Marmon war einePkw-Marke, die vonNordyke Marmon & Company inIndianapolis (Indiana) von 1902 bis 1924 und von derMarmon Motor Car Company von 1924 bis 1933 hergestellt wurde.


Die Muttergesellschaft von Marmon wurde 1851 gegründet und stellte Mühlentechnik her. Ende des 19. Jahrhunderts fertigte man auch Maschinen für andere Bereiche. 1902 begann eine kleine Produktion automobiler Prototypen mit luftgekühlten V2-Motoren. Ein luftgekühlter Vierzylinder-V-Motor kam im Folgejahr, und die nächsten fünf Jahre beschäftigte man sich mit ersten V6- und V8-Motoren, bevor man sich konventionellenReihenmotoren zuwandte. Die Marmons hatten sich bald einen guten Ruf als zuverlässige, schnelle und große Autos erworben.
VomModell 32 aus dem Jahre 1909 wurde derWasp abgeleitet, der1911 erste Sieger desIndy-500-Rennens. Dieser Wagen besaß einen der erstenRückspiegel der Welt.
DasModell 34 von 1916 hatte einen Sechszylinder-Reihenmotor aus Aluminium, ein Material, das an diesem Wagen auch anFahrgestell und Karosserie verarbeitet wurde, um sein Leergewicht auf nur 1495 kg zu senken. Mit einem Modell 34 wurde eine Fahrt von Küste zu Küste durchgeführt, wobei der Rekord vonErwin „Cannonball“ Baker spektakulär gebrochen wurde.
1924 führte man neue Modelle ein, um das langlebige Modell 34 zu ersetzen, aber das Unternehmen kam in finanzielle Schwierigkeiten und wurde 1926 in dieMarmon Motor Car Co. überführt.
1929 führte Marmon ein Auto mit Achtzylinder-Reihenmotor zu einem Preis unter 1000 US-Dollar ein, nannte ihnRoosevelt und vermarktete ihn unter der MarkeRoosevelt,[1] aber derSchwarze Donnerstag des Jahres 1929 verschlimmerte die Probleme der Firma. 1927 hatte Howard Marmon seine Arbeiten am ersten V16-Motor der Welt begonnen, konnte aber erst 1931 das SerienmodellSixteen vorstellen. Da hatteCadillac bereits seinen V-16 eingeführt, der von dem ehemaligen Marmon-IngenieurOwen Nacker konstruiert worden war. AuchPeerless entwickelte einen V16 mit Hilfe eines ehemaligen Marmon-Konstrukteurs,James Bohannon.
DerMarmon Sixteen wurde nur drei Jahre lang gebaut und es entstanden 400 Stück. Sein Hubraum betrug 8046 cm³ und er leistete 200 bhp (147 kW). Der Motor hatte einen Aluminiumblock und Zylinderköpfe aus Aluminium; die Laufbuchsen waren aus Stahl und derZylinderwinkel betrug 45°.
1933 entstand alsPrototyp derMarmon HCM Special mit einemZwölfzylindermotor.
1933, im schlimmsten Jahr derWeltwirtschaftskrise, stellte Marmon den Bau von Automobilen ein.
Marmon bleibt als Erfinder des Rückspiegels, wegen der Einführung des V16-Motors und der Anwendung von Aluminium im Automobilbau in Erinnerung.
Zwar stellte Marmon die eigene Automobilproduktion ein, aber man stellte Komponenten für andere Autofirmen sowie LKW her. Als die Weltwirtschaftskrise den Markt für Luxusautomobile drastisch verkleinerte, tat sich die Marmon Car Company mitArthur (Colonel) Herrington zusammen, einem ehemaligen Armeeingenieur, der an der Konstruktion von Allradfahrzeugen beteiligt war. Die neue Gesellschaft hießMarmon-Herrington.
Marmon-Herrington begann erfolgreich, da man Bestellungen für Flugzeugtankfahrzeuge, Fahrlafetten mit Allradantrieb und die größten Lastwagen der damaligen Zeit für dieirakische Betreibergesellschaft der Ölpipeline erteilt bekam. Darüber hinaus gelang es der Geschäftsführung, das Unternehmen auf dem Markt für preisgünstige Allradfahrzeuge zu etablieren.
Dies ließ den Marmon-Herrington-Ford entstehen. Der Umbau von LKW-Fahrgestellen auf Allradantrieb ist bis heute der Hauptgeschäftszweck der Marmon-Herrington Company.
In den frühen 1960er-Jahren wurde Marmon-Herrington von der FamiliePritzker aufgekauft und Teil einer Firmengruppe, der man den NamenMarmon Group gab.
| Modell | Bauzeitraum | Zylinder | Leistung | Radstand |
|---|---|---|---|---|
| Modell A | 1904 | 4 Zyl. | 20 bhp (14,7 kW) | 2134 mm |
| Modell B | 1905 | 2286 mm | ||
| Modell C | 1906 | 24 bhp (17,6 kW) | ||
| Modell D | 30 bhp (22 kW) | |||
| Modell C-7 | 1907 | 24 bhp (17,6 kW) | 2438 mm | |
| Modell F | 35 bhp (25,7 kW) | 2642 mm | ||
| Modell G | 1908 | 40 bhp (29 kW) | 2642 mm | |
| Modell H | 50 bhp (37 kW) | 2896 mm | ||
| Modell 45 | 1909 | 60 bhp (44 kW) | 2997 mm | |
| Modell 50 | ||||
| Modell 32 | 1909–1914 | 32–40 bhp (23,5–29 kW) | 2845–3048 mm | |
| Modell 48 | 1913–1915 | 6 Zyl. | 48 bhp (35,3 kW) | 3683 mm |
| Modell 41 | 1914–1916 | 41–43 bhp (30–31,6 kW) | 3353 mm | |
| Modell 34 | 1916–1924 | 34–84 bhp (25–62 kW) | 3454 mm | |
| Modell 74 | 1925–1926 | 84 bhp (62 kW) | ||
| Little Marmon | 1927 | 8 Zyl. | 64 bhp (47 kW) | 3327 mm |
| Modell 75 | 1927–1928 | 6 Zyl. | 84 bhp (62 kW) | 3454 mm |
| Modell 68 | 1928–1929 | 8 Zyl. | 42–76 bhp (31–56 kW) | 2896 mm |
| Modell 78 | 86 bhp (63 kW) | 3048 mm | ||
| Modell 69 | 1930 | 76 bhp (56 kW) | 2997 mm | |
| Modell 79 | 107 bhp (79 kW) | 3175 mm | ||
| Big 8 | 125 bhp (92 kW) | 3454 mm | ||
| Modell 70 | 1931 | 84 bhp (62 kW) | 2870 mm | |
| Modell 88 | 125 bhp (92 kW) | 3302–3454 mm | ||
| Sixteen | 1931–1933 | 16 Zyl. | 200 bhp (147 kW) | 3683 mm |
| Modell 8-125 | 1932 | 8 Zyl. | 125 bhp (92 kW) | 3175 mm |