Marktführer

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DerMarktführer (englischmarket leader) ist in dervolks- undbetriebswirtschaftlichenAnalyse, insbesondere derWettbewerbstheorie undMarketinglehre einUnternehmen, das auf einemrelevanten Markt unter allenMarktteilnehmern den größtenMarktanteil amMarktvolumen oder derabgesetzten Menge (Stückzahlen) auf sich vereinigt. AufMakroebene spricht man von einemWeltmarktführer.

Das Ziel einerMarktführerschaft ist ein wesentlicher Bestandteil derWettbewerbsstrategie.[1] Der Marktführer kann Orientierungsmaßstab für dieWettbewerber sein, indem er denMarktpreis oder andereMarktdaten (Produktqualität,Kundendienst,Lieferzeit,Produktgarantien) früher als sie verändert. Damit setzt erAktionsparameter ein, und die anderen Wettbewerber können hierauf nur – wenn überhaupt – mitReaktionsparametern reagieren. DasRanking auf einem Markt (englischleague table) stellt häufig einStatussymbol für die Unternehmen dar; die führenden Anbieter können dies in derWerbung nutzen, andere Wettbewerber gelten lediglich als „Mitläufer“. So hat das Ziel, die Nummer eins auf dem Weltmarkt fürAutomobilhersteller zu werden, für einigeKonzerne höchste Priorität.[2] Hier führte 2014 nach UmsätzenToyota, gefolgt vonVolkswagen undGeneral Motors. Das gilt auch für dieAutomobilzulieferer, woContinental AG undRobert Bosch GmbH die Marktführer sind.

Inhaltsverzeichnis

Arten

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Man unterscheidet zwischenquantitativer undqualitativer Marktführerschaft.[3] Letztere besteht aus allen übrigen Kriterien und führt zurTechnologie-,Qualitäts- oderMarkenführerschaft. Da quantitative Daten wie der Marktanteil objektiveMesszahlen darstellen und am leichtesten erhoben werden können, ist die quantitative Marktführerschaft die am häufigsten erwähnte. Der größte Teil der mittelständischen Welt- und Europamarktführer legt quantitative Kriterien bei der Bestimmung seiner Marktführerschaft zugrunde: 72,6 % sind wertmäßiger, 46,6 % sind mengenmäßiger Marktführer.[4] Bei der quantitativen Marktführerschaft wird der absolute Marktanteil (Anteil eines Unternehmens am gesamten Marktvolumen) und der relative Marktanteil unterschieden. Letzterer setzt den Unternehmensumsatz in Bezug zum Umsatz bzw. der Absatzmenge des größten Wettbewerbers der Branche. Mit einem Wert des relativen Marktanteils von über 1 ist man Marktführer.

Je nach Ausdehnung gibt es folgendeMarktformen:

MarktbezeichnungWirtschaftsraumMarktpreisvolkswirtschaftliche
Ebene
Wochenmarktinnerhalb einerRegionVerkaufspreisMikrodaten
Binnenmarktinnerhalb einesStaatesBinnenmarktpreisMesodaten
Binnenmarktinnerhalb einerStaatengemeinschaftBinnenmarktpreisMesodaten
Weltmarktdie gesamteWelt umfassendWeltmarktpreisMakrodaten

DieAggregation derMarktdaten (insbesondereMarktvolumen) führt vom lokalisierbarenWochenmarkt über denBinnenmarkt zurMakroebene des gedachten, nicht lokalisierbarenWeltmarktes. Auf den Weltmärkten gibt esWeltmarktführer.

Wirtschaftliche Aspekte

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Die Marktführerschaft ist auch abhängig von derBetriebsgröße. Je größer die Betriebsgröße, umso wahrscheinlicher wird für ein Unternehmen eine Marktführerschaft sein. Der Marktführer kann aufgrund seiner BetriebsgrößeEconomies of scale realisieren, er gilt unter seinen Kunden als Standard und kann ihnen gegenüber eher einenLock-in-Effekt realisieren als andere Konkurrenten.[5] Marktführer besitzen oft einenKostenvorteil gegenüber ihren Konkurrenten, so dass die Economies of scale zumindest teilweise für die höhereRentabilität der Marktführer verantwortlich sind.

DerPreiswettbewerb im deutschenLebensmitteleinzelhandel zeigt, wie wichtig den Unternehmen Marktanteile sind.[5]Cashcows sind durch ihren hohen Marktanteil häufig Marktführer.[6] Mit einer Marktführerschaft geht meist auchPreisführerschaft,Qualitätsführerschaft oderKostenführerschaft einher. Die Marktführerschaft erbringt wegen des hohen MarktanteilsKostensenkungspotenziale, die durchLerneffekte,Know-how und größereMarktmacht möglich werden. Marktführer mit hohen Marktanteilen können jedoch am ehesten unter Marktanteilsverlusten leiden, weil die übrigen Wettbewerber bestrebt sind, Marktanteile zu Lasten der Konkurrenz hinzuzugewinnen.

Ab einem gewissen Ausmaß der Marktführerschaft kann wirksamer Wettbewerb spürbar behindert werden, was derWettbewerbspolitik der Europäischen Gemeinschaft entgegensteht.[7] Im deutschenKartellrecht, genauer imGesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen wird die Marktführerschaft nicht definiert, unter bestimmten Umständen wird sie jedoch als Indiz fürMarktbeherrschung angenommen.[8]

Siehe auch

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Einzelnachweise

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  1. ArtikelMarktführerschaft. In: Ludwig G. Poth, Gudrun S. Poth, Marcus Pradel:Gabler Kompakt-Lexikon Marketing A–Z. Wörterbuch. 3. Auflage. Gabler, Wiesbaden 2008,ISBN 978-3-8349-0141-5,S. 264.
  2. Marko Funke:Preisstrategien in der Automobilzulieferindustrie, 2014, S. 22.
  3. Jochen Becker:Marketing-Konzeption, 2006, S. 67.
  4. Eckart Schmitt:Strategien mittelständischer Welt- und Europamarktführer, 1997, S. 152.
  5. abThomas Bieger, Dodo zu Knyphausen-Aufseß, Christian Krys:Geschäftsmodelle,ISBN 978-3-642-18068-2.
  6. Gunnar Levknecht:Analyseansätze im strategischen Management, 2014, S. 12.
  7. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr. C 372 vom 9. Dezember 1997, 10. Absatz
  8. Jochen Glöckner:Kartellrecht – Recht gegen Wettbewerbsbeschränkungen. 2. Auflage. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2017,ISBN 978-3-17-032159-5, S. 481 ff.
Normdaten (Sachbegriff):GND:4218573-7(lobid,OGND,AKS)
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