Alscher studierte von 1984 bis 1990 Medizin an derAlbert-Ludwigs-Universität Freiburg.[2] 1990 promovierte er[3] mit dem Thema: „Eisen-, Kupfer- und Zinkkonzentrationen der Leber und ihre Bedeutung für computertomographische Leberdichtemessungen“ (magna cum laude). Im Anschluss wechselte er an dasRobert-Bosch-Krankenhaus (RBK) Stuttgart in die Abteilung fürGastroenterologie. 1992 wurde er approbiert. Er durchlief die Ausbildung zumInternisten[2] mit Rotationen in den Bereichen Gastroenterologie,Kardiologie,Hämatologie undNephrologie.[3][4] 1996 arbeitete Alscher am RBK in der Abteilung für Allgemeine Innere Medizin und Nephrologie. Im Jahr darauf schloss er dieFacharztweiterbildung für Innere Medizin ab und wurde 1998 zumOberarzt ernannt.[2]
Ab 1998 arbeitete er am Beth Israel Deaconess Medical Center und an derHarvard Medical School (USA) sowie 2001 am University Hospital Denver (USA).[3] Er erhielt die GebietsbezeichnungNephrologe (2002) undHypertensiologie (2004). 2003 wurde er an derUniversität Tübingen habilitiert[3] und 2004 zum leitenden Oberarzt ernannt.[2] 2007 übernahm Alscher die kommissarische Leitung des Notaufnahmezentrums am RBK. Die Universität Tübingen ernannte ihn 2008 zum außerplanmäßigen Professor. Im selben Jahr wurde er schließlich Chefarzt des Notaufnahmezentrums und der Abteilung Allgemeine Innere Medizin und Nephrologie am RBK.[2] 2009 wurde er zum Ärztlichen Direktor der Gesamtkliniken des RBK gewählt.
2011 wurde Alscher Vorsitzender der AG Telematik des Wissenschafts- und des Sozialministeriums Baden-Württemberg.[3] Nachdem 2012 die AG Gesundheitstelematik im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) Baden-Württemberg gegründet wurde, wählte man ihn 2013 zu deren Vorsitzenden.[5][6] Im Jahr 2014 war er Fachexperte desGemeinsamen Bundesausschusses in Berlin.[7]
Im Jahr 2016 wurde er Geschäftsführender Ärztlicher Direktor (Geschäftsführer der Robert-Bosch-Krankenhaus GmbH),[8][9] der Robert Bosch Gesellschaft für Medizinische Forschung (RBMF) und der MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum) Gesellschaft des Robert-Bosch-Krankenhauses.[7]
Während der Gründung des Bosch Health Campus leitete Alscher diesen gemeinsam mitLuise Hölscher, die 2021 jedoch aus der Geschäftsführung ausschied. Seither ist Alscher alleiniger Geschäftsführer. Am 1. April 2022 wurde der Bosch Health Campus schließlich offiziell gegründet.[10][11]
Alscher hat insbesondere im Bereich derPeritonealdialyse gearbeitet und dabei das Krankheitsbild der verkapselnden Peritonealdialyse systematisch bearbeitet. Die Mortalität, welche zuvor bei 85 % lag, konnte in den behandelten Patienten auf 19,4 % reduziert werden.[12] Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei medizinischen Expertensystemen (Computerprogramme, die den Arzt bei der Lösung von komplexeren Problemen wie ein Experte unterstützen können, indem sie Handlungsempfehlungen aus einer Wissensbasis ableiten), deren Analyse gemeinsam mit Kollegen aus den USA und Schweden zu einigen Arbeiten geführt hat.[13] Alscher hat mehrere Symposien und Jahreskongresse organisiert, zu erwähnen ist die Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Innere Medizin 2014 in Stuttgart und die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie in Berlin 2016.[14][15]
Des Weiteren setzt er sich in den Bereichen Rahmenbedingungen fürklinische Forschung, neue Gesundheitsberufe und Software für Wissensorganisationen ein.[7][16][17]
Mitgliedschaften und wissenschaftliche Vereinigungen
Alscher veröffentlicht mehr als 330 Fachartikel und Buchbeiträge[26] mit den Schwerpunkten nephrologische Erkrankungen incl. Nierenersatz (Peritonealdialyse,Hämodialyse, Transplantation), Systemerkrankungen, rheumatische Erkrankungen und Notfallversorgung.[3] Außerdem hielt er über 500 externe Vorträge.[26]
Bücher:
mit Boris Augurzky undChristian Karagiannidis:Die Gesundheit der Zukunft. Wie wir das System wieder fit machen Das Gesundheitssystem in Deutschland reformieren: Anforderungen, Probleme und Lösungsansätze aus Expertensicht. S. Hirzel, Stuttgart 2025,ISBN 978-3-7776-3499-9.
Mit Ulrich Kuhlmann, Joachim Böhler, Friedrich C. Luft und Ulrich Kunzendorf: Nephrologie: Pathophysiologie - Klinik - Nierenersatzverfahren. Thieme Verlag. 2015.ISBN 978-3-13-700206-2.
↑Florian Staeck:„Das herkömmliche Gesundheitssystem funktioniert nicht mehr.“ Interview in derÄrztezeitung, 42. Jahrgang, Nummer 51–52 vom 21. Dezember 2023, S. 22–24.
↑abcdeKlaus Eichmüller: Brennpunkt Notaufnahme: Mark Dominik Alscher wird neuer Chefarzt am RBK. In:Stuttgarter Zeitung, S. 19. 2. September 2008.
↑J. Latus, C. Ulmer, P. Fritz, B. Rettenmaier, D. Biegger, T. Lang, G. Ott, C. Scharpf, M. Kimmel, W. Steurer, M. D. Alscher, N. Braun:Encapsulating peritoneal sclerosis: a rare, serious but potentially curable complication of peritoneal dialysis – experience of a referral centre in Germany. In:Nephrology Dialysis Transplantation. Band 28, Nr. 4, April 2013, S. 1021–1030.doi:10.1093/ndt/gfs159
↑Matthias Wallenfels: E-Health: Innovationsoffene Nephrologen. In:Ärzte Zeitung, Nr. 178, S. 23. 14. September 2016.
↑Mark Dominik Alscher und Manfred Hopfeld:Telematik und Gesundheitsberufe. In: Gesundheitsberufe neu denken, Gesundheitsberufe neu regeln - Eine Denkschrift der Robert Bosch Stiftung.
↑Mark Dominik Alscher: Computereinsatz in der Medizin: Chance für eine hochwertige Versorgung. In:Deutsches Ärzteblatt 37/105, S. 1897. 12. September 2008.
↑Stephan Maaß: Kommt kein Mann zum Arzt... - "Welt"-Serie: Telemedizin könnte Besuche in der Praxis überflüssig machen - und den Kassen Milliardeneinsparungen bringen. In:Die Welt: Nr. 162, S. 12. 15. Juli 2013.
↑Sabine Rieser: Dialyseversorgung in Deutschland (II): Den hohen Standard sichern. In:Deutsches Ärzteblatt, 15/111, S. 623. 11. April 2014.
↑Vorstand. In: Südwestdeutsche Gesellschaft für Innere Medizin. Abgerufen am 25. August 2022.
↑Gisela Gross:Nierenschäden: Jeder Dritte ahnt nicht, dass er betroffen ist. In:Die Welt. 3. März 2017 (welt.de [abgerufen am 24. August 2022]).