
DieBasilika St. Michael inAbsam imösterreichischen BundeslandTirol, auchMarienbasilika Absam genannt, ist eine römisch-katholischePfarrkirche und die bedeutendsteMarien-Wallfahrtsstätte Tirols. Sie wurde am 24. Juni 2000 von PapstJohannes Paul II. zurBasilica minor erhoben. Kirchenrechtlich gehört sie zurDiözese Innsbruck.
Es gilt als erwiesen, dass die Kirche eineaugsburgische Gründung ist; dafür spricht unter anderem dasPatrozinium desErzengels Michael, der im Bistum Augsburg besonders verehrt wurde, sowie Augsburger Besitzungen in der Ortslage, wie sie seit 1071 urkundlich bezeugt sind.[1] Weitere Indizien, so der alte Grundbesitz der Pfarrei, deuten darauf hin, dass die Absamer Michaelskirche bereits seit dem 9. Jahrhundert bestand. Die früheste urkundliche Erwähnung stammt aber erst aus dem Jahr 1331.
Die ursprüngliche Kirche wurde 1413 vonBayern niedergebrannt und 1420 bis 1440 als dreischiffigespätgotischeHallenkirche wieder aufgebaut. Mittelalterliche Ausstattungsstücke sind ein gemalter Altar von 1470 und ein spätgotisches Kruzifix, dasFiegersche Kreuz von 1492.
Im 15. Jahrhundert wurde die Pfarrei nachHall in Tirol verlegt, die Michaelskirche wurde eineFilialkirche und infolgedessen vernachlässigt. Auch die Seelsorge wurde nicht mehr umfassend betrieben. Nach etlichen Klagen der Absamer konnte schließlich 1653 ein Kaplan bestellt werden, was dem Gemeindeleben wieder Auftrieb gab. EinErdbeben 1670 zog auch die Kirche in Mitleidenschaft. Der Turm musste restauriert werden. Dabei wurde in 46 Wochen Umbau die Dachpyramide durch eineLaterne ersetzt.
Im 18. Jahrhundert wurde die Kirchebarockisiert. Die Fresken stammen vonJosef Anton Zoller (1779). 1871 wurde das Dachmaterial ausgetauscht; die Laterne ist seitdem kupfergedeckt. Die Vorhalle wurde 1898 geschaffen.
DieOrgel wurde 1776 von dem OrgelbauerJohann Anton Fuchs erbaut. Unter der Anleitung des Konsulenten desBundesdenkmalamts, demOrgelsachverständigenEgon Krauss, wurde das Instrument im Jahre 1948 vonJohann Pirchner erstmals restauriert. Im Jahre 2002 wurde das Instrument vonChristian Erler (Schlitters/Zillertal) überholt und von dem Orgelbauer Vierintoniert. Es hat 23Register auf zwei Manualen undPedal. Die Trakturen sind mechanisch.[2]
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Das heutige Geläute wurde von der InnsbruckerGlockengießerei Grassmayr 1958 gegossen, nachdem das alte Geläute derBöhlerwerke weichen musste. Diese vier alten Glocken stehen heute vor der Kirche.
| Glocke Nr. | Gießer | Gussjahr | Nominal |
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| 1 | Grassmayr, Innsbruck | 1958 | H0 |
| 2 | d1 | ||
| 3 | fis1 | ||
| 4 | a1 | ||
| 5 | h1 |
Die Absamer Marienwallfahrt geht auf ein Ereignis am 17. Jänner 1797 zurück. Damals erschien laut zeitgenössischer Überlieferung auf der Fensterscheibe eines Bauernhauses einnicht mit Händen gemalter Frauenkopf, der als Erscheinung der Gottesmutter Maria gedeutet wurde. Nach anfänglichem kirchlichem und staatlichem Einspruch und verschiedenen Überprüfungen wurde das Bild am 24. Juni 1797 feierlich mit einer Prozession in die Pfarrkirche übertragen. Dort wird es seitdem alsGnadenbild verehrt. Eine große Nachbildung wurde außen über dem Portal angebracht.
Wichtigste Wallfahrtstage sind der 17. Jänner (Tag der Erscheinung) und der 24. Juni (Tag des zweiten KirchenpatronsSt. Johannes). Weiterhin wird am 17. Tag jedes Monats an die Erscheinung der Muttergottes gedacht. Von Gebetserhörungen zeugen zahlreicheVotivtafeln in der Kirche. Sie ist die erste nichtklösterliche Kirche Tirols, die zur Basilika erhoben wurde. Grund der Erhebung war die Bedeutung der Wallfahrt.
47.29566666666711.5015Koordinaten:47° 17′ 44,4″ N,11° 30′ 5,4″ O