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Marie Schnür

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Marie Schnür (1906)

Marie Christine Henriette Margarete Schnür, auchMarie Marc-Schnür, (*19. Februar1869 inWegezin; †16. Februar1934 inSwinemünde[1]) war eine deutscheMalerin,Illustratorin undSilhouetten-Künstlerin. Sie war von 1907 bis 1908 die erste Ehefrau des MalersFranz Marc.

Leben und Werk

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Umschlag derJugend, Nr. 30, 1904

Marie Schnürs Vater Ernst Friedrich entstammte der wohlhabenden Familie Schnür, die inCoburg imHerzogtum Sachsen-Coburg und Gotha ansässig war und dort ein großes Anwesen mit einer historischen Parkanlage besaß, von welcher heute nochSchnürs Pavillon alsBaudenkmal erhalten ist.[2]Ernst Friedrich Schnür (1838–1900) hatte in der preußischenProvinz Pommern die Tochter des Rittergutsbesitzers zu Wolckow und Lückow, Sophie Caroline Friederike Pogge (1845–1908), geheiratet und bewirtschaftete mit ihr das südwestlich vonAnklam im heutigenMecklenburg-Vorpommern gelegeneGut Wegezin. Dort wuchs Marie Schnür mit vier Schwestern auf.[3]

Franz Marc:Zwei Frauen am Berg, Skizze (1906). Marie Schnür (links) und Maria Franck[4]
Marie Schnür (links), Maria Franck und Franz Marc am Kochelsee, 1906

Sie besuchte die Schule desVereins der Berliner Künstlerinnen inBerlin und wurde dort vorwiegend vomGrafiker undBildhauerConrad Fehr unterrichtet. Früh zeigte sich ihre Begabung alsZeichnerin. Weitere Abschnitte ihrer Ausbildung absolvierte sie inMünchen beiLudwig Schmid-Reutte undWilhelm Dürr d. J.

Schnür arbeitete in München als Illustratorin für die wöchentlich erscheinende illustrierte ZeitschriftJugend (Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben).[5] Ihre Zeichnungen erschienen häufig auf den Titelseiten der Zeitschrift. Sie illustrierte auch Bücher und Liedtexte und war außerdem eine begabteSilhouetteurin.

Sie unterrichtete an derDamenakademie desMünchner Künstlerinnenvereins, wo sie die Klasse fürStillleben und Blumenbilder leitete. An der Akademie freundete sie sich mit ihrem elf Jahre jüngeren Kollegen und späteren Ehemann Franz Marc und dessen späterer zweiter EhefrauMaria Franck an, die damals als Schülerin an der Damenakademie eingeschrieben war. Im Sommer des Jahres 1906 führten die drei auf Marcs Wunsch hin inKochel am See eineMénage-à-trois. In diesen Monaten entstand Marcs GemäldeZwei Frauen am Berg, auf welchem Marie Schnür und Maria Franck zusammen abgebildet sind. Dort am Ufer desKochelsees nahm Marcs BruderPaul auch das Nacktfoto auf, auf dem alle drei zusammen zu sehen sind.

Am 19. Februar 1906 (an ihrem 37. Geburtstag) brachte Schnür in Paris heimlich ein uneheliches Kind zur Welt. Zum Vater des Kindes werden in den Quellen unterschiedliche Angaben gemacht; zum einen wird hier der MalerAngelo Jank genannt,[6] zum anderen der MünchnerAugust Gallinger, damals Doktor der Philosophie und Student der Medizin kurz vor dem Staatsexamen.[3] Sie durfte ihren Sohn Klaus Stephan Schnür jedoch nach damaliger Rechtsauffassung als unverheiratete Frau nicht allein erziehen, sondern musste ihn bei ihrer verwitweten Mutter lassen, die inzwischen inSwinemünde lebte. Um ihr Kind zu sich nehmen zu dürfen, so erinnerte sich Marcs zweite Ehefrau Maria Franck später, soll Schnür das Angebot Franz Marcs angenommen und ihn am 27. März 1907 in München-Obermenzing pro forma geheiratet haben, wohl wissend, dass dieser mit ihrer Schülerin Maria Franck liiert war und die Ehe mit ihr gar nicht vollziehen wollte.[7][8] Wahrscheinlicher scheint, dass Marc diese „rührselige Geschichte“ erfand, um die aufgebrachte Maria Franck zu beruhigen, während seine dritte Geliebte,Annette Simon-von Eckardt, eher still unter der Eheschließung litt.[9] Bereits im Juli 1908, nach etwas mehr als einem Jahr, wurde die Ehe mit Marie Schnür wieder geschieden.[10] Entgegen den vorherigen Absprachen klagte sie bei der Scheidung überraschend auf Ehebruch Marcs mit Maria Franck und verhinderte so für mehrere Jahre, dass Franz Marc und Maria Franck heiraten konnten.

In München pflegte Schnür freundschaftliche Kontakte zuGertraud Rostosky, die sie in der Damenakademie kennengelernt hatte,[11] und zu der KünstlergruppeDie Scholle, deren Mitglieder teilweise wie Schnür für die ZeitschriftJugend arbeiteten. Als Mitglied eines Künstlerkreises um die Malerin und IllustratorinMarion Gräfin Kaulitz entwarf Schnür 1908 auch anspruchsvolleKünstlerpuppen und nahm mit diesen an einer Ausstellung im MünchnerKaufhaus Hermann Tietz teil.
Im Jahr 1910 gabAlexander von Bernus, der zu jener Zeit dort das kleine TheaterSchwabingerSchattenspiele betrieb, ein Buch für Kinder und Jugendliche mit dem TitelSieben Schattenspiele. Mit vierzehn Schattenbildern heraus, in welchem auch Figurenentwürfe von Schnür enthalten waren[12].

Nach der Scheidung von Franz Marc und dem Tod ihrer Mutter im selben Jahr ließ sich Schnür in Swinemünde nieder. Auf einem Werk aus dem Jahr 1918 wird ihr Wohnort dann mit Berlin angegeben.[5] Über ihren weiteren Lebensweg ist kaum etwas bekannt.

Marie Marc-Schnür starb wenige Tage vor Vollendung ihres 65. Lebensjahres am 16. Februar 1934 in Swinemünde, wo sie an der Adresse Dünenstraße 8 als Kunstmalerin gemeldet war.[1]

Werke

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Badehaus an einem Alpensee (ohne Datum)
Kind mit Bilderbuch (um 1900)

Literatur

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  • Marie Schnür. In: Stephan Sehlke:Pädagogen – Pastoren – Patrioten: Biographisches Handbuch zum Druckgut für Kinder und Jugendliche von Autoren und Illustratoren aus Mecklenburg-Vorpommern von den Anfängen bis einschließlich 1945. Verlag Books on Demand, 2009.(books.google.de)

Weblinks

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Commons: Marie Schnür – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. abSterberegister Swinemünde, Eintrag Nr. 46 vom 17. Februar 1934.
  2. Chronik des Schnür’schen Grundstücks; Erwähnung von Marie Schnür als berühmte Enkeltochter (Memento vom 19. Dezember 2018 imInternet Archive)
  3. abBrigitte Roßbeck:Franz Marc: Die Träume und das Leben – Biographie. 2015,ISBN 978-3-88680-982-0.(books.google.de)
  4. Annegret Hoberg, Isabelle Jansen:Franz Marc. Werkverzeichnis. Band I:Gemälde. Beck, München 2004,ISBN 3-406-51139-2, S. 82, Nr. 48.
  5. abSoldaten-Abschied. In:Jugend. Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben. Nr. 6, 1918, S. 107.(liederlexikon.de)
  6. Brigitte Salmen:Maria Marc. Leben und Lebenswerk, S. 8. In: Brigitte Salmen (Hrsg.):Maria Marc im Kreis des „Blauen Reiter“. Ausstellungskatalog, Schloßmuseum Murnau, 2004.
  7. Biografische Daten inMarc Family. Arolsen Collection,ISBN 978-5-87243-393-4.(books.google.de)
  8. Briefe von Franz Marc in:Franz Marc: Briefe, Schriften, Aufzeichnungen. Gustav Kiepenheuer, Leipzig 1989, S. 26.(zeno.org)
  9. Brigitte Roßbeck:Franz Marc. Die Träume und das Leben. München 2015.
  10. Franz Marc, Klaus H. Carl:Franz Marc. Parkstone International Verlag, 2013,ISBN 978-1-78310-166-5.(books.google.de)
  11. Biografische Informationen über Gertraud Rostosky und ihre Freundschaften (Memento vom 8. Februar 2015 imInternet Archive)
  12. Alexander von Bernus:Sieben Schattenspiele. Mit vierzehn Schattenbildern von Rolf Hoerschelmann, Dora Polster, Greta von Hoerner, Doris Wimmer, Karl Thylmann und Marie Schnür. Müller, München 1910,OCLC258646132.
Personendaten
NAMESchnür, Marie
ALTERNATIVNAMENSchnür, Marie Christine Henriette Margarete (vollständiger Name); Marc-Schnür, Marie (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNGdeutsche Malerin, Illustratorin und Silhouetten-Künstlerin
GEBURTSDATUM19. Februar 1869
GEBURTSORTWegezin
STERBEDATUM16. Februar 1934
STERBEORTSwinemünde
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