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Marc Chagall

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Marc Chagall im Juli 1941
(Fotografie vonCarl van Vechten, aus derVan Vechten Collection derLibrary of Congress)
Marc Chagall in den 1920er Jahren, Foto:Pierre Choumoff

Marc Chagall (* 24. Junijul. /6. Juli 1887greg.[1][2] in Peskowatik, heute Stadtteil vonWitebsk,Russisches Kaiserreich, heuteBelarus; † 28. März1985 inSaint-Paul-de-Vence,Frankreich)[3] war ein russisch-französischer,jüdischerMaler.

Sein Geburtsname war Мойше Хацкелевич Шагал /Moische Chazkelewitsch Schagal.[4]Das familiäre Umfeld, sein HeimatortWitebsk und Motive aus derBibel sowie aus demZirkus sind Hauptthemen seiner Bilder. Auch in seinen Mosaiken und in den von ihm gestalteten Fenstern undTheaterkulissen verwendete er die gleichen, stets wiederkehrendenSymbole. Chagall gilt als einer der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts. Er wird oft demExpressionismus zugeordnet und als „Maler-Poet“ bezeichnet.

Leben

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Anfänge – Witebsk und Sankt Petersburg

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Marc Chagall wurde am 24. Junijul. /6. Juli 1887greg. als ältestes von neun Kindern einer armenorthodoxen jüdischen Arbeiterfamilie im Vorort Peskowatik,[5] heute ein Stadtteil nördlich des Zentrums von Witebsk, geboren. Witebsk hatte damals rund 50.000 Einwohner, von denen die Hälfte Juden waren. Sein Vater Sachar war Arbeiter in einem Heringsdepot, seine Mutter Feiga-Ita führte ein kleines Lebensmittelgeschäft. Nach demCheder in Witebsk besuchte Chagall, nachdem seine Mutter den Lehrer bestochen hatte, die städtische Schule, die normalerweise keine Juden aufnahm. Chagall sprach nunRussisch stattJiddisch, nahm regelmäßig Gesangs- und Violinunterricht und begann zu zeichnen. 1906 schloss er die Gemeindeschule ab und wurde Schüler im Atelier des MalersJehuda Pen. Dieser hatte an derPetersburger Kunstakademie studiert und malte Porträts und Genrebilder im Stil der Jahrhundertwende.[6] Chagall besorgte sich die für Juden erforderliche Aufenthaltsgenehmigung fürSankt Petersburg, um nach seiner Lehrzeit bei Jehuda Pen in der Hauptstadt eine gründliche Ausbildung zum Künstler zu erwerben.

„Mit meinen 27 Rubeln in der Tasche, den einzigen, die ich im Leben von meinem Vater für die Reise erhielt, verschwinde ich, immer noch rosig und voller Locken, nach Sankt Petersburg, begleitet von meinem Kameraden. Es ist entschieden.“

Marc Chagall:inMein Leben[7]

Im Winter 1906/07 zog er mit seinem Freund Viktor Mekler nach Sankt Petersburg, wo er die Aufnahmeprüfung für die Kunstakademie nicht bestand. Daraufhin begann er im Frühjahr 1907 gemeinsam mit Mekler eine Ausbildung an der vonNicholas Roerich geleitetenSchule der Kaiserlichen Gesellschaft zur Förderung der Künste. Im Juli 1908 verließ Chagall die Schule und ging für kurze Zeit an die PrivatschuleSaidenberg. In dieser Zeit malte er das berühmte schwarz-weiße BildDer Tote, das oftmals ausgestellt wird.[8]

Von 1908 bis 1910 besuchte Chagall die Schule vonJelisaweta Swanzewa, durch deren LeiterLéon Bakst er mit der neueren Malerei bekannt wurde.[9] Während seiner Studienzeit bei Bakst fuhr Chagall oft nach Witebsk und lernte dort seine spätere FrauBella Rosenfeld kennen.

Aufenthalt in Paris

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Mit dem Erlös aus dem Verkauf zweier Bilder und einem kleinenStipendium seines GönnersMaxim Winawer reiste Chagall im September 1910 nachParis, wo er sich neue Anregungen für seine Kunst versprach, und bezog sein erstes eigenesAtelier in der Impasse du Maine (heute Rue Antoine Bourdelle), in der Nähe desGare Montparnasse.

„Paris! Für mich gab es kein schöneres Wort.“

Marc Chagall[10]

Er hoffte auf Unterstützung durch die dort lebenden russischen Künstler. Die russische Kunstszene hatte in Paris – mehr als im eigenen Land – zu dieser Zeit eine große Resonanz erfahren. „Nur die Entfernung, die zwischen Paris und meiner Heimatstadt liegt, hat mich abgehalten, sofort wieder zurückzukehren“, beklagte sich Chagall über die neuen Lebensumstände, mit denen er zunächst nicht zurechtkam. Später nannte er Paris jedoch sein „zweites Witebsk“.

„Damals hatte ich erkannt, dass ich nach Paris gehen musste. Die Erde, die die Wurzeln meiner Kunst genährt hatte, war Witebsk; aber meine Kunst brauchte Paris so nötig wie ein Baum das Wasser. Ich hatte keinen anderen Grund, meine Heimat zu verlassen, und ich glaube, ihr in meiner Malerei immer treu geblieben zu sein.“

Marc Chagall[11]

Chagall begann mitAktstudien wie beispielsweiseLiegender weiblicher Akt (1910) undRoter Akt (1911). Gelegentlich besuchte er den Abendakt in Privatakademien, unter anderem bei sogenannten Modernisten wieHenri Le Fauconnier.

Eingang zur KünstlersiedlungLa Ruche

Im Winter 1911/1912 zog Chagall in ein neues, größeres Atelier, genanntLa Ruche („Der Bienenkorb“), eine 1902 vom BildhauerAlfred Boucher gegründeteKünstlersiedlung im15. Arrondissement. Dort befand er sich inmitten der internationalenBohème von Paris. Er begegnete denAvantgardisten des Montparnasse wie den DichternGuillaume Apollinaire,Max Jacob,Blaise Cendrars und den MalernRobert Delaunay,Albert Gleizes,Fernand Léger undAmedeo Modigliani. Mit Apollinaire, Cendrars, Delaunay und Léger verband ihn bald eine besondere Freundschaft. Im neuen Atelier konnte Chagall sich auch größeren Bildformaten zuwenden. Die dortigen Maler und Dichter nannten Chagallle poète[3] („Dichter“).

Chagall liebte das Licht in Paris, das der französischen Hauptstadt den Beinamenla ville lumière („die Lichtstadt“) gab, er nannte es sogarla lumière-liberté („das Licht der Freiheit“), denn mit Paris und demEiffelturm, seinem Wahrzeichen, verband der aus demzaristischen Russland stammende Künstler die Idee der Freiheit, was er später durch den in seinen Bildern oft verwendeten Eiffelturm ausdrückte.

Chagall lebte allein und besuchte tagsüber Galerien und Museen, wo er erstmals die Original-Gemälde vonGauguin,Van Gogh und anderen bekannten Künstlern sah. Besonderen Eindruck machten auf ihn die Arbeiten vonMatisse im Herbstsalon desLouvre. Wenn er spät abends von seinen Spaziergängen mit den Eindrücken von Paris und den besuchten Galerien und Museen in sein Atelier zurückkehrte, malte er die Tageserlebnisse, wobei er seiner Phantasie freien Lauf ließ.

Kurz nach dem Einzug in sein Atelier imLa Ruche nahm Chagall amSalon des Indépendants und demSalon d’Automne teil, wo er in das Zentrum der französischen Kunst von 1910 eindrang.[12] Im Salon sah er erstmals die explosiven Farben derFauvisten und die ihm abstrakt scheinende Konstruktionsweise derKubisten. Von der befreiend revolutionären Reichweite des Fauvismus war Chagall nahezu überwältigt. Später schrieb er in seiner AutobiografieMein Leben: „Hier trat ich voll ein […] keine Akademie hätte mir all dies geben können, was ich entdeckte, als ich mich in die Ausstellungen von Paris, in die Schaufenster der Galerien, in seine Museen verbiss.“[12] Er sah in den freien Farben, den Deformationen und den vom inneren Vorstellungsbild beeinträchtigten Formen fürs Erste die grenzenlose Freiheit.[6]

Erste Versuche mit demKubismus sind in Chagalls BildIntérieur II (1911) festzustellen; eine erste eigene, zeitgemäßere Form entwickelte er mitMeiner Braut gewidmet (1911), dessen sexuelles Bildmotiv, das alspornografisch erachtet wurde, dazu führte, dass der Künstler es erst 1912 auf dem PariserFrühjahrssalon ausstellen konnte. Für Chagall war der Kubismus die „Sprache, in welcher sich die Magie der Welt ausdrücken ließ“. Chagall fand seinen Zugang zum Kubismus, anders als zeitgenössische Kollegen, nicht überPicasso, sondern über Robert Delaunay. Der Paroxysmus der Farben der Kubisten war es auch, der Chagall ermutigte, sich seiner explosiven Phantasie zu überlassen.

Viele der in dieser Periode entstandenen Bilder datierte Chagall später, wie heute bekannt ist, mit einer falschen Jahreszahl. So wurde etwaIch und das Dorf auf 1911 datiert, obwohl es schon imLa Ruche gemalt worden war. Der wichtigste Gefährte in den Pariser Jahren war der Dichter Blaise Cendrars, aus dessen Feder die TitelIch und das Dorf,Meiner Braut gewidmet sowieRussland, den Eseln und den anderen stammten. Bei Literaten wie Cendrars fand Chagall Anerkennung und Bestätigung für seine Arbeit, da er – außer für einige Grafiken – in dieser Zeit noch keine Käufer für seine Bilder gefunden hatte. So war es dann Apollinaire, der die Bildwelten Chagalls, die sich trotz der Nähe zum Kubismus davon abgrenzten, den Namensurnaturel („übernatürlich“) gab. Später nannte Apollinaire sie dannsurreal.

„Ich erinnere mich an den ersten Besuch von Apollinaire in meinem Atelier im Jahre 1912. Vor meinen Bildern aus der Zeit von 1908 bis 1912 gebrauchte er das Wort ‚surnaturalisme‘. Ich konnte nicht ahnen, dass 15 Jahre später die surrealistische Bewegung kommen würde.“

Marc Chagall[13]

Chagall sah und entdeckte in Paris für sichGouache – die Technik der mit Wasser angesetztenDeckfarbe auf Papier – und setzte diese nun als sein bevorzugtes Ausdrucksmittel ein. Sie ermöglichte ihm ohne Weiteres, seine spontanen Improvisationen zu malen, da das Material nicht teuer war. Während seiner vier Jahre in Paris malte Chagall Hunderte von Gouachen. Nur wenn er von vornherein ein greifbares Ergebnis erwartete, verwendete er Leinwände. Er bemalte kaum mehr als vierzig Leinwände, die er durch die Malereien mit Gouache vorbereitete. Chagall hatte sich die neuen französischen Malverfahren angeeignet, aber diese für sich verändert bzw. angepasst, damit sie seiner malerischen Phantasie halfen, seine Erinnerungen umzusetzen.[3]

„Chagall ist ein sehr begabter Kolorist und gibt sich allem hin, wozu seine mystische und heidnische Imagination ihn treibt: Seine Kunst ist sehr sinnlich.“

Guillaume Apollinaire[13]

1913 lernte Chagall über Apollinaire denBerliner KunsthändlerHerwarth Walden kennen und nahm noch im selben Jahr amersten Herbstsalon in Berlin teil. Nach drei Jahren verließ er zum ersten Mal Frankreich. Walden war ein Mentor desExpressionismus und Herausgeber desSturm, einer deutschen Zeitschrift für avantgardistische Kunst. Im Frühjahr 1914 organisierte Walden auf Fürsprache Apollinaires in seiner Berliner GalerieDer Sturm Chagalls erste Einzelausstellung, die dieser als Chance für einen internationalen Durchbruch betrachtete. Er reiste zurVernissage nach Berlin.[14]

Russland – Erster Weltkrieg und russische Revolution

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Jehuda Pen:Portrait Marc Chagall, 1915. (Pen war sein erster Lehrer in Witebsk.)
Das Kunstzentrum „Marc Chagall“ in Witebsk
Büste von Marc Chagall inKielce, Polen

Schon auf dem Weg zur Vernissage nach Berlin hatte Chagall die Absicht, seiner Familie, seiner Schwester, die bald ihren Geburtstag feiern sollte, und seiner Verlobten Bella Rosenfeld in Witebsk einen Besuch abzustatten. Er reiste deshalb nach Beendigung der Ausstellung am 13. Juni 1914 nach Russland. Während seines Aufenthaltes in Witebsk, der eigentlich nur für wenige Wochen geplant war, begann Ende Juli derErste Weltkrieg, wodurch die Grenze geschlossen und eine baldige Rückkehr nach Paris unmöglich wurde. Am 25. Juli 1915 heiratete Chagall Bella Rosenfeld in Witebsk,[15] gegen die Bedenken seiner Schwiegereltern.

„Sie brachte mir morgens und abends liebliche hausgebackene Kuchen ins Atelier, gebackenen Fisch, gekochte Milch, bunte Stoffe und sogar Bretter, die mir als Staffelei dienten. Ich öffnete nur mein Fenster, und schon strömten Himmelblau, Liebe und Blumen mit ihr herein. Ganz weiß gekleidet oder ganz in Schwarz, geistert sie lange schon durch meine Bilder, als Leitbild meiner Kunst.“

Marc Chagall[16]

Im Herbst 1915 musste das Ehepaar Chagall nachPetrograd umsiedeln. Dort wurde 1916 die Tochter Ida geboren. Um dem Militärdienst zu entgehen, arbeitete Chagall in einer Dienststelle für Kriegswirtschaft bei seinem Schwager Jakov Rosenfeld.[3] In Petrograd kam Chagall den neuen Tendenzen der Kunst in Russland näher. So griff er denPrimitivismus vonNatalia Gontscharowa undMichail Larionow auf, der seiner Bildauffassung nicht unähnlich war. Im November 1916 reiste er nachMoskau, um eine weitere Ausstellung zu eröffnen. Während der Zeit in Petrograd reiste Chagall, wenn es ihm möglich war, zurück nach Witebsk, um seine Familie zu besuchen. Er malte zu dieser Zeit überwiegend Bilder der ihn umgebenden Wirklichkeit, da ihn die Ereignisse des Weltkrieges prägten und seiner malerischen Phantasie beraubten, die er in Paris zurückgelassen zu haben schien. Die in Witebsk stationierten Soldaten, seine Familie, die Straßenszenen und die Landschaft um Witebsk lieferten ihm die Motive. Nachhaltig prägend für Chagalls Leben war nach seinen eigenen Angaben dieFebruarrevolution 1917, die er in Petrograd, dem Zentrum der Ereignisse, miterlebte.

Als dieOktoberrevolution ausbrach, kehrte der Künstler mit Frau und Tochter nach Witebsk zurück. Da Chagall von der Revolution begeistert war, versuchte er selbst am revolutionären Umbruch in Russland mitzuwirken. Er entwarf die Konzeption einer Kunstschule in Witebsk, die von dem vonLenin zum Leiter des Kulturministeriums bestimmtenAnatoli Wassiljewitsch Lunatscharski gebilligt wurde, den Chagall in Paris kennengelernt hatte. Dieser ernannte ihn am 12. September 1918 zum „Kommissar für die Schönen Künste“ imGouvernement Witebsk. Daraufhin gründete Chagall 1919 dieWitebsker Kunstschule, übernahm sogleich deren Leitung und erteilte Kunstunterricht. Es gelang ihm, Künstler der russischen Avantgarde wieKasimir Malewitsch,El Lissitzky undIwan Albertowitsch Puni ins Kollegium zu berufen.Dawid Jakerson leitete dasBildhauer-Atelier. Da Witebsk von den Hungersnöten in Russland weitgehend verschont blieb, kamen immer mehr Künstler an die Kunstakademie und wurden von Chagall als Lehrkräfte eingestellt.

Chagall organisierte im Rahmen seines neuen Amtes als Kommissar für die Schönen Künste im Gouvernement Witebsk Ausstellungen und Festlichkeiten und sorgte für die Neu- und Wiedereröffnung von Museen. In den Monaten April bis Juni 1919 nahm Chagall an der „Ersten Staatlichen Ausstellung revolutionärer Kunst“ im ehemaligenWinterpalais in Petrograd teil. Diesowjetrussische Regierung erwarb zwölf seiner Bilder.

Nachdem es zwischen ihm und Malewitsch immer wieder Streitigkeiten gegeben hatte, trat Chagall 1920 von der Leitung der Kunstakademie zurück. Zur damaligen Zeit gab es einen Richtungskampf um die zukünftige Kunst, bei welchem Malewitsch durch das BildSchwarzes Quadrat auf weißem Grund zu einem der führenden Köpfe dieses Kampfes wurde. Malewitsch propagierte seine Kunst als „reine Malerei“, was sich mit Chagalls Auffassung nicht vereinbaren ließ.

Chagall verließ mit seiner Familie Witebsk im Mai desselben Jahres in Richtung Moskau, wo die Familie in Armut leben musste. In dieser Zeit entwarf Chagall Wandbilder, Dekorationen und Kostüme für dasJüdische Theater in Moskau. Die staatliche Nachfrage nach seinen Arbeiten ließ in dieser Periode stark nach, da sie nicht mehr in die offizielle Ideologie von Kunst und Künstler passten. Zu dieser Zeit wurden die Künstler nach ihrer politischen Brauchbarkeit klassifiziert; in dieser Klassifizierung landete Chagall ziemlich weit unten, da Malewitsch für sie verantwortlich war und er nicht viel von Chagall hielt.

1921 betätigte sich Chagall als Zeichenlehrer in der Kriegswaisenkolonie inMalachowka bei Moskau. Noch im selben Jahr begann er mit der Niederschrift seinerAutobiographieMein Leben, in der er unter anderem die Missachtung seiner künstlerischen Individualität durch den Staat kritisierte.

Ein Jahr später verließ Chagall mit seiner Familie Russland in Richtung Berlin, um dort an seine Aufbruchszeit anzuknüpfen und sich mit dem Erlös seiner dort zurückgelassenen Bilder finanziell abzusichern. Gründe für die Ausreise waren neben seinen finanziellen Problemen die mangelnden Zukunftsaussichten. Wie zahlreiche Intellektuelle sah er seine Arbeit – seit Lenins Befehl zurSäuberung des Landes von „antisowjetischem“ Geist – durch behördliche Drangsalierung gefährdet.[17] Die Ausreisepässe besorgte ihm und seiner Familie sein Freund Lunatscharski. DieErste Russische Kunstausstellung Berlin 1922 zeigte seine GemäldeStraßenkehrer,Verwunderer,Die Hausfrau, AquarelleLiegende Frau undHaus sowie eine Reihe von Theater-Entwürfen:Verwundeter,Mann mit Ziege,Sitzender Mann,Alter Mann undZwei Köpfe.

Aufbruch – Berlin, Paris und Frankreich

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Marc und Bella Chagall, 1923 (Fotografie vonHugo Erfurth)

Als Chagall im Sommer 1922 in Berlin ankam, besuchte er Walden, der in der Zwischenzeit seine zurückgelassenen Bilder verkauft und das erlöste Geld auf ein Konto einbezahlt hatte. Das Guthaben war jedoch durch diedeutsche Inflation wertlos geworden. Chagall klagte vor Gericht auf Rückgabe von 150 Bildern. Als Entschädigung für seine beim Kriegsausbruch zurückgebliebenen Bilder kaufte das Gericht einige davon für ihn zurück. In Berlin lernte Chagall auch die lokal bekannte GesellschaftsfotografinFrieda Riess kennen. Deren Atelier war bekannt für exklusive Treffen der BerlinerHigh Society.

Noch im selben Jahr begann Chagall im Auftrag des Berliner KunsthändlersPaul CassirerRadierungen zu einer Buchausgabe vonMein Leben. Am 1. September 1923 siedelte Chagall mit seiner Familie nach Paris über, indem er der Aufforderung seines Freundes Blaise Cendrars folgte, der zu ihm sagte: „Komm zurück, du bist berühmt und Vollard erwartet dich!“[18] Er wurde von dem Pariser VerlegerAmbroise Vollard, einem Mentor der Kubisten und väterlichen Freund Picassos, den Chagall durch Cendrars kennengelernt hatte, beauftragt,Die toten Seelen vonNikolai Gogol zu illustrieren. 96 Radierungen zu dieser Ausgabe, die indes erst 1948 erschien, schuf Chagall bis 1927.

Es begann nun eine sehr produktive Periode, in der Chagall seine durch den Krieg verlorenen Bilder nach Reproduktionen oder aus seinen Erinnerungen nachmalte. Er wollte damit nicht nur seine finanziellen Verluste ausgleichen, sondern auch seiner Vorstellung gerecht werden, dass seine Bilder „immer ein Stück seines künstlerischen Ich“ seien. So malte er in den darauffolgenden Jahren die meisten seiner Bilder ein zweites Mal.[14]

Im Sommer 1924 reiste Chagall in dieBretagne, wo er die Schönheit der dortigen Landschaft entdeckte. Im selben Jahr zog er mit seiner Familie in ein Appartement an der Avenue d’Orléans, in welchem Jahre zuvor schon Lenin gewohnt hatte. In Paris veranstaltete der Künstler seine ersteRetrospektive.

Vollard beauftragte Chagall 1925 mit der Illustration für die Fabeln vonJean de La Fontaine. An seiner ersten Ausstellung inNew York 1926 nahm er nicht teil. Im selben Jahr griff er mit seinem BildDrei Akrobaten erstmals ein Zirkusmotiv auf, betört vom Zusammenspiel von Tanz, Theater und Musik. Eine Mappe mit einer Sammlung vonGouachen, die Chagall 1927 im Auftrag von Vollard anfertigte, wurdeCirque Vollard genannt. Von 1928 bis 1931 war Chagall mit den Radierungen zu denFabeln von La Fontaine beschäftigt. Auf derGroßen Berliner Kunstausstellung 1929 war er mit zwei Werken vertreten.[19]

Ein Vertrag mit dem KunsthändlerBernheim befreite Chagall und seine Familie von allen finanziellen Sorgen – die Familie zog in ein Haus im Pariser NobelviertelVilla Montmorency um[20] und konnte sich Reisen nach Südfrankreich leisten; außerdem reiste man in dieAuvergne und nachSavoyen.

Nachdem Vollard Chagall 1930 vorgeschlagen hatte, Illustrationen zurBibel anzufertigen, reiste dieser 1931 nachPalästina, um sich vor Ort mit den Landschaften der biblischen Welt vertraut zu machen. Insgesamt arbeitete Chagall von 1931 bis 1939 und von 1952 bis 1956 an den Bibel-Motiven.

„Ich kam nach Palästina, um gewisse Vorstellungen zu überprüfen, ohne Fotoapparat, sogar ohne Pinsel. Keine Dokumente, keine Touristeneindrücke, und trotzdem bin ich froh, dort gewesen zu sein. Von weit her strömten sie zurKlagemauer, bärtige Juden in gelben, blauen, roten Gewändern und mit Pelzmützen. Nirgendwo sieht man so viel Verzweifelung und so viel Freude; nirgends ist man so erschüttert und so glücklich zugleich beim Anblick dieses tausendjährigen Haufens von Steinen und Staub inJerusalem, in Sefad, auf den Bergen, wo Propheten über Propheten begraben liegen.“

Marc Chagall[21]

Nach einer Reise in dieNiederlande im Jahre 1932 hatte Chagall im darauffolgenden Jahr seine erste große Retrospektive in derKunsthalle Basel. Chagall reiste 1934 nachSpanien; im selben Jahr entstand das PorträtBella in Grün. Im Frühjahr 1935 reiste er nachPolen, wo er erkannte, dass die politische Wirklichkeit „eine Übermacht“ darstellte, der sich seine Bilder nicht mehr verschließen konnten. Für Chagall wurde in Polen zum ersten Mal die vom „Dritten Reich“ ausgehende Bedrohung für die jüdische Welt spürbar. Chagall war tief erschüttert, als er dasjüdische Viertel sah und noch mehr, als er als Augenzeuge mit ansehen musste, wie sein Freund Dubnow auf offener Straße als „Drecksjude“ beschimpft wurde.

1937 lebte Chagall inVilleneuve-lès-Avignon und reiste noch im selben Jahr nachItalien. Währenddessen wurden in Deutschland im Rahmen der Beschlagnahmeaktion für dieAusstellung „Entartete Kunst“ 59 Werke Chagalls konfisziert. 1938 erneuerte er seine Beschäftigung mit dem Thema derKreuzigung, die ihm als höchstes Symbol für Leiden galt. Im BildDie weiße Kreuzigung drückte er sein Entsetzen über die Judenverfolgung und den in Frankreich entflammtenAntisemitismus aus. 1939 hielt sich Chagall an derLoire und in derProvence auf und erhielt denCarnegie-Preis. Während dieser Periode lähmte die nationalsozialistische Judenverfolgung in Europa sein Schaffen. In mehreren Bildern – so auch in seinem WerkDie Zeit ist ein Fluss ohne Ufer (1930–1939) – stellte Chagall die Lähmung durch ein diagonal in den Uhrenkasten gestelltes Pendel dar. Die gefährliche Zeit steht für ihn förmlich still. Als im September 1939 derZweite Weltkrieg ausbrach, zog Chagall mit seiner Familie von der Loire ins südfranzösischeGordes, da ihm die größere Distanz zu Deutschland und dem Kriegsgeschehen auch eine gewisse Sicherheit vor einer möglichen Verhaftung und Deportation verschaffte.

GedenktafelVarian Fry, Potsdamer Straße 1, inBerlin-Tiergarten

„Wenn es je eine moralische Krise gab, so die der Farbe, der Materie, des Blutes und ihrer Elemente, der Worte und Töne, all jener Dinge, aus denen man ein Kunstwerk erschafft wie auch ein Leben. Denn selbst wenn man eine Leinwand mit Wülsten von Farbe bedeckt, gleichviel, ob dabei Umrisse zu erkennen sind oder nicht – und selbst wenn man Wort und Töne zur Hilfe nimmt –, so entsteht deshalb nicht unbedingt ein authentisches Kunstwerk.“

Marc Chagall[22]

Während Chagalls Aufenthalt inMarseille wurde er 1941 bei einer Polizeirazzia festgenommen. Die drohende Auslieferung an die Deutschen konnte durch Intervention der USA knapp verhindert werden. DasVichy-Regime bot Chagall keinen Schutz mehr. Aufgrund der Hilfe vonVarian Fry, dem Leiter desEmergency Rescue Committee, verließ er mit seiner Familie, mit einer Einladung desMuseum of Modern Art in der Tasche, am 7. Mai 1941 Frankreich. Am 10. Juni 1941 reisten die Chagalls auf derSS Mouzinho vonLissabon aus in die USA. Dieses Schiff war vomJoint Distribution Committee (JDC) komplett für europäische Flüchtlinge gechartert worden, die in den USA Schutz suchten. Unter den Passagieren befanden sich auch mehr als 100 Kinder, von denen viele zuvor in Internierungslagern in Südfrankreich gelebt hatten.[23]

„Das Wesentliche ist die Kunst, die Malerei, eine Malerei, die ganz anders ist, als alle Welt sie macht. Aber welche? Wird mir Gott oder sonst jemand die Kraft geben, dass ich den Bildern meinen Atem einhauchen kann, den Atem des Gebets und der Trauer, des Gebets um Erlösung und Wiedergeburt?“

Marc Chagall:inMein Leben[24]

Auswanderung – USA

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Familie Chagall traf am 23. Juni 1941, einen Tag nach demdeutschen Überfall auf die Sowjetunion, in New York ein. Nach einem kurzen Aufenthalt inPreston zogen sie in eine kleine Wohnung in New York. Dort traf Chagall auch Breton, Léger, Mondrian und Masson wieder, die schon vor ihm emigriert waren. Im Sommer des Jahres 1942 entwarf Chagall inMexikoBühnenbilder und Kostüme für das BallettAleko zur Musik vonTschaikowski, das am 10. September inMexiko-Stadt uraufgeführt wurde. Im Sommer des Jahres 1943 hielt sich Chagall wieder in den USA auf, amCranberry Lake (BundesstaatNew York). Das Kriegsgeschehen in Europa bewegte ihn auch bei der großen räumlichen Entfernung sehr. Zum Thema Schrecken und Zerstörung durch Kriege malte er eine Reihe von Bildern, wieDer Krieg oderDie Kreuzigung in Gelb. Seine Frau Bella, die ihn zu vielen Bildern inspiriert hatte, starb am 2. September 1944 an einemVirusinfekt. Sie und die Tochter Ida waren Gegenstand vieler seiner frühen berühmten Bilder. Durch den plötzlichen Verlust seiner Frau fiel Chagall in eineDepression und war monatelang unfähig zu malen.

„In Amerika habe ich gelebt und gearbeitet in einer Zeit der weltweiten Tragödie, die alle Menschen betroffen hatte. Während die Jahre dahingingen, bin ich nicht jünger geworden. Aber ich konnte in der Atmosphäre der Gastfreundschaft Kraft schöpfen, ohne dass ich die Wurzeln meiner Kunst verleugnen musste.“

Marc Chagall[25]

Im Jahr 1945 nahm er eine intime Beziehung zu seiner 28 Jahre jüngeren Haushälterin Virginia Haggard McNeil auf (* 1915), die ihre Tochter Jean (* 1940) mitbrachte. Virginia gebar 1946 den einzigen Sohn Chagalls,David McNeil; zu diesem Zeitpunkt war sie noch mit dem englischen Maler John McNeil verheiratet, daher erhielt David diesen Namen.

Im Frühjahr 1945 begann Chagall allmählich wieder Bilder zu malen. Darin wählte er häufig das Motiv der Braut. Noch im selben Jahr stattete er dasStrawinsky-BallettDer Feuervogel für dieMetropolitan Opera in New York aus. 1946 hatte Chagall eine Retrospektiv-Ausstellung im Museum of Modern Art in New York. In einer Vorlesung im selben Jahr in derUniversität von Chicago sagte er:

„Ich bin ein Maler und sozusagen ein unbewusst bewusster Maler. Es sind so viele Dinge im Reich der Kunst, für die schwer Schlüsselwörter zu finden sind. Aber warum eigentlich muss man unbedingt versuchen diese Tore zu öffnen? Manchmal scheint es, dass sie sich von selbst auftun, ohne Anstrengung, ohne überflüssige Worte.“

Diese „Schlüsselwörter“ finden sich als stets wiederkehrende Bildzeichen in Chagalls Werken.[26]

Seine Sehnsucht nach einem ruhigen Ort auf dem Lande, an dem er ausschließlich arbeiten und Bilder malen könnte, erfüllte sich in High Falls,[27] einem kleinen Dorf in denCatskill Mountains nördlich vonNew York, das Virginia für ihn entdeckte. Trotz der erforderlichen Umbau- und Renovierungsmaßnahmen an dem einfachen Holzhaus, das er dort erwarb, fühlte sich Chagall dort sehr wohl, lebte auf und wurde durch die Natur zu einer Reihe von Bildern angeregt.

Gedrängt von Bitten seiner Tochter Ida, die nach dem Ende des Kriegs bereits den Kunstmarkt in Paris sondierte, reiste Chagall im Mai 1946 zurück in die europäische Metropole, wo sich die Kunstszene neu belebte, Galeristen um exklusive Rechte wetteiferten und Freunde und Bekannte ihn seit langem aus dem Exil zurückerwarteten. Seine Zerrissenheit zwischen der Gastheimat Amerika und seiner schöpferischen Heimat Frankreich beschreibt Chagall in einem Brief aus Paris:

„Frankreich hat sich sehr verändert. Ich kenne es nicht wieder. Ich weiß, dass ich in Frankreich leben muß, aber ich will mich von Amerika nicht trennen. Frankreich ist ein fertiges Bild. Amerika muß erst noch gemalt werden. Vielleicht ist es das, was mich dort freier atmen läßt. Aber wenn ich in Amerika arbeite, ist es, als ob ich in einen Wald rufe, aus dem kein Echo kommt…
Ich…treffe…unzählige Menschen. Unmöglich, allein zu sein und zuarbeiten…“[28]

Trotzdem entstanden in Paris Skizzen in Gouache- undPastelltechnik, die er in den 1950er Jahren als Ölgemälde derPariser Serie fasste:Pont Neuf,Madonna of Notre Dame,Die Ufer der Seine,Quai mit Blumen. Chagall fühlte sich trotz vieler Begegnungen in Paris einsam und sehnte sich nach Virginia, dem einfachen Leben undHigh Falls zurück. Im August 1946 traf er wieder dort ein, wo in dem neu hergerichteten Atelier und unter dem Eindruck des blühenden Gartens eine Vielzahl von Bildern entstand, u. a.Green Dream,Arum Lilies,Bouquett with Flying Lovers,Die schöne Rothaarige,Selbstbildnis mit Wanduhr undDer gehäutete Ochse; im folgenden Winter malte erDie Auferstehung am Flussufer undDie Liebenden an der Brücke.

1947 hatte Chagall erneut eine Ausstellung imMusée d’art moderne de la Ville de Paris sowie weitere inAmsterdam undLondon. Außerdem vollendete er im selben Jahr seinen bereits 1923 begonnenenEngelsturz, in dem ein roter Engel kopfüber in die Tiefe stürzt. Nach reiflicher Überlegung beschlossen Chagall und Virginia im Sommer 1948, sich gemeinsam mit den Kindern endgültig in Frankreich niederzulassen.

Rückkehr – Europa

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Nach dieser gemeinsamen Übersiedlung im August 1948 nach Paris wohnten sie inOrgeval in der Nähe vonSaint-Germain-en-Laye. Chagall hatte Ausstellungen imStedelijk Museum in Amsterdam und in derTate Gallery in London, außerdem erhielt er seinen ersten Preis für Grafik auf der 25.Biennale von Venedig. Noch im selben Jahr wurdenLithografien, an denen er schon in New York gearbeitet hatte, unter dem TitelArabian Nights („Arabische Nächte“) veröffentlicht. 1949 zog er nachSaint-Jean-Cap-Ferrat in der Nähe vonNizza an derCôte d’Azur und fertigte für dasWatergate Theatre in LondonWandmalereien an. Erstmals beschäftigte er sich auch mitKeramik. Eine Retrospektiv-Ausstellung fand 1950 imKunsthaus Zürich statt.

Schleichende Entfremdung, der Altersunterschied von 28 Jahren, Virginias Bedürfnis nach Selbstentfaltung, eigenem Raum und eigener Zeit in der Beziehung und zum anderen Chagalls Vorstellung, dass auch die Beziehung zu ihr der Kunst unterzuordnen sei, unterschiedliche Bekannten- und Freundeskreise der beiden Partner und eine sich entwickelnde Beziehung Virginias zu dem belgischen Fotografen und MusikwissenschaftlerCharles Leirens führte 1952 zur Trennung des Paares. Kurze Zeit später, am 12. Juli 1952, heiratete Chagall die Russin Walentina Brodsky (1905–1993,[29] entfernt verwandt mitLasar Brodskyj[30]), die er liebevoll „Wawa“ nannte. Sie beeinflusste seine weitere Schaffenskraft sehr positiv. Mit ihr reiste er nachGriechenland, um sich auf die Lithographien zuDaphnis und Chloe vorzubereiten, mit denen er vom Kunstkritiker und VerlegerTériade beauftragt worden war. Dieser veröffentlichte im selben Jahr auch die Fabeln von La Fontaine mit Chagalls Illustrationen. Es folgte 1953 eine Ausstellung imPalazzo Madama inTurin und es entstand eine Reihe von Bildern, die Chagall Paris widmete, seinem „zweiten Witebsk“. Darunter waren Bilder wieDie Seinebrücken oderDas Marsfeld.

„Wenn man in einem Bild einSymbol entdeckt, so habe ich das nicht gewollt. Es ist ein Ergebnis, das ich nicht gesucht habe. Es ist etwas, was sich hinterher findet und was man nach seinem Geschmack deuten kann.“

Marc Chagall[31]

1954 reiste Chagall zum zweiten Mal nach Griechenland und begann die Arbeiten anDaphnis und Chloe, die 1961 erschienen. In derKestner-Gesellschaft inHannover hatte Chagall 1955 eine Ausstellung, ein Jahr später folgten Ausstellungen inBasel undBern. InIsrael eröffnete er 1957 das Chagall-Haus inHaifa. Die Bibel-Illustrationen erschienen im selben Jahr bei Tériade. Außerdem stattete er dasBaptisterium derKirche von Plateau d’Assy in Savoyen aus. Im Jahre 1958 stattete er die BalletinszenierungDaphnis und Chloe vonRavel für diePariser Oper aus und hielt sowohl in Chicago als auch in Brüssel Vorträge. Zudem entwarf er noch im selben Jahr Glasfenster für dieKathedrale von Metz. 1959 wurde Chagall Ehrenmitglied derAmerican Academy of Arts and Letters und bekam den Ehrendoktortitel derUniversität Glasgow. Zudem hatte er im selben Jahr Retrospektiv-Ausstellungen inHamburg,München und Paris. Im Auftrag der Stadt Frankfurt am Main gestaltete er 1958 für das Foyer des neuen Theatergebäudes desFrankfurter Schauspielhauses das GemäldeCommedia dell’Arte.[32]

„Gott, die Perspektive, die Farbe, die Bibel, Form und Linien, Traditionen und das, was man ‚das Menschliche‘ nennt – Liebe, Geborgenheit, Familie, Schule, Erziehung, das Wort der Propheten und auch das Leben mit Christus, all das ist aus den Fugen gegangen. Vielleicht war auch ich mitunter von Zweifeln besessen, und dann malte ich eine umgestülpte Welt, ich trennte die Köpfe meiner Figuren ab, zerlegte sie in Stücke und ließ sie irgendwo im Raum meiner Bilder schweben.“

Marc Chagall[33]

1960 konnte Chagall bereits die ersten Fenster für die Kathedrale von Metz ausführen. Er erhielt im selben Jahr, zusammen mitOskar Kokoschka, denErasmus-Preis inKopenhagen. Im darauf folgenden Jahr bekam er von derSynagoge derHadassah-Universitätsklinik den Auftrag, zwölf Fenster umzugestalten. So reiste er 1962 nach Jerusalem, um die Glasfenster einzuweihen. Ein Jahr später beendete er seine Arbeiten an den Fenstern für die Kathedrale von Metz. Außerdem wurde Chagall Ehrenbürger von Vence. 1963 hatte er seine ersten Retrospektiv-Ausstellungen inTokio undKyōto, reiste noch im selben Jahr nachWashington und stellte die Glasfenster für das nördliche Querschiff der Kathedrale von Metz fertig. 1964 reiste er nach New York und malte dort an Glasfenstern imUN-Hauptquartier und an den ersten Fenstern für die Kirche vonPocantica Hill, New York. Außerdem konnte er die Deckengemälde für die Pariser Oper fertigstellen und einweihen.

Chagall führte die Glasmalerei mit seiner Malweise zu neuer Blüte.[34] Er arbeitete bei seinen Glasfenstern bevorzugt mitCharles Marq aus dem Atelier Jacques Simon zusammen.[35]

InKassel nahm Chagall dreimal an derdocumenta teil:documenta 1 (1955),documenta II (1959) unddocumenta III (1964).

1965 arbeitete er an Wanddekorationen für Tokio undTel Aviv. Im selben Jahr folgten Gemälde für die neue New YorkerMetropolitan Opera imLincoln Center und eine Ausstellung imKunstverein Ingolstadt. Chagall stellte im darauf folgenden Jahr eine Folge von acht Fenstern für die Kirche von Pocantino Hill fertig. Noch im selben Jahr entwarf er eineMosaikwand und zwölf Wandfelder für dasisraelische Parlamentsgebäude in Jerusalem. Des Weiteren wurden die beiden Wandbilder in der New Yorker Metropolitan Opera angebracht. Chagall zog mit seiner Familie noch im selben Jahr von Vence in ein neu erbautes Haus im benachbartenSaint-Paul-de-Vence. Außerdem schenkte er dem französischen Staat 17 Bilder seinerBiblischen Botschaft. Die französische Regierung beschloss daraufhin den Bau desMusée national du message biblique Marc-Chagall inNizza, das 1973 eröffnet wurde. Im Jahre 1967 besuchte Chagall die Premiere vonMozartsZauberflöte, für die er 1965 Dekorationen und Kostüme entworfen hatte. Außerdem gab es zu Chagalls 80. Geburtstag zwei große Retrospektiv-Ausstellungen inKöln undZürich sowie in derFondation Maeght in Saint-Paul-de-Vence. Hinzu kamen die AusstellungenMessage Biblique im Louvre undThéâtre Chagall inToulouse. Noch im selben Jahr entwarf Chagall drei über sechs Meter breiteGobelins für das Parlament in Jerusalem und begann an den Malarbeiten für die Kirchenfenster für die Kirche vonTudeley (Kent). Die Religionszugehörigkeit spielte weder für Chagall noch für seinen Auftraggeber eine Rolle; Chagall stattete Kirchen wie Synagogen gleichermaßen aus.

„Ein guter Mensch kann bekanntlich ein schlechter Künstler sein. Aber niemals wird jemand ein echter Künstler, der kein großer Mensch und daher auch kein ‚guter Mensch‘ ist.“

Marc Chagall[36]

1968 reiste Chagall wieder nachWashington und fing an, die Glasfenster für den Nordumgang der Kathedrale von Metz zu malen. Am 4. Februar 1969 war die Grundsteinlegung für die StiftungMessage Biblique in Nizza. Im Juni desselben Jahres reiste er zur Einweihung der Gobelins im neuen Parlament nach Jerusalem. 1969 stellte er wiederholt im Kunstverein Ingolstadt aus. Im September 1970 wurden die Glasfenster im Chor derFraumünster-Kirche in Zürich eingeweiht. Des Weiteren gab es die AusstellungHommage à Chagall imPariser Grand Palais. 1972 begann der Künstler mit dem Mosaik für dieFirst National Bank in Chicago. Im darauf folgenden Jahr wurde dasMusée National Message Biblique Marc Chagall in Nizza eröffnet. Im Frühjahr 1974 reiste er nach mehr als fünfzig Jahren wieder nach Moskau und Leningrad (vormals und heute Sankt Petersburg). Im Juni desselben Jahres wurden in derKathedrale von Reims seine Fenster eingeweiht. Noch im Spätsommer reiste Chagall nach Chicago zur Einweihung seines MosaiksDie vier Jahreszeiten.

1975 wurden Arbeiten auf Papier von Chagall in Chicago ausgestellt. Im selben Jahr reiste er nachJapan, wo in fünf Städten eine zweijährige Wanderausstellung stattfand. 1977 erhielt der Künstler vom Präsidenten Frankreichs dasGroßkreuz derEhrenlegion. Im selben Jahr reiste er außerdem nach Italien und Israel.

Für die Fenster derPfarrkirche St. Stephan inMainz fertigte Chagall Entwürfe an. Dieser Auftrag kam durch die Vermittlung des dortigen PfarrersKlaus Mayer zustande. Die Kirchenfenster in Mainz, wo es bereits im Mittelalter heftige Judenverfolgungen gab, sollen ein dauerhaftes Zeichen für jüdisch-christliche Verbundenheit und Völkerverständigung darstellen. Chagall stellte dort bis zu seinem Tod insgesamt neun Kirchenfenster fertig.

Grab von Marc Chagall in Saint-Paul-de-Vence, 2007

Es folgten Ausstellungen inFlorenz (1979), in New York und Genf (1980). DiePsalmen Davids wurden 1980 imMusée National Message Biblique in Nizza ausgestellt. Im darauf folgenden Jahr gab es Grafikausstellungen in Hannover, Paris und Zürich sowie 1982 Retrospektiv-Ausstellungen imModerna Museet inStockholm und imLouisiana Museum of Modern Art im dänischenHumlebæk, welche bis März des darauf folgenden Jahres liefen. 1984 gab es Retrospektiv-Ausstellungen im PariserCentre Pompidou, in Nizza, Saint-Paul-de-Vence, Rom und in Basel. Im darauf folgenden Jahr fanden zwei große Retrospektiv-Ausstellungen in derRoyal Academy of Arts in London und imPhiladelphia Museum of Art.[15] statt.

Chagall war nebenher auch als Autor tätig. Neben seiner AutobiographieMa Vie verfasste er diesbezügliche Texte, Gedichte und Artikel über Kunst und Literatur in jiddischer Sprache. Er illustrierte jiddische Bücher, u. a. vonIsaak Leib Perez,Abraham Sutzkever oderDavid Hofstein[37].

Am 28. März 1985 starb Marc Chagall im Alter von 97 Jahren in Saint-Paul-de-Vence. Er wurde auf dem dortigen Friedhof in einem einfachen Steingrab beigesetzt.

Bildzeichen in den Werken

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Die Bildzeichen in Chagalls Werken werden nach Christoph Goldmann folgendermaßen gedeutet:[26]

  • DieZirkusszenen stellen die Harmonie von Mensch und Tier dar und entfalten die Kreativität des Menschen.
  • Mit demschwebenden Paar bzw. derschwebenden Frau symbolisiert Chagall sich und seine Frau Bella bzw. seine Sehnsucht nach ihr.
  • Dienackten Brüste symbolisieren für den ausgesprochenen Verehrer von Frauen sowohl Erotik als auch Fruchtbarkeit und Leben.
  • DerHahn bedeutet Fruchtbarkeit. Chagall malte ihn meistens im Zusammenhang mit Liebespaaren.
  • DieKuh – Milch, Fleisch, Leder, Horn, Kraft – steht bei Chagall für das Leben schlechthin. Ein weiteres Lebenssymbol ist derBaum.
  • DasPferd (oft auch als fliegendes Pferd bzw. fliegende Pferde dargestellt) symbolisiert die Freiheit.
  • DerEiffelturm symbolisiert den Himmel und die Freiheit.
  • Fenster betonen die Freiheitsliebe Chagalls, blaue Farbtöne stehen dabei für Transzendenz.
  • DerGeiger musizierte in Chagalls Heimatstadt Witebsk an den Knotenpunkten des Lebens (Geburt, Hochzeit, Tod).
  • DieHäuser von Witebsk (u. a. auch in den Bildern der Pariser Zeit) symbolisieren das Heimatgefühl des Malers.
  • DerHering (oft auch als fliegender Fisch dargestellt) erinnert an die Tätigkeit von Chagalls Vater in der Fischfabrik.
  • DiePendeluhr geht zurück auf die bescheidene Wohnstube der Chagalls und stellt die Zeit dar (in der Zeit der Verfolgung an der Loire erscheint das Pendel wie in den Uhrenkasten gerammt).
  • DerKerzenleuchter symbolisiert denShabbat (zwei Kerzen), dieMenora (siebenarmiger Leuchter) oder denChanukka-Leuchter und somit das Leben frommer Juden (Chassidim).
  • Dergekreuzigte Jesus repräsentiert als Jude meist die Verfolgung der Juden in Europa durch denNationalsozialismus.

Werke

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Farbtafeln, Bilder

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Marc Chagall:Über Witebsk (1922) auf einer Briefmarke aus Belarus, 1993
  • Junges Mädchen auf einem Sofa (Mariaska), 1907, 75 × 92,5 cm
  • Kirche inMarijampolė, 1907, 65 × 87,5 cm
  • Der Tote, 1908, 69 × 87 cm
  • Die Familie oder Mutterschaft, 1909, 74 × 67 cm
  • Russische Hochzeit, 1909, 68 × 97 cm (Stiftung Sammlung E. G. Bührle, Zürich)
  • Stillleben mit Lampe, 1910, 81 × 45 cm (Galerie Rosengart, Luzern)
  • Das Esszimmer, 1910, 17,3 × 10,5 cm
  • Der Sabbat, 1910, 90 × 90,5 cm (Museum Ludwig, Köln)
  • Die Geburt, 1910, 65 × 89,5 cm (Kunsthaus Zürich)
  • Die Ernte, 1910, 60 × 81 cm
  • Frau mit Blumenstrauß, 1910, 64 × 53,5 cm (Sammlung Helen Seger, New York)
  • Das Modell, 1910, 62 × 51,5 cm (Sammlung Ida Meyer-Chagall, Basel)
  • Die Bäckersfrau, 1910–1911, 60 × 75 cm (Sammlung Rondinesco, Paris)
  • Bärtiger Mann, 1911, 45 × 20 cm
  • Intérieur II (Paar mit Ziege), 1911, 100 × 180 cm
  • Mann am Tisch mit Katze, 1911, 20 × 28,3 cm (Museum Ludwig, Köln)
  • Akt mit Kamm, 1911, 33,5 × 13,5 cm
  • Akt mit erhobenem Arm, 1911, 30 × 20 cm
  • Meiner Braut gewidmet, 1911, 61 × 44,5 cm
  • Der Bäcker, 1911–1912, 27,9 × 18 cm
  • Der Trinker, 1911–1912, 85 × 115 cm (Sammlung Hans Neumann, Caracas, Venezuela)
  • Der Dichter Mazin, 1911–1912, 73 × 54 cm (Sammlung Ida Meyer-Chagall, Basel)
  • Adam und Eva, 1911–1912, 27,5 × 24 cm
  • Hommage à Apollinaire, 1911–1912, 209 × 198 cm (Stedelijk van Abbe-Museum, Eindhoven)
  • Ich und das Dorf, 1911–1912, 191,2 × 150,5 cm (Museum of Modern Art, New York)
  • Der heilige Droschkenkutscher, 1911–1912, 148 × 118,5 cm
  • Rußland, den Eseln und den Anderen, 1911–1912, 156 × 122 cm (Musée National d’Art Moderne, Paris)
  • Der Soldat trinkt, 1912, 110,3 × 95 cm (Solomon R. Guggenheim Museum, New York)
  • Geiger im Schnee, 1912, 29 × 20 cm
  • Der grüne Geiger, 1912, 195,6 × 108 cm (Solomon R. Guggenheim Museum, New York)
  • Der Geiger, 1911–1914 (Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf)
  • Lisa mit der Mandoline, 1914, 38 × 50 cm (Sammlung Ida Meyer-Chagall, Basel)
  • Der Zeitungsverkäufer, 1914, 98 × 78,5 cm (Sammlung Ida Meyer-Chagall, Basel)
  • Festtag, 1914, 100 × 80,5 cm (Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf)
  • Der liegende Dichter, 1915, 77 × 71,5 cm (Tate Gallery, London)
  • Die Uhr, 1915, 56 × 43 cm
  • Das Liebespaar in Grau, 1916, 69 × 49 cm
  • Bella und Ida am Fenster, 1916, 56,5 × 45 cm (Sammlung Ida Meyer-Chagall, Basel)
  • Selbstbildnis, 1917, 32 × 29,5 cm
  • Das Friedhofstor, 1917, 87 × 68,5 cm
  • Das blaue Haus, 1917, 66 × 97 cm (Musée des Beaux Arts, Lüttich)
  • Der Spaziergang, 1917–1918 (Schloss Michailowski, Sankt Petersburg)
  • Schwarzwald, 1922, 43 × 29 cm
  • Das Fenster, 1924, 98 × 72 cm (Kunsthaus Zürich)
  • Doppelbildnis, 1924, 130 × 94 cm
  • Das bäuerliche Leben, 1925, 100 × 81 cm (Buffalo AKG Art Museum, Buffalo, New York)
  • Liebespaar unter Lilien, 1922–1925, 116,3 × 89,3 cm (Sammlung Evelyn Sharp, New York)
  • Sonntag, 1925, 84 × 72 cm
  • Der Vater am Tisch, 1925, 64 × 48,5 cm
  • Der Spaziergang, 1925, 55,4 × 38,7 cm (Joachim Sedlmayr-Familienstiftung, Glarus, Schweiz)
  • Kindheitserinnerungen, 1925, 79 × 84 cm (Sammlung Dr. und Mrs. William Landmann, Toronto, Kanada)
  • Metzger, 1925–1926, 65 × 53 cm (Kunsthaus Zürich)
  • Der Bär und der Gartenfreund, 1926–1927, 49,5 × 40 cm
  • Rabbiner I. Die Prise. 2. Fassung 1923–1926 (Kunstmuseum Basel), 117 × 89,5 cm[38]
  • Akt, um 1927, 51 × 64 cm (Sammlung Louis Franck, London)
  • Die Kunstreiterin, 1927, 51 × 62 cm
  • Der Leuchter, 1929, 100 × 81 cm
  • Die Akrobatin, 1930 (Musée National d’Art Moderne, Paris)
  • Die Liebenden im Flieder, 1930, 128 × 87 cm (Sammlung Richard S. Zeisler, New York)
  • Mutter und Tochter in Peyra Cava, 1931, 63 × 75,5 cm
  • Die Kunstreiterin, 1931, 100 × 82 cm (Stadelijk Museum, Amsterdam)
  • Die Synagoge in Wilna, 1935, 83 × 63,5 cm
  • Porträt Bella in Grün, 1934–1935, 100 × 81 cm (Stedelijk Museum, Amsterdam)
  • Die weiße Kreuzigung, 1938, 155 × 140 cm (Art Institute of Chicago)
  • Die Zeit ist ein Fluß ohne Ufer, 1930–1939, 100 × 81 cm (Museum of Modern Art, New York)
  • Die Gefährten Charlots, 1937–1939, 48 × 53 cm (Sammlung Franz Meyer, Basel)
  • In der Dämmerung, 1938–1943, 100 × 79 cm
  • Das grüne Auge, 1944, 58 × 51 cm (Sammlung Ida Meyer-Chagall, Basel)
  • Die Lichter der Hochzeit, 1945, 123 × 120 cm (Kunsthaus Zürich)
  • Um sie herum, 1945, 131 × 109,5 cm (Musée National d‘Art Moderne, Paris)
  • Der Engelsturz, 1923-33-47, 148 × 189 cm (Kunstmuseum Basel)
  • Die Madonna mit dem Schlitten, 1947
  • Die rote Sonne, 1949, 140 × 98 cm
  • Die Levkojen, 1949, 78,5 × 57,5 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Blumenstillleben (Mimosen und Sonne), 1949, 79 × 57 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Die schöne Rothaarige, 1949, 114 × 98 cm
  • Moses mit dem Gesetzestafeln, 1950, 75 × 63 cm
  • König David, 1951, 197 × 133 cm
  • Der Stall im Schnee, 1948–1952, 50,5 × 40,5 cm
  • Paar mit Vogel, 1952, 31 × 32 cm
  • Die Nacht, 1953, 146 × 114 cm
  • Die Seinebrücken, 1954 (Kunsthalle Hamburg)
  • Das Marsfeld, 1954/55 (Museum Folkwang, Essen)
  • Das weiße Fenster, 1955, 150 × 119,5 cm
  • Moses zerbricht die Gesetztafeln, 1955–1956, 228 × 156 cm
  • Die Klagen des Jeremias, 1956, 32,9 × 26 cm (Musée National Message Biblique Marc Chagall, Nizza)
  • Die Liebenden von Vence, 1957, 71 × 99 cm
  • Die Radfahrer, 1957, 152 × 100 cm
  • Das Konzert, 1957, 56 × 38 cm
  • Commedia dell’arte, 1959, 2,50 × 4 m (Städtische Bühnen Frankfurt,Foyer; seit 2023 dort nur als Reproduktion ausgestellt; seit 2025 vorübergehend imStädel Museum[39])
  • Strauß und roter Zirkus, 1960, 197 × 130 cm
  • Pan, 1964, 86 × 70 cm
  • Der Krieg, 1964–1966, 163 × 231 cm (Kunsthaus Zürich)
  • Bildnis Vava, 1966, 162 × 114 cm (Sammlung Walentina Chagall, Saint-Paul de Vence, Frankreich)
  • Der Winter, 1966, 162 × 114 cm
  • Bühnenbilder fürDie Zauberflöte, 1967 (Metropolitan Opera, New York)[40]
  • Der Zauberer 1968, 140 × 148 cm
  • Les fleurs rouges (Die roten Blumen), Farblithographie, 1973, 76 × 56 cm
  • Biblische Botschaft, 17 Werke (Musée National Message Biblique Marc Chagall, Nizza)
  • Die große Parade, 1979/80 (Pierre Matisse Gallery, New York)
  • Sonne im Himmel von Saint-Paul, 1983, 73 × 115,5 cm
  • Die Liebenden am Fenster, unbekannt, unbekannt
  • Über Witebsk, unbekannt, 51,5 × 64,3 cm (Israel-Museum, Jerusalem)

Kirchen- und Synagogenfenster

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Altarfenster in der All Saints Church, Tudeley

Mosaiken

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  • Paar mit Vogel, 1952, 21 × 32 cm (Privatbesitz)
  • Die schwarze Vase, 1955, Höhe 38 cm (Privatbesitz)
  • Der Prophet Elias, 1970, 715 × 570 cm (Musée National Message Biblique Marc Chagall, Nizza)
  • Four Seasons, 1974, 21 × 4,3 × 3 m (Exelon Plaza, Chase Tower, Chicago)

Druckgrafik

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Gesamtanzahl der Druckgrafiken von Marc Chagall (Lithografie, Radierung, Holzschnitt):

  • Lithografien: Das Werkverzeichnis vonFernand Mourlot (1960–1985) listet rund 1100 Lithografien von Marc Chagall auf.
  • Radierungen: Das Werkverzeichnis von E.W. Kornfeld führt für den Zeitraum 1922–1926 123 Arbeiten (Radierungen und Holzschnitte) und das Werkverzeichnis für die illustrierten Bücher von Patrick Cramer 114 Werke, darunter große Radierzyklen wie zu Gogols „Die toten Seelen“ (insgesamt 107 Radierungen), zur Bibel (105 Radierungen), La Fontaines Fabeln (100 Radierungen) und weitere Serien auf.
  • Holzschnitte: Chagall schuf 24 Farbholzschnitte zum Buch „Poèmes“ (1968).

Grafikserien von Marc Chagall:

  • La Bible (1931–1939, publiziert 1956 beiTériade). Radierungen zu alttestamentlichen Themen, entstanden teils in Zusammenarbeit mit dem Pariser VerlegerAmbroise Vollard.
  • Fables de La Fontaine (1927–1930, publiziert 1952). 100 Radierungen zu den Fabeln vonJean de La Fontaine, ebenfalls im Auftrag von Vollard begonnen.
  • Daphnis et Chloé (Lithographien, 1957–1961, publiziert 1961 bei Tériade). Ein Zyklus von 42 Farblithographien zu dem antiken Hirtengedicht von Longos. Besonders für die Intensität und Leuchtkraft der Farben berühmt.
  • Cirque (1967, publiziert bei Tériade). Serie von 38 Farblithographien, die das Zirkusmilieu in Chagalls charakteristischer Traum- und Farbpoesie darstellt.

Rezeption

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  • Der DichterGuillaume Apollinaire (1880–1918) bezeichnete Chagall als Mitbegründer desSurrealismus.[44]
  • Anlässlich der Pressekonferenz zumSchwabinger Kunstfund im November 2013 wurde eine bisher unbekannteGouache von Chagall,Allegorische Szene, die nicht im Werkverzeichnis des Malers aufgeführt ist, gezeigt. Sie war Bestandteil des von den Alliierten 1945 beschlagnahmten Konvoluts des KunsthändlersHildebrand Gurlitt und ist dort unter der Inventarnummer2004/4 gelistet. Gegenüber den amerikanischen Behörden gab Gurlitt im Juni 1945 an, das Bild stamme aus dem Besitz seiner Schwester, die eine Schülerin Chagalls gewesen sei. 1950 hingegen übergab er einen Brief des MalersKarl Ballmer, in dem dieser bestätigte, ihm sowohl dieses Bild wie auch PicassosDamenbildnis mit zwei Nasen im Jahr 1943 in der Schweiz geschenkt zu haben. Am 25. Januar 1951 wurden beide Bilder an Gurlitt zurückgegeben.[45][46] Im Dezember 2013 gab es eine weitere Meldung, dass das Bild aus der Sammlung der deutsch-jüdischen Familie Blumstein aus dem lettischenRiga stamme und 1941 von derGestapo beschlagnahmt worden sei.[47] Die ProvenienzforscherinMeike Hoffmann schätzt, dass das Bild Mitte der 1920er Jahre entstanden sei und weist ihm einen „ganz besonders hohen kunsthistorischen Wert“ zu.[48]
  • Der im Jahr 1969 eröffnete Chagall-Saal des israelischen ParlamentsKnesset wurde nach ihm benannt.
  • Der Asteroid des äußeren Hauptgürtels(2981) Chagall ist nach ihm benannt.[49]

Darstellung Chagalls in der bildenden Kunst (Auswahl)

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Auszeichnungen

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Straßenschild der Allée Marc Chagall in Paris

Literatur (Auswahl)

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Autobiographisches

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  • Marc Chagall:Mein Leben. Übersetzung von Lothar Klünner. Hatje Cantz, 1959,ISBN 3-7757-0054-4.Diese Aufzeichnungen brechen 1922 ab, als Chagall das 35. Lebensjahr erreicht hatte. Die deutsche Fassung wurde 1957 von Chagall und Klünner mit dem französischen Text verglichen und geringfügig korrigiert und ergänzt. Es handelt sich nicht um eineAutobiographie im klassischen Sinn, sondern um eine atmosphärische und poetische Verdichtung unterschiedlicher Eindrücke des Künstlers in den ersten Lebensabschnitten bis 1922.

Familiäres und persönliches Umfeld

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  • Bella Chagall:Brennende Lichter. Rowohlt, Reinbek 1966, o. ISBN, (mit 39 Zeichnungen von MC); als Taschenbuch 1969,ISBN 3-499-11223-X.
  • Bella Chagall:Erste Begegnung. Rowohlt, Reinbek 1971,ISBN 3-498-00833-1, (mit Zeichnungen von MC).
  • Virginia Haggard:Sieben Jahre der Fülle – Leben mit Chagall. Diana Verlag, Zürich 1987,ISBN 3-905414-51-1.
  • David McNeil:Auf den Spuren eines Engels – Die Kindheit mit meinem Vater Marc Chagall. List Taschenbuch Verlag, Berlin 2005,ISBN 978-3-548-60555-5.
  • Barbara Krause:Marc Chagall - die Farben des verlorenen Paradieses. Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2002,ISBN 3-451-06164-3,ISBN 978-3-451-06164-6.

Einführungen und Gesamtdarstellungen

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  • B. Aronson:Marc Chagall. Aus dem Russischen übersetzt von Reinhold von Walter. Razum-Verlag, Berlin 1924.
  • Nikolaj Aaron:Marc Chagall. Rowohlt, Reinbek 2003,ISBN 3-499-50656-4Leseprobe (Reihe: rororo-Monografie; PDF; 227 kB)
  • F. Erpel:Marc Chagall. Berlin 1981.
  • Werner Haftmann:Marc Chagall. DuMont, Köln 1977,ISBN 3-7701-0453-6
  • J. P. Hodin:Begegnung mit Marc Chagall. In:Architektur und Kunst, Bd. 37, Heft 5, 1950,doi:10.5169/seals-29034#413, S. 157–160.
  • Franz Meyer:Marc Chagall. Leben und Werk. DuMont-Schauberg, Köln 1961 (spätere, z. T. aktualisierte Aufl. auch in Engl. und Frz.)
  • Pierre Schneider:Marc Chagall – Fast ein Jahrhundert. Daco-Verlag Günther Bläse, Stuttgart 1995,ISBN 3-87135-022-2.Dieses insgesamt 191 Seiten umfassende, im Hauptteil bereits reichhaltig durch s/w- und Farb-Abbildungen illustrierte Grundlagenwerk enthält eine gesonderte 40-seitige Kompaktbiografie von Meret Meyer mit einer Ergänzung weiterer 90 s/w-Fotos aus dem Leben des Künstlers. Vervollständigt wird die Zusammenstellung durch den Abdruck eines Gespräches zwischen Pierre Schneider und Marc Chagall sowie durch eineBibliographie und Ausstellungsübersicht.
  • Charles Sorlier:Marc Chagall, Traum, Vision und Wirklichkeit. Heyne, München 1995,ISBN 3-453-05040-1.
  • Ingo F. Walther,Rainer Metzger:Marc Chagall 1887–1985. Malerei als Poesie. Taschen, Köln 1987,ISBN 3-8228-0047-3.
  • Ilka Voermann (Hrsg.):Chagall. Welt in Aufruhr. Hirmer Verlag, München 2022,ISBN 978-3-7774-4079-8.

Großbildbände

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  • Izis Bidermanas (Fotos) / Roy McMullen (Text):Marc Chagalls Welt. Christian Belser, Stuttgart 1968, o. ISBN. Großformatiger Bildband mit exemplarischen Color- und s/w-Abbildungen von Werk und Künstler im privaten Umfeld und bei der Arbeit unter besonderer Berücksichtigung des Entwurfes zur Deckenmalerei derPariser Oper (Opéra Garnier) und der Wandmalereien imLincoln Center derMetropolitan Opera in New York
  • Sylvie Forestier:Marc Chagall – Seine Bilder, Seine Welt. Belser, Stuttgart/Zürich 1988,ISBN 3-7630-2066-7. Dieser großformatige Bildband enthält zur Hälfte s/w- und Color-Aufnahmen zur Biografie Chagalls, insbesondere Aufnahmen mit Chagall in seinem Atelier »Les Collines« inVence, z. T. mit seiner Frau Vava, zum anderen eine ausgesuchte Zusammenstellung bis dahin unveröffentlichter letzter Gemälde.
  • Charles Solier:Die Keramiken und Skulpturen von Marc Chagall. Mit einem Vorwort vonAndré Malraux. Verlag André Sauret. Monaco 1972, o. ISBN. (Vollständiger Katalog der Keramiken Marc Chagalls mit den jeweiligen Abbildungen. Der Band enthält darüber hinaus Schwarz-Weiß-Fotos von 35 Arbeiten in Stein.)

Werkaspekte

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Malerei

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  • Jean Chatelain:Le Message Biblique. F. Mourlot, Paris 1972.
  • Norbert Nobis, Enno Littmann:Marc Chagall, arabische Nächte – vier Erzählungen aus 1001 Nacht. Prestel, München 1987.
  • Sylvie Forestier:Die großen Gemälde der Biblischen Botschaft. Belser, Stuttgart u. a. 1986, 3. Auflage 1992,ISBN 3-7630-2082-9.
  • Marc Chagall, Klaus Mayer:Traumbilder. Echter, 1997,ISBN 3-429-01905-2.
  • Roland Doschka:MC zum 100. Geburtstag. Gouachen und Aquarelle. Prestel, München 1996,ISBN 3-7913-1753-9.
  • Graphikmuseum Pablo Picasso Münster (Hrsg.): Marc Chagall – Der Maler am Fenster, Hirmer, München 2008,ISBN 978-3-7774-6025-3.Katalog zur gleichnamigen Ausstellung inMünster vom 14. November 2008 bis 4. März 2009
  • Museum Frieder Burda Baden-Baden (Hrsg.):Chagall in neuem Licht. Hatje Cantz, Ostfildern 2006,ISBN 3-7757-1845-1. Katalog zur gleichnamigenAusstellung
  • Brigitta Höpler:Chagall. Das Leben ist ein Traum. Prestel, München 1998,ISBN 3-7913-1953-1
  • Bill Wyman:Wyman shoots Chagall. Genesis Publications, 1998[52]
  • Elisabeth Lemke:Welche Farben hat das Paradies. Bilder zur Bibel. Prestel, München 2000,ISBN 3-7913-2418-7.
  • Longus:Daphnis und Chloe. Prestel, München 2004,ISBN 3-7913-3245-7. Versch. Ausgaben
  • V. A. Shishanov:Vitebsk Museum of Modern Art: a history of creation and a collection. 1918–1941. Medisont, Minsk 2007.[1]
  • Ortrud Westerheider, Michael Philipp:Marc Chagall: Lebenslinien. Hirmer, München 2010,ISBN 978-3-7774-2961-8. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung imBucerius Kunst Forum, Hamburg, vom 8. Oktober 2010 bis zum 16. Januar 2011.
  • Mirella Carbone:Marc Chagalls Fensterblicke aus Sils-Maria. In:Bündner Monatsblatt, Heft 1, 2011,doi:10.5169/seals-398964#38, S. 35–54.

Glasfenster

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  • Klaus Mayer:Ich stelle meinen Bogen in die Wolken. Die Chagall-Fenster zu St. Stephan in Mainz. Echter, Würzburg 1979,ISBN 3-429-00616-3.
  • Sylvie Forestier:Marc Chagall. Seine Farbfenster aus aller Welt. Belser Verlag, Stuttgart/Zürich 1995,ISBN 3-7630-2323-2.Dieser Band enthält neben den Farbtafeln und Kataloge der Fenster und ihrer Entwürfe und ein Verzeichnis der Standorte der Farbfenster.
  • Miriam Freund:Die Söhne Jakobs – In Glasfenstern dargestellt von Marc Chagall. Herder, Freiburg i. Br. 1964, o. ISBN.Dieser Band präsentiert die 12 Glasfenster, die Chagall für dieSynagoge desHadassah-Krankenhauses inJerusalem entworfen hat, und die 1962 dort eingebaut wurden.
  • Irmgard Vogelsanger-de Roche:Marc Chagalls Fraumünsterfenster in Zürich. Entstehung – Bildbeschreibung – Deutung. Ein Kunstführer. Orell Füssli Verlag, Zürich (6. Aufl.)
  • Paul Foster (Hrsg.):Chagall Glass at Chichester and Tudeley. University College Chichester, 2002 und 2004,ISBN 0-948765-78-X (=Otter Memorial Paper, Nr. 14).

Grafik

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  • Fernand Mourlot:Chagall Lithographe I. André Sauret, Monte Carlo 1960.
  • Fernand Mourlot:Chagall Lithographe II. André Sauret, Monte Carlo 1963.
  • Fernand Mourlot:Chagall Lithographe III. André Sauret, Monte Carlo 1969.
  • Fernand Mourlot:Chagall Lithographe IV. André Sauret, Monte Carlo 1974.
  • Fernand Mourlot:Chagall Lithographe V. André Sauret, Monte Carlo 1984.
  • Fernand Mourlot:Chagall Lithographe VI. André Sauret, Monte Carlo 1986.
  • Ernst-Gerhard Güse:Marc Chagall – Druckgraphik. Cosmopress, Genf 1985.
  • Eberhard W. Kornfeld:Verzeichnis der Kupferstiche, Radierungen und Holzschnitte von Marc Chagall. Kornfeld und Klipstein, Bern 1970.
  • Patrick Cramer:Marc Chagall, the illustrated books. Genf 1995.
  • Haus der Kunst München (Hrsg.):Marc Chagall. Ausgewählte Graphik. München 5. 8. bis 15. 10. 1978. Eigenverlag HdK, München 1978 (ohne ISBN). Katalog in s/w. Ausführliche Bio- und Bibliographie (über Bücher in versch. Sprachen)
  • Wolfgang Maier-Preusker:Die originalgraphischen Künstlerplakate und ihre Varianten. Katalog zur Ausstellung in Luxemburg, Bonn, Lindau, Herford, Oldenburg, Budapest, Salzburg u. a. mit vollständigem Werkkatalog. Auflagen 1995, 2002 und 2005.
  • Marc Chagall:Four Arabian Nights. Phaidon Press, New York City 1948.
    • deutsche Ausgabe in der Piper Bücherei mit einer Einführung vonKurt Moldovan:Marc Chagall. Arabische Nächte. 26 Lithographien zu 1001 Nacht. Piper, München 1956.

Keramik

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Chagall-Bibeln

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  • Die Chagall Bibel. Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift. Vorwort und Bilderklärungen: Christoph Goldmann. Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 1998.Es erschien die Normalausgabe und eine großformatige Vorzugsausgabe mit farbigen Illustrationen aus Chagalls Gesamtwerk. Darüber hinaus wurden weitere Bibelausgaben mit Bildern von Chagall illustriert, z. B. eine Chagall-Bibel für Kinder.

Belletristik

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Filmdokumentationen

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  • 1963:Chagall (Dokumentar-Kurzfilm, 26 Minuten), ausgezeichnet mit einemOscar.
  • 1977:Homage to Chagall: The Colours of Love (kanadischer Dokumentarfilm)
  • Die Chagall-Fenster in Mainz. TV-Dokumentation von Marcel Schilling aus der ReiheSchätze des Landes. Deutschland 2007,SWR Fernsehen, 30 Minuten
  • Marc Chagall. Dokumentation von Kim Evans, 52 Minuten, Arthaus Musik GmbH 2007 (1985),ISBN 978-3-939873-10-5.
  • Chagall - Ein Maler zwischen den Welten. Film über sein Werk zwischen 1910 und 1930, ausgestrahlt 2022, produziert vonARTE, 52 Minuten

Weblinks

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Commons: Marc Chagall – Album mit Bildern
Commons: Marc Chagall – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiquote: Marc Chagall – Zitate

Einzelnachweise

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  1. Uladzimir Dzianisau, New documents on biography of family history of Marc Chagall, Marc-Chagall-Wohnmuseum, Witebsk (Memento vom 1. Mai 2011 imInternet Archive)
  2. Das julianische Datum 24. Juni entsprach im 19. Jahrhundert dem gregorianischen Datum 6. Juli, ab 1900 aber dem 7. Juli. Häufig wird deshalb fälschlich das letzte Datum als Geburtsdatum Marc Chagalls gegeben.
  3. abcdWerner Haftmann,Marc Chagall, (DuMont) Köln 1977,ISBN 3-7701-0453-6
  4. Belinturist: Marc Chagall (Memento vom 14. September 2011 imInternet Archive)
  5. Sylvie Forestier:Marc Chagall – Seine Bilder, Seine Welt. Belser, Stuttgart/Zürich 1988, S. 40, Anm. 5: „In den meisten Biographien Chagalls wird Witebsk als sein Geburtsort angegeben. Tatsächlich kam der Maler aber ‚in der Umgebung von Witebsk‘ zur Welt, wie er selbst sagte, und zwar in dem Vorort Peskowatik (s. auchHaus in Peskowatik). Seine Großeltern mütterlicherseits lebten in Lyosno in der Nähe von Witebsk, wohin Marc Chagall häufig im Sommer zu Besuch kam.“
  6. abIngo F. Walther, Rainer Metzger:Marc Chagall 1887–1985. Malerei als Poesie.ISBN 3-8228-0047-3.
  7. Ingo F. Walther, Rainer Metzger:Marc Chagall 1887–1985. Malerei als Poesie. S. 8.
  8. Nikolaj Aaron:Marc Chagall. (rororo-Monografie) Reinbek 2003,ISBN 3-499-50656-4.
  9. Susan Tumarkin Goodman:Russian Jewish artists in a century of change, 1890–1990. Jewish Museum, Prestel, New York 1995, S. 71.
  10. Ingo F. Walther, Rainer Metzger:Marc Chagall 1887–1985. Malerei als Poesie; Seite 15ISBN 3-8228-0047-3
  11. Ingo F. Walther, Rainer Metzger:Marc Chagall 1887–1985. Malerei als Poesie. S. 16.
  12. abMarc Chagall:Ma vie. Paris 1931. Letzte französische Edition 1970, S. 144.
  13. abIngo F. Walther, Rainer Metzger:Marc Chagall 1887–1985. Malerei als Poesie. S. 24.
  14. abFranz Meyer:Marc Chagall. Leben und Werk. DuMont-Schauberg, Köln 1961.
  15. abart-perfect.de
  16. Ingo F. Walther, Rainer Metzger:Marc Chagall 1887–1985. Malerei als Poesie. S. 42.
  17. Felix Philipp Ingold:Aktion Philosophenschiff. Wie sich die Sowjetmacht der „bourgeoisen“ Intelligenz entledigte.Frankfurter Allgemeine Zeitung, vom 19. Dezember 2003.
  18. Marc Chagall – das graphische Werk: Radierungen, Holzschnitte, Lithoggraphien. Belser, Stuttgart/Zürich 1988, S. 71.
  19. Beteiligung von Künstler*innen und Architekt*innen an Ausstellungen der Novembergruppe 1919–1932. Berlinische Galerie – Museum für moderne Kunst (Stand: 29. Oktober 2019).
  20. Dans la Villa Montmorency, son histoire et ses secrets méconnus In:admagazine.fr, 15. Januar 2025, abgerufen am 31. Dezember 2025
  21. Ingo F. Walther, Rainer Metzger:Marc Chagall 1887–1985. Malerei als Poesie. S. 61.
  22. Ingo F. Walther, Rainer Metzger:Marc Chagall 1887–1985. Malerei als Poesie. S. 65.
  23. WebseiteLists in the Names Index derArchives of theAmerican Jewish Joint Distribution Committee (JDC-Archives). Von dort, oder direkt über den LinkPassengers on the SS Mouzinho, 1941, kann die komplette Passagierliste aufgerufen werden. Die Einträge für Marc Chagall und seine Frau Bella befinden sich auf Seite 3, Positionen 62 und 63.
  24. Ingo F. Walther, Rainer Metzger:Marc Chagall 1887–1985. Malerei als Poesie. S. 62.
  25. Ingo F. Walther, Rainer Metzger:Marc Chagall 1887–1985. Malerei als Poesie. S. 68.
  26. abChristoph Goldmann:Bild-Zeichen bei Marc Chagall. 2 Bände. Band 1:Alphabetische Enzyklopädie der Bildzeichen. Bd. 2:Enzyklopädie zu den Bildern der „Biblischen Botschaft“. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1995.
  27. High Falls in der englischsprachigen Wikipedia.
  28. Brief an seine Lebensgefährtin Virginia Haggard:Sieben Jahre der Fülle – Leben mit Chagall. Diana Verlag, Zürich 1987,ISBN 3-905414-51-1, S. 98.
  29. Monsignore Mayer erinnert sich an das Begräbnis von Valentina Chagall 1993. auf allgemeine-zeitung.de
  30. Jackie Wullschlager:Chagall, A Biography. Random House, New York 2008,ISBN 978-0-375-41455-8, S. 469.
  31. Ingo F. Walther, Rainer Metzger:Marc Chagall 1887–1985. Malerei als Poesie. S. 78.
  32. Kunstwerke | Städtische Bühnen Frankfurt am Main. Abgerufen am 11. Februar 2020 (deutsch). 
  33. Ingo F. Walther, Rainer Metzger:Marc Chagall 1887–1985. Malerei als Poesie. S. 82.
  34. Chagall und die Glasfenster – Kirchenfenster auf art-perfect.de.
  35. Vgl.St. Stephan – Chagalls Mystik des blauen Lichts auf www.mainz.de und den DokumentationsfilmA Palette of Glass. The America Windows of Marc Chagall von Chuck Olin von 1977, der die Zusammenarbeit dokumentiert.
  36. Ingo F. Walther, Rainer Metzger:Marc Chagall 1887–1985. Malerei als Poesie. S. 89.
  37. Eine Anthologie:Literarische schafungen fun marc schagall. (Literarische Werke M. Ch's.). Zs. di goldene kejt, 60. Tel Aviv 1967, S. 91ff.- Einige Gedichte daraus in der zweisprachigen Anthologie:„Gehat hob ikh a heym - Ich hatte ein Zuhaus’.“ Zeitgenössische jiddische Lyrik. Hg.Armin Eidherr. Eye, Landeck (Tirol)ISBN 3-901735-05-4
  38. Print leicht zugänglich in Berghof (Red.):Kunst in der Verfolgung:Entartete Kunst (Ausstellung) 1937 in München. 18 Beispiele. undBeiheft: Lebensdaten und Selbstzeugnisse. Neckar, Villingen 1998, ohne ISBN, Großformat.-Gustav Friedrich Hartlaub hatte 1928 das berühmte, suggestive Bildnis eines Rabbiners, der eine Prise nimmt, für die Mannheimer Kunsthalle erworben. Mannheim war eine aufblühende, linksliberale Kunststadt. Die Häupter der Stadt, darunter die kulturelle Ägide, werden im März 1933 entlassen. Im April werden in einer Hetzschau, die zum traurigen Vorbild für die Münchner „Entarteten“-Ausstellung werden sollte, sechzig Werke der Moderne angeprangert und verhöhnt. Nicht genug: Chagalls „Rabbiner“ wird mit Hartlaubs Foto auf einem Karren unter dem Gejohle des Mobs durch die Stadt bis vor das Haus des Direktors gezerrt, dann in Schaufenstern dem Gespött preisgegeben. Noch im selben Jahr leiht Basel das Bild für eine rehabilitierende Chagall-Retrospektive aus und erwirbt es schließlich 1937 in der berüchtigten Luzerner Fischer-Auktion.
  39. XXL-Gemälde von Marc Chagall zieht ins Städel ein. In: hessenschau.de. 18. Februar 2025, abgerufen am 20. Februar 2025. 
  40. orf.at, 18. November 2020, abgerufen am 19. November 2020. - Bühnenvorhang, 20 m hoch, aus dem Nachlass eines Künstlers um 99 Mio. Euro versteigert.
  41. Vgl. Fotos der einzelnenFenster von Marc Chagall im Fraumünster Zürich auf der Website von Kurt Salzmann.
  42. Panorama des Fraumünsters auf swisspanoramas.ch (erfordert Java).
  43. Le Parcours Chagall (Memento vom 2. Januar 2014 imInternet Archive), PDF-Broschüre über die Chagall-Kunstwerke in Sarrebourg (französisch).
  44. Barbara Krause:Marc Chagall - die Farben des verlorenen Paradieses, Romanbiografie, Verlag Herder,ISBN 978-3-451-06164-6, Seite 140
  45. Fabienne Riklin und Julia Stephan:Schweizer schenkte Gurlitt Bilder von Picasso und Chagall, schweizamsonntag.ch, 9. November 2013, abgerufen am 11. November 2013.
  46. Hildebrand Gurlitt:Allied Interrogation June 1945, abgerufen am 11. November 2013.
  47. Chagall gehörte jüdischer Familie, stuttgarter-nachrichten.de, 11. Dezember 2013, abgerufen am 17. Dezember 2012.
  48. Spektakulärer Kunstfund: Bislang unbekannte Meisterwerke von Dix und Chagall entdeckt, faz.net, 5. November 2013, abgerufen am 14. November 2013.
  49. Lutz D. Schmadel:Dictionary of Minor Planet Names. Fifth Revised and Enlarged Edition. Hrsg.: Lutz D. Schmadel. 5. Auflage.Springer Verlag,Berlin,Heidelberg 2003,ISBN 3-540-29925-4,S. 186,doi:10.1007/978-3-540-29925-7_2982 (englisch, 992 S., Originaltitel:Dictionary of Minor Planet Names. Erstausgabe: Springer Verlag, Berlin, Heidelberg 1992):“1981 EE20. Discovered 1981 Mar. 2 by S. J. Bus at Siding Spring.” 
  50. Académicien décédé: Marc Chagall. Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique, abgerufen am 24. August 2023 (französisch). 
  51. Ehrenbürger der Stadt Mainz (Memento vom 24. August 2018 imInternet Archive)
  52. Wyman Shoots Chagall – Bill Wyman. Abgerufen am 19. August 2025 (amerikanisches Englisch). 
Personendaten
NAMEChagall, Marc
ALTERNATIVNAMENMoischa Sacharawitsch Schahalau; Мойша Захаравіч Шагалаў (belarussisch)
KURZBESCHREIBUNGrussisch-französischer Maler
GEBURTSDATUM6. Juli 1887
GEBURTSORTWizebsk, Russisches Kaiserreich
STERBEDATUM28. März 1985
STERBEORTSaint-Paul-de-Vence, Frankreich
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