Mannheim liegt unmittelbar imDreiländereck mit Baden-Württemberg,Rheinland-Pfalz undHessen. Von seiner rheinland-pfälzischen SchwesterstadtLudwigshafen am Rhein, mit der es ein zusammenhängendes Stadtgebiet bildet, ist Mannheim durch denRhein getrennt.
Erstmals 766 imLorscher Codex urkundlich erwähnt, erhielt Mannheim 1607 dieStadtprivilegien, nachdem KurfürstFriedrich IV. von der Pfalz den Grundstein zum Bau der FestungFriedrichsburg gelegt hatte. Das damals für die mit der Festung verbundene Bürgerstadt Mannheim angelegte gitterförmigeStraßennetz mit Häuserblöcken statt Straßenzügen ist in der Innenstadt erhalten geblieben. Darauf ist die BezeichnungQuadratestadt zurückzuführen.
Nächste größere Städte sindFrankfurt am Main, etwa 70 Kilometer nördlich,Karlsruhe, etwa 50 Kilometer südwestlich undStuttgart, etwa 95 Kilometer südöstlich.
Durch die Lage direkt an der baden-württembergischen Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz und Hessen ist Mannheim neben dem StadtstaatHamburg die einzige Großstadt in Deutschland, die direkt an zweiLänder grenzt.
In jedem der 17 Stadtbezirke gibt es einen Bezirksbeirat, dem 12 dort wohnende Bürger angehören, die der Gemeinderat entsprechend dem Abstimmungsergebnis der Gemeinderatswahl bestellt. Sie sind zu wichtigen Angelegenheiten, die den Stadtbezirk betreffen, zu hören und beraten die örtliche Verwaltung sowie Ausschüsse des Gemeinderats. Seit 2008 verfügen die Bezirksbeiräte über ein eigenes Budget, über dessen Verwendung sie in festgelegten Grenzen selbst entscheiden können.[8]
Die hufeisenförmigeInnenstadt Mannheims zwischenRhein undNeckar ist nicht natürlich gewachsen, sondern wurde erst um 1600 im Rahmen des Baus derFriedrichsburg geplant als Gitter angelegt.[9] So entstanden die „Mannheimer Quadrate“. Die Bismarckstraße verläuft vor der Front desSchlosses und verbindet die Enden der Ringstraßenabschnitte miteinander. Dazwischen liegen rechtwinklig angelegte Straßenzüge. Die Planung dieses Netzes geht auf KurfürstFriedrich IV. von der Pfalz um 1600 zurück.
Die Innenstadt wird von zwei breiter ausgebauten Hauptachsen durchzogen. Die auch als „Breite Straße“ bekannte Kurpfalzstraße verläuft in Nordost-Südwest-Richtung vom Schloss bis zum Neckartor. Sie trifft amParadeplatz auf die Haupteinkaufsstraße, die in Ost-West-Richtung verlaufenden „Planken“. Die Straßen in der Innenstadt tragen in aller Regel keine Namen, stattdessen werden die dazwischenliegenden Quadrate aus einer Kombination von Buchstabe und Zahl benannt.
Die Anordnung war ursprünglich eher festungstechnisch bedingt: sie ermöglichte gegebenenfalls die Beschießung in die Festung eingedrungener feindlicher Verbände mit Kanonen quer durch die Stadt. Die Mannheimer Quadrate und besonders die sogenannteBreite Straße betonen zudem das – allerdings erst später errichtete – „neue“ Schloss. Daher wird die mittels der Straßenanordnung erzeugte städtebauliche Dominanz der Residenz als Abbild derabsolutistischen Regierungsform interpretiert.
Die Prinzipien einerIdealstadt wurden in verschiedenen Residenzstädten des absolutistischenBarock wieErlangen,Glückstadt oderKarlsruhe umgesetzt. Aber auch in neueren Zeiten wurde versucht, Ideale und Architektur in Verbindung zu setzen (Planstadt,Planhauptstadt).
Aufgrund der durchPfälzerwald undOdenwald geschützten Lage imOberrheingraben herrscht in Mannheim für mitteleuropäische Verhältnisse ein sehr mildes Klima vor.[12] Die Messungen an derDWD-Klimastation in Mannheim-Vogelstang ergaben zwischen 1971 und 2000 eineDurchschnittstemperatur von 10,5 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 19,9 °C, der kälteste der Januar mit 1,8 °C.[13] Temperaturen über 30 °C sind im Hochsommer keine Seltenheit. Der Spitzenwert wurde am 7. August 2015 mit 39,8 °C gemessen[14] (Messung der DWD-Wetterstation, eine private Wetterstation inMannheim-Seckenheim kam am 8. August 2003 auf 40,1 °C[15]).
Auffällig ist die für Westdeutschland geringe Niederschlagsmenge in Mannheim. Im Laufe eines Jahres fallen durchschnittlich nur 668 mm Niederschlag. Der Spitzenmonat ist der Juni. Begünstigt von Rhein und Neckar kann es insbesondere im Herbst zu Nebelbänken kommen. Die beiden Flüsse sowieAuenlandschaften am Rhein sorgen auch für eine überdurchschnittliche Luftfeuchtigkeit, die besonders im Hochsommer zu drückender, bioklimatisch belastenderSchwüle führen kann.Im Winter ist die Stadt eine der wärmsten Städte Deutschlands.[16]
Ein 1929 im Stadtteil Seckenheim ergrabener, vom Jahr 74 n. Chr. bis ins frühe zweite Jahrhundert betriebener Ziegelofen belegt eine Besiedlung in römischer Zeit.[18]
Das DorfMannenheim (= Heim des Manno) wurde im Jahr 766 erstmals imLorscher Codex urkundlich erwähnt.[19]
Durch zahlreiche Schenkungen innerhalb kurzer Zeit[20] erhielt dasKloster Lorsch 160½ Tagewerke Acker, was dem Heuertrag eines mittelgroßen Königshofs entspricht.[21]
1284 fiel Mannheim an denPfalzgrafen bei Rhein aus dem HauseWittelsbach. Regionale Bedeutung erlangte die 1349 auf dem heutigenLindenhof errichteteBurg Eichelsheim, die den Rheinschiffern einen Obolus abverlangte. 1415 wurde in ihr der abgesetzteGegenpapstJohannes XXIII. im Auftrag desKaisers Sigismund gefangen gehalten. Durch den Sieg in derSchlacht bei Seckenheim 1462 über das Heer seiner verbündeten Gegner, des Grafen vonWürttemberg, des Markgrafen vonBaden und des Bischofs vonMetz, begründete KurfürstFriedrich von der Pfalz „der Siegreiche“ die pfälzische Vormachtstellung am mittleren Oberrhein. 1566 zählte Mannheim mit etwa 700 Einwohnern zu den größten Dörfern desOberamts Heidelberg.
Am 24. Januar 1607 erhielt Mannheim die Stadtprivilegien, nachdem KurfürstFriedrich IV. von der Pfalz am 17. März 1606 den Grundstein zum Bau der FestungFriedrichsburg gelegt hatte. Die damalige Planung eines gitterförmigen Straßennetzes für die mit der Festung verbundene Bürgerstadt Mannheim ist erhalten geblieben. Während desDreißigjährigen Krieges (1618–1648), in dem Mannheim auf Seiten der Protestantischen Union kämpfte, wurde es erstmals 1622 durch Truppen zerstört. Durch Krieg und Seuchen kam es in Mannheim, das 1618 etwa 1200 Einwohner zählte, zu gravierenden Bevölkerungsverlusten. KurfürstKarl Ludwig von der Pfalz fand 1649 bei seiner Rückkehr in die Kurpfalz ein durch die Kriegszerstörungen weitgehend entvölkertes und wirtschaftlich ruiniertes Land vor. Der neue Regent setzte sich entschieden für den Wiederaufbau Mannheims ein, das wegen seiner günstigen Lage an der Mündung des Neckars in den Rhein als Mittelpunkt der Gewerbetätigkeit und des Handels in der Kurpfalz ausersehen war. ImPfälzischen Erbfolgekrieg wurde Mannheim 1688 von französischen Truppen erobert und im März 1689 komplett zerstört sowie die Bevölkerung vertrieben. Nach dieser Zerstörung war KurfürstJohann Wilhelm maßgeblich für den erneuten Wiederaufbau verantwortlich. Noch vor Abschluss des Friedensvertrages verfasste der Kurfürst 1697 eine Proklamation, in der er den Wiederaufbau der Stadt anordnete und die Flüchtlinge zur Rückkehr aufforderte. Nach dem Beginn der Wiederaufbauarbeiten stieg die Bevölkerungszahl recht schnell wieder an.
1720 verlegteKurfürst Carl Philipp seinen Hof von Heidelberg nach Mannheim und begann den Bau desMannheimer Schlosses (1760 gemeinsam mit derJesuitenkirche vollendet). Mannheim wurde Residenzstadt derKurpfalz, und es begann eine nur 58 Jahre dauernde, aber glanzvolle Prachtzeit der mittlerweile 25.000 Einwohner zählenden Stadt.
Der kurpfälzische Hof förderte Kunst und Musik, Wissenschaft und Handel.Goethe,Schiller undLessing weilten in Mannheim ebenso wieMozart.
Am 2. August 1776 erhielt das erste Haus Mannheims einenBlitzableiter, den der damalige Befehlshaber der Stadt, Leopold Freiherr vonHohenhausen[22], an seinem eigenen Haus anbringen ließ. Am 5. August ließ er einen zweiten Blitzableiter anbringen. Dazu beauftragt hatte erJohann Jakob Hemmer,[23] „Vollender des Blitzableiters“.[24]
1778 verlegte KurfürstCarl Theodor seine Residenz nachMünchen, um seinebayerische Erbschaft antreten zu können. Damit setzte in Mannheim ein wirtschaftlicher und kultureller Aderlass ein.
1795 wurde die Stadtvon französischen Truppen besetzt und daraufhin vonösterreichischen Truppen zurückerobert. 1803 verlor Mannheim endgültig seine politische Stellung: Im Zuge desReichsdeputationshauptschlusses fiel die Stadt anBaden, in dem es – geografisch an den nordwestlichen Rand gedrängt – lediglich den Status einer Grenzstadt hat.
Im „Jahr ohne Sommer“ 1816, das durch den Ausbruch desTambora-Vulkans verursacht wurde und Hungersnot und Pferdesterben zur Folge hatte, erfandKarl von Drais das Zweirad und damit den mechanisierten Individualverkehr. 1828 wurde derRheinhafen eröffnet und 1840 die erste badische EisenbahnstreckeMannheim–Basel. Geprägt vom wirtschaftlichen Aufstieg des Bürgertums begann allmählich eine weitere Blütezeit Mannheims. In derMärzrevolution von 1848 war die Stadt ein Mittelpunkt der politischen und revolutionären Bewegung. In dieser Zeit wurde auch die Infrastruktur der wachsenden Bevölkerung angepasst: 1851 wurde die Gasbeleuchtung eingeführt, ab 1870 die Kanalisation und eine verbesserte Wasserversorgung.[25] 1865 gründeteFriedrich Engelhorn dieBadische Anilin- und Soda-Fabrik (BASF), die allerdings später nachLudwigshafen verlegt wurde. Aus der Farbenfabrik wurde das größte Chemieunternehmen der Welt. 1880 wurde vonWerner von Siemens der weltweit ersteelektrische Aufzug in Mannheim vorgestellt. 1886 ließCarl Benz seinenMotorwagen Nummer 1 patentieren. 1909 gründetenKarl Lanz undJohann Schütte die FirmaSchütte-Lanz, die insgesamt 22Luftschiffe baute. Die Firma war Hauptkonkurrent derZeppelin-Werke. Ab 1918 übernimmt Mannheim die Patenschaft für den Wiederaufbau von Memel (Klaipeda).[26] Nach demErsten Weltkrieg stellte dieHeinrich Lanz AG mit demBulldog den erfolgreichsten Schweröl-Traktor vor. Der vonProsper L’Orange bei denMotorenwerken Mannheim erfundene Vorkammer-Dieselmotor wurde beiBenz & Cie zum 1923 weltersten kompakten Fahrzeug-Dieselmotor weiterentwickelt. 1922 wurde dasGroßkraftwerk Mannheim in Betrieb genommen. Die Stadt zählte um 1930 gemeinsam mit der Schwesterstadt Ludwigshafen, die sich aus der altenMannheimer Rheinschanze entwickelt hatte, 385.000 Einwohner.
Mannheim wurde imZweiten Weltkrieg durch dieLuftangriffe auf Mannheim fast völlig zerstört. Heute besteht etwa ein Drittel der Stadt aus Gebäuden von vor dem Zweiten Weltkrieg.[28] Ein umfassendes Bunkerbauprogramm von 1940 bis 1945 rettete zahlreichen Mannheimern das Leben.[29] Ende März 1945 wurde die Stadt schließlich vonUS-Truppen besetzt,[30] während der Krieg in anderen Teilen Deutschlands erst am 8. Mai mit derBedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht endete. Die US-Army übernahm u. a. eine Pionier-Kaserne der Wehrmacht im Stadtteil Feudenheim, die 1948 nach dem GefreitenDominic Spinelli benannt wurde und bis zum Abzug der amerikanischen Streitkräfte 2014 eines ihrer wichtigsten Nachschubdepots in Europa war.
Den US-Truppen stellte sich bald nach ihrem Einmarsch nach Mannheim das Problem, dass sich in der Stadt mindestens 20.000Displaced Persons (DPs), größtenteils osteuropäische Zwangsarbeiter aufhielten.[31] Um sie versorgen zu können, richtete die US-Militärregierung am 30. März 1945 in der Kaiser-Wilhelm-Kaserne – den späteren Turley Barracks – einDP-Lager für die DPs aus Mannheim und Nordbaden ein. Allerdings scheint diese Unterbringung unzureichend gewesen zu sein, denn ein Foto imUnited States Holocaust Memorial Museum dokumentiert die Vertreibung deutscher Mannheimer aus ihren Häusern, um mehr Platz für DPs zu schaffen.[32]
Die Betreuung der DPs und der Camps lag bei der UNRRA, und das vorrangige Ziel war es, die Menschen möglichst schnell wieder in ihre Heimatländer zurückzuschaffen. Teilweise wurden bis zu 2.000 Personen pro Tag zurück in ihre Heimat geschickt, so dass sich 1948 nur noch 960 heimatlose Menschen in der Kaserne befanden.[31] Allerdings stießen dieseRepatriierungen gerade bei osteuropäischen DPs oft auf Widerstand, weil sie sich vor Repressalien im sowjetischen Herrschaftsbereich fürchteten. So berichtete etwaDer Spiegel, dass sich in einem Mannheimer Lager 600 aus der Ukraine stammende DPs Anfang September 1945 mit einem Aufstand gegen den Rücktransport in die Sowjet-Union gewehrt hätten. Allerdings ohne Erfolg: Nach einer viertägigen Verschiebung ihrer Abfahrt mussten sie dennoch die Rückreise antreten.[33]
Im DP-Lager-Verzeichnis derArolsen Archives finden sich mehrere Mannheim betreffende Einträge, darunter auch einer zu einem Beschäftigten-Zentrum inKäfertal. Das könnte ein Hinweis auf das Franklin-Areal sein, wo in der Flakkaserne und Gallwitz-Kaserne neben amerikanischen Soldaten auch einige hundert DPs untergebracht sein sollten.[34] Ein weiterer Eintrag derArolsen Archives gilt einerDP-Technical School / Training-School. Im Zusammenhang mit demDP-Lager Hanau erwähnt Alice Noll, dass „dem Hanauer Lager neben Wiesbaden und Mannheim eine herausgehobene Stellung innerhalb der westlichen alliierten Zone“ zugekommen sei. Diese hervorgehobene Stellung sei mit dem Projekt verbunden gewesen, Berufs- und Ausbildungszentren in den Lagern zu gründen, die auf eine berufliche Wiedereingliederung vorbereiten sollten. Noll berichtete allerdings nur für Hanau von der Umsetzung dieser Pläne.[35]
Einige Mannheimer DPs sowie 47 Rückkehrer des letzten Transports nachTheresienstadt gründeten im Oktober 1945 in Mannheim wieder einejüdische Gemeinde. Ihr Gemeindezentrum unddie Synagoge befanden sich damals im ehemaligen jüdischen Waisenhaus in R 7, 24.[36]
Nur mühsam setzte der Wiederaufbau der Stadt ein.Schloss undWasserturm wurden wiederaufgebaut, dasNationaltheater an neuer Stelle errichtet. An alter Stelle befindet sich der Schillerplatz mit Schiller-Denkmal. Die Wohnungsnot führte zur Erschließung zahlreicher neuer Wohngebiete.
Wirtschaftlich prägte in der jüngeren Vergangenheit die Abnahme der industriellen Arbeitsplätze Mannheim. Die Stadt versuchte mit der Ausweisung von Gewerbegebieten und der Ansiedlung von Dienstleistungsunternehmen diesenStrukturwandel zu gestalten. Paradebeispiel ist der Bau desVictoria-Hochhauses 2001, eines der höchsten Gebäude der Stadt, am Bahngelände. Im Hinblick auf das 400. Stadtjubiläum 2007 wurden ab 2000 einige städtebauliche Aktivitäten umgesetzt:SAP Arena mit Anschluss an den neuen Stadtbahnring Ost, Sanierung der FußgängerzoneBreite Straße, des Zeughauses und des Schlosses, komplette Umgestaltung desAlten Meßplatzes und die Stadtbahnneubaustrecke Schafweide. Das Konzept des Stadtjubiläums zielte auf ein vielfältiges Spektrum von Veranstaltungen ohne ein dominierendes Zentralereignis.
Zwischen 1895 und 1944 wurden mehrere umliegende Ortschaften zu Mannheim eingemeindet, darunter mitNeckarau das damals größte badische Dorf. Bei der großenGemeindereform in den 1970ern gab es PläneBrühl,Ilvesheim,Edingen-Neckarhausen undLadenburg einzugemeinden. Wegen der großen Proteste nahm man aber davon Abstand, und Mannheim war eine der wenigen Städte Baden-Württembergs, die keinen Flächenzuwachs erhielten. Vor der ersten Eingemeindung umfasste das Stadtgebiet 2384 Hektar:
Einwohnerentwicklung von Mannheim von 1871 bis 2017
Die Einwohnerzahl der Stadt Mannheim überschritt 1896 die Grenze von 100.000 und machte sie damit zur Großstadt. 1905 hatte die Stadt über 160.000 Einwohner, bis 1961 verdoppelte sich diese Zahl. 1970 erreichte die Bevölkerungszahl mit rund 333.000 ihren historischen Höchststand. Durch Wanderungsverluste ins Umland sowie eine negative Geburten- und Sterbefallbilanz nahm die Zahl der Einwohner bis 1986 auf rund 295.000 ab. Aktuell gilt der vermehrte Zuzug in Ballungsräume auch für Mannheim. Bereits 1988 hatte die Stadt wieder mehr als 300.000 Einwohner, diese Zahl erhöhte sich in den kommenden Jahren weiter. Durch denZensus 2011 war die Einwohnerzahl erneut auf unter 300.000 zurückgegangen, hatte sich in den folgenden Jahren aber wieder erhöht.
Im Jahr 2020 wurde Mannheim laut Daten des Statistischen Landesamts erstmals seit dem Zensus 2011 wieder zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs.[39] Für den 31. Dezember 2023 nennt die Kommunale Statistikstelle der Stadt Mannheim 330.896 Einwohner, davon 326.941 mit Hauptwohnsitz.[40]
Der Ausländeranteil liegt, bezogen auf den Hauptwohnsitz, bei 28,5 % (93.246 Personen). EinenMigrationshintergrund haben unter Berücksichtigung von eingebürgerten Personen undSpätaussiedlern 158.649 Einwohner (48,5 %). Die größten Einwanderergruppen stammen dabei aus:
GemäßVolkszählung in der Europäischen Union 2011 waren damals 29,8 % der Stadtbevölkerungkatholisch, 26,5 %evangelisch und 43,7 % gehörten einer sonstigen oder keiner öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaft an (bereinigter Registerbestand).[43] Der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung ist seitdem beträchtlich gesunken und die Personen, die keiner rechtlich-körperschaftlich verfasstenGlaubensgemeinschaft angehören, sind eine absolute Mehrheit der Bevölkerung. Die derzeitige Verteilung der Stadtbevölkerung nach ihrer Religionszugehörigkeit (Stand 31. Dezember 2024) ist römisch-katholisch 21,5 %, evangelisch 16,7% und sonstige/keine 61,9 %.[44]
Genaue Zahlen zu weiteren Religionsgemeinschaften wurden letztmals beim Zensus von 2011 erhoben: Damals waren 0,7 % der Bevölkerung evangelisch-freikirchlich, 2,6 % orthodox.[45] Nach einer Berechnung aus den Zensuszahlen für die Personen mit Migrationshintergrund lag der Bevölkerungsanteil der Muslime 2011 bei 10,8 %.[46]
KurfürstOttheinrich führte mit Mandat vom 4. April 1556 dieReformation lutherischen Bekenntnisses in der Kurpfalz ein, nachdem bereits sein VorgängerFriedrich II. zehn Jahre zuvor ernsthafte Anstrengungen in dieser Richtung unternommen hatte (erste lutherische Abendmahlsfeier in der Heidelberger Heiliggeistkirche am 18. April 1546). Unter Ottheinrichs NachfolgerFriedrich III. wechselte die Kurpfalz ab 1561 zum reformierten Bekenntniscalvinistischer Prägung (Heidelberger Katechismus 1563). Die Zeit der Mannheimer Stadtgründung fiel somit in die Phase des kurpfälzischen Reformiertentums, was der Stadt für lange Zeit eine reformiert-protestantische Prägung verlieh. Die evangelisch-reformierte Konfession wurde auch als einzige im 17. Artikel der Mannheimer Privilegien von 1652 genannt. Die reformierte Kirche bestand im 17. Jh. jeweils aus einer französischen, niederländischen und hochdeutschen Gemeinde[47].
Um Einwohner für das neuaufgebaute Mannheim zu gewinnen, öffnete KurfürstKarl Ludwig die Stadt Mitte des 17. Jh. auch für nicht-reformierte Glaubensgemeinschaften. So fanden sich inQuadrat E 6, wo sich heute etwa das Eigentum des kath. Bürgerhospitals befindet, Besitzungen derradikal-reformatorischenUnitarier undHutterer, die hier für kurze Zeit Gemeinden bildeten.
Die unitarische Gemeinde bestand zum großen Teil aus antitrinitarischen Religionsflüchtlingen aus Polen-Litauen, wo die dortige unitarische Kirche (Polnische Brüder) ab Mitte des 17. Jh. zunehmend Verfolgungen ausgesetzt gewesen war. Die Polnischen Brüder waren eine aus der Reformation hervorgegangeneunitarische Kirche, die dieTrinität ablehnten und in Teilen den Remonstranten (Vernunftsglaube) und den Täufern/Mennoniten (Bekenntnistaufe) nahestanden. Auf einer der letztenSynoden der Polnischen Brüder 1663 in Kreuzberg /Schlesien wurden die beiden TheologenAndrzej Wiszowaty und Stegmann in diePfalz gesandt, um hier die Vertriebenen zu betreuen und ein langfristiges Asyl erreichen zu können. KurfürstKarl Ludwig sicherte zunächst eine eingeschränkteReligionstoleranz zu, sofern die Unitarier nicht offen auftreten würden. Dennoch kam es in Folge zu einem Zerwürfnis, insbesondere mit dem reformiert geprägten Kirchenrat. Den Unitariern wurden u. a. vorgeworfen, unter den Mannheimer Bürgern offen für ihre Konfession geworben zu haben, was ein Dekret des Stadtrats vom 8. November 1664 ausdrücklich verbot. Wiszowaty begab sich schließlich im Sommer 1666 in die Niederlande, Stegmann wurde Pfarrer inKlausenburg/Siebenbürgen, andere übersiedelten nach Preußen oder Schlesien, wo die Unitarier noch bis 1675 toleriert wurden[48]
Die derTäuferbewegung zuzurechnenden und kommunitär (in Gütergemeinschaft) lebenden Hutterer besaßen zwischen 1655 und 1684 einen eigenenBruderhof in Mannheim[49]. Kurfürst Karl Ludwig gab ihnen gegen eine jährliche Schutzgeldzahlung und unter der Bedingung, sich still zu verhalten, Toleranz. Initiiert wurde der hutterischer Bruderhof von den beiden aus dem slowakischenSobotischt stammenden hutterischen Delegierten Christoph Baumhauer und Jakob Amsler. Im Pestjahr 1666 wurden acht hutterische Familien gezählt, 1674 waren es 13 Familien. Später ging die Gemeinde infolge vonAssimilation in das umgebende reformierte konfessionelle Milieu ein, der hutterische Vorsteher Jacob Brütmann nahm selbst 1684 die evangelisch-reformierten Konfession an. Neben den Hutterern soll es im 17. Jh. auchMennoniten in der Stadt gegeben haben, später im 18. Jh. wurde Mannheim zeitweise ein regionales Zentrum mennonitischer Gemeindeaktivitäten in der Kurpfalz[50]. Inwieweit es eine Kontinuität zwischen den frühen Hutterern und den im 18. Jh. in Mannheim auftretenden Mennoniten gibt, ist nicht mit Sicherheit zu beantworten[51].
Die ersten Kirchen lassen sich im 8. Jahrhundert in den Vororten Scharhof,Wallstadt undFeudenheim nachweisen. EinePfarrei in Mannheim selbst wurde erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt. Sie gehörte zurDiözese Worms und war demhl. Sebastian geweiht. Die älteste katholische Kirche ist die PfarrkircheSt. Sebastian am Marktplatz, die 1723 fertiggestellt wurde. 1729 stiftete KurfürstKarl Philipp 100.000 Gulden für den Bau derJesuitenkirche, die alsHofkirche dienen sollte. Zusammen mit derLiebfrauenkirche gehört sie seit 2005 zu einer gemeinsamen Pfarrgemeinde St. Sebastian. Die übrigen 28 römisch-katholischen Gemeinden sind zu zehnSeelsorgeeinheiten zusammengefasst und gehören zumStadtdekanat Mannheim derErzdiözese Freiburg.
Auch evangelische Freikirchen sind zahlreich vorhanden. Hierzu gehören z. B. die Freie evangelische Gemeinde (FEG), die Gemeinde Haus des Herrn (HdH-Mannheim) in Mannheim-Rheinau, dieFreikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (STA) und dieEvangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten). IhreHoffnungskirche befindet sich seit 1961 im Stadtteil Neckarstadt.
Die ersteSynagoge gab es in Mannheim 1660. Die Kurfürsten förderten insbesondere nach den Stadtzerstörungen im 17. Jahrhundert gezielt die Ansiedlung von Juden mit Steuererleichterungen und dem Privileg der Gewerbefreiheit, um Handel und Handwerk zum Aufschwung zu verhelfen. 1719 waren 10,6 % der Bevölkerung jüdisch. Bis 1895 vergrößerte sich die jüdische Gemeinde auf 4768 Mitglieder. Der übrige Bevölkerungszuwachs war allerdings noch rasanter, so dass nach 1900 der jüdische Anteil nur noch um drei Prozent lag. 1933 lebten in Mannheim 6402 Juden, die die größte Gemeinde in Baden bildeten.
Durch die Repressalien nach derMachtergreifung derNationalsozialisten gerieten viele Juden bereits früh in Not. Schon 1933 verbot der damalige OberbürgermeisterCarl Renninger (NSDAP) die Auftragsvergabe an jüdische Firmen. JüdischeDozenten der ansässigen Handelshochschule wurden beurlaubt, das Mannheimer Nationaltheater entließ jüdische Schauspieler, und jüdischen Ärzten wurde die Kassenzulassung entzogen. Viele Familienemigrierten ins Ausland, insbesondere in dieUSA. Nach der Verwüstung der drei Mannheimer Synagogen 1939 wurden 1940 rund 2000 und damit fast alle verbliebenen Juden nachGurs deportiert. Die meisten wurden von dort in die deutschenKonzentrationslager imbesetzten Polen verschleppt und ermordet.
Nach demZweiten Weltkrieg kehrten nur wenige Emigranten nach Mannheim zurück. Die Wiedergründung der jüdischen Gemeinde nach der nationalsozialistischen Verfolgung erfolgte im Oktober 1945 mit nur 120 Mitgliedern, darunter auch in Mannheim lebendeDisplaced Persons.[52]
Die neue Synagoge der jüdischen Gemeinde wurde 1987 eröffnet. 2012 hatte die Gemeinde etwa 500 Mitglieder.[53]
Mit der zweitenGastarbeiter-Welle Mitte der 1960er kamen vieleEinwanderer aus derTürkei und damit erstmals eine nennenswerte Anzahl vonMuslimen nach Mannheim. Ihre Zahl stieg bis 2004 auf 20.827 und damit sieben Prozent der Mannheimer Bevölkerung, wobei der größte Teil von ihnen Einwanderer aus muslimischen Ländern und deren Nachkommen sind. 1995 wurde daher dieYavuz-Sultan-Selim-Moschee, die bis dahin größteMoschee Deutschlands, gebaut, die 2500 Gebetsplätze bietet. 2005 wurde das bereits baufällig gewordeneMinarett schlanker und höher neu errichtet. 2010 wurde in Mannheim-Casterfeld die Ehsan-Moschee derAhmadiyya Muslim Jamaat errichtet. Außerdem bestehen weitere Moscheen in den Stadtteilen Innenstadt/Jungbusch (drei), Neckarstadt-West (zwei) sowie Neckarstadt-Ost, Waldhof, Neckarau, Rheinau und Hochstätt (jeweils eine).
DerGemeinderat hat 48 Sitze und wird in direkter Wahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Hinzu kommt der Oberbürgermeister als stimmberechtigter Vorsitzender des Gemeinderats. Nach dem baden-württembergischen Kommunalwahlrecht haben die Wähler die Möglichkeit desKumulierens undPanaschierens.
DieKommunalwahl 2024 führte zu folgendem Ergebnis (in Klammern: Unterschied zu 2019):[55]
An der Spitze derStadtverwaltung steht derOberbürgermeister, der gleichzeitig Vorsitzender des Gemeinderats ist. Er wird in direkter Wahl für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Amtierender Oberbürgermeister istChristian Specht (CDU), welcher am 9. Juli 2023 im zweiten Wahlgang mit 49,9 % bei einer Wahlbeteiligung von rund 30 % zum Oberbürgermeister gewählt wurde.[56] Er trat das Amt am 4. August 2023 an. Specht ist damit der erste CDU-Oberbürgermeister in Mannheim seit 1948.[57]
Dem Oberbürgermeister zur Seite gestellt sind die Erste BürgermeisterinDiana Pretzell (Grüne) (zugleich stellvertretende Oberbürgermeisterin) und vier weitere Bürgermeister. Sie werden vom Gemeinderat für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt und spiegeln daher parteipolitisch die jeweiligen Mehrheitsverhältnisse zum Zeitpunkt der Wahl wider. Jeder Bürgermeister führt in der Stadtverwaltung ein Dezernat.
Die Mitarbeiterzahl der Stadtverwaltung beträgt 2023 insgesamt knapp 8000 Personen.[58]
Auch bei den Zweitstimmen lag die SPD in Mannheim mit 25,3 % vor den Grünen (21,1 %). Die CDU, 2017 noch stärkste Partei im Wahlkreis, erzielte 18,2 % der Zweitstimmen.[62]
Bei derBundestagswahl 2025 erzielte Melis Sekmen (jetzt CDU) das Direktmandat, konnte aber aufgrund der nicht vorhandenen Zweitstimmen-Absicherung nicht in den Bundestag einziehen. Isabel Cademartori und Gökay Akbulut zogen über die Landeslisten ihrer Partei in den Bundestag einziehen.[63]
Die Stadt Mannheim führt einDienstsiegel, ein Wappen und eine Flagge. Ferner verwendet die Stadt einLogo.
Wappen von Mannheim
Blasonierung: „Gespalten von Gold und Schwarz, vorne ein stehender roter Doppelhaken (Wolfsangel), hinten ein rotbewehrter, -bezungter und -bekrönter doppelschwänziger goldenerLöwe.“
Wappenbegründung: Das Wappen wurde 1896 vom Stadtrat festgelegt und vom badischen Großherzog bestätigt. Die Wolfsangel ist seit dem 17. Jahrhundert auf einem Gemarkungsgrenzstein nachweisbar. Es handelt sich wohl um einFleckenzeichen. Der Löwe ist derkurpfälzische Löwe, das Wappentier der Kurfürsten von der Pfalz, deren Residenzstadt Mannheim ab 1720 war. Beide Wappenbilder tauchen seit dem 18. Jahrhundert in den Siegeln der Stadt auf. Die Stadt führt das Wappen in der Regel in vereinfachter Form im Stil derNeuen Sachlichkeit.
Die Stadtfarben Blau-Weiß-Rot sind erst seit dem 19. Jahrhundert gebräuchlich und deuten auf eine Siegelschnur aus dem Jahr 1613 hin. Die Stadtfarben sind nicht von den Wappenfarben abgeleitet, was völlig unüblich ist.
Logo der Stadt Mannheim
Anfang 2003 hat sich die Stadtverwaltung zur Außenwerbung ein neues Logo zugelegt:Mannheim im Quadrat. Es zeigt ein rotes Quadrat mit innenliegender Ziffer Zwei in weiß in der serifenlosen halbfetten SchriftFF Kievit und soll die Quadratur der Straßen der Innenstadt symbolisieren. Aber ebenso soll die hochgestellte 2 auch für das Potenzial der Stadt stehen, „Kultur hoch zwei“, „Wissenschaft hoch zwei“ und „Mannheim ist Leben hoch zwei“.[65]
Das vom Kulturzentrum Alte Feuerwache ins Leben gerufene ProjektStadt.Wand.Kunst zur Bemalung von Häusern in der Stadt mit großflächigen Wandgemälden (sog. Murals) durch nationale und internationale Künstler aus der Streetart-Szene wurde 2013 begonnen und soll letztlich in eine Art öffentliche Galerie im urbanen Raum münden.
DasNationaltheater Mannheim wurde 1779 vonKurfürsten Karl Theodor gegründet. Bereits 1839 vollständig der städtischen Verantwortung unterstellt, ist es heute das älteste kommunale Theater der Welt, seit 1957 allerdings an anderem Ort und in der Architektur der Nachkriegszeit.
DieKunsthalle Mannheim wurde zum 300. Mannheimer Stadtjubiläum 1907 begründet. Ein traditioneller Schwerpunkt der Sammlung ist die deutsche und französische Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts sowie die internationalenSkulpturen des 20. Jahrhunderts. Hinzu kommt ein umfangreichesKupferstichkabinett, eine graphische Sammlung, Plakate, Werkkunst und aus der neueren Zeit Fotografien und Videoinstallationen. Entsprechend ihrem Gründungsmotto „Kunsthalle für alle“ ist der Eintritt an jedem ersten Mittwoch des Monats zwischen 18 und 20 Uhr kostenfrei.[73]
DasTechnoseum – 1990 als Landesmuseum für Technik und Arbeit eröffnet und 2010 in Technoseum umbenannt – bietet Anschauungsmaterial zurIndustrialisierung des deutschen Südwestens. Dazu kommen wechselnde Ausstellungen, so waren dieKörperwelten vonGunther von Hagens 1997 erstmals in Europa in Mannheim zu sehen.
DieReiss-Engelhorn-Museen gehen zurück auf die 1763 gegründete Kurfürstliche Akademie der Wissenschaften. Heute sind unter einem Dach mehrere Museen und Institutionen vereinigt:
Des Weiteren finden im Museum Weltkulturen wechselnde Sonderausstellungen statt. Themen vergangener Ausstellungen waren beispielsweise dieMaya-Zivilisation,Pompeji, FrühgeschichteJapans und dieGermanen.
DerMannheimer Kunstverein, der aktuelle und neue Kunst zeigt, besteht seit 1833 und ist einer der ältesten und größten Kunstvereine. Diese und weitere Kulturinstitutionen werden durch dieKulturmeile verbunden. Die alljährlicheLange Nacht der Museen (gemeinsam mit Heidelberg und Ludwigshafen) gilt nach Berlin als zweitgrößte Veranstaltung dieser Art in Deutschland.
DieStadtgalerie Mannheim in S4 wurde im Mai 2011 als Übergangslösung ins Leben gerufen, um die Zeit bis zur Fertigstellung des geplanten Kreativwirtschaftszentrums in Jungbusch zu überbrücken. Die durch die Stadt angemieteten und jährlich mit 100.000 Euro bezuschussten Räume boten regionalen Künstlern Gelegenheit, sich und ihre Werke zu präsentieren. Das Konzept bot sowohl die Möglichkeit einer reinen Ausstellungsfläche, als auch die Erprobung neuer Ausstellungskonzepte. Jährlich waren bis zu acht wechselnde Ausstellungen angestrebt.[75][76] Die Stadtgalerie in S4 wurde im Februar 2015 geschlossen,[77] als Nachfolger ging im Juli 2015 die GaleriePort25 – Raum für Gegenwartskunst im Mannheimer Jungbusch an den Start.[78]
Im Dezember 2012 stimmte der Mannheimer Gemeinderat einem Neubau der Kunsthalle („Museumsstadt“) am Friedrichsplatz zu. Die angesetzten Kosten beliefen sich auf rund 70 Millionen Euro, die Fertigstellung war für 2017 vorgesehen.[79] Am 1. Juni 2018 konnte der Neubau eröffnet werden.[80]
DieMannheimer Schule war – um 1750 vonJohann Stamitz begründet – zunächst ein Musikerkreis am kurpfälzischen Hof. Später verstand man darunter eine ganze Kompositionsschule, die sich vom bis dahin die europäische Tradition prägendengeneralbass-dominierten Orchestersatz und dem spätbarockenPathos abwandte und einen neuen, anmutigerenStil entwickelte, dessen Harmonik dem Melodieverlauf folgte. Musikalische Effekte und Figuren der Mannheimer Schule werden alsMannheimer Manieren bezeichnet. Dazu zählt zum Beispiel dieMannheimer Rakete, die auch in Stücken von Mozart und Beethoven anzutreffen sind. Damit leistete die Mannheimer Schule wesentliche Vorarbeiten zur Entwicklung derWiener Klassik.
Die Mannheimer Schule und die international berühmte Hofmusik des Kurfürsten Karl Theodor veranlasstenWolfgang Amadeus Mozart zu einem monatelangen Aufenthalt in Mannheim. Beruflich konnte Mozart aber dort nicht Fuß fassen.[83]
Die Popakademie Baden-Württemberg
Das Kurpfälzische Kammerorchester wurde 1952 gegründet. Es pflegt die Tradition der Mannheimer Schule, aber auch die Musik derWiener Schule und der Wiener Klassik.
DerKonzertchor der Stadt Mannheim wurde 2002 gegründet und ist eines der großen Ensembles der Städtischen Musikschule Mannheim.
Die ehemals zahlreich vertretenen Gesangvereine leiden in jüngster Vergangenheit sehr unter Nachwuchsproblemen. Dafür haben sich vieleGospel-Chöre entwickelt, wie der Celebration Gospel Choir, die Preacherman’s Friends, die Rainbow-Gospel-&-Soul-Connection und die Joyful Voices. Seit 2005 besteht der Junge Kammerchor Mannheim, der sich vor allem an junge Leute richtet und semesterweise probt.
Mannheim gilt auch als die Wiege des MusikstilsDrum and Bass in Deutschland: Der MannheimerMilk!-Club war der erste Club in Deutschland, der nur dieser Musik gewidmet war. Größen der britischen Szene kamen zuerst hier her.Bassface Sascha, neben „Groover Klein“ einer der dort residierenden DJs, gründete später die ersten größeren deutschen Drum-and-Bass-Labels und stellte auch die ersten weit verbreiteten Sampler, wie etwa Jungle Fever und Hardstep Upfront, zusammen. Das Milk! wurde 1992 vom Groove-Magazine zum Club des Jahres gewählt, als Love-Pirates präsentierte sich das Milk! und die Milk!-Posse auch auf derLoveparade in Berlin.
Populäre Veranstaltungsorte sind die am Alten Meßplatz gelegeneAlte Feuerwache Mannheim und dasCapitol Mannheim, das Kongresszentrum imRosengarten, dieSAP Arena, derMaimarktclub, das Open-Air-Gelände auf dem Maimarkt, der 7er Club fürHeavy Metal/Punk-Rock und derReggae-Musikclub Rude 7 auf derFriesenheimer Insel, die Alte Seilerei inNeckarau, wobei dieser Rockclub mittlerweile wieder den ursprünglichen Namen MS Connexion (Angelstraße 33) trägt, der Nobless Club Three in der Lagerstraße 3, das Tiffany im Quadrat O7,25 und das Baton Rouge im Quadrat O7,17 in der Innenstadt. In der Orientalischen Musikakademie Mannheim (OMM), die sich im multikulturellen StadtteilJungbusch befindet, erhält man Unterricht an arabischen und fernöstlichen Instrumenten, außerdem veranstaltet die OMM regelmäßig folkloristische Konzerte.
Die Symphonic-Metal-Band „Beyond the Black“ wurde 2014 in Mannheim gegründet. Ebenso kommen die Melodic-Death-Metal-BandCypecore undThe Intersphere aus Mannheim.
Das Jugendkulturzentrum FORUM in Mannheim – Blick von der „Schafweide“
Mit dem FORUM[85] hat Mannheim ein Jugendkulturzentrum, das insgesamt drei Spielflächen für unterschiedliche kulturelle Gattungen beherbergt.[86]Das spartenübergreifende[87] Haus in unmittelbarer Nähe vomNeckar beheimatet die BereicheMusik,Film,[88]Theater,[89]Bildende Kunst,[90]Literatur,[91][92]Transkultur und politische Bildung mit Kursen, kulturellen Bildungsangeboten, Konzerten,[93]Theateraufführungen,[94]Lesungen und Vernetzungsangeboten.[95] Als jugendkulturelles Sprachrohr sorgt das FORUM immer wieder für breite Debatten in der Stadtgesellschaft.[96][97]
Bekannte Eckpfeiler des FORUM-Programms sind das mehrfach preisgekrönte inklusive Theater-Ensemble „Augenblick Theater“,[98] das gendersensible Kurzfilmfestival „Girls Go Movie“[99] der „fresh! Club“ für junge Bands,[100]die junge Stadtgestaltungs-Initiative „JUGA Mannheim“ und das Nachwuchsliteraten-Programm „Der Schreibpool“.[101] Träger des Jugendkulturzentrums FORUM ist der Stadtjugendring Mannheim e. V.[102]
Wasserturm mit Brunnenanlage und Park auf demFriedrichsplatz
DerFriedrichsplatz liegt im Osten der Innenstadt. In seinem Zentrum steht das Wahrzeichen Mannheims, der 60 Meter hoheWasserturm. Er wurde 1889 imNeubarock-Stil erbaut und wird gekrönt von einer 3,50 Meter großen Statue derAmphitrite. Der Platz um ihn herum wurde bis 1903 vonBruno Schmitz mit Brunnen, Wasserspielen, Laubgängen und Grünanlagen imJugendstil gestaltet. Die Wasserspiele werden im Sommer nach Einbruch der Dunkelheit eine Stunde lang illuminiert. In der Vorweihnachtszeit findet rund um den Wasserturm und denTritonenbrunnen einWeihnachtsmarkt statt. Das östliche Halbrund des Friedrichsplatzes begrenzenArkadenhäuser mit rotenSandsteinfassaden. In der Nord-Süd-Achse des Wasserturms wurden Kunst- und Festhalle errichtet. DieKunsthalle – 1907 vonHermann Billing erbaut und 1983 mit einem Erweiterungsbau versehen – korrespondiert mit ihrem roten Sandstein mit der bereits vorhandenen Bebauung am Friedrichsplatz. DerRosengarten – dessen Name sich von einem alten Gewannnamen ableitet – wurde 1903 als Festhalle eröffnet und beherbergte damals mit dem Nibelungensaal den größten Saal Deutschlands. Heute findet sich dort ein Kongress- und Tagungszentrum. Neben dem Wasserturm am Friedrichsplatz gibt es in Mannheim knapp 20 weitere historische Wassertürme.
Vom Friedrichsplatz führt westlich die FußgängerzonePlanken zum zentralen Platz Mannheims, demParadeplatz. Er diente ursprünglich den Kurfürsten für Truppenparaden. Im Zentrum des Platzes befindet sich dieGrupello-Pyramide. Sie wurde 1711 vonGabriel Grupello fürKurfürstJohann Wilhelm erschaffen und imDüsseldorfer Schlossgarten aufgestellt. Karl Philipp ließ sie 1743 über den Rhein nach Mannheim bringen. Die Pyramide trägt den Namen„Allegorie der herrscherlichen Tugenden“ und stellt den Triumph der fürstlichen Tugenden dar. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Paradeplatz mit Grünflächen gestaltet, die von sternförmig auf die Grupello-Pyramide zulaufenden Wegen durchtrennt werden. An der Südseite des Platzes erbaute man bis 1746 das alte Kaufhaus, in dem sich zunächst Geschäfte und ab 1909 das Rathaus befanden. Nach der Zerstörung imZweiten Weltkrieg wurde es nicht wiederaufgebaut, sondern man errichtete bis 1991 dasStadthaus, in dem Geschäfte, die Stadtbibliothek und der Gemeinderat ihren Platz fanden. An den Planken wurde 2003 das Mahnmal für die jüdischen Opfer desNationalsozialismus errichtet. Auf demGlaskubus sind in Spiegelschrift die Namen der jüdischen Opfer aus Mannheim angebracht. DerKubus wurde zum Verlauf der Planken horizontal um 45 Grad verdreht aufgestellt, so dass eine Seitenachse zum Mittelpunkt des Paradeplatzes weist.
DerMarktplatz liegt nördlich des Paradeplatzes an der FußgängerzoneBreite Straße im Zentrum der Unterstadt. In seiner Mitte befindet sich eine Kopie des ursprünglichenBrunnendenkmals aus dem Jahr 1719. Das Original wurde vonPeter van den Branden geschaffen und imHeidelberger Schlossgarten aufgestellt. KurfürstCarl Theodor machte es dann 1767 der Stadt Mannheim zum Geschenk. Die Figuren des Monuments, die ursprünglich die vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer symbolisierten, wurden dabei so umgestaltet, dass sie nun eineAllegorie auf Mannheim, Handel, Rhein und Neckar darstellen. An der Südseite des Marktplatzes ist ein barocker Doppelbau, der vermutlich das noch älteste erhaltene Gebäude Mannheims ist: dasAlte Rathaus und die unterePfarrkirche St. Sebastian wurden bis 1713 erbaut. In der Mitte sind beide mit einem Glockenturm verbunden, der in einen mehrfach gestuften Helm mündet. Auf die Funktion weisen die unterschiedlichen Bildhauerarbeiten an der Fassade hin. Am Alten Rathaus befinden sichJustitia undAtlanten an der PfarrkirchePietas und Engelfiguren. Das Glockenspiel ertönt dreimal täglich.
DieJesuitenkirche wurde bis 1760 als Hofkirche für die Kurfürsten nach Plänenda Bibienas erbaut. Der KunsthistorikerDehio bezeichnete sie als bedeutendste Barockkirche Südwestdeutschlands. Die mächtige Vierungskuppel weist eine Höhe von 75 m auf. Die Wandgemälde im Inneren nahm der Münchner KünstlerEgid Quirin Asam vor. Der Hochaltar und die sechs Seitenaltäre wurden vonEgell undVerschaffelt im Spätbarock beziehungsweise Frühklassizismus gestaltet.
DieChristuskirche wurde bis 1911 als repräsentativer Sakralbau der evangelischen Kirche in der Oststadt erstellt. Im neubarocken Stil mit Jugendstilelementen erbaut, steht sie auf dem Werderplatz und bildet damit den Endpunkt von drei Sichtachsen. Die Kuppel weist eine Höhe von 65 Meter auf. Den ersten Turmgang umgeben überlebensgroße Statuen der zwölfApostel. Die viermanualige Steinmeyer-Orgel von 1911 zählt mit 96 Registern und circa 8000 klingenden Pfeifen (einschließlich eines großzügig angelegten „Fernwerks“ in der Kuppel) zu den größten Orgeln in Deutschland. Zusätzlich wurde 1988 durch die dänische FirmaMarcussen eine zweimanualige Orgel im barocken Stil erbaut.
Die Geschichte der neubarockenKonkordienkirche weist zurück bis in das Jahr 1685. Ursprünglich alsDoppelkirche für die deutsch und wallonisch reformierten Gemeinden geplant, widerfuhren ihr mehrmals Zerstörungen und Nutzungsänderungen. In ihrer heutigen Form besteht sie seit 1918 mit einer evangelischen Kirche in dem einen und einer Schule in dem anderen Gebäudeteil. Der Kirchturm ist mit 92 Metern der höchste in Mannheim.
DieSynagoge wurde 1987 fertiggestellt. Die granitrot gehaltene Fassade des Kubusbaus ist von hohen bleiverglasten Rundbogenfenstern geprägt. Darüber spannt sich eine flache Kuppel. Die beiden Haupteingänge tragen Nachbildungen eines schmiedeeisernen Oberlichtgitters, das von der 1938 zerstörtenHauptsynagoge stammt.
DieYavuz-Sultan-Selim-Moschee, erbaut 1995, war bei ihrer Fertigstellung die größte repräsentative Moschee in Deutschland. Die helle Putzfassade wird in der Mitte durch die Auskragung der Gebetsnische betont und ist mit versetzt angeordneten dreieckigen Fenstern gestaltet. Die Stahlbetonstützen desMinaretts wiesen bereits nach kurzer Zeit Risse auf, so dass es 2005 mit 35 Metern etwas höher neugebaut wurde.
DasSchloss Mannheim war die Residenz der Kurfürsten von der Pfalz. 1720 bis 1760 erbaut, ist es nachSchloss Versailles die größte geschlosseneBarockanlageEuropas. Die zur Innenstadt zeigende Schaufront weist eine Länge von 440 Meter auf und ist damit Endpunkt von sieben Parallelstraßen. An der Ausgestaltung waren unter anderenAlessandro Galli da Bibiena,Egell,Rabaliatti,Pigage undCosmas Damian Asam beteiligt. Im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört, wurde das Schloss bis 1968 in vereinfachter Form wiederaufgebaut. Bis 2006 wurde das Dach desCorps de Logis in originalgetreuer Form wiederhergestellt, dank einer großzügigen Spende vonHasso Plattner.
Der größte Teil des Schlosses wird von der Universität Mannheim genutzt. Das im April 2007 eröffnete Schlossmuseum gibt Einblick in das Leben im Barock und Empire. Im Krieg zerstörte Räume wurden rekonstruiert, um hochwertigen Ausstellungsstücken eine Kulisse zu bieten. Der Besucher erhält Einblick in das Leben der pfälzischen Kurfürsten (besonders Karl Theodor) und der badischen Prinzessin Stéphanie von Baden, einer adoptierten Tochter des französischen Kaisers Napoléon I.
DasZeughaus stammt aus dem Jahr 1779. Es wurde von Peter Anton von Verschaffelt imklassizistischen Stil erbaut. Seit 1918 beherbergte es die Sammlungen vonCarl Reiß, seit 1956 war es Sitz des Reiß-Museums. Bis 2007 wird das Gebäude aufwändig renoviert.
Ebenfalls nach Plänen von Verschaffelt wurde bis 1788 das klassizistischePalais Bretzenheim errichtet, das Kurfürst Karl Theodor seiner Mätresse und ihren Kindern schenkte. 1899 wurde das Gebäude Sitz derRheinischen Hypothekenbank, seit 2004 wird es vom Amtsgericht Mannheim genutzt.
DerFernmeldeturm ist mit 212,8 Metern das höchste Gebäude der Stadt. Er wurde nach Plänen vonHeinle undSchlaich 1975 gebaut. In einer Höhe von 125 Metern befinden sich ein Drehrestaurant und eine Aussichtsplattform, von der man einen weiten Rundblick über Mannheim und das Umland hat.
Fünf der sechs höchsten Hochhäuser Baden-Württembergs stehen in Mannheim. Sie wurden alle an der äußeren Seite des Innenstadtrings gebaut. Bereits 1975 wurden die drei Wohntürme derNeckaruferbebauung Nord und das AppartementhausCollini-Center erbaut. DerVictoria-Turm wurde 2001 fertiggestellt und ist das höchste Bürohaus der Stadt. Alle fünf Hochhäuser sind mit 95–102 Metern ungefähr gleich hoch.
In Mannheim gibt es 18Wassertürme, mehr als in jeder anderen vergleichbaren Stadt.
DerLuisenpark ist mit 41 Hektar der größte Stadtpark. Er wurde 1903 angelegt (Unterer Luisenpark) und zur Bundesgartenschau 1975 erweitert (Oberer Luisenpark). Nahe der Innenstadt am Neckar gelegen, bietet der obere Teil zahlreiche Attraktionen wie Pflanzenschauhaus, chinesischer Teegarten, Schmetterlingshaus, Gondolettas und Seebühne. Der untere Teil ist frei zugänglich.
DerHerzogenriedpark war ebenfalls Bestandteil der Bundesgartenschau. Mit 22 Hektar etwas kleiner als sein „großer Bruder“ liegt er nördlich der Neckarstadt. Sehenswert sind das Tiergehege, das Rosarium und dieMultihalle mit einer zeltartigen Dachkonstruktion, die nach einem Entwurf vonFrei Otto entstand.
Der Schlossgarten erstreckt sich hinter dem Schloss bis zum Rhein und ist mit 38 Hektar der zweitgrößte Park Mannheims.Großherzogin Stephanie ließ ihn ab 1808 als Englischen Garten auf den Resten der ehemaligen Stadtbefestigung anlegen. Der Park wurde durch die 1863–1867 erbaute Eisenbahnlinie, die ab 1959 erbauten Bundesstraßen mit ihren zahllosen Auf- und Abfahrten und die Stadtbahnlinie nach Ludwigshafen erheblich verkleinert. Das Grün ist teilweise auf ein paar Verkehrsinseln zurückgedrängt worden. Am Westende, im sogenannten Friedrichspark, befindet sich das frühere Eisstadion.
DerWaldpark mit der dazugehörigenReißinsel ist eine der größten naturbelassenenAuen am Rhein. Die Halbinsel gehörteCarl Reiß, der sie der Stadt mit der Auflage vermachte, sie in ihrem naturbelassenen Zustand zu erhalten und den Bürgern der Stadt zugänglich zu machen. Zahlreiche seltene Vogelarten, wieSchwarzspechte,Graureiher undMilane, aber auchNeozoen wieHalsbandsittiche undKanadagänse können auf der Reißinsel beobachtet werden.
Im Jahr 2000 waren in Mannheim über 29 Prozent der Stadtgebietsfläche als Natur- oder Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Im Jahr2023 hat Mannheim dieBundesgartenschau ausgerichtet. Beim Konzept war eine Verbindung zu den Gartenschauen von 1907 und1975 geplant.[103][104]
Die zuschauerträchtigste Sportart in Mannheim ist dasEishockey. DieAdler Mannheim (früherMannheimer ERC) wurden 1980, 1997–1999, 2001, 2007, 2015 und 2019 deutscherEishockey Meister. Ihre Heimspiele tragen sie seit 2005 in derSAP Arena aus.
DieRhein-Neckar Löwen sind einHandball-Bundesligist, dessen Heimspiele ebenfalls in der SAP Arena ausgetragen werden. Die größten Erfolge der Löwen waren die Deutsche Meisterschaft 2016 und 2017, der Sieg imEHF Europa Pokal 2013, das Erreichen des Halbfinals in der Champions League 2009 sowie der Sieg im DHB-Pokal 2018.
Immer noch überregional bekannt, auch wenn die größten Erfolge schon länger zurückliegen, sind die beiden FußballvereineVfR Mannheim (Deutscher Fußballmeister 1949) undSV Waldhof Mannheim (Bundesligist 1983–1990). Letzterem gelang 2019 mit dem Aufstieg in die3. Fußball-Liga nach 16 Jahren die Rückkehr in den Profifußball.
DerDeutsche Basketball Bund spielt seit 1958 in Erinnerung anAlbert Schweitzer jedes zweite Jahr im Frühjahr in Mannheim auf seinemEuropa-Jugend-Basketballturnier dasAlbert-Schweitzer-Turnier für Jugend-Nationalmannschaften aus. Dieses internationale Freundschaftstreffen, im Sinne des Arztes undFriedensnobelpreisträgers, ist weltweit eines der wichtigsten und am besten besetzten Basketballturniere für Jugendmannschaften, an dem auch schon zahlreiche spätereNBA-Profis teilgenommen haben.
DerTK Grün-Weiss Mannheim spielt erfolgreich in derTennis-Bundesliga. Der Klub war 1922, 1993, 1996, 2005, 2007, 2010, 2019 und 2021 deutscher Mannschaftsmeister.
DerLeichtathletikvereinMTG Mannheim bringt seit seiner Gründung immer wieder herausragende Athleten hervor. National erfolgreich sind momentan insbesondere die Sprinterinnen. Bei den Deutschen Meisterschaften 2016 in Kassel gewannRicarda Lobe die Bronzemedaille im 100-Meter-Hürdensprint und die4-mal-100-Meter-Staffel der MTG-Mannheim mit Ricarda Lobe,Alexandra Burghardt,Nadine Gonska undYasmin Kwadwo die Goldmedaille. Auch 2015 in Nürnberg hatte die MTG-Staffel bei den Deutschen Meisterschaften die Goldmedaille mit der 4-mal-100-Meter-Staffel der Frauen in der BesetzungVerena Sailer, Ricarda Lobe, Alexandra Burghardt und Yasmin Kwadwo gewonnen. Die ehemaligen erfolgreichen Sprinterinnen der MTG, Verena Sailer, die im 100-Meter-Sprint 2016 Europameisterin wurde,[105] undCarolin Nytra[106] haben ihre Laufbahn beendet.
Unterstützt durch die große amerikanische Kolonie der US-Army in Mannheim konnte derBaseball-Sport in der Vergangenheit große Erfolge feiern.[107] Die Mannheimer Vereine Knights, VfR, Amigos undTornados konnten zwischen 1954 und 1997 neunzehnmal diedeutsche Baseballmeisterschaft gewinnen. Die Mannheim Tornados spielen in derBaseball-Bundesliga. Der Mannheimer Claus T. Helmig war 1956 der erste deutsche Baseballspieler mit einem Profivertrag in den USA.[108]
Der Segelflugverein Mannheim ist ein Streckenflugverein und betreibt seine Aktivitäten auf demFlugplatz Mannheim. Er fliegt in der erstenSegelflug-Bundesliga und hat mehrmals deutsche und internationale Meister gestellt.
Aus demMannheimer Ruderverein Amicitia von 1876 gingen in der Vergangenheit einige bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen erfolgreiche Sportler hervor. Auch der 1875 gegründete RudervereinMannheimer Rudergesellschaft Baden (kurz MRG Baden) hat bekannte Ruderer hervorgebracht, wieFilip Adamski.
Der 2008 gegründete Inlinesportverein der Region,Rhein-Neckar-Skater, hat seinen Sitz in Mannheim.
Der Boule Club Sandhofen war 2007 Meister der ersten DeutschenPétanque-Bundesliga (D.P.B.). Heute spielt der Verein in der drittklassigen Regionalliga. Der SC Käfertal spielt in der zweithöchsten Liga, der Baden-Württemberg-Liga. Der TV 1877 Mannheim-Waldhof spielt seit 2024 in der höchsten Klasse, der Bundesliga.
2021 bewarb sich die Stadt alsHost Town für die Gestaltung eines viertägigen Programms für eine internationale Delegation derSpecial Olympics World Summer Games 2023 in Berlin. 2022 wurde sie als Gastgeberin fürSpecial Olympics Moldau ausgewählt.[112] Damit wurde sie Teil des größten kommunalen Inklusionsprojekts in der Geschichte der Bundesrepublik mit mehr als 200 Host Towns.[113]
Januar: Neujahrsempfang der Stadt Mannheim im Rosengarten
Februar: Fasnachtsumzug (jährlich im Wechsel mit Ludwigshafen) (Sonntags)
Februar:Lesen.Hören, Literaturfestival Mannheim. Schirmherr des seit 2007 stattfindenden Literaturfestivals war bis zu seinem TodRoger Willemsen. Veranstaltungsort:Alte Feuerwache
In Mannheim ist wie bei der Herkunft der Einwohner (circa 170 Nationalitäten aus aller Welt) eine breitgefächerte Gastronomie vertreten. Typische kulinarische Spezialitäten aus Mannheim sind das lebkuchenähnliche GebäckMannemer Dreck und das alkoholische GetränkMannheimer Hafenwasser. Das typische Mannheimer Bier ist das „Eichbaum“, das in verschiedenen Variationen von der MannheimerPrivatbrauerei Eichbaum hergestellt und vertrieben wird. Marktführend in der Rhein-Neckar-Region, werden die Marken Eichbaum, Ureich, Gerstel undKaramalz auch überregional vertrieben.
Spaghettieis ist ein Speiseeis, das seinen Namen seiner besonderen Optik verdankt: Es sieht aus wie Spaghetti-Nudeln mit Tomatensoße. Es soll 1969 vom Mannheimer EisfabrikantenDario Fontanella erfunden worden sein.
ImZukunftsatlas 2016 belegte die kreisfreie Stadt Mannheim Platz 52 von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Orten mit „hohen Zukunftschancen“.[114] In der Ausgabe von 2019 lag sie auf Platz 35 von 401[115], in der Ausgabe von 2022 lag Mannheim auf Platz 72 von 400 und zählt damit weiterhin zu den Orten mit „hohen Zukunftschancen“.[116]
Im Jahr 2017 waren von den 185.371 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 27,9 % im produzierenden Gewerbe, 22,7 % inHandel,Gastgewerbe und Verkehr und 49,2 % im sonstigenDienstleistungssektor tätig. Im Jahre 2018 erbrachte Mannheim, innerhalb der Stadtgrenzen, einBruttoinlandsprodukt (BIP) von 20,921 Milliarden € und belegte damit Platz 17 in derRangliste der deutschen Städte nach Wirtschaftsleistung. Der Anteil an der Wirtschaftsleistung von Baden-Württemberg betrug damit 4,1 %. Das BIP pro Kopf lag 2016 bei 64.483 € (Baden-Württemberg: 43.632 €, Deutschland 38.180 €) und liegt damit deutlich über dem regionalen und nationalen Durchschnitt. Im selben Jahr verzeichnete die Wirtschaftsleistung der Stadt ein nominelles Wachstum von 3,8 %. In der Stadt gab es 2016 ca. 243.000 erwerbstätige Personen.[117] DieArbeitslosenquote lag im Januar 2020 bei 6,2 % und damit über dem Durchschnitt von Baden-Württemberg mit 3,5 %.[118]
Obwohl Mannheim spätestens seit den 1970ern von einem tiefgreifenden Strukturwandel geprägt ist, der gezeichnet ist von einem Abbau von industriellen Arbeitsplätzen und der Zunahme des Dienstleistungssektors, ist dieMetall- und diechemische Industrie immer noch sehr präsent.
DieMVV Energie ist der größte kommunale Energieversorger in Deutschland. DieBerrang-Gruppe ist ein international operierendes Großunternehmen in der mechanischen Verbindungstechnik.
Auf dem Mannheimer Maimarktgelände finden regelmäßig Verbrauchermessen statt. Die bedeutendste ist der 400-jährigeMaimarkt, der mit 1400 Ausstellern und 350.000 Besuchern Deutschlands größte regionale Verbraucherausstellung ist. Aber auch Europas größter Oldtimermarkt, dieVeterama, findet jedes Jahr auf dem Maimarktgelände statt.
DieAgglomeration Mannheim/Ludwigshafen ist von einem Autobahnring mit insgesamt sieben Autobahnkreuzen umgeben. Im Norden und Osten umschließt dieBundesautobahn 6 (Saarbrücken–Nürnberg) das Stadtgebiet, den Autobahnring vervollständigt die linksrheinischeA 61 im Westen und Süden Ludwigshafens. Im Nordosten Mannheims zweigt dieA 67 nachDarmstadt undFrankfurt ab, im Osten dieA 656 nachHeidelberg und dieA 659 nachWeinheim. Weiter im Osten verläuft parallel dieA 5 (Frankfurt–Basel). Durch die Stadt führen die Bundesstraßen36,37,38,38a und44.
Mannheim ist der zweitgrößte Eisenbahnknoten in Südwestdeutschland. 2010 hielten imHauptbahnhof täglich 238 Fernverkehrszüge, die Direktverbindungen unter anderem nachHamburg,Berlin undKöln herstellen. Über dieSchnellfahrstrecke Mannheim–Stuttgart besteht seit 1991 eine schnelle ICE-Verbindung in die Region Stuttgart.
DerRangierbahnhof ist nachMaschen der zweitgrößte in Europa. 2005 wurden täglich 30 internationale, 60 nationale und 440 regionaleGüterzüge abgefertigt.
Seit 2003 fährt dieS-Bahn Rhein-Neckar, die fast den gesamten Rhein-Neckar-Raum erschließt und Linien bis in die Pfalz, den Odenwald und nach Südhessen führt. Sieben der Zehn S-Bahn-Linien fahren über den Mannheimer Hauptbahnhof. Gemeinsam mit Zügen des Regionalverkehrs sorgen sie für Direktanbindungen unter anderem nachKarlsruhe Hauptbahnhof,Mainz undKaiserslautern.
Den öffentlichenNahverkehr in Mannheim versorgt seit 1878 dieStraßenbahn. Zehn Stadtbahn- und zahlreiche Buslinien derRNV sind heute in Betrieb. Alle öffentlichen Verkehrsmittel können zu einheitlichen Preisen innerhalb desVerkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN) benutzt werden. Das in den 1970er Jahren begonneneU-Bahn-Netz Mannheim-Ludwigshafen wurde bis auf kleine Teilstücke aus Kostengründen nicht realisiert. Die einzige Tunnelstation in Mannheim ist die Haltestelle Dalbergstraße. Die U-Bahn-Planungen wurden mittlerweile eingestellt.
Der baden-württembergische Rheinradweg vonKonstanz bis Mannheim ist Teil der rechtsrheinischen Variante desRheinradwegs, der von der Quelle des Rheins amOberalppass im SchweizerKanton Graubünden bis zur Mündung beiRotterdam führt. In Mannheim verläuft er vonBrühl (Rohrhof) kommend über Rheinau in Rheinnähe in die Innenstadt und weiter zum Neckar und über die Friesenheimer Insel zur Fähre Sandhofen und in Rheinnähe weiter Richtung Lampertheim. Im Bereich der Friesenheimer Insel bis Sandhofen gibt es eine Alternative für Zeiten ohne Fährbetrieb. Der Radfernweg ist alsEurovelo-Route 15 (Rheinradweg)[122] ausgewiesen.
Mannheim ist Mitglied der AGFK (Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußverkehrsfreundlicher Kommunen) in Baden-Württemberg und hat die „Qualitätsstufe“ für einefahrradfreundliche Kommune erreicht.[123]
Begünstigt durch den Zusammenfluss von Rhein und Neckar, ist derMannheimer Hafen mit einer Fläche von 1.131 Hektar heute einer der bedeutendsten und größtenBinnenhäfen Europas. Knapp 500 Unternehmen mit 20.000 Arbeitsplätzen sind im Hafengebiet angesiedelt.[124] 2023 wurden wasserseitig 6,3 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Die Hauptumschlagsarten waren hier Nahrungs- und Futtermittel (1,8 Mio. t) sowie feste mineralische Brennstoffe (1,4 Mio. t).[125]
Die Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung des Trinkwassers wird vonMVV Energie übernommen. Das Trinkwasser für Mannheim wird ausschließlich ausGrundwasser gewonnen. Es existieren dreiWasserwerke: Käfertal49.53288.5299, Rheinau49.43458.542 und Schwetzinger Hardt49.35578.5574. Mit einerGesamthärte von 3,15–3,47 mmol/l (17,6–19,4 °dH) fällt das Wasser in den Härtebereich „hart“.[126]
Der Brutto-Verbrauchspreis liegt bei 2,25 Euro je Kubikmeter.[127]
Die Ableitung und Reinigung des anfallenden Abwassers fällt in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Mannheim. Das Kanalnetz hat eine Länge von 890 Kilometern, der Anschlussgrad der Bevölkerung liegt bei 99,9 %. Es überwiegt dieMischkanalisation. Im Netz gibt es 39 Pumpwerke und 32Hebeanlagen.[128]
Das Klärwerk Mannheim49.56538.4269 wurde 1973 in Betrieb genommen und hat heute eine Ausbaugröße von 725.000Einwohnerwerten. Täglich werden im Durchschnitt 87.000 m³ Abwasser behandelt. Das Wasser hat eine Aufenthaltszeit von 24 Stunden und wird anschließend sauber in den Rhein eingeleitet. Der anfallendeKlärschlamm wird verfault, anschließend getrocknet und in der Zementindustrie thermisch und stofflich verwertet. Das bei der Faulung entstehendeKlärgas (9 Mio. m³/a) wird zur Stromerzeugung verwendet. Weitere elektrische Energie wird ausPhotovoltaikanlagen und dem Betrieb einesZuppinger-Wasserrades am Ablauf des Klärwerks gewonnen.[129]
Die Anlage wurde um eine4. Reinigungsstufe erweitert.[130] Hier wird seit 2010 die erste großtechnische Anlage, die nach dem so genanntenUlmer Verfahren zur gezielten Beseitigung derSpurenstoffe gebaut wurde, betrieben.[131]
Die Deponie auf der Friesenheimer Insel wird seit 1963 betrieben und hat Stand 2021 noch eine Ausbaureserve von 2,7 Hektar. Gelagert werden sogenannte Inertstoffe wie Bauschutt, Gleisschotter, Bodenaushub und Straßenaufbruch, aber auch Gießerei-Altsande und mineralische Abfälle. Der höchste Punkt der Deponie liegt auf 156 Meter über dem Meeresspiegel und ist damit der höchste Punkt Mannheims.[132]
Neben dereinzigen örtlichen TageszeitungMannheimer Morgen bieten die LudwigshafenerRheinpfalz, die HeidelbergerRhein-Neckar-Zeitung und dieBild Rhein-Neckar einen Lokalteil für Mannheim. Hinzu kommt mit wöchentlicher Erscheinungsweise dasWochenblatt Mannheim mit dem Amtsblatt. DasKommunal-Info Mannheim erscheint 14-täglich. In fast allen Stadtteilen werden kostenloseStadtteilzeitungen verteilt.
Als regionale Fernsehsender für dieMetropolregion Rhein-Neckar sindRhein-Neckar Fernsehen undRON-TV beheimatet. In Mannheim befindet sich auch das Regionalstudio Mannheim-Ludwigshafen desSüdwestrundfunks (SWR). Ebenfalls in Mannheim ansässig sind die privaten HörfunksenderbigFM,Radio Regenbogen undsunshine live. Seit 2000 ist derBermudafunk – das Freie Radio Rhein Neckar empfangbar. 2001 nahm das Campusradioradioaktiv den Sendebetrieb auf. Von 1993 bis 2009 wurde vomAmerican Forces Network der US-Streitkräfte das LokalprogrammAFN Heidelberg in Seckenheim produziert. Von 2009 bis 2012 befanden sich die Studios in der AFN-Europazentrale, die 2004 von Frankfurt am Main nach Sandhofen gezogen war.
Von 1986 bis 2012 erschien monatlich das StadtmagazinMeier als Printausgabe. Von 2006 bis 2007 wurde wöchentlich dieSportwoche Mannheim herausgegeben. Beide Zeitschriften erscheinen nun als Online-Medium.
Vor Ort dominierend ist dieMediengruppe Dr. Haas, der vollständig der Mannheimer Morgen und anteilig Radio Regenbogen und big FM gehören.
Eine Reihe wichtiger Einrichtungen derNATO und der US-Armee befanden sich lange Zeit in Mannheim. Durch den Umzug derUnited States Army Europe and Africa in das neueHauptquartier in Wiesbaden im September 2013 ging die Zahl der US-Soldaten und Angestellten allerdings drastisch zurück. Bis Ende 2015 wurden, mit Ausnahme derColeman Barracks, alle amerikanischen Militäreinrichtungen in Mannheim geschlossen.[137]
Universität Mannheim, 1907 als Handelshochschule gegründet, ist sie seit 1967 Universität. Ihre Wirtschafts- und Sozialwissenschaften belegen in Hochschulrankings regelmäßig Spitzenplätze in Deutschland. Rund 12.000 Studenten sind hier immatrikuliert.[138]
Technische Hochschule Mannheim, ursprünglich 1898 als Ingenieurschule gegründet, seit 1971 Fachhochschule für Technik. Durch die Fusionen 1995 mit der Fachhochschule für Gestaltung und 2006 mit der Fachhochschule für Sozialwesen sind an ihr heute mehr als 5.200 Studenten eingeschrieben.[139]
Die staatlich anerkannteSRH Fernhochschule hat seit September 2017 ein Studienzentrum in Mannheim.[140]
Popakademie Baden-Württemberg, gegründet 2003, bietet die deutschlandweit einzigartige Institution die StudiengängeMusikbusiness,Popmusikdesign,Weltmusik,Popular Music undMusic and Creative Industries an.
Akademie für Betriebswirtschaft und Welthandelssprachen (ABW), gegründet 1956, Private Business School in E1
Bundesakademie für Wehrverwaltung und Wehrtechnik, gegründet 1961, ist sie heute die höchste zentrale Bildungseinrichtung der Bundeswehrverwaltung und zuständig für die Laufbahnsausbildung Fachrichtung Wehrtechnik.
Theaterakademie Mannheim, ist eine staatlich anerkannte Berufsfachschule für Schauspiel und Regie und wurde 1994 gegründet. Seit 2006 arbeitet die Schauspielschule unter neuer Leitung.
Mannheimer Abendakademie und Volkshochschule, 1899 gegründet, zählt sie zu den ältestenVolkshochschulen in Deutschland. Mit über 150.000 Unterrichtsstunden jährlich ist sie die leistungsstärkste Volkshochschule Baden-Württembergs.
Institut für Deutsch-Türkische Integrationsstudien: Islamstudien-Islamische Ernährung, islamische Seelsorge-Rhein Neckar Metropol
Institut für Deutsches, Europäisches und Internationales Medizinrecht, Gesundheitsrecht und Bioethik (IMGB), 1998 von den Universitäten Heidelberg und Mannheim gegründet, ist deutschlandweit eines der renommiertesten Zentren für die Forschung auf den Gebieten Medizin- und Gesundheitsrecht sowie Bioethik.
In Mannheim wurden schon im 18. Jahrhundert unter Leitung vonJohann Jakob Hemmer erstmals Normen für die weltweite Erfassung von Wetterdaten festgelegt. Dazu gehören die Tageszeiten für die Messung, die alsMannheimer Stunden bekannt sind.
In Mannheim wurde dieRevidierte Rheinschiffahrtsakte vom 17. Oktober 1868 unterzeichnet, in der sich sämtliche deutschen Staaten und Frankreich für eine zollfreie Rheinschifffahrt aussprachen. Dieser Vertrag ist heute auch alsMannheimer Akte bekannt.
Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten wurden in Mannheim geboren oder haben hier gewirkt. Seit 1820 verlieh die Stadt 43 Mal dieEhrenbürgerwürde. Als höchste bürgerschaftliche Auszeichnung Mannheims gilt der seit 1970 jährlich verlieheneBloomaulorden.
Expedition in die Heimat: Mannheim- überraschend anders. SWR, 2021. Buch und Regie: Fabian Siegel. Sendung vom 19. März 2021.
Rote Fahnen – grüner Rasen. Arbeitersiedlungen in Mannheim. Dokumentarfilm, Deutschland, 2014, 44:30 Min., Buch und Regie: Ursula Schlosser, Produktion:SWR, Erstsendung: 15. Juli 2013 bei SWR,Inhaltsangabe von SWR,Online-Video verfügbar bis 23. April 2017.
Mannheim – Eine Zeitreise durch die 50er und 60er Jahre. Dokumentarfilm, Deutschland, 2012, 44 Min., Regie: Eberhard Reuß und Christiane Schmied, Produktion: SWR, Erstsendung: 1. November 2012 im SWR,Inhaltsangabe vonARD mitOnline-Video.
Mozart in Mannheim. Dokumentarfilm, Deutschland, 2008, 29 Min., Buch und Regie: Harold Woetzel, Produktion: SWR, Reihe: Musikalischer Reiseführer, Erstausstrahlung: 24. Mai 2010 inDas Erste,Film-Informationen vom SWR (Memento vom 12. Februar 2013 im Webarchivarchive.today).
Schiller. Fernseh-Spielfilm, Deutschland, 2005, 90 Min., Buch: Hendrik Hölzemann, Martin Weinhart, Regie: Martin Weinhart.
Bilderbuch Deutschland: Mannheim – Gegensätze im Quadrat. Dokumentarfilm, Deutschland, 2002, 43 Min., Buch und Regie: Christina Brecht-Benze, Produktion: SWR, Erstausstrahlung: 30. Juni 2002,Inhaltsangabe vonNDR.
Gustav Wiederkehr:Mannheim in Sage und Geschichte, H. Haas’schen Buchdruckerei, Mannheim 1907 (Festgabe zur Feier des dreihundertjährigen Bestehens der Stadt).
Staatl. Archivverwaltung Baden-Württemberg in Verbindung mit den Städten und den Landkreisen Heidelberg und Mannheim (Hrsg.): Die Stadt- und die Landkreise Heidelberg und Mannheim: Amtliche Kreisbeschreibung.
Band 1:Allgemeiner Teil. Karlsruhe 1966,DNB458203858.
Band 3:Die Stadt Mannheim und die Gemeinden des Landkreises Mannheim. Karlsruhe 1970,DNB366145509.
Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.):Das Land Baden-Württemberg – Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band 5. Kohlhammer, Stuttgart 1976,ISBN 3-17-002542-2.
Hans Huth:Die Kunstdenkmäler des Stadtkreises Mannheim. Deutscher Kunstverlag, München 1982,ISBN 3-422-00556-0.
Carmen und Volker Oesterreich (Hrsg.):Mannheim, wo es am schönsten ist – 55 Lieblingsplätze. B&S Siebenhaar, Berlin 2008,ISBN 978-3-936962-43-7.
Andreas Schenk:Mannheim und seine Bauten 1907–2007. Hrsg. v. Stadtarchiv Mannheim und Mannheimer Architektur- und Bauarchiv e. V. 5 Bde. Edition Quadrat, Mannheim 2000–2007,ISBN 3-923003-83-8.
Guido Walz (Red.):Der Brockhaus Mannheim. 400 Jahre Quadratestadt – Das Lexikon. Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus, Mannheim 2006,ISBN 3-7653-0181-7 (gleiche Ausstattung wieBrockhaus Enzyklopädie, rund 1300 Stichwörter und 500 Biografien von Mannheimer Persönlichkeiten und Originalen).
Stadt Mannheim, Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Karlsruhe (Hrsg.):Naturführer Mannheim. Entdeckungen im Quadrat. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2000,ISBN 3-89735-132-3.
Mannheimer Altertumsverein/Reiss-Engelhorn-Museen:Mannheim vor der Stadtgründung – Teile I und II. Hrsg.Hansjörg Probst, 4 Bände. Mannheim 2007/08,ISBN 978-3-7917-2074-6.
↑Andreas Schenk:Mannheim und seine Bauten 1907–2007. Hrsg.: Stadtarchiv Mannheim und Mannheimer Architektur- und Bauarchiv e. V. Mannheim 2004,ISBN 3-923003-83-8,S.124ff. in Band 4.
↑ab„Displaced Persons“ – zurück in die Heimat. Die Geschichte der Displaced Persons (DPs) in Mannheim scheint bislang wenig erforscht zu sein, wenn man von dem Aufsatz von Christian Peters absieht (Vom nationalsozialistischen Zwangsarbeiter zur Außenseiterexistenz als "displaced person". Ein Kapitel aus der Geschichte der Arbeit in Mannheim. In: Mannheimer Hefte, 1(1987), S. 13 ff.). Mannheims Archiv für Stadtgeschichte und Erinnerung kündigte im Mai 2020 ein Forschungs- und Buchprojekt zur Mannheimer Migrationsgeschichte an (siehe Weblinks), in dessen Rahmen auch die Geschichte der DPs thematisiert werden sollte. Resultate scheinen bislang noch ncit vorzuliegen.
↑Alice Noll:Die UNRRA in Hanau. Das Tagebuch des Harry Heath. Leiter des DP-Camps Hanau 1945, Magistrat der Brüder-Grimm-Stadt Hanau, Hanau 2021, S. 74–75
↑Religionszugehörigkeit in Mannheim. Einwohner (am Ort der Hauptwohnung) nach ihrer Religionszugehörigkeit zum 31.12.2024. Stadt Mannheim, abgerufen am 24. Mai 2023.
↑Friedrich Walter:Sekten-Niederlassungen in Mannheim unter Karl Ludwig. In: Mannheimer Altertumsverein (Hrsg.):Mannheimer Geschichtsblätter. Verlag des Mannheimer Altertumsvereins, Mannheim 1901,S.56.
↑Friedrich Walter:Sekten-Niederlassungen in Mannheim unter Karl Ludwig. In: Mannheimer Altertumsverein (Hrsg.):Mannheimer Geschichtsblätter. Verlag des Mannheimer Altertumsvereins, Mannheim 1901,S.56–58.
↑Astrid von Schlachta:Die Täufer. utb, Tübingen 2020,S.63.
↑Friedrich Walter:Sekten-Niederlassungen in Mannheim unter Karl Ludwig. In: Mannheimer Altertumsverein (Hrsg.):Mannheimer Geschichtsblätter. Verlag des Mannheimer Altertumsvereins, Mannheim 1901,S.56–61.
↑Susanne Kaeppele: Ein lachendes, ein weinendes Auge. Kunst – Das Ende der Mannheimer Stadtgalerie, die im Jungbusch eine etwas andere Nachfolgerin finden wird. In: Mannheimer Morgen. Mannheimer Morgen Großdruckerei und Verlag GmbH, 16. Februar 2015, abgerufen am 1. Mai 2023 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
↑Gerald Drebes:Die „Mannheimer Schule“ – ein Zentrum der vorklassischen Musik und Mozart. In:Rhein-Neckar-Dreieck 1992, S. 14–18,online (Memento vom 7. Februar 2015 imInternet Archive)